Anna Brüggemann

 4,4 Sterne bei 129 Bewertungen

Lebenslauf

Anna Brüggemann, 1981 geboren, wuchs in Südafrika, Stuttgart und Regensburg auf. 1996 stand sie erstmals vor der Kamera, seit 2004 schreibt sie Drehbücher. 2014 gewann sie zusammen mit ihrem Bruder den Silbernen Bären, ihr literarisches Debüt Trennungsroman wurde 2021 mit dem Debütpreis der lit.cologne ausgezeichnet. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anna Brüggemann

Cover des Buches Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen (ISBN: 9783550202216)

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen

(102)
Erschienen am 31.10.2024
Cover des Buches Trennungsroman (ISBN: 9783548066479)

Trennungsroman

(27)
Erschienen am 26.09.2024

Neue Rezensionen zu Anna Brüggemann

Zwei Töchter kämpfen um Anerkennung ihrer Mutter

In dem Buch geht es um Wanda und Antonia. Sie sind Schwestern und unterschiedlicher als die beiden kann man kaum sein. Antonia ist alleinerziehend und bekommt oftmals nichts auf die Kette. Wanda ist die Fleißige, Erfolgreiche und kämpft ihr Leben lang mit einer Essstörung.

Die Mutter ist sehr dominant, lässt ihre Töchter auch immer wieder spüren, was sie für sie aufgegeben hat bzw. was für Abstriche sie in ihrem Leben für sie machen musste.

Der Roman zeigt sehr gut, wie subtil oftmals das Mutter-Tochter-Verhältnis ist und wie schwer es ist, sich selbst als Erwachsene von den Erwartungen eines Elternteil zu lösen.

Cover des Buches Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen (ISBN: 9783550202216)
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Rezension zu "Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen" von Anna Brüggemann

hamburgerlesemaus
Ein kraftvoller Roman

WENN NACHTS DIE KAMPFHUNDE SPAZIEREN GEHEN

Anna Brüggemann

ET: 31.10.2024


„Ich habe das Gefühl, ich hab mein ganzes Leben darauf ausgerichtet, dass sie nicht ausflippt. Ich mache alles, damit sie lieb zu mir ist.“ (S. 295)



Die 50-jährige Regina hat zu allem eine Meinung – und die ist selten freundlich. Sie wertet Menschen und Situationen ab, hört nicht zu, reißt jedes Thema an sich und steht dabei immer selbst im Mittelpunkt. Sie lechzt nach Aufmerksamkeit, lästert über Abwesende und betont bei jeder Gelegenheit, dass sie Akademikerin ist – als sei das der alleinige Maßstab für Intelligenz. Selbstkritik kennt sie nicht und gesteht sich eigene Fehler nicht ein.
Am meisten leiden darunter ihre beiden Töchter:
Antonia, die Ältere, versucht sich an ihrer Mutter abzuarbeiten – vergeblich. Nie ist sie gut genug: weder in der Schule noch im Sport und vor allem nicht schlank genug. Später bringt sie – zum Unmut der Mutter – ein Kind ohne Vater zur Welt.
Wanda hingegen verbiegt sich mit Erfolg. Sie ist gertenschlank, sportlich, Klassenbeste und immer in den „richtigen“ Mann verliebt. Doch sie trägt diese Prägung wie eine Last durchs Leben.
Vater Edgar hat sich längst mit der Rolle als schweigendes Anhängsel abgefunden.

Die Geschichte beginnt 1995, und über fast 30 Jahre begleiten wir diese zerrüttete Familienkonstellation.
Ein Wohlfühlroman ist das nicht, aber intensiv, schonungslos und ehrlich.
Immer wieder wünschte ich mir, Antonia würde ihrer Mutter endlich die Meinung sagen. Doch in einer Zeit, in der es kaum Kinderbetreuung gab, war es für eine alleinerziehende Mutter mit schlecht bezahltem Job nahezu unmöglich, ohne Hilfe eines Elternteils ein Kind großzuziehen.


Ein kraftvoller, emotionaler Roman, der mich sehr bewegt hat und den ich euch sehr gerne empfehle.

4½/5

Cover des Buches Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen (ISBN: 9783550202216)
K

Rezension zu "Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen" von Anna Brüggemann

Kathilein91
Empfehlenswerter Roman über komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen

Nach „Trennungsroman“ war ich total gespannt auf Anna Brüggemanns neuen Roman – und er hat mich wirklich begeistert! Diesmal dreht sich alles um die komplexen Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern. Im Fokus stehen Regina und ihre Töchter Antonia und Wanda. Regina hat ihre eigenen Träume für die Familie aufgegeben und projiziert all ihre unerfüllten Wünsche auf die beiden. Antonia bricht aus diesem Erwartungsdruck aus, wird alleinerziehende Mutter und schmeißt ihr Studium hin. Wanda hingegen versucht, es allen recht zu machen, bis sie schließlich in eine Essstörung rutscht, die die Familie weitgehend ignoriert. Die Schwestern schwanken ständig zwischen Rivalität und dem Verlangen nach Anerkennung ihrer Mutter.


Uff, was für ein intensiver, bewegender Roman! Brüggemann beleuchtet die komplexen Mutter-Tochter-Dynamiken und zeigt, wie familiäre Erwartungen das Leben prägen. Wir begleiten die drei Frauen über mehrere Lebensabschnitte und sehen, wie sich ihre Beziehungen verändern, während viele Probleme weiterhin unausgesprochen bleiben. Es sind nicht die großen Wendungen, die den Roman ausmachen, sondern die feinen Einblicke in das, was schiefgelaufen ist, und wie Reginas Erziehung ihre Töchter beeinflusst hat. Ein Thema, das viele von uns betrifft – ob als Tochter, Mutter oder beides.


Regina war für mich die schwierigste Figur – oft narzisstisch und stark auf sich selbst fixiert. Besonders schmerzlich: wie sie Antonia mehr oder weniger subtil spüren lässt, dass Wanda ihre Favoritin ist. Oder wie sie bei Wanda über Antonia ablästern möchte. Celina, Antonias Tochter, ist für mich die heimliche Heldin des Buches. Als sie Regina endlich die Meinung sagt, musste ich innerlich jubeln. Sie verkörpert die Hoffnung auf eine freiere, glücklichere nächste Generation, die sich von den familiären Erwartungen endlich lösen kann. 


Der Titel „Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ ist besonders treffend gewählt. Auf den ersten Blick scheint alles gut zwischen der Mutter und ihren Töchtern, doch in der Dunkelheit, unter der Oberfläche, entfalten sich verborgene Spannungen und Kämpfe. Sehr empfehlenswerter Roman.

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