Anja Reich Der Fall Scholl

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Inhaltsangabe zu „Der Fall Scholl“ von Anja Reich

Eine Frau wird brutal ermordet und im Wald verscharrt. Der Verdacht fällt auf ihren Ehemann — den ehemaligen Bürgermeister von Ludwigsfelde, einer Kleinstadt im Süden von Berlin. Sie waren fast fünfzig Jahre miteinander verheiratet. Und galten als perfektes Paar ...
Anja Reich hat den Gerichtsprozess begleitet. Sie sprach mit Verwandten und Freunden des Opfers und des Angeklagten — und mit Heinrich Scholl selbst, der die Tat bis heute bestreitet.

Sehr gut geschrieben

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Zu dünn für einen Tatsachenbericht

    Der Fall Scholl

    Alexandra_Luchs

    10. January 2015 um 11:24

    Heinrich Scholl war viele Jahre der Bürgermeister von Ludwigsfelde, Vorzeigebürger und Visionär. Er führte die Region nach der Wende zum wirtschaftlichen Aufschwung und gehörte zum gesellschaftlichen Zentrum der Stadt. Ein scheinbar nahezu perfektes Leben. Bis Heinrich Scholls Ehefrau im Wald erdrosselt aufgefunden wird und der Tatverdacht sehr schnell auf ihren Mann fällt. In einem spektakulären Indizienprozess wird Heinrich Scholl dann tatsächlich verurteilt. In Ihrem Buch schreibt sich Anja Reich auf die Fahne, die Hintergründe des Falls und die Abläufe während des Prozesses näher zu beleuchten. Bei Beschreibungen wahrer Begebenheiten erwartet man sich als Leser dabei vermutlich gleichermaßen Sensation und sachliche Authentizität. Anfangs arbeitet die Autorin auch sehr detailliert und spannend geschrieben die Lebens- und Liebesgeschichte des Ehepaars Scholl heraus. Schnell wird dabei klar, dass die Beziehung des Paares eher eine Vernunft- denn eine Liebesehe darstellt. Die Schilderung der Lebensgeschichten von Heinrich Scholl und seiner Frau stellen eine gute Basis dar, um sich später in den Fall um das „tödliche Ende einer Ehe“ hineindenken zu können. Leider haben die detaillierten Beschreibungen beziehungsweise Aufklärungen zum Gerichtsprozess im Fall Scholl dann auf sich warten lassen. Der angenehme Schreibstil hat es mir zwar leicht gemacht, mich auf die Handlung einzulassen, auf echte Fakten habe ich aber vergeblich gewartet. Eher wirkte es auf mich, als wäre die Berichterstattung der Medien noch einmal erzählerisch aufbereitet worden. Zusätzliche Informationen oder Deutungen sucht man vergebens. Unterm Strich war das Buch für mich eher mäßig. Die Lebensgeschichte des Ehepaares hat mich bewegt und bedrückt, die Intention des Buches blieb mir aber bis zum Ende unklar. Für Leser, die dem Thema näher stehen, wird die Geschichte nicht viel Neues bieten. Für Leser wie mich, die es eher aus dem kriminalistischen Interesse heraus lesen, scheint es ebenfalls zu oberflächlich. Da dieses Buch mich also weder inhaltlich noch sprachlich sonderlich fesseln konnte und in meinen Augen die versprochenen Schilderungen fehlten, kann ich es nur mit 2 von 5 Sternen bewerten.

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  • Sachliche und tiefgehende Reportage

    Der Fall Scholl

    michael_lehmann-pape

    Sachliche und tiefgehende Reportage Im Februar 2014 wurde die Revision abgelehnt. Heinrich Scholl, ehemaliger SPD Grande im Osten der Republik, langjähriger Bürgermeister, Natürlich als treusorgender Ehemann im perfekt funktionierenden „Ehe-Team“ Mitgestalter der aufwendigen Klassentreffen seiner Frau. Vor allem aber seit fast einem halben Jahrhundert mit dieser verheiratet in einer scheinbaren „Vorzeigeehe“ ist und bleibt als Mörder seiner Frau verurteilt in Brandenburg in Haft. Allerdings allein und rein im Rahmen eines Indizienprozesses. Weder hat er gestanden noch gibt es Augenzeugen der Tat. Vorweg gesagt, auch dieses sehr fundiert recherchierte Buch, auch die Gespräche der Autorin mit Heinrich Scholl selbst und ihre Begleitung des Prozesses werden eine letztgültige Antwort nicht geben. Dem Leser eine eigene Entscheidung zu diesem Fall nicht endgültig abnehmen können. Aber genauso, wie im Prozess strafrechtlich relevante Indizien zusammengetragen wurden, trägt Anja Reich die menschlichen Hintergründe zusammen und bietet ein umfassendes Bild der beiden vor allem beteiligten Persönlichkeiten und der Struktur der ehelichen Beziehung. Ein Mann, der es sich gerne zu recht redet und zu recht legt und das dann mit Vehemenz glaubt und vertritt. Eine Frau, die hochgradig kontrolliert, die alles im Griff hat und im Griff haben will, die auf jede Einzelheit bei ihren Planungen, in ihrem Leben achtet. Ein Politiker, an dem noch ganz andere Seiten kennengelernt werden können als die offensive, charmante „Außenhaut“. Eine Ehe, die Seite für Seite mehr Risse, mehr Differenzierungen erhält. In der auf gar keinen Fall alles zum Besten stand. „Scholl lacht. Er kann sich durchsetzen, auch heute noch. Das will er mit seinen Geschichten beweisen. Er ist eine Führungspersönlichkeit, auch hier im Knast“. Einer, der steif und fest darauf beharrt, den Hund zu vermissen. Aber auch der, von dem die Bekannten sagen, er hätte den Hund seiner Frau nie ausstehen können. Dennoch, „die meisten glauben ihm. Sie halten Heinrich Scholl für viel zu schlau für einen so dilettantischen Mord“. Aber würde nicht ein schlauer Mensch es genauso anfangen und durchführen, dass es ihm eben auf gar keinen Fall entsprechen würde? Oder führt doch dieser anonyme Brief über eine Affäre der Toten in irgendeine Richtung von Scholl als Täter weg hin zu einem „großen Unbekannten“? Oder gilt: „Man kann einen Mord verdrängen, sagen Psychologen, wie man andere schreckliche Dinge … verdrängen kann“? Eine sachgerechte, sehr intensive Darstellung und Auseinandersetzung mit Heinrich Scholl und seiner ermordeten Ehefrau. Eine Recherche, die den Leser nicht fühlbar in eine gewisse Richtung lenken will und doch erkennen lässt, wo die Haken an all der überzeugend vorgetragenen Rechtfertigung zu finden sein könnten. Ein ominöses Geschehen mit menschlichen Abgründen und Hintergründen, die Anja Reich ganz hervorragend herausarbeitet und zur Geltung bringt. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre über einen realen und wahren Kriminalfall.

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