Anka Nesch Taube Wände: Psychothriller (Karin Rinke verstrickt in Ermittlungen)

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Inhaltsangabe zu „Taube Wände: Psychothriller (Karin Rinke verstrickt in Ermittlungen)“ von Anka Nesch

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  • Kein Thriller, aber ein beklemmender und trauriger Roman - sehr nah an der Realität

    Taube Wände: Psychothriller (Karin Rinke verstrickt in Ermittlungen)

    Ritja

    10. April 2016 um 16:59

    Es ist kein Buch für Leser mit zarten Nerven. Es ist aber auch, aus meiner Sicht, kein Psychothriller. Aber es ist ein Buch, was man so schnell nicht vergisst. Ich konnte es nicht am Stück lesen, musste es immer wieder weglegen und darüber nachdenken.    Es wird eine Geschichte erzählt, die unter die Haut geht und dort erstmal bleibt. Das Gelesene wühlt auf und schafft Unbehagen, öffnet aber auch die Augen für die schrecklichen Seiten im Leben. Oft habe ich mich gefragt, wie kann ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun? Wie tief sitzt hier der eigene Schmerz, dass man das Leiden des Anderen ausblenden und ihn so quälen kann?    Die verschiedenen Perspektiven geben dem Leser die Möglichkeit, die Geschichte von allen Seiten zu erfahren. Dies sorgt jedoch auch für mehr Beklemmung, wenn man direkt von der  Verzweiflung und der Ohnmacht der Eltern, den traurigen Geschwistern und der geschockten Umwelt erfährt. Es kommen immer mehr Details zum Vorschein, die einem erschaudern lassen. Man erfährt von dem traurigen und schockierendem Leben des Psychopathen (was seine Handlungen nicht entschuldigt). Was er erlebt und erlernt, gibt er im Erwachsenenalter weiter. Das Schockierende daran ist, dass es keine Fantasystory oder SF-Geschichte ist, denn jeder hat bereits in den Nachrichten von grausam behandelten Kindern gehört und gesehen. Hier erhält man einen kleinen Einblick in die Psyche eines Mannes, der zum Psychopathen erzogen wurden ist.   Und die Polizei? Sie ist machtlos und wirkt überfordert. Und genau hier klemmt für mich die Geschichte etwas. Ich dachte die Polizistin Karin Rinke hat eine wichtigere Rolle in dieser Geschichte. Jedoch fällt sie nur wegen ihrer Affäre mit dem verheirateten Kollegen auf. Die sehr detaillierten Sexszenen fand ich nicht passend und überflüssig. Sie wirkten deplatziert in dieser Geschichte. Ich konnte auch keine Sympathien für die beiden Polizisten aufbauen und war schon bald von ihnen genervt. Vielleicht, weil man weiß, dass es einen Jungen gibt, der Hilfe braucht und sie tun nichts als ihr nächstes Schäferstündchen zu planen. Zwar wendet die Autorin am Ende noch mal das Blatt, aber aus meiner Sicht zu spät. Deshalb war es für mich auch kein Thriller, denn in denen spielen die Ermittler in der Regel eine bedeutendere/tragendere Rolle. Für mich war es Roman über eine sehr beklemmende, traurige und schockierende Seite in unserer Gesellschaft. Es war interessant hinter die Fassade zu blicken und man hatte den Eindruck die Autorin kennt sich gut mit diesem Thema aus. Manchmal fast ein bißchen zu gut, denn dann wurden die Handlungen/Szenen fast wie in einem Medizinbuch und weniger wie in einem Roman beschrieben.  Den Begriff "Thriller" finde ich irreführend, aber "Psycho" passt sehr gut. Mich hat die Geschichte erstmal sprachlos und bewegt zurückgelassen. Sie ist jedem zu empfehlen, der den Blick über den Tellerrrand hinaus wagen will (auch wenn es schmerzhaft wird).

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