Ann Patchett Die Taufe

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Inhaltsangabe zu „Die Taufe“ von Ann Patchett

Wäre Bert Cousins nicht uneingeladen auf der Taufe von Franny Keating erschienen, all das wäre nicht passiert. Aber noch bevor der Abend hereinbricht, haben er und Frannys Mutter sich geküsst und damit das Ende ihrer jeweiligen Ehe eingeläutet - und beide Familien für immer miteinander verbunden. Die Keating- und Cousinskinder werden zukünftig die Sommer gemeinsam in Virginia verbringen. Sie schmieden über die Jahre ein dauerhaftes Bündnis, sowohl aus Enttäuschung über die eigenen Eltern, als auch aus echter, stetig wachsender Zuneigung. Bis es zwanzig Jahre danach ein neues Familiendrama gibt: "Täufling" Franny hat eine Affäre mit einem berühmten Schriftsteller. Sie erzählt ihm die Keating-Cousins-Story, und plötzlich wird ihrer aller Kindheit die Grundlage für einen unglaublich erfolgreichen Roman. Die unerwünschte Öffentlichkeit zwingt die Geschwister, sich ganz neu mit ihren Verlusten, ihren Schuldgefühlen und ihrer Loyalität auseinanderzusetzen.

Wunderschönes Cover! Eine Geschichte über eine Patchworkfamilie mit Höhen und Tiefen. Dennoch konnte sie mich nicht ganz davon überzeugen!

— Pagina86

Wahnsinnig spannend und so viel mehr als der Klappentext erwarten lässt. Patchwork extrem!

— miro76

Toll erzählte Geschichte über eine Patchworkfamilie, sehr empfehlenswert.

— Arienn

Ein wenig zu sprunghaft hinsichtlich der Zeiten zw. Kapiteln, aber eine interessante Familienbiographie.

— BettinaR87

Ernstes und anspruchsvolles, aber dennoch unterhaltsames Buch über Geschwisterliebe, Loyalität und Zusammenhalt

— schnaeppchenjaegerin

Supergut erzählte Geschichte einer Patchworkfamilie,,,

— Angie*

Ein bereicherndes Lese-Erlebnis

— vormi

Ein kluger, aufregender Roman, ernst und anspruchsvoll, dabei von einer erfrischenden Ehrlichkeit.

— JulesBarrois

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  • Irrungen, Wirrungen, Versagen und Geheimnisse einer Familie

    Die Taufe

    michael_lehmann-pape

    11. July 2017 um 14:11

    Irrungen, Wirrungen, Versagen und Geheimnisse einer FamilieSehr lebendig, sehr flüssig und mit großem Wortschatz erzählt Ann Patchett ihre neue Geschichte. Von einer Art „Patchworkfamilie“ der besonderen Art, die sich von heute auf morgen einer öffentlichen Wahrnehmung gegenübersieht, die wo wohl keiner der Beteiligten sich gewünscht hätte.Mit einer Vielzahl von Figuren, die Patchett immer ruhig, teils mit wenigen Worten bestens ins Licht rückt, so dass der Leser im Lauf der Lektüre mehr und mehr wie ein Teil dieser, durch einen fast unerklärlichen „Funken der Leidenschaft“ auf einer Tauffeier verbundenen, Gruppe von Menschen wird.Dass Bert Cousins, Staatsanwalt, Vater von 3 1/3 Kindern, verheiratet und überfordert (warum wäre er sonst so ein „Nestflüchter“, der selbst am freien Sonntag händeringend nach Möglichkeiten sucht, das heimische „Idyll“ hinter sich zu lassen) nicht eingeladen auf einer Tauffeier auftaucht. Dass seine große Flasche Gin den anwesenden Pfarrer fast euphorisch an die wundersame Speisenvermehrung bei Jesus erinnert, dass er zunächst eine Orange nach der anderen in der Küche auspresst, bevor er sich auf Bitten des Kindsvaters und Ehemanns von Beverly auf die Suche nach dem Säugling in den vielen Räumen des Hauses begibt, all das hat bereits in der unausgesprochenen negativen Spannung zwischen ihm und dem Kindsvater und der unausgesprochenen positiven Spannung zwischen ihm und der Frau des Hauses knisternde Elemente.Die Patchett sehr geschickt bereits durch das Verhalten der Tante des Täuflings, Beverlys Schwester, fast vorwegnimmt. Immerhin, einer Ehefrau gelingt es, ihren Mann rechtzeitig nach Hause zu bugsieren. Der Pfarrer kommt weniger leicht davon und Beverly und Bert werden sich auch noch alleine in einem Zimmer begegnen.Sei es, wie es sei, aus anfänglichem Schock und manchen lebenslangen Animositäten wird aus beiden Familien etwas Neues entstehen. Was durchaus auch seine positiven Seiten hat und die verschiedenen Menschen aus den verschiedenen nun verbundenen Familien ihr Leben lang miteinander verbinden wird. Regelmäßige Treffen eingeschlossen.Was auch düstere Seiten hervorbringen wird und dann, ein Schock für nicht wenige, als Buch veröffentlicht im Raum steht. Eine der Ihren hat ihrem neuen Geliebten eine Menge erzählt. Eine Menge, die dieser zum Bestseller macht.Was nun? Kann einer einfach das alles öffentlich erzählen? Gibt es einen oder eine Schuldige? Kann man, will man etwas dagegen tun? Fragen, die durchaus eine gewisse Dramatik haben, die sich aber im Buch selbst nicht in entsprechender Form wiederfindet. Trotz der flüssigen Sprache und der Möglichkeiten Patchetts, Dinge auf den Punkt zu bringen zieht sich die Handlung doch an einigen Stellen langwierig dahin. Und beruht auch auf einigen eher unrealistisch Wirkenden Annahmen. Denn warum, bei aller Schönheit Beverlys, sollte ein „Nestflüchter“, dem es mit den eigenen Kindern schon zu viel wird, statt einer anregenden und vor allem heimlichen Affäre sich vom Regen in eine gefühlte Traufe begeben?Wie schon zu Beginn es nicht sonderlich überzeugend wirkt, dass Beverlys Schwester sich fast verzweifelt dem Pfarrer nähert, der nun wirklich keine sonderliche Attraktivität zunächst erkennen lässt.Demgegenüber gut gelungen ist die erkennbare Überforderung der Eltern allen Kindern gegenüber, die von diesen keinesfalls eingestanden werden wird. Eine Vernachlässigung mit Folgen, was zu eindrucksvollen Szenen im Buch ausgearbeitet ist.Insgesamt ein sprachlich sehr ansprechendes Werk mit nicht wenigen wichtigen Themen des modernen Lebens, dass aber durch manche Längen den Leser auch zum Überblättern einiger Passagen animiert.

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  • Verläuft ein wenig schleppend

    Die Taufe

    raven1711

    30. June 2017 um 09:52

    Rezension Ann Patchett - Die Taufe Klappentext:Wäre Bert Cousins nicht uneingeladen auf der Taufe von Franny Keating erschienen, all das wäre nicht passiert. Aber noch bevor der Abend hereinbricht, haben er und Frannys Mutter sich geküsst und damit das Ende ihrer jeweiligen Ehe eingeläutet - und beide Familien für immer miteinander verbunden. Die Keating- und Cousinskinder werden zukünftig die Sommer gemeinsam in Virginia verbringen. Sie schmieden über die Jahre ein dauerhaftes Bündnis, sowohl aus Enttäuschung über die eigenen Eltern, als auch aus echter, stetig wachsender Zuneigung. Bis es zwanzig Jahre danach ein neues Familiendrama gibt: "Täufling" Franny hat eine Affäre mit einem berühmten Schriftsteller. Sie erzählt ihm die Keating-Cousins-Story, und plötzlich wird ihrer aller Kindheit die Grundlage für einen unglaublich erfolgreichen Roman. Die unerwünschte Öffentlichkeit zwingt die Geschwister, sich ganz neu mit ihren Verlusten, ihren Schuldgefühlen und ihrer Loyalität auseinanderzusetzen.Meinung:Mit der Taufe der kleinen Francis fing alles an. Familien zerbrachen und wurden durcheinander gewürfelt. Und die Kinder beider Familien waren gezwungen, die Sommerferien gemeinsam zu verbringen. Doch so unterschiedlich die Kinder auch waren, die Sommer entpuppten sich zu Momenten voller Freiheit, bis ein tragisches Unglück geschah und die gemeinsame Zeit ein Ende fand. Jahre später feiert der Roman "Die Taufe" einen sensationellen Erfolg. Und er greift genau die Ereignisse auf, die damals in der Kindheit vorfielen. Doch nicht alle sind mit der Veröffentlichung des Buchs so einverstanden. Und so stellt sich die Frage, wer hat das Recht auf eine Geschichte?Die Taufe ist ein Roman, der mir auf der einen Seite mit seinem sehr einnehmenden Erzählstil gut gefallen hat und mich richtig an das Buch fesseln konnte, auf der anderen Seite aber immer wieder verwirrt hat, denn die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt. Die Zeiten wechseln zwischen den Kapiteln und es dauerte immer seine Zeit, bis ich in die jeweilige Zeitebene hinein eingefunden hatte. Jedes neues Kapitel bangte ich daher, in welchem Zeitraum ich mich jetzt befinde und fühlte mich zwischendurch doch etwas abgeschreckt vom Roman. Das lag aber auch daran, dass es sich oft so anfühlte, als ob nicht wirklich viel passiert im Buch. Denn die Autorin legt ihren Fokus auf die Protagonisten, weniger auf die Handlung.So lernt mal also nach und nach Franny, Albie und Co. kennen, liest, was sie bewegt und wie es ihnen ergeht und kommt so nach und nach den Ereignissen des verhängnisvollen Sommers auf die Spur. Dieser Roman ist voller menschlicher Momente und vor allem menschlicher Fehler, niemand ist hier perfekt und Ann Patchett beschreibst hier sehr schön, wie sich Entscheidungen auf das Leben anderer Menschen auswirken. Fazit:Die Taufe ist ein sprachlich tolles Buch, inhaltlich hat es mich aber nicht ganz überzeugen können, da mir die Handlung manchmal zu schleppend verlief. Auch die Sprünge in den Zeitebenen haben für Verwirrung gesorgt. Dafür punktet das Buch mit seinen Protagonisten und den sich daraus ergebenden Konstellationen.Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Ernstes und anspruchsvolles, aber dennoch unterhaltsames Buch über Geschwisterliebe, Loyalität und Z

    Die Taufe

    schnaeppchenjaegerin

    29. May 2017 um 18:18

    Albert Cousins ist mit Teresa Cousins verheiratet, mit der er bereits drei Kinder hat und die wieder schwanger ist. Ohne eingeladen zu sein, geht der Bezirksstaatsanwalt zur Tauffeier bei dem Polizisten Francis "Fix" Keating, wo er die Mutter des Täuflings Franny kennenlernt und eine Affäre beginnt.  Bert verlässt seine Familie und heiratet die hübsche Beverley. Sie leben zusammen mit ihren beiden Töchtern Caroline und Franny, während die vier Kinder Cal, Holly, Jeanette und Albie bei Teresa in Kalifornien bleiben. Die Sommerferien verbringen die sechs Kinder gemeinsam in Virginia bei Bert und Beverley, wo sie sich gegen die Eltern verschwören, die sie vernachlässigen. Insbesondere das jüngste Kind Albie ist anstrengend und wird mit "Tic Tacs" ruhig gestellt, bei denen es sich in Wahrheit um das Antiallergikum von Cal handelt. Der Medikamentenmissbrauch hat tragische Folgen... 20 Jahre später ist Franny mit dem deutlich älteren jüdischen Schriftsteller Leon Posen zusammen, dessen Muse sie ist, bei dem sie als gescheiterte Jura-Studentin freie Kost und Logis hat, allerdings auch als Köchin und Kellnerin für seine permanenten Gäste in der Villa ausgenutzt wird. Franny erzählt ihm ihre Familiengeschichte, die Posen zu einem Buch inspiriert, das später auch verfilmt wird. Die Beziehung zu Posen geht in die Brüche, als Albie plötzlich auftaucht, der durch einen Zufall "Die Taufe" gelesen hat, in dem er sich selbst wiedererkennt.  Der Roman spielt zu Beginn in den 60er-Jahren und erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren. Er wird in Form von Einschüben und Rückblenden erzählt, die nicht immer chronologisch erfolgen. Dass am Anfang der jeweiligen Kapitel weder Orte noch Zeit genannt werden, erschwert den Lesefluss ein wenig.  Es ist ein Roman über zwei gescheiterte Ehen und eine Patchworkfamilie, in welcher Probleme vom einen auf den anderen Elternteil abgewälzt werden. Unter der Situation leiden vor allem die Kinder, die einerseits frei und unabhängig aufwachsen können, denen es materiell an nichts mangelt, die jedoch emotional vernachlässigt werden. Opfer werden die beiden Söhne, Cal und Albie, sein.  Der Roman erstreckt sich über ungefähr 50 Jahre und offenbart so manches Familiengeheimnis. Der Leser erlebt, wie die Kinder erwachsen werden und wie sich das Verhältnis zueinander und zu den Elternteilen verändert. Trotz der sehr unterschiedlichen Charaktere herrscht zwischen allen zehn Personen über die Jahre ein enges Band, so dass sich jeder einzelne auf Unterstützung verlassen kann. Im Alter profitieren vor allem die Eltern von der uneingeschränkten Solidarität ihrer Kinder und Stiefkinder.  "Die Taufe" ist ein ernstes und anspruchsvolles, aber dennoch unterhaltsames Buch über Geschwisterliebe, Loyalität und Zusammenhalt, das literarisch sehr hochwertig ist und dass man nicht einfach so nebenbei lesen sollte. Literatur mit Niveau von der nicht zu unrecht hoch gelobten Geschichtenerzählerin Ann Patchett!

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  • Leben mit einer Patchworkfamilie

    Die Taufe

    Angie*

    22. May 2017 um 11:49

    INHALT/KLAPPENTEXT: Wem gehört eine Geschichte eigentlich? Und wer darf sie erzählen?Wäre Bert Cousins nicht uneingeladen auf der Taufe von Franny Keating erschienen, all das wäre nicht passiert. Aber noch bevor der Abend hereinbricht, haben er und Frannys Mutter sich geküsst und damit das Ende ihrer jeweiligen Ehe eingeläutet - und beide Familien für immer miteinander verbunden. Die Keating- und Cousinskinder werden zukünftig die Sommer gemeinsam in Virginia verbringen. Sie schmieden über die Jahre ein dauerhaftes Bündnis, sowohl aus Enttäuschung über die eigenen Eltern, als auch aus echter, stetig wachsender Zuneigung. Bis es zwanzig Jahre danach ein neues Familiendrama gibt: "Täufling" Franny hat eine Affäre mit einem berühmten Schriftsteller. Sie erzählt ihm die Keating-Cousins-Story, und plötzlich wird ihrer aller Kindheit die Grundlage für einen unglaublich erfolgreichen Roman. Die unerwünschte Öffentlichkeit zwingt die Geschwister, sich ganz neu mit ihren Verlusten, ihren Schuldgefühlen und ihrer Loyalität auseinanderzusetzen. MEINE MEINUNG: Ich habe diese mit so viel Herzenswärme, Klugheit und Esprit  geschriebene Geschichte von Ann Patchett ausserordentlich genossen und fand den Schreibstil grossartig, sehr ansprechend und sympathisch. Die zehn Personen, sechs Kinder und vier Eltern, die man als Leser während eines sehr langen Zeitraums begleiten darf, ( innerhalb von 50 Jahren), wuchsen in meinem Kopf von Kindern zu sympathischen Menschen mit  einprägsamen Schwächen, wunderbaren Stärken, verständlichen Verhaltensfehlern im Umgang miteinander  und auch liebenswerten Charakterzügen. Es war nicht immer einfach, sich in der Zeit und den dazugehörigen Personen und Orten im einzelnen Kapitel  zu orientieren, aber Ann Pratchett schaffte in jedem Abschnitt  nach einigen Zeilen das erkennende AHA-Erlebnis im Verstehen hervorzuzaubern. Sie schildert zum Beispiel die  in Erwachsenen-Augen brutale Vorgehensweise der grösseren Kinder mit dem kleinen Albie klar und eindeutig, ohne Wertung und Urteil. Ebenso das Verhalten von Albert Cousins, der, aus einer Laune heraus, um dem anstrengendem Familienalltag zu entfliehen , mit seinem Verhalten  auf der Tauffeier von Franny Keating,  eine Folge von Lebens-Katastrophen auslöst. Diese zusammengewürfelte Patchworkfamilie findet im Laufe der Jahrzehnte erstaunliche Verhaltensmechanismen um zu einer grossen, sich akzeptierenden  Familie zusammenzuwachsen. Die unterschiedlichen Portraits und Entwicklungen dieser Menschen zeigen auch ein Gesellschaftsbild  auf, welches sehr real und oft verstörend erscheint, nicht nur auf Harmonie, Anpassung und Normalität ausgerichtet ist.  Ann Patchett ist eine tolle Geschichtenerzählerin, die ihre Leser emotional in das Geschehen einbezieht und trotzdem Raum für eigene Gedankenspiele lässt. Man steht als Leser nicht ausserhalb des Buches, sondern wird voll und ganz in die faszinierenden Sichtweisen und Beschreibungen der Autorin hineingesogen. Sie zeigt auch sehr geschickt  auf, wie sich Erinnerungen von Menschen an Kindheit und Bezugspersonen verändern und ein Eigenleben während der Jahrzehnte entwickeln können.   Für mich war das Lesen dieses  schon ernst geschriebenen Buches ein anregendes und sehr anspruchsvolles Erlebnis, welches trotzdem teilweise auch vergnüglich, mit viel Witz und Humor,  leicht und unterhaltsam erscheinend daher kam.  

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  • Die Taufe

    Die Taufe

    vormi

    16. May 2017 um 13:42

    Wäre Bert Cousins nicht uneingeladen auf der Taufe von Franny Keating erschienen, all das wäre nicht passiert.Aber noch bevor der Abend hereinbricht, haben er und Frannys Mutter sich geküsst und damit das Ende ihrer jeweiligen Ehe eingeläutet - und beide Familien für immer miteinander verbunden.Die Keating- und Cousinskinder werden zukünftig die Sommer gemeinsam in Virginia verbringen. Sie schmieden über die Jahre ein dauerhaftes Bündnis, sowohl aus Enttäuschung über die eigenen Eltern, als auch aus echter, stetig wachsender Zuneigung.Bis es zwanzig Jahre danach ein neues Familiendrama gibt: "Täufling" Franny hat eine Affäre mit einem berühmten Schriftsteller. Sie erzählt ihm die Keating-Cousins-Story, und plötzlich wird ihrer aller Kindheit die Grundlage für einen unglaublich erfolgreichen Roman. Die unerwünschte Öffentlichkeit zwingt die Geschwister, sich ganz neu mit ihren Verlusten, ihren Schuldgefühlen und ihrer Loyalität auseinanderzusetzen.Inhaltsangabe auf amazonMich hat an diesem Buch das Cover überhaupt nicht angesprochen.Und wäre es mir nicht im Rahmen des amazon Vine Programms zum rezensieren angeboten worden, hätte ich mir wegen des nochtssagenden Cobers wohl nicht mal den Klappentext durchgelesen.Und besonders die letzten Sätze haben mich von dem Buch überzeugt.Leider finde ich aber auch, jetzt nach Lektüre des Buches, das die Inhaltsangabe etwas zu viel verrät.Sie erzählt schon fast die erste Hälfte des Buches.Trotzdem hat mich das ganze Buch so überzeugt, das ich noch nicht mal dafür 1 Stern abziehen mag.Denn an diesem Buch müsste mich eigentlich so viel stören, was ich sonst schon oft in anderen Rezis kritisiert habe - aber das tut es hier nicht, es überzeugt mich sogar meistens noch mehor von dem Buch.Nehmen wir zB die für mich sehr wichtige Nachvollziehbarkeit der handelünden Personen.Das war hier oft nicht der Fall. Denn ich habe oft gedacht, dass ich so oder so nie handln oder mich benehmen würde.Trotzdem fand ich die getroffenen Entscheidungen folgerichtig. Sei es dem Jahrzehnt geschuldet, in dem sich Eltern ihren Kindern gegenüber ganz anders verhalten haben, als ich es für mich richtig und gut finden würde.Oder der Gruppendynamik, die es zwangsläufig bei dem Zusammentreffen der Geschwisterkinder geben muss.Denn es sind 4 und 2 Kinder, die auf einmal die Ferien miteinander verbringen müssen. Und es ist immer nur eines ihrer jeweiligen Eülternpaare anwesend, zudem treffen sie sich immer in unterschiedlichen Alters - und Entwicklungstufen ihrer Kindheit, von der Frage nach Jungen und Mädchen mal gar nicht zu redenl.Auch ein Grund, der mich bei anderen Büchern schon hat verzweifeln lassen - die Geschihcte springt in den Zeiten, das es dem Leser hören und sehen vergehen könnte. Und nie steht auch nur der kleinste Hinweis über dem Kapitel, damit man wenigstens einen Ansatzpunkt hat.Man weiss also zu Kapitelbeginn überhaupt nicht, in welchem Jahrzehnt es spielt und wie alt die betreffenden Familienmitglieder da gerade aktuell sind.Eigentlich unvorstellbar.Und trotzdem macht dieses Buch auch gerade genau das aus.Es erhöht den Reiz beim Lesen immens, bestimmte Dinge über die Familie schon zu wissen, ohne das es dem Leser die Spannung nimmt.Eigentlich ist es sogar genau anders herum. Es erhöht die Leselust ungemein herauszufinden, was den Familienmitgliedern in den insgesamt ca 50 Jahre umspannenden Buch alles widerfahren ist.Es ist ein gesellschftskritischer Roman, der es irgendwie schafft, dass man sich in fast jeden der handelünden Personen hineinversetzen kann, erstaunlich. Und obwohl man manches nicht versteht, kann man es aber immer nachvollziehen.Ein echter Geheimtipp, den ich meiner besten Freundin schon wärmstens ans Herz gelegt und natürlich ausgeliehen habe...Unbedingt lesen, eine höchst interessante Erfahrung.

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  • Familien und ihre Geheimnisse

    Die Taufe

    JulesBarrois

    05. May 2017 um 08:41

    Die Taufe - Ann Patchett (Autorin), Ulrike Thiesmeyer (Übersetzerin), 400 Seiten, Berlin Verlag (2. Mai 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3827013446 Die Geschichte beginnt in den frühen 1960er Jahren. Fix Keating, ein Polizist, verheiratet mit der wunderschönen und verführerischen Beverly. Ihre Tochter Franny wird getauft und sie haben zu einer Party eingeladen. Dort erscheint uneingeladen auch Albert Cousins, stellvertretender Bezirksstaatsanwalt. Er wollte bloß der Langeweile mit heulenden Kleinkindern und seiner müden schwangeren Frau Teresa an einem Sonntagnachmittag entkommen. Er bringt eine große Flasche Gin mit. Der Inhalt wird eine ganze Familie auflösen. Die Geschichte entfaltet sich zwischen dem Leben der Familien Keating und Cousins in den nächsten fünf Jahrzehnten. Als sie 30 Jahre alt ist beginnt Franny Keating eine Beziehung mit dem renommierten Schriftsteller Leon Posen, ein viel älterer Mann, der dringenden Inspirationen für ein neues Buch braucht. Die Geschichten, die Franny ihm von ihrer Kindheit erzählt, bilden die Basis für sein Bestseller-Comeback. Die Auswirkungen dieses Romans, und die Geheimnisse, die er enthüllt, verwendet Ann Patchett, um uns die Geschichten von 10 Personen zu erzählen: die sechs Keating-Cousins Kinder und ihre vier Eltern. Das klingt zunächst wie eine große Familiensaga mit all ihren Verwicklungen, Tragödien und Momenten des Glücks. Ist sie auch. Aber sie ist noch mehr: Wie die Familien sich erinnern und sich selbst beurteilen, wird zu einem der wichtigsten Themen des Romans. Welche Familiengeschichten gehören uns allein? Wer bringt falsche Teile in unsere Geschichte? Wie entwickeln sich Schuld und Vergebung über die Generationen? Und vor allem gibt uns die Autorin tiefe Einblicke in die realen und emotionalen Auswirkungen der Entwurzelung von Familien. Patchett wählt eine episodische Struktur, indem sie zwischen den Charakteren und Jahrzehnten wechselt und Details herauszieht. So gelingt es ihr, wie in einem überreichen Teppich eine faszinierende Geschichte zu weben. Um eine Geschichte mit 10 Protagonisten zu schaffen, die sich über 50 Jahre erstreckt - und viele Orte verteilt ist, das ist schon ein Balanceakt, der große Erzählkunst erfordert. Und Ann Patchett ist eine meisterliche Geschichtenerzählerin. Vor allem versteht sie es perfekt etwas zu zeigen, anstatt nur zu beschreiben. Sie schreibt voller Witz und Wärme, nuanciert, sehr komplex und vor allem authentisch. Ein kluger, aufregender Roman, ernst und anspruchsvoll, dabei von einer erfrischenden Ehrlichkeit, durch die er besonders vergnüglich zu lesen ist. Ein Genuss, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages https://www.piper.de/buecher/die-taufe-isbn-978-3-8270-1344-6 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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