Anna Haifisch The Artist

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Inhaltsangabe zu „The Artist“ von Anna Haifisch

Ein vogelartiges Geschöpf bewegt sich mehr oder weniger erfolglos in der Kunstwelt und träumt davon, eines Tages ein großer Künstler zu sein. Allerdings wird es immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert – quälende Selbstzweifel sind die unausweichliche Folge... Anna Haifischs Porträt des Kunstbetriebs ist satirisch pointiert und zugleich schonungslos menschlich. Klar, dass sich das am besten mit Tierfiguren erzählen lässt. "The Artist" erscheint seit Herbst 2015 in wöchentlichen Episoden auf vice.com.

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    The Artist
    liberiarium

    liberiarium

    20. January 2017 um 10:40

    PLOTDass es nicht leicht ist in der Kunstbranche Fuß zu fassen, erlebt der Künstler am eigenen Leib. Das vogelartige Wesen will mit seiner Kunst überzeugen, muss dabei aber einige Pleiten durchmachen. Ob er nun seine Werke verkaufen will und von der Gesellschaft dabei als völlig unnütz angesehen wird oder er bei einem Besuch seinen Eltern am liebsten ständig den Kopf gegen die Wand schlagen möchte. Der Künstler übt aber auch selbst harsche Kritik an seinen Kollegen und macht sich auf Ausstellungen über groteske Darstellungen lustig. Wie ein typischer Alltag eines brotlosen Künstlers aussieht, kann der Artist am besten zeigen! MEINUNGIm Zuge des Comic-Salon Erlangen habe ich das erste Mal von The Artist gehört. Das Cover hat mich sehr angesprochen, weil ich schon beim ersten Hinsehen direkt ahnte, worum es im Titel geht: um einen Künstler, der nicht so ganz ernst genommen wird. Mir war klar, dass ich in diesen Comic von Reprodukt unbedingt reinlesen wollte und hatte nun die Gelegenheit dazu. Bei The Artist handelt es sich um einen Band mit abgeschlossenen kurzen Kapiteln, deren Strips im Gesamten eine Geschichte erzählen. Es geht um den Artist, den Künstler, der in seiner Existenz andauernd zu scheitern scheint. Der Comic liest sich sehr flüssig und sehr schnell, was auch daran liegt, dass nicht mit zu viel Text gearbeitet wurde. Mit 64 Seiten ist der Comic kurz, aber dafür sehr knackig und unterhaltsam. Der Beginn eines Kapitels ist in einer großen Einzelseite aufgemacht und zeigt den Künstler in einer alltäglichen Situation, die in den darauffolgenden Seiten genauer erzählt wird. Im Vordergrund des Comics steht nämlich das Leben des schaffenden Künstlers, wie man es sich stereotypisch vorstellt. Falls er es einmal fertigbringt, etwas zu produzieren und nicht den ganzen Tag im Internet herumzuklicken, wird er von der Außenwelt nicht ernstgenommen. Egal ob er etwas verkaufen will und nur belächelt wird oder selbst seine Kollegen auslacht, weil sie zu ihrer Ausstellung provokativ einen nackten Mann engagiert haben. Die Angst vor der Unproduktivität und der Rückzug von anderen Schaffenden ist ein wichtiger Bestandteil des Comics, denn dadurch wird – auch wenn es satirisch erzählt ist – das Berufsbild des Künstlers erschreckend ernst widergespiegelt. Dabei wird die Kunstindustrie aber auch satirisch beleuchtet und der Humor ist manchmal ziemlich derbe und schwarz, was mir sehr gut gefiel. Es gab Situationen, bei denen ich laut losgelacht habe oder Panels abfotografierte, um sie Freunden zu zeigen, weil sie so realistisch wirkten und man sich darin selbst wiedererkannte. The Artist ist herrlich skurril, was vielleicht aber auch daran liegen kann, dass die dargestellten Figuren im Comic alle tierähnlich sind. Sie gehen auf zwei Beinen und wirken menschlich, doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man Schnäbel und Mäuler. Dadurch findet zeitgleich eine Entfremdung statt, die der Geschichte zugutekommt. Auf diese Weise wird die erzählte Thematik zwar äußerst realistisch dargestellt und ist im selben Moment wunderbar grotesk. Auch die Farben sind in diesem Comic ungewöhnlich: Anna Haifisch arbeitet vor allem mit pastelligen Nuancen. Insbesondere Gelb und Rosa dominieren die Panels und stechen daher besonders ins Auge. Vieles bleibt aber auch einfach ganz schlicht weiß: ob Hintergründe oder Figuren. Die Farben zeigen genau das, was der Comic ausstrahlt: eine Portion harter Realismus mit viel Skurrilität. Der Zeichenstil wirkt stark vereinfacht. Die Strichführung ist simpel und bietet keinen großen Raum für Details. Linien, die realistisch gesehen gerade sein müssten, sind locker flockig mit der Hand gezeichnet und daher auch mal etwas schief oder krumm, was dem Konzept des Comics zugutekommt. Die einzelnen Panels sind klar strukturiert und zeigen wenige Einzelheiten. Deshalb sind viele Hintergründe auch schlicht in Weiß gehalten. Das wirkt besonders stark, wenn man das Zimmer des Künstlers sieht: er liegt auf einer Matratze auf dem Boden, die Wände sind komplett kahl und man sieht nur seinen Laptop und etwas Fast Food. FAZITThe Artist hat mich vollends überzeugt und ich bin schon ganz gespannt auf den zweiten Band! Mir hat es sehr gut gefallen, wie eine stereotypische Geschichte eines gescheiterten Künstlers so wunderbar skurril und grotesk erzählt wird. Das sorgte für Lachanfälle und manchmal auch für nachdenkliche Momente, in denen ich regelrecht Mitleid mit dem armen Künstler hatte. Der Humor war einfach wie für mich gemacht! Das Konzept ist gelungen, sodass ich The Artist von Anna Haifisch fünf von fünf Lesebrillen gebe!

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