Anka Muhlstein Die Gefahren der Ehe

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Inhaltsangabe zu „Die Gefahren der Ehe“ von Anka Muhlstein

Elisabeth I. herrscht als Königin über England, Maria Stuart über Schottland. Sie sind Cousinen, aber alles trennt diese Frauen: ihre Religion - die eine ist Protestantin, die andere katholisch -, ihre Vergangenheit, ihre Ambitionen, ihre politischen Ansichten und besonders ihr privates Leben. Trotzdem sind beide mit demselben Problem konfrontiert: sich zu verheiraten und ihrem Land einen Erben zu hinterlassen. Elisabeth, die Frau der politischen Macht, zieht es vor, sich keinem Mann unterzuordnen, und heiratet nicht. Maria Stuart hingegen geht drei Ehen ein. Ihr Leben wird zu einem düsteren Kapitel der Weltgeschichte, bestimmt von Liebe, Haß und Intrigen. Ihre verzweifelte Flucht nach England endet auf dem Schafott. §Anka Muhlstein erzählt auf der Grundlage genauer Recherchen detailliert und spannend das Leben dieser außergewöhnlichen Frauen mit ihren entgegengesetzten und dennoch untrennbar verbundenen Schicksalen, das Leben zweier Frauen an der Macht, die gefordert sind, zwischen Liebe und Pflicht zu wählen.

wirklich tolles buch, ich wusste vorher wirklich kaum etwas über elisabeth und maria stuart und fand es sehr interessant..

— Clarisse

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  • „In meinem Ende ist mein Anbeginn.“

    Maria Stuart

    Kopf-Kino

    16. June 2017 um 08:31

    „Maria Stuart ist nicht zur Ruhe und nicht für Glück geboren.“ Mary Steward, 8. Dezember 1542 – 18. Februar 1587, Tochter des Königs Jakob V. von Schottland und dessen zweiten Ehefrau Marie de Guise, wurde bereits, als sie lediglich sechs Tage alt war, Königin von Schottland und kam aufgrund der – sowohl politisch als auch religiös - turbulenten Zeiten nach Frankreich, um dort am Hofe Heinrichs II. aufzuwachsen und dessen erstgeborenen Sohn Franz zu ehelichen. Mit 17 Jahre wurde sie zum ersten Mal Witwe, das zweite Mal mit 25. Die zweite Hälfte ihres kurzen Lebens war vom Konflikt mit Königin Elisabeth I. geprägt. Wie kopflos die Rivalität der zwei Regentinnen endete, dürfte bekannt sein. „Jetzt kann wie eine Axt das Urteil niederfahren.“ Dass Maria Stuart bis heute als eine der bekanntesten Monarchinnen gilt, ist nicht nur dem Umstand des tödlich endenden Präzedenzfalls, sondern auch der Legendenbildung und vor allem Marias Gegenwärtigkeit in Literatur, Theater, Musik und Film zu verdanken. Letzteres nicht zu Unrecht, da Marias Leben und Tod zu Genüge dramatischen Stoff bietet, um festgehalten und künstlerisch adaptiert zu werden. Auch Stefan Zweig ließ sich dazu hinreißen. „[...] es gibt vielleicht keine Frau, die in so abweichender Form gezeichnet worden wäre, bald als Mörderin, bald als Märtyrerin, bald als törichte Intrigantin, bald als himmlische Heilige. Allein diese Verschiedenheit ihres Bildes ist merkwürdigerweise nicht verschuldet durch Mangel an überliefertem Material, sondern durch eine verwirrende Überfülle.“ Bevor ich zu dieser Biographie griff, las ich Anka Muhlsteins 'Die Gefahren der Ehe – Elisabeth von England und Maria Stuart' (welches ich an dieser Stelle empfehlen möchte), die unter anderem Zweig vorwirft, er habe voreingenommen, zu Gunsten Marias geschrieben. Nach Beendigung der Zweig-Lektüre möchte ich dem widersprechen. Zwar ist erkennbar, dass Zweig Maria eine gewisse Bewunderung bezüglich deren Bildung und Energie entgegenkommen lässt, kritisiert ihr Verhalten aber auch mehrmals. Er zeichnet Maria als eine mutige, leidenschaftliche, aber auch unbesonnene, leichtgläubige, sowie impulsive Frau, der in der Kindheit alles zuflog, die ihre späteren Leidenschaften auslebte, Fehler beginn und schließlich - angesichts der nahen Hinrichtung - zum ersten Mal überlegt handelte. Der Unterschied zu Muhlsteins und Zweigs Werk sehe ich eher darin, dass Zweig die Unterschiede, Muhlstein die Gemeinsamkeiten der zwei Frauen herausgearbeitet hat. Diese zwei Bücher miteinander zu vergleichen, ist unter diesem Gesichtspunkt sehr reizvoll, wie ich finde, aber das nur am Rande. Zu bemängeln habe ich eher das aufgezeigte Frauenbild, da Zweig persönliche und taktische Fehler auf die „weiblichen Schwächen“ zurückführt, was ich entweder dem damaligen Zeitgeist oder dem Chauvinismus zuordne, was aber letztlich lediglich eine Spekulation meinerseits wäre. Gelungen finde ich, dass Zweig weder Maria noch Elisabeth schwarz-weiß malt und beiden Regentinnen Stärken und Schwächen, aber auch Widersprüchlichkeit (leider widerspricht sich Zweig einmal selbst) zuschreibt. Welche Quellen Zweig heranzog, ist in meiner Ausgabe leider nicht ersichtlich – schade! Herauszulesen ist jedoch, dass Zweig Briefe sichtete, da er diese oftmals zitiert. Anhand der eingefügten Gedichte bekommt der Leser Einblicke in Marias lyrisches Schaffen, was ich sehr begrüßte. Zu meinem Leidwesen sind nicht alle Gedichte (überwiegend Sonette) ins Deutsche übersetzt: Maria schrieb französisch. Auch andere Textstellen beziehungsweise Zitate sind oftmals lediglich in der französischen Originalsprache zu lesen. Hier hätte ich mir spätestens vom Herausgeber eine Übersetzung beziehungsweise Anmerkung gewünscht. Die Deutung beispielsweise von Elisabeth als jungfräuliche Königin mag mittlerweile gewiss anders sein, da der Stand der Psychologie heute eine andere ist. Dass Zweig ein Kind seiner Zeit war, ist besonders dann bemerkbar, wenn manche Deutungen an Freud erinnern. Dennoch möchte ich Zweig zugute halten, wie tief er Maria durchleuchtet und somit ein genaues Profil erstellt, indem er aus den Fakten (überwiegend) sachliche Schlüsse zieht und somit ein Ganzes schafft. Hierbei führt er manchmal auch Vergleich aus der Literatur heran. „Nie oder nur ganz selten ist uns ein Bekenntnis überliefert worden, in dem der geistige, der seelische Überreizungszustand inmitten eines Verbrechens so vollkommen enthüllt ist – nein, kein Buchanan und kein Maitland, keiner dieser bloß klugen Köpfe hätte mit seiner Bildung und Gescheitheit so magisch genau den halluzinierten Monolog eines verstörten Herzens ersinnen können, die schaurige Situation der Frau, die mitten in ihrer Tat keine andere Rettung vor ihrem Gewissen weiß, als daß sie an ihren Geliebten schreibt und schreibt, um sich zu verlieren, zu vergessen, zu entschuldigen und zu erklären, die in dies Schreiben flüchtet, um nicht in die Stille ihr Herz so rasend in der Brust hämmern zu hören. Abermals muß man unwillkürlich an Lady Macbeth denken, wie sie gleichfalls im losen Nachtgewande schaudernd im Dunkel des Schlosses umherirrt, belagert und bedrängt von grauenhaften Gedanken, und in erschütterndem Monolog ihre Tat somnambulisch verrät. Nur ein Shakespeare, nur ein Dostojewskij kann so dichten und ihr erhabenster Meister: die Wirklichkeit.“ Zur Übersichtlichkeit werden - nach der Einleitung - die in der Biographie vorkommende Personen aufgelistet. Nun, Zweig war Schriftsteller, sodass es nicht verwundert, dieses Kapitel unter der Überschrift „dramatis personae“ vorzufinden. Der Biographie ist definitiv anzumerken, dass Zweig weder Wissenschaftler noch Journalist, sondern Künstler war. Ein Literat wie Zweig wird - trotz Recherche - vermutlich mehr von den dramatischen, großen Momenten eines Menschenlebens (wie in diesem Buch deutlich) angezogen, was zur theatralischen Darstellung geführt haben mag, was mich aber nicht störte. Des Weiteren möchte ich Zweig anrechnen, dass er auch Mut zur Lücke beweist, indem er anmerkt, wenn sich ihm Lücken auftun: „Alle diese Möglichkeiten sind denkbar und sogar sie alle zugleich – viele Gefühle mengen sich ja immer in einem einzigen Entschluß -, keine kann man mit Entschiedenheit behaupten oder verneinen. Denn hier, da der Weg bereits in die verschattete Unterwelt des Herzens hinabzuführen beginnt, brennen die historischen Lichter trüber: vorsichtig und nur auf Vermutungen gestützt, kann man sich weitertasten in diesem Labyrinth.“ Meiner Meinung nach ist Zweig eine lebendige Biographie in ausgefeilter und bildhafter Sprache gelungen, die sich flüssig und angesichts der Dramatik, Intrigen und Machtkämpfe atemlos lesen lässt. Nicht jedem mag Zweigs – zugegeben recht „blumigen“ - Schreibstil zusagen; in meinen Augen ist Zweig auch in diesem Werk ein Sprachkünstler mit Ausdruck und Eleganz, der Geschichte verständlich und dennoch niveauvoll erlebbar macht. Letztlich muss sich jeder selbst eine eigenes Bild davon machen. „Abermals hat sich das Blatt zugunsten der Mutigen gewendet, alle Gefährdungen scheinen überstanden und alle Schwierigkeiten auf das wunderbarste gelöst. Noch einmal hat sich das Gewölk, das von Anbeginn tragisch über Maria Stuarts Schicksal hing, gnädig verzogen; aber den Verwegenen macht überstandene Gefahr niemals weiser, sondern immer nur noch tollkühner.“ Summa summarum finde ich die Biographie lesenswert, sofern man Zweigs Schreibstil mag. In meinen Augen ist sie von den Werken, die ich von Zweig bislang las, das schwächste. Dennoch konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand und musste es ab einem gewissen Punkt in einem Rutsch zu Ende lesen. Außerdem erfuhr ich einiges über Maria Stuart, was mir vor der Lektüre nicht bewusst war. Ich fand das Buch großartig geschrieben; für mich ist Zweig immer wieder ein Genuss: ein Mann der großen Worte und der leisen Zwischentöne. Angesichts meiner Kritikpunkte vergebe ich gute 3,5 Sterne. Meine Rezension bezieht sich auf die Ausgabe der SZ-Bibliothek, Band 57.

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  • „Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt“

    Die Gefahren der Ehe

    Kopf-Kino

    05. February 2017 um 16:20

    Unterschiedlicher hätten die zwei Cousinen Elisabeth I. (1533 - 1603), Königin von England, und Maria Stuart (1542 - 1587), Königin von Schottland, kaum sein können. Obgleich sie beide der direkten Tudor-Linie entstammten, trennte sie einiges: ihre Religion – die eine war Protestantin, die andere Katholikin -, ihre Ansichten, Ambitionen, Charaktereigenschaften und vor allem ihr privates Leben. Dennoch kreuzten sich ihre Wege, was einen weitreichenden Präzedenzfall zur Folge hatte. Bereits der Titel lässt erahnen, dass das Thema Ehe, mit dem sich beide Regentinnen auf unterschiedliche Art und Weise konfrontiert sahen, hintergründig als roter Faden dient. Anka Muhlstein gelang meiner Meinung nach eine lebendige Doppelbiographie, in der sie die Gegenüberstellung zweier Rivalinnen anhand der Unterschiede und Gemeinsamkeiten verständlich darstellt und somit die gesellschaftliche Position adliger Frauen zu jener Zeit gut durchleuchtet. Bereits den Einstieg fand ich gelungen, da hier in Kürze die Rosenkriege und das Leben Heinrichs VIII zusammengefasst werden. Danach konzentriert sich die Autorin zunächst einmal auf Elisabeth und berichtet von deren Kindheits- und Jugendjahren bis zur Krönung, um sich anschließend Maria Stuarts Lebensweg zu widmen. Ist der Anfang noch chronologisch gehalten, springen dann die Zeitgeschehnisse ein wenig hin und her, um auf die bereits erwähnten Gegenüberstellungen zu sprechen zu kommen und dann wieder chronologisch zu erfolgen. Unübersichtlich wird es hierbei an keinster Stelle, wie ich finde. Aufgrund der guten Leserlichkeit konnte ich der Autorin jederzeit durch die verworrenen Intrigen, die um beiden Frauen gesponnen wurden, folgen. Besonders gut gefiel mir, dass Muhlstein sich beiden Persönlichkeiten eher faktisch und weitgehend neutral nähert, ohne jedoch deren geschichtsträchtigen „Glanz“ zu trüben. Die Autorin erwähnt die Meinungen anderer Historiker, was ich positiv hervorheben möchte, da sie dem Leser somit genügend Raum für eigene Interpretationen zulässt. Ihre Schlüsse wiederum zieht die Autorin aus dem Gesamtkontext und erläutert gekonnt mögliche Zusammenhänge einzelner Begebenheiten, wie beispielsweise in dieser Textstelle: „Der Brief wirkt erschütternd, denn die im allgemeinen so regelmäßige Schrift Elisabeths sieht unsicher aus, und die zahlreichen, bei ihr so ungewöhnlichen Grammatikfehler beweisen, von welcher Erregung und Angst sie erfaßt war.“ Psychologisches Feingefühl beweist Muhlstein vor allem dann, wenn es um das „Hauptthema“ geht. Besonders um Elisabeths Weigerung, eine Ehe zu schließen, rankten sich zeitlebens viele Interpretationen, die die Autorin allesamt zu Wort kommen lässt. Muhlsteins Schlussfolgerung geht davon aus, dass Elisabeth sich weder auf emotionaler noch auf geistiger Ebene beherrschen lassen wollte und somit bewies, dass Autorität keinem Geschlechterunterschied unterliegen muss. Während Maria Stuart über Jahrhunderte bevorzugt als schillernde Person  und Elisabeth als „Monster“ dargestellt wurde, sieht Muhlstein in Elisabeth eine kühle Taktikerin, die ihr Handeln stets in Einklang mit den Interessen ihres Landes zu vereinen versuchte. Besonders interessant finde ich, wie Muhlstein im Nachwort erklärt, wie es beispielsweise zur Verehrung Marias kam. Hingegen dazu entmystifiziert sie Maria Stuart quasi und schreibt über diese unter anderem: „Sie wollte als Märtyrerin der katholischen Religion sterben. Das war die klügste Tat einer Königin, der aller politischer Verstand fehlte.“ Obgleich der gewählte Schreibton keinesfalls überschwänglich daherkommt, findet die Autorin stellenweise ergreifende Worte und wählt ab und an gute und eindringliche Bilder, die dem Ganzen eine angenehm erzählende Note verleihen. Die Befürchtung, dass Biographien und geschichtliche Darstellungen „staubig“ verfasst seien, kann hiermit wunderbar widerlegt werden. „Nun mußte sie den Kelch der bitteren und absoluten Einsamkeit des Herrschers bis zur Neige auskosten und mit ihrer Gewissenslast, ihren Gefühlen und der unvermeidlichen Grausamkeit ihres Vorgehens fertig werden.“ Die gekennzeichneten Quellen und Randnotizen sprechen für eine geleistete Recherchearbeit; die eingearbeitete Zitate aus Briefen, die u.a. etwas modernisiert übersetzt wurden, da diese - laut Autorin – teilweise in einem allzu archaischen Französisch verfasst seien, fügen sich gut ein. Ein Personenregister, ein paar Bilder und eine übersichtliche Chronologie sowie ein (verkürzter) Stammbaum runden das Gesamtbild stimmig ab. Anlass zu Kritik gibt mir der inkonsequenter Umgang mit Namen: Während einige Name ins Deutsche übertragen, wie beispielsweise 'Anne Boleyn' in 'Anna Boleyn' (warum?), oder deren Spitznamen geändert wurden (Katherine Champernowne wird hier „Kate“ statt „Kat“ gerufen usw.), blieb anderen Personen der gebürtige Name samt Anrede (u.a. Lady Bryan) erhalten. Mich störte dieses Hin und Her, aber das mag vielleicht eine Frage des Geschmacks sein. Schade fand ich außerdem, dass in diesem Buch nicht näher auf die literarischen Aktivitäten der zwei Frauen eingegangen wurde, was mich besonders interessiert hätte. Das eine oder andere erwähnte Sonett bot die Chance, dem nachzugehen – dafür wurden jedoch anderen, in meinen Augen eher weniger interessanten Details den Vorrang gegeben. In der Hinsicht war ich etwas enttäuscht. Zusammenfassend kann ich dieses Buch jedem historisch Interessierten, der einen ersten Einblick in das Leben beider Frauen sucht, empfehlen. Ich zumindest las es gerne.

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  • Rezension zu "Die Gefahren der Ehe" von Anka Muhlstein

    Die Gefahren der Ehe

    ChiefC

    09. October 2007 um 14:22

    Maria Stuart, das leidenschaftliche Vollweib, Elisabeth, das gefühlskalte Mannweib. Die weit verbreiteteten Klischees, denen die beiden Herrscherinnen, deren Schicksal so eng verflochten war, vor allem in Deutschland immer noch unterliegen, haben nicht zuletzt etwas mit Schillers Drama "Maria Stuart" zu tun. Doch im ganzen 18. und 19. Jahrhundert war Elisabeth Männern UND Frauen nicht geheuer, auch nicht in England, während Maria von einem romantischen Mythos verklärt wurde. Die Zeitgenossen der beiden Königinnen sahen das anders - zu Recht, wie Anka Muhlstein in ihrem hervorragenden Buch klar macht. Sie ist nicht die Erste, die Maria und Elisabeth historisch gerecht wird, aber ihre Herangehensweise ist die bis dato originellste: ihr Vergleich der beiden Frauen in bezug auf "Die Gefahren der Ehe". Maria gab ihren Emotionen hemmungslos nach und ging zwei katastrophale Ehen ein (die erste zählt nicht), Elisabeth hatte sehr wohl auch Gefühle für Männer, ließ sich aber von diesen niemals beherrschen. Eine Ehe hätte bedeutet, ihre Macht zu teilen und zu gefährden - siehe Maria. Muhlstein führt klar und knapp vor Augen, wie unterschiedlich der Lebensweg dieser beiden Frauen verlief. Selbst Kenner ihrer Geschichte werden in ihrem Buch neue Aspekte finden, die Muhlstein ohne zu detailverliebten Ballast präsentiert, wie er in historischen Kompendien oft zu finden ist. Während in der Vergangenheit vor allem männliche Autoren Elisabeth oft in schlechtem Licht darstellten, ihre Fraulichkeit leugneten, während sie ihr gleichzeitig negative, "weibische" Eigenschaften zuschrieben, stellt Muhlstein beide Frauen fair dar. Dennoch gelangt man aus historischer Sicht zu dem Schluss: Elisabeth, die der Hinrichtung Marias übrigens alles andere als kaltblütig und erst nach langem Zaudern zustimmte, hatte gute politische Gründe dafür, ihre Rivalin, die sie in ihrem eigenen Land ständig bedrohte, aus dem Weg zu räumen. "Und so schwankt, von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, sein Charakterbild in der Geschichte." So schreibt Schiller über Wallenstein. Er hätte es auch über Elisabeth sagen können, zu deren negativem Image er einiges beigetragen hat. Muhlstein gehört zu denen, die diese faszinierende Frau rehabilitiert haben.

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