Anna George

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Was ich getan habe

Was ich getan habe

 (20)
Erschienen am 10.07.2017

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Rezension zu "Was ich getan habe" von Anna George

Rezension
MrPolicemanvor 4 Monaten

Inhalt

Das Buch ,,Was ich getan habe“ von Anna George dreht sich, wie aus dem Klappentext bereits eindeutig hervorgeht, um den Anwalt David Forrester, der eines Abends seine Frau getötet hat. Es wird im Laufe des Buches mehr und mehr ersichtlich, was David eigentlich für eine Sorte von Mensch ist und was ihm zu seiner Handlung getrieben hat…

 

Kritik und Fazit

Dem Klappentext zufolge könnte der Leser annehmen, dass es sich bei dem Buch ,,Was ich getan habe“ lediglich darum dreht, dass der Anwalt David Forrester seine Aussage darüber macht, wie er seine Frau, die Filmproduzentin Elle, umgebracht hat.

Das wird dem Leser auch zu Beginn so vermittelt, bevor es plötzlich einen Cut gibt und die Autorin zu der ersten Begegnung zwischen Elle und David springt.

Nach und nach wird dem Leser dann bewusst, dass die Autorin hier die gesamte Beziehung der beiden vom ersten Date, über die Hochzeit bis hin zur Ermordung sezieren wird.

Bevor ich darauf eingehe, muss ich allerdings zuerst auf den Schreibstil eingehen: Und um ehrlich zu sein habe ich selten ein Buch gelesen, dass sich wirklich so flüssig und schnell lesen lässt wie ,,Was ich getan habe“. Man hat als Leser wirklich das Gefühl, dass man durch dieses Buch fliegt, so schnell liest man die Seiten. Es ist wirklich ein sehr schöner Schreibstil und zwar die gesamten 320 Seiten über. Persönlich ist mir keine Phase aufgefallen, in der unnötige, überflüssige oder ,,langweilige“ Abschweifungen vorgenommen wurden. Das ist bereits der erste große Pluspunkt für dieses Buch!

Und weiterhin hat die Autorin dieses Buch wirklich überaus gut aufgebaut, indem sie einerseits aus der aktuellen Sicht von David, der jetzt gerade seine Frau umgebracht hat, erzählt und andererseits den Leser in die gesamte Beziehung/ Ehe der beiden einführt.

Hier bekommt der Leser einen umfassenden Überblick über die gesamte Beziehung der beiden, die schlicht und einfach gesagt, unglaublich ist. Hier kommt der nächste große Pluspunkt auf den ich eingehen MUSS: Die Recherchen. Man muss der Autorin einfach zugestehen, dass sie hier wahrlich unglaubliche Recherchen betrieben hat, um den Plot des Buches auch wirklich realistisch zu gestalten. Und das ist ihr mehr als gelungen!

Denn es beginnt zwischen Elle und David rosig bis die ersten Komplikationen auftreten und zwar am Verhalten und der Persönlichkeit von David die mehr als fraglich ist...

Hier beginnt es mit einem Sturz von der Treppe, geht weiter mit einem kleinen Streit im Zug, über eine fliegende Schüssel, bis hin zu einem Faustschlag und schließlich endet es im Mord. Und alles wird verziehen, wo der Leser einen großartigen aber auch schaurigen Einblick in den realen Ablauf von häuslicher Gewalt bekommt! Großartig geschrieben und toll aufgebaut, wenngleich es den Leser aber auch erschauern lässt.

Der nächste Pluspunkt sind die Charaktere in dem Thriller, die die Autorin ebenfalls unglaublich realitätsnah darstellt und wo der Leser einfach fasziniert wird.

Und mit der Größte Pluspunkt ist das Ende! Beim Klappentext denkt man natürlich sofort, dass man bereits das Ende kennt und nichts unvorhersehbares mehr passieren wird und doch endet dieses Buch einfach spannend und fesselnd und einfach unvorhersehbar, was dieses tolle Buch super abrundet!

Dieses Buch ist für jeden Spannungsfan ein absolutes Muss und eine absolute Leseempfehlung und hat Suchtpotenzial!

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Rezension zu "Was ich getan habe" von Anna George

Erstklassiger Thriller über menschliche Psyche und ihre Abgründe
Malibuvor 8 Monaten

Liebe macht blind - das beweist auch der Thriller "Was ich getan habe" von Anna George. Elle verliebt sich in den düsteren Anwalt David, der unberechenbar ist und trotzdem lebt sie mit seinen Defiziten und redet sich ein, dass alles gut geht. Wo das hinführen kann, zeigt uns die Autorin glasklar...

Der Anwalt David Forrester kann es kaum fassen, dass er Elle gefunden hat, die einzig Wahre. Und dennoch - er bringt sie in ihrem Haus um. Er war so hingerissen von ihr, die Ehe war obsessiv. Es war eine leidenschaftliche, große Liebe und doch geschieht das Schreckliche, er bringt sie um. Wozu kann ein Mensch fähig sein, ist zuviel Liebe tödlich?

Das Buch wird ja zerrissen - in gute und schlechte Rezensionen, hier gehen die Meinungen weit auseinander. Für mich war das eine erstklassige Thrillerlektüre, die einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche verleiht, den Abgrund zeigt. Wir haben hier Elle, die eigentlich ihre Karriere vorantreiben will und sich auf nichts festes einlassen möchte. Sie ist eine bodenständige Frau mit großen Träumen und lebt das Leben gern. Sie ist gutmütig und irgendwo auch etwas naiv, aber das kann man der rosanen Brille der Liebe zuschreiben, so sind wohl alle mit dieser. Sie trifft auf den erfolgreichen Anwalt David Forrester - eigentlich sollte es nur ein ONS sein, doch wird es mehr draus. Er ist zugleich ein unsympathischer Mensch, egal ob der "gute" David zum Vorschein kommt oder der andere.

Das Buch behandelt ein derart brisantes Thema, welches mit Sicherheit in vielen, vielen Haushalten aktuell ist. Es gibt mit Sicherheit viele Frauen wie Elle, die sich alles schön reden, die sich klein machen lassen von ihrem cholerischen Ehemann. Irgendwann ist man wohl an dem Punkt, an dem man zum Opfer wird und nur noch funktioniert, damit der Ehemann ja nicht explodiert und ihm somit alles recht machen will. Man hält den Mund, obwohl es viel zu sagen gibt, man fügt sich ihm, obwohl der eigene Kopf was anderes sagt und man findet Dinge toll, die es eigentlich gar nicht sind. Und wozu das alles? Um die Liebe, die hier eigentlich was ganz anderes darstellt, aufrechtzuerhalten. Viele verwechseln Liebe mit Abhängigkeit. Über dieses Thema könnte man wohl ein ganzes Buch schreiben - oder so wie die Autorin, ein Thriller.

Mit David haben wir hier einen typsichen, extremen Narzissten. Er liebt nicht unbedingt Elle, sondern die Macht über sie. Er liebt es, sie zerbrechen zu sehen, wie sie sich für ihn anstrengt und ihm alles recht machen will. Ihre Liebe nährt sein Ego, ihre Abhängigkeit braucht er. Typisch für so eine Art Mensch ist es, es immer wieder eskalieren zu lassen, von der Bildfläche zu verschwinden und sich wieder in das Leben des Opfers einzuschleichen. Erst wird es wieder schön, da er ihr die Wünsche von den Augen abliest und dann verfällt er wieder in sein altes Muster, die Gemeinheiten, Beleidigungen und Abwertungen. Dabei liebt er nich mal sich selbst, braucht aber diese Aussage, um sich besser zu fühlen. So ist auch David, er ist da keine Ausnahme - der typische Narzisst, der er ist, liebt und hasst er sich selbst. Er liebt sich, um seinen Selbsthass zu kaschieren.

Mit so einer Art Mensch zusammenleben ist schwer und risikoreich, da man nie weiß, wann es zur Eskalation kommt. Mich selbst hat das Buch derartig gefesselt, da ich dieses Thema hochinteressant finde und gespannt war, wie Elle das mit diesem Narzissten hinbekommt. Leider scheitern die meisten Menschen daran, da ein Narzisst eigentlich total bindunsunfähig ist.

Die Autorin hat die Spannung in diesem Buch aufrechterhalten, indem sie immer wieder die Kapitel abwechselnd beschreiben lassen hat. Einmal aus Elles Sicht und einmal aus Davids Sicht. Dabei hat man bei David keinerlei Mitgefühl, auch wenn er manchmal selbst einsieht, dass er nicht ganz koscher im Kopf ist. Elle tut einem leid, da sie hofft, einen Menschen ändern zu können und gerade so eine Art Mensch - und dann kopflos in die Rolle des Opfers fällt, das es dem Peiniger nur noch recht zu machen versucht, damit es nicht zur Eskalation kommt.

Was die Autorin hier in den Roman packt, ist leider viel zu oft Alltag in vielen Familien. Es wird nicht darüber diskutiert, da die Opfer denken, es wird ihnen eh keiner glauben, denn meist haben Narzissten ein super gutes Pokerface und können sich öffentlich so in Szene setzen, dass die Menschheit um ihn herum glaubt, was für ein toller Fang das doch ist und wie liebenswürdig etc.

Es ist kein Buch zum einfachso durchlesen, man muss sich ganz darauf einlassen und hinein abtauchen, sich mit der Marterie auseinandersetzen und konzentriert lesen. Wen das Thema anspricht und wer sich damit bereits auseinander gesetzt hat, wird hier gefesselt werden. Es ist kein Thriller im herkömmlichen Sinne, andere würden es eher als Ehedrama bezeichnen, dennoch ist es ein Thriller, der in menschliche Abgründe der Psyche spielt und einem einen tiefen Einblick hierein öffnet.

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Alesks avatar

Rezension zu "Was ich getan habe" von Anna George

Anatomie einer Beziehung
Aleskvor einem Jahr

David hat seine Frau ermordet. Er sitzt in einem Auto und spricht sein Geständnis in ein Diktiergerät.
Der Roman „Was ich getan habe“, von Anna George, fängt mit diesem Geständnis an, somit ist die Spannung, wie man sie aus den üblichen whodunit-Thrillern kennt, von Anfang an nicht vorhanden.
Die Geschichte wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt. David, der sein Geständnis aufnimmt, erinnert sich im Rückblick an die Beziehung mit Elle. Elle, liegt derweil tot in ihrer Waschküche, blickt auf ihren leblosen Körper herab und denkt an Ereignisse aus ihrem Leben. Dabei bekommen wir einen Einblick in die komplizierte On-Off-Beziehung der beiden. Die dritte Person ist Mira, Elles Freundin und Schwägerin. Sie steht für Elles Leben vor David, bemerkt alarmierende Hinweise auf den problematischen Zustand der Ehe, kann jedoch von Außen nichts anrichten, da Elle sie weder einweiht noch um Hilfe bittet.
Der Roman ist in meinen Augen weit von einem Thriller entfernt, es ist eher die Anatomie einer Beziehung ohne Spannungsaufbau. Vielmehr regten mich die Protagonisten auf, und ich würde sie am liebsten anschreien, wo eigentlich das Problem ist. Sexuelle Anziehung schien das Hauptthema ihrer Beziehung, aber daß das alleine nicht ausreicht, hätte den beiden Erwachsenen klar sein sollen.
Elle schreibt ein Drehbuch mit dem Titel „Limerenz", was als die berauschende Verliebtheit der ersten Tage einer Beziehung erklärt wird. Limerenz kann somit ganz gut als Untertitel des ganzen Romans gelten. Verliebtheit vergeht nach den ersten Zeit, und dort wo sich Liebe einstellen sollte, passiert in der Ehe zwischen Elle und David nichts dergleichen, stattdessen endet sie in der Katastrophe.
Es ist kein spannendes Buch, trotzdem hat mich der Erzählstil gefangen. In meinen Augen ist es nicht mit “Gone girl” zu vergleichen, wie der Klappentext verspricht, dazu fehlt der Spannungsbogen und die Charaktere sind mir zu eindimensional. Die von der Autorin erschaffenen Bilder sind nicht alle leicht zu ertragen, besonders die zahlreiche Szenen, die sich auf diverse Körperflüssigkeiten beziehen, sind gewöhnungsbedürftig. Die weibliche Ejakulation, welche Elle erlebt, soll zwar unterstreichen wie wohl sich Elle mit David fühlt, als diese ausbleibt soll es wohl ein Signal dafür sein, wie sich die sexuelle Beziehung verändert hat, aber das ist irgendwie platt wo es wohl provokant gemeint war.
Bei Büchern, deren vermeintlicher Ausgang dem Leser direkt am Anfang bekannt ist, erwartet man eine Überraschung, etwas, was seinen packt. Dieses blebt hier aus, trotzdem ist es eine kurzweilige Geschichte einer obsessiven Ehe, allerdings bei Weitem kein Thriller.

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