Anke Kaminsky

 3.4 Sterne bei 7 Bewertungen

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Cover des Buches Rotten Roads: Zerbrechliche Fassade (ISBN:9781794222021)

Rotten Roads: Zerbrechliche Fassade

 (7)
Erschienen am 18.01.2019

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Rezension zu "Rotten Roads: Zerbrechliche Fassade" von Anke Kaminsky

Viel Potential aber leider zu oft nicht genutzt
_Dark_Rose_vor 2 Tagen

Die Welt wie wir sie kennen liegt buchstäblich in Trümmern. Regelmäßige, schwere Erdbeben haben alles zerstört. Phönix Grove ist die einzige Stadt, die noch steht, oder besser, die wieder steht. Schwingungsfähige Materialien verhindern, dass die Stadt erneut zerstört wird und hohe Mauern beschützen ihre Bewohner, denn die privilegierten Einwohner haben viele Feinde.

Eryn lebt in Phönix Grove, doch nun ist ihr Vater in den Wäldern außerhalb verschwunden und sie will ihn um jeden Preis finden, also schleicht sie sich zusammen mit ihrem besten Freund hinaus und macht sich auf die Suche, nicht ahnend, dass sich ihre Sicht der Welt für immer verändern wird.

 

Mir gefiel der Anfang sehr gut. Die Idee mit der durch Erdbeben zerstörten Welt und nur eine Stadt existiert noch, weil sie sich angepasst hat. Die im Wald lauernden Feinde haben mich in Verbindung mit den Mauern der Stadt an den Hadrians Wall und die Römer bzw. Kelten erinnert. Dazu passt auch der Begriff der Heathens für die grausamen Feinde – Heiden, so wie auch die Kelten genannt wurden, da sie keine Christen waren. 

Die Handlung selbst wies für mich vor allem ganz am Anfang einige Ähnlichkeiten mit Rick Yanceys „Die fünfte Welle“ auf, nur, dass es hier nicht um Außerirdische geht und Eryn nicht ganz allein loszieht, wie Cassie, die Protagonistin in Yanceys Roman. Diese Ähnlichkeiten verlieren sich aber mit fortschreitender Handlung.

 

Ich fand Eryn zwar sympathisch, doch für 24 hätte ich sie niemals eingeschätzt. Ihr Verhalten passt für mich eher zu einer 16-jährigen. Die Idee allein mit ihrem besten Freund in den gefährlichen Wald zu gehen, in dem es immer wieder zu Todesfällen kommt, ist für mich zu leichtsinnig und extrem naiv. Ja, sie möchte ihren Vater finden, aber wenn sie tot ist, hat er auch nichts mehr davon. Eryn und Mack wirken auf mich wie typische (klischeehafte) Teenager. Sie verhalten sich meiner Meinung nach immer wieder irrational und manchmal sogar ziemlich dämlich. Ja, sie sind in Phönix Grove wahrscheinlich sehr behütet aufgewachsen, aber sie leben in einer postapokalyptischen Welt, daher hätte ich erwachsenere Charaktere erwartet. Stattdessen gehen sie auch mit den Waldbewohnern sehr naiv um und können es zum Beispiel gar nicht fassen, dass jemand sie bestiehlt und das Argument, dass sie das zum Überleben brauchen nicht zieht, da der Dieb das ebenfalls zum Überleben braucht und eben zuerst an sich denkt – wie die beiden ja auch. Auch reagiert Eryn oftmals schockiert und stereotyp mädchenhaft, indem sie ausrastet, als ihr jemand die Haare abschneidet – um sie zu retten wohlgemerkt. Wäre Eryn etwas weniger Teenie, sondern mehr 24-jährige junge Erwachsene gewesen, hätte ich mich besser mit ihr identifizieren können. So habe ich regelmäßig die Augen über sie verdreht und oft den Kopf geschüttelt.

 

Was mich direkt von Beginn an gestört hat, war die Tatsache, dass Eryn und ihr späterer Begleiter Isko immer wieder mal als „die Rothaarige“ und „der Braunhaarige“, manchmal auch „der Dunkelhaarige“ oder „Lockenkopf“ bezeichnet wurden. Mack war dafür dann der „Blonde“ Das ist mir bislang noch nie untergekommen und ich habe wirklich viele Bücher gelesen. Leider hat mich das immer wieder rausgeschmissen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Autorin so zu vermeiden versucht hat andauernd die beiden Namen zu wiederholen, was ja durchaus Sinn macht, aber die Alternative ist mir leider immer wieder negativ aufgefallen. 

Ebenso, wie die manchmal recht umständliche Satzstellung, wie zum Beispiel, „wenn Mack und ich zurück in die Stadt kehren“ (S. 39), statt „wenn Mack und ich in die Stadt zurückkehren“. 

 

Die Handlung an sich fand ich nicht schlecht, auch wenn sie mich nicht zu hundert Prozent gepackt hat. Für mich gab es zu viele Wiederholungen (Faustkämpfe, k.o. schlagen, wieder kämpfen, wieder k.o. schlagen).

Die Grundidee gefiel mir sehr gut mit der von Erdbeben zerstörten Welt, aber der Stil mit den Haarfarbennennungen, statt der Namen machte es mir leider nicht unbedingt leicht.

 

Ein paar Worte noch zur Buchgestaltung: Das Cover gefällt mir ganz gut, vor allem aber die Gestaltung des Buches an sich. Sowohl das Cover als auch der Buchrücken und die Rückseite sind nicht glatt, sondern auf eine Art bearbeitet, dass sie sich ganz seltsam „streichelig“ abfühlen – mir fällt leider kein passenderer Begriff ein. Die Schriftgröße und das Schriftbild als Ganzes gefallen mir auch sehr gut. Das Buch lässt sich dadurch gut lesen, wenn auch die Schriftart etwas ungewöhnlich ist, aber keinesfalls störend.

 

Fazit: Die Grundidee, die der Dystopie zu Grunde liegt, gefiel mir sehr gut. Die Idee zur Handlung an sich fand ich auch sehr interessant, aber leider waren mir Eryn und Mack zu Teenie, vor allem Eryn fand ich ziemlich überzogen. Sie soll 24 Jahre alt sein und benimmt sich bestenfalls wie 16. Zudem stellen sich die Charaktere oft etwas doof an, aber gut, es kann ja auch nicht jeder jede Falle durchschauen.

Was mich aber so richtig genervt hat, war, die Charaktere mit ihren Haarfarben zu betiteln. Das hat mich wirklich extrem gestört. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so quer geht aber leider hat mich das jedes Mal aus dem Fluss geworfen.

Wie gesagt, die Idee fand ich sehr gut, aber die gute Idee allein reicht für mich leider nicht. Ich kann dem Buch leider nur 2,5 Sterne geben. Dort, wo ich keine halben Sterne vergeben kann, muss ich leider auf 2 Sterne abrunden.

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F

Rezension zu "Rotten Roads: Zerbrechliche Fassade" von Anke Kaminsky

Richtig spannend und fesselnd
Fabelhafte_Buecherweltvor 2 Monaten

Obwohlich mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat, klang der Klappentext interessant und ich wollte das Buch lesen. Die Autorin hat eine furchtbare und katastrophale Welt erschaffen, in der die Menschen täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. In gewisser Weise hat mich die grobe Story an eine sehr bekannte und beliebte Zombie-Serie erinnert. Aber es geht um etwas ganz anderes. Erdbeben, die in den letzten ca 140 Jahren die Erde immer wieder durchrütteln und alles zerstören. Eine Stadt aus schwingungsfähigem Material, eine junge Frau, die gemeinsam mit ihrem besten Freund ihren Vater sucht und sich in ein gefährliches Abenteuer stürzt und brutale, blutrünstige Gruppierungen, die im Nationalpark leben.


Eryn war mir sofort sympathisch. Auch wenn ich ihre Reaktion durchaus verstehen und nachvollziehen konnte, wirkte sie trotzdem manchmal naiv und zu freundlich. Sie stürzt sich von einer gefährlichen Situation in die nächste und ist fassungslos über die Brutalität des Lebens außerhalb der sicheren Stadt. Mack ist ein toller Freund und tut alles für Eryn. Aber auch er ist des öfteren überfordert und schockiert.

Die anderen Charaktere wie Dee, Fisko, Bryce Ramsi usw wurden toll beschrieben. Interessant fand ich vor allem die Hintergrundinformation und wie ihr Leben früher war. Denn Schicksalsschläge haben alle erlitten. So konnte ich auch die Entwicklungen der einzelnen Personen nachvollziehen.

Lediglich mit dem Schreibstil hatte ich anfangs meine Probleme. Durch den allwissenden Erzähler und den ständigen Wechsel der Personen wurde der Spannungsbogen manchmal gebremst, da man meist sofort alles erfuhr. Es kam zwar immer wieder zu überraschenden Wendungen, aber sie wurden immer sofort von allem Beteiligten erklärt. Außerdem hat die Autorin versucht Wortwiederholungen mit allen möglichen Beschreibungen zu vermeiden. Grundsätzlich finde ich das zwar echt toll, klingt nur manchmal etwas komisch. Beispielsweise würden oft die Haare bzw Haarfarven verwendet. Beispiele: Der Blonde, die Rothaarige, die Blondine, der Wuschelkopf,…

Fazit
Die Geschichte ist wirklich toll und vor allem die zweite Hälfte ist einfach fantastisch! Nur mit dem Schreibstil musste ich mich erst anfreunden.

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Rezension zu "Rotten Roads: Zerbrechliche Fassade" von Anke Kaminsky

Es hätte so gut werden können
Emmas_Bookhousevor 4 Monaten

Rotten Roads – Anke Kaminsky
Zerbrechliche Fassade
Verlag: Independently published
Taschenbuch: 14,97 €
Ebooks: 4,50 €
ISBN: 9781794222021
Erscheinungsdatum: 18. Januar 2019
Genre: Dystopie
Seiten: 296
Inhalt:
Die Strukturen der Neuzeit wurden durch regelmäßige Erdbeben zerstört. Nur noch Phoenix Grove, eine Stadt aus schwingungsfähigem Metall, erinnert an die alten Zeiten. Hinter den sicheren Mauern, verschwenden die zivilen Bürger keinen Gedanken an die Welt außerhalb. Erst als Eryn ihren verschollenen Vater in den Wäldern sucht, bekommt sie einen Einblick in die Gefahren, die dort lauern. Sie trifft auf Isko, der ihre Sicht auf Phoenix Grove für immer verändert.
Mein Fazit:
Zum Cover:
Das Cover finde ich total ansprechen, naja ich liebe Blau, vielleicht war das auch ein Grund warum ich das Buch lesen wollte. Es passt auch gut zur Geschichte.
Zum Buch:
Eryn begibt sich mit ihren besten Freund auf die Suche nach ihrem verschwundenen Vater, allerdings stolpern sie von einer misslichen Lage in die Nächste und es entpuppt sich als gefährlich die Mauern von Phönix Grove zu verlassen.
Der Schreibstil ist recht schwierig, da die Autorin hier nicht die Namen benutzt sondern immer von der Rothaarigen oder dem Brünetten spricht, dass empfand ich persönlich als sehr nervig. Trotzdem baut sie hier Spannung auf, denn die Abenteuer, die sie erleben, gehen nicht immer glimpflich aus.
Die Protagonisten sind gut erzählt und dargestellt und ich fühlte richtig mit Eryn mit, denn es gibt nichts schlimmeres, als wenn der Vater vermisst wird. Die sorge die sie um ihn hat, wird realistisch rübergebracht. Aber auch die anderen kommen hier gut weg. Fast alle mochte ich, naja Ausnahmen gibt es ja immer.
Die bildliche Darstellung war auch gut und ich konnte mich in Eryn gut hineinversetzen. Manches wurde sehr detailliert geschrieben und anderes wiederum nur kurz angerissen.
Die Geschichte ist rasant geschrieben und ich denke, das ein oder andere kam dabei zu kurz. Wobei die Idee zur Geschichte mir wirklich gut gefallen hat und ich gerne mehr darüber gelesen hätte, aber wer weiß vielleicht schreibt die Autorin ja noch einen weiteren Band, allerdings sollte sie dann darauf verzichten, die Protagonisten bei ihren Haaren zu nennen, den es schmälerte das Buch gewaltig. Mir war das zu anstrengend.
Ob sie am Ende ihren Vater findet und ob sie zurück nach Phönix Grove geht, dass müsst ihr schon selbst herausfinden. Wenn euch dieses Haarige Problem nicht stört, kann ich es für Fans von Dystopien nur empfehlen.
Ich gebe hier 3 von 5 Sternen, weil mich das extrem im Lesefluss störte, aber die Geschichte an sich ist toll.
Ich bedanke mich bei Anke Kaminsky für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und vielleicht kommt ja noch ein zweiter Band.

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