Sizilianisches Blut

von Ann Baiano 
3,8 Sterne bei20 Bewertungen
Sizilianisches Blut
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Gundo57s avatar

Spannend, hintergründig, historisch und gut zu lesen!

Wedmas avatar

Konnte mich gar nicht mitreißen. Zu gewöhnlich, zu durchschaubar, alles insg. zu 08/15.

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Inhaltsangabe zu "Sizilianisches Blut"

Ende August, graue Wolken verdunkeln den Himmel Palermos. In der drückenden Schwüle erfährt der Reporter Luca Santangelo von der Ermordung seiner Ex-Freundin, der Ballett-Tänzerin Laura. Schockiert macht er sich daran, die Hintergründe des Verbrechens herauszufinden. Zumal Lauras neuer Geliebter in den Fall verwickelt scheint: Manfredi Guarnieri, Baron von Montevago, der als Teil der sizilianischen feinen Gesellschaft und ihrer Vetternwirtschaft für all das steht, was Luca verabscheut. Die Spur führt in ein dichtes Geflecht von Betrügereien, Eifersucht und Gier – und tief in die faszinierende Vergangenheit der Insel, zu einem lang vergessenen Mord in den Olivenhainen eines adeligen Gutes ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442482337
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:15.05.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.07.2017 bei Audio Media Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Wedmas avatar
    Wedmavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Konnte mich gar nicht mitreißen. Zu gewöhnlich, zu durchschaubar, alles insg. zu 08/15.
    Zu viele Klischees, zu wenig Spannung.

    „Sizilianisches Blut. Luca Santangelo ermittelt“ war leider nicht so atmosphärisch, spannend und urig, wie ich es mir erhofft habe. Lucas Ex-Freundin Laura, die schöne Tänzerin, ist tot, mit mehreren Messerstichen im Bauch, in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Luca ist erschüttert und versucht zu ermitteln, wer sie umgebracht hat und warum. Seine Ermittlungen führen ihn zum vor kurzem aktuellen Lover von Laura, Manfredi Guarnieri, Baron von Montevago. Je weiter Luca ermittelt, desto mehr Steine werden ihm in den Weg gelegt. Er verliert seinen Job als Reporter bei der lokalen Zeitung, sein Sohn wird entführt, er selbst verprügelt, etc. Volles Programm.

    Und in etwa hier fangen meine „Probleme“ mit diesem Roman an. So etwas hat man schon woanders zig Mal gelesen. Hier Einschüchterungsversuche, da korrupte Funktionäre. Luca läuft von An nach B, stellt sich mitunter nicht gerade schlau an. Die Handlung plätschert dahin.

    Der Aufbau erinnert eher an seichte Frauenromane. Ein Handlungsstrang fängt in 1929 an und führt bis in die Gegenwart. Da wird die Familiengeschichte der Montevagos und von den Dorfbewohnern erzählt: Welche Sitten damals herrschten, was wichtig war, etc. Der andere, abwechselnd dazu, erzählt Lucas Bemühungen, den Mörder seiner Ex-Freundin zu finden. Gerade der historische Strang ist noch halbwegs interessant, wobei so etwas in der Art schon öfter woanders gelesen. Die Vergangenheit nimmt auch viel Raum ein. Lucas Strang ist dagegen sehr blass, wie er selbst übrigens. Er ist zu 08/15,  um nur einen Roman zu tragen, geschweige denn von einer ganzen Reihe. Auch mit anderen Figuren konnte ich nicht viel anfangen. Ich bekam einfach keinen Zugang dazu. Vllt weil vieles bloß behauptet wurde. Viel weniger gezeigt.

    Ab der Mitte, nachdem die Person auftritt, wird klar, wer der Mörder ist. Und man wartet bloß, wie dies dem Leser übermittelt wird. Die Handlung zieht sich. Man ist nicht müde, das Buch aus der Hand zu legen.

    Es ist Teil 2 mit Luca Santangelo. Teil 1 habe ich, wie es sich herausgestellt hat, als Hörbuch gehabt. „Sizilianische Rache“ war eindeutig gehaltvoller und stärker, aber nur dadurch, dass dort im historischen Strang weniger bekannte Realien der damaligen Zeit, insb. die Matanza, der Tunfischfang und Verwicklungen drum herum, dem Leser präsentiert hat, wobei sich die grundliegenden Fehler in beiden Teilen wiederholen. Mir gefiel nicht, wie die Geschichten erzählt wurden. Zu viel behauptet, insb. über die Figuren und ihre Vorgeschichten. Sie haben kaum die Chance, selbst zu agieren und eine Beziehung zum Leser aufzubauen. Auch der Ausdruck hat mich hier und dort aus dem Lesefluss befördert. Wird hier Neudeutsch geschaffen?, ging mir durch den Kopf, bloß nicht mit amerikanischem, mit sizilianischem Anschlag. Paar Tippfehler waren auch dabei.

    Gern hätte ich mehr Sterne vergeben, leider hat mir dieser Roman nicht viele Gründe hierfür geliefert. Ich lese gerne in Reihen, aber hier war mein letzter Versuch, mit Luca warm zu werden. Zu viele Klischees, zu wenig Spannung. Zu 08/15 Hauptfigur. Drei Sterne mit viel Wohlwollen.

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    Krimines avatar
    Kriminevor einem Jahr
    Eine fesselnde Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart

    An einem heißen Augusttag erfährt der Journalist Luca Santangelo, dass seine einstige Freundin Laura Di Fiore ermordet worden ist. Ein Schock, den er nur schwer verwinden kann. Denn noch immer hegt Luca tiefer gehende Gefühle für sie, obwohl Laura kurz nach ihrer Trennung die heimliche Geliebte des Baron von Motevago geworden ist. Grund genug für ihn die Vermutung anzustellen, dass der einflussreiche Frauenheld hinter dem perfiden Verbrechen steckt. Doch anstatt ihn an den Pranger zu stellen, wird ein junger Tunesier des Mordes angeklagt und Luca Santangelo hat alle Hände voll zu tun, um den wahren Täter zu finden.

    „Sizilianisches Blut“ ist der erste Fall für den sizilianischen Journalisten Luca Santangelo, der ihm nicht nur emotional schwer zu schaffen macht, sondern der auch gleichzeitig dafür sorgt, dass Luca wegen eines Artikels über den angeblichen Mörder seiner Freundin Laura gefeuert wird. Doch mit scheinheiligem Getue und korrupter Vetternwirtschaft konnte er noch nie umgehen und deshalb ist Luca sogar ein wenig froh, der Zensur seines Chefs für immer entkommen zu sein. Eine Figur, die mitten aus dem Leben entsprungen ist und die Sympathie des Lesers schnell erringen kann.

    Neben den Ermittlungen zu einem feige verübten Mord werden in einem zweiten Handlungsstrang die Ereignisse im Mai 1929 auf einem adeligen Gut in der sizilianischen Provinz Agrigent erzählt. Hier wird eine junge Frau zum Spielball familiärer Intrigen und kämpft verzweifelt um ein wenig Glück. Dass ihr Lebensweg Auswirkungen bis in die Gegenwart hat, kann sich der Leser zwar denken, doch wie ihr Schicksal mit dem einer jungen Balletttänzerin in Palermo zusammenhängt, stellt sich erst sehr spät heraus. Bis dahin aber gelingt es Ann Baiano mit ihrer bildlichen Sprache eine Atmosphäre aufzubauen, die wunderbar authentisch ist und einen passenden Rahmen für einen von familiären Rivalitäten geprägten Kriminalfall bietet.

    Fazit:
    „Sizilianisches Blut“ ist ein ruhiger Kriminalroman, der mit einer fesselnden Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart Spannung aufbaut und mit einer vielschichtigen Handlung, lebendigen Figuren und einer unnachahmlichen Atmosphäre überzeugt.


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    La_Stellinas avatar
    La_Stellinavor 2 Jahren
    Vergangenheit & Gegenwart hängen zusammen, nur wie?

    Bei "Sizilianisches Blut" handelt es sich um den ersten Fall den der italienische Reporter Luca Santangelo aufzuklären versucht. Nachdem seine Ex-Freundin Laura, eine Tänzerin, gewaltsam in ihrer Wohnung zu Tode gekommen ist, hat er schnell einen Verdächtigen gefunden. Doch durch seine Anschuldigungen verliert er seine Anstellung bei der italienischen Zeitung. Dies hält ihn aber nicht davon ab weiter auf eigene Faust zu ermitteln.


    Einige Kapitel erzählen eine Geschichte in der Vergangenheit. Auf den ersten Blick ist nicht klar zu erkennen, wie diese mit der Haupthandlung zusammenhängt. Nach ca. einem Drittel erkennt der/die Leser/in aber dann den Zusammenhang. Ich empfand diese Kapitel zum Teil etwas spannender als die Haupthandlung, da man einiges über politische Hintergründe und den Krieg in Italien erfährt. 

    In den letzten Kapiteln kommen beide Erzählstränge zusammen und die Geschichte wird relativ schnell aufgelöst. Die Auflösung war für mich leider keine große Überraschung mehr, da ich erahnen konnte wer Laura getötet hat und aus welchem Motiv. 

    Ich empfand das Buch als eine nette Lektüre für zwischendurch. Trotz zum Teil etwas flacher Handlung hat es mich gut unterhalten. 
    Da ich Band 2 bereits zu Hause habe, werde ich auch diesen noch lesen. Möglicherweise erfährt man in diesem Band mehr über den Reporter und seinen Charakter.

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    Jisbons avatar
    Jisbonvor 2 Jahren
    Fast schon eine Familiengeschichte...

    "Sizilianisches Blut" ist der erste Fall um Luca Santangelo, einen Reporter. Er untersucht den Tod seiner Exfreundin, da er der einzige ist, der nicht an die offizielle Erklärung der Polizei glaubt - er verbeißt sich geradezu in der Suche nach dem wahren Mörder. Von Anfang an verfolgt er dabei eine ganz bestimmte Spur... kurz gesagt: er ist befangen und ist bereit, alles zu riskieren, um die Wahrheit herauszufinden.
    Diese Prämisse hat mir gut gefallen. Ich mochte die Idee von einem Reporter, der auf eigene Faust Ermittlungen anstellt, weil er ein persönliches Interesse an dem Fall hat und der sich dann immer mehr in verschiedene Spuren verstrickt. Außerdem fand ich es realistisch, dass er sich auf den naheliegendsten Verdächtigen gestürzt hat und nicht gewillt war, eine für ihn nicht passende Geschichte zu akzeptieren. Auch die Geschichte hat sich gut entwickelt. Luca wurde mit Vetternwirtschaft und Korruption konfrontiert, dazu gab es Vertuschungen. Es war offensichtlich, dass jemand den Fall abgeschlossen haben wollte... und als Leser fragte man sich, warum. Wodurch wurde der Mord an einer Tänzerin so brisant? War es ihr einflussreicher Geliebter? Oder ein mysteriöser Unbekannter? Fest stand, dass jemand ein großes Interesse hatte, alles in Vergessenheit geraten zu lassen und dass er sich nicht scheute, alle Mittel einzusetzen, um sein Ziel zu erreichen. Die Autorin kritisiert hier ein ungerechtes System und dieser Aspekt der Handlung hat mir gut gefallen.

    Ebenfalls interessant waren die Kapitel, die in der Vergangenheit spielten (1929 bis 1968). Zunächst war nicht ersichtlich, worin der Zusammenhang zur Mordermittlung besteht, doch nach einem Drittel des Buches wurde es klar. Dadurch haben sich sehr interessante neue Möglichkeiten ergeben, die Geschichte zu erzählen, doch ich hatte das Gefühl, dass die Autorin das Potential nicht wirklich ausgeschöpft hat. Für mich persönlich waren die Kapitel in der Vergangenheit aus offensichtlichen Gründen interessanter als die Hauptgeschichte; der Krieg spielt eine Rolle und auch politische Hintergründe, wie die Aufspaltung in Faschisten und Kommunisten, haben dafür gesorgt, dass die Handlung real und in die damalige Zeit eingebettet wirkt. Ich muss aber auch sagen, dass diese Kapitel zu viel Raum bekommen haben. Sie liefern uns schließlich das Motiv für den Mord und am Ende laufen beide Handlungsstränge zusammen, aber dennoch wäre diese Form der Darstellung nicht nötig gewesen. Gerade in den letzten Kapiteln war alles ein wenig verworren.
    Da es auch in der Gegenwart einige Kapitel gibt, die sich (scheinbar) mit anderen Ereignissen beschäftigen, wirkt das Buch lange nicht wirklich wie ein Krimi und Lauras Tod scheint eine eher geringe Priorität zu haben, da die Ermittlungen zu großen Teilen im Hintergrund ablaufen und es sehr viele Nebenschauplätze gibt. Zwar wird später alles verbunden, aber trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass Lucas Ermittlungen mehr Raum eingenommen hätten. Der Fall an sich war nicht wirklich interessant und es war mir fast egal, wer nun der Mörder war.
    Die Auflösung war nicht sonderlich überraschend, für mich allerdings ein wenig enttäuschend. Sie ergibt Sinn und passt zum Rest der Geschichte, doch sie war irgendwie... flach - vielleicht, weil es wohl eine große Überraschung sein sollte, für mich aber nicht war.
    Enttäuschend war auch, dass Santangelo mehrmals Konsequenzen für Menschen, die ihm etwas bedeuten, angedroht wurden, doch letztendlich ist hier nichts von Bedeutung passiert. So wirkte es, als sei der Täter nur halbherzig motiviert, ihn von seiner Suche abzuhalten und das passt nicht wirklich zu den Anstrengungen, die er unternommen hat, um den Fall als abgeschlossen einstufen zu lassen.

    Ein weiteres Problem war, dass der Protagonist irgendwie blass bleibt. Es werden einige Charakterschwächen genannt (hauptsächlich dadurch, dass er Vorwürfe seiner Ex aufzählt), doch gute Eigenschaften kann ich ehrlich gesagt nicht wirklich nennen. Das heißt nicht, dass Santangelo ein unausstehlicher Mensch ist - im Gegenteil scheint er ein sympathischer Zeitgenosse zu sein, obwohl er verschroben und schrecklich stur ist, aber da die Geschichte sich auf verschiedene Handlungsstränge konzentriert, konnte ich keine wirkliche Bindung zu ihm aufbauen. Seine Beharrlichkeit bei der Arbeit an dem Fall ist für mich schwierig zu beurteilen... einerseits finde ich, dass er fast schon obsessiv ist, was nicht gerade gut ist, andererseits ist es positiv, dass er sich so sehr für die Wahrheit einsetzt, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen. Deshalb würde ich für Band zwei gerne sehen, wie er einen Fall untersucht, zu dem er keine persönliche Bedeutung hat und wie er damit umgehen würde.


    Fazit
    Trotz aller Kritik ist "Sizilianisches Blut" kein schlechtes Buch. Die verschiedenen Handlungsstränge sind durchaus interessant, aber die Gewichtung stimmt in meinen Augen nicht - der Fall und die eigentlichen Ermittlungen hätten mehr im Vordergrund stehen müssen; stellenweise ist das Buch nicht wirklich ein Krimi, sondern fast schon eine Familiengeschichte. Auch der Protagonist hätte eine größere Rolle spielen können; so ist er ein bisschen blass geblieben. Allerdings ist das Buch gut geschrieben und gerade die Hintergründe der Geschichte wurden sorgfältig ausgearbeitet.
    Band 2 der Reihe werde ich vermutlich noch lesen, um zu sehen, wie Santangelo mit einem Fall umgeht, in den er nicht persönlich involviert ist.

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    walli007s avatar
    walli007vor 3 Jahren
    Vetternwirtschaft

    Mit der Karriere des Journalisten Luca Santangelo geht es bergab. Eines Tages erfährt er, dass seine Ex-Freundin Laura ermordet wurde. Ein Tunesier, der mit gestohlenen Gegenständen erwischt wurde, wird verhaftet. Der Fall scheint klar und damit abgeschlossen. Luca kann das nicht glauben, Laura hat ihm kurz vor ihrem Tod eine SMS geschickt. Luca beginnt Nachforschungen anzustellen, er will Klarheit schaffen und einen Artikel schreiben. Zunächst rennt Luca gegen Wände, Manfredi, Lauras Verlobter, verwahrt sich gegen die Nachfragen. Und Luca verliert seinen Job. Dann wird auch noch sein Sohn Diego verschleppt. Gute Gründe, die Sache ruhen zu lassen.


    Luca Santangelo würde sich selbst untreu werden, wollte er nicht genau wissen, wieso Laura umgebracht wurde. Er bohrt nach und tritt damit Leuten auf die Füße, denen man in Sizilien nicht auf die Füße treten sollte. Gegen die herrschenden Strukturen kommt er erstmal nicht an. Zwar wird einiges deutlicher als Mariolena, Lauras Großmutter, beginnt, ihre Geschichte zu erzählen.

    Diese beginnt schon Anfang des 20sten Jahrhunderts mit einer unglücklichen Ehe und einer glücklichen Liebschaft, der jedoch kein Happyend beschieden war.


    Ein hartnäckiger investigativer Journalist, der nicht immer alle Fäden sicher in der Hand hält. Manchmal werden ihm Steine in den Weg geworfen, manchmal bekommt er Hilfe von unerwarteter Seite. Über das Ende seiner Beziehung zu Laura ist er wohl noch nicht ganz hinweg. Umso intensiver verbeißt er sich in den Fall. Damit fördert er einige überraschende Dinge zutage. Doch interessanter fast ist Mariolenas Leben, das doch mit allem verbunden ist. Parallel entwickeln sich beide Handlungsstränge fort bis sie schließlich an dem erklärenden Treffpunkt zusammenfinden. 


    Eine kluge und interessante Idee vermochte hier zwar zu unterhalten, aber leider nicht wirklich zu packen. Dennoch ist vorstellbar, dass Luca Santangelo Potential entwickeln kann.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Luca Santangelos erster Fall hat mich nicht gänzlich überzeugt.
    Wer steckt hinter Lauras Tod?

    Inhalt:

    Die Tänzerin Laura wird ermordet aufgefunden. Der Tat dringend verdächtig, ist ein tunesischer Flüchtling – drogensüchtig und der italienischen Sprache kaum mächtig.
    Doch dem Freund der Toten, dem Journalisten Luca Santangelo, kommt die schnelle Aufklärung des Falles verdächtig vor. Er beginnt im Umfeld der Toten zu ermitteln. Was er da zutage fördert, bringt sein eigenes Leben und das seines Sohnes in Gefahr.
    Er sticht in ein Wespennest aus Korruption, Betrug und längst vergangen geglaubten Familiengeheimnisse.

    Wird der wahre Mörder Lauras gefasst werden?

    Spannung/Erzählstil:

    Die eigentliche Krimihandlung finde ich jetzt nicht so rasend spannend. Viel besser hat mir die Familiengeschichte der Fürstenfamilie gefallen. Dass es auch in Sizilien abseits der Mafia-Clans feudale Herrschaftsverhältnisse gibt (?) und gab, wird manchmal vergessen.

    Die Art zu Schreiben erinnert ein wenig an einen „Erzähler“, der distanziert viele Details den Lesern nahebringt, aber niemals wirklich in der Geschichte zu Hause ist.

    Charaktere:

    Leider bin ich mit den einzelnen Figuren nicht wirklich warm geworden. SIe sind für mich noch nicht griffig genug

    Fazit:

    Ann Baiano ist das Pseudonym einer abwechselnd in Deutschland und Sizilien lebenden Schriftstellerin.
    Die guten Kenntnisse der sizilianischen Geschichte weisen darauf hin.
    Ob Luca Santangelo wirklich Potenzial für eine ganze Krimi-Reihe hat, muss sich erst zeigen.

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    sweetyentes avatar
    sweetyentevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Krimi, der die Atmosphäre Siziliens prima einfängt!
    Gelungener Auftakt für eine neue Reihe

    Bisher habe ich nicht allzu viele Krimis gelesen, doch Cover und Klappentext haben mich sofort angesprochen - also wurde es gekauft und schnell gelesen.

    Das Buch erzählt eigentlich zwei Geschichten, die am Ende natürlich zusammen führen. Gerade das fand ich sehr spannend, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Die Krimi-Handlung ist sehr spannend und lange Zeit hat man keine Ahnung, wer wirklich der Mörder ist. Auch den historischeren Teil fand ich sehr gelungen, da man hier noch einige Details über Sizilien erfährt, die einem sonst verborgen geblieben wären.

    Alles in allem ist dies ein gelungener Auftakt für die Serie um Luca Santangelo - ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

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    Sternenstaubfees avatar
    Sternenstaubfeevor 3 Jahren
    Bella Italia!?

    Sizilien: Der Reporter Luca Santangelo ist bestürzt, als er von dem Mord an seiner Ex-Freundin Laura erfährt! Laura hatte sich vor einem halben Jahr von Luca getrennt und war dann die Geliebte von Manfredi Guarnieri geworden, dem Baron von Montevago. Warum musste Laura nun sterben? Die Polizei stellt nur halbherzige Ermittlungen an, und bald wir ein Verdächtiger festgenommen. Luca ist nicht von dessen Schuld überzeugt und ermittelt auf eigene Faust weiter.

    Mein Leseeindruck:

    Der Kriminalroman spielt in Italien, genauer gesagt auf Sizilien, was an sich schon sehr reizvoll ist. Man spürt auch auf fast jeder Seite, dass man sich literarisch gesehen in Italien befindet. Es sind viele italienische Begriffe und Namen in die Geschichte eingewoben.

    Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, und da es ihr Debütroman ist, ist es um so beeindruckender, dass sie bereits so einen flüssigen Schreibstil hat. Auch die Erzählweise hat mir sehr gefallen, denn die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Der Haupterzählstrang findet in der Gegenwart statt und handelt natürlich vom Mord an Laura bzw. von der Ermittlungsarbeit von Luca Santangelo. Doch der Leser wird auch immer wieder zurückgeführt in die Vergangenheit (ab 1929). So baut sich bald ein Bild auf, und man kann die Geschichten miteinander verknüpfen, bis sich dann am Ende alles zusammenfügt. Das hat mir sehr gut gefallen.

    Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings auch, denn für einen Kriminalroman hat es mir etwas an Spannung gefehlt. Ich kann nicht sagen, woran es gelegen hat, denn die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, ebenso wie der Schreibstil. Aber die Spannung hätte ein wenig höher sein können - meiner persönlichen Meinung nach.

    Trotzdem kann ich "Sizilianisches Blut" durchaus empfehlen; es ist ein gutes Buch und ein guter Auftakt zu einer neuen Krimireihe.

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    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: durchaus gelungenes Debüt...
    Lucas erster Fall...

    Bisher habe ich so gut wie keinen Krimi gelesen, in dem die Ermittlungen durch eine Privatperson stattfanden, weshalb mich dieser Krimi neugierig gemacht hat. Und eine kleine Reise nach Italien zu unternehmen, ist ja auch nicht schlecht.

    Die Autorin entführt uns auf die Insel Sizilien, genauer gesagt nach Palermo. Hier muss der Journalist Luca Santangelo miterleben, wie seine Exfreundin Opfer eines Verbrechens wird. Wer hat Laura getötet? Als die Polizei den Fall nicht richtig ernst nimmt, beginnt Luca selbst zu ermitteln und gerät in einen Strudel krimineller Machenschaften'

    Luca ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, dessen Leben nicht immer einfach verlief. Die Trennung von Laura hat er bisher noch gar nicht verarbeiten können und ihr Tod bedrückt ihn nun noch mehr. Man merkte, dass ihm die Ermittlungen helfen mit der ganzen Sache klar zu kommen. Er ist auf jeden Fall ein Protagonist, dessen Schicksal einen interessiert und berührt.

    Durch die Geschehnisse führt uns ein beobachtender Erzähler, der eine recht nüchterne Art aufweist. Der Erzähler betrachtet seine Umgebung ganz genau, jedoch wirkten die Darstellungen auf mich recht plump, beinahe hölzern. Zudem waren mir die Beschreibungen des Öfteren zu viel und wirkten zu gewollt. Man kann sich dadurch zwar alles sehr gut vorstellen, jedoch hatte ich beim Lesen das Gefühl in eine gewisse Richtung geführt zu werden und meine eigene Fantasie nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Ich mag es persönlich lieber, wenn ich mir zu dem Geschilderten auch selbst noch etwas dazu denken und ausschmücken kann.

    Das besondere an dem Krimi ist, dass nicht allein der Fall eine Rolle spielt, sondern auch das Erbe Siziliens. Man erfährt wirklich viel über die Vergangenheit der Insel. Ich habe mich mit der Lokalität vorher noch nie beschäftigt, daher fand ich das gleich doppelt spannend.

    Fazit: Die Wendungen im Verlauf der Geschichte machten den Krimi zu einem spannenden Debüt, das ich durchaus empfehlen kann. Es ist allerdings noch Luft nach oben möglich...

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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 3 Jahren
    Sizilien mal ganz anders

    Ein Krimi auf Sizilien? Dafür ist die so geschichtsträchtige Insel quasi prädestiniert und es gibt jede Menge Bücher und Filme zum Thema organisierte Kriminalität, Korruption, Mafia und Politik, in denen sich sowohl käufliche als auch standhafte Anwälte die Klinke in die Hand geben, diverse Paten die Fäden ziehen oder es zumindest versuchen und der Name Corleone nicht nur einmal fällt.

    Das ist hier alles nicht der Fall, hier geht es mal um was anderes, etwas, das auch eine große Rolle für die Insel spielt: nämlich Siziliens reiches historisches Erbe, über das zumindest ich viel zu wenig weiß, zumindest über einige Aspekte, so beispielsweise die alteingesessenen Adelsfamilien, ihre Rolle und Bedeutung. Und in diesem Fall spielen dieser Faktor eine Rolle, obwohl es zunächst um die ermordete Tänzerin Laura geht. Ein außergewöhnlich persönlich gehaltenes Gefüge ist es, mit dem der Leser hier konfrontiert wird, denn sie ist die Ex-Freundin des Reporters Luca, der als Proganist fungiert - ein spannender Charakter, dessen Privatleben alles andere als eine geringe Rolle spielt und der tief eintaucht in die Geschichte von Laura, um die er nun doppelt trauert, denn auch die - von seiner Seite alles andere als freiwillige - Trennung ist für ihn noch sehr präsent. Dem Leser wird hier eine neue Seite von Sizilien präsentiert, eine, die fernab vom Tourismus liegt und die in Wirklichkeit ganz, ganz alt ist - die sizilianischen Gesellschaftsstrukturen, der Titel verrät es: das alte Blut, das blaue und das nicht ganz so edle.

    Fast perfekt ist dieser auf eigene Weise faszinierende Krimi, nur die Übergänge bzw. Zusammenhänge sind nicht immer ganz so klar, wie sie hätten sein können und auch die Insel Sizilien, die Schöne, hätte aus meiner Sicht gerne noch mehr ins Zentrum gerückt werden können, doch das sind erstens Peanuts und zweitens mein ganz persönlicher Geschmack, weswegen ich diesen durchaus aus der Masse herausragenden, nicht ganz alltäglichen Krimi auch gern von Herzen  weiter empfehle - am besten eignet er sich natürlich für den Sizilienurlaub, aber auch anderswo ist er als süffige Urlaubslektüre, in der man sich für einige Stunden vergraben kann, durchaus geeignet!

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