Anja Schünemann , Megan Chance Das Haus der kalten Seelen

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Inhaltsangabe zu „Das Haus der kalten Seelen“ von Anja Schünemann

Der angesehene New Yorker Arzt Dr. Victor Seth ist Lucy Careltons letzte Hoffnung: Seit Jahren leidet die junge Frau an Angstzuständen. Sie erfüllt nicht ihre Rolle in den ehrgeizigen Plänen ihres Mannes, und Carelton droht ihr mit Einweisung in eine Anstalt. Doch Victors Nähe und Aufmerksamkeit lassen Lucy aufblühen, und schon bald sind beide in eine schicksalhafte Affäre verstrickt.

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  • Rezension zu "Das Haus der kalten Seelen" von Anja Schünemann

    Das Haus der kalten Seelen

    Sonoris

    30. September 2009 um 15:32

    Ich habe das Buch mit der Erwartungshaltung zu lesen begonnen, mich abermals in die wundervolle Stimmung des 19. Jahrhunderts mit seinen subtilen und zurückhaltenden Umgangsformen sowie seinen typischen Bräuchen zu begeben. Meine Erwartung wurde allerdings nicht erfüllt. Mein bislang verklärter Eindruck dieser Zeit wich mit diesem Roman einem reicheren und komplexeren Bild. Ich durfte nun auch von der Schattenseite dieser Zeit, die ich wohl bis dahin nicht wahrgenommen hatte und wohl auch nicht wollte, kosten – was bei mir allerdings einiges an Emotionen verursachte. Andersherum betrachtet hat die Autorin ein komplexes Bild mit all seinen Schattenseiten auf sehr eindringliche und anschauliche Art und Weise geschaffen, das mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann zog. Ich war sehr erschüttert, festzustellen, wie die Stellung der Frau in der amerikanischen Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts derart vorgegeben und mit entsprechend festen Erwartungen an sie gerichtet waren, dass solches Leiden für sie daraus entstehen konnte, wie es in dem vorliegenden Buch „Das Haus der kalten Seelen“ dargestellt wurde. Leid ist beispielsweise aus dem Umstand geboren, dass die Frau die Erwartungen ihres Mannes erfüllen musste, um ihn in seiner Stellung und seinem Ansehen zu stärken, allgemein um ihn glücklich zu machen; ebenso da heraus, dass Leidenschaft, zumindest in den höheren Schichten der Gesellschaft, weder beim Ausleben der geistigen noch bei den körperlichen Bedürfnissen erwünscht war. Ich kann mir vorstellen, dass manche Frauen in den höheren Schichten mit diesen Konventionen zufrieden waren oder besser mit umgehen konnten, wenn ihnen bspw. das Ausrichten von Feierlichkeiten, das Tragen von Schmuck und Kleidung ausreichte {machen wir uns da auch nichts vor, solche Damen (und Herren) gibt es auch heute noch - man blicke nur zu den Damen (und Herren) in der so genannten High Society mit den so genannten „Society Girls“ wie Paris Hilton!}. Wenn sich eine Frau jedoch damit nicht zufriedengab und sie ihre Bedürfnisse nicht ausleben durfte, wie die Hauptfigur im vorliegenden Buch, dann konnten viel Schmerz, gar psychische Erkrankungen oder Geisteskrankheiten, wie sie damals genannt wurden, entstehen. So hinterließ „Das Haus der kalten Seelen“ von Megan Chance ein ambivalentes Gefühl in mir: Einerseits war ich von der Stimmung des 19. Jahrhunderts sehr angetan, andererseits stimmten mich die erschütternden Erfahrungen der Lucille sehr nachdenklich, wofür gerade die sozialen Normen des 19. Jahrhunderts unter anderem verantwortlich waren. Dieser Roman konnte gewiss nicht meine Begeisterung für das 19. Jahrhundert zerstören, er besitzt aber so viel Ausdruck und Intensivität und wirkt dermaßen authentisch, dass ich nun mein Bild dessen leicht revidieren und ergänzen muss. Dies schon allein macht den Roman zu etwas sehr Wertvollem für mich. Ich bin mir bewusst, dass diese Erfahrungen höchst subjektiv sind und ein anderer Leser ganz anders darauf reagieren kann und bestimmt auch wird, aber es sei gesagt, dass dieser Roman mich, davon abgesehen, sehr überzeugt hat. Mit einer sehr eleganten und für die Zeit angemessenen Sprache wird eine Geschichte aus der Sicht einer jungen Frau erzählt. Dabei werden einige Themen, wie der gesellschaftliche und medizinische Umgang mit „Geistesgestörten“ und die damals aufkommende Hypnose aufgegriffen und sehr subtil in die Erzählung mit eingeflochten. Die oben erwähnte hohe Authentizität trifft nicht nur auf die Stimmung und das Wissen bezüglich der gesellschaftlichen Konventionen und der medizinischen Fakten zu, sondern gilt auch gänzlich für die mit den Erlebnissen der Charaktere einhergehenden Emotionen. „Das Haus der kalten Seelen“ von Megan Chance zähle ich neben „Die Detektivin“ und „Die Farbe von Kristall“ von Nikola Hahn somit für mich zu den beeindruckendsten, authentischsten und bestrecherchiertesten historischen Romanen, die im 19. Jahrhundert spielen.

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