Wir haben hier eine Kommissarin, die leider keinen wirklich guten Job macht und um ihre Karriere bangen muss. Sie gerät an einen Fall, der sie sehr an ihr eigenes Schicksal erinnert und beginnt getrieben von der Angst ihren Job zu verlieren und einer persönlichen Verbindung zum Mordgeschehen zu ermitteln.
Hier driften ihre Ermittlungsmethoden schon sehr ins Unprofessionelle ab und sie gelangt dadurch selbst ins Visier des Mörders. Der erste Teil des Buches zieht sich schon sehr in die Länge. Immer wieder ist die traumatische Vergangenheit der Kommissarin und die (bestimmt gut recherchierten) Inhalte verschiedener Religionen Thema. Doch dadurch verliert das Buch deutlich an Spannung.
Erst im letzten Drittel wird das Buch endlich mal etwas spannend, als es der Ermittlerin selbst an den Kragen geht und sie zwischen Wahrheit und Trugbild nicht mehr unterscheiden kann. Doch auch hier war es mir an vielen Stellen einfach unrealistisch.
Ann Boncelli
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Diener des Wahnsinns
Diener des Wahnsinns
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Kriminalkommissarin Marie Martius hat schon zwei Fälle vergeigt. Dass sie zum dritten Mal eine Mordaufklärung übertragen bekommt, ist mehr dem Personalmangel geschuldet als ihrem Ermittlungsgeschick. Die Sticheleien von Kollegen und ihre belastete Kindheit setzen ihr außerdem zu. Zwei Leichen findet Pater Josephis vor der Kirche St. Loreto in München - Opfer und Täter - da muss wohl nur noch die Identität geklärt werden, aber Marie spürt, dass das nicht alles ist und sucht nach Hintergründen und Motiven.
Marie erzählt uns diesen Kriminalroman aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Eher nüchtern und berichtend stellt sich ihr Stil - bzw. jener der Autorin Ann Boncelli - dem Leser dar, dennoch spart sie nicht mit außergewöhnlichen Vergleichen und Gedanken, die den aktuellen Fall mit ihrer eigenen Vergangenheit verschmelzen lassen. Der Schauplatz liegt nicht von ungefähr in unmittelbarer Nähe zu einer Kirche, Religion und Engeln wird in diesem außergewöhnlichen Krimi ebenso Bedeutung zugemessen wie (Auto)Suggestion und Hypnose. Ann Boncelli hat hierzu eingehende Recherchen unternommen und beeindruckend im Buch verarbeitet, wie einfach Menschen manipuliert werden können. Oft weiß man nicht mehr, was Wahrheit ist und was Einbildung, zudem liege „der Unterschied lediglich in der Interpretation“ (kindle, Pos. 1038).
Viele Details außerhalb der eigentlichen Ermittlungen lassen diesen Krimi zu einem spannenden und vor allem außergewöhnlichen Leseerlebnis werden. Die wenigen wesentlichen Figuren sind sehr gut charakterisiert und wirken lebendig im Geschehen, das zugegebenermaßen etwas mystisch angehaucht wirkt. Andererseits sind Ann Boncellis Anmerkungen im Anhang bezüglich Themenwahl durchaus interessant und plausibel. Ich finde es sehr positiv, dass sich Marie Martius‘ Arbeit damit von der breiten Masse deutlich abhebt.
Ein durchwegs fesselnder Kriminalroman der anderen Art – ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.
Titel Diener des Wahnsinns
Autor Ann Boncelli
ASIN B0BY5DDYVD
Sprache Deutsch
Ausgabe ebook, ebenfalls erhältlich als Taschenbuch (342 Seiten)
Erscheinungsdatum 20. Juni 2023
Verlag NovaMD
Kriminaloberkommissarin Marie Martius wird zu einem Tatort in Münchens Osten gerufen. Vor einer Kirche liegen zwei Leichen - ein Mann und ein kleines Mädchen. Marie forscht nach dem Motiv und wird immer mehr in einen Sog aus Glaube und Religion gezogen. Aber auch für sie wird der Fall zur Prüfung weil der Fall zurück in Maries Vergangenheit führt.
Der Schreibstil ist leicht, sehr bildhaft und zügig zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in diesen Krimi hinein. Der Spannungsbogen verläuft dabei genau richtig.
Fazit: Dieser Regionalkrimi beinhaltet 22 Kapitel und spielt sich in München ab. Es wird aus Sichtweise von Marie erzählt. Sie war mir zu Beginn nicht allzu sympathisch dies lag auch an ihrer eher abwehrenden Art. Mit der Zeit verstand ich Marie immer besser und ich fing an sie zu mögen da sie zudem unaufgeregt berichtet. Ich spürte sofort die Anspannung die die Story umgibt. Sie wird immer mysteriöser und zog mich immer weiter in ihren Bann. Es gibt Szenen die eventuell nicht's für schwache Nerven sind. Da musste auch ich mehrmals durchatmen. Sie sind mir quasi unter die Haut gegangen. War dieser Mord ein Ritualmord oder waren Ritualsfanatiker zugange? War es ein Werk Gottes oder der des Teufels? Immer mehr gehen die Themen Richtung Glauben, Kirche und Rituale. Dabei wird die Atmosphäre meiner Meinung nach immer dichter und kompakter wenn nicht sogar düsterer. Aber gerade dies passt sehr gut zu diesem Krimi. Mit der Zeit wird dieser Krimi meiner Meinung nach zu einem Psychohriller bei dem mir einige Protagonisten sehr suspekt vorkamen inklusive der labilen Kommissarin Marie Martius. Ich musste mich immer wieder fragen was ist Fiktion, Einbildung und was ist die Wahrheit? Der Krimi wurde für mich persönlich ca. ab der Hälfte des Buches aufregend, fesselnd und spannungsgeladen. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Ich habe nebenher selbst über dasThema Engel recherchiert und einiges nachgelesen was ich sehr interessant und informativ fand. Dieser Regionalkrimi ist meiner Ansicht nach sehr kurzweilig, spannend und unterhaltsam geschrieben. Die Story hat mich auf jeden Fall überzeugen können und sie zählt zu meinen Lesehighlights. Ich vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.
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