Anna Galkina

 3.5 Sterne bei 24 Bewertungen
Autorin von Das kalte Licht der fernen Sterne, Das neue Leben und weiteren Büchern.
Anna Galkina

Lebenslauf von Anna Galkina

Anna Galkina, geboren und aufgewachsen in Moskau, kam 1996 mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie hat Informatik studiert und arbeitet als Software Testingenieurin. Als Malerin und Fotografin ist sie zudem für verschiedene Verlage und Medienagenturen tätig. Anna Galkina ist Autorin mehrerer Kunstbücher und lebt heute in Bonn. "Das kalte Licht der fernen Sterne" ist ihr erster Roman.

Alle Bücher von Anna Galkina

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Das kalte Licht der fernen Sterne

Das kalte Licht der fernen Sterne

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Erschienen am 15.02.2016
Collagen

Collagen

 (1)
Erschienen am 01.09.2010
Das neue Leben

Das neue Leben

 (1)
Erschienen am 30.08.2017
Das neue Leben

Das neue Leben

 (0)
Erschienen am 10.06.2019
Drucktechnik und Acrylmalerei

Drucktechnik und Acrylmalerei

 (0)
Erschienen am 15.02.2008
Das kalte Licht der fernen Sterne

Das kalte Licht der fernen Sterne

 (0)
Erschienen am 09.07.2018
Dekorative Acrylmalerei auf Keilrahmen

Dekorative Acrylmalerei auf Keilrahmen

 (0)
Erschienen am 01.08.2005
Das große Ideenbuch Acrylmalerei

Das große Ideenbuch Acrylmalerei

 (0)
Erschienen am 21.02.2012

Neue Rezensionen zu Anna Galkina

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J

Rezension zu "Das neue Leben" von Anna Galkina

Russische Verhütung
jamal_tuschickvor einem Jahr

Das Lager hat allerhand zu bieten, zum Beispiel eine Telefonzelle, „von der … man kostenlos ins Ausland telefonieren kann“. In der Absonderung gibt es Supermärkte, ein Arbeitsamt und viele Warteschlangen. Das erzählt Nastja, deren russisch-jüdische Familie nach dem Niedergang der UdSSR via Lettland die Route der Kontingentflüchtlinge nach Deutschland genommen hat. In diversen Separationen ist erst einmal alles wie gehabt. Es gibt Antisemitismus, Spottlust, Schadenfreude und die Angst vor dem KGB neben der Freude am Klatsch und an Schokoriegeln. Nastja setzt ihr Leben als anbetungswürdige Adoleszentin nach den sowjetischen Spielregeln fort. Einen Verehrer reißt sie zu drei Oden hin. „Die dritte enthält deutliche Hinweise auf Altersschwachsinn.“
Nastja bietet sich einer Verlobungsfantasie an, deren Flüchtigkeit von Klügeren als Finte erkannt wird. Doch dann trifft sie den scharfzüngigen Max. Fortan torpediert Nastja seinen Aufstiegswillen. Sie lenkt den Ehrgeiz auf sich. Zu ihrem Glück werden Max und seine Leute in dasselbe Notheim umquartiert wie sie.
Nastja schildert ihren Alltag ohne Verzierungen. Die Einraumwohnung schimmelt. Das Klo ist auf dem Gang, die Küche eine Gemeinschaftseinrichtung. Die Verhältnisse erzwingen eine Geselligkeit, die Brechreiz auslöst. Berufene registrieren die nächtlichen Klogänge der Nachbarn. Plötzlich ergibt sich eine Chance, in Hamburg auf andere Gedanken zu kommen.
Ein Roman von Orhan Pamuk heißt „Das neue Leben“. Anna Galkina hat den Titel kassiert. Ihre Nastja kommt als beherztes Ich zur Sache. Sie erzählt locker vom Hocker von mit Pech getunter Glücklosigkeit, die man auf keinen Fall tragisch nehmen darf. Manchmal fällt sie aus der Rolle der Unbeugsamen. Dann verflucht sie die Auswanderung und ekelt sich vor Deutschland und vor ihrer Familie. Sie ist in einen Stillstand verwalteten Lebens geraten, den ihre Jugend ständig außer Kraft setzen möchte. Ihr fehlt die soziale Lethargie der Altvorderen, die schon lange abgerüstet haben und deshalb dem Nachwuchs lemurenhaft und madig erscheinen. Für Nastjas Eltern entspricht Mangel einer Gewohnheit.
„Das neue Leben steht still in dem farblosen Städtchen“. Es stinkt nach „karitativen Klamotten“ und anderem Plunder, mit dem die Flüchtlinge vorliebnehmen sollen. Nastja und Max entdecken einen Friedhof und noch mehr Rückzugsräume. Einem Keller geben sie den abenteuerlichen Anstrich ihrer Intimität. Verhütet wird „auf Russisch“. Das hat Folgen, die das Verhältnis kühlen.


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Bücherwurms avatar

Rezension zu "Das kalte Licht der fernen Sterne" von Anna Galkina

enttäuschend
Bücherwurmvor 2 Jahren


Ich hatte mich so gefreut, dass ich dieses Debüt aus dem Jahr 2016 zum Lesen bekam. Ich hatte vermutlich zu hohe Erwartungen, denn unter dem Titel "Das kalte Licht der fernen Sterne" von Anna Galkina hatte ich einen warmherzigen und berührenden Roman erwartet.
Gelesen habe ich oft unzusammenhängende Kurzkapitel über das Leben in Russland in den 80iger Jahren, sehr nüchtern und kalt geschrieben, ohne Spannungsbogen und im Verlauf oft scheinbar in konfuser Reihenfolge.
Es berichtet aus der Sicht der Protagonistin, Kindheit, Jugend und Flucht aus Russland.
Hin und wieder hatte ich den Eindruck, die Autorin hatte einige Abschnitte schon früher geschrieben, vielleicht um tagebuchartig einige Vorkommnisse zu verarbeiten, und hat diese dann hier eingefügt. Leider unpassend, ein Lesefluss, einen chronologischen Zeitrahmen mit  "Warmwerden" mit der Protagonistin und dem Fassen einer Sympathie, war mir leider nicht möglich.
Es hatte eher was von Kurzerzählungen, die aneinandergereiht wurden, wobei sich mir der Sinn leider nicht ergab.
Das Leben im kalten Russland ist hart, auch heute noch.
Auf politische Situationen, Erklärungen, Hintergrundwissen wurde komplett verzichtet, dafür aus der Sicht der Protagonistin Dinge beschrieben. War sie Kind, dann waren die Beobachtungen kindlich und oft unverständlich, als Jugendliche eher teenagermäßig aggressiv, bockig.
Mir hätte ein runder, in ich geschlossener Roman mit Gefühl und Persönlichkeit besser gefallen. Dazu kommt, dass auch ich in den 80igern als Teenager gelebt habe und auch in Deutschland waren die Zeiten damals anders. Und auch heute werden Welpen ertränkt und einige andere, wohl schockierend gemeinte Maßnahmen durchgeführt, dazu muss man weder nach Russland, noch in die Vergangenheit reisen, nur ändern wird man es auf diese Art des Romans auch nicht.
Schade, für dieses Buch kann ich keine Empfehlung aussprechen.

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Das kalte Licht der fernen Sterne" von Anna Galkina

Anna Galkina - Das kalte Licht der fernen Sterne
miss_mesmerizedvor 2 Jahren

Die Kindheit und Jugend in der sowjetischen Provinz. Nastja hat es nicht leicht, mit Mutter und Großmutter wohnt sie in einer Holzhütte ohne fließendes Wasser und mit Plumpsklo im Garten. Die Zeit im Kindergarten dient der Abhärtung gegenüber den anderen Kindern, die hemmungslos mobben und prügeln und gegenüber den Erwachsenen, die ebenfalls nicht Halt machen vor dem, was man heute Misshandlung, Missbrauch und Gewalt gegenüber Schutzbefohlenen nennen würde. Viel zu schnell werden die Kinder zu Jugendlichen und dort setzt sich der Prozess fort: der Kontakt zum anderen Geschlecht beginnt nicht mit der ersten zarten Liebe, sondern mit Exhibitionisten, Vergewaltigungen und Prostitution. Aber warum aufregen, so ist das Leben nun einmal. Schwangerschaftsabbrüche im Teenageralter sind ebenso normal wie zu viel Alkohol und das geschickte Ausnutzen der Schlupflöcher der Sowjetunion.

Anna Galkina hat einen bisweilen was poetischen, immer aber eingängigen, zwischen Ironie und Humor changierenden Erzählton, der sehr oft zu verniedlichen droht, was unter Betrachtung bei Tageslicht eine furchtbar brutale Realität ist. Ihre Schilderungen der Kindheits- und Jugenderfahrungen der jungen Protagonistin sind durchaus amüsant, doch immer wieder bleibt einem das Schmunzeln im Hals stecken, wenn einem bewusst wird, dass niemand solche Erfahrungen machen sollte. Es wird nicht analysiert, nicht kommentiert, lediglich berichtet mit einem eher naiv beobachtenden Ton, der es dem Leser überlässt, die Situation einzuordnen. Man mag es sich kaum vorstellen, sicherlich sind die einzelnen Episoden alle glaubwürdig und möglich, ob sie einer einzelnen Person in dieser Häufung widerfahren, ist eine andere Frage.

Ein Blick in das Russland der 80er Jahre, eine Welt, die es so nicht mehr gibt, die aber mindestens eine Generation von heute Erwachsenen geprägt und gezeichnet hat. Man erwartete offenbar nicht viel vom Leben, das folgende Jahrzehnt war weitaus hoffnungsvoller. Doch wo steht das Land heute? Die Autorin hat ihre Heimat verlassen, wie viele andere mit ihr. Doch kann man solche Geschichten wirklich hinter sich lassen? Und wie geht man mit dieser Vergangenheit bei einer aussichtslosen Zukunft um? 

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Gespräche aus der Community

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FrankfurterVAs avatar

Liebe Buchfreundinnen und -freunde,

als Vorgeschmack auf die Leipziger Buchmesse laden wir Euch zu einer Leserunde mit Anna Galkinas Debütroman Das kalte Licht der fernen Sterne ein.

Worum geht's?

Nastja beobachtet genau ihre Umwelt, seit sie ein kleines Mädchen ist. Zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter lebt sie in einem Städtchen unweit von Moskau, das bessere Tage gesehen hat. Da gibt es die matronenhafte Bibliotheksdirektorin Tamara, die mit dem kränklichen Wiktor ihren zweiten Frühling erlebt. Sergej mit den Kunstledersandalen, dessen Scheune begehrter Treffpunkt der Jugendlichen ist. Die drei „Schlampen“: Lena mit dem Oberlippenbart, Dina mit dem Vater im Knast und Oksana, Expertin für Schwangerschaftsabbrüche. Die Bewohner des Städtchens hausen zwischen Eimern und Einweckgläsern, zwischen Plumpsklo und Gemüsegarten, trinken bitteres Bier und selbstgebrannten Schnaps, beschimpfen und vergnügen, lieben und schlagen sich. Zunächst scheint Nastja als Erzählerin über dem Geschehen zu schweben, dann jedoch zieht es sie mitten hinein in das Pop-up-Panorama der russischen Provinz. Sie erlebt Geschichten voller Poesie und Gewalt, Tragik und Humor, Episoden mit ungewissem Ausgang. Bis Nastja sich in den jungen Soldaten Dima verliebt und es so aussieht, als würde ihr Leben eine unvorhergesehene Wendung nehmen.
Anna Galkinas Blick kennt keine Scheu und kein Erbarmen, durchbohrt die Härte des sowjetischen Alltags, trifft mitten ins Herz. Das kalte Licht der fernen Sterne erzählt unerbittlich und doch unbeschwert, mit viel Humor und großer Warmherzigkeit von Schicksalen, die lange nachhallen. Eine kraftvolle neue Stimme der jungen deutschen Literatur.


Eine Leseprobe findet ihr hier.

Wer ist Anna Galkina?

Anna Galkina, geboren und aufgewachsen in Moskau, kam 1996 mit ihren Eltern nach Deutschland. Nach einem Studium der Informatik arbeitet sie als Software-Testingenieurin, Malerin und Fotografin und lebt in Bonn. Anna Galkina schreibt auf Deutsch, Das kalte Licht der fernen Sterne ist ihr erster Roman. 


Teilnahme an der Leserunde

Für unsere Leserunde stehen 15 Freiexemplare zur Verfügung. Wer teilnehmen möchte, kann sich bis Montag, 21. März bewerben und darf folgende Frage beantworten:

Samowar, Lenin, Lolli, Plumpsklo und Krähe: Welche Assoziationen weckt das Cover von Anna Galkinas Debütroman bei euch?


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Liebe BewerberInnen,

tausend Dank für eure rege Teilnahme und euer großes Interesse!
Die Gewinner sind ausgelost und informiert - herzlichen Glückwunsch!
Allen anderen sei herzlich gedankt für die kreativen Beiträge. Im Herbstprogramm wird es wieder die Möglichkeit geben, an einer unserer Leserunden teilzunehmen.

Die besten Grüße
Eure Frankfurter Verlagsanstalt

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Anna Galkina im Netz:

Community-Statistik

in 37 Bibliotheken

auf 4 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

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