Anna Campagna

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor*in von Plötzlich hochbegabt.

Lebenslauf

Anna Campagna wurde 1979 in Tübingen geboren und unterrichtet heute an einem Gymnasium bei Stuttgart. Sie hat drei Studienabschlüsse, einen verständnisvollen Ehemann und einen großen Garten. Immer auf der Suche nach neuen Impulsen, liebt sie das Reisen, Literatur und kulinarische Genüsse. Sie begeistert sich für Kunst genauso wie für Punk-Rock-Konzerte oder Vogelbesucher auf dem Balkon. Seit 2022 weiß sie um ihre Hochbegabung und würde sich wünschen, dass dem Thema in der Lehrkräfteausbildung mehr Bedeutung zugemessen wird.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anna Campagna

Cover des Buches Plötzlich hochbegabt (ISBN: 9783442143177)

Plötzlich hochbegabt

(3)
Erschienen am 02.04.2025

Neue Rezensionen zu Anna Campagna

Cover des Buches Plötzlich hochbegabt (ISBN: 9783442143177)
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Rezension zu "Plötzlich hochbegabt" von Anna Campagna

Lia48
Wertvolle Einblicke, aber wenig Heterogenität, wenig Sachinformationen & viel Werbung

Wenn wir in unserer Gesellschaft an „Hochbegabung“ denken, verbinden wir das häufig mit bekannten Genies aus der Wissenschaft, Forschung, Technik oder Kunst, die „schräg“ anmuten und überaus intelligent sind, aber z. B. in sozialen Beziehungen Schwierigkeiten haben (wie z. B. Sheldon Cooper).
Die Medien prägen unser Bild von Hochbegabung und schaffen Stereotype, wodurch wir eher extremere Formen und weniger Zwischentöne wahrnehmen. Dabei kann sich die besagte Eigenschaft sehr vielfältig und individuell auswirken. Nicht jeder ist sich seiner Begabung bewusst und viele werden in Schule, Beruf und Privatleben von ihr ausgebremst, da unser System an zahlreichen Stellen nicht danach ausgerichtet ist.
Hochbegabung betrifft oft den ganzen Menschen und zeigt sich durch eine hohe Intensität z. B. bei geistiger Aktivität, sinnlicher Wahrnehmung, Fühlen, Empfinden und Handeln. Zudem ist das gleichzeitige Auftreten von Hochsensibilität, Autismus-Spektrum-Störung, ADHS, Legasthenie und Synästhesie nicht unwahrscheinlich. 
Gemeinsam haben alle Hochbegabten einen IQ von 130 Punkten und mehr, womit sie etwa zwei Prozent aller Menschen ausmachen und sich vom Durchschnitt (100 Punkte) und „Normal“-Bereich (85–115 Punkte) unterscheiden.
Das Verhältnis von Frauen und Männern ist in etwa gleich, wobei Letztere häufiger getestet und Erstere eher später erkannt werden. 

In diesem Buch berichten 27 Menschen, die alle erst im Erwachsenenalter von ihrer Hochbegabung erfahren haben, jeweils in einem autobiografischen Kapitel aus ihrem Leben. Ihre Lebens- und Bildungswege sind verschieden, aber überschneiden sich häufig. Es zeigt sich, dass viele von ihnen vorher nicht davon ausgegangen sind, hochbegabt zu sein (das Umfeld scheint es teilweise eher zu vermuten), sich lediglich als „anders“ oder „nicht zugehörig“ fühlen, unter Anpassungsdruck leiden und ihre positiven Testergebnisse stark anzweifeln.
Immer wieder sind persönliche Krisen ein Ausgangspunkt, sich testen zu lassen. Oder wenn bei Familienmitgliedern eine Hochbegabung festgestellt wird (genetische Disposition). Auch ein häufiger Wechsel zwischen zahlreichen unterschiedlichen Berufsgruppen/Ausbildungen/Studiengängen kann dabei vorkommen. Die Erkenntnis über die eigene Hochbegabung wird oft als Wendepunkt im Leben beschrieben: Endlich haben besagte Menschen eine Erklärung und können sich anders ausrichten. 

An Erfahrungsberichten schätze ich sehr, dass man einen Blick in die verschiedensten Lebenswelten von unterschiedlichen Leuten werfen und diese kennenlernen kann.
Die hiesigen machen fast das ganze Buch aus – sonst gibt es noch ein informatives und interessantes Vorwort sowie ein paar Seiten Anhang.
Soll heißen: Wer sich für persönliche Erfahrungsberichte interessiert, könnte mit diesem Buch evtl. richtig liegen.
Für mich persönlich hätten deutlich weniger gereicht, da sich doch einiges ähnelt oder wiederholt.
Dafür hätte ich mir ergänzend noch sehr viel mehr Sachinformationen gewünscht, da ich mich bisher sonst nicht mit dem Thema auseinandergesetzt habe. 

Dass fast nur Frauen zu Wort kommen, die überwiegend problembehaftet aus ihrem Leben schildern und insgesamt wenig Heterogenität herrscht, sehe ich ebenfalls kritisch.

Zusätzlich wirkte die Lektüre für mich immer wieder zu sehr nach einer Werbemaßnahme für Mensa in Deutschland e. V. (Netzwerk für hochbegabte Menschen, bei dem man auch den kostenpflichtigen Test auf Hochbegabung absolvieren kann), durch die das Buch unterstützt wird. Natürlich ist es wertvoll, dass es Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch gibt, dennoch bleibt da bei all dem Lobgesang ein bitterer Nachgeschmack … 

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FAZIT: Auch wenn das Buch lesenswerte Aspekte enthält und ich die Thematik interessant finde, wurden meine Erwartungen doch etwas enttäuscht. Mehr Sachinformationen und eine umfangreichere Heterogenität bei der Auswahl der Schreibenden, hätte ich dagegen bevorzugt. Wer das nicht benötigt, könnte vielleicht mehr damit anfangen. 3/5 Sterne!

Cover des Buches Plötzlich hochbegabt (ISBN: 9783442143177)
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Rezension zu "Plötzlich hochbegabt" von Anna Campagna

seschat
Unbedingt weiterempfehlen

Ich trage das Thema Hochbegabung schon eine Weile mit mir herum und habe bereits diverse Sachbücher zum Thema gelesen. Das vorliegende Buch "Plötzlich hochbegabt" richtet sich an spät erkannte Hochbegabte und basiert auf 27 kurzen Lebensgeschichten von Mensamitgliedern. Ausgehend vom Gefühl des Andersseins bzw. positiven Tests der Kinder haben sich die im Buch vertretenen erst mit fast 40 oder viel später auf Hochbegabung testen lassen. Nach dem IQ-Test trat für viele Gewissheit und zugleich Erleichterung ein. Ein Schritt, den ich auch wagen sollte... Das Besondere an diesem Buch ist der ehrliche Grundton und die vielschichtige Ausprägung der Hochbegabung innerhalb der Gesellschaft. Es sind Menschen wie du und ich, die oft im Alltag nicht sonderlich auffallen, sondern einfach ihre Arbeit machen und viel Input brauchen. Ich danke den drei Autoren, die selbst auch Mensaner sind, für dieses längst überfällige Buchprojekt, das mir die Augen geöffnet hat und viele Aha-Momente bescherte. Hochbegabt zu sein heißt nicht automatisch ein schrulliger Nerd zu sein. Es gibt viele Facetten, die es gilt ans Licht zu bringen und auszuleben. Ich habe die 284 Seiten regelrecht verschlungen und werde mich nun den angeführten Podcasts, Literaturempfehlungen und weiteren "hochbegabten" Lebensgeschichten hinter dem im Buch abgedruckten QR-Code widmen.

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