Was ich getan habe

von Anna George 
3,2 Sterne bei20 Bewertungen
Was ich getan habe
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Positiv (8):
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Super! Mal was Anderes!

Kritisch (8):
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Von der ersten Seite an leider eine Enttäuschung. Wirr und schwer zu lesen.

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Inhaltsangabe zu "Was ich getan habe"

Davids wunderschöne Frau liegt tot in ihrem gemeinsamen Haus. Sie hatten eine obsessive Ehe, er war so hingerissen von ihrer Schönheit, ihrer Freiheit, ihrer Stärke. Eine leidenschaftliche und intensive Liebe – bis zu dieser Nacht, in der Schreckliches geschehen ist ... Wozu kann ein Mensch fähig sein? Dunkel, aufwühlend und schockierend – »Was ich getan habe« ist ein packender Thriller über das tödliche Risiko, das man eingeht, wenn man liebt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442715121
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:10.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    MrPolicemans avatar
    MrPolicemanvor einem Monat
    Kurzmeinung: Super! Mal was Anderes!
    Rezension

    Inhalt

    Das Buch ,,Was ich getan habe“ von Anna George dreht sich, wie aus dem Klappentext bereits eindeutig hervorgeht, um den Anwalt David Forrester, der eines Abends seine Frau getötet hat. Es wird im Laufe des Buches mehr und mehr ersichtlich, was David eigentlich für eine Sorte von Mensch ist und was ihm zu seiner Handlung getrieben hat…

     

    Kritik und Fazit

    Dem Klappentext zufolge könnte der Leser annehmen, dass es sich bei dem Buch ,,Was ich getan habe“ lediglich darum dreht, dass der Anwalt David Forrester seine Aussage darüber macht, wie er seine Frau, die Filmproduzentin Elle, umgebracht hat.

    Das wird dem Leser auch zu Beginn so vermittelt, bevor es plötzlich einen Cut gibt und die Autorin zu der ersten Begegnung zwischen Elle und David springt.

    Nach und nach wird dem Leser dann bewusst, dass die Autorin hier die gesamte Beziehung der beiden vom ersten Date, über die Hochzeit bis hin zur Ermordung sezieren wird.

    Bevor ich darauf eingehe, muss ich allerdings zuerst auf den Schreibstil eingehen: Und um ehrlich zu sein habe ich selten ein Buch gelesen, dass sich wirklich so flüssig und schnell lesen lässt wie ,,Was ich getan habe“. Man hat als Leser wirklich das Gefühl, dass man durch dieses Buch fliegt, so schnell liest man die Seiten. Es ist wirklich ein sehr schöner Schreibstil und zwar die gesamten 320 Seiten über. Persönlich ist mir keine Phase aufgefallen, in der unnötige, überflüssige oder ,,langweilige“ Abschweifungen vorgenommen wurden. Das ist bereits der erste große Pluspunkt für dieses Buch!

    Und weiterhin hat die Autorin dieses Buch wirklich überaus gut aufgebaut, indem sie einerseits aus der aktuellen Sicht von David, der jetzt gerade seine Frau umgebracht hat, erzählt und andererseits den Leser in die gesamte Beziehung/ Ehe der beiden einführt.

    Hier bekommt der Leser einen umfassenden Überblick über die gesamte Beziehung der beiden, die schlicht und einfach gesagt, unglaublich ist. Hier kommt der nächste große Pluspunkt auf den ich eingehen MUSS: Die Recherchen. Man muss der Autorin einfach zugestehen, dass sie hier wahrlich unglaubliche Recherchen betrieben hat, um den Plot des Buches auch wirklich realistisch zu gestalten. Und das ist ihr mehr als gelungen!

    Denn es beginnt zwischen Elle und David rosig bis die ersten Komplikationen auftreten und zwar am Verhalten und der Persönlichkeit von David die mehr als fraglich ist...

    Hier beginnt es mit einem Sturz von der Treppe, geht weiter mit einem kleinen Streit im Zug, über eine fliegende Schüssel, bis hin zu einem Faustschlag und schließlich endet es im Mord. Und alles wird verziehen, wo der Leser einen großartigen aber auch schaurigen Einblick in den realen Ablauf von häuslicher Gewalt bekommt! Großartig geschrieben und toll aufgebaut, wenngleich es den Leser aber auch erschauern lässt.

    Der nächste Pluspunkt sind die Charaktere in dem Thriller, die die Autorin ebenfalls unglaublich realitätsnah darstellt und wo der Leser einfach fasziniert wird.

    Und mit der Größte Pluspunkt ist das Ende! Beim Klappentext denkt man natürlich sofort, dass man bereits das Ende kennt und nichts unvorhersehbares mehr passieren wird und doch endet dieses Buch einfach spannend und fesselnd und einfach unvorhersehbar, was dieses tolle Buch super abrundet!

    Dieses Buch ist für jeden Spannungsfan ein absolutes Muss und eine absolute Leseempfehlung und hat Suchtpotenzial!

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    Malibus avatar
    Malibuvor 6 Monaten
    Erstklassiger Thriller über menschliche Psyche und ihre Abgründe

    Liebe macht blind - das beweist auch der Thriller "Was ich getan habe" von Anna George. Elle verliebt sich in den düsteren Anwalt David, der unberechenbar ist und trotzdem lebt sie mit seinen Defiziten und redet sich ein, dass alles gut geht. Wo das hinführen kann, zeigt uns die Autorin glasklar...

    Der Anwalt David Forrester kann es kaum fassen, dass er Elle gefunden hat, die einzig Wahre. Und dennoch - er bringt sie in ihrem Haus um. Er war so hingerissen von ihr, die Ehe war obsessiv. Es war eine leidenschaftliche, große Liebe und doch geschieht das Schreckliche, er bringt sie um. Wozu kann ein Mensch fähig sein, ist zuviel Liebe tödlich?

    Das Buch wird ja zerrissen - in gute und schlechte Rezensionen, hier gehen die Meinungen weit auseinander. Für mich war das eine erstklassige Thrillerlektüre, die einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche verleiht, den Abgrund zeigt. Wir haben hier Elle, die eigentlich ihre Karriere vorantreiben will und sich auf nichts festes einlassen möchte. Sie ist eine bodenständige Frau mit großen Träumen und lebt das Leben gern. Sie ist gutmütig und irgendwo auch etwas naiv, aber das kann man der rosanen Brille der Liebe zuschreiben, so sind wohl alle mit dieser. Sie trifft auf den erfolgreichen Anwalt David Forrester - eigentlich sollte es nur ein ONS sein, doch wird es mehr draus. Er ist zugleich ein unsympathischer Mensch, egal ob der "gute" David zum Vorschein kommt oder der andere.

    Das Buch behandelt ein derart brisantes Thema, welches mit Sicherheit in vielen, vielen Haushalten aktuell ist. Es gibt mit Sicherheit viele Frauen wie Elle, die sich alles schön reden, die sich klein machen lassen von ihrem cholerischen Ehemann. Irgendwann ist man wohl an dem Punkt, an dem man zum Opfer wird und nur noch funktioniert, damit der Ehemann ja nicht explodiert und ihm somit alles recht machen will. Man hält den Mund, obwohl es viel zu sagen gibt, man fügt sich ihm, obwohl der eigene Kopf was anderes sagt und man findet Dinge toll, die es eigentlich gar nicht sind. Und wozu das alles? Um die Liebe, die hier eigentlich was ganz anderes darstellt, aufrechtzuerhalten. Viele verwechseln Liebe mit Abhängigkeit. Über dieses Thema könnte man wohl ein ganzes Buch schreiben - oder so wie die Autorin, ein Thriller.

    Mit David haben wir hier einen typsichen, extremen Narzissten. Er liebt nicht unbedingt Elle, sondern die Macht über sie. Er liebt es, sie zerbrechen zu sehen, wie sie sich für ihn anstrengt und ihm alles recht machen will. Ihre Liebe nährt sein Ego, ihre Abhängigkeit braucht er. Typisch für so eine Art Mensch ist es, es immer wieder eskalieren zu lassen, von der Bildfläche zu verschwinden und sich wieder in das Leben des Opfers einzuschleichen. Erst wird es wieder schön, da er ihr die Wünsche von den Augen abliest und dann verfällt er wieder in sein altes Muster, die Gemeinheiten, Beleidigungen und Abwertungen. Dabei liebt er nich mal sich selbst, braucht aber diese Aussage, um sich besser zu fühlen. So ist auch David, er ist da keine Ausnahme - der typische Narzisst, der er ist, liebt und hasst er sich selbst. Er liebt sich, um seinen Selbsthass zu kaschieren.

    Mit so einer Art Mensch zusammenleben ist schwer und risikoreich, da man nie weiß, wann es zur Eskalation kommt. Mich selbst hat das Buch derartig gefesselt, da ich dieses Thema hochinteressant finde und gespannt war, wie Elle das mit diesem Narzissten hinbekommt. Leider scheitern die meisten Menschen daran, da ein Narzisst eigentlich total bindunsunfähig ist.

    Die Autorin hat die Spannung in diesem Buch aufrechterhalten, indem sie immer wieder die Kapitel abwechselnd beschreiben lassen hat. Einmal aus Elles Sicht und einmal aus Davids Sicht. Dabei hat man bei David keinerlei Mitgefühl, auch wenn er manchmal selbst einsieht, dass er nicht ganz koscher im Kopf ist. Elle tut einem leid, da sie hofft, einen Menschen ändern zu können und gerade so eine Art Mensch - und dann kopflos in die Rolle des Opfers fällt, das es dem Peiniger nur noch recht zu machen versucht, damit es nicht zur Eskalation kommt.

    Was die Autorin hier in den Roman packt, ist leider viel zu oft Alltag in vielen Familien. Es wird nicht darüber diskutiert, da die Opfer denken, es wird ihnen eh keiner glauben, denn meist haben Narzissten ein super gutes Pokerface und können sich öffentlich so in Szene setzen, dass die Menschheit um ihn herum glaubt, was für ein toller Fang das doch ist und wie liebenswürdig etc.

    Es ist kein Buch zum einfachso durchlesen, man muss sich ganz darauf einlassen und hinein abtauchen, sich mit der Marterie auseinandersetzen und konzentriert lesen. Wen das Thema anspricht und wer sich damit bereits auseinander gesetzt hat, wird hier gefesselt werden. Es ist kein Thriller im herkömmlichen Sinne, andere würden es eher als Ehedrama bezeichnen, dennoch ist es ein Thriller, der in menschliche Abgründe der Psyche spielt und einem einen tiefen Einblick hierein öffnet.

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    Alesks avatar
    Aleskvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Kein Thriller, eher eine Analyse einer Beziehung
    Anatomie einer Beziehung

    David hat seine Frau ermordet. Er sitzt in einem Auto und spricht sein Geständnis in ein Diktiergerät.
    Der Roman „Was ich getan habe“, von Anna George, fängt mit diesem Geständnis an, somit ist die Spannung, wie man sie aus den üblichen whodunit-Thrillern kennt, von Anfang an nicht vorhanden.
    Die Geschichte wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt. David, der sein Geständnis aufnimmt, erinnert sich im Rückblick an die Beziehung mit Elle. Elle, liegt derweil tot in ihrer Waschküche, blickt auf ihren leblosen Körper herab und denkt an Ereignisse aus ihrem Leben. Dabei bekommen wir einen Einblick in die komplizierte On-Off-Beziehung der beiden. Die dritte Person ist Mira, Elles Freundin und Schwägerin. Sie steht für Elles Leben vor David, bemerkt alarmierende Hinweise auf den problematischen Zustand der Ehe, kann jedoch von Außen nichts anrichten, da Elle sie weder einweiht noch um Hilfe bittet.
    Der Roman ist in meinen Augen weit von einem Thriller entfernt, es ist eher die Anatomie einer Beziehung ohne Spannungsaufbau. Vielmehr regten mich die Protagonisten auf, und ich würde sie am liebsten anschreien, wo eigentlich das Problem ist. Sexuelle Anziehung schien das Hauptthema ihrer Beziehung, aber daß das alleine nicht ausreicht, hätte den beiden Erwachsenen klar sein sollen.
    Elle schreibt ein Drehbuch mit dem Titel „Limerenz", was als die berauschende Verliebtheit der ersten Tage einer Beziehung erklärt wird. Limerenz kann somit ganz gut als Untertitel des ganzen Romans gelten. Verliebtheit vergeht nach den ersten Zeit, und dort wo sich Liebe einstellen sollte, passiert in der Ehe zwischen Elle und David nichts dergleichen, stattdessen endet sie in der Katastrophe.
    Es ist kein spannendes Buch, trotzdem hat mich der Erzählstil gefangen. In meinen Augen ist es nicht mit “Gone girl” zu vergleichen, wie der Klappentext verspricht, dazu fehlt der Spannungsbogen und die Charaktere sind mir zu eindimensional. Die von der Autorin erschaffenen Bilder sind nicht alle leicht zu ertragen, besonders die zahlreiche Szenen, die sich auf diverse Körperflüssigkeiten beziehen, sind gewöhnungsbedürftig. Die weibliche Ejakulation, welche Elle erlebt, soll zwar unterstreichen wie wohl sich Elle mit David fühlt, als diese ausbleibt soll es wohl ein Signal dafür sein, wie sich die sexuelle Beziehung verändert hat, aber das ist irgendwie platt wo es wohl provokant gemeint war.
    Bei Büchern, deren vermeintlicher Ausgang dem Leser direkt am Anfang bekannt ist, erwartet man eine Überraschung, etwas, was seinen packt. Dieses blebt hier aus, trotzdem ist es eine kurzweilige Geschichte einer obsessiven Ehe, allerdings bei Weitem kein Thriller.

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    kleine_welles avatar
    kleine_wellevor 10 Monaten
    Kein Thriller

    David hat seine Frau umgebracht. Und nun nimmt er sein Geständnis auf Band auf und erzählt ihre gemeinsame Geschichte. Damit man versteht, warum sie ihn dazu getrieben hat.

    Das Cover kann ich nicht so richtig einordnen. Es ist halt gestreift und ziemlich nichtssagend. Aber das heißt ja zunächst mal nichts.
    Die Geschichte selber fängt sehr langsam an und dadurch wirkt der Schreibstil recht monoton. Ich bin damit leider so gar nicht zurechtgekommen und das hat sich auch während der weiteren Lektüre nicht geändert.
    Die Geschichte ist leider nicht so wirklich was Besonderes obwohl ich die Idee von einem schmachtenden Mann mal interessant fand. Sonst sind immer nur die Frauen diejenigen, die alles stehen und liegen lassen und alles für den Mann tun. Hier scheint es andersherum zu sein. Er versucht sie zu beeindrucken, weil sie seiner Meinung nach in einer anderen Liga spielt. Jedoch sind Elle und David dann doch im Laufe der Geschichte sehr stereotypisch gezeichnet und auf mich wirkte es dann zunächst erstmal wie eine Liebesgeschichte. Und auch später konnte ich das Thriller auf dem Buchdeckel nicht ganz nachvollziehen. Ich hätte wohl er Beziehungsdrama, wenn überhaupt etwas, drauf geschrieben. Denn das ist es irgendwie.
    Beide scheinen Geheimnisse zu haben und durch die verschiedenen Sichtweisen erfährt man so einiges und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum sie sich nicht ihre wahren Gefühle eingestehen und stattdessen versuchen sich für den anderen zu verbiegen. Das ist keine Liebe für mich.
    Was finden diese beiden Personen aneinander? Warum zieht keiner einen Schlussstrich? Letztendlich ist das Ende doch irgendwie vorherbestimmt. Denn die Rollen sind schon klar verteilt und jeder verhält sich so wie man es erwartet. Es gibt einfach kaum Überraschungen in der Geschichte.
    Dazu brauchte ich recht lange um einen Bezug zu dem Buch zu bekommen, denn wie oben schon erwähnt habe ich sehr mit dem Schreibstil gehadert.
    Gegen Ende werden dann die Sichtwechsel schneller und ich denke, die Autorin wollte jetzt Fahrt in die Geschichte bringen, aber leider ging das auch für mich nach hinten los.
    Als ich dann das Ende erreicht habe, muss ich sagen, dass ich mir diesmal dann doch ein Happy End gewünscht hätte, aber irgendwie bleibt man auch dort ziemlich alleine und es gibt keine Eindeutigen Auflösungen zum Geschehenen. Vielleicht wäre hier ein kurzer Epilog angebracht gewesen um dem Leser zum Abschluss einfach ein gutes Gefühl zu geben.
    Ich bin irgendwie so gar nicht zufrieden mit dem Buch und das ist schade, denn die Idee und der Aufhänger klangen schon recht vielversprechend.

    Mein Fazit: Von einem Thriller hat das Buch so gar nichts. Alles ist vorgegeben und jeder verhält sich so wie man es erwartet. Es gibt kaum Überraschungen und das Ende ist auch ziemlich offen. Dieses Drama stellt eher eine Beziehung dar, die die Beteiligten aussaugt und das ist zwar furchtbar, aber durch den Schreibstil habe ich leider keinen Bezug zur Geschichte finden können. 

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    Krimisofa_coms avatar
    Krimisofa_comvor einem Jahr
    Mutige Themen

    Für „blind vor Liebe“ gibt es einen Fachbegriff, der sich Limerenz nennt. Wenn man von einer Person so besessen ist, dass man alles Negative – Zurückweisung, Schläge, innerpartnerschaftliche Vergewaltigung – ausblendet. Wikipedia übersetzt Limerenz mit Verliebtheit, was aber auf den ersten Blick viel zu kurz greift. Anna George hat der Limerenz ein ganzes Buch gewidmet, das zeigt, welche Ausmaße diese nehmen kann.

    David Forrester ist erfolgreicher Anwalt. Er vertritt vor Gericht Banker und hat damit selber einiges an Reibach gemacht. So viel, dass er sich ein stattliches, wenn auch gerade in der Renovierung befindliches, Haus in einen der reicheren Vierteln Melbournes leisten kann. Zu Beginn des Buches fährt er gerade durch die Stadt und nimmt sein Geständnis auf ein Diktafon auf. Bei einer Raststätte kotzt er, man nimmt an, dass es davon kommt, was er gerade getan hat – er hat nämlich eben erst Elle umgebracht. Mit Elle hat er einst in der selben Anwaltskanzlei gearbeitet, bis diese den Job satt hatte, in dem sie so gut war. Heute ist – oder war – sie Filmemacherin, die sich auf romantische Komödien spezialisiert hat. Sie vergleicht sich selbst mit Katharine Hepburn, und David mit Spencer Tray. Elle ist Idealistin und kann Davids Luxus so gar nichts abgewinnen. David sollte ursprünglich eigentlich nur ein One-Night-Stand sein, aber es sollte mehr werden – wesentlich mehr.

    Eines der ersten Themen in „Was ich getan habe“ ist wohl eines der größten Tabuthemen der Menschheit, ein Thema, das viele abstoßend finden, viele erregend finden, einige aber vermutlich gar nicht kennen. Die Rede ist von weiblicher Ejakulation, welche Elle regelmäßig und insbesondere beim ersten Sex mit David hat. Es war für mich ein Zeichen, dass sie sich mit David wohlfühlt und bei ihm so richtig entspannen kann. Für mich sagt Anna George damit, dass weibliche Ejakulation nichts abstoßendes sein muss, schon gar nicht so, dass man sich dafür schämen muss. Ich fand den Einstieg mit diesem Thema nicht nur interessant, sondern auch mutig.

    In der Geschichte wechselt sich alle paar Seiten die Perspektive. Von der Gegenwart in die Vergangenheit, von David zu Elle. Am interessantesten ist definitiv die Sicht von Elle in der Gegenwart. Denn während sie Tod ist, schaut sie von oben auf ihren leblosen Körper herab und blickt gleichzeitig, wie David auch, in die Vergangenheit zurück. Die Vergangenheit besteht in erster Linie aus der Beziehung zwischen den Zweien und im Prinzip ist „Was ich getan habe“ ein Liebesroman, bei dem der Thriller-Aspekt nur Mittel zum Zweck ist – zumindest wenn man es verkürzt betrachtet. Ich habe in der Tat eine Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen, denn die Spannung ist sehr subtil, und entwickelt sich, etwa wie bei Charlotte Link, eher gemächlich. Als ich mal eine ruhige Minute hatte, habe ich mich auf die Geschichte eingelassen – und fand sie richtig, richtig gut. Für ein Debüt ist es ein verdammt starker Roman, dem die Autorin mit der außergewöhnlichen Themenwahl ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt, so dass das Buch definitiv aus der Reihe tanzt. Wobei man betonen muss, dass das Buch klar an Frauen gerichtet ist, an solche, die in Beziehungen die selben Tendenzen wie Elle haben. Denen zeigt George, welche Auswirkungen ein blindes Festhalten an einem Mann, der einen nicht allzu gut behandelt, haben kann. Wobei David nicht nur schlecht ist; er teilt die Filmleidenschaft mit Elle und unterstützt sie bei ihrer Tätigkeit als Filmschaffende; dazu ist er leidenschaftlich und ist vermutlich der erste, der Verständnis für ihre Ejakulation hat.

    Mein einziger Kritikpunkt geht an den deutschen Verlag btb, der im Buchtitel suggeriert, dass die Geschichte in der ersten Person erzählt wird. Das ist aber mitnichten so, zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte wird diese in der ersten, sondern stets und ausschließlich in der dritten Person erzählt. Im ersten Moment, als ich den Titel las, dachte ich, die Geschichte sei eine Art Protokoll, die die Geschichte des Täters aus erster Hand erzählt. In gewisser Weise ist es auch ein Protokoll, aber eben nicht aus erster Hand.

    Tl,dr: „Was ich getan habe“ ist ein Thriller, der aus der Reihe tanzt und auf den man sich einlassen muss, um ihn gut zu finden. Ein Thriller, der ein irrsinnig brisantes Thema behandelt, aber auch tabuisierte Themen aufs Tapet bringt und der klar an Frauen gerichtet ist. Die Spannung ist sehr subtil, aber wenn man sich auf die Geschichte einlässt, ist sie außerordentlich packend. Mehr Rezensionen gibt es auf Krimisofa.com!

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    NeriFeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fantastisch umgesetzt.
    Spannend, emotional, bis zum Ende gut.

    Auf dieses Buch bin ich, soweit ich mich erinnere, zum ersten Mal im Buchladen aufmerksam geworden. Der Titel hat mich direkt angesprochen, obwohl er gar nicht so viel aussagt. Den Klappentext habe ich mir dennoch nie so genau angesehen. Das vermute ich zumindest, denn ansonsten kann ich mir nicht erklären, weshalb ich dieses Buch nicht schon viel eher gelesen habe. Autorin ist die australische Schriftstellerin Anna George, die mit “Was ich getan habe” ihr Debüt feierte.

    Klappentext

    Mein Name ist David James Forrester. Ich bin Anwalt. Heute Abend um 18 Uhr 10 habe ich meine Frau getötet. Dies ist meine Aussage.

    Wie ihr sehen könnt, verrät der Klappentext nicht viel und doch alles. Also bei den vier Sätzen hatte mich das Buch definitiv und ich wollte es lesen. Den Schreibstil der Autorin würde ich als nicht aussergewöhnlich, aber dennoch sehr spannungsreich beschreiben. Ich bin gut und schnell in die Geschichte reingekommen und konnte mich sowohl mit David, als auch Elle identifizieren. Die Charaktere wirken gut ausgearbeitet, besonders gefiel mir hierbei auch, dass die Vergangenheiten immer wieder beleuchtet werden. Wie kann es zu einer solchen Tat kommen? Das war von der ersten Seite an meine Frage und die Antworten bekam ich beim Lesen. An dieser Stelle möchte ich nicht zu sehr in die Tiefe gehen um nicht zu Spoilern.

    Sagen möchte ich aber, dass es um den erfolgreichen Anwalt David geht, welcher gerade seine Frau Elle getötet hat. Mit einem Diktiergerät in der Hand, läuft er durch die Wohnung und die Straßen von Melbourne und feilt an seiner Verteidigungsstrategie. Währenddessen lässt er die Vergangenheit mit Elle Revue passieren und durchlebt die Anfänge mit ihr, bishin zum bitteren Ende.

    Ich kann aber sagen, dass es spannend beginnt, spannend bleibt und spannend endet. So habe ich das Buch empfunden. Menschliche Abgründe waren mir schon immer suspekt und ich fand sie zugleich faszinierend. In “Was ich getan habe” wird vieles davon deutlich. Das Buch habe ich innerhalb von zwei Tagen durch gelesen und das zeigt, wie schwer es mir fiel, es aus der Hand zu legen. Kaum ein Kapitel ließ Platz für unwichtige Textpassagen oder langweilige Szenen. Auffallend ist hier, dass die einzelnen Kapitel, im Gegensatz zu meinen zuletzt gelesenen Büchern, eher lang ausfallen. Das mag ich persönlich eigentlich gar nicht so, weil sich vieles unnötig in die Länge zieht und ich schnell aus der Geschichte raus komme und beim Weiterlesen nicht mehr weiß, was passierte. So ging es mir hier gar nicht. Das lag aber sicher auch an der Tatsache, dass ich alle Kapitel in kurzer Zeit durchgelesen hatte.

    Nach all dem, was ich vom Buch schon verraten habe, wird es euch nicht wundern, dass ich eine Empfehlung aussprechen kann. Gerade für Anhänger des Thriller-Genres ist das Buch ein Muss. Ich finde die Idee sehr gelungen und gut umgesetzt. Natürlich gibt es hier und da kleinere Schwächen, die aber nicht schwer ins Gewicht fallen und deshalb hier keine Erwähnung finden müssen. Auf dem Buchrücken wird “Was ich getan habe” mit dem erfolgreichen “Gone Girl” von Gillian Flynn in Verbindung gebracht. Das wurden aber, wie ich weiß, bereits viele andere Bücher. Hier denke ich aber, ist was Wahres dran.

    An dieser Stelle danke ich dem btb-Verlag und Randomhouse für das Rezensionsexemplar.

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    Igelas avatar
    Igelavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unglaublich...dass so eine Story als Thriller vermarktet wird.Detaillierte Beschreibungen über diverse körperliche Ausscheidungen inklusive!
    Nun weiss ich Bescheid über.....

    David James Forrester ist Anwalt und verliebt sich in die Schriftstellerin Elle Nolan. Die beiden heiraten und leben eine leidenschaftliche Beziehung. Eines Morgens ist Elle tot, umgebracht von David..

    Der Klappentext hatte es mir angetan, ich war gespannt auf diesen Thriller. An und für sich suggeriert das Wörtchen "Thriller" ja :Spannung , Ermittlungen, Mord oder Psychospielchen. 

    Normalerweise!

    Denn hier bei diesem Buch frage ich mich was das Wort "Thriller" auf dem Cover verloren hat? Wer um Himmels Willen , hat dieses Buch in dieses Genre eingeteilt?

    Denn hier bekommt man auf gefühlten 500 Seiten (in Wahrheit war es bis Mitte Buch :) eine Beziehungskiste zu lesen, die dermassen langweilig ist, dass ich mich durch die erste Hälfte gegähnt habe. Nein, seien wir ehrlich…Dank "Was ich getan habe" weiss ich nun genauestens Bescheid über die weibliche Ejakulation. Meiner Meinung nach hätten diese "Ausscheidungen" nicht unbedingt so ins Detail beschrieben werden müssen.Doch es kam noch unappetitlicher. Leider ist man als Leser hautnah dabei, als David auf einer Raststätte einiges von sich gibt. Und dabei meine ich wortwörtlich" von sich" gibt. Erbrechen und andere Ausscheidungen, die ich euch hier erspare inklusive. War eine Abwechslung nach all den "Shades of gähn " Geschichtchen zwischen Elle und David in der ersten Hälfte.

    Nach der Mitte des Buches wird's plötzlich ….

    nein, leider nicht spannender…

    sondern unstrukturiert und chronologisch wirr. Immer wieder wechselt die Autorin von der Zeit als Elle noch lebt zu der Zeit nach dem Mord. Um uns Leser zusätzlich zu verwirren lässt sie die tote Elle auch mal über ihrem leblosen Körper schweben.

    Bescheiden ist nicht nur die Spannung, bescheiden ist auch die Anzahl Figuren. Die Autorin schafft es, die ersten 100 Seiten mit zwei Figuren zu bestreiten. David und Elle!Da die beiden diese Zeit meist mit Sex verbringen,ist das auch nicht weiter verwunderlich. Und plötzlich tauchen noch ein paar Figuren auf, die regelrecht in die Story geworfen wurden und dabei flach und oberflächlich blieben.

    Ich habe zu Ende gelesen!Bis zum bitteren Ende!Warum eigentlich ?Denn der Mörder ist ja schon seit den ersten Sätzen dieses Buches bekannt!

    Kommentare: 16
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    Zeilentraumfaengers avatar
    Zeilentraumfaengervor einem Jahr
    Was ich getan habe

    Was ich getan habe klang für mich nach einem spannenden Thriller, leider war es das nicht wirklich.
    Der Klappentext und alles sind relativ nichtssagend, weswegen ich sehr gespannt war, was in diesem Buch so passiert. Die Antwort habe ich sehr schnell bekommen - Nichts besonderes.
    Ich hätte das Buch gerne gemacht, weil mit der Schreibstil der Autorin wirklich gut gefallen hat. Ich hab es in kürzester Zeit gelesen. Das lag aber leider nicht daran, dass es so spannend war und ich es nicht weglegen konnte, sondern einfach daran, dass ich gerade Zeit hatte und es ja lesen musste (Ich kann einfach keine Bücher abbrechen)
    Anfangs war ich total verwirrt und es fiel mir echt nicht leicht, in die Geschichte rein zu finden. Zu viele Namen, die plötzlich aus dem nichts auftauchen und so viele Beschreibungen, die einfach nicht nachvollziehbar waren. Die Autorin war im Kopf einfach weiter als auf dem Papier.
    Mit der Zeit ging das dann aber, den Thrill habe ich aber trotzdem nicht gefunden. Auf den ersten 100 Seiten wurde die Ehe von David und Elle thematisiert und ich hätte mich nicht mehr langweilen können. Es war ganz süß, aber dafür hätte ich auch zu 50 shades of grey greifen können. Ein Thriller ist für mich etwas andere.
    Mit der Zeit kam dann ganz überraschend raus, dass ihre Ehe doch nicht so traumhaft ist und man hat aus beiden Sichten lesen können, wie schlimm zum Ende hin alles wurde. Dabei wurde häusliche Gewalt auf so eine eklige Art romantisiert, dass ich kotzen wollte.
    Versteht mich nicht falsch, ich finde das Thema wichtig und freue mich, wenn es aufgegriffen wird. Aber dann doch bitte vernünftig und nicht als total aufregender Thriller getarnt.
    Was ich getan habe ist kein schlechtes Buch, aber definitiv nicht, das, was ich mir unter einem Thriller vorstelle. Wer einen gut geschriebenen, nicht zu emotionalen Roman über Häusliche Gewalt sucht, könnte hiermit glücklich werden. Allen anderen würde ich davon aber abraten.

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    victoriaskramss avatar
    victoriaskramsvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Manches Mal versprechen Kurzbeschreibungen etwas, wecken Erwartungen und dann kann das Buch einfach nicht mithalten...
    eine Enttäuschung

    Manches Mal versprechen Kurzbeschreibungen etwas, wecken Erwartungen und dann kann das Buch einfach nicht mithalten.Genau so war es bei Anna Georges Was ich getan habe. Die Kurzbeschreibung versprach: wer Gone Girl mochte, wird dieses Buch lieben!
    Ich kann jetzt schon sagen, dass das nicht stimmt. Leider so gar nicht stimmt.

    Meine Meinung:

    Das war für mich wirklich ein absoluter Flop!
    Ich habe dieses Buch beim Verlag angefragt, weil mich die Verheißung auf ein ähnliches Buch  wie Gone Girl gereizt hat. Leider war ich eigentlich schon nach 30 Seiten gelangweilt und habe mich zunehmend durch das Buch gequält. Auf zu wenige Seiten versuchte man krampfhaft etwas zu konstruieren, was einfach nicht gelang. Die Charaktere waren zu seicht um von einer obsessiven Ehe zu sprechen. Dann kam diev Freundin und Ex-Schwägerin ins Spiel und immer wieder dachte ich mir, was das jetzt noch soll. Drehbuchautorin, Anwalt, riesen Villa, normales Haus, Ex-Frau, Stieftochter, Liebe, Trennung und dann das Ende!
    Achtung, ich spoilere jetzt sehr stark!
    Am Ende ist sie gar nicht tot, sondern lebt noch. Und sie ist schwanger. Und er kommt zurück zum Haus um das Messer zu holen, mit dem er sie getötet hat. Dann hat er plötzlich aber eine Waffe. Aber woher auch immer kommt plötzlich die Polizei und schießt ihn nieder…

    Ich kann nicht so viel mit den Augen rollen wie ich eigentlich möchte.
    Mein Tipp ist, spart euch diese Lesezeit für andere und bessere Bücher!

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    C
    ClaudiasWortweltenvor einem Jahr
    Kein Thriller, sondern vielmehr ein Ehedrama, dem es leider an Spannung und Tiefgang fehlte

    Inhalt:

    "Mein Name ist David James Forrester. Ich bin Anwalt. Heute Abend um 18 Uhr 10 habe ich meine Frau getötet. Dies ist meine Aussage."

    Der erfolgreiche Anwalt David Forrester hat gerade seine Frau Elle getötet. Sie liegt tot in der Waschküche ihres gemeinsamen Hauses. Mit dem Diktiergerät in der Hand irrt David nun verzweifelt durch Melbourne, nimmt seine Aussage auf und überlegt sich eine Verteidigungsstrategie. Dabei lässt er die vergangenen zwei Jahre noch einmal Revue passieren. Er konnte sein Glück kaum fassen, als er Elle damals kennenlernte und nach seiner gescheiterten Ehe mit zweiundvierzig Jahren noch einmal eine neue Liebe fand. Ihre Beziehung war leidenschaftlich, geradezu obsessiv, und David war hingerissen von der Schönheit, Intelligenz und Stärke seiner Frau. Er hatte sie geliebt, also wie konnte es überhaupt soweit kommen?

    Meine persönliche Meinung:

    Ich weiß nicht, wie viele Bücher inzwischen mit einem Verweis auf Gone Girl von Gillian Flynn beworben werden, um die Verkaufszahlen anzukurbeln – Anna Georges Debüt Was ich getan habe ist jedenfalls wieder einmal eines davon. Es war allerdings nicht dieser Hinweis, sondern eher der Klappentext, der mich auf diesen Thriller neugierig machte, denn obwohl mir Gone Girl ganz gut gefallen hat, fand ich den Roman nicht so herausragend, dass ich nun zwingend nach einer vergleichbaren Lektüre Ausschau halten müsste. Trotzdem schürt ein solcher Vergleich mit einem bekannten Bestseller natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, der das Buch dann auch gerecht werden sollte. Sieht man davon ab, dass auch Gone Girl in weiten Teilen eher ein Ehedrama als ein Thriller ist, konnte ich allerdings keinerlei Gemeinsamkeiten feststellen. Immerhin konnte Gone Girl ja mit ein paar Thriller-Elementen, präzise ausgearbeiteten Charakteren und vor allem einem fulminanten Plottwist aufwarten, aber all das hat Anna Georges Debüt nun leider gefehlt. Warum Was ich getan habe überhaupt als Thriller bezeichnet wird, ist mir vollkommen schleierhaft, denn ich konnte nicht einmal im Ansatz irgendwelche Thriller-Elemente feststellen und auch an Spannung mangelt es diesem Buch leider gewaltig.
    Es ist natürlich nicht ganz einfach, einen Spannungsbogen aufzubauen, wenn schon im ersten Satz enthüllt wird, wer der Mörder ist. Zahlreiche Thriller und Kriminalromane, in denen der Täter von Anfang an bekannt ist, beweisen allerdings, dass dies trotzdem gelingen kann, denn viel spannender und interessanter als die Identität des Mörders ist häufig eben sein Motiv und die Frage, was ihn überhaupt zum Mörder werden ließ. Gerade das hätte mich auch in diesem Thriller besonders interessiert, zumal betont wird, dass David Forrester seine Frau geliebt hat. Trotzdem hat er sie getötet, sodass die Frage nach dem Warum der eigentliche Kern der Erzählung ist.
    Die Geschichte wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt. Zum einen begleitet man David, der nach dem Mord an seiner Frau durch Melbourne irrt und dabei seine Aussage auf ein Diktiergerät spricht; zum anderen kommt aber auch seine Frau Elle zu Wort, die quasi aus ihrem Körper herausgetreten ist, nun in der Waschküche ihres Hauses auf ihren leblosen Körper und ihre verrenkten Gliedmaßen herabblickt und sich dabei ebenfalls an die Geschehnisse der vergangenen zwei Jahre erinnert. Das ist leider nur sehr schwer nachvollziehbar, aber dennoch liefert Elles Perspektive sehr erschütternde Einblicke in ihre Beziehung zu David und die tatsächliche Beschaffenheit ihrer Ehe. Aber auch Elles beste Freundin Mira kommt zu Wort, denn sie versucht verzweifelt, Elle zu erreichen, macht sich große Sorgen um sie und ahnt, dass David ihr etwas angetan hat, denn Mira hat dem Mann ihrer Freundin noch nie getraut.
    Der Aufbau der Erzählung, der geschickte Perspektivwechsel und auch der etwas außergewöhnliche Schreibstil der Autorin haben mir ausgesprochen gut gefallen, aber leider ist es Anna George nicht gelungen, Spannung aufzubauen und ihren Protagonisten Tiefe zu verleihen. Vor allem das Verhalten von Elle war für mich leider absolut nicht nachvollziehbar. Dies lag nicht nur an ihrer etwas unrealistischen Perspektive außerhalb ihres Körpers, sondern vor allem auch daran, dass mir vollkommen schleierhaft war, was sie an David liebte und auf welcher Basis diese Ehe überhaupt geschlossen wurde. Ich konnte nicht ansatzweise etwas erkennen, was ich unter den Begriff Liebe fassen würde. Mir ist durchaus klar, dass sich manche Frauen auch zu Männern hingezogen fühlen können, die sie schlecht behandeln, aber selbst das wurde nicht deutlich genug herausgearbeitet. Auch die sexuelle Komponente dieser Beziehung, die zumindest zu Beginn noch klar im Vordergrund steht und in einer Detailliertheit geschildert wird, die ich eher abstoßend als erotisch fand, verpuffte rasend schnell wieder, sodass auch eine wie auch immer geartete Hörigkeit, Obsession oder besonders erotische Leidenschaft für mich nicht ersichtlich war. Obwohl Elles Schicksal wirklich erschütternd ist, gelang es mir nicht, mit ihr mitzufühlen oder mich in sie einzudenken, weil sie mir einfach fremd blieb.
    Aber auch David war leider nicht besonders vielschichtig gezeichnet, was sehr bedauerlich ist, denn eigentlich ist der Täter die interessanteste Figur in einem Thriller. Auch wenn man seine Tat nicht gutheißen kann, möchte man seine Motivation verstehen, will wissen, warum er zum Mörder geworden ist, denn obwohl dies nichts entschuldigt, erhofft man sich doch wenigstens eine Erklärung. Es kommt in Thrillern ja sehr häufig vor, dass sich ein vermeintlicher Traumprinz plötzlich als gefährlicher Psychopath entpuppt oder man den Mörder, den man eigentlich verabscheuen müsste, auf geradezu erschreckende Weise sogar verstehen kann. Solche verstörenden Momente machen letztendlich den Reiz eines psychologisch ausgefeilten Thrillers aus und sorgen für die nötige Spannung. Was ich getan habe wäre durchaus so angelegt und die Geschichte hätte auch das Potenzial für solche Schockmomente, scheitert letztendlich aber an ihren eindimensionalen und flachen Figuren, denn nicht nur Elle, sondern auch David sind einfach nicht komplex und präzise genug ausgearbeitet, um ihre Gefühle, Gedanken und Handlungsmotive nachvollziehen zu können. Nach den ersten Kapiteln stellte ich mir jedenfalls nicht mehr die Frage, warum David seine Frau getötet hat und diese Beziehung so fatal enden musste, sondern nur noch warum sie überhaupt eingegangen wurde. Hierfür liefert die Erzählung allerdings keine Erklärung, weder aus Davids noch aus Elles Perspektive.
    Die einzige Protagonistin, deren Sichtweise mir einleuchtete, war die von Mira, Elles bester Freundin, denn sie ist die Einzige, die einen klaren Blick auf die Dinge hat.
    Der Plot war so vorhersehbar, dass einfach keine Spannung aufkommen wollte, Überraschungsmomente blieben weitgehend aus und auch auf einen Plottwist wartete ich vergeblich. Sieht man von einer einzigen Wendung am Ende der Geschichte ab, die allerdings wenig überraschend war, aber immerhin eine logische Erklärung für so manche Ungereimtheit lieferte, hatte Was ich getan habe leider überhaupt nichts mit einem Thriller gemeinsam. Darüber könnte man hinwegsehen, wenn dieses Ehedrama wenigstens etwas tiefgründig und einfühlsam erzählt worden wäre, aber den Protagonisten fehlte es leider an der notwendigen psychologischen Tiefe, und so war mir leider nicht ersichtlich, welche Motivation hinter ihren Handlungen und Emotionen steckt. Das ist wirklich bedauerlich, denn die Geschichte hätte durchaus Potenzial und der Schreibstil der Autorin wirkte ansonsten sehr ausgereift und ließ sich ausgesprochen angenehm lesen. Trotzdem war ihr Debüt für mich leider eine ziemliche Enttäuschung.

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