Rezension zu "Meister der Zeit II: Die Gesellin (German Edition)" von Ann-Merit Blum
Julia_Kathrin_MatosDieser Band 2 ist atmosphärisch düsterer und damit weniger romantisch und leichtfüßig gehalten als Band 1. Es gibt mehr Szenen, die betroffen machen (Lebensumstände von Leona, Krankenhaus-Szene), viel Misstrauen ist spürbar. Die Lage spitzt sich zu und alle Protagonisten sind sozusagen in der harten Realität angekommen. Hauptschauplatz ist diesmal Frankfurt am Main im Jahr 1863.
Schade, dass die erfrischenden Interaktionen zwischen Leona und Sebastian, die mich im Band 1 amüsierten, hier ausbleiben. Auch hatte ich beim Kauf erwartet, es gäbe nur 2 Bände und Leonas Aufarbeitung ihres Gefühlslebens, speziell der Zwiespalt zwischen zwei Männern, würde sich entscheidend weiterentwickeln. Zwar traut sich Sebastian zum Ende hin mal, etwas von seinen Gefühlen preiszugeben. Wie Leona hiermit umgeht und wie sie über Alexander denkt, bleibt aber offen. Ich nehme an und hoffe, dass dies im Band 3 noch intensiv thematisiert wird.
Hier steht jedenfalls die Magie um die Uhren, Leonas Meisterlehre bei Josef und der strategische, verbale und körperliche Kampf zwischen Gut (Meister Fabrizius, Josef, Leona und Anhang mit einigen neuen Figuren) und Böse (Meister Michaelis) im Mittelpunkt. Vielleicht lässt sich ja im Band 3 noch ein Einblick in die Innenwelt des Meisters Michaelis nehmen? - Mir würde es gefallen, allein schon, damit nicht zu sehr das Schwarz-Weiß-Denken bedient wird.
Vermittelte Lehren und Philosophisches sind erneut ein Pluspunkt.
Da ich im Band 1 Humor, Stimmung und die Einführung interessanter Figuren mochte und mir für Band 2 mehr charakterliche und emotionale Weiterentwicklung versprochen hatte, für mich nicht so stark wie Band 1. Eine etwas komplexere Weltanschauung (mehr über Historie und Gesellschaft), tiefgründigere Hauptfiguren und mehr Überraschungen hätten mir erneut gefallen. Klammert man aus, dass dieses Szenario in größerem Kontext betrachtet nicht funktionieren würde (Einfluss der Uhren auf Lebens- und Jungerhaltung), habe ich mich wieder gut kurzweilig unterhalten gefühlt.
Ich bitte, an der Rechtschreibung Korrekturen vorzunehmen und die Formatierung anzupassen. Die Absätze innerhalb von Szenen sind zu zahlreich, demgegenüber lassen sich Szenenwechsel kaum erkennen. Da dies den Lesefluss stört, wäre es unfair, keinen Stern abzuziehen. Ich hoffe aber, dass Ann-Merit Blum Zeit findet, eine fehlerfreiere Fassung hochzuladen. Danach bin ich gern bereit, auf vier Sterne hochzustufen.












