Ab morgen wird alles anders

von Anna Gavalda 
3,8 Sterne bei58 Bewertungen
Ab morgen wird alles anders
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (39):
once-upon-a-times avatar

Viel besser als erwartet! Etwas herzzerreißend, etwas wunderschön, etwas aus dem Leben gegriffen und etwas besonders.

Kritisch (4):
E

Kurze, unzusammenhängende Geschichten mit dem Thema Veränderung. Meist ziemlich verstörend oder sinnfrei.

Alle 58 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Ab morgen wird alles anders"

Manchmal fühlt sich das Leben an wie eine Sackgasse. Aber eine sehr charmante - Fünf neue Geschichten von Anna Gavalda, der 'Meisterin der kleinen Form.' Katharina Granzin, taz

'Ab morgen wird alles anders' – das ist das Motto von Anna Gavaldas neuen Geschichten: Mathilde verliert ihre Handtasche, nachdem sie in einem Café in Paris einen Drink zu viel hatte – mit Geld darin, das ihr nicht gehört. Yann fühlt sich in einem langweiligen Beruf gefangen, bis ihm eines Abends ein Licht aufgeht. Die eine sucht nach dem richtigen Mann, der andere hat die falsche Freundin. Bei keinem läuft es richtig rund. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt die französische Bestsellerautorin von der unzerstörbaren Hoffnung der Menschen in die Macht der Liebe - 'Inspirierender Lesespaß, der Mut macht.' Freundin

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596701995
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:25.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 30.01.2017 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: 5 Kurzgeschichten über Menschen, die vor einer Veränderung stehen und auf der Suche nach dem Glück sind. Mir haben nur zwei davon gefallen.
    Fünf Kurzgeschichten über Menschen vor einer Veränderung und auf der Suche nach dem Glück

    "Ab morgen wird alles anders" ist ein Band aus fünf Kurzgeschichten von Anna Gavalda, wobei die beiden Erzählungen "Mathilde" und "Yann" aufgrund ihrer Länge herausragen, meiner Meinung aber nicht die zwei besten sind. 
    "Mein Hund wird sterben" (28 Seiten) ist eine sehr traurige Geschichte, die von einem Lkw-Fahrer handelt, der nach dem Tod seines Sohnes Ludovic Trost mit einem Hund findet, den er von der Straße aufnimmt. Mit ihm zusammen ist er auf seinen Touren unterwegs bis er eingeschläfert werden muss. Nach dem Verlust kommt Jeannot jedoch seiner Frau wieder näher.  
    "Mathilde" (105 Seiten) handelt von der gleichnamigen jungen Frau, die in einem Café in Paris ihre Handtasche stehen lässt, in der 10.000 € enthalten sind, die sie zur Begleichung von Handwerkerkosten in ihrer WG von den Mitbewohnern gesammelt hat. Sie hat Glück als der Finder/ Dieb (?) ihr nach vier Tagen die Handtasche mit dem gesamten Inhalt wiedergibt. Der junge Mann ist etwas seltsam. Nach dem Treffen ist Mathilde allerdings neugierig auf Jean-Baptiste, von dem sie nur weiß, dass er Koch ist und den sie aber nicht mehr erreichen kann, da sie sich seine Telefonnummer im Halbschlaf falsch notiert hatte. Sie macht sich auf die Suche nach ihm und klappert so ziemlich jedes Restaurant und Hotel der Stadt nach ihm ab. 
    In  "Meine Kraftpunkte" (28 Seiten) wird ein Vater von der Direktorin seines Sohnes in die Schule zitiert, als dieser einem Mitschüler den Reifen seines Rollstuhls mit einem Zirkel zerstochen hat. 
    "Yann" (98 Seiten) handelt von einem 26-jährigen Studenten, der mit seiner Freundin zusammenwohnt und an einem Abend, als er eigentlich ins Kino wollte, seinen Nachbarn zwei Stockwerke über ihm hilft, eine Kommode hochzutragen. So lernt er die Familie kennen, die ihm bisher nur flüchtig im Hausflur aufgefallen waren. Nach dem Abend, an welchem er mit Nachbarn ein sehr intensives Gespräch bei zwei Flachen Rotwein geführt hat, überdenkt er sein Leben und trennt sich von seine Freundin, für die er dann nur noch Aggressionen übrig hat. 
    "Minnesang" (27 Seiten) dreht sich um die Zoohandelsangestellte Lulu, die sich bisher nur mit One-Night-Stands vergnügt hat. Auf einer Party lernt sie einen jungen Dichter kennen, der ihr romantische Zeilen aufsagt und sie damit durch die Nacht bringt. 
    Bis auf "Meine Kraftpunkte" handeln alle Kurzgeschichten von mehr oder minder unglücklichen, gescheiterten Existenzen, die am Schluss ihr Leben ändern oder zumindest zu einem Umdenken angeregt werden. Es werden fünf ganz unterschiedliche Menschen in alltäglichen Situationen beschrieben, die unbewusst vor einer Veränderung stehen und auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück sind. Die Enden sind jeweils offen, so dass man als Leser nicht weiß, ob es für die Protagonisten ein Happy End gibt. Zumindest besteht Hoffnung: "Ab morgen wird alles anders". 
    Am besten gefallen hat mir "Meine Kraftpunkte", in welchem der Vater pragmatisch seinen analytischen Verstand einsetzt und dadurch beweist, dass das Leben nicht Schwarz-Weiß ist und es stets zwei Seiten einer Medaille zu betrachten gilt - eine sehr ehrliche, lehrreiche Kurzgeschichte, die zum Nachdenken anregt. 
    Auch "Mein Hund muss sterben" fand ich eine lesenswerte Erzählung, auch wenn sie fast schon deprimierend war. Am Ende gab es jedoch den Hoffnungsschimmer auf ein glücklicheres Leben.Das Schicksal von Jeannot mit all seinen Verlusten im Leben hätte ich mir auch als Langfassung in Form eines Romans vorstellen können. So wirkte die Kurzgeschichte eher wie ein letztes Kapitel auf mich. 
    Den drei anderen Kurzgeschichten konnte ich nicht viel abgewinnen. "Mathilde" und ihre Suche nach dem Koch war mir zu eintönig und zu stark in die Länge gezogen, Yanns radikale Änderung seines Lebens aufgrund eines einzigen Abends mit einem ihm bisher fremden Nachbarn nicht nachvollziehbar und "Minnesang" zu nichtssagend,.Auch wenn es sich bei "Mathilde" und "Yann" um die beiden mit Abstand längsten Erzählungen handelte, blieb mit der Hintergrund der Protagonisten zu wage, um ihre Gedankengänge wirklich nachvollziehen zu können. 
    Den Schreibstil von Anna Gavalda empfand ich zudem in den drei Kurzgeschichten aufgrund der zum Teil sehr langen, verschachtelten Sätze und der enthaltenen Poesie als anstrengend zu lesen. Insgesamt konnte mich der Erzählband insofern weder sprachlich noch inhaltlich von sich überzeugen. 

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    Valabes avatar
    Valabevor einem Jahr
    Kurzmeinung: 5 im typischen Stil von Anna Gavalda geschriebene Kurzgeschichten, jede mit eigenem besonderen Touch
    Nur Mut, du kannst alles verändern.

    "Dann leg mal los. Ich will sehen was du kannst."
    Und ich legte los. Wollte sehen, was ich kann. Yann S. 268

    "Ab morgen wird alles anders" von Anna Gavalda erzählt in fünf Kurzgeschichten, wie fünf Menschen ihr Leben neu in die Hand nehmen und von Grund auf ändern.

    Geschichte 1: Mein Hund wird sterben.
    Ein LKW-Fahrer muss seinen treuen Begleiter einschläfern lassen. Vor langer Zeit fand er ihn eines Nachts am Straßenrand und seitdem waren beide unzertrennlich. Doch über diesen Verlust finden der Mann und seine Frau wieder zueinander.
    Ein wunderbarer Einstieg in das Buch. Am Anfang wirken die kurzen Sätze etwas holprig, doch nach kurzer Zeit ist man schnell in der Handlung drinnen.

    Geschichte 2: Mathilde
    Mathilde wohnt mit zwei Schwester in einer Wg. Diese soll renoviert werden und Mathilde soll hierfür den Handwerker bezahlen. Doch im Übermut wird ihr in einem Café die Tasche samt Geld gestohlen. Auf ihrer Suche nach beidem trifft sie auf einen Koch, der weder besonders hübsch noch besonders klug zu sein scheint. Dennoch ist Mathilde von ihm fasziniert.
    Diese Geschichte konnte mich überhaupt nicht fesseln. Es ist die längste im ganzen Buch und zieht sich leider auch sehr hin. Etwas weniger philosophische Träumerei von Mathilde hätten der Handlung gutgetan.

    Geschichte 3: Meine Kraftpunkte
    Ein junger und vielbeschäftigter Architekt wird zur Schule seines Sohnes gerufen, weil dieser auffällig geworden ist. Obwohl sich alle Beteiligten schon eine Meinung zu dem Vergehen gebildet zu haben scheinen, bleibt er als einziger loyal seinem Sohn gegenüber und gibt ihm die Chance sich zu äußern.
    Eine der besten Geschichten in dem Buch. Anna Gavalda beschreibt hier wunderbar die Gefühle eines stolzen Vaters zu seinem Kind und zeigt auf, dass es sich immer lohnt sich beide Seiten einer Medaille anzusehen bevor man urteilt.

    Geschichte 4: Yann
    Yann ist jung, hat einen guten Job und lebt in einer großen Wohnung mit seiner Freundin. Eigentlich könnte er sich glücklich schätzen. Doch ein Essen bei seinen Nachbarn und den schon fast philosophischen Vorträgen Isaacs lassen ihn aufwachen. Hier erfährt er, was wahre Liebe und Zuneigung ist und er schöpft neuen Mut endlich in seinem Leben etwas zu vollbringen, vor was er sich schon zu lange geziert hat.
    Wunderbar geschrieben mit viel Wahrheit und auch Poesie. Isaac muss man als Leser einfach ins Herz schließen und auch mit Yann wird sich sicher der ein oder andere identifizieren können. Unbedingt lesen.

    Geschichte 5: Minnesang
    Lulu arbeitet in einem Tiergeschäft und hangelt sich von einem one-night-stand zum anderen. Bis sie auf einer Party auf einen Mann trifft, der tatsächlich einmal ernsthaft an ihr interessiert zu seien scheint. Lulu schöpft wieder Hoffnung, dass es diesmal vielleicht doch nicht bei nur einem einmaligen Beischlaf bleiben könnte.
    Mit viel Charme und wahren Worten beschreibt Anna Gavalda die manchmal schwierige und doch auch leichteste Zeit des Singlelebens. Obgleich auch der Minnesänger etwas bieder und weltfremd wirkt, so verkörpert er doch den Typ Mann, der sich ehrlich für seine Partnerin interessiert.

    Zusammenfassend sind die Kurzgeschichten im typischen Stil von Anna Gavalda verfasst und für bekennende Gavalda Fans sicher eine Bereicherung. Nicht alle haben mich überzeugen können, aber dennoch fand ich sie erfrischend und herzerwärmend geschrieben. Wer einmal in die Erzählweise  der Autorin hineinschnuppern möchte, der hat mit „Ab morgen wird alles anders“ eine wunderbare Möglichkeit dafür.

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    Renis avatar
    Renivor einem Jahr
    Fünf tiefsinnige Kurzgeschichten über Hoffnung, Verlust, Liebe und den ganz alltäglichen Wahnsinn

    Dies ist mein erstes Buch der französischen Autorin Anna Gavalda. Bisher habe ich nur die Verfilmung ihres Romans „Zusammen ist man weniger allein" mit Audrey Tautou gesehen, die ich sehr unterhaltsam fand. Bei "Ab morgen wird alles anders" handelt es sich um eine Sammlung von fünf kurzen Geschichten, die von Verlust, Liebe, Hoffnung oder dem ganz alltäglichen Wahnsinn/Leben nebst Schattenseiten erzählen. Dabei legt die Autorin den Fokus auf Figuren, denen man tatsächlich auf der Autobahn, in einem Café, auf einer Baustelle oder wo auch immer im Frankreich der Gegenwart über den Weg laufen könnte. Die Protagonisten wirken lebensnah, echt und wie vom Leben selbst gezeichnet. Mit mal sympathischen und weniger sympathischen Charaktereigenschaften, die die Figuren umso menschlicher erscheinen lassen.

    Da ist der LKW-Fahrer Jeannot in "Mein Hund wird sterben", der abermals ohnmächtig mit dem Thema Tod konfrontiert wird und folglich erneut vor den Trümmern seines Lebens steht. Durch die abwechselnden Gefühlseindrücke des Ich-Erzählers in der Gegenwart sowie Vergangenheit bekommt man einen guten Eindruck seiner Verzweiflung und Resignation geboten. Denn der Verlust eines geliebten Menschen bedeutet nicht nur Schmerz, sondern, wie in dieser Geschichte einfühlsam nachempfunden, auch lebenseinschneidende Veränderungen für die Zurückgebliebenen.

    In "Mathilde" erlebt die gleichnamige Heldin ein höchst skurriles Abenteuer der Sorte 'Hochmut kommt vor dem Fall'. In fünf Akten lernt der Leser eine höchst eigenwillige Ich-Erzählerin kennen, die eingangs von Zynismus und Prahlerei geprägt ist. Bis die angebliche Kunststudentin einen großen Fehler begeht, folglich Bekanntschaft mit einem sonderlichen Zeitgenossen macht und sich plötzlich selbst ziemlich klein und unscheinbar vorkommt. Für mich eine der unterhaltsamsten Geschichten. Mathilde ist zwar kein einfaches Persönchen (manch Leser dürfte ihre taktlose Art ablehnen) und das Nebenpersonal ist (wie es sich für eine Kurzgeschichte gehört) sehr einfach gezeichnet, dennoch habe ich lange nicht mehr so herzlich gelacht beim Lesen eines Buches – angefangen von Mathildes ungewöhnlicher Berufswahl bis hin zum letzten Akt ihrer absolut nicht Hollywood liken Odyssee durch Frankreich. Erfrischend ist nicht nur der plötzliche Perspektivwechsel nach dem dritten Akt, sondern auch Mathildes ungeschönte Ausdrucksweise á la "Erbarmen, dachte ich, er ist nicht nur hässlich, er ist auch noch besoffen". Eine Geschichte, die man blöd finden oder lieben wird.

    In "Meine Kraftpunkte" muss sich ein dreifacher Vater und Gutachter mit unterschiedlichen Rissen auseinandersetzen. Ebenfalls eine lesenswerte Alltagsgeschichte, in welcher der Ich-Erzähler beruflich übel in der Klemme steckt, aufgrund seines logischen Sachverstandes aber privat doch stets gute Lösungen findet und am Ende neue Kraft sammelt. Hier findet die Autorin passende Metaphern und Vergleiche und beeindruckte mich vor allem mit der taktvollen Klärung eines wahrlich nicht einfachen Sachverhaltes in den respekteinflößenden Räumen einer Grundschule.

    In "Yann" geht der gleichnamige Protagonist in zwölf Minikapiteln seinen ganz eigenen Weg. Der (erfolglos) studierte Designer fühlt sich vom Leben und den gesellschaftlichen Zwängen verarscht. Der Mitzwanziger sieht in seinem Leben keinen richtigen Sinn, alles läuft so vor sich hin … bis er zwei Hausnachbarn näher kennenlernt und erkennt, was seinem Leben wirklich fehlt. Ebenfalls eine anregende Kurzgeschichte, wobei die typisch französische Begeisterung fürs Essen hier für meinen Geschmack zu ausufernd beschrieben wird und ich Yanns Geschichte bis zum letzten Drittel nur halb so spannend fand wie die von Mathilde. Die Handlung tritt streckenweise etwas auf der Stelle und ließ mich zuweilen in Gedanken abschweifen. Dennoch eine Geschichte mit Charakter und interessanten Ideen. Am Ende gefiel mir Yanns Konsequenz, auch wenn sie doch arg schuldzuweisend daherkommt, weil man eben nur seine Sicht der Dinge kennt. Dennoch erfährt man gleichzeitig mehr über Yann und sein Umfeld und bei ihm wird am nächsten Morgen wirklich alles anders.

    In "Minnesang" geht es um die 23-jährige Lulu, die in einer Tierhandlung arbeitet und spontan mit einer Freundin zu einer Party geht. Dort trifft sie auf einen Poeten, der sie zum Nachdenken bringt… Diese Geschichte gehört wie "Mein Hund wird sterben" und "Meine Kraftpunkte" zu den kurzlebigsten Geschichten. Dennoch konnte sie mich weniger überzeugen als die Vorgänger. Lulu ist in etwa mit Mathilde vergleichbar. Auch hier ist die Sprache/Denkweise eher vulgärer Natur (es wird eben kein Blatt vor den Mund genommen) und in Sachen Männer sowie im Allgemein haben beide ihr chaotisches/einsames Päckchen zu tragen. Der "Minnesang" liest sich flott weg und auch hier mochte ich die Moral der Geschichte (wie man so schön sagt). Doch durch die Kürze der Geschichte fand ich diesmal leider keinen richtigen Zugang zu der Figur. Überdies gleicht die Ich-Erzählweise für mich zu sehr der von Mathilde und Yann – als wären alle drei Charaktere (für mich) ein und dieselbe Person.

    Kurz gesagt:

    In fünf unterschiedlichen Kurzgeschichten ändert sich das Leben von fünf Franzosen, denen man in Paris/Frankreich gefühlt tatsächlich über den Weg laufen könnte. Anna Gavalda nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt die Schattenseiten des Lebens auf – mit mal sympathischen und weniger sympathischen Charakterzügen der Hauptfiguren (was umso echter wirkt). Und am Ende ist da doch immer ein Fünkchen Hoffnung auf ein "Ab morgen wird alles besser". Der zuweilen abschweifende, tiefsinnige und unverblümte Schreibstil der Autorin ist dann gewiss eine Geschmacksfrage.

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    Gisevor einem Jahr
    Hat mich nicht überzeugt

    Fünf Kurzgeschichten erzählen über fünf Menschen, die plötzlich bemerken, dass etwas nicht so toll läuft in ihrem Leben. Dem einen stirbt der Hund, und er erinnert er sich an den Tod seines Kindes und wie danach seine Ehe erkaltete; die andere verliert ihre Handtasche mit 10.000 Euro; Yann erkennt die Liebe in der Beziehung seiner Nachbarn und merkt, dass sie in seinem Leben fehlt, und eine junge Frau lernt auf einer Party einen Dichter kennen. Es ist die Liebe, die sich bei allen diesen Menschen in ihr Bewusstsein meldet, sie alle merken, dass ihnen etwas Entscheidendes fehlt.

    Mit diesem Buch habe ich mich eher schwer getan. Den Schreibstil mit den ellenlangen Wurmfortsätzen und Verschachtelungen sowie die eingeschobenen Klammern erschwerten es mir, den Sinn des Satzes zu verstehen, so dass ich oft aus dem Lesefluss gerissen wurde. Ungefiltert lässt Anna Gavalda den Leser an den Gedanken ihrer Protagonisten teilnehmen; das hat mich teilweise überschüttet, ohne noch einen Eindruck davon zu haben, in welcher Lebenssituation sich die jeweilige Person überhaupt befindet. War es nun nebensächlich, was ich gerade las, oder verpasste ich vielleicht etwas Entscheidendes, wenn ich diesen Bandwurmsatz nicht auf Anhieb verstand oder ihn gar nur überflog. Irgendwie bin ich beim Klären dieser Frage auf der Strecke geblieben…

    Das Thema der Geschichten hat mich sehr angesprochen, die Umsetzung aber war dann sehr unterschiedlich und hat mich letztendlich nicht überzeugt. Leider kann ich deshalb für dieses Buch nur 3 Sterne vergeben. 

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    seldas avatar
    seldavor 2 Jahren
    Berauschend schön

    Was für ein wunderschönes Buch. 

    Kleine Geschichten über den Stillstand im Leben, den jeder kennt. 

    Man denkt, der aktuelle Zustand ist nur vorübergehend und plötzlich sind Jahre vergangen ohne dass sich etwas verändert hätte. In dieser Situation befinden sich die Akteure in Anna Gavaldas Geschichten und dann geschieht plötzlich etwas, das einen Riss in die Fassade ihrer Welt macht und plötzlich dringt das Leben mit aller Macht durch diesen kleinen Spalt in die Lebensrealität der Protagonisten und alles verändert sich. Ein großartiger Lesegenuss: schlau, voller Hoffnung , Lebendigkeit und dabei so lässig geschrieben. 

    Obwohl ich eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten bin, konnte ich von dieser Auswahl nicht genug bekommen. 

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    S
    sophia60vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: unterhaltsame und tiefgründige Erzählungen über Menschen unserer Zeit
    eindrucksvolle Kurzgeschichten

    Anna Gavalda hat uns mit dem Buch "Ab morgen wird alles anders" fünf beindruckende Erzählungen bzw. Kurzgeschichten geschenkt.
    Ihr Stil ist klar und leicht zu lesen; die geschilderten Personen sind genauestens beschrieben und in ihren Handlungsweisen nachvollziehbar zu verstehen. So versetzt uns Gavalda in die Gedankenwelt der unterschiedlichsten Protagonisten und läßt uns eindrucksvoll an deren Leben teilnehmen. So zum Beispiel der LKW-Fahrer Jeannot, der seinen Hund einschläfern lassen muss, und uns auf dem Weg dorthin von seinem ganz pesönliches Lebensdrama erzählt; von Krankheit und Tod seines Sohnes, von der Unmöglichkeit der Eltern, dieses zu verarbeiten; von seiner Ehefrau, die im Putzwahn untergeht und von seiner Depression, aus der ihn der Hund errettet hat. Und schließlich, in der letzten Zeile, eine neue Hoffnung, die den Titel "Ab morgen wird alles anders" verständlich macht.
    Auch die weiteren Erzählungen sind unterhaltsam und doch tiefgründig und vielleicht läßt sich deren Inhaltsschwere erst beim zweiten Lesen richtig verstehen. Ich werde das Buch allen Freunden guter Literatur empfehlen!

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    B
    blauer_Regenvor 2 Jahren
    Ein Hoch auf die Hoffnung und die Liebe

    Der vorliegende Roman "Ab morgen wird alles anders" stammt von Anna Gavalda und ist 2017 erschienen. Es handelt sich hier um eine Sammlung von längeren Kurzgeschichten, welche die Themen Liebe, Lebensumbrüche und Identitätsfindung behandeln und in der Gegenwart verankert sind. Die Protagonisten hat Frau Gavalda wie gewohnt mitten aus dem Leben gegriffen. Sie sind druchweg authentisch und immer auf der Suche nach einem kleinen bisschen Glück im Leben.
    Dieses tolle Buch ist in der Ich-Erzählerform geschrieben. Somit haben wir permanent die inneren Monologe der Hauptfiguren mit all ihren Gefühlen vor Augen. Die Handlungen der Akteure sind gut nachvollziehbar, teilweise chaotisch schräg und in jedem Fall berührend erzählt, die Konflikte aus dem Alltag gegriffen und dadurch gut nachzuempfinden. Man freut sich und leidet mit den wechselnden Protagonisten mit, die liebevoll beschrieben sind. Mir viel es daher oft schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
    Geeignet ist das Buch für Leser aller Altersklassen mit Interesse an der Auseinandersetzung innerer Konflikte und ein bisschen Happy End.
           

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    sydneysider47s avatar
    sydneysider47vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fünf Erzählungen von Anna Gavalda von fünf verschiedenen Ich-Erzählern - von sehr gut bis ziemlich ruppig
    Mal mitreißend und sympathisch, mal chaotisch und ruppig

    Das Buch „Zusammen ist man weniger allein“ der französischen Schriftstellerin Anna Gavalda hat mir überaus gefallen. Deswegen war ich auch angetan, ihr neuestes Buch mit fünf Erzählungen zu lesen. Dass hier alle Erzählungen aus der Sicht von Ich-Erzählern präsentiert werden, stört mich nicht.

     „Mein Hund wird sterben“ ist für mich die beste Erzählung des Buches. Sie macht nachdenklich und berührt. Sie handelt von Jeannot, genannt Jean, der als LKW-Fahrer arbeitet. Er erzählt von seinem Hund, dem er keinen Namen gab. Der Hund war ausgesetzt worden. Jean fand ihn am Straßenrand und nahm ihn zu sich. Der Hund gab Jean Wärme, Liebe und Freundschaft, nachdem sein Sohn Ludovic gestorben war.

     Jean zieht Parallelen zwischen dem Tod seines Sohnes und dem bevorstehenden Tod seines Hundes. Wieder muss er ein Lebewesen hergeben.

     Der Hund war ein treuer und guter Gefährte. Er wohnte mit Jean im Keller, nachdem seine Frau ausgerastet war und penibelst die Wohnung und das Haus reinigte. Und wenn Jean seinen LKW fuhr, saß der Hund neben ihm.

     Die Erzählung „Mathilde“ finde ich seltsam. Mathilde ist 28 Jahre alt. Sie studiert in Paris und wohnt mit zwei Frauen im ähnlichen Alter in einer WG. Eines Tages verliert sie ihre Handtasche. Viel Geld befindet sich darin. Mathilde rechnet nicht damit, die Handtasche mit Geld und dem restlichen Inhalt wieder zu bekommen.

     Aber es passiert das Unglaubliche: Ein Mann findet die Tasche. Er trifft sich mit Mathilde und händigt ihr die Tasche aus. Dann verschwindet er aus ihrem Leben. Mathilde will ihn unbedingt finden.

     Je mehr ich von dieser Erzählung las, desto unsympathischer wurde mir Mathilde. Oft konnte ich ihre Handlungsweisen nicht verstehen.  

     Die Erzählung „Meine Kraftpunkte“ ist für mich persönlich wieder ein Lichtblick. Es geht um Pierre. Er ist Vater und arbeitet auf einer Baustelle. Eines Tages wird er in die Schule zitiert, weil sein Sohn Valentin einem behinderten Mitschüler, namens Maxime, die Reifen des Rollstuhls aufgestochen hat.

     Pierre kann zur Versöhnung von Valentin, Maxime und dessen Eltern beitragen, indem er allen zeigt, wie man einen Rollstuhlreifen flickt.

     Pierre ist sympathisch, er versucht zu vermitteln. Und er versucht auch, seinen Sohn Valentin zu verstehen. Der Schluss der Geschichte ist überraschend – und man erfährt den wahren Grund, warum Valentin den Rollstuhl von Maxime beschädigte. Wobei ich über diesen Grund schon den Kopf schütteln musste....

     Die Erzählung „Yann“ ist für mich sehr konfus. Yann ist zwar sympathisch – ein Student, 26 Jahre alt. Er hat eine schnoddrige Sprache als Ich-Erzähler, an die ich mich erst mal gewöhnen muss. In dieser Erzählung vermisse ich den „roten Faden“ – also eine Haupthandlung. Yann macht dies und das. Einmal trifft er Alice. Alice, die reich und attraktiv ist. Ein anderes Mal ist Yann Vertreter einer koreanischen Firma.

     Wäre das ein Roman, hätte ich ihn nach 60 Seiten weggelegt. Die circa 100 Seiten umfassende Erzählung habe ich ganz gelesen, aber irgendein Funke sprang auf mich nicht über. 

     Auch „Minnesang“ konnte mich nicht begeistern. Obwohl ich Ludmilla, die Hauptperson, mochte. Sie arbeitet in einem Laden, der Tiere und alles, was ein Tier braucht, verkauft. An den Wochenenden besucht sie ihre Schwester, die Familie hat.

     Ludmilla selbst ist noch nie auf die Idee gekommen, nach einem Partner fürs Leben zu suchen.

     An einem Abend geht sie aus. Nachdem sie einen Mann getroffen hat, dessen Katze sie interessiert, trifft sie einen Dichter, der mit ihr ins Bett will. Dass dieser Lieder und Gedichte zitiert, finde ich originell. Auch der Schluss der Erzählung überrascht und passt dazu.

     Dennoch mag ich diese Erzählung nicht besonders gern, was eindeutig an der recht ordinären Sprache liegt.

     

    Mein Fazit:

     In dem Buch „Ab morgen wird alles anders“ von Anna Gavalda lernt man in fünf Erzählungen fünf verschiedene Menschen mit fünf verschiedenen Schicksalen und etlichen Problemen kennen.

     Zwei Erzählungen gefallen mir überaus gut, zwei Erzählungen finde ich mittelmäßig – und eine Erzählung mag ich überhaupt nicht, da ich sie ziemlich konfus finde. 

     Ich vergebe diesem Buch drei Sterne.

     

     

     

     

     

     

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    LinaLiestHalts avatar
    LinaLiestHaltvor 2 Jahren
    Lesenswert in der Gesamtheit

    Mathilde verliert ihre Handtasche in einem Cafe in Paris mit jeder Menge Geld darin... welches nicht ihr eigenes ist. Yann ist gelangweilt. Das sind nur zwei der Figuren in Anna Gavaldas neuem Buch, bei denen es nicht so läuft, wie sie es gerne hätten.
    „Ab morgen wird alles anders“ beherbergt mehr als eine Geschichtensammlung, die nur so von Witz, französischen Charme und der Hoffnung auf die Liebe strotzt.

    Damit bringt sie Leichtigkeit in den trüben und kalten Winteralltag. Jede Geschichte ist eine eigene Welt, die entdeckt werden will und zusammen verzaubern sie den Leser. Wer Anna Gavaldas andere Bücher kennt, der weiß, dass sie sich nicht vor schwermütigen Themen scheut, aber immer etwas Hoffnung bereit hält. MIt Kurzgeschichten tue ich mich manchmal etwas schwer, aber hier fiel es mit leicht, mich ganz dem Lesegenuss hinzugeben. Ein bisschen habe ich am Ende zwar das Romanfeeling vermisst, aber auch so ist diese Sammlung sehr empfehlenswert, auch, wenn man die Autorin noch nicht kennt.

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    Isadors avatar
    Isadorvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr sprachgewaltig, hat mich aber inhaltlich weniger angesprochen.
    Veränderungen

    Das Buch „Ab morgen wird alles anders“ von der beliebten französischen Autorin Anna Gavalda besteht aus fünf mehr oder weniger kurzen Geschichten, in denen ein Mensch es schafft, aus der Gewohnheit und Lethargie seines bisherigen Lebens auszubrechen. 

    Die Geschichten sind alle sehr außergewöhnlich, auch von der Schreibweise her, die sehr stark mit Worten spielt. Die Sprache ist sehr kunstvoll und wortgewaltig. 

    Leider haben mir die Geschichten vom Inhalt her trotzdem nicht so gut gefallen. Meiner Meinung nach hat der Klappentext mehr versprochen als das Buch gehalten hat. 

    Einigermaßen begeistern konnten mich "Mein Hund wird sterben" sowie "Meine Kraftpunkte". Mit "Mathilde" und "Yann" konnte ich am wenigsten anfangen. 

    Das Buch reicht inhaltlich leider nicht an die vorherigen Romane von Anna Gavalda heran, daher bekommt es von mir nur 3 Sterne.

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