Der Himmel ist ein Fluss

von Anna Kaleri 
4,3 Sterne bei49 Bewertungen
Der Himmel ist ein Fluss
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Monika58097s avatar

Eine sehr bewegende, nachdenklich stimmende Geschichte.

H

Ein extrem berührendes Buch, dass einen zum Nachdenken anregt

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Inhaltsangabe zu "Der Himmel ist ein Fluss"

„Meine masurische Großmutter konnte ich nicht kennen, weil sie im Januar 1945 erschossen wurde. Ich habe nie ein Foto gesehen, lange wusste ich nicht einmal ihren Vornamen. Es gibt keinen Kirchenbucheintrag, keinen Grabstein. Es ist, als hätte es sie nicht gegeben."

Anna Kaleri erzählt eine berührende Liebesgeschichte aus dunkler Zeit, wie sie sich zugetragen haben könnte. Eine poetische Annäherung an ein tragisches Kapitel deutscher Geschichte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548611921
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:04.01.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    Monika58097s avatar
    Monika58097vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine sehr bewegende, nachdenklich stimmende Geschichte.
    Eine sehr bewegende, nachdenklich stimmende Geschichte

    Heute stelle ich Euch mal wieder einen Schatz aus meinem Regal der bisher ungelesenen Bücher vor.

    Es ist die Geschichte der Großmutter der Autorin. Eine Geschichte, wie sie vielleicht so passiert ist. Von der Großmutter existieren keine Fotos, keine Dokumente, nichts, als hätte es sie nie gegeben. Man weiß nur, dass sie 1945 erschossen wurde.

    Minna ist Landarbeiterin in Masuren, doch sie möchte mehr. Sie kann mit dem Leben auf dem Land nichts anfangen. Eines Tages begegnet ihr im Wald Gwidon, ein Vogelkundler. Wie magisch fühlt sich Minna von dem verheirateten Mann angezogen. Um ihm näher zu sein, nimmt sie eine Stelle als Haushaltshilfe in der nahe gelegenen Stadt Allenstein an. 

    Die Beziehung der beiden zueinander darf nicht sein. Gwidon ist Pole. Minna wird wegen Rassenschande angeklagt und kommt für mehrere Jahre ins Gefängnis. Dort bringt sie Gwidons Kind zur Welt, doch das Kind wird ihr weggenommen. Sie hofft, dass es zu ihrer Mutter gebracht wird. Als Minna endlich frei kommt und ihr Zuhause aufsucht, passiert das Unbegreifliche. 

    "Der Himmel ist ein Fluss" - ein sehr verstörendes Buch und doch so wunderschön geschrieben! Ich musste das Gelesene erst einmal sacken lassen. Wie kann jemand dieses Thema anpacken und doch so wunderbare Töne treffen? Der Autorin ist es mit Bravour gelungen! Ich glaube, man muss dieses Buch lesen, um zu verstehen, was ich meine. 

    Diese zarte Liebe zwischen Minna und Gwidon, so zart wie ein Schmetterling und auf der anderen Seite die hässliche Fratze des Zweiten Weltkrieges, die Nazi-Herrschaft mit ihren Begriffen wie Rassenschande und Volksschädlingsverordnung. Mit wenigen Worten gelingt es der Autorin, den Leser in einen Strudel der Gefühle zu katapultieren. 

    "Der Himmel ist ein Fluss" - eine bewegende, sehr nachdenklich stimmende Geschichte. Unbedingt lesenswert!

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    P
    Pixibuchvor 2 Jahren
    Der Himmel ist ein Fluß

    Ein Buch, das ich an einem Stück gelesen habe, so hat mich die ganze Situation fasziniert. Nun gehe ich es an und lese es noch einmal, langsam und lasse jede Zeile auf mich wirken. Irgendwie hat für mich Masuren einen magischen Reiz, der auch bei diesem Buch besonders zur Geltung kommt. Das Cover mit dem Liebespaar ist verträumt, beruhigt. Das Buch ist am Anfang auch sehr beruhigend geschrieben, ja eigentlich die ganze Zeit über, auch während der schlimmen Ereignisse. Es handelt sich um Minna, eine junge Masurin. Bei einem Streifzug durch die Wälder lernt sie den Vogelkundler und Polen Gwidon kennen und lieben. Er ist um einiges älter und verheiratet. Als er dann in die Stadt in sein Institut zurückkehrt, nimmt sie dort eine Stellung im Haushalt an. Doch während einer ihrer heimlichen Treffs werden sie denunziert und verhaftet. Die Autorin schreibt liebevoll über ihre Vorfahren, sie zeigt und das Masuren, wie es in der Zeit um 1940 war. Es wird alles genau beschrieben, die Landschaften und die Natur werden wie ein Aquarell gezeichnet. Beim Lesen dieses Buche wird man in eine andere Zeit versetzt, alles hat eben seinen Fluss, nichts ist hektisch. Da sind die Gespräche Minnas mit dem alten Lehrer, da ist die Heuernte, hier wird eine Hochzeit gefeiert. Wir erlernen das Leben mit und um die Natur und der Jahreszeiten. Nichts in diesem Roman wirkt kitschig. Selbst Minnas barsche Mutter erscheint hier nicht so. Der See, die untergehende Sonne, der Mückenschwarm. Eine Hommage der Autorin an ihrer unbekannte Großmutter und an das alte Masuren. Schade, dass das Buch nach 216 Seiten schon zu Ende war. Die Anmerkungen am Ende des Buches lassen uns die Ausdrücke der Masuren verstehen.

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    Henninghrvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein extrem berührendes Buch, dass einen zum Nachdenken anregt
    Berührendes Buch zum Nachdenken

    Anna Kaleri hat mit diesem Roman ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte aufgearbeitet. Die Handlung dreht sich um die junge Minna, die wir als junge Frau kennen lernen und bis zu ihrem frühen Tod 1945 begleiten. Sie lebt dabei zunächst auf dem Land, später geht sie in die Stadt, um ihrer Liebe Gidwon nahe zu sein. Die Beziehung zwischen den beiden darf eigentlich gar nicht sein, denn Gidwon ist Pole. Als die beiden erwischt werden, muss Minna ins Gefängnis und kehrt danach in ihre Heimat zurück. 
    Anders als bei vielen Büchern aus dieser Zeit, bei denen der Nationalsozialismus omnipräsent wirkt, scheint er hier nur untergründig eine Rolle zu spielen. Das Leben der jungen Minna ist nicht geprägt von der Vereinahmung durch BDM oder anderen NS-Organisationen. Vielmehr ist sogar kaum was von der NSDAP über weite Bereiche des Buches zu lesen. Es ist gerade dieses Auslassen dieses Teiles, der und eine Idyelle vorgauckelt, die nicht gehalten werden kann, umso brutaler erscheint uns auch, diese Zersötrung. Selbst ein relativ mildes Urteil wirkt so als eine extrem harte Strafe.
    Gerade dieser Bruch gibt dem Buch etwas von seiner Sträke, die beim Lesen beeindruckt und zum Nachdenken anregt. 
    Ein extrem großes Stück deutscher Gegenwartsliteratur, dass in wundererbarer Weise die Vergänglichkeit von Glück und Liebe zeigt.

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    S
    Schatzdosevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschönes Buch.
    Rezension zu "Der Himmel ist ein Fluss"

    Dieses Buch ist nicht wirklich spannend, eher ruhig, es könnte sogar langweilig sein - aber doch ist es das auf eine eigentümliche Weise nicht. Anna Kaleri hat sich auf die Spuren ihrer nie gekannten masurische Großmutter begeben. Aufgrund der wenigen Informationen, hat sie diesen fiktiven Roman über sie geschrieben. Eine Liebesgeschichte - schwierig (er ist verheiratet) in schwierigen Zeiten (Nazizeit; er ist Pole sie ist Deutsche).
    Die Geschichte ist sehr berührend. Die Sprache der Autorin sehr bildreich, was das ganze Buch zu einem beeindruckenden Leseerlebnis werden lässt.

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    Themistokeless avatar
    Themistokelesvor 3 Jahren
    Der Himmel ist ein Fluss

    Von seiner ganzen Art her ist dieses Buch irgendwie etwas anderes, als ich es bisher so gelesen habe, denn es wird eher auf eine sehr ruhige Art und Weise eine Geschichte erzählt, die vor allen Dingen traurig ist.

    In den Kriegszeiten war es nun wohl aber wohl leider wirklich so, dass es nur wenig positive Geschichten zu erzählen gibt, die damals spielen, besonders, wenn Menschen unterschiedlicher Nationen in ihr eine Rolle spielen, wie in diesem Band eine Masurin und somit Deutsche und ein Pole. Das eine solche Geschichte damals nie ein gutes Ende nehmen könnte, ist einem, selbst wenn man den Klappentext des Buches nicht gelesen hätte eh von Beginn an klar, besonders auch, da er verheiratet ist. Und wie sollte eine solche Geschichte auch gut ausgehen, aber trotzdem berührt sie einen einfach. Man bekommt das Gefühl dadurch, diese grausame Zeit, die den Menschen in vielerlei Dingen übel mitgespielt hat, zu verstehen.

    Ganz besonders hilft einem dabei auch Minna, die ein wohl auch teilweise für die Jugend damals, sehr naives Verhalten an den Tag legt, glaubt sie doch die ganze Zeit daran, dass es noch gut werden könnte und ihre Liebe zu einem verheirateten Mann, der allein schon seiner Herkunft her, von den Nazis geächtet wird, bestand haben könnte auf Dauer und am Ende doch alles gut für sie werden würde. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, wie viele der Frauen damals wohl auf diese naive Art ihr Leben gelebt haben und wie viele wohl auf eine viel negativere aber realistische Art.

    Was am Anfang für mich noch arg gewöhnungsbedürftig war, ist der Schreibstil. Von diesem her wirkt die Geschichte nämlich auf eine gewisse Weise sehr aus der Distanz betrachtet. Wohl aufgrund des Umstands, dass die Autorin eine fiktive Geschichte über ihre Großmutter geschrieben hat, da von der Wahrheit nicht viel zu finden war, kein so großes Wunder, da man in diesem Fall vielleicht beim Schreiben die Distanz braucht, aber für mich als Leser zunächst etwas seltsam. Interessant war daran für mich vor allen Dingen, dass man trotz dieser Distanz doch auch stärkere Emotionen zu dem Inhalt der Geschichte aufbauen konnte, was eigentlich bei einer solchen Darstellung eher selten der Fall ist.

    Und irgendwie mochte ich dieses traurige Buch, da es einem vor Augen führt, dass die Dinge manchmal leider unvermeidbar traurig für uns Laufen werden am Ende, aber man vielleicht einfach für sich das beste daraus machen sollte, was man kann und auch, wie emotional es werden kann, wenn jemand versucht seiner Vergangenheit näher zu kommen, selbst wenn einem die Geschichte an dieser Stelle einige Steine in den Weg legt.

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    Langeweiles avatar
    Langeweilevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg
    Eine Geschichte aus schlimmer Zeit

    Die Autorin beschreibt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte ihrer Großmutter,die während des zweiten Weltkrieges in Masuren lebte und starb. Der Spagat zwischen Liebesgeschichte und schlimmen Kriegserlebnissen ist gut gelungen.Das dunkle Kapitel deutscher Geschichte wurde sehr feinfühlig wiedergegeben.Außerdem wird dem Leser die Schönheit der masurischen Landschaft nahe gebracht.Fazit: Ein lesenswertes Buch. Buchtitel: Der Himmel ist ein Fluss

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    I
    Insel56vor 3 Jahren
    Minna

    Minna lebt mit ihren Eltern, Brüdern und der kleinen Schwester in einem kleinen Dorf nahe der polnischen Grenze und der Nationalsozialismus macht auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Minna lernt einen Vogelkundler kennen und zieht, mit dem Wunsch ihn wiedersehen, in die Nähe seiner Arbeitsstelle und nimmt selber einen Job als Kindermädchen an. Die Tragödie der jungen Minna geht weiter, denn sie geht eine Beziehung ein und dies wird das Leben beider drastisch verändern.
    Das Buch ist sehr traurig - ich würde beinahe sagen melancholisch - und die Geschichte der Minna, sich so oder so ähnlich abgespielt haben könnte, ging mir sehr zu Herzen. Minna hat in ihrem kurzen Leben wenig Glück erfahren, vergewaltigt, das Arbeitslager überstanden, um dann das Kind ihrer großen Liebe nicht mehr wiederzusehen. Am Ende des Buches, obwohl es der Klappentext ja schon verraten hat, bleibe ich selber fassungslos zurück. Gerade der malerische Titel, das Cover und die Beschreibungen der Landschaft stehen im krassen Gegensatz zum wirklichen Inhalt des Buches und mir kommen die Tränen.

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    Wortklaubers avatar
    Wortklaubervor 5 Jahren
    Schmerzhaft schön

    Die junge Minna lebt in den späten 1930er Jahren mit ihrer Familie in Ostpreußen, in Masuren. Es ist ein einfaches, arbeitsreiches Leben. Ihre einzige Bezugsperson außerhalb der Familie scheint ihr ehemaliger Lehrer zu sein, von dem sie sich Bücher ausleiht. Wann immer sie kann, stiehlt sie sich davon in den Wald. Dort trifft sie eines Tages auf den Vogelkundler Gwidon. Gwidon ist Pole, Katholik und verheiratet. Drei Tatsachen, die einer Bekanntschaft zwischen den beiden von Anfang an keine gute Zukunft verheißen. Trotzdem sucht Minna seine Nähe, die beiden schreiben sich über einen toten Briefkasten in einem Baumstamm. Nach einem einsamen Winter nimmt Minna eine Stelle als Dienstmädchen bei einem Apotheker in Alleinstein an, wo Gwidon an einem wissenschaftlichen Institut beschäftigt ist. Doch ist längst die Zeit gekommen, wo weder Juden noch Polen im Geschäft ihres Kostherrn und überhaupt als Kunden geschätzt sind, die Zeit, in der das Wort „Rassenschande“ keine Beschimpfung bleibt, sondern drastische Sanktionen nach sich zieht.

    Ein schönes Beispiel, wie einen eigene Vorstellungen in die Irre leiten können, ergibt sich gleich am Anfang. Doch nicht jede Lücke lässt sich mit der einfachsten aller Möglichkeiten erklären: Die Familienverhältnisse in Minnas Familie sind nicht, wie man zunächst (wahrscheinlich) annimmt. Später wird man aufgeklärt, aber das lässt sich längst nicht auf alle Zusammenhänge in diesem Roman übertragen.

    Der Klappentext erläutert einiges, ist es doch unerlässlich, Handlung zu umreißen, wenn sich Buch und Leser treffen sollen. Im Roman selbst jedoch erzählt die Autorin das Schicksal dieser jungen masurischen Frau, die sich in einen Polen verliebt, in einer poetischen und dennoch kraftvollen Sprache, sie erklärt jedoch wenig. Der Leser muss seine eigenen Schlüsse ziehen (und sich ansonsten des Glossars bedienen). Er muss sich die Hauptpersonen, die herrschenden Verhältnisse, die politischen Ideen, die in den Köpfen der Menschen Einzug halten, in den Vorkriegs- und schließlich den Kriegsjahren, selbst erschließen, mit eigenem Wissen ergänzen. Was hier unterm Tannengrün versteckt ist, was dort am Baum hängt, wird nicht vorbuchstabiert, das enthüllt sich im Zusammenhang, und manches, nicht ganz so Offensichtliche, mag vielleicht sogar überlesen werden, wenn sich nur ein einziger, vielleicht noch nicht einmal vollendeter Satz darum rankt. Auch der Schmerz und die Trauer, den die handelnden Personen, allen voran Minna, erfahren, äußert sich nicht in wiedergegebenen Gedanken, sondern oft gerade in den Leerstellen, den Fragen, die im Roman von niemandem beantwortet werden. Schmerz und Trauer sind aber - im Bewusstsein der Geschichte - gerade deshalb umso deutlicher zu spüren.

    Minnas Geschichte ist ausgedacht. Sie hätte so passieren können, und tatsächlich hat die Autorin eine ureigene Verbindung zu diesem Thema und dem Landstrich, in dem es spielt: Gewidmet ist das Buch Anna Kaleris Großmutter Emilie Sawitzki, die in Masuren geboren und dort 1945 erschossen wurde. So bewegt sich die Geschichte der fiktiven Minna zwischen diesen beiden Eckdaten im Leben der Emilie, die real existiert hat – zwischen ihrer Geburt in Masuren und ihrem frühen, gewaltsamen Tod in Masuren.

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    Liyadiss avatar
    Liyadisvor 5 Jahren
    Schnörkellos real, distanziert und ergreifend

    Als ich die Leseprobe bei vorablesen.de gelesen hatte, war ich im Zwiespalt. Die Thematik interessierte mich sehr, aber die Art der Erzählung die Frau Kaleri gewählt hatte, war mir Anfangs nicht zugängig. Ich hatte, dann das Glück und gewann das Buch bei der Verlosung und es hat mich tatsächlich einen Abend komplett gefesselt.

    Zum Inhalt:
    Minna lebt mit ihren Eltern und der kleinen Schwester Gertrude in einem kleinen masurischen Dorf zu Zeiten des 2. Weltkrieges. Schon sehr schnell wird deutlich, dass Minna sich in ihrem Dorf nicht recht einordnen kann. Sie geht nicht mit den anderen Mädchen weg, interessiert sich für keinen Jungen in ihrem Alter. Als sie eines Tages im Wald den Vogelkundler Gwidon trifft, bekommt ihre Welt wieder einen Sinn. Sie treffen sich heimlich und schreiben sich über die Baumpost Briefe. Gwidon ist Pole und zudem auch noch verheiratet, doch Minna interessiert das nicht. Ihm vertraut sie sich an und öffnet ihr Inneres.
    Ihre Wege trennen sich jedoch kurz darauf, da Gwidon eine Anstellung in einer Stadt hat. Minna hält daraufhin nichts mehr in ihrem Dorf und sie nimmt eine Stelle als Haus- und Kindermädchen in einer Apothekerfamilie in derselben Stadt an, in der Gwidon an dem hiesigen Museum arbeitet. Sie treffen sich wieder und beginnen eine Beziehung, die jedoch in dieser Zeit des Krieges nicht sein darf, was Minna am eigenen Leib erfahren muss…

    Kritik:
    Anna Kaleri schreibt überaus klar und schnörkellos. Man nimmt das Geschehen distanziert war. Die Gefühle Minnas werden nur grob und ohne Tiefgang dargestellt, es gibt keinerlei triefende Liebesszenen. Ich kann die Rezessionen verstehen, die diese Gefühlskälte anprangern, aber ich konnte daran keinen Anstoß nehmen. Für mein Empfinden passt das in die harte Realität der damaligen Zeit und zu Minnas Naivität. Minna erschien mir als nicht hoch gebildet, aber auch nicht dumm, sie interessierte sich nicht für Vieles. Das triste Leben in dem masurischen Dorf trug sicher zu ihrer Verdrossenheit bei.
    Kaleri hält in ihren 200 Seiten kurzem Buch nicht lange an ein und derselben Szene fest, was einen mitunter manchmal zu schnell geht. Kaum mehr als zwei Seiten nimmt dasselbe Geschehen ein. Auch die Personenbeschreibungen sind kurz und nicht detailliert. So erfährt man über Minna nur, dass sie schwarze Haare und kornblumenfarbende Augen hat. Über Nebenfiguren erfährt man so gut wie nichts, aber es ist auch nicht notwendig.
    Trotz der Distanz mit der Kaleri Minnas Lebensabschnitt erzählt, nimmt einen das Schicksal der jungen Frau gefangen. Es ist tragisch mitzuerleben, wie sie verhaftet und eingesperrt wird und nicht weiß, warum und sich an dem Gedanken festhält Gwidon würde Leben und im selben Gefängnis sein. Es hat mich gerührt, wie Minna sich selbst ein Leben versucht aufzubauen um ihrem Sohn etwas bieten zu können. Das braucht keine schnulzigen und ausschweifenden Szenen!

    Fazit:
    Der Himmel ist ein Fluss ist meiner Meinung nach ein kleines Meisterwerk. Unverblümte und kalte Darstellung einer Beziehung die im 2. Weltkrieg nicht sein durfte. Schnörkellos real und distanziert, passend zu der Zeit damals. Überaus lesenswert!

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    lenchen_196s avatar
    lenchen_196vor 5 Jahren
    Kein Fluss, kein Teich… Nicht Fisch, nicht Fleisch

    Ein deutsches Mädchen, das vor dem zweiten Weltkrieg in Polen lebt, träumt nun davon, das Dorf zu verlassen und sich was Besseres zu gönnen. Minna ist zart, liebevoll, romantisch und schwärmerisch. Sie hat aber auch schon einiges in ihrem Leben durchmachen müssen.

    Sie verliebt sich in Gwidon, einen Vogelkundler, polnisch, katholisch und verheiratet.

    Die Zeit und der Ort für eine solche Beziehung sind allerdings falsch. Die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen ist zu diesen Zeiten unmöglich, wenn sogar nicht gefährlich, es nähert sich dem tragischen Ende.

    Das Thema „Deutsche außerhalb Deutschlands um die Kriegszeit“ interessiert mich sehr und ich habe gehofft, eine spannende Geschichte zu erfahren. Leider sind meine Hoffnungen bei diesem Buch nicht in Erfüllung gegangen. Der Klappentext hörte sich interessant an und hat mich auch viel mehr gefesselt, als die Lektüre selber. Die angepriesene Geschichte aus den dunklen Vorkriegszeiten ist ziemlich undeutlich und karg erzählt, ich habe nicht so genau verstanden, was da passierte. Dieser tragischen Seite der Deutschen in Masuren widmet sich die Autorin nur dürftig. Eher versucht sie uns eine Lovestory zu erzählen, was ihr aus meiner Sicht auch nicht ganz gelingt. Die Handlung ist so gut wie keine vorhanden, der kurze Roman lässt sich nicht fließend lesen. Trotz der Länge (ca. 200 Seiten) habe ich mich an manchen Stellen richtig gelangweilt und musste mich fast zwingen, das Buch bis zum Ende durchlesen. Die Sprache und die Handlung an sich fand ich gar nicht poetisch, sondern eklektisch und verworren. Die Autorin kannte ihre Großmutter nicht mal mit dem Vornamen, sie wagt es trotzdem, ihre kurze Geschichte zu wiedergeben, ihr Leben zu rekonstruieren, macht es aber ziemlich gefühllos, gleichgültig und kalt, ohne rührende Details und Gedanken wie aus ihrem Lebenslauf als auch aus den damaligen Geschehnissen. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, man hat keine lebendigen Personen vor dem Auge. Die politischen Hintergründe kommen auch leider zu kurz und werden nur allgemein erwähnt. So erscheint die Existenz der Großmutter der Autorin wirklich – „als hätte es sie nie gegeben“.

    Mir hat es nicht gefallen. Ich fand das Buch weder als Liebesgeschichte noch als Roman aus dem dunklen Kapitel deutscher Geschichte interessant. Nicht spannend, nicht ergreifend und nicht bewegend. Undefinierbar. Nicht Fisch nicht Fleisch.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    AnnaKaleris avatar
    Zum Welttag des Buches möchte ich drei signierte Exemplare meines Romans "Der Himmel ist ein Fluss" (List Verlag 2014) verschenken. Er erzählt von der Liebe einer Deutschen zu einem polnischen Mann in einer Zeit, in der dies zu schlimmen Konsequenzen führte. Das Schicksal meiner masurischen Großmutter diente der Figur Minna als Vorbild. Was Sie tun können, um ein Buch zu erhalten: Schreiben Sie, was Sie mit Masuren verbinden. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten und werde auf meiner Facebookseite und unter LovelyBooks drei Gewinner ermitteln und am 28. April benachrichtigen.
    P
    Letzter Beitrag von  Pixibuchvor 2 Jahren
    http://www.lovelybooks.de/autor/Anna-Kaleri/Der-Himmel-ist-ein-Fluss-953323225-w/rezension/1241301362/ Danke für das wunderschöne Buch, ich bin noch immer gefangen. Meine Rezi habe ich noch auf 4 weiteren Foren veröffentlicht.
    Zur Buchverlosung
    AnnaKaleris avatar
    Zum Welttag des Buches 2016 verlose ich drei Bücher meines Romans "Der Himmel ist ein Fluss", Taschenbuchausgabe List Verlag 2014. Dazu bitte ich Sie hier auf Lovelybooks oder auf meiner Facebook-Seite (die man ganz neu abonnieren kann) eine Frage zu beantworten, die mich selbst auch umtreibt: Kann die Auseinandersetzung mit Literatur zu einer weltoffenen Gesellschaft beitragen? Ich bin gespannt auf Ihre Gedanken (bitte nicht mehr als 7 Sätze). Unter allen Antworten wähle ich ganz subjektiv die drei aus, die mich am meisten bewegen. Ein signiertes Buch kommt dann auf dem Postweg zu drei Menschen. Zeitraum ist der 20. April bis 3. Mai 2016.
    Zur Buchverlosung
    Kiritanis avatar

    Eine berührende Geschichte, aus einer dunklen Zeit.

    Mehr zum Inhalt:
    „Meine masurische Großmutter konnte ich nicht kennen, weil sie im Januar 1945 erschossen wurde. Ich habe nie ein Foto gesehen, lange wusste ich nicht einmal ihren Vornamen. Es gibt keinen Kirchenbucheintrag, keinen Grabstein. Es ist, als hätte es sie nicht gegeben.“
    Minna ist eine junge masurische Landarbeiterin, die den anderen hochmütig erscheint, weil sie davon träumt, der Enge des Dorflebens zu entkommen. Eines Tages, noch vor dem Krieg, lernt sie auf einem ihrer Streifzüge durch die Wälder den Vogelkundler Gwidon kennen. Er ist polnisch, katholisch und verheiratet. Trotzdem üben die beiden aufeinander eine immer stärker werdende Faszination aus.
    Um dauerhaft in seiner Nähe zu sein, zieht Minna schließlich nach Allenstein, wo Gwidon lebt, und nimmt dort eine Stelle als Kindermädchen an. Wieder beginnen die beiden, sich heimlich zu treffen: in verlassenen Gärten am wilden Ufer der Alle. Sie begeben sich dabei in große Gefahr, denn die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen ist zu diesen Zeiten unmöglich…
    Anna Kaleri erzählt eine tragische Liebesgeschichte, wie sie sich zugetragen haben könnte. Sie beleuchtet damit ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und erschafft zugleich eine berührende Romanfigur.
    Neugierig geworden? Wir suchen 25 Testleser, die sich gemeinsam mit der Autorin Anna Kaleri über das Buch austauschen. 


    Bewerbung als Testleser:
    Bis einschließlich Sonntag den 11. November 2012 könnt ihr euch hier als Testleser bewerben und eins der 25 Exemplare gewinnen.
    Schreibt einfach ohne an den Inhalt des Buches zu denken, was euch bei dem Titel 'Der Himmel ist ein Fluss' in den Sinn kommt?
    Gerne darf auch jeder mitlesen der sich das Buch schon selbst zugelegt hat, noch nicht zum Lesen kam oder es gerne nochmal lesen möchte und gemeinsam mit der Autorin Anna Kaleri besprechen mag.
    mecedoras avatar
    Letzter Beitrag von  mecedoravor 6 Jahren
    Was lange währt... entschuldigt meine Verspätung. Diese Rezension fiel mir nicht leicht. Ich habe sie auch bei amazon eingestellt http://www.lovelybooks.de/autor/Anna-Kaleri/Der-Himmel-ist-ein-Fluss-953323225-w/rezension-1017317308/ Ich möchte mich ganz herzlich für dieses so besondere Buch bedanken, ich werde noch lange daran denken und es sicher wieder und wieder lesen. Auch verschenkt habe ich es bereits. herzlichen Dank an Anna Kaleri, an Kiritani für die Betreuung dieser Leserunde und an den Verlag für das Leseexemplar. Dieses Buch gehört zu den ganz besonderen Schätzen der letzten Monate.
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    „Berauschend, tragisch, groß." Leipziger Volkszeitung

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