Ann Leary

 3.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autorin von Das Haus der Hildy Good, Die tadellosen Whitmans und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ann Leary

Eine scharfe Beobachterin der amerikanischen Gesellschaft: Die 1962 in Syracuse, New York, geborene Ann Leary ist Autorin des New York Times Bestsellers „The Good House“ (2013; dt: „Das Haus der Hildy Good“; 2017). Der Roman wurden in achtzehn Sprachen übersetzt. Zuvor machte Leary in den USA schon mit dem Buch „Outtakes from a marriage“ (2008) und der Denkschrift „An Innocent, a Broad“ (2004) von sich reden. Ihr Roman „The Children“ kam dort 2016 heraus. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin schreibt sie für einige US-amerikanische Magazine und ist als Radiomoderatorin tätig. In ihren Romanen erweist sich Leary als scharfe Beobachterin der amerikanischen Gesellschaft. So auch in ihrem auf Deutsch erschienen Romandebüt. In „Das Haus der Hildy Good“ wirft Leary einen Blick hinter die Kulissen einer vermeintlichen Kleinstadtidylle an der amerikanischen Ostküste. Im Zentrum der Geschichte steht die beliebte Immobilienmaklerin Hildy, die tagsüber erfolgreich Häuser verkauft. Nachts geht sie ihrer wahren Leidenschaft nach – und trinkt. Doch nach und nach kommen immer mehr lang gehütete Geheimnisse ans Licht. Ann Leary lebt mit ihrem Mann Denis Leary und ihren Kindern John Joseph und Devin auf einer kleinen Farm im Nordwesten von Connecticut.

Alle Bücher von Ann Leary

Das Haus der Hildy Good

Das Haus der Hildy Good

 (7)
Erschienen am 03.04.2018
Die tadellosen Whitmans

Die tadellosen Whitmans

 (0)
Erschienen am 02.05.2018
The Good House

The Good House

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Erschienen am 15.01.2013

Neue Rezensionen zu Ann Leary

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Rezension zu "Das Haus der Hildy Good" von Ann Leary

Ein Drink zu viel
RosaEmmavor 2 Jahren

Die Romane von Ann Leary haben ihren ganz eigenen Charme. Sie sprühen vor Ironie, sind witzig und sehr unterhaltsam, obwohl sie oftmals tragisch-dramatische Züge tragen. Gleiches gilt auch für ihr Buch Das Haus der Hildy Good, das gerade erschienen ist und mich wirklich begeistert hat. Dies liegt nicht nur an der ausgefallenen Story, die in der kleinen, idyllischen Küstenstadt Wendover (Massachusetts) spielt, sondern vor allem an der ungewöhnlichen Protagonistin Hilda, genannt Hildy, Good, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Die 60-jährige (Anti-)Heldin ist d i e Top-Immobilienmaklerin der Stadt und ein renommiertes Mitglied der kleinen Community. Sie ist eine Nachfahrin von Sarah Good, die in den bizarren Salem-Prozessen als Hexe verurteilt und hingerichtet wurde. Wendovers Einwohner sind überzeugt, dass auch Hildy übersinnliche Fähigkeiten besitzt, doch sie hält dies für Unfug. Hildy hat einfach ein untrügliches Gespür für Menschen – und Häuser. Sie kann nach Besichtigung eines Hauses meistens genau sagen, wie der Mensch gestrickt ist, der es bewohnt und liegt fast immer richtig.

Erfolgreiche Immobilienmaklerin mit dunklem Geheimnis

Doch Hildy hat ein Problem, das sie selbst nach einem Unfall, den sie verursachte, nicht als solches erkennt. Sie trinkt in mehr als ungesundem Maße, so dass sich ihre Töchter Tess und Emily gezwungen sahen, sie zwecks Entziehungskur einweisen zu lassen. Nun ist Hildy zurück – von ihrer Alkoholsucht geheilt, wie alle hoffen -, doch sie denkt gar nicht daran, sich ihr Leben vorschreiben zu lassen. Die Sorgen ihrer Töchter, die sie für maßlos übertrieben hält, prallen an ihr ab. Um den Schein zu wahren, macht sie gute Miene zum bösen Spiel: Auf allen Parties und offiziellen Anlässen trinkt sie stets nur Wasser, daheim in ihrem Keller jedoch genießt sie ein paar Gläschen (oder besser Flaschen) Wein, geht nackt im Mondschein baden und fühlt sich lebendig und frei. Dass ihre Blackouts sich häufen und sie sich immer öfter an nichts mehr erinnern kann, beunruhigt sie nicht.

Auch wenn sie es sich nicht eingestehen kann, sieht es hinter ihrer Fassade der erfolgreichen Maklerin ganz anders aus. Ihre Geschäfte laufen seit der Konkurrenz von Sotheby’s nicht mehr so gut wie zu ihren Glanztagen: Sie muss sich jede Immobilie hart erkämpfen, obwohl sie zu den Top Playern zählt. Nach der Trennung von ihrem Mann Scott lebt sie allein in ihrem Haus und kämpft gegen die erdrückende Einsamkeit und die Erinnerungen an ein traumatisches Erlebnis, den tragischen Tod ihrer Mutter, die sie immer wieder heimsuchen. Da hilft auch die Zuneigung und Freundschaft ihres ehemaligen Lovers, Frank Getchell, nicht, der Hildy immer noch liebt. Er weiß, wie es wirklich um sie steht und tut alles, um sie zu beschützen.

Eine neue Freundin?

Als Rebecca, die Frau eines schwerreichen Hedgefonds-Begründers, mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen ein wunderschönes Anwesen in Wendover bezieht, ist Hildy positiv überrascht, denn Rebecca unterscheidet sich wohltuend von den geschwätzigen Community-Mitgliedern. Sie ist ernst, verschlossen und zurückhaltend und hat so gar nichts gemein mit den überkandidelten Ladys, die Hildy kennt. Die beiden haben sofort einen Draht zueinander, und es dauert nicht lange, bis sie sich regelmäßig in Hildys Haus treffen, Wein zusammen trinken und sich austauschen. Hildy fühlt sich wohl in Rebeccas Gesellschaft und hat nach langer Zeit wieder einmal das Gefühl, eine Freundin gefunden zu haben.

Fataler Blackout

Doch auch Hildys neue Bekannte hat ihre Geheimnisse. Mit wachsendem Unbehagen nimmt Hildy Notiz von Rebeccas übersteigerter Zuneigung zu ihrem – verheirateten – Psychiater, Peter Newbold, den Hildy schon sehr lange kennt und schätzt. Aber Hildy hält sich zurück, will sich nicht einmischen und widmet sich wieder ihrem scheinbar einzigen verlässlichen Freund, dem Alkohol. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Jake, der behinderte Junge der Dwights, verschwindet genau in der Nacht spurlos, als Hildy sich trotz mehrerer Drinks mal wieder hinters Steuer setzt. Als sie morgens zu sich kommt, ist ihr Auto verbeult und blutverschmiert. Sie erkennt – vielleicht zum ersten Mal – wie es um sie steht und kämpft mit aller Macht gegen die Abwärtsspirale, die nur sie allein durchbrechen kann…

Tragisch-komischer Roman mit einer ungewöhnlichen Protagonistin

Die dramatische Geschichte der Hildy Good erzählt Ann Leary aus der Ich-Perspektive ihrer außergewöhnlichen Protagonistin. Und Hildy ist überzeugend! Zunächst teilt man als Leser ihre Abwertung der Sorge ihrer Töchter, denn Tess und Emily sind nicht gerade als Sympathieträgerinnen angelegt. Doch schon bald stellt man fest, wie wenig verlässlich die unkonventionelle Antiheldin ist: Ihre für Alkoholiker typischen Diminuitive (ein oder zwei Gläschen), ihre Erinnerungslücken, ihre Widersprüche und ständigen Verharmlosungsversuche, wenn es um ihr Problem geht, das für sie keines ist, lassen den Leser ihre Sicht der Dinge hinterfragen. Er ist gezwungen, sich ein eigenes Bild zu machen, was sehr schwer fällt, denn so ganz wird man aus Hildy nicht schlau: Ihre Einsamkeit ist bedrückend, ihre Liebe zu Baby-Enkel Grady rührend, ihre Freundschaft zu Rebecca warmherzig, ihre Leidenschaft für Frank nach all den Jahren noch immer verzehrend, doch als ihre Alkoholexzesse, die zunächst so harmlos scheinen, eskalieren, überwiegen die Negativattribute.

Mit Das Haus der Hildy Good ist Ann Leary ist einzigartiger Roman gelungen, der nachdenklich stimmt, aber zugleich auch sehr komisch ist. Amüsiert betrachten wir die Kleinstadtbewohner aus Hildys Blickwinkel – insbesondere die gewöhnungsbedürftige Powerfrau Wendy ist oftmals ungewollt witzig. Auch Alt-Hippie Frank, Hildys Verflossener, der Reden nicht für wichtig hält und Geiz scheinbar erfunden hat, ist wunderbar kauzig. Doch Leary zieht ihre Figuren nie ins Lächerliche, sie zeichnet sie mit liebevoller Nachsicht. Die Figur der Rebecca ist allerdings sehr ambigue angelegt. Wie Hildy vertrauen wir ihr zunächst blind, nur um dann später entsetzt festzustellen, wie sie in Wirklichkeit ist. All diese Aspekte machen den Roman zu etwas ganz Besonderem, das in Erinnerung bleibt. Daher mein Fazit: Eine äußerst unterhaltsame Lektüre mit dramatischer Wendung – unbedingt lesenswert!

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S

Rezension zu "Das Haus der Hildy Good" von Ann Leary

Unspektakulär, aber 'good'!
Starbucksvor 2 Jahren

„Das Haus der Hildy Good“ ist ein zeitgenössischer Roman, der gar nicht einfach zu beschreiben und zu bewerten ist. Als Leserin habe ich erst etwas anderes erwartet, während des Lesens habe ich dann gar nichts mehr erwartet. Zunächst sollte man vielleicht sagen, dass weder das Titelbild, das die junge Hildy Good zeigt, die nun aber schon recht alt ist, noch der Titel, der nicht sehr aussagekräftig ist, wirklich passen. Der Originaltitel „The Good House“ ist wenigstens noch etwas zweideutig, aber da man dies nicht übernehmen konnte, hätte man hier auch ganz abweichen können. Der dritte Kritikpunkt ist der innere Klappentext des Buches, der eine Begebenheit verrät, die auf den letzten ca. 60 Seiten passiert. Als Leser weiß man dies aber schon und wartet permanent darauf.

Zum Inhalt: Hildy Good ist als Immobilienmaklerin von Wendover in Neuengland eine der besten Geschäftsfrauen der Stadt. Abends aber ist sie einsam und trinkt zuhause allein. Ihre Töchter sind erwachsen, ihre Familie ist zerbrochen. Erst in der zugezogenen Rebecca scheint sie eine Freundin gefunden zu haben. Doch dann kommen allerlei Geheimnisse über Rebecca und andere ans Licht, und nichts ist mehr, wie es war. Das kleine Städtchen Wendover, in dem die Welt noch in Ordnung scheint, wird durch verschiedene Vorkommnisse aufgerüttelt, während Hildy eine alte Liebe wieder entdeckt.

Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um während der ersten Seiten das Buch irgendwie einzuordnen. Es werden immer mehr Bewohner der Stadt sowie Zugezogene vorgestellt, aber die Handlung will nicht so recht in Gang kommen. Dennoch hat mich das Buch dazu bewogen, immer weiter zu lesen; man verabschiedet sich bald von dem Gedanken, es müsse doch mal etwas passieren. Es passiert erst wirklich etwas auf den letzten Seiten. Vorher schwelgt das Buch oder seine Protagonistin in Anekdoten und Erinnerungen, und es werden zwischenmenschliche Beziehungen beleuchtet. Dennoch ist das Buch alles andere als langweilig, sondern es ist richtig gut! Für mich ist dieses Buch herausragende Literatur, die nicht von einem Spannungsbogen, sondern von einem detaillierten Psychogramm der Hauptfiguren und vom Lokalkolorit der Gegend lebt. Ich mag solche Literatur, kann mir aber auch vorstellen, dass der eine oder andere Leser dieses Buch nicht beenden wird.

Fazit: Es ist, wie gesagt, schwer, dieses Buch zu bewerten. Ich werde es auf jeden Fall in mein Behaltregal stellen und vielleicht wieder einmal lesen. So müsste ich eigentlich 5 Sterne vergeben, aber irgendwie fehlt noch ein gewisses Etwas, und der Klappentext mit der Vorhersage für die letzten Seiten müsste unbedingt geändert werden. So erhält „Das Haus der Hildy Good“ 4,5 Sterne, ich gebe dann insgesamt vier!

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Krimines avatar

Rezension zu "Das Haus der Hildy Good" von Ann Leary

Ein lockerer Kleinstadtroman, der die Schwächen seiner Bewohner schonungslos offenbart
Kriminevor 2 Jahren

Die erfolgreiche Immobilienmaklerin Hildy Good versteht es nicht nur imposante Häuser zu verkaufen, sondern hat auch ein Faible dafür, hinter deren gut gebauten Mauern zu schauen. Egal, mit wem sie eine Besichtigungstour unternimmt oder welchen Bewohner des kleinen Küstenstädtchens Wendover besucht. Immer ist sie sofort im Bilde, was dieser vor anderen verbirgt. Mal sind es psychische Abnormitäten, die in Schach gehalten werden müssen, ein anderes Mal ist eine außereheliche Affäre, die aus dem Ruder läuft. Und während sie tief in die Seelen anderer Menschen schaut, kämpft auch sie mit einem Problem, das ihr zu entgleiten droht. Denn jeden Abend nach der Arbeit zieht sich Hildy Good in ihren Keller zurück, wo sie heimlich einen gut versteckten Rotwein genießt. Eine Sucht, die plötzlich außer Kontrolle gerät und fatale Ereignisse nach sich zieht..

„Das Haus der Hildy Good“ ist ein lockerer Kleinstadtroman mit einer sympathischen Hauptfigur, der durch die in ihm verarbeiteten menschlichen Schwächen angenehm kurzweilig unterhält. Dabei ist es vor allem Hildy Goods turbulentes Leben, das als Dreh- und Angelpunkt für viele kleine Begebenheiten herhalten muss und sich, wie ein roter Faden durch die Handlung zieht. So erfährt der Leser aus ihrer Sicht, warum eine deprimierte Ehefrau und Mutter durch den Umgang mit Pferden ein neues Selbstwertgefühl gewinnt oder wie die Suche nach einem verschwundenen Jungen verläuft. Aber auch der alltägliche Tratsch macht vor ihrer Tür nicht halt, was in diesem Fall kein Wunder ist, da Hildy mit dem ihr gegebenen siebenten Sinn ausreichend Öl ins Feuer gießt. Doch neben allen diesen manchmal auch skurrilen Geschichten taucht der Leser tief in Hildys Leben ein und erlebt ihren immerwährenden Kampf mit und gegen den Alkohol. Ein ungeschönter Einblick, der ihre Abstürze und Lügen offenbart und ihre Bemühungen, diese vor anderen zu verbergen.

Fazit:
Ein Roman, der genauso vielfältig, wie das Leben ist und in wunderbar realistischer Weise Humor und Ernst in sich vereint.

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Zusätzliche Informationen

Ann Leary wurde am 14. August 1962 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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