Anna Erelle

 4,5 Sterne bei 16 Bewertungen

Lebenslauf

Anna Erelle ist das Pseudonym einer französischen Journalistin, die nach der Veröffentlichung ihres Buchs über die Rekrutierungsmethoden islamistischer Milizen mit der Fatwa bedroht ist. Sie lebt unter Polizeischutz und kann ihre wahre Identität nicht preisgeben.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Anna Erelle

Cover des Buches Undercover Dschihadistin (ISBN: 9783426787953)
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Rezension zu "Undercover Dschihadistin" von Anna Erelle

GiaLuu
Eine sehr mutige Recherche

Anna Erelle recherchiert in den sozialen Netzwerken, mit welchen Methoden radikale islamistische Organisationen in Europa Jugendliche für den Krieg in Syrien anwerben. Unter dem Deckmantel der jungen Konvertitin Melodie nimmt sie auf Facebook Kontakt mit einem Kommandanten des IS auf und entlockt ihm Informationen über das Söldnerleben in der Kampfzone. Bereitwillig gibt der Mann Auskunft, denn er will Melodie an sich binden. Anna Erelles Buch hat Furore gemacht. Nach dem Erscheinen wurde sie vom IS mit der Fatwa bedroht und lebt nun unter Polizeischutz.


Ein sehr aufwühlendes und bedrückendes Buch, was aber sehr gut geschrieben und unglaublich mutig von der Autorin ist. Es ist sehr spannend und wichtig etwas über die Organisation der Terrorgruppe des IS zu erfahren, da so viele, vor allem junge Menschen von ihnen ja angeworben wurden unter falschen Tatsachen. Und nicht wenige ihr Leben danach verloren haben. Durch das Buch bekommt man einen Einblick wie eben dies dem IS gelungen ist. Es war teilweise für mich sehr bewegend über diese Dinge zu lesen und was die Autorin tun musste und bereit war zu tun, und sich damit in Lebensgefahr begeben hat. 

Cover des Buches Undercover Dschihadistin (ISBN: 9783426787953)

Rezension zu "Undercover Dschihadistin" von Anna Erelle

Ein LovelyBooks-Nutzer
Undercover Dschihadistin

Syrien: Abu Bilel al-Firansi, die rechte Hand des IS-Anführers Abu Bakr al Baghdadi sitzt in seinem SUV und skypt mit Melodie. Eine 20-Jährige, zum Islam konvertiere Frau aus Toulouse. Mit täglichen Anrufen drängt er sie dazu, doch endlich nach Syrien zu kommen und seine Frau zu werden. Was er nicht weiss: Am anderen Ende der Leitung und somit 4000 Kilometer entfernt, sitzt nicht Melodie, sondern Anna Erelle, eine Journalistin aus Paris, getarnt mit Hijab und Djelleba. 
Diesen beängstigenden Monat aus ihrem Leben beschreibt Anna Erelle - ein Pseudonym - in diesem Buch. Aus der Ich-Perspektive führt die Autorin mit einem schnellen, sachlichen, aber trotzdem emotionellen Schreibstil durch das Buch und lässt es erschreckend spannend werden. Fast schon ein Thriller, wenn man nicht wüsste welche beängstigenden Abgründe sich hinter den Worten auftun.
50.000 Mal hat sich das französische Original "Dans la peau d'une djihadiste" ("In der Haut einer Dschihadistin")bereits in Frankreich verkauft - Zu recht! Wer einen Einblick in das Rekrutierungsnetzwerk des Islamischen Staates gewinnen will, der zwar auf der Sicht einer Einzelnen beruht, aber erschreckend real ist, wird hier auf jeden Fall belohnt.

Erschreckend und beklemmend

Anna Erelle ist eine französische Journalistin, die schon länger über die IS-Extremisten berichtet. Nachdem sie auf einem Fakeprofil ein Video eines Islamisten teilt, nimmt dieser Kontakt zu ihr auf, umgarnt sie und will sie dazu bewegen, nach Syrien auszureisen. Unter einer falschen Identität geht Anna auf die Annäherungsversuche des hochrangigen IS-Kämpfers ein und findet sich schon bald in einer beklemmenden Situation wieder. Plötzlich ist sie die Frau eines Dschihadisten und als Journalistin höchster Gefahr ausgesetzt.

In diesem Buch verarbeitet Erelle die persönliche Seite ihrer Recherche zu den Rekrutierungsnetzwerken des Islamischen Staates. Die Informationen, die sie Bilel entlocken konnte, hat sie bereits in Presseartikeln veröffentlicht, dieses Buch soll nun die menschliche Seite ihrer Recherche beleuchten, die sie allzu oft in ihren Artikel ausblenden muss. Es ist beklemmend und erschreckend, wie schnell der IS-Kämpfer versucht, sich die vermeintliche 20-jährige unerfahrene Konvertiten Untertan zu machen, immer wechselnd zwischen Verführung und Dominanz. Er verspricht "Mélodie" das Leben einer Prinzessin, obwohl das Land nachweislich vom Krieg zerstört ist und der IS wie Untiere unter der Bevölkerung wütet. Bilel brüstet sich sogar mit seinen Taten und bezeichnet das Töten als seinen Job. Erelle zeigt auf erschreckende Weise auf, wie die digitale Rekrutierung der Extremisten funktioniert und wie leicht junge Mädchen dem verfallen können. Besonders erschreckend sind die letzten Kapitel, die die Gefahr deutlich machen, in der sich zunächst "Mélodie" und dann Anna selbst befindet. Schließlich wird sogar eine Fatwa über sie verhängt.

Dass dieses Buch von mir nicht die volle Punktzahl erreicht, liegt an ein paar stilistischen Dingen. So werden beispielsweise einige Zusammenhänge nicht hergestellt oder erläutert. Zudem schauen sich Anna und ihr Fotograf schon zeitig oft erschrocken an oder kann der Fotograf seine Wut kaum im Zaum halten ohne dass klar wird, warum eigentlich. Hier fehlt dem Leser der Bezug dazu, wie weit Anna sich bereits in die Recherche vertieft bzw. persönlich eingebracht hat. Auch werden verschiedene Vorfälle und Fälle angesprochen, die man sicherlich in Medienberichten finden kann, wenn man nebenher beim Lesen recherchiert. Man hätte diese Information aber auch einfach in das Buch mit aufnehmen können und vielleicht noch einige Geschichten der von Erelle interviewten Mädchen, die nach Syrien ausreisen wollten, als Parallelen daneben stellen können. Oft genug nimmt Erelle ja Bezug auf diese, leider ohne dass sie erläutert werden. So ist dieses Buch zwar ein sehr erschreckender und persönlicher Bericht, der einen unglaublichen Einblick liefert, aber manchmal sind die Gefühle und Handlungen der "Protagonistin" gerade am Anfang nicht immer ganz nachvollziehbar.

Trotzdem ist dieser Bericht packend und spannend und entwickelt einen ziemlichen Sog. Und man erhält einen Einblick in die völlig verquere Gedankenwelt von Extremisten, die große Landflächen kontrollieren und skrupellos Menschen töten, die ihre abstrusen Verhaltensregeln nicht befolgen. Erelle zeigt auf erschreckende Weise auf, wie die Rekrutierung junger europäischer Frauen über das Internet funktioniert und welches Schicksal sie höchstwahrscheinlich vor Ort erwartet. Der Autorin gebührt höchster Respekt für ihren Mut, ihre Recherchen öffentlich zu machen.

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