Anna Funder Alles, was ich bin

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Inhaltsangabe zu „Alles, was ich bin“ von Anna Funder

Drei Menschen, drei Schicksale, ein leidenschaftlicher Kampf für die Freiheit: 1935 werden in einem Londoner Hotelzimmer die bekannten deutschen Widerstandskämpferinnen Dora Fabian und Mathilde Wurm tot aufgefunden. Die Gestapo spricht von Selbstmord der beiden Frauen, die engstens mit dem charismatischen Revolutionär und Schriftsteller Ernst Toller bekannt waren. Von Hitlers Machtergreifung in Berlin an begleitet Anna Funder in ihrem großen Roman die Gruppe von Freunden, die über Nacht zu einer Bande Verfolgter wird. Sie fliehen nach London, wo sie neue Verbündete finden und große Gefahren auf sich nehmen, um den Widerstand gegen die Nazis zu organisieren. Aber sie sind dort nicht sicher – ein einziger Verrat wird die Freunde auseinandersprengen und in alle Winde zerstreuen. Packend und tief bewegend bringt Anna Funder Licht in eine der mysteriösesten Geschichten des Exils. Sie erzählt von der Verbindung dreier außergewöhnlicher Menschen, die in Zeiten größten Aufruhrs alles riskieren – für die Freiheit und die Liebe.

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.

— Schatzdose
Schatzdose

Leicht und eindrucksvoll geschrieben. Und ich liebe Bücher über starke Frauen

— andrea_strickliesel
andrea_strickliesel

Eine der Geschichten, die leider in Vergessenheit geraten, weil ihre Akteure nur eine unbedeutende Rolle in der Geschichte spielen.

— Astrid_91
Astrid_91

Das ist Geschichte nach meinem Geschmack.

— Wuschelchen99
Wuschelchen99

Ein Buch, dass ich jedem, der sich schon mit der Nazizeit beschäftigen durfte, ans Herz lege.

— utaechl
utaechl

Spannende Geschichte einer Gruppe von 5 Exildeutschen in London. Eine Geschichte über Widerstand und Verrat.

— Smberge
Smberge

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  • Rezension zu "Alles, was ich bin"

    Alles, was ich bin
    Schatzdose

    Schatzdose

    29. February 2016 um 10:47

    Schade, ich hatte mich so darauf gefreut, dieses Buch zu lesen. Aber irgendwie hat es nicht gehalten, was die Leseprobe versprochen hat. Die Geschichte war sehr langatmig. Ich konnte mich gar nicht so richtig in die Personen hineinversetzen. Vielleicht hätte es geholfen, wenn die äußeren Umstände noch mehr thematisiert worden wären. Zwischendurch habe ich mich häufig gefragt, mit welchem Ziel dieses Buch geschrieben wurde. Um das Andenken an die Freundin zu bewahren? Hätte es dafür nicht andere Wege gegeben? Gegen Ende kommt etwas mehr Dynamik in die Sache (und damit meine ich jetzt nicht die Selbstmorde) und es fiel mir wieder leichter, bis zum Schluss durchzuhalten.

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  • Liebe und Verrat

    Alles, was ich bin
    Isabell47

    Isabell47

    22. July 2015 um 14:11

    Das Buch schildert die die Geschichte von Ruth, ihres Mannes Hans, Toller und ihrer Cousine Dora. Es wird abwechselnd über Ruth und aus der Sicht von Toller berichtet. Es wird über die Zeit der Machtergreifung Htlers erzählt und was das für das Leben der erwähnten Personen bedeutet. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, welche Anna Funder mit schriftstellerischen Freiheiten sehr faszinierend und bewegend erzählt. Tolller und Ruth haben beide ihre Liebe verloren und trotzdem hat Ruth nie aufgehört zu kämpfen - bis zu letzt als ihr der Krebs im hohen Alter die Kraft nimmt. Mir lief es teilweise eiskalt den Rücken herunter, wenn die junge Ruth von ihrer Zeit aus England berichtet und sie immer mit dem schlimmsten rechnen mussten. Das Buch ist ein Stück Zeitgeschichte und gleichzeitig ein Buch über verloren gegangene Lieben. Mir haben die Passagen von Ruth sehr gut gefallen, während ich mich mit den Passagen von Toller, die aufgrund von Briefen rekonstruiert wurden, sehr viel schwerer tat. Trotzdem eine absolute Leseempfehlung!

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  • Die Geschichte von Ruth

    Alles, was ich bin
    Islaender

    Islaender

    21. July 2015 um 20:58

    Das Buch von Anna Funder schildert das Leben Ruth, die wirklich gelebt hat, und richtet ihren Augenmerk insbesondere auf die Zeit ihres Widerstandes zu Zeiten des Nationalsozialismus. Desweiteren wird anhand von Aufzeichnungen von Ernst Toller die damalige Zeit und das, was insbesondere politisch passierte, dargestellt. Ruth hatte ein aufregendes und sehr bewegendes Leben, mit der ich nie hätte tauschen mögen. Doch anhand ihrer Lebensgeschichte beginne ich mehr zu erahnen und zu fühlen, wie es war damals als Ruth jung war. Das Buch erscheint mir langatmig, wenn aus den Aufzeichnungen von Toller erzählt wird, doch andererseits sind gerade seine Beschreibungen schätzungsweise sehr nahe an der Realität, da, durch seinen Tod, er seine Aufzeichnungen nicht mehr verändern konnte und ihm Erinnerungen keine Streiche mehr spielen können und so diese verzerren. Ich habe mich schwerer mit der Lektüre dieses Buches getan, als ich nach der Leseprobe erwartet hätte. Doch ist dieses Buch ein bewegender Roman über ein Stück Zeitgeschichte, die nie glorifiziert werden sollte. Deshalb auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle, die sich für diese Zeit der Vergangenheit interessieren und kein Freund von öden Geschichtszahlen sind.

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  • Starke Frauen im Widerstand

    Alles, was ich bin
    andrea_strickliesel

    andrea_strickliesel

    Am 1. April 1935 wurden zwei tote Frauen in einer Londoner Wohnung aufgefunden. Laut eines Gerichtsurteils, war es ein gemeinsamer Suizid. Wie es wirklich dazu kam, erzählt Ruth Blatt. Sie ist die Cousine von Dora Fabian, einer der Toten. Die andere Frau, die aufgefunden wurde, war Mathilde Wurm. Beide Frauen waren bekannte Sozialdemokratinnen, Journalistinnen und Frauenrechtlerinnen. London war ihr Exil, als sie 1933 vor den Machenschaften der SS und Hitlers Handlangern flohen. Von London aus, schrieben die Frauen weiterhin für die Zeitungen und versuchten den Deutschen die Augen zu öffnen. Der Schriftsteller und Dramatiker Ernst Toller, schrieb kritische Stücke für das Theater (Masse Mensch...) ging auch ins Exil. Eng vertraut mit den Frauen, trafen sie sich in London wieder. Er warnte schon in den 1920er vor einer faschistischen Bewegung in Deutschland. Seine Bücher standen auf der Liste und wurden 1933 verbrannt. Dora Fabian war Ernst Tollers Sekretärin und Freundin (Geliebte). Aus diesen Tatsachen schrieb Anna Funder einen Roman. Anna Funder war 19, Studentin in Melbourne, als sie auf die 79 jährige Ruth Blatt traf. Trotz des großen Altersunterschiedes wurden die Frauen Freundinnen. Ruth erzählte Anna einen Teil ihres aufständischen Lebens. Einen spannenden Teil... Sie erzählte ihre Erlebnisse aus der Zeit, als Hitler an die Macht kam und als Jüdin aus gutem Haus, im Berlin Ende der 1920er Jahre lebte. Ruth erzählt ihre Erinnerungen. Sie ist Dement und vieles verschwindet in ihrem Kopf. Aber manchmal kommt plötzlich die Erinnerung. “Mein Geist ist ein flatterhaftes Ding; befragt man ihn zu direkt, öffnet er sich nicht. Ich muss schlauer sein, mich am Rand des Schlafs heranschleichen, damit er was Neues herausgibt. Schließlich gehört alles darin mir.” Ernst Tollers Gedanken sind ein Teil der Geschichte. Der politische Moralist war der körperlich kleinen, aufständischen Dora verfallen. Immer wieder erinnert ihn seine derzeitige Sekretärin an Dora. Depressive Schübe lassen ihn schwarze Schatten sehen, er hat Angst auf die Straße zu gehen. Die Sekretärin kümmert sich um den psychisch stark angeschlagenen Mann, während sie seine Autobiografie diktiert bekommt. Frau Funder lässt abwechselnd Ruth und Ernst Toller von ihrem Leben berichten. Das lässt uns die Möglichkeit die Geschichte von verschiedenen Perspektiven zu sehen. Ruth in ihrer Demenz ist mal im Jetzt, gleitet aber immer wieder mit ihren Gedanken in die alten Zeiten zurück. Anna Funder hat viel recherchiert und für die Lücken noch ein wenig dazu gedichtet. Aber im Großen und Ganzen, ist ihr Roman eher ein Tatsachenbericht, der sich aber, auch wenn man sich nicht für Geschichte interessiert, wunderbar lesen lässt. Am Ende des Romans findet man eine Zusammenfassung all ihrer gelesenen und verwendeten Bücher und Artikel zu diesem Thema. Viele Male hat man schon Literatur über die Nazizeit gelesen, oftmals ging es um die Judenverfolgung. Auch hier ist es ein Thema, aber die Verfolgung erdrückt die Geschichte nicht. Sie ist ein Teil, genauso wie die Verfolgung der Sozialdemokraten und den Menschen die Kritik übten. Ein wirklich spannendes Buch und sehr zu empfehlen.

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    • 2
  • der seltsame Fall der Dora Faber und Mathilde Wurm

    Alles, was ich bin
    miro76

    miro76

    07. December 2014 um 14:07

    In „Alles was ich bin“ erleben wir die letzten Wochen im Leben von Dr. Ruth Becker – Wesemann – Becker, eine alte an Demenz erkrankte Frau. In ihrer Jugend war sie gemeinsam mit ihrer Cousine Dora Fabian Mitglied der USDP, die sich den Nationalsozialisten entgegensetzten. Der Reichtagsbrand zwang die ganze Gruppe ins Exil nach London, wo Dora Fabian sofort wieder im Untergrund mit ihrer Arbeit gegen die Nazis begann. Dora Fabian unterhielt eine langjährige Beziehung zu dem Schriftsteller Ernst Toller, der wegen seiner führenden Rolle in der Münchner Räterepublik und seiner revolutionär-sozialistischen Schriften ebenfalls ins Exil musste. Ruth Becker erhält in ihren letzten Tagen ein Paket aus Amerika, welches das Originalmanuskript und handschriftliche Ergänzungen von Tollers „Eine Jugend in Deutschland“ enthält. So beginnt sie sich zu erinnern und erzählt uns den seltsamen Fall Dora Fabian und Mathilde Wurm. Gleichzeitig lesen wir in einem zweiten Erzählstrang von Tollers Bemühungen seine Zeit mit Dora Fabian in Worte zu fassen und dadurch noch einmal zu erleben. Er lebt mittlerweile in Amerika und beendet seine Erinnerungen mit seinem Selbstmord. Anna Funder gelingt es den Geist dieser Zeit sehr gut einzufangen und erzählt uns warmherzig und berührend vom Leben und den Ängsten der Exilanten und Widerstandskämpfer. So schreibt sie beispielsweise, als die Gestapo begann im Ausland zu morden: „Es gab immer wieder Punkte, an denen wir entscheiden mussten, ob die Gefahr, in der jemand schwebt, durch die Arbeit für unsere Sache gerechtfertig wurde.“ Ober später, als die Bedrohungen näher an Fabian und Becker rückten: „Vielleicht handelten wir inzwischen nicht mehr vernünftig, sondern nach Omen und Zeichen, wir kämpften gegen einem unsichtbaren Feind, der erbarmungslos war wie Gott.“ Anna Funder hat im Anhang ihre Quellen gut dokumentiert, und gibt auch an, was an ihrer Geschichte über die Tatsachen hinausgeht. Für mich war das ein spannender, berührender und auch informativer Roman, denn über die Widerstandskämpfer vor Kriegsausbruch war ich sehr schlecht informiert. Im Angesicht der folgenden Gräueltaten Hitlers, sind jene zu Beginn seiner Amtszeit wohl untergegangen.

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  • Alles was ich bin

    Alles, was ich bin
    sisei

    sisei

    23. November 2014 um 11:24

    Eine aufregende Geschichte, basierend auf wahre Begebenheiten. 3 Menschen, die trotz Gefahren für die Freiheit kämpften. Das Buch hat mich gefesselt und sehr berührt. Unbedingt lesen!

  • Gegen das Vergessen

    Alles, was ich bin
    Sabine17

    Sabine17

    Ich lese gern Bücher, deren Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Daher habe ich mit großer Vorfreude dieses Buch gelesen und wurde nicht enttäuscht.   In dem Buch geht es um die Widerstandskämpferin Dora Fabian, den Schriftsteller Ernst Toller und Doras Cousine Ruth. Die Geschichte beginnt mit der Machtergreifung Hitlers. Nach dem Reichstagsbrand werden die drei Freunde zu Verfolgten von Hitlers Regime und müssen nach London fliehen, um Verhaftungen oder gar Ermordungen zu entgehen.   Doch auch im Ausland sind deutsche Emigranten vor der Gestapo nicht sicher. Die Freunde versuchen vom Ausland aus, die Welt darauf aufmerksam zu machen, dass Hitler gefährlich ist und heimlich aufrüstet. Doch bei dieser Aufgabe droht nicht nur Gefahr aus der Heimat, denn den Emigranten in England sind politische Aktivitäten untersagt. Andernfalls droht die Ausweisung.   Ruth und Dora leben mit Ruths Ehemann, dem Journalisten Hans Wesemann, in einer kleinen Dachwohnung und halten dort geheime Treffen der Emigranten ab. Es gelingt vor allem Dora mit guten Beziehungen einige kleine Erfolge zu erzielen und geheime Papiere über die Aufrüstung in England publik zu machen. Doch ein Verrat zerstört ihre Runde und dann findet man die Widerstandskämpferinnen Dara Fabian und Mathilde Wurm im April1935 tot in der Dachgeschosswohnung. Ein vermeintlicher Suizid. Doch daran glauben weder Ruth, noch Ernst Toller, der mit Dora eine Liebesbeziehung pflegte. Bis heute ist nicht geklärt, ob es Suizid oder eine Tat der Gestapo war.   Ernst Toller baut 1939 in New York Dora in seine Biographie ein, um ihr ein ehrendes Andenken zu setzen. Nachdem sein Werk fertig gestellt ist, bringt er sich um. Ruth landet über viele Umwege in Australien und stirbt dort in hohem Alter an einer schweren Krankheit.   Die Autorin Anna Funder hat Ruth in Melbourne kennengelernt und in vielen Gesprächen die Geschichte ihres Lebens erfahren. Nach weiteren Recherchen hat sie daraufhin dieses Buch geschrieben. Im Buch wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Ernst Toller und Ruth erzählt. Man erhält einen interessanten Einblick in die Zeit 1933 bis 1935 in Deutschland und das politische Geschehen. Außerdem erfährt man, wie die anderen europäischen Staaten – insbesondere England – sich in dieser Zeit verhalten haben und wie man dort die Entwicklungen in Deutschland gesehen und eingeschätzt hat. Diese Einblicke haben das Buch für mich besonders spannend gemacht.   Die Autorin stellt am Ende des Buches ausführlich dar, aus welchen Quellen sie ihre Informationen hat und welche Personen real existiert haben und welche Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben.   Dieses Buch hat mich sehr bewegt, gerade weil Vieles keine Fiktion war, sondern tatsächlich passiert ist. Es beschäftigt sich mit einer unrühmlichen Zeit der deutschen Geschichte, deren Ursachen und Hintergründe nicht in Vergessenheit geraten dürfen, damit sich so etwas nie wieder wiederholt.   Fazit: sehr lesenswert!          

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    • 14
  • Große Verlosung zum Leserpreis 2014: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Die Seiten der Welt
    Daniliesing

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2014? Bestimmt hat es der ein oder andere von euch schon entdeckt: Seit gestern suchen wir beim Leserpreis 2014 wieder eure Lieblingsbücher des Jahres. In insgesamt 16 Kategorien könnt ihr die Bücher und Autoren nominieren, die euch 2014 am meisten begeistert haben, ganz egal, ob euch das Buch vor Spannung bis mitten in die Nacht wachgehalten hat, ihr Tränen gelacht oder aber mitgefühlt und -gefiebert habt. Nominiert ab sofort eure persönlichen Lieblingsbücher & -autoren und ermöglicht es ihnen so, es auf unsere Shortlists für die Abstimmungsphase zu schaffen, die am 20. November beginnt. Die Bücher und Autoren, die dann wiederum die meisten Stimmen erhalten, bekommen den Leserpreis in Gold, Silber und Bronze, der am 28.11. vergeben wird! Also schnell nominieren / abstimmen / Gewinner anschauen! ---- Unsere große Verlosung für euch! Da der Leserpreis für uns jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes ist, möchten wir unsere Freude daran mit euch teilen. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und wer kann nicht schöne neue Bücher gebrauchen? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier in einem Kommentar mit (wer mir schon eine E-Mail mit dem Link geschickt hat, muss dies nicht doppelt tun). http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafiken zum Einbinden in den Blog findet ihr hier. 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + usw. auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt in eurem Kommentar hier direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns hier in einem Kommentar das beste Buch, das ihr in diesem Jahr gelesen habt. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Wir wünschen euch ganz viel Spaß & bitte vergesst nicht, eure Lieblingsbücher zu nominieren & später abzustimmen! PS: Die angehängten Bücher und die auf dem Foto sind ein Beispiel, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen :)

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    • 1298
  • Ein Stück deutsche Zeitgeschichte …

    Alles, was ich bin
    Herbstrose

    Herbstrose

    Man schreibt das Jahr 1933, Hitler kommt an die Macht. Wie war die Situation damals? Warum mussten so viele Menschen aus ihrer Heimat fliehen? Warum wurden so viele von den Nazis umgebracht? Eine der Betroffenen war die jetzt 95jährige Ruth, die sich noch lebhaft an die Zeit der Flucht und Emigration in England erinnert. Sie überlebte, doch viele ihrer Freunde mussten ihr Leben lassen … „Alles was ich bin“ ist ein Roman über Menschen, die damals das Zeitgeschehen wesentlich beeinflussten und heute nahezu in Vergessenheit geraten sind. Wem sind der Schriftsteller Ernst Toller, die Frauenrechtlerin Mathilde Wurm, der Philosoph Theodor Lessing oder der Journalist und Pazifist Berthold Jacob noch ein Begriff? Die Autorin Anna Funder hat deren Schicksal aufgegriffen und zu einem aufrüttelnden Roman verarbeitet, der hauptsächlich den Zeitraum von 1933 bis 1939 umfasst, in Rückblenden aber bis vor den 1. Weltkrieg zurück reicht. Ein besonderes Stilelement sind dabei zwei Ich-Erzähler. Da ist zum einen Dr. Ruth Becker, die damals mit Hans Wesemann verheiratet war und sich im Jahr 2001 als betagte alte Dame in Sydney zurück erinnert, und zum anderen Ernst Toller, der im Jahre 1939 in New York seiner Sekretärin Clara seine Erinnerungen diktierte und anschließend Selbstmord beging. Die Geschichte erzählt eindringlich von den Gefahren, der sich Deutsche jüdischer Abstammung in jenen unruhigen Zeiten ausgesetzt sahen. Nirgends waren sie sicher, selbst in den eigenen Reihen gab es Verräter. Erzählt wird aber auch über diejenigen, die sich trotz aller Gefahren menschlich verhielten, die mit Mut und unter Einsatz des eigenen Lebens sich politisch betätigten und etwas zu ändern versuchten. Da ist Dr. Dora Fabian, die Geliebte Tollers und Cousine Ruths, die mit der ehemaligen Reichstagsabgeordneten Mathilde Wurm eng befreundet war und sich aktiv im Widerstand beteiligte. Beide Frauen wurden 1935 tot aufgefunden. War es ein Mord durch die Nazis oder doch Selbstmord, wie von offizieller Seite verlautet wurde? Fazit: Hat man sich in dieses Buch erst einmal eingelesen, was aufgrund der vielen Namen und der Vor- und Rückblenden nicht ganz einfach ist, dann wird es zum Lesegenuss. Der Autorin gelang es großartig, Tatsachen aus verschiedenen historischen Quellen mit Fiktion zu verbinden und daraus eine ergreifende Geschichte zu gestalten, die noch lange zum Nachdenken anregt.

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    • 4
    Sabine17

    Sabine17

    07. November 2014 um 16:41
  • Bewegende Lebensgeschichte

    Alles, was ich bin
    utaechl

    utaechl

    Anna Funder hat als 19jährige Ruth Blatt kennengelernt und ihre Lebensgeschichte erzählt bekommen, die sie als Grundlage für diesen Roman nutzte. Eine Geschichte über Hitlers Machtergreifung aus der Sicht dreier Menschen, die vertrieben werden und versuchen, alles in ihren Möglichkeiten steckende zu tun, um zu verhindern, was nicht zu verhindern war. Inhalt: Drei Menschen, deren Schicksale miteinander verwoben sind. Ernst Toller, Revolutionär und Schriftsteller, der dank seinem Bekanntheitsgrades einiges an Freiheiten genießt, Dora Fabian, seine Sekretärin und ihre Freundin Ruth. Es beginnt in den 20er Jahren, die die politische Ausrichtung der drei prägten und die Wurzeln des Nationalsozialismus zeigen, bis hin zu Hitlers Machtergreifung und der erzwungenen Flucht nach England. Von da aus organisieren sie den Widerstand, um weiter Einfluss auf ihr Heimatland zu haben, doch Hitlers Arm reicht selbst bis in ihr Exil. Setting und Stil: Über die Zeit der zwischen den Weltkriegen wissen wir ja hoffentlich dank des einen oder anderen Geschichtsunterrichts ziemlich viel. Beeindruckend ist, dass diesmal die Geschichte aus Sicht Vertriebener gezeigt wird. Völlig andere Perspektiven öffnen sich und man erfährt auch einiges über die englischen Ansichten der damaligen Zeit. Die Szenen, Begebenheiten und der umgebende historische Kontext sind authentisch und real beschrieben. Viele kleine Details zeigen die gute Recherche. Das Buch ist in Ich-Perspektive geschrieben, wobei sich Toller und Ruth abwechseln. So kriegt man direkten Einblick in die Gedanken des Revolutionärs und den einer Frau, die zu seinem erweiterten Kreis gehört. Manchmal gerät die Geschichte dabei etwas in den Hintergrund, während sich Fakten an historische Momente reihen, zu denen dann nur erzählt wird, was die Charaktere währenddessen machten. Charaktere: Eine schwierige Zeit fordert starke Charaktere, die sich durchaus von den anderen abheben. So ist es auch hier, durchweg sind es Menschen, die sich berufen fühlen und mit Intellekt und Hoffnung an die Sache herangehen. Trotzdem haben sie auch alltägliche Probleme, die Liebe spielt eine nicht zu kleine Rolle und es bleibt nicht aus, dass sie immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Es ist interessant, mehr über sie zu erfahren und den Abschnitt ihres Lebens mit ihnen zu durchleben. Geschichte: Einer der intensivsten Abschnitte der deutschen Geschichte wird uns kompakt aus der Sicht damals lebender Personen gezeigt. Manchmal passiert so viel, dass das normale Leben in den Hintergrund tritt und man von den historischen Fakten fast überrollt wird. Vieles ist bekannt, etliche Details waren mir nicht so geläufig, so dass ich froh über die Auffrischung bin. Im Gegensatz zum Geschichtsunterricht merkt man hier noch, dass hinter allem Menschen stecken, mit allen ihren Sehnsüchten, Ängsten und Schicksalen. Fazit: Ein Buch, dass ich jedem, der sich schon mit der Nazizeit beschäftigen durfte, ans Herz lege. Geschichte wird greifbar und anhand von Menschen erzählt und ich bin froh, dass es damals solche Menschen gab, die nicht aufgaben. Ein Buch zum Nachdenken, Weiterrecherchieren und ins Herz schließen.

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    • 2
    Sabine17

    Sabine17

    07. November 2014 um 16:36
  • Eine eindrucksvolle und berührende Mahnung

    Alles, was ich bin
    anushka

    anushka

    Ruth Becker, Dora Fabian und Ernst Toller sind Juden und Intellektuelle und erleben Hitlers Aufstieg beinahe hautnah mit. Nach dem Ersten Weltkrieg war Toller sogar Anführer einer kurzlebigen sozialistischen Regierung, die jedoch gewaltsam entmachtet wird. Danach ist Toller vor allem (politischer) Schriftsteller. Nach dem Reichstagsbrand wird es für die drei zu gefährlich in Deutschland und so flüchten sie ins Exil nach London. Von dort aus versuchen sie, die Deutschen und die Welt vor Hitler zu warnen. Doch damit bringen sie sich noch weiter in Gefahr, denn politische Aktivitäten sind für Exilanten verboten, die Gestapo hat sie im Visier und Verrat lauert aus einer unerwarteten Richtung ... "Alles, was ich bin" ist ein biographischer Roman um überwiegend reale historische Persönlichkeiten. Die Autorin hatte zudem das Glück, eine dieser Personen tatsächlich kennenzulernen und konnte ihren Roman auf den Erinnerungen von Ruth Becker aufbauen. Die Ereignisse sind bedrückend und die Autorin vermag, die Verzweiflung der Beteiligten greifbar zu machen. Erschreckend ist dabei die Aktualität des Geschehens. Denn auch heute versuchen Exilanten auf die Situation in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen und entweder interessiert es keinen oder es wird ihnen nicht erlaubt. Ruth, Dora und Toller gehen dabei sogar die Gefahr der Ausweisung ein und mit dem Wissen, was tatsächlich in den folgenden Jahren noch passiert, schüttelt man beim Lesen nur den Kopf ob des Bemühens Englands, ein gutes Verhältnis zu Deutschland und den Nazis aufrecht zu erhalten. Für die Exilanten ist die Bedrohung auch in England allgegenwärtig, denn die Gestapo tat damals nichts anderes als die Geheimdienste heute und war auch im Ausland aktiv. Verzweifelt versuchen die Figuren dieses Buches, Informationen aus Deutschland zu schmuggeln und gleichzeitig am Leben zu bleiben. Für einige endet es trotzdem tragisch. Auch wenn ein echtes Leben keinem künstlerischen Spannungsbogen folgt, hat mich das Buch doch sehr gefesselt. Natürlich ist es eher ein Buch der ruhigeren Töne (obwohl die Charaktere alles andere als ruhig sind) und es gibt keine effektheischerische Spannung. Vielmehr macht das Buch deutlich, was Heldentum und Widerstandskampf sind und wie viel die Menschen dafür opferten. Und auch die wachsende Bedrohung und das perfide System der Nazis wird spürbar und deutlich. Viele politischen Details und Details in der Entwicklung der historischen Ereignisse habe ich durch dieses Buch sehr viel besser verstanden. Und schließlich ist da noch der Verrat, der selbst für mich beim Lesen niederschmetternd war (und der ebenfalls historisch belegt ist). Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt und jede Niederlage der Figuren hat mich tief getroffen. Und gleichzeitig hat mich die Mahnung berührt, auf die Stimmen von (auch heutigen) Exilanten zu hören.

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    • 3
    Sabine17

    Sabine17

    07. November 2014 um 16:32
  • Alles, was ich bin

    Alles, was ich bin
    lesemaus

    lesemaus

    Die Leseprobe zu diesen Buch überzeugte mich, denn diese leitete in ein interessantes Thema ein und der Schreibstil war in diesem Teil humorvoll, so erhoffte ich mehr von dem Buch. Um was geht es in diesem Buch. Die Inhaltsangabe gibt es richtig wieder, noch geschieht der Mord am Ende und wird nur kurz behandelt. Es kommt eine Widerstandstruppe ehemalige Mitglieder der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands). Durch die Machtergreifung von Hitler mussten auf einmal viele Menschen fliehen, nicht weil sie Juden waren sondern auch da diese eine andere Vorstellung von Politik hatten. Vieler dieser Flüchtlinge erkannten schnell den Plan von Hitler und versuchten aus dem Ausland aus, die Menschen und Länder zu warnen und um Hilfe zu bitten. Was aber geschieht? Viele werden ausgewiesen, da diese angeblich politisch im Untergrund tätig waren, oder weil sie mit den Nazis zusammenarbeiteten. Andere sind auf einer Irrfahrt mit den endgültigen Zielhafen Europa statt Amerika. Es geschieht so viel zu dieser Zeit und keiner glaubt den Flüchtlingen. Das ist das schlimmste und so kann sich Hitler ohne Bedenken auf den Krieg vorbereiten. Ruth und Toller erzählen die Geschichte, was mit ihnen und ihren Freunden passierte. So flüchteten Ruth und ihre Cousine Dora nach England. Dora, Geliebte von Toller und starke Kämpferin, arbeitet weiter, um den Flüchtlingen zu helfen und Hitlers wahres Gesicht zu entblößen. Aber schlimmes passiert, sie und eine Freundin, Mathilde Wurm, schieden aus dem Leben. Ob es Selbstmord oder Mord von den Nazis war, ist bis heute nicht geklärt. Toller und Ruth erinnern sich zurück. Toller, da er ein Buch schreiben möchte, und Ruth, da diese alt und an „Alzheimer“ leidet. Beiden leben weit entfernt von Deutschland, USA und Australien sind die neuen Heimatorte. Am Anfang viel es mir schwer reinzukommen, ich lass oft die Titel nicht, so dass ich nicht erkannte, aus welcher Sicht gerade die Geschichte erzählt wurde. Ich kenne aus vielen Büchern, wo der Titel fehlt, dass man die einzelnen Charaktere nach den ersten Zeilen wieder erkennt. Nicht nur weil der Name genannt wurde sondern auch, da der Schreibstil sich änderte, besser gesagt, die Erzählstrukturen unterschieden sich auch. Das hat in diesem Buch gefehlt. In den einzelnen Kapiteln wechselte die Erzählstruktur zwischen Vergangenheit und Gegenwart, so das man gezwungen war, genau zu lesen, um zu wissen, wo man gerade ist. Was mir gut gefällt, ist das die Autorin auch aufzeigt, dass es Menschen gab, die schon vor dem Krieg und den KZ-Lagern wussten, dass Hitler ein bösartiger Mensch ist. Die Figuren im Buch blieben mir zum Ende „fremd“. Man lernte keinen von denen so richtig, die Tiefe hat gefehlt. Aus meiner Sicht, zählt die Autorin die Ereignisse auf und das war’s. So weiß ich nicht, für was die Menschen stehen. Freiheit ja, aber wie sieht deren Staat aus? Was wollten sie verändern in der Politik? Es gibt so viele Fragen, die unbeantwortet bleiben. Es ist fast so als würde man ein Geschichtsbuch lesen. Vielen Gedankengänge und Gefühle blieben auf der Strecke. So konnte ich mit Ruth mitfühlen, dass ihre Cousine Tod ist, aber es berührte mich nicht so, wie es eigentlich sollte. Die Sprache ist sehr gewöhnungsbedürftig. So musste ich einige Sätze wiederholt lesen, da der Ausdruck und der Satzbau nicht passten.   Aus meiner Sicht hat das Buch viel mehr Potenzial, was noch ausgeschöpft werden kann. Im Vergleich zu anderen Büchern, die sich mit politischen Persönlichkeiten oder Geschichtsereignissen befassen, hat dieses Buch sehr schlecht abgeschnitten, da viele Informationen zu den Figuren fehlen. So habe ich kein Überblick bekommen, warum sie so gehandelt haben wie sie gehandelt haben.

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    • 4
  • Gestochen scharfes Bild einer Frau und einer Epoche

    Alles, was ich bin
    Nadines_Buecher

    Nadines_Buecher

    Der Roman der Australierin Anna Funder spielt im Nachkriegs-Deutschland des Ersten Weltkriegs. Protagonistinnen und Protagonisten ihres Plots stellt eine Gruppe junger Intellektueller, historisch belegter und teilweise namentlich verfremdeter Figuren, dar, die aktiv die sozialistische Revolution der USDAP als Brücke zwischen KPD und SPD auf dem Weg zu einem Deutschland ihrer Ideologien und Programme gestalten wollen. Vor dem Hintergrund der wilden Zwanzigerjahre in Berlin, die besonders die Lebensumstände der jungen Menschen aus wohlhabendem Hause - sprich Luxus wird gelebt, Vergnügungen werden sich gegönnt, es wird ganz nach Belieben und den eigenen Bedürfnissen gelebt und geliebt – charakterisiert, entwickelt sich das Leben der eigentlichen Hauptperson Dr. Dora Fabian aus den Erinnerungen ihrer Cousine Ruth Becker (zwischenzeitlich Wesemann), ebenfalls promovierte Philologin, und dem Schriftsteller und sozialistischen Revolutionär und ihrem Geliebten Ernst Toller heraus. Sowohl Ruth Becker als auch Ernst Toller treten in sich abwechselnden Kapiteln als Ich-Erzählerin bzw. Ich-Erzähler auf. Im ersten Teil des Romans begegnen Leserin und Leser Ruth im Australien des 21. Jahrhunderts, als alte Frau, Emigrantin, pensionierte Lehrerin, schwer krank, die Gegenwart vergessend, dafür aber die Vergangenheit, und damit ihre Cousine, das mit ihr und den anderen aus der Clique geteilte Leben, gestochen scharf und deutlich in ihrer Erinnerung. Ihr gegenwärtiges Sein, den Verfall ihres Körpers, sieht Ruth klar und realistisch, sie beschreibt sich und ihre Umstände schonungslos. Vielleicht lässt gerade dieser Zustand zu, zusammen mit den starken Schmerzmitteln die sie bekommt, dass sie auch die Vergangenheit ehrlich und ungeschönt betrachten kann, damit abschließen kann. Ernst Toller dagegen tritt als 46-Jähriger im US-amerikanischen Exil kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Erscheinung. Von seiner Frau Christiane, einer um 23 Jahre jüngeren deutschen Schauspielerin gerade verlassen, haust er in einem Hotelzimmer mit Sicht auf den Central Park in New York. Dort diktiert er seiner Sekretärin Clara, ebenfalls einer deutschen Emigrantin, Ergänzungen zu seiner Autobiografie „Eine Jugend in Deutschland“, die sich ausschließlich um Dora Fabian drehen. Er möchte sie scheinbar wieder lebendig machen in dem er sie endlich in seinem Werk unterbringt, als Teil von ihm selbst. Wie er behauptet habe er sich zunächst davor gescheut, weil er sich nicht in der Lage sah den vielen Facetten ihrer Person, ihrer Persönlichkeit, durch seine Worte gerecht zu werden. Schließlich kommt, nach all den Jahrzehnten, die ergänzte Biographie bei Ruth an, die sich fortan mit den Ergänzungen der Geschichte durch ihr eigenes Erleben, wenn auch nicht schriftlich so aber im Präsens und nicht in der Vergangenheit erzählt wie Toller, beschäftigt. Man erfährt, wie Ruth als 11-Jährige zur Genesung bei Tante, Onkel und Dora in Berlin unterkommt, näher an den Ärzten in der Großstadt als Zuhause in der elterlichen Villa im heutigen Polen, wie sie ihre Liebe zur Fotografie entdeckt und ihre Verbundenheit mit der 5 Jahre älteren, intelligenten und freigeistlich aufwachsenden Cousine. Während Doras Studium lernt Ruth ihren späteren Ehemann Hans Wesemann kennen, einen Journalisten und ebenfalls glühenden Sozialisten. Auch auf Ernst Toller, den langjährigen Geliebten Doras, Doras Mann Walter den diese jedoch recht schnell aufgibt, Berthold Jacob und weitere Verfechter des Sozialismus trifft sie über Dora. Selbst jedoch bleibt Ruth im Hintergrund, als Handlangerin, wie sie später meint, während die anderen durch Reden, Artikel und Sabotageaktionen in die Öffentlichkeit treten. Schließlich müssen die Freunde erkennen, dass Adolf Hitler mit seiner Ideologie über die ihre gesiegt hat. Machtergreifung und Reichstagsbrand erlebt die Clique in Berlin mit. Der zweite Teil des Romans beschäftigt sich mit dem Wirken der sozialistischen Gruppe im Exil. Nachdem sie die Gefahren für sich in Deutschland erkannt haben, beschließen Ruth, Hans, Dora und Ernst mit Christiane in London unterzuschlüpfen. Berthold flieht nach Paris. Dora ist weiterhin getrieben von ihren Ideen, arbeitet unermüdlich, hält Kontakte zu allen Mitkämpfern und Mitkämpferinnen, zu Intellektuellen, zur britischen Regierung. Ruth beschreibt, wie ihr Leben in einer Dachwohnung in Bloomsbury weitergeht, finanziert durch Geld das sie von ihren Eltern geschickt bekommt. Restaurantbesuche, gute Kleidung, eine Zugehfrau, eine Katze. Scheinbar nobel aus heutiger Sicht betrachtet, doch immer mit der Angst im Nacken dass ein Visum nicht verlängert wird, sie durch ihre Untergrundaktivitäten negativ auffallen. Ernst Toller definiert diese Zeit wiederum durch seine Begegnungen mit Dora, die weiterhin seine Geliebte ist, obwohl er mit seiner Frau Christiane zusammenlebt. Gemeinsame Arbeit, aber hauptsächlich die Begegnungen der beiden als Liebespaar erzählt er seiner Sekretärin Clara, ohne zu versäumen deutlich zu machen, welch intelligentes, kämpferisches, idealistisches Wesen Dora war. Während Ruth sich London, seiner Einwohner, den englischen Lebensweisen und den Regeln der britischen Gesellschaft durch die differenziert beobachtende Linse ihrer Fotokamera nähert, sie in den Sitzungen gleichgesinnter weiterer Exilanten praktische Aufgaben übernimmt, verzweifelt der zuvor gefeierte Journalist Hans an seiner auch durch sprachliche Barrieren und den fehlenden ausländischen Quellen, vermeintlich abgegraben von Dora, auferlegten Untätigkeit. Seine Verzweiflung und der Wunsch, gebraucht zu werden, bringen seine Homosexualität, aber auch Verheerendes hervor. Aufgrund der tragisch gescheiterten Befreiung Bertholds, den Hans zuvor in Frankreich besucht hatte, muss Ruth das wahre Gesicht ihres Mannes erkennen. Etwas, was Dora scheinbar schon früher gespürt haben musste, was sowohl Ernst Toller als auch Ruth selbst aufgrund Doras Handlungen und Vorgehensweisen am Ende erkennen. Teil drei des Romans deckt auf, aus welchen Gründen sowohl Ruth als auch Ernst nie an einen Selbstmord von Dora und ihrer Freundin, der Politikerin Mathilde Wurm, glaubten und wie böse ihnen mitgespielt wurde durch den Verrat aus den eigenen Reihen an das Terrorregime in Deutschland. Nach einem Gefängnisaufenthalt gelingt es Ruth, zunächst nach Singapur auszuwandern. Zermürbende Jahre, unter elenden Bedingungen. Später kann sie sich ein Ticket nach Australien leisten, wo sie wieder als Lehrerin arbeiten kann und ein bürgerliches Leben führt. Ernst Toller flieht mit seiner Frau, wie bereits erwähnt, in die USA, rekapituliert aber vor dem Leben der starken, willensgeleiteten, intelligenten Dora. Es scheint, als stünden all die auch hier nicht erwähnten historischen Figuren im Kreise, um Dora Fabian auferstehen, sie strahlen zu lassen. Ernst Toller und Ruth Becker erwecken sie aus ihrem Geiste zum Leben. Der Leser/die Leserin kann sie sehen, die kleine schlanke Frau mit den kurzen schwarzen Haaren, den schwarzen Augen, ihren energischen Gang, ihre durchdringende Präsenz, ihre Redegewandtheit, ihre Menschlichkeit in den abgenagten Fingernägeln, dem Wunsch nach Erleichterung durch Veronal und Morphium, die Liebesbedürftigkeit, ihre Körperlichkeit, die gewollte Nähe zu intellektuellen Männern, wenn auch nicht immer uneigennützig – wobei Doras Eigennutz stets zum Nutzen ihrer Idee des Sozialismus ist -, die Rauchfahne der unzähligen gerauchten Zigaretten hinter ihr. Seien ihre Ideen nun für die Menschheit politisch motiviert gut und richtig oder falsch und verwerflich gewesen, darum geht es hier nicht. Es geht um das Portrait einer Frau, das von ihrem Geliebten, dem Einzigen der sie verstanden zu haben scheint, der sie brauchte um selbst stark, wirklich und tätig zu sein, und einer ihr nahestehenden Verwandten, die durch ihre Ehe vermeintlich Unheil über sie brachte, der sie dies aber niemals nachgetragen hätte – ob aus Liebe oder aus Nachsicht muss Ruth, wenn auch bitter, für sich selbst entscheiden – gezeichnet wird vor dem Hintergrund zweier zerstörerischer Kriege. Dass es sich bei der Clique der Sozialisten um Juden handelt, tritt vor ihrer politischen Gesinnung in den Hintergrund und ist nicht die Frage des Romans. Verbrechen an Menschen werden anderweitig, jedoch nicht gemindert dargestellt. Geschichte wird durch eine Geschichte, aufgenommen von zwei Personen, aus der Gegenwart und der Vergangenheit, nachgezeichnet und begreiflich gemacht. Ich wünschte, meine Geschichtslehrer hätten diese besondere und bedeutende, generell alle, Epochen der Geschichte auf diese Weise dargestellt. Nicht nur an Jahreszahlen, die von ihnen eitel aufgesagt weil gut auswendig gelernt, und den Schülern vehement eingehämmert und abgefragt wurden, sondern an Geschichten echter Menschen, ihrem Erleben zu jener Zeit. Um verständlich zu machen, dass Geschichte durch Aktionen und Reaktionen von Menschen entsteht und verläuft. Echte Menschen. Menschen wie Dora, Ruth und Ernst. Auch wenn Fiktion das Band zwischen den Protagonisten enger knüpft, so belegen die Quellenangaben der Autorin, was tatsächlich gewesen ist. Ich hätte gerne schon viel früher auf diese Weise über die Vergangenheit gelernt, schätze mich glücklich es nun selbstbestimmt und frei tun zu können. Dank Autorinnen und Autoren wie Anna Funder.

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    Sabine17

    Sabine17

    07. November 2014 um 16:25
  • Alles, was ich bin

    Alles, was ich bin
    Astrid_91

    Astrid_91

    18. August 2014 um 18:18

    Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich nach dem Krieg nach Australien auszuwandern. Dort traf sie auf Anna Funder, welcher sie ihre Lebensgeschichte anvertraute, die Grundlage dieses Romans wurde. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Ruth und Ernst Toller, dem Geliebten von Ruths Cousine Dora Fabian, geschildert. Dabei spielen Ruths Erzählungen zum einen Teil in der Vergangenheit, zum anderen in der Gegenwart, in der sie sich mit dem Alter und einem allmählichen Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses konfrontiert sieht. Doch schnell wird klar, dass Ruth zunehmend in der Vergangenheit lebt, ihre Erinnerungen an die Geschehnisse vor ihrer Auswanderung nach Australien scheinen umso klarer zu werden, je weniger sie sich an die aktuellen Vorkommnisse erinnern kann. Ruth erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Beziehung zu ihrer Cousine Dora Fabian, welche sie wie eine große Schwester bewundert, und ihren anfänglichen politischen Aktivitäten, bei denen sie ihren Mann Hans Wesemann kennenlernte. Toller berichtet von seinem Hotelzimmer in New York aus von seiner Liebe zu Dora Fabian. Er versucht seine Biographie weiterzuführen, welche er mit Doras Hilfe zu schreiben begonnen hatte, und Doras Rolle in dieser gerecht zu werden. Die Gemeinsamkeit dieser beiden Menschen ist immer wieder Dora Fabian, welche so entschieden für ihre Ansichten eintritt und sich scheinbar vor nichts fürchtet. Ruth schildert ihre Flucht nach London, wo sie mit einigen anderen deutschen Widerstandskämpfern, unter anderem auch Dora Fabian und Mathilde Wurm, den Kampf gegen die Nationalsozialisten aufrecht erhält. Doch sie müssen in ständiger Angst vor der Abschiebung nach Deutschland aufgrund ihrer politischen Aktivitäten leben. Schließlich ereignet sich ein schrecklicher Verrat und Ruths Welt wird in ihren Grundfesten erschüttert... Dieser Roman hat mich sehr bewegt, es ist eine der Geschichten, die in Vergessenheit geraten, weil ihre Akteure, wie hier Ruth Blatt, nur eine unbedeutende Rolle in der Geschichte spielen. Auch Ruth ist offenbar der Meinung nicht genug für den Widerstand getan zu haben und fragt sich in ihrem hohen Alter, warum ausgerechnet sie überlebt hat. Gerade deshalb finde ich es schön, dass Anna Funder diese Biographie in ihrem Roman niedergeschrieben hat, um zu zeigen, dass Ruth zwar nicht so viel erreichen konnte wie ihre Cousine Dora, dass ihre Geschichte es aber dennoch wert ist, erzählt zu werden. Trotz der Brisanz der beschriebenen Ereignisse hatte der Roman meiner Meinung nach einige Längen. Dies lässt sich vielleicht damit erklären, dass Anna Funder nur Bruchstücke der Geschehnisse von Ruth Blatt erfahren hat und um diese Bruchstücke eine Handlung konstruieren musste. Dies ist ihr meiner Meinung nach gut gelungen, alle Fakten scheinen gut recherchiert und ihre Quellen legt Anna Funder außerdem am Ende des Romans vor. Allerdings denke ich, dass es einen Unterschied macht, eine solche Geschichte von dem Menschen, der sie erlebt hat, erzählt zu bekommen oder sie in einem Roman nachzulesen. Die Informationen, welche Anna Funder für diesen Roman eingeholt hat, wirken meiner Meinung nach nicht so lebendig, wie andere und scheinen zum Teil als notwendiges „Füllmaterial“ für den Roman zu dienen. Demgegenüber zeichnet Anna Funder ein sehr lebendiges Bild von Ruth Blatt, die immer eine Metapher zur Beschreibung ihrer Umwelt und eine Weisheit auf Lager zu haben scheint, sodass man manche Schroffheit gegenüber ihren Mitmenschen leicht übersieht. Man lernt diese Frau zu mögen und bewundern, obwohl sie in der Vergangenheit machtlos gegenüber der Übermacht der Nationalsozialisten blieb. Abschließend möchte ich dieses Buch insbesondere denjenigen weiterempfehlen, die sich für Geschichte interessieren, aber auch allen anderen, da dieser Roman über eine bloße Erzählung der deutschen Geschichte hinausgeht.

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  • Ein berührendes Stück Zeitgeschichte

    Alles, was ich bin
    cachingguys

    cachingguys

    26. June 2014 um 06:46

    Ein Buch das auf wahren Begebenheiten und tatsächlich existierenden Personen beruht. Es umspannt den Zeitraum zwischen Hitlers Machtergreifung und reicht bis ins Jahr 2001. Im Jetzt erzählt Ruth in der Ich-Form von ihrem Leben und das ihr Gedächtnis sie immer mehr im Stich lässt, aber auch immer wieder von ihren Erinnerungen an ihre ältere Cousine Dora Fabian, die als Sekretärin und Geliebte des jüdisches Schriftstellers Ernst Toller, mit ihm, von London aus, wohin sie geflüchtet waren, im Wiederstand kämpfte. Toller arbeitete 1939, kurz vor seinem Tod erneut an seiner Biographie. Bisher hat er Dora darin ausgelassen, das möchte er nun nachholen. Auch er schreibt in der Ich-Form und verbindet seine Gegenwart mit den Erinnerungen. Zu ihrem engsten Kreis gehörten damals noch Ruth und die Journalisten  Journalist Hans Wesemann, mit dem Ruth verheiratet war, und Berthold Jacob. Da die Kapitel mit den jeweils erzählenden Personen übertitelt sind hat mein kein Problem mit den verschiedenen Erzählebenen. Im Gegenteil, das macht das Buch noch interessanter, da man so stückchenweise die Geschichte aus zwei Perspektiven erfährt. Ein großartiges und ergreifendes Buch, das nicht nur handwerklich toll geschrieben ist. Die Geschichte der verschiedenen Personen, die doch alle eines verbindet, ist berührend und macht das Buch zu einem Lesegenuss. Da es aber nicht nur von ihrem politischen Kampf berichtet, sondern auch einfach von ihrem täglichen Leben, ihren Sorgen und Ängsten, die ein Leben im Exil mit sich bringt, macht das Buch zu einem Zeit-Zeugnis, von denen es nicht mehr viele gibt. Dass nicht alle Freunde diese Zeit überleben werden, weiß man schon aus dem Klappentext, doch warum, dass möchte ich hier nicht verraten. Ein ergreifendes Buch, in das man eintauchen kann und das nicht nur berührt, sondern auch zum Nachdenken anregt, das einem ein Stück unserer jüngsten Geschichte sehr gut nahe bringt.

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