Anja Tippner

Alle Bücher von Anja Tippner

Cover des Buches Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht (ISBN: 9783423127424)

Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht

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Erschienen am 01.03.2000
Cover des Buches Liebesgespräche (ISBN: 9783552051843)

Liebesgespräche

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Erschienen am 18.03.2002
Cover des Buches Liebesgespräche (ISBN: 9783423133524)

Liebesgespräche

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Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Meine ersten Lieben (ISBN: 9783423123099)

Meine ersten Lieben

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Erschienen am 01.02.1997
Cover des Buches Leben als Kunstwerk (ISBN: 9783837612110)

Leben als Kunstwerk

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Erschienen am 18.01.2011
Cover des Buches Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht (ISBN: 9783446178199)

Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht

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Erschienen am 01.02.1995
Cover des Buches Extreme Erfahrungen (ISBN: 9783865992185)

Extreme Erfahrungen

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Erschienen am 27.03.2014

Neue Rezensionen zu Anja Tippner

Cover des Buches Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht (ISBN: 9783423127424)Beagles avatar

Rezension zu "Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht" von Ivan Klima

Rezension zu "Warten auf Dunkelheit, Warten auf Licht" von Ivan Klima
Beaglevor 12 Jahren

Die „Samtene Revolution“ von 1989 – das ist das Ereignis, das Ivan Klimas Roman „Warten auf Dunkelheit – Warten auf Licht“ zugrunde liegt. Die Geschichte spielt in den Wochen davor, schildert gekonnt das Geschehen der Wende und verläuft sich danach.

Pavel Fuks arbeitet als Kameramann beim Tschechoslowakischen Staatsfernsehen. Es sind immer die gleichen Abläufe, die er zu filmen hat: Politsitzungen, Aufnahmen von Arbeitern und wenn es einmal Demonstrationen gibt, filmt er diese zwar, aber sein Material wird von den Vorgesetzten, vorbildliche Parteigenossen, geschnitten, zensiert. Wie gerne würde er seine eigenen Filme drehen, das Drehbuch verwirklichen, an dem er schon so lange schreibt. Oder zumindest wieder Tierdokumentationen machen, wie damals, als er und sein Kollege Sokol nach Mexiko reisen durften, um einen Film über Klapperschlangen zu drehen.

Auch das private Glück scheint für ihn mehr oder weniger die Ruhe vor einem herannahenden Sturm zu sein. Eva, die Frau, mit der er seit einer ganzen Weile zusammenlebt, ist nur an seiner Person, nicht aber an seinem Inneren interessiert. Für sie ist es wichtig, dass Pavel jemand ist, eine Berühmtheit vom Fernsehen, jemand, der viel Geld verdient. Und auch, wenn sie dies geschickt zu verstecken weiß, so ist sich Pavel doch stets dieses Zustandes gewiss. Seine Mutter, die in der ehemals gemeinsamen Wohnung zurückgeblieben ist, als er zu Eva zog, wird von Tag zu Tag dementer. Was wäre gewesen, wenn er damals mit seinem Freund Petr den Weg ins Ausland geschafft hätte? Wenn er dafür nicht ins Gefängnis gemusst hätte? Oder, wenn ihn seine damalige Freundin Alice nicht verlassen hätte, von der er ein Kind erwartete? Später verheiratete sie sich mit Petr, seinem Freund.

Die Geschichte wechselt immer wieder gekonnt zwischen der Realität und dem Drehbuch, das Pavel Fuks geschrieben hat. Dies ist seinem Leben allerdings so ähnlich, dass die Unterschiede oftmals verschwimmen, ohne den Leser aber zu verwirren. Einzig die sehr ähnlich gewählten Namen können ein gewisses Durcheinander anrichten. Erzählt wird dabei nicht nur von Pavel Fuks, sondern auch von dem Greis, der seit Langem das Land regiert, im Drehbuch wird er als seniler Mann beschrieben, der sich während eines Gespräches schon nicht mehr daran erinnern kann, was zu Anfang gesagt wurde und immer wieder nachfragen muss. Der Präsident sieht immer und überall seine Feinde lauern, die nur darauf warten, dass er einen Fehler macht und sie ihn stürzen können. An allen Ecken scheinen sie ihn zu bespitzeln, er sieht Schuhe unter Wandteppichen, Augen zwischen den Büchern. Mit viel Geschick wird hier auf das alte Pateisystem angespielt, vor dem anscheinend nicht einmal der Präsident selbst sicher war. Wahrscheinlich, so denkt er, werden sie ihn langsam vergiften, oder ihn einfach aus dem Verkehr ziehen, wie seine Frau. Ja, da ist er sicher, auch sie wurde beseitigt, um ihn langsam zu zermürben.

Ein tragischer Nebenheld ist Robert. Zusammen mit einem Freund hat er einen Schulbus entführt und wollte so die Ausreise erpressen. Doch der Freund hatte sich zu einer Verhandlung überreden lassen und somit hatten die Polizisten Zeit, einen Panzerwagen zu postieren, der den Bus zerschoss. Der Fahrer und der Freund kamen dabei ums Leben, Robert wurde zum Tode verurteilt, weil er angeblich den Busfahrer erschossen haben soll. Anlässlich eines Staatsbesuchs, schlug man dem Präsidenten vor, eine Begnadigung durchzuführen, was den hohen Gast mit Sicherheit beeindrucken würde. Alles ist arrangiert, doch niemand sagt Robert Bescheid, der somit in der Annahme ist, sie würden ihn zum Galgen bringen und einen fatalen Fehler begeht.

Klimas brillante Art zu schreiben, gepaart mir dem geschichtlichen Hintergrund, geben dem Buch einen zündenden Elan, es liest sich spannend, wie ein Politthriller. Geschickt wird das Leben von Pavel Fuks beschrieben, an dessen Beispiel die Wirren der damaligen Zeit nicht spurlos vorübergehen. Der Wechsel zwischen Realität und Fiktion ist derartig vollkommen, dass man sich unweigerlich fragen muss, ob die Dinge, die im Drehbuch stehen, von Pavel nur ausgedacht sind. Einerseits wird die offizielle (was zu Zeiten der Tschechoslowakei erlaubt war) und andererseits die inoffizielle Wahrheit (so, wie es sich jeder dachte, aber niemand zu sagen gewagt hat) erzählt. Was Klima damit ausdrücken will, ist genau diese Wende, die sich 1989 vollzog.

In Deutschland ist Ivan Klima allerdings ein noch immer nicht vollends entdeckter Autor. Wenn man von den Tschechen spricht, so steht er meist im Schatten seiner modernen Kollegen Kundera und Hrabal. Doch an Einfallsreichtum und Ironie fehlt es ihm keinesfalls, ebenso wenig an erzählerischem Können, was er gerade mit „Warten auf Dunkelheit – Warten auf Licht“ besonders bewiesen hat.

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Cover des Buches Meine ersten Lieben (ISBN: 9783423123099)Beagles avatar

Rezension zu "Meine ersten Lieben" von Ivan Klima

Rezension zu "Meine ersten Lieben" von Ivan Klima
Beaglevor 13 Jahren

Geschichten voller Hoffnung und Melancholie, Ivan Klima erzählt von seinen ersten Lieben zur Zeit im KZ und danach. Von Liebe zu älteren oder unerreichbaren Frauen, von Liebe von Frauen, die ihn nicht erreichen können. Es sind keine Erzählungen, die mit einem Happy End enden, aber voller Sehnsucht und dem Wunsch, geliebt zu werden. Fantasievoll und in Klimas einzigartigem Stil geschrieben.

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Cover des Buches Liebesgespräche (ISBN: 9783423133524)Beagles avatar

Rezension zu "Liebesgespräche" von Ivan Klima

Rezension zu "Liebesgespräche" von Ivan Klima
Beaglevor 13 Jahren

Gespräche und Geschichten über die Liebe – ob es nun eine neu entstandene Liebe ist, oder eine, die längst vergangen ist. Ivan Klima erzählt mit viel sprachlicher Ausgeglichenheit von Menschen, denen etwas fehlt, die sich nach Liebe sehnen, die nicht zu lieben verstehen, die betrügen oder treu sind. Und über das Vergänngliche.
Allesamt sehr gut geschriebene Erzählungen über die Liebe und auch den Tod, gestaltet mit sehr viel Fantasie und Liebe fürs Detail. Allesamt spielen kurz nach der „samtenen Revolution“ in Tschechien – der damaligen Tschechoslowakei. Und so erzählt Klima nicht nur von der Liebe, sondern auch von den Hoffnungen der Leute nach der Wende, von ihrem Leben, das sich neu gestaltet, wie sie an dem vergangenen festhalten.
Auch, wenn wir über die Liebe nichts Neues erfahren, alle Geschichten sind wohl in irgendeiner Form schon mal erzählt worden, so sind sie doch äußerst gelungen verfasst und veranlassen uns zum Träumen.

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