Anna Hope Abgesang

(42)

Lovelybooks Bewertung

  • 49 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 1 Leser
  • 30 Rezensionen
(15)
(22)
(5)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Abgesang“ von Anna Hope

Drei Frauenschicksale, verbunden durch einen furchtbaren Tag in den Schützengräben an der Somme.Ein bewegendes Debut für alle, die 'Der Außenseiter' von Sadie Jones oder 'Abbitte' von Ian McEwan gelesen haben.

London, Herbst 1920: Eine Neuigkeit bewegt die Gemüter. Die englische Regierung lässt - zum ersten Mal in der Geschichte - die Überreste eines Unbekannten Soldaten exhumieren. In fünf Tagen soll er mit allen militärischen Ehren in der Westminster Abbey bestattet werden. Feierlich wird der Leichnam von den Schlachtfeldern an der Somme nach London gebracht.
In diesen fünf Tagen der Überführung müssen drei Frauen mit ihrer eigenen Trauer fertig werden. Ada hat ihren 18-jährigen Sohn im ersten Weltkrieg verloren und nie erfahren, unter welchen Umständen er eigentlich gestorben ist. Die beinahe 30-jährige wohlhabende Lady Evelyn wendet nach dem Tod ihres Geliebten dem Leben den Rücken zu und arbeitet in der Behörde, die Kriegsversehrten ihre Renten zuteilt. Die 19-jährige Hettie ist im glamourösen "Palais" für einen Sixpence als Tanzpartnerin zu mieten. Sie träumt davon, sich zu verlieben und dem tristen Leben mit ihrer verwitweten Mutter und dem traumatisierten Bruder zu entfliehen.
Ein packender Roman über die Folgen des Krieges und den Beginn einer neuen Zeit, in der sich die Frauen veränderten – für immer.

Mein erster historischer Roman und sicherlich nicht mein letzter!

— buchliebhaberin26

Ein trauriges, sehr eindrückliches Zeugnis des Traumas, das Kriege hinterlassen.

— gst

Ein Buch das sich mit 3 hinterbliebenen englischen Frauen des 1 Weltkrieges befasst.

— claudi-1963

Super-Wahl bzgl. Erzählstil und -form! Inhaltlich hatte ich auf mehr gehofft.

— SarahRomy

Endlich einmal ein Buch, dass sich auch mit den Traumata der Frauen nach dem 1. Weltkrieg beschäftigt, die Väter, Männer, Brüder und Söhne verloren haben.

— FreydisNeheleniaRainersdottir

Das sensibelste Buch dass ich je gelesen habe!

— Kleines91

Ein Roman, welcher ohne Laut zu werden, einen im Innersten erschüttert

— cassandrad

Ein sanfter und trotzdem beeindruckender Roman über die Traumata nach dem Ersten Weltkrieg.

— Stjama

Ein ergreifendes Potrait einer vergangenen Zeit- die schonungslose Schilderung der Folgen des 1.Weltkriegs.

— Thala

Sehr sorgfältig ausgestaltete Charaktere, viele Perspektiven und eine spannende Handlung - alles, was ein lesenswertes Buch ausmacht!

— Seelen

Stöbern in Romane

Der gefährlichste Ort der Welt

Sollte man in der Schule als Lektüre behandeln! Bietet viel Diskussionsstoff!

cheshirecatannett

Das Licht der Insel

Ein abolutes Juwel, unbedingt lesen.

BrittaRuth

Der verbotene Liebesbrief

Ich konnte mich gar nicht mehr von diesem spannenden Roman losreißen

Buchherz13

Dunbar und seine Töchter

Leider etwas schwach

leserattebremen

Die Lichter von Paris

Schöne Reise ins Paris der 20er Jahre!

Nina_1986

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Ach, mein Herz... <3

PaulaAbigail

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Bewegende Schicksale

    Abgesang

    buchliebhaberin26

    10. March 2017 um 15:01

    Im historischen Roman „Abgesang“ von Anna Hope aus dem Jahr 2014 geht es um 3 Frauen, die eines gemeinsam haben: alle haben mit den Folgen des Ersten Weltkrieges zu kämpfen, jede auf seine eigene Art. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert; im Großen und Ganzen aus der von Hettie und jenen von Evelyn und Ada.                                                        Hettie wohnt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Fred in einem kleinen Häuschen. Fred musste wie so viele andere auch in den Krieg ziehen und ist seitdem traumatisiert. Nachts ruft er immer wieder verzweifelt bestimmte Namen, tagsüber läuft er bloß  die ganze Zeit über durch die Gegend, vermutlich ohne genau zu wissen, was er überhaupt tut. Hettie arbeitet als Tänzerin, die man mieten kann – sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und doch ist dieser Job unglaublich hart. Sie ist dazu verpflichtet, der Mutter und dem Bruder die Hälfte ihres Lohnes abzugeben, daher bleibt kaum Geld,  das man für Vergnügungen jeglicher Art ausgeben könnte.  Eines Abends lernt sie einen rätselhaften Mann kennen, dem sie nach anfänglichem Zögern schließlich doch vertraut. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Ist er wirklich die Rettung, die in die Freiheit führt? Evelyn ist seit dem Tod ihres Lebensgefährten, der im Krieg gefallen ist, verbittert und hat keine Freude mehr am Leben. Sie versucht vergeblich, sich mit Arbeit abzulenken. Als der neue Kollege Robin auftaucht, merkt sie nach kurzer Zeit, dass sie in den letzten Jahren viel zu sehr vereinsamt ist – sie möchte daran etwas ändern. Sich jedoch auf etwas Neues einzulassen und Fraser, den ehemaligen Geliebten, endlich loszulassen, ist nicht einfach. Erst recht nicht, wenn man jahrelang nichts anderes gemacht hat, als voller Verbitterung sein tristes Leben zu leben. Ada kann einfach nicht hinnehmen, dass sie ihren Sohn im Krieg verloren hat. Und wegen dieser unendlich großen Trauer driftet sie immer mehr von ihrem Mann ab. Die beiden haben sich auseinander gelebt, langsam aber sicher. Auf längere Sicht scheint eine Trennung unausweichlich – es sei denn, Ada kommt mit dem Verlust ihres Sohnes irgendwann klar. In London soll eine öffentliche Bestattung eines unbekannten, im Krieg gefallenen Soldaten in Form eines riesigen Ereignisses stattfinden. Es soll helfen, mit den Geschehnissen abzuschließen, sie hinter sich zu lassen und in ein Leben ohne Trauer, die alles andere verdrängt, zu blicken. Werden Ada und Evelyn diese Chance nutzen? Werden irgendwann alle Wunden geheilt sein, auch bei Hettie?  Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Charaktere waren wirklich unheimlich sorgfältig gestaltet; man konnte sich ohne Probleme in alle hineinversetzen. Anfangs war der ständige Perspektivenwechsel noch etwas verwirrend, doch schon nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran. Die Geschichte war ununterbrochen spannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe noch nicht viele historische Romane gelesen, dieser hier war jedoch der beste bisher. Vielleicht liegt das daran, dass Hope den Ersten Weltkrieg als Thematik gewählt hat, den ich sehr interessant finde. Ich bin wirklich begeistert. Fast restlos. Es gibt nämlich einen kleinen Minuspunkt: Am Ende bleiben mehrere Fragen, die eigentlich von großer Bedeutung sind, offen.  Na ja, trotzdem auf jeden Fall lesenswert!

    Mehr
  • Abschied, Trauer und Neuanfang

    Abgesang

    gst

    02. February 2017 um 14:43

    „Ganz gleich, was die Leute sagen oder denken – England hat diesen Krieg nicht gewonnen … Der Krieg gewinnt“, sagt er bitter, „und jeder, der etwas anderes denkt, ist ein Narr.“ (Seite 369)Herbst 1920: Der erste Weltkrieg ist seit zwei Jahren zu Ende und die britische Regierung hat sich dazu entschlossen, für all die Gefallenen einen unbekannten Soldaten ruhmvoll zu bestatten. Fünf Tage lang begleiten wir als Leser die Vorbereitungen für den Festakt und drei Frauen, die ihre Verluste beweinen. Da ist Ada, deren Sohn im Krieg geblieben ist, Evelyn, die ihren Geliebten verloren hat und Hettie, deren Bruder an einem Trauma leidet und nicht arbeiten kann. So muss sie mit für den Unterhalt der Familie aufkommen: als zu mietende Tänzerin in einem glamourösen Tanzpalast. Kurze Sequenzen beleuchten abwechselnd die Akteure und geben einen sich steigernden Einblick in deren erschüttertes Seelenleben. Mit jeder Seite des Romans wird deutlicher, wie die Geschicke der drei Frauen zusammenhängen. Dieses Buch hat mich emotional gefangen genommen. Der Stil der Autorin machte es möglich, mich in jede der hier genannten Frauen einzufühlen. Die Grausamkeit des Krieges ist greifbar und die Traumatisierung der Zurückgekehrten nachvollziehbar. Doch auch die Hoffnung kommt nicht zu kurz: die Feierlichkeiten helfen Abschied zu nehmen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Fazit: ausgesprochen lesenswert!

    Mehr
    • 4
  • Abgesang - Abschied und der Remembrance Day

    Abgesang

    claudi-1963

    13. May 2015 um 17:53

    Ich habe mich mit dem Buch etwas schwer getan. Es ist durch das hin und her leiten der unterschiedlichen Charakteren der Frauen Hettie,Evelyn und Ada nicht einfach ist in das Buch hinein zu kommen. Auch so ganz bin ich mit der Überführung der Überreste des Soldaten nicht klar gekommen, da er eigentlich ja nichts mit den 3 Frauen zu tun hatte. Das einzige war das er nachher als Bezugspunkt für den bevorstehenden Tag zu ehren der gefallenen Soldaten vorkommt wo dann alle 3 Frauen hingehen. Es war mir einfach zu viel durcheinander mit den unterschiedlichen Abschnitten.Eigentlich ist es auch keine Lebensschilderung der 3 Damen sondern eher die Schilderung ihrer Trauerarbeit. Jede Frau geht anders mit der Verarbeitung um. Hettie muss den Unterhalt in Tanzlokalen verdienen, da ihr Bruder völlig verstört aus dem Krieg zurück am und nicht arbeiten kann. Ada die ihren Sohn verloren hat, diese jedoch nicht begreifen will und immer noch hofft das er zurück kommt. Evelyn die ihren Verlobten verlor und seither verbittert mit ihrem Leben ist das sie in einem Büro tristet, die ehemaligen Soldaten berentet. Und im Laufe des Buches sieht man dann auch die Verbindung die alle 3 irgendwie miteinander haben. Für mich wie gesagt war das Buch einfach zu langatmig bis es dann mit dem Höhepunkt der Beisetzung des Soldaten endete dem Remembrance Day, der wohl auch noch heute jedes Jahr in England gefeiert wird.Ich konnte auch nichts mit dem Wort Abgesang anfangen, er jetzt als ich im Duden las das es ein Synonym von Abschied ist kann ich den Titel verstehen. Trotz allem hat sich die Autorin viele Gedanken gemacht und von daher 4 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Große Verlosung zum Leserpreis 2014: 5 Buchpakete mit je 50 Büchern!

    Die Seiten der Welt

    Daniliesing

    Lust auf eins von 5 riesigen Buchpaketen zum Leserpreis 2014? Bestimmt hat es der ein oder andere von euch schon entdeckt: Seit gestern suchen wir beim Leserpreis 2014 wieder eure Lieblingsbücher des Jahres. In insgesamt 16 Kategorien könnt ihr die Bücher und Autoren nominieren, die euch 2014 am meisten begeistert haben, ganz egal, ob euch das Buch vor Spannung bis mitten in die Nacht wachgehalten hat, ihr Tränen gelacht oder aber mitgefühlt und -gefiebert habt. Nominiert ab sofort eure persönlichen Lieblingsbücher & -autoren und ermöglicht es ihnen so, es auf unsere Shortlists für die Abstimmungsphase zu schaffen, die am 20. November beginnt. Die Bücher und Autoren, die dann wiederum die meisten Stimmen erhalten, bekommen den Leserpreis in Gold, Silber und Bronze, der am 28.11. vergeben wird! Also schnell nominieren / abstimmen / Gewinner anschauen! ---- Unsere große Verlosung für euch! Da der Leserpreis für uns jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes ist, möchten wir unsere Freude daran mit euch teilen. Wir werden nach der Bekanntgabe der Leserpreis-Gewinner insgesamt 5 Buchpakete mit jeweils 50 Neuerscheinungen verlosen. Fünf Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen! Und wer kann nicht schöne neue Bücher gebrauchen? 1. Um an der Verlosung teilzunehmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - 3 der 5 Buchpakete verlosen wir unter allen Bloggern, die auf ihrem Blog über den Leserpreis berichten und darauf verlinken. Bitte teilt uns den Link zu eurem Blogbeitrag hier in einem Kommentar mit (wer mir schon eine E-Mail mit dem Link geschickt hat, muss dies nicht doppelt tun). http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ Grafiken zum Einbinden in den Blog findet ihr hier. 2. Wenn ihr keinen Blog habt, könnt ihr alternativ auf den Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter, Google + usw. auf den Leserpreis hinweisen. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 2 Buchpakete mit 50 Büchern. Wichtig ist hier, dass ihr euren Beitrag öffentlich teilt und ihn uns hier verlinkt. Bitte verlinkt in eurem Kommentar hier direkt auf eurer Posting und nicht auf euer gesamtes Profil. Außerdem müssen in eurem Social-Media-Posting unbedingt der und der Hashtag #Leserpreis enthalten sein. http://www.lovelybooks.de/leserpreis/ 3. Ihr habt weder einen Blog, noch seid ihr auf einem der Social Media Kanäle aktiv? Dann verratet uns hier in einem Kommentar das beste Buch, das ihr in diesem Jahr gelesen habt. Unter allen, die das machen, verlosen wir noch mal 5 einzelne Bücher, die die jeweiligen Gewinner auf ihren Wunschzetteln haben. Ihr dürft natürlich auch 1 & 2 oder 1, 2 & 3 kombinieren und so eure Chancen steigern :-) Wir wünschen euch ganz viel Spaß & bitte vergesst nicht, eure Lieblingsbücher zu nominieren & später abzustimmen! PS: Die angehängten Bücher und die auf dem Foto sind ein Beispiel, was sich im Buchpaket befinden könnte. Wir haben hier aber eine ganz bunte Auswahl und ihr könnt euch dann von einem riesigen Überraschungsbuchpaket begeistern lassen :)

    Mehr
    • 1298
  • Anders, als erwartet...

    Abgesang

    SarahRomy

    25. July 2014 um 16:25

    Abgesang ist ein Buch über drei Frauen, die alle etwas gemeinsam haben: alle drei haben mit einem schrecklichen Verlust durch den 1. Weltkrieg zu kämpfen. Ada hat ihren einzigen Sohn verloren und steht vollkommen im Ungewissen darüber, was ihm passiert ist. Die 30-jährige Evelyn, Tochter aus gutem Hause, geht einer niederen Arbeit nach, doch auch die hilft ihr nicht, die Gedanken an ihren verstorbenen Geliebten zu verdrängen. Und Hettie, ein junges Mädchen, das sich als Tänzerin verdingt, hat ihren Vater verloren und eigentlich auch ihren Bruder, der seit dem Krieg nicht mehr derselbe ist… Das Buch hat eine ganz eigene Erzählweise, was es sehr interessant für mich gemacht hat. Es ist in fünf Abschnitte gegliedert, die je einen Tag thematisieren. Der fünfte Tag, welches der 11. November ist, also der Gedenktag an den Waffenstillstand, der den 1. Weltkrieg beendete, bildet die Pointe des Romans. An diesem Tag werden im Roman die Überreste eines „unbekannten Soldaten“ bestattet, stellvertretend für all diejenigen, über dessen Schicksal nichts bekannt ist. Letztlich thematisiert dieses Buch stark den Überlebenskampf der Protagonisten und die Hoffnung darauf, dass das Leben weitergeht… Das Buch hat vom Klappentext etc. hohe Erwartungen bei mir geweckt, die nicht ganz erfüllt wurden. Zwar haben mich Stil und Form der Erzählweise überzeugt, jedoch konnte es mich inhaltlich nicht genauso mitreißen. Die Geschichte via 3 Protagonisten mit einer zentralen Gemeinsamkeit zu erzählen ist sehr gelungen, da sich ihre Wege nach und nach kreuzen und die Autorin Brücken zwischen ihnen schlägt. Der Rote Faden ist damit stets für den Leser transparent. Jedoch stellenweise haben mich hier und da Handlungen irritiert und wirkten auf mich befremdlich und es war für mich nicht nachvollziehbar, welchen Mehrwert sie für den Ablauf der Geschichte darstellten. Die Atmosphäre der damaligen Zeit hat die Autorin für mich gut rübergebracht. Stellenweise hätte die Autorin meiner Meinung nach hier noch mehr ausholen können. An sich kann ich gut mit „offenen Enden“ umgehen und finde diese Art, eine Geschichte abzuschließen, sehr wertvoll. In diesem Fall jedoch wirkt das Ende auf mich zu offen, auch wenn es hoffnungsvoll wirkt, was mich als Leser zumindest einigermaßen zufriedengestellt hat. Fazit: Insgesamt gelungen, jedoch ausbaufähig.

    Mehr
  • Ein Buch, auf das man sich einlassen muss

    Abgesang

    Baneful

    Inhalt: Es ist 1920, zwei Jahre nach dem ersten Weltkrieg ist die Gesellschaft in zwei Dimensionen zerissen. Die eine zeigt alles Schöne, Flapper, Jazz und Partys. Die andere zeigt das, was man nicht sehen möchte. Männer, die aus dem Krieg in Armut zurückkehren, ohne Jobs, ohne Gliedmaßen, müssen sie irgendwie über die Runden kommen und sich um ihre Familie kümmern. Meine Meinung: Das Buch hat eine sehr triste Atmosphäre, die sich auch durch die Szenen zieht, die eigentlich munter seien sollen. Es wird aus der Sicht von drei verschiedenen Frauen erzählt. Da ist die junge Hettie, die sich nach Abenteuer und Liebe sehnt und als Miettänzerin arbeitet. Ada, eine Frau im Mittlerenalter, deren Sohn im Krieg gefallen ist und Lady Evelyn, deren Geliebter im Krieg gefallen ist und die sich gegen die gesellschaftliche Norm aufbegehrt. Während ich mit Evelyn sehr gut mitfühlen konnte, wurde ich einfach mit Ada und Hettie nicht warm. Ada hat es nicht einfach, sie trauert um ihren Sohn und diese Trauer wird sehr gut wiedergegeben, jedoch hatte ich bei ihren Passagen immer das Gefühl, dass sich die Handlung zieht. Das liegt zum einen daran, dass sie die Dame ist, die am wenigsten aktiv ist. Sie hängt oft und lange ihren Gedanken nach und als Leser ist das anstrengend zu lesen. Mit Hettie konnte ich mich nicht anfreunden, da sie sehr egoistisch ist und sich das erst ganz am Ende des Buches ändert. Da war es leider schon zu spät für mich. Bewertung:Anna Hope schafft es eine authentische Atmosphäre zu erschaffen. Der Kontrast zwischen den goldenen Zwanzigern und den Nachwirkungen des Kriegs hat sie toll miteinander verbunden. Obwohl das Buch sehr feinfühlig geschrieben ist, zieht es sich an einigen Stellen. Hier liegt der Schwerpunkt nicht auf Spannung, sondern Wirkung und Atmosphäre. Ein schwieriges Buch, auf das man sich einlassen muss, um es zu genießen.

    Mehr
    • 4

    Arun

    14. July 2014 um 17:55
  • Krieg und seine Folgen

    Abgesang

    Herbstrose

    November 1920. Während Europa noch unter den Nachwirkungen des 1. Weltkrieges leidet, lässt die englische Regierung in Frankreich die sterblichen Überreste eines unbekannten Soldaten exhumieren. Er soll in einer feierlichen Zeremonie am 2. Jahrestag des Waffenstillstandes in der Westminster Abbey beigesetzt werden, stellvertretend für alle gefallenen Soldaten. Unterdessen versuchen in London drei ganz unterschiedliche Frauen ihre persönlichen Verluste zu bewältigen: Da ist Ada, Mitte 40, deren Sohn nicht aus dem Krieg zurück gekommen ist. Trotz eines amtlichen Schreibens will sie nicht an Michaels Tod glauben, sie sieht ihn ja noch überall. Darüber vernachlässigt sie ihren Mann und gefährdet ihre Ehe. - Die knapp 30-jährige Evelyn beklagt den Verlust ihres Verlobten, der großen Liebe ihres Lebens. Sie ist verbittert und nimmt kaum noch am Leben teil, ganz im Gegensatz zu ihrem Bruder Edward. Er kommt mit seinen grauenvollen Kriegserlebnissen nicht zurecht, beginnt zu trinken und verbringt die Nächte in Bars. – Seit Hetties Bruder völlig verstört und traumatisiert aus dem Krieg zurück ist, muss sie ihn und ihre verwitwete Mutter finanziell versorgen. Die 19-jährige, die als Miet-Tänzerin arbeitet, ist mit der Situation völlig überfordert. Sie träumt davon einen reichen Mann kennen zu lernen, um diesem trostlosen Leben zu entfliehen. – Drei Frauen die sich nicht kennen, drei verschiedene Schicksale, und doch durch ein schreckliches Ereignis während des Krieges im Schützengraben an der Somme miteinander verbunden. Sehr einfühlsam gewährt uns die Autorin Anna Hope in ihrem Debütroman „Abgesang“ einen Einblick in die seelischen Empfindungen der Protagonisten und macht gleichzeitig darauf aufmerksam, wie wichtig ein Ort zum Trauern sein kann. Die Handlung des Romans erstreckt sich über fünf Tage, an denen wir die drei Frauen und ihr Umfeld im Nachkriegs-London nach und nach besser kennen lernen. Zeitgleich dazu, in anderem Schriftbild und versetzt gedruckt, erfahren wir Näheres über die erschreckenden Abläufe bei der Exhumierung in Frankreich. Dadurch ergibt sich rasch ein komplexes Bild, das den Leser tief in das bedrückende Alltagsgeschehen eintauchen lässt. Leidtragende des Krieges sind nicht nur die Männer, die an der Front waren und teils ihre Gliedmaßen verloren haben, sondern auch die Frauen, die mit diesen traumatisierten Männern leben müssen. Der sehr gut lesbare, schön komponierte Schreibstil und die raschen Perspektivwechsel halten die Spannung durchweg aufrecht und machen das Lesen, trotz melancholischer  Grundstimmung, zu einem Erlebnis. Der Roman ist als Momentaufnahme zu betrachten, da  die Geschichte am fünften Tag leider ziemlich abrupt endet. Der Leser ist somit gezwungen, sich über das weitere Schicksal der Protagonisten seine eigenen Gedanken zu machen. Fazit: Ein Stück Zeitgeschichte, gut recherchiert, eindringlich und mitreißend geschrieben. Schonungslos ehrlich und berührend werden der Krieg und seine schrecklichen Folgen aus Sicht der Daheimgebliebenen beleuchtet. Empfehlenswert!

    Mehr
    • 2

    Arun

    11. July 2014 um 21:56
  • Verluste, mit denen die Frauen lernen mussten, zu leben

    Abgesang

    FreydisNeheleniaRainersdottir

    28. June 2014 um 14:41

    Drei Frauen, die mit den Folgen des ersten Weltkrieges leben müssen: Evelyn, die ihren Geliebten Fraser verloren hat und deren aus dem Krieg heimgekehrter Bruder ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Ada, die nicht glauben will, dass ihr Sohn Michael tot ist und darüber vergisst, dass sie nicht nur Mutter, sondern auch Ehefrau ist. Hettie, deren Bruder mit einem psychischen Schaden aus dem Krieg heimgekehrt ist und nicht mehr arbeiten kann, sodass sie ihren halben Wochenlohn mit ihm und ihrer Mutter teilen muss. Alle drei Frauen sind durch das Schicksal miteinander verbunden, nur ahnen sie das nicht. Das wird erst offensichtlich, je weiter man in "Abgesang" abtaucht.  Ich fand das Buch sehr gut, habe es innerhalb von 3 Tagen durchgelesen und kann es jedem empfehlen, der sich für die Thematik des Ersten Weltkrieges und dessen Auswirkungen interessiert. Je mehr ich mich mit dem 1. Weltkrieg beschäftige, desto mehr muss ich feststellen, dass er doch schlimmer war, als ich es mir immer vorgestellt habe. Da ist es fast eine Schande, wie wenig sie uns davon im Geschichtsunterricht beigebracht haben, dass uns eingetrichtert worden ist, der 2. Weltkrieg und das 3. Reich waren viel schlimmer. Der 1. Weltkrieg war durch die Entwicklung der Waffentechnik und das grausame Abschlachten in Verdun, Ypern und an der Somme für seine Zeit der grausamste Krieg überhaupt. Und dass man nach so einem Erlebnis noch mit offenen Armen den Zweiten Weltkrieg begrüßt hat, will mir einfach nicht in den Kopf. Ich weiß nicht, was in den Generationen vor uns vorgegangen ist, ich weiß bloß eines: Das die Leidtragenden des Ersten Weltkrieges nicht die Politiker waren, die es erst dazu haben kommen lassen, nicht der Kaiser, der schließlich zur Abdankung gezwungen wurde und auch nicht die Generäle, die ihre Soldaten in den sicheren Tod geschickt haben. Es waren vorallem die einfachen Soldaten, die gekämpft haben, verletzt worden und gestorben sind, ihre Familien, die daran zerbrochen sind, die vielen Menschen in Deutschland, die sowieso nichts hatten und denen durch das Entziehen der Lebensmittel, die an die Front gingen, nicht einmal mehr etwas zu Essen blieb, es waren Tiere, die durch den Krieg getrieben wurden und schließlich unter panischen Lauten starben. Die Bilder des Künstlers Otto Dix empfand ich immer als gruselig, als sie zeigen die Realität des Ersten Weltkrieges. Und "Abgesang" erzählt die andere Seite der Geschichte, die der Frauen, für die es trotz schwerwiegender Verluste irgendwie weitergehen musste, die aber nie vergessen haben.

    Mehr
  • Rezension zu "Abgesang" von Anna Hope

    Abgesang

    Kleines91

    Klappentext: Fünf Tage im November 1920. Zum ersten Mal in der Geschichte werden die Überreste eines «Unbekannten Soldaten» bestattet und mit militärischen Ehren von den Schlachtfeldern an der Somme nach London gebracht. In diesen Tagen der Überführung müssen drei Frauen mit ihrer eigenen Trauer fertigwerden. Ada hat im Ersten Weltkrieg ihren 18-jährigen Sohn verloren und nie erfahren, unter welchen Umständen er gestorben ist. Die beinahe 30-jährige, wohlhabende Lady Evelyn wendet nach dem Tod ihres Geliebten dem Leben den Rücken zu und arbeitet in der Behörde, die Kriegsversehrten ihre Renten zuteilt. Die 19-jährige Hettie ist im glamourösen «Palais» für einen Sixpence als Tanzpartnerin zu mieten. Sie träumt davon, sich zu verlieben und dem Leben mit ihrer verwitweten Mutter und dem traumatisierten Bruder zu entfliehen. Allmählich stellt sich heraus, dass die Schicksale der drei Frauen auf furchtbare Weise verbunden sind. Meine Meinung: Ich wurde zum Glück "ausgewählt", bei dieser Leserunde teilzunehmen und bin wirklich sehr froh darum. Bei Anna Hopes Roman "Abgesang" handelt es sich um ein äußerst sensibles Buch. Mal ist es laut mal leise. Mal aktiv mal passiv. Aber immer ist der Leser voll im Geschehen drin. Leidet und erlebt mit.  Man lernt die Protagonistinnen kennen. Der Grad, wie nahe man ihnen kommt, ändert sich. Wird von Tag zu Tag intensiver. So blöd es klingt aber ja, man kommt sich näher. Man versteht und kann nachvollziehen.  Das Buch berührt einen. Lässt nachdenken und verstummen. Man möchte die Gefühle die man dabei hat eigentlich nicht spüren und doch genießt man sie. Mich persönlich hat ein Buch noch nie in dieser Heftigkeit berührt. Stellenweise musste ich es nach Beenden eines Kapitels kurz weglegen um erst einmal durchatmen zu können und um das Gelesene zu verarbeiten. Ein wirklich einfühlsames und in seiner Art einzigartiges Buch, das ich jedem der sich für Schicksale interessiert ans Herz legen kann. 

    Mehr
    • 4

    NiWa

    05. June 2014 um 18:08
  • Leserunde zu "Abgesang" von Anna Hope

    Abgesang

    DieBuchkolumnistin

    LONDON, HERBST 1920: Eine Neuigkeit bewegt die Gemüter. Die englische Regierung lässt - zum ersten Mal in der Geschichte - die Überreste eines unbekannten Soldaten exhumieren. In fünf Tagen soll er mit allen militärischen Ehren in der Westminster Abbey bestattet werden. Feierlich wird der Leichnam von den Schlachtfeldern an der Somme nach London gebracht.  In den fünf Tagen der Überführung versuchen drei Frauen, mit ihrem Verlust fertigzuwerden. Adas achtzehnjähriger Sohn gilt als verschollen. Nie hat sie erfahren, ob und wie er gestorben ist. Sie kann nicht von der Vorstellung lassen, er sei noch am Leben, und gefährdet damit ihre Ehe. Die beinahe dreißigjährige Lady Evelyn müsste nicht arbeiten. Doch seit dem Tod ihres Geliebten hat sie dem Leben den Rücken ugewandt und erträgt stoisch die Arbeit in der Behörde, die Kriegsversehrten Renten zuteilt. Die neunzehnjährige Hettie ist in einem glamourösen Tanzpalast für einen Sixpence als Tanzpartnerin zu mieten. Sie muss damit seit der Traumatisierung ihres Bruders im Krieg einen Teil des Familienunterhalts verdienen. Als sie einen reichen Mann kennenlernt, hofft sie, der Tristesse ihres Lebens zu entfliehen. Doch ein Geheimnis verbindet die Schicksale der drei Frauen und hindert sie am Weiterleben. Eine von ihnen folgt der Spur zurück zu einem Tag im Krieg – und einem schrecklichen Ereignis im Schlamm des Schützengrabens ... LESEPROBE Gemeinsam mit dem Rowohlt Verlag laden wir Euch herzlich zur Leserunde von "Abgesang" ein - dem Debütroman der britischen Autorin Anna Hope. Bitte bewerbt Euch bis zum 16. März 2014 für eines von 25 Leseexemplaren und zur gemeinsamen Diskussion sowie Rezension des Romans. "Ein fesselndes und emotional aufgeladenes Debüt über die schmerzhaften Auswirkungen eines Krieges und über das, was uns weiterleben lässt – die kleinen Dinge, die gewöhnlichen Dinge, den Mut. Es erzählt von Gefühlen, die uns vertraut sind, und von Settings, die wir nicht kennen – von Tanzpalästen, der Front, von Schlangen vor dem Gemüsehändler. Ich habe das Buch geliebt." Rachel Joyce, Autorin von Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry, über "Abgesang"Anna Hope ist Schauspielerin. Sie hat in Oxford und am Birkbeck College englische Literatur und an der Royal Academy of Dramatic Art Schauspiel studiert. Nach diversen Kurzgeschichten und Theaterstücken ist „Abgesang“ ihr erster Roman. Anna Hope lebt in London.

    Mehr
    • 553
  • 5 Tage - kaum zu glauben, dass diese dermaßen ereignisreich sein können!

    Abgesang

    Seelen

    Bewegende Schicksale Im historischen Roman „Abgesang“ von Anna Hope aus dem Jahr 2014 geht es um 3 Frauen, die eines gemeinsam haben: alle haben mit den Folgen des Ersten Weltkrieges zu kämpfen, jede auf seine eigene Art. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert; im Großen und Ganzen aus der von Hettie und jenen von Evelyn und Ada. Hettie wohnt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Fred in einem kleinen Häuschen. Fred musste wie so viele andere auch in den Krieg ziehen und ist seitdem traumatisiert. Nachts ruft er immer wieder verzweifelt bestimmte Namen, tagsüber läuft er bloß die ganze Zeit über durch die Gegend, vermutlich ohne genau zu wissen, was er überhaupt tut. Hettie arbeitet als Tänzerin, die man mieten kann – sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und doch ist dieser Job unglaublich hart. Sie ist dazu verpflichtet, der Mutter und dem Bruder die Hälfte ihres Lohnes abzugeben, daher bleibt kaum Geld, das man für Vergnügungen jeglicher Art ausgeben könnte. Eines Abends lernt sie einen rätselhaften Mann kennen, dem sie nach anfänglichem Zögern schließlich doch vertraut. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Ist er wirklich die Rettung, die in die Freiheit führt? Evelyn ist seit dem Tod ihres Lebensgefährten, der im Krieg gefallen ist, verbittert und hat keine Freude mehr am Leben. Sie versucht vergeblich, sich mit Arbeit abzulenken. Als der neue Kollege Robin auftaucht, merkt sie nach kurzer Zeit, dass sie in den letzten Jahren viel zu sehr vereinsamt ist – sie möchte daran etwas ändern. Sich jedoch auf etwas Neues einzulassen und Fraser, den ehemaligen Geliebten, endlich loszulassen, ist nicht einfach. Erst recht nicht, wenn man jahrelang nichts anderes gemacht hat, als voller Verbitterung sein tristes Leben zu leben. Ada kann einfach nicht hinnehmen, dass sie ihren Sohn im Krieg verloren hat. Und wegen dieser unendlich großen Trauer driftet sie immer mehr von ihrem Mann ab. Die beiden haben sich auseinander gelebt, langsam aber sicher. Auf längere Sicht scheint eine Trennung unausweichlich – es sei denn, Ada kommt mit dem Verlust ihres Sohnes irgendwann klar. In London soll eine öffentliche Bestattung eines unbekannten, im Krieg gefallenen Soldaten in Form eines riesigen Ereignisses stattfinden. Es soll helfen, mit den Geschehnissen abzuschließen, sie hinter sich zu lassen und in ein Leben ohne Trauer, die alles andere verdrängt, zu blicken. Werden Ada und Evelyn diese Chance nutzen? Werden irgendwann alle Wunden geheilt sein, auch bei Hettie? Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Charaktere waren wirklich unheimlich sorgfältig gestaltet; man konnte sich ohne Probleme in alle hineinversetzen. Anfangs war der ständige Perspektivenwechsel noch etwas verwirrend, doch schon nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran. Die Geschichte war ununterbrochen spannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe noch nicht viele historische Romane gelesen, dieser hier war jedoch der beste bisher. Vielleicht liegt das daran, dass Hope den Ersten Weltkrieg als Thematik gewählt hat, den ich sehr interessant finde. Ich bin wirklich begeistert. Fast restlos. Es gibt nämlich einen kleinen Minuspunkt: Am Ende bleiben mehrere Fragen, die eigentlich von großer Bedeutung sind, offen. Na ja, trotzdem auf jeden Fall lesenswert!

    Mehr
    • 2

    Arun

    07. May 2014 um 23:21
  • Ein Buch mit Tiefgang

    Abgesang

    Buechersammler

    28. April 2014 um 07:12

    Inhalt: Fünf Tage im November 1920. Zum ersten Mal in der Geschichte werden die Überreste eines «Unbekannten Soldaten» bestattet und mit militärischen Ehren von den Schlachtfeldern an der Somme nach London gebracht. In diesen Tagen der Überführung müssen drei Frauen mit ihrer eigenen Trauer fertigwerden. Ada hat im Ersten Weltkrieg ihren 18-jährigen Sohn verloren und nie erfahren, unter welchen Umständen er gestorben ist. Die beinahe 30-jährige, wohlhabende Lady Evelyn wendet nach dem Tod ihres Geliebten dem Leben den Rücken zu und arbeitet in der Behörde, die Kriegsversehrten ihre Renten zuteilt. Die 19-jährige Hettie ist im glamourösen «Palais» für einen Sixpence als Tanzpartnerin zu mieten. Sie träumt davon, sich zu verlieben und dem Leben mit ihrer verwitweten Mutter und dem traumatisierten Bruder zu entfliehen. Allmählich stellt sich heraus, dass die Schicksale der drei Frauen auf furchtbare Weise verbunden sind ... Ein packender Roman über die Folgen des Krieges und den Beginn einer neuen Zeit, in der sich die Frauen veränderten – für immer Meine Meinung: Das Buch lässt sich sehr einfach und flüssig lesen. Auch der Sprachstil macht das lesen sehr angenehm. Die Autorin schafft es in diesem Buch mehrere Geschichten  mit einem gemeinsamen Mittelpunkt so zu verbinden, dass jede Geschichte für sich ist, man aber in jeder wieder Infos bekommt die für die andere wichtig sind. Es gibt drei Frauen die im Mittelpunkt stehen: Ada: sie hat ihren Jungen an den Krieg verloren und kann damit nicht abschließen. Sie hat immer noch die Hoffnung, dass ihr Michael noch am Leben ist. Sie forscht nach und muss im Laufe des Buches lernen mit ihrem Verlust zu leben. Evelyn: in dem Krieg hat sie ihren Geliebten verloren. Seit dem ist die Welt für sie nicht mehr ein schöner Ort. Sie flüchtet sich in eine Arbeit um ihrem Leid zu entkommen. Auch ihre Familie ist ihr keine große Hilfe, da sie alle Evelyn als verbittert ansehen und es nicht verstehen können. Hettie: Die jüngste der Drei hat ihren Vater im Krieg verloren und ihr Bruder leidet an einem schweren Trauma. Sie muss ihrer Mutter helfen die Familie über Wasser zu halten und bleibt dabei selbst etwas auf der Strecke. Doch sie gibt die Hoffnung nicht auf. Alle Frauen haben mit ihren eigenen persöhnlichen Verlusten zu kämpfen und jede hat ihre eigene Art. In diesem Buch wird sehr gelungen dargestellt, was für tiefe seelische Wunden ein Krieg verursachen kann. Es wird nicht sehr stark auf die Männer die im Krieg gedient haben eingegangen, sondern es geht um die Frauen die die schweren Verluste zu tragen haben. Das Buch geht sehr in die emotionale Tiefe und berührt den Leser immer wieder. Wenn man angefangen hat zu lesen will man wissen wie es weiter geht. Man kann es kaum erwartet über die einzelnen Geschichten mehr zu erfahren. Fazit: Ein wirklich sehr gut gelungenes Buch! Die Autorin befasst sich weniger mit den Taten und Fakten des Krieges, als wie mit dem Folgen bzw. Auswirkungen für Menschen die nach einem Kreig damit leben müssen. Absolute Leseempfehlung!  

    Mehr
  • Tomb of the Unknown Soldier oder Fünf Tage im November 1920

    Abgesang

    dubh

    26. April 2014 um 22:13

    Die Bevölkerung Großbritanniens ist in heller Aufregung. Zwei Jahre nach Ende des Großen Krieges plant die britische Regierung etwas noch nie Dagewesenes: die Überreste eines nicht identifizierbaren Soldaten werden in Frankreich exhumiert und sollen wenige Tage später in der Westminster Abbey bestattet werden. Mit allen militärischen Ehren und einer nicht absehbaren Zahl an Menschen, die dieser Zeremonie beiwohnen möchten… In den fünf Tagen der Überführung begleitet das Buch drei Frauen, die allesamt Schlimmes erlitten haben: Ada, die ihren Sohn, ihr einziges Kind, in den Krieg verabschiedet hat und plötzlich nichts mehr von ihm gehört hat. Ada, die immer noch nicht wahr haben möchte, dass ihr Sohn längst gestorben ist. Dann Lady Evelyn, deren Geliebter im Krieg gefallen ist und die seitdem jeden Tag stoisch die Renten-Beschwerden von Kriegsinvaliden bearbeitet und dabei einiges Schreckliche sieht. Und zuletzt erst 19jährige Hettie, die mit ihrer Arbeit als Miet-Tänzerin einen Teil zum Unterhalt der Familie beitragen muss - nachdem ihr Bruder völlig verstört aus dem Krieg heimgekehrt ist. Als sie einen hutaussehenden, betuchten Mann kennenlernt, schöpft sie neue Hoffnung für sich und ihre Zukunft… Was wie die Lebensschilderung drei unterschiedliche Frauen, die vom Krieg geprägt sind, klingen mag, entpuppt sich als eine Geschichte, die nicht nur vom Versuch einer Art Trauerverarbeitung für eine ganzen Nation erzählt, sofern auch die drei Schicksale der Frauen sehr gekonnt verknüpft. Dabei erzählt Anna Hope in einem ruhigen, einfühlsamen Tonfall, so dass ich ganz in die Atmosphäre eintauchen konnte. Nicht selten ist diese eine sehr bedrückende Angelegenheit, zumal natürlich klar ist, dass zu der damaligen Zeit sehr viele Familien in Großbritannien mindestens einen Menschen zu betrauern hatten. Gerade deshalb ist der häufige Perspektivwechsel der Autorin sehr gut: man erlebt fast ein Wechselbad der Gefühle, denn alle drei Frauen gehen unterschiedlich mit ihrer Trauer und ihrer Zukunft um. Dabei ist vor allem Hettie ein echter Hoffnungsschimmer, denn sie möchte gerne weiter, frei und glücklich sein. Außerdem erfährt man in kleinen Kapitelchen, wie es um die Reiseetappen des unbekannten Soldaten steht und kann sich anhand dessen langsam darauf gefasst machen, welche Situation am Ende von dessen Reise auf alle wartet… Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen, denn es ist - im Gegensatz zu den bekannten literarischen Werken zum Ersten Weltkrieg - leichter lesbar und beleuchtet eine Seite, über die man in diesem Zusammenhang nur selten liest: die der Frauen, die zuhause mit ihren Ängsten, Sorgen und ihrer Trauer fertig werden müssen. Die Stimmung zwischen Hoffnung und unverarbeiteter Trauer fängt Anna Hope in meinen Augen perfekt ein und sie zeigt damit den Schmerz, der unwiderruflich im Raum steht - ohne eine einzige Kriegshandlung. Als ich dann an einer Stelle gelesen habe, dass ein kleiner Bruder bedauert, dass er selbst nicht in den Krieg durfte, aber hofft, dass seine Zeit noch kommen würde, hat mir das einen dicken Kloß im Hals beschert: wie recht er doch hat und wie unbeschreiblich bitter es ist, dass nach diesen Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg noch ein zweiter über die Menschen gebracht wurde, der noch so unfassbar mehr Leid für die Menschheit hatte als der erste. Ein tolles Buch, dass sich sicherlich nicht in jeder Situation "so einfach" lesen lässt, denn man sollte seine Aussage schon auf sich wirken lassen. Denn als ich es am Ende zugeklappt habe, war es vor allem eines: ein Anti-Kriegs-Plädoyer, das richtig schön erzählt ist und eine Seite beleuchtet, die sonst manchmal zu kurz kommt: die der Frauen, die auf schrecklichste Weise einsam sind. Klare Leseempfehlung!

    Mehr
  • Bedrückend, erschütternd und voller Wunder

    Abgesang

    cassandrad

    26. April 2014 um 18:38

    ENGLAND 1920:Wer hier einen Roman erwartet, der von den Helden des 1 WK erzählt, der wird wohl bitter enttäuscht werden. Es geht nicht um den Heldentum in den schlammigen, todbringenden Schützengräbern, nein, vielmehr geht es in diesem Buch um die Heimkehrer, und die Zuhause Zurückgebliebenen.Inhalt: Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei Frauen. Drei Frauen welche durch das Schicksal und Geschehnissen in einem Schützengraben an der Somme, für immer miteinander verbunden werden. Ein Soldat, wird 1920 in einem der Schützengräber ausgegraben, und nach London gebracht. Dort soll er im Rahmen einer großen Feier das Begräbnis erhalten, welches tausenden von jungen Männern verwehrt wurde. In fünf Tagen, wird die Geschichte der drei Frauen erzählt, ein wohl gehütetes Geheimnis einer Tat in den Schützengräbern an der Somme wird zum fehlenden Bindeglied zwischen den drei Frauen.Meinung: Dies ist ein Buch, so bedrücken und grau, dass man nach jedem Umblättern Angst hat immer mehr in die düstere Zeit der Nachkriegszeit zu versinken, und gleichzeitig so voller Hoffnung, und kleinen Wunder, dass man es nicht weglegen kann. Die Stimmung in diesem Buch hat mich teilweise erdrückt, so voll ist sie mit nicht ausgesprochenen Emotionen und verletzten Seelen. Ich habe einige Seiten gebraucht, um in die Geschichte einzusteigen. Doch gerade weil dieses Buch so völlig anders mit der Thematik Krieg, und vermeintlichen Helden umgeht, ist es für mich etwas ganz besonderes. Keine leichte Kost, jedoch die Wahrheit- und das spürt der Leser. Auch wenn es Ihn teilweise zu erdrücken droht.

    Mehr
  • Ein gelungenes Debüt!

    Abgesang

    blessed

    Zwei Jahre nach Kriegsende im Herbst 1920, werden die Überreste eines unbekannten Soldaten nach England überführt, wo er feierlich bestattet werden sollen - stellvertretend für alle unbekannt Gefallenen. In den fünf Tagen der Überführung versuchen drei Frauen mit ihrer Trauer und ihrem Verlust fertigzuwerden. Hettie ist 19 und arbeitet als Tänzerin im Hammersmith Palais. Als sie einen reichen Mann kennenlernt, hofft sie dem tristen Leben mit ihrer verwitweten Mutter und ihrem vom Krieg traumatisierten Bruder zu entfliehen. Die fast 30-jährige Lady Evelyn hat den Tod ihres Geliebten nie überwunden und erträgt seitdem stoisch ihre Arbeit in der Behörde, die den Kriegsversehrten ihre Renten zuteilt. Adas 18-jähriger Sohn ist im 1. Weltkrieg gefallen. Da sie die Umstände seines Todes nie in Erfahrung bringen konnte, klammert sie sich weiterhin an die Hoffnung, er sei noch am Leben. Damit gefährdet sie jedoch ihre Ehe. Ohne dass sie es wissen, verbindet ein Geheimnis das Schicksal der drei Frauen und erschwert ihnen das Weiterleben. Eine von ihnen versucht das Geheimnis zu lüften und folgt seiner Spur zurück in den Krieg zu einem schrecklichen Ereignis. Anna Hope hat die Atmosphäre im London der Nachkriegszeit wirklich wunderbar eingefangen und dargestellt. Es schwebt eine Melancholie über der Erzählung, die erst zum Schluß trotz aller Traurigkeit ein wenig der Hoffnung weicht. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut und durch die verschiedenen Erzählstränge wurde es nie langweilig, denn ich wollte immerzu wissen wie es mit den anderen Frauen weitergeht. Ganz zu Anfang habe ich - leider vergeblich - versucht die Verbindung zwischen ihnen herzustellen. In der Mitte es Buchs flacht die Erzählung zwar etwas ab, aber sie gewinnt dann auch schnell wieder an Fahrt. Verschiedene Rückblicke gewähren einen Einblick in die Leben der Protagonisten vor und während des Krieges. Besonders interessant war für mich die Schilderung des Tages, an dem die öffentliche Beisetzung des unbekannten Soldaten stattgefunden hat. Auch heute noch wird der Remembrance Day in England begangen und man sieht im November an jedem Revers die Remembrance Day Poppy. Nach der Lektüre dieses Buchs hat dieser Tag eine neue Bedeutung für mich gewonnen. Abgesang ist ein bewegender Roman, der die Schrecken des Krieges und die langanhaltende Wirkung auf sehr menschliche Weise verdeutlicht. Ein gelungenes Debüt!

    Mehr
    • 3
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks