Anna Gmeyner Manja

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Inhaltsangabe zu „Manja“ von Anna Gmeyner

"Manja" handelt von fünf Kindern und ihren Familien in den Jahren 1920 bis 1934. Der Roman setzt mit der Schilderung der Nächte ein, in der die Kinder gezeugt werden: Innige Liebe, eheliche Vergewaltigung, flüchtige Leidenschaft, zärtliche Wärme und erstarrte Entfremdung sind die Spielarten ihrer Entstehung. Auch ihr familiäres Milieu ist ganz verschieden: Karl entstammt einer klassenbewussten Proletarierfamilie, Heini dem liberalen Bürgertum, Franz dem Kleinbürgertum, Harry dem reichen Großbürgertum, Manja einer armen Einwandererfamilie aus Polen. Die Freundschaft dieser Kinder, die sich in einem verlassenen Mauergrundstück am Stadtrand eine eigene Welt geschaffen haben, wird 1933 auf eine harte Probe gestellt: Manja und Harry sind plötzlich nicht mehr "rasserein"...§Anna Gmeyner schildert den politischen und menschlichen Erdrutsch von 1933.

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  • Rezension zu "Manja" von Anna Gmeyner

    Manja

    Schumi_HB

    18. November 2012 um 18:30

    Der Roman "Manja" von Anna Gmeyner gibt einen Ausschnitt der Jahre 1920 bis 1934 im Deutschen Reich wieder. Kern der Handlung ist die Freundschaft von 5 Kindern in der Zeit des entstehenden Nationalsozialismus. Karl, Heini, Franz, Harry und Manja entstammen unterschiedlichen sozialen Milieus, die einen Querschnitt der damaligen Gesellschaft darstellen. So differenziert wie die Gesellschaftsschichten, sind auch die Situationen, die zur Entstehung der Kinder führten. Leidenschaftliche Liebe, eheliche Vergewaltigung, ein stürmischer One-Night-Stand sowie eine erkaltete und entfremdete Beziehung die individuellen Ausgangssituationen. Die jüdischen Wurzeln von Harry und Manja sind für die Kinder zunächst völlig uninteressant. Nichts scheint den Mikrokosmos dieser innigen Freundschaft zerstören zu können, bis ein unerwünschter Eindringling die Unbeschwertheit dieses Quintetts beendet. Statt Unterstützung in ihrem Gerechtigkeitsempfinden zu bekommen, müssen die Kinder schmerzhaft erfahren, wie sich die Gesellschaft plötzlich von der jüdischen Mitbevölkerung abwendet. Den Kindern wird es immer schwerer gemacht, unbefangen miteinander umzugehen, da der ideologische Gruppenzwang auch zur Feigheit und emotionalen Distanz selbst gegenüber engsten Freunden führt. Wenn auch die düstere Stimmung durch die aufkeimende braune Pest und das Leiden der jüdischen Kinder deutlich spürbar wird, war ich vom poetischen Schreibstil beeindruckt. Dazu passt die fesselnde Erzählweise von Iris Berben. Für die 873 Minuten starke Hörbuchversion sollte man sich entsprechend Zeit reservieren. Es lohnt sich!

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  • Rezension zu "Manja" von Anna Gmeyner

    Manja

    Xirxe

    10. April 2012 um 16:16

    Ich muss gestehen, ich hatte leichte Zweifel als ich mit diesem umfangreichen Hörbuch begann. 873 Minuten - und das zu einem solch ernsten Thema. Ist das auszuhalten? Nein, zumindest nicht immer. Doch dies hängt nicht mit der Länge der Lesung oder des Inhalts an sich zusammen, sondern mit der unbeschreiblich eindringlichen Sprache Anna Gmeyners, die kongenial von Iris Berben umgesetzt wurde. Immer wieder musste ich innehalten, um das Gehörte erst einmal zu verdauen. Fünf Kinderschicksale in der Zeit von 1920 bis 1934 werden geschildert, jedes so individuell wie Menschen nun mal sind. Manja, das 'Ergebnis' einer spontanen Liebesnacht, voller Lebendigkeit und Liebe dem Leben gegenüber, lebt in einer verarmten jüdischen Einwandererfamilie. Und dann die vier Jungen, deren Familien einen Querschnitt durch die gesamte Gesellschaft bilden: die politisch engagierte Arbeiterschaft, das großbürgerliche, reiche Judentum, die liberalen konfessionslosen Intellektuellen und die faschistischen Kleinbürger. Gemein ist ihnen, dass sie Manja lieben, egal wer aus welcher Familie kommt. Es ist eine schöne, wenn auch von Geldsorgen geprägte Kindheit die da erzählt wird. Doch das Unheil des III. Reiches rückt näher und macht auch vor der Freundschaft dieser Fünf nicht halt. Denn Manja und Harry, einer der vier Jungs, sind nicht rasserein... Gmeyners Sprache ist voller Poesie und doch so genau, dass man das Schrecken und Grauen dieser Zeit förmlich mit den Händen greifen kann. Iris Berben setzt dies in einer fantastischen Art und Weise um. Rauh und hart klingt ihre Stimme, wenn der faschistische Familienvater seinen Sohn zusammenbrüllt, weich und sanft wenn Manja sich um ihre schwache Mutter kümmert. Einfach brilliant!

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