Anna Enquist Kontrapunkt

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Inhaltsangabe zu „Kontrapunkt“ von Anna Enquist

Von der Autorin des Bestsellers »Letzte Reise«Nichts ist schmerzlicher als der Verlust eines geliebten Menschen. Und nichts ist schrecklicher als das allmähliche Verblassen der Erinnerung an ihn. Nach dem tragischen Tod ihrer Tochter will die Mutter ihre Erinnerungen lebendig erhalten. Sie stemmt sich gegen die verstreichende Zeit – und verzweifelt fast daran. Erst als sie, die ausgebildete Pianistin, wieder beginnt, Bachs Goldberg-Variationen am Klavier einzustudieren, erkennt sie, dass ihr die Musik eine Brücke zu ihrer Tochter sein kann. Selten wurden bisher so intensiv und klar Leben und Musik in eins gesetzt, und selten berührte ein Buch so tief.

Ich habe "Die Betäubung" von Anna Enquist verschlungen und stehe nun etwas zwiegespalten vor diesem Roman.

— Gerdab
Gerdab

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  • Ein sehr zutreffender Titel

    Kontrapunkt
    Gerdab

    Gerdab

    25. January 2016 um 11:58

    Anna Enquist kennt sich aus in der Welt der Komposition. Ähnlich einem kontrapunktischen Musikstück werden hier Bachs Goldberg Variationen mit der Leidensgeschichte der Protagonistin eingeführt, gegenübergestellt, verwoben, enggeführt. Das Buch hat mich betreffs der persönlichen Geschichte seltsam unberührt und kalt gelassen. Die musikalischen Ausführungen, Analysen der Annäherung an das Musikstück hingegen haben mir Lust auf die Goldberg Variationen gemacht, die im Moment ohnehin mal wieder "dran" sind. Es gibt mehrere hervorragende neue Einspielungen. Der Musik ist damit ein guter Dienst erwiesen worden - sofern das Buch auch bei anderen Lesern die Hörlust geweckt hat.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Rezension zu "Kontrapunkt" von Anna Enquist

    Kontrapunkt
    wiebeke

    wiebeke

    16. January 2012 um 17:58

    Mein absolutes Lieblingsbuch im vergangenen Jahr!

  • Frage zu "Der Klang der Zeit" von Richard Powers

    Der Klang der Zeit
    GraceKelly

    GraceKelly

    Der Klang der Zeit von R. Powers ist eine total schöne Liebeserklärung an die Musik. Welche wetieren Romane kennt ihr, bei denen Musik eine Rolle spielt? Mein Onkel ist Musiker und ich würde ihm gerne eines eurer Vorschläge schenken! Danke

    • 6
  • Rezension zu "Kontrapunkt" von Anna Enquist

    Kontrapunkt
    Leselust

    Leselust

    15. September 2009 um 22:12

    Eine Mutter will nach dem tragischen Tod ihrer Tochter die Erinnerung an diese lebendig erhalten. Sie kann nicht loslassen und erinnert sich schmerzhaft an die zurückliegende gemeinsame Zeit. Erst als sie, eine ausgebildete Pianistin, wieder beginnt, Bachs Goldberg-Variationen am Klavier einzustudieren, erkennt sie, dass ihr die intensive Auseinandersetzung mit der Musik eine Brücke zu ihrer Tochter sein kann. Mithilfe der Goldberg - Variationen, welche unterschiedliche Stimmungen und Tempi wiedergeben, wird das Leben der Tochter beschieben. Die Musik als Sprachrohr der Gefühle, als Spiegel tragischer, düsterer, fröhlicher und lebhafter Stimmungen und Erlebnisse. Ein sprachlich schön geschriebenes und ungewöhnliches Buch.

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  • Rezension zu "Kontrapunkt" von Anna Enquist

    Kontrapunkt
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    26. January 2009 um 14:18

    Das habe ich in einer Nacht verschlungen - herzzerreißend schön.

  • Rezension zu "Kontrapunkt" von Anna Enquist

    Kontrapunkt
    Gruenente

    Gruenente

    23. November 2008 um 18:36

    Eine Frau (Namen werden nicht genannt) trauert um ihre verstorbene Tochter. Als sie beginnt die Goldbergvariationen von Bach einzustudieren gelingt es Ihr endlich, durch die Musik den Tod der Tochter zu verarbeiten. Jedesder 32 Einzelstücke ergibt ein Kapitel im Buch und wird einer Episode aus dem gemeinsamen Leben gleichgesetzt. Musik und persönliche Erlebnisse gleichen sich. Sie setzt sich mit Bach selbst auseinander und sieht auch dort einige Parallelen. Das Buch ist wunderbar geschrieben, unkomplizierte Sätze und schöne Vergleiche zwischen Musik und Leben. Für mich, als Mutter und Klavierspielerin (leider Anfängerin) ein wunderbares, einfühlsames Buch,das mir auch einen schönen Einblick in die Arbeit einer Pianistin gbt. Schade, dass ich das Buch geliehen habe,das hätte ich gerne im Regal stehen gehabt.

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  • Rezension zu "Kontrapunkt" von Anna Enquist

    Kontrapunkt
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    02. November 2008 um 17:14

    Die Kombination der "Goldberg-Variationen" mit dem Verlust der erwachsenen Tochter hat mich zu diesem Buch greifen lassen.Die Autorin erzählt minutiös ihre Erarbeitung der Variationen als Pianistin, gekoppelt mit Erlebnissen aus der Kindheit der Tochter.Ich war über die verstandesmäßige Beschreibung der Mutter-Tochter-B eziehung ziemlich enttäuscht, ich habe mehr mütterlich-emotionales Verhalten erwartet.

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  • Rezension zu "Kontrapunkt" von Anna Enquist

    Kontrapunkt
    HeikeG

    HeikeG

    15. August 2008 um 18:26

    Zerrissene Verbindungen "Musik setzt im Chaos die Ordnung instand, namentlich die Beziehung des Menschen zur Zeit." Diese Aussage des russisch-französisch-US-amerikanischen Komponisten Igor Strawinsky kann als Leitmotiv über dem neuen, tief beeindruckenden Roman der 1945 in Amsterdam geborenen Anna Enquist stehen. Denn mit Musik versucht die Autorin den Verlust eines Menschen aufzuarbeiten: den Tod ihrer Tochter. Ihre Profession kommt ihr dabei sehr zu Gute - die Niederländerin ist ausgebildete Konzertpianistin und arbeitete lange Jahre als Psychoanalytikerin. Mit der Einstudierung der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach, eines der schwierigsten und einen unglaublich hohen Grad an Virtuosität fordernden Klavierkompositionen, versucht sie, die langsam zu blassen Gemeinplätzen geschrumpften Erinnerung an ihre Tochter wieder neu zu beleben. Durch die Auseinandersetzung mit den dreißig Variationen, die von einer solchen musikalischen Komplexität sind, dass sie einem mehr oder weniger versierten Hörer den Verstand rauben, gleichzeitig aber auch für das Seelenheil eines kranken bzw. leidenden Geistes sorgen können, gelingt es der Protagonistin, eine Brücke zu bauen und letztendlich ihre Erinnerungen zu Papier zu bringen. Der Druck der immer stärker an ihr ziehenden Zukunft wird gemindert und der Vergangenheit die notwendige Nähe gestattet. "Durch das Klavierspiel baute man eine Laufbrücke, einen wackligen Steg, der es zumindest erlaubte, inmitten der Verwüstung umherzugehen und das lädierte Gebiet zu besichtigen." Wie dies Anna Enquist stilistisch und kompositorisch gelingt, ist großartig und ungemein einfallsreich. Sie hat ihr komplettes Romankonstrukt in das spätbarocke Stück Bachs eingewebt. An den Beginn ihrer einzelnen Kapitel stellt sie die jeweiligen Satzüberschriften des Originalwerks sowie die ersten Takte. Den nachfolgenden Text verknüpft sie virtuos zu einer Melange aus persönlichen Reminiszenzen, Stückinterpretationen sowie biografischen Einflechtungen aus dem Leben Johann Sebastian Bachs. Hierbei lässt sie ihren auktorialen Erzähler von "der Frau" sprechen, wenn sie die Musik analysiert und von "der Mutter" wenn eigene Familienerlebnisse aufflammen. Ihre Erinnerungen sind kein chronologischer Gedankenfluss, sondern so wie die Bilder in ihrem Kopf auftauchen - angeregt durch die Auseinandersetzung mit Bachs Musik -, lässt sie ihnen freien Lauf. Überraschenderweise entstehen somit grandiose Dualitäten: keine makellose Einstimmigkeit von Melodielinien, sondern eine wechselseitige Auseinander- und wieder Zueinanderbewegung, ein Gespinst einander durchdringender Stimmen, die dennoch Individualität erkennen lassen; ein harmonisches Gewirr, das trotzdem Akkorde bildet. Sie denkt an die schwere Geburt der Tochter, an Familienurlaube, den ersten Schultag, das bestandene Examen, das enge Verhältnis der beiden Geschwister (es gibt noch einen jüngeren Sohn), an Unfälle, Missgeschicke, besondere Ereignisse oder auch nur alltägliche Erlebnisse einer innigen Mutter-Tochter-Beziehung. Enquist mischt Bachs und die Töne der Erinnerung virtuos zu einer "sich kontinuierlich fortbewegenden Klangwolke zusammen, in der das Verschiedenartige" verschmilzt und dadurch ein harmonisches Gefüge entsteht. Der Horizont der immer mehr verblassenden Erlebnisse, der Vergangenheit, wird nach und nach erweitert und liegt letztendlich klar und als komplettes Bild vor ihr. Die Wut weicht einer distanzierten Gelassenheit, "der aufgeregte Herzschlag hatte sich dem besonnenen Tempo angepasst. Das Gemüt hatte sich beruhigt (...) Die Zeit bläst ihren heilenden Atem über die Wunde, die allmählich zu einer Narbe verwachsen wird." Bachs Musik hat ihr wieder Leben eingehaucht und den Mut gegeben, Zuflucht zur Sprache zu finden: "Das Einprägen der Noten und das Entwirren der Melodien hatte ihr lädiertes Hirn in Beschlag genommen. Im Takt der Musik hatte sie jeden Tag für eine Weile unbefangen atmen können. Durch die Hintertür hatte Bach ihr Zugang zu ihrem Gedächtnis verschafft: Jede Variation hatte Erinnerungen an das Kind wachgerufen, die sie in dem Heft notiert hatte." Zum uneingeschränkten Lesegenuss trägt gleichfalls die herausragend einfühlsame und stilsichere Übersetzung durch Hanni Ehlers bei, die schon seit fast zwanzig Jahren Literatur aus dem Niederländischen für das deutschsprachige Publikum zugängig macht und auf ein großes Übersetzungsoeuvre zurückblicken kann. Neben Werken Connie Palmen, Nelleke Noordervliet und Leon de Winter, übersetzte sie zum Beispiel auch Anna Enquists vorangegangen Roman "Letzte Reise". Fazit: Anna Enquist gelingt ein kleines Meisterwerk, das den Leser wie in Trance hineingleiten und am Ende beinahe fiebrig und nur schwer wieder auftauchen lässt. Noch lange nach dem Zuschlagen der letzten Seite ist man gefangen und emotional bewegt. Ohne überbordende Empathie verarbeitet sie die Tragödie ihrer Familie mit alltäglichen - mal heiteren, mal traurigen - Erinnerungen aus der Vergangenheit und der Auseinandersetzung mit Musik. Gleichzeitig führt sie auf unglaublich faszinierende und einfühlsame Weise an ein beeindruckendes Werk - die Goldberg-Variationen - und vor allem seinen grandiosen Schöpfer - Johann Sebastian Bach - heran. Eine Empfehlung, dieses Buch ein zweites Mal, dann jedoch unbedingt gemeinsam mit der unglaublichen Intensität der Goldberg-Variationen zu "fühlen", wird unbedingt gegeben.

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