Anna Erelle

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Rezension zu "Undercover Dschihadistin" von Anna Erelle

Undercover Dschihadistin
KlaasHarbourvor 2 Jahren

Syrien: Abu Bilel al-Firansi, die rechte Hand des IS-Anführers Abu Bakr al Baghdadi sitzt in seinem SUV und skypt mit Melodie. Eine 20-Jährige, zum Islam konvertiere Frau aus Toulouse. Mit täglichen Anrufen drängt er sie dazu, doch endlich nach Syrien zu kommen und seine Frau zu werden. Was er nicht weiss: Am anderen Ende der Leitung und somit 4000 Kilometer entfernt, sitzt nicht Melodie, sondern Anna Erelle, eine Journalistin aus Paris, getarnt mit Hijab und Djelleba. 
Diesen beängstigenden Monat aus ihrem Leben beschreibt Anna Erelle - ein Pseudonym - in diesem Buch. Aus der Ich-Perspektive führt die Autorin mit einem schnellen, sachlichen, aber trotzdem emotionellen Schreibstil durch das Buch und lässt es erschreckend spannend werden. Fast schon ein Thriller, wenn man nicht wüsste welche beängstigenden Abgründe sich hinter den Worten auftun.
50.000 Mal hat sich das französische Original "Dans la peau d'une djihadiste" ("In der Haut einer Dschihadistin")bereits in Frankreich verkauft - Zu recht! Wer einen Einblick in das Rekrutierungsnetzwerk des Islamischen Staates gewinnen will, der zwar auf der Sicht einer Einzelnen beruht, aber erschreckend real ist, wird hier auf jeden Fall belohnt.

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Rezension zu "In the Skin of a Jihadist: Inside Islamic State's Recruitment Networks" von Anna Erelle

Erschreckend und beklemmend
anushkavor 2 Jahren

Anna Erelle ist eine französische Journalistin, die schon länger über die IS-Extremisten berichtet. Nachdem sie auf einem Fakeprofil ein Video eines Islamisten teilt, nimmt dieser Kontakt zu ihr auf, umgarnt sie und will sie dazu bewegen, nach Syrien auszureisen. Unter einer falschen Identität geht Anna auf die Annäherungsversuche des hochrangigen IS-Kämpfers ein und findet sich schon bald in einer beklemmenden Situation wieder. Plötzlich ist sie die Frau eines Dschihadisten und als Journalistin höchster Gefahr ausgesetzt.

In diesem Buch verarbeitet Erelle die persönliche Seite ihrer Recherche zu den Rekrutierungsnetzwerken des Islamischen Staates. Die Informationen, die sie Bilel entlocken konnte, hat sie bereits in Presseartikeln veröffentlicht, dieses Buch soll nun die menschliche Seite ihrer Recherche beleuchten, die sie allzu oft in ihren Artikel ausblenden muss. Es ist beklemmend und erschreckend, wie schnell der IS-Kämpfer versucht, sich die vermeintliche 20-jährige unerfahrene Konvertiten Untertan zu machen, immer wechselnd zwischen Verführung und Dominanz. Er verspricht "Mélodie" das Leben einer Prinzessin, obwohl das Land nachweislich vom Krieg zerstört ist und der IS wie Untiere unter der Bevölkerung wütet. Bilel brüstet sich sogar mit seinen Taten und bezeichnet das Töten als seinen Job. Erelle zeigt auf erschreckende Weise auf, wie die digitale Rekrutierung der Extremisten funktioniert und wie leicht junge Mädchen dem verfallen können. Besonders erschreckend sind die letzten Kapitel, die die Gefahr deutlich machen, in der sich zunächst "Mélodie" und dann Anna selbst befindet. Schließlich wird sogar eine Fatwa über sie verhängt.

Dass dieses Buch von mir nicht die volle Punktzahl erreicht, liegt an ein paar stilistischen Dingen. So werden beispielsweise einige Zusammenhänge nicht hergestellt oder erläutert. Zudem schauen sich Anna und ihr Fotograf schon zeitig oft erschrocken an oder kann der Fotograf seine Wut kaum im Zaum halten ohne dass klar wird, warum eigentlich. Hier fehlt dem Leser der Bezug dazu, wie weit Anna sich bereits in die Recherche vertieft bzw. persönlich eingebracht hat. Auch werden verschiedene Vorfälle und Fälle angesprochen, die man sicherlich in Medienberichten finden kann, wenn man nebenher beim Lesen recherchiert. Man hätte diese Information aber auch einfach in das Buch mit aufnehmen können und vielleicht noch einige Geschichten der von Erelle interviewten Mädchen, die nach Syrien ausreisen wollten, als Parallelen daneben stellen können. Oft genug nimmt Erelle ja Bezug auf diese, leider ohne dass sie erläutert werden. So ist dieses Buch zwar ein sehr erschreckender und persönlicher Bericht, der einen unglaublichen Einblick liefert, aber manchmal sind die Gefühle und Handlungen der "Protagonistin" gerade am Anfang nicht immer ganz nachvollziehbar.

Trotzdem ist dieser Bericht packend und spannend und entwickelt einen ziemlichen Sog. Und man erhält einen Einblick in die völlig verquere Gedankenwelt von Extremisten, die große Landflächen kontrollieren und skrupellos Menschen töten, die ihre abstrusen Verhaltensregeln nicht befolgen. Erelle zeigt auf erschreckende Weise auf, wie die Rekrutierung junger europäischer Frauen über das Internet funktioniert und welches Schicksal sie höchstwahrscheinlich vor Ort erwartet. Der Autorin gebührt höchster Respekt für ihren Mut, ihre Recherchen öffentlich zu machen.

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S

Rezension zu "Undercover-Dschihadistin" von Anna Erelle

Undercover-Dschihadistin, rezensiert von Götz Piesbergen
Splashbooksvor 3 Jahren


Es vergeht kaum ein Tag, in dem nicht eine neue Nachricht von irgendwelchen Gräueltaten der islamistischen Organisationen erscheint. Seien es die IS oder Al Qeada oder Neuigkeiten über Rekruten, die das Land verlassen. Es gibt kein Entkommen vor diesem Thema. Und umso wichtiger sind die Bücher, die einen Hintergrund für diese Ereignisse bieten. Die sich mit dem islamischen Staat an sich beschäftigen oder, wie im Falle von Anna Erelle, die Methoden offenlegen, mit denen diese Fanatiker Nachschub rekrutieren.

Dabei hat Anna Erelle einen hohen Preis dafür bezahlt. Denn es handelt sich hierbei um ein Pseudonym, da die Reporterin um ihr Leben fürchten musste und seitdem von der Polizei geschützt untergetaucht lebt. Ihr Buch erschien in Frankreich einen Tag nach dem Attentat auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo.

Dabei war es eigentlich nur Zufall, der dafür sorgte. Die Journalistin hat einen Fakeaccount unter Facebook. Melodie ist dort ihr Name. Und eben auf jene ist eines Tages der Dschihadist Bilel zugetreten. Was folgte, war eine Phase in ihrem Leben, die sie für immer veränderte.

Fast hat das, worüber sie berichtet, etwas Komisches. Wie sie in der Rolle der naiven und unbedarften Melodie den erfahrenen Krieger teilweise in die Ecke drängt, wo er dann herumdruckst oder ungenaue Äußerungen von sich gibt. Da kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Doch dabei hat die Angelegenheit einen ernsten Hintergrund. Was zunächst wie eine bloße Spielerei anfängt, entwickelt sich immer mehr zu einer Belastung für die Journalistin. Immer mehr übernimmt Melodie quasi ihr Leben und zwingt sie förmlich dazu, eine gespaltene Persönlichkeit zu entwickeln. Selbst im Urlaub kann sie nicht ohne sie existieren, übernimmt die Arbeit einen Teil ihrer Freizeit. Entspannen oder Vergnügen mit ihrer Freundin ist nicht.

Rest lesen unter:
http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22186/undercover_dschihadistin_wie_ich_das_rekrutierungsnetzwerk_des_islamischen_staats_ausspionierte

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