Ann Leckie Ancillary Justice

(9)

Lovelybooks Bewertung

  • 8 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 2 Leser
  • 2 Rezensionen
(4)
(1)
(4)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ancillary Justice“ von Ann Leckie

The record-breaking debut novel that won every major science fiction award in 2014, Ancillary Justice is the story of a warship trapped in a human body and her search for revenge. Ann Leckie is the first author to win the Arthur C. Clarke, the Nebula and the Hugo Award for Best Novel in the same year. They made me kill thousands, but I only have one target now. The Radch are conquerors to be feared - resist and they'll turn you into a 'corpse soldier' - one of an army of dead prisoners animated by a warship's AI mind. Whole planets are conquered by their own people. The colossal warship called The Justice of Toren has been destroyed - but one ship-possessed soldier has escaped the devastation. Used to controlling thousands of hands, thousands of mouths, The Justice now has only two hands, and one mouth with which to tell her tale. But one fragile, human body might just be enough to take revenge against those who destroyed her. 'ENGAGING AND PROVOCATIVE' SFX Magazine 'UNEXPECTED, COMPELLING AND VERY COOL' John Scalzi 'HIGHLY RECOMMENDED' Independent on Sunday 'MIND-BLOWING' io9.com 'THRILLING, MOVING AND AWE-INSPIRING' Guardian 'UTTER PERFECTION' The Book Smugglers 'ASTOUNDINGLY ASSURED AND GRACEFUL' Strange Horizons 'ESTABLISHES LECKIE AS AN HEIR TO BANKS' Elizabeth Bear (Quelle:'E-Buch Text/01.10.2013')

Großartige, frische Science-Fiction - gerne mehr davon!

— AnneNeuschwander
AnneNeuschwander
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine KI als Protagonistin - mal anders

    Ancillary Justice
    AnneNeuschwander

    AnneNeuschwander

    07. April 2017 um 08:38

    Bevor ich wirklich in die Rezension dieses wirklich beeindruckenden Buches eintauche, bitte ich folgendes zu beachten. Ich habe Ancillary Justice auf Englisch gelesen. Von daher habe ich mich entschlossen, in dieser Rezension auch die englischen Begriffe zu verwenden – vor allem deswegen, weil es schwierig ist die deutschen herauszufinden wenn man das Buch nicht vorliegen hat. :) Mit ihrem Erstlingswerk ist Ann Leckie ein bemerkenswerter Einstieg in die Science-Fiction gelungen. Ancillary Justice ist auf vielen Ebenen ein Buch, wie ich es noch nie gelesen habe. Zugegeben, ich lese eher wenig Science-Fiction. Trotzdem glaube ich, dass die spezielle Erzählkunst dieses Romans auch für versierte Sci-Fi Leser etwas ganz Neues ist. Zwar ist die Grundidee, ihre Geschichte aus der Sicht einer Künstlichen Intelligenz erzählen zu lassen nicht ganz neu, aber mit Breq hat die Autorin einen wahrhaft einzigartigen Charakter geschaffen. Denn Breq ist nicht einfach nur eine KI. Breq ist eigentlich die KI des Kriegsraumschiffes Justice of Toren – genauer gesagt ist sie ein Teil von One Esk, einer Unterabteilung der Gesamt-KI. Und noch genauer gesagt ist Breq ein Ancillary, also ein menschlicher Körper der der KI einverleibt wurde und nun als One Esk zusammen mit 19 anderen Ancillaries ausführendes Element der Justice of Toren ist. Klingt spannend, oder? Damit aber nicht genug der Besonderheiten von Ancillary Justice. Die Justice of Toren ist ein Kampfschiff der Radchai, einer stetig expandierenden Weltenmacht, die sich im Universum ausbreitet. Anführerin der Radchai ist Anaander Mianaai, ein Wesen, das sich selbst in eine Art KI verwandelt hat und nun mit ihren vielen Körpern ihr Reich verwaltet. Auch die Religionen in diesem Roman sind erwähnenswert. Die Radch annektieren die sie umgebenden Welten und ähnlich wie die alten Römer übernehmen sie deren Götter dann in ihr eigenes Pantheon. In Ancillary Justice geschieht das gerade mit den Gottheiten des Planeten Shis’urna, dessen Annektierung in Rückblicken erzählt wird und an der Breq als Ancillary beteiligt war. Die Radchai haben keine Geschlechterunterscheidung. Das hat zur Folge, dass Breq für alle Personen denen sie begegnet die weibliche Form wählt, und dann gerne Fehler macht, wenn sie eine andere Sprache sprechen muss. Das interessante dabei ist, dass eigentlich nur aus der Begegnung mit Nicht-Radchai geschlossen werden kann, welches Geschlecht ein Charakter nun wirklich hat. Ich allerdings habe schnell gemerkt, dass es überhaupt keine Rolle spielt ob ein Charakter nun ein Mann oder eine Frau ist. Und alleine das war eine völlig neue Erfahrung. Die eigentliche Story des Romans rückt ob dieser einzigartigen Erzählweise teilweise etwas in den Hintergrund. Aber gerade sie hat es in sich. Breq nämlich ist die einzige Überlebende ihres Schiffes, der Justice of Toren. Als einzelner Ancillary hat sie die letzten zwanzig Jahre damit verbracht, einen Racheplan zu schmieden. Denn es war die Anführerin der Radch selbst die damals die Zerstörung ihres Schiffes bewirkte, und all die Jahre über hatte Breq nur ein Ziel - Anaander Minaai zu töten. Erst als sie zufällig auf Seivander trifft, die vor tausend Jahren einer ihrer Lieutenants war und seitdem im Kryoschlaf lag, rückt Breqs Plan in greifbare Nähe. Wem es noch nicht klar geworden ist, dem sei es hier noch einmal gesagt: Ancillary Justice ist kein Buch, das vor sich hinplätschert. Ich habe lange gebraucht um es zu lesen – nicht aber, weil es langweilig ist, oh nein. Im Gegenteil. Trotz der Zeit die sich die Autorin nimmt um Breqs Werdegang zu zeigen, habe ich nie das Interesse verloren.  Einzig das viele Denken hat mich davon abgehalten, das Buch in wenigen Tagen zu verschlingen. Neben vielem anderen ist dieser Roman nämlich auch noch schlau. Philosophische Denkansätze sind so geschickt in die Handlung eingebaut, dass man erst danach merkt in welche neue Richtung man eben geschubst wurde. Alleine die Tatsache, dass Breq so sehr ein Teil ihrer Gesellschaft ist, wirft interessante Fragen auf. Ist es ethisch akzeptabel, Menschen zu Ancillaries zu machen, auch, wenn sie selbst keinerlei Nachteil darin sieht? Und was passiert, wenn ein menschlicher Geist, der in vielen Körpern lebt, beginnt, sich mit dieser Frage auseinander zu setzen…? Wer also Lust auf einen beachtenswerten Science-Fiction-Roman hat, dem sei Ann Leckie’s Debutroman hiermit wärmstens empfohlen. Übrigens hat dieser Roman nicht nur den Hugo Award, sondern auch den Arthur C. Clarke und einen Nebula gewonnen, das aber nur am Rande.

    Mehr
  • Ein Schiff auf Rachefeldzug

    Ancillary Justice
    Valentia

    Valentia

    20. February 2016 um 11:30

    Ancillary Justice von Ann Leckie hat drei wichtige Science Fiction Awards gewonnen: den Hugo, den Nebula und den Arthur C. Clarke Award. Wir haben es hier also nicht nur mit gutem Science Fiction zu tun, sondern mit einem Buch, das etwas ganz Neues ausprobiert und viele Leser überrascht und begeistert hat. Das hat zum Einen mit der ungewöhnlichen Erzählperspektive zu tun, die sich in der Sprache des Werkes niederschlägt. Diese ist für unsere Verhältnisse so ungewöhnlich, dass Bernhard Kempen in der deutschen Übersetzung Die Maschinen im Vorwort seine Entscheidungen für den Leser transparent macht. Denn die Erzählerin Breq ist eine unzuverlässige Erzählerin, wenn es darum geht das Geschlecht von Figuren in Ancillary Justice zu bestimmen. Breq ist nicht nur das Überbleibsel einer künstliche Intelligenz die früher ein Schlachtschiff gesteuert hat, der also die Unterscheidung zwischen Frau und Mann gänzlich egal sein kann, sie spricht auch eine Sprache, die kein grammatikalisches Geschlecht kennt. Deshalb identifiziert sie im gesamten Buch jede Person, die sie trifft, als “she”, ungeachtet des tatsächlichen Geschlechts. Durch diesen einfachen erzählerischen Kniff bleibt das Geschlecht von 90% der Figuren ungewiss. Zum Anderen unterwandert das Buch beständig die Erwartungshaltung des Lesers. Viele sind bereits vertraut mit künstlichen Intelligenzen im Science Fiction und Ann Leckie schafft es, diesem Thema neues Leben einzuhauchen und immer wieder zu überraschen. Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, waren die Schwierigkeiten, die ich damit hatte nicht zu wissen ob eine Figur im Buch männlich oder weiblich ist. Ich habe beim Lesen viel mehr auf die Beschreibungen geachtet als sonst, um mögliche Hinweise zu bekommen, zum Beispiel auf den Schmuck und die Kleidung der Personen. Ich habe den Nebenfiguren und ihrem Auftreten viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt und die ganze Zeit überlegt. Es war schwierig mir ein Bild von den Figuren zu machen, sie in meine üblichen Schubladen zu packen. Weil das Buch von unserem alltäglichen Sprachgebrauch abweicht, irritiert es und bringt dazu, über Sprache und Geschlecht in unserer Gesellschaft nachzudenken. Dazu noch eine spannende Geschichte mit actionreiche Szenen ohne sinnlose Romantik. Was will man mehr?

    Mehr