Rezension zu "Trotzdem großer Bruder - Katerkind Ludlu besucht sein Sternengeschwisterchen" von Anna-Maria Böswald
knuddelbackeBei meiner Recherche nach Büchern zum Thema „Sternenkind“ und im Besonderen nach Büchern zum Umgang mit Folgewundern bin ich auf „Trotzdem großer Bruder“ gestoßen.Der Klappentext klang vielversprechend und so bestellte ich das Buch in unserer ortsansässigen Buchhandlung.
In der Vergangenheit habe ich bereits viele Bücher gelesen, die für uns Sterneneltern geschrieben wurden. Für unsere Tochter Isabella hingegegen, als Geschwisterkind eines Sternenkindes, gab es bisher keine entsprechenden Bücher. Lediglich eher allgemein gehaltene Bilderbücher zum Thema „Trauer, Tod und Abschied“ durften in Ihr Buchregal einziehen. Daher bin ich im Vorfeld sehr gespannt auf dieses Buch gewesen.
Das Buch ist vor allem an Geschwisterkinder gerichtet, die den Verlust des Geschwisterkindes mitberlebt haben und deren Welt nun, ebenso wie das der Eltern, aus den Fugen geraten ist.
Die Geschichte ist offen und ehrlich , und dennoch ganz liebevoll erzählt. Die Eltern des kleinen Katzenkindes weinen. Wut, Traurigkeit und Enttäuschung über den Verlust werden offen angesprochen und es wird gezeigt, dass es ok ist wenn der Alltag nun durch andere Gefühle und Emotionen geprägt ist.
Sehr poetisch dreht sich die Geschichte dann darum, wie der kleine Kater loszieht um sein Sternengeschwisterchen im Himmel zu suchen um endlich Antworten auf das „Warum“ zu finden. Hier beginnt die Geschichte abstrakt zu werden. Kater Ludlu findet den Weg in die Wolken und versucht dort mit Hilfe der Regenbogenwolke sein Geschwisterchen zu finden. Nach einer längeren Suche findet Ludlu schließlich sein Geschwisterchen. Leider wird die Frage nach dem “ Warum“ nicht wirklich geklärt oder kindgerecht beantwortet, dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte einen recht guten Traueransatz bietet. Das Sternenkind erklärt, dass es eine Aufgabe im Sternenhimmel hat, die es wahrnehmen muss, und das auch das Geschwisterkind auf Erden eine ganz spezielle Aufgabe hat : bei Mama und Papa sein.
Meine Tochter ist 4 Jahre alt und mochte die Geschichte sehr gerne. Dennoch habe ich gemerkt, dass für sie die Handlung doch an manchen Stellen zu abstrakt ist. Ich muss dazu sagen, dass sie von Ihren zwei Sternengeschwistern weiß. Sie sind vor ihrer Geburt gestorben, haben aber dennoch einen Platz in unserem Leben. Auch wir erzählen ihr, dass sie 2 Geschwister im Himmel hat, und trotzdem musste ich an einigen Stellen erklärend eingreifen um ihr die Handlung verständlich zu machen
Die Geschichte ist liebevoll geschrieben , für meinen Geschmack jedoch viel zu ausführlich. Vielleicht hätte sich eine Gliederung in Kapiteln angeboten. Die Illustrationen mochte meine Tochter ebenfalls, aber auch hier muss ich leider sagen, dass sie meinen Geschmack nicht wirklich getroffen haben. Sie wirken wie am PC mit einem Programm entworfen: ziemlich eckig und rudimentär , irgendwie kindlich. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Art der Illustration nicht vielleicht auch beabsichtigt gewesen ist. Da sie meiner Tochter aber gefallen haben, stelle ich meinen persönlichen Geschmack gerne hinten an.
Die Idee einer Regenbogenbrücke und die Möglichkeit das geliebte Sternengeschwisterchen zu besuchen ist zwar auf eine ganz wundervolle Art sehr phantasievoll, birgt aber auch die Gefahr, dass sich das eigene Kind nun wünscht sein Geschwisterkind im Himmel zu besuchen. Auch meine Tochter äußerte diesbezüglich den Wunsch und ich musste ihr erklären, dass das leider nicht geht.
Ich denke, dass die Autorin hier bedingt durch eigene Erfahrungen als Sternenmutter und mit einer großen Portion persönlichen Bezug und Liebe eine wundervolle Geschichte zum Thema Sternenkinder und Geschwisterkinder geschaffen hat. Allerdings ist die Geschichte nicht von allen Kindern im vollen Umfang geeignet und teilweise unterstützende Erklärung Seitens der Eltern benötigt.







