Anke Bär

 4.8 Sterne bei 8 Bewertungen
Autorin von Wilhelms Reise, Kirschendiebe und weiteren Büchern.
Anke Bär

Lebenslauf von Anke Bär

Das deutsche Allroundtalent: Die Illustratorin, freie Autorin, Diplom Kulturwissenschaftlerin und Trainerin, Anke Bär, wurde 1977 in Erlangen geboren und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Bremen. An der Universität Hildesheim hat sie Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis studiert. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit und Lehrtätigkeit ist sie seit 2009 als Autorin und Illustratorin tätig. Schon während ihres Studium hat sie ihr vielseitiges Talent bewiesen, da sie sich auch für Theater für und mit Kindern beschäftigt hat. Die Arbeit mit Menschen, vor allem jungen Menschen führt sie auch weiterhin fort, indem sie Workshops und Schulkooperationen macht. Ihre beiden Prosa-Sachbilderbücher "Wilhelms Reise" und "Endres, der Kaufmannssohn" wurden für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Alle Bücher von Anke Bär

Wilhelms Reise

Wilhelms Reise

 (4)
Erschienen am 23.01.2012
Endres, der Kaufmannssohn

Endres, der Kaufmannssohn

 (2)
Erschienen am 23.06.2014
Kirschendiebe

Kirschendiebe

 (2)
Erschienen am 29.01.2018

Neue Rezensionen zu Anke Bär

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Rezension zu "Kirschendiebe" von Anke Bär

Mischung aus einer historischen Geschichte und auch eine Art Sachbuch über die Nachkriegszeit
Buchraettinvor 9 Monaten

Ein Forsthaus. Hier lebt Lotte mit ihrer Familie. Die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit nach dem 2. Weltkrieg. Der Vater war Kriegsgefangener, der Onkel ist gefallen und die Tante lebt mit ihren Kindern auch im Forsthaus. Auch die Großeltern leben hier, ebenso wie viele Tiere und andere Menschen.
Eine Zeit ohne Fernsehen, z.T. ohne Strom, eine Dorfschule mit nur 2 Klassenzimmern, vom Spielen in der Natur und Lebensmittelzuteilungen. Dinge, die Kinder heute nicht kennen und ich denke, es vermittelt Geschichte hautnah und informativ, wie lebten die Menschen damals? Wie verlief eine Kindheit in den Nachkriegsjahren?
Es ist nicht wie im Geschichtsunterricht in der Schule, Fakten lernen, sondern es ist lebendig und weckt Neugier an dem Leben damals. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Kinder dazu einlädt die Großeltern und Eltern zu fragen, wie war es, als du klein warst.
Vorn zu Beginn des Buches findet sich eine tolle Übersicht in Form eines Inhaltsverzeichnisses. Daran an schließt sich ein Personenverzeichnis, das hat mir auch sehr gut gefallen. Das Buch unterteilt sich in verschiedene Kapitel und das erste Kapitel stellt nun die Personen ein wenig vor, wer mit dem verwandt ist, warum die Kinder und ihre Familien im Forsthaus leben und hier findet sich auch eine Übersichtszeichnung des Dorfes mit den Häusern.
Die einzelnen Kapitel, die immer eine kleine Geschichte erzählen, sind auch mit tollen kleinen Zeichnungen aufgelockert.
Es wird hier in Romanform die Geschichte der Kinder erzählt. Eine Kindheit in einem Forsthaus nach dem Krieg. Spielen in der Natur, Bücher entdecken, aber auch die beginnende Pubertät bei den Mädchen sind Themen in diesem Buch. Ich würde es so ab ca. 12 Jahren empfehlen.
Es liest sich unterhaltsam und auch spannend, es ist gelebte Geschichte, an der der Leser teilhaben kann und Geschichte, die toll und unterhaltsam vermittelt wird. Auch für erwachsene Leser kann es eine Art Zeitreise zurück in die Kindheit sein.
Hin und wieder gibt es auch kleine Textbausteine in den einzelnen Kapiteln, die dann z.B. auch Details zu zweiten Weltkrieg erzählen, oder z.B. über den Suchdienst nach Vermissten vom Deutschen Roten Kreuz oder auch die Gründung der beiden damaligen deutschen Staaten nach dem Krieg.
Das Buch wird abgerundet durch ein Nachwort. Die Autorin berichtet über ihre Recherchearbeit zu diesem Buch, ein wenig über ihr Privatleben, ihre Familie und sie spricht die Leser direkt an, doch eigene Geschichten aufzuschreiben. Geschichten aus dem eigenen Leben, oder die Großeltern zu bitten, ihnen von früher zu erzählen.
Es schließt sich eine Doppelseite mit den Ereignissen der Nachkriegszeit an. Es folgt eine Übersicht über Museen, sowie Buchtipps. Und besonders toll sind die nun folgenden Fotoseiten. Altes Kinderspielzeug, alte Bücher, Schulmaterialien, Fotos von damals, Briefe, Geldscheine.
Das Buch ist für mich eine Mischung aus einer historischen Geschichte und auch ein informatives Sachbuch über die Nachkriegszeit.
Es inspiriert den Leser sich mit der Geschichte auseinander zu setzen, sich selbst auf eine Reise in der eigenen Familiengeschichte zu begeben, sich zu unterhalten mit Verwandten oder einfach auch mal eine Reise auf den Dachboden zu unternehmen und in den alten Dingen zu kramen.

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W

Rezension zu "Endres, der Kaufmannssohn" von Anke Bär

Ein wirklich empfehlenswertes Sachbilderbuch
WinfriedStanzickvor 4 Jahren


 

Vor zwei Jahren überzeugte Anke Bär mit ihrem Buch „Wilhelms Reise“, einem außergewöhnlichen Sachbilderbuch für Kinder ab etwa 8 Jahren. Dort  schilderte sie  am Beispiel des deutschen Jungen Wilhelm eine Auswanderergeschichte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wilhelm wird 1857 in einem kleinen Dorf im Spessart geboren. Damals weiß er noch nichts von seinem Schicksal und auch nichts davon, dass er später der Ururgroßvater von Anke Bär werden sollte. Sie spürt mit diesem Buch nicht nur ihrer eigenen Familiengeschichte nach, sondern versteht es hervorragend, die Lebenswelt der Menschen, die nach Amerika auswanderten, um dort ihr Glück zu versuchen, einzufangen und, mit vielen wichtigen sozialgeschichtlichen Informationen angereichert, zu beschreiben.


Das Buch war ein spannendes und lehrreiches Sachbilderbuch über das Schicksal von armen deutschen Auswanderern im 19. Jahrhundert, durchaus geeignet, den jungen Lesern einen Eindruck zu vermitteln von den Leiden und den Hoffnungen dieser Menschen. „Vielleicht können sie nach seiner Lektüre auch vorsichtig Parallelen ziehen zum Schicksal der Menschen, die gegenwärtig auf dieser Welt in großer Zahl ihr Land verlassen, um anderswo ein besseres Leben zu finden,“ so schrieb ich vor zwei Jahren in meiner Rezension.

 

Nun hat sie wieder ein ähnliches Buch geschrieben mit dem sie ihre jungen, an Geschichte interessierten Leser in die Zeit des Mittelalters führt, in die Welt der Hanse und der Kaufleute und „vom Leben in einer mittelalterlichen Hansestadt“ erzählt.  Protagonist ist wieder ein junger Mann. Es geht um das Leben des jungen Kaufmannssohns Endres, der zu Anfang des Buches gerne mit seinem Freund Jos  am Lübecker Hafen das Treiben beobachtet.

 

Wie auch Wilhelm im ersten Buch macht er sich irgendwann auf eine große Reise in das ferne Riga, um dort bei seinem Onkel in die Lehre zu gehen.

Mit viel Quellenstudium im Rücken, in das sie ihre Leser auch einführt , um ihnen die Freude an historischem Forschen zu vermitteln, erzählt Anke Bär eine spannende Geschichte und transportiert dabei unendlich viele sozialgeschichtliche und kulturgeschichtliche Informationen über die Hansezeit.  Die fantasievollen, an mittelalterliche Buchmalerei angelehnten Illustrationen tun dazu ihr Übriges.

 

Ein wirklich empfehlenswertes Sachbilderbuch.

 

 

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W

Rezension zu "Wilhelms Reise" von Anke Bär

Rezension zu "Wilhelms Reise" von Anke Bär
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Dieses außergewöhnliche Sachbilderbuch für Kinder ab etwa 8 Jahren schildert am Beispiel des deutschen Jungen Wilhelm eine Auswanderergeschichte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wilhelm wird 1857 in einem kleinen Dorf im Spessart geboren. Damals weiß er noch nichts von seinem Schicksal und auch nichts davon, dass er später der Ururgroßvater von Anke Bär werden sollte. Sie spürt mit diesem Buch nicht nur ihrer eigenen Familiengeschichte nach, sondern versteht es hervorragend, die Lebenswelt der Menschen, die nach Amerika auswanderten, um dort ihr Glück zu versuchen, einzufangen und, mit vielen wichtigen sozialgeschichtlichen Informationen angereichert, zu beschreiben.

15 Jahre ist Wilhelm alt, als eines Tages ein Amerikawerber in die kleinen Dörfer im Spessart kommt. Er ringt seinem Vater die Erlaubnis ab, auswandern zu dürfen und die Armenkasse des Ortes unterstützt ihn und zahlreiche andere Arme dabei die Überfahrt zu finanzieren.

Und dann geht Wilhelm 1872 in Bremerhaven an Bord der „Columbia“. Er führt ein Skizzenbuch bei sich, das er beim Abschied von seinem Meister in der Schnitzschule im Spessart geschenkt bekam. Er trägt nun alle Beobachtungen und Erlebnisse in dieses Buch ein.

Anke Bär hat nicht nur in ihren Familienannalen recherchiert, sondern auch zahlreiche andere Auswandererschicksale studiert und insbesondere im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven wertvolles Material gefunden.

Herausgekommen ist ein spannendes und lehrreiches Sachbilderbuch über das Schicksal von armen deutschen Auswanderern im 19. Jahrhundert, das durchaus geeignet ist, den jungen Lesern einen Eindruck zu vermitteln von den Leiden und den Hoffnungen dieser Menschen. Vielleicht können sie nach seiner Lektüre auch vorsichtig Parallelen ziehen zum Schicksal der Menschen, die gegenwärtig auf dieser Welt in großer Zahl ihr Land verlassen, um anderswo ein besseres Leben zu finden.

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