Anna Kaleri Der Himmel ist ein Fluss

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Inhaltsangabe zu „Der Himmel ist ein Fluss“ von Anna Kaleri

„Meine masurische Großmutter konnte ich nicht kennen, weil sie im Januar 1945 erschossen wurde. Ich habe nie ein Foto gesehen, lange wusste ich nicht einmal ihren Vornamen. Es gibt keinen Kirchenbucheintrag, keinen Grabstein. Es ist, als hätte es sie nicht gegeben." Anna Kaleri erzählt eine berührende Liebesgeschichte aus dunkler Zeit, wie sie sich zugetragen haben könnte. Eine poetische Annäherung an ein tragisches Kapitel deutscher Geschichte.

Ein extrem berührendes Buch, dass einen zum Nachdenken anregt

— Henninghr
Henninghr

Ein wunderschönes Buch.

— Schatzdose
Schatzdose

Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg

— Langeweile
Langeweile

Diese Geschichte trifft ins Herz. Sehr lesenswert.

— wadelix
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  • Themen
  • Buchverlosung zu "Der Himmel ist ein Fluss" von Anna Kaleri

    Der Himmel ist ein Fluss
    AnnaKaleri

    AnnaKaleri

    Zum Welttag des Buches möchte ich drei signierte Exemplare meines Romans "Der Himmel ist ein Fluss" (List Verlag 2014) verschenken. Er erzählt von der Liebe einer Deutschen zu einem polnischen Mann in einer Zeit, in der dies zu schlimmen Konsequenzen führte. Das Schicksal meiner masurischen Großmutter diente der Figur Minna als Vorbild. Was Sie tun können, um ein Buch zu erhalten: Schreiben Sie, was Sie mit Masuren verbinden. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten und werde auf meiner Facebookseite und unter LovelyBooks drei Gewinner ermitteln und am 28. April benachrichtigen.

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    • 95
  • Der Himmel ist ein Fluß

    Der Himmel ist ein Fluss
    Pixibuch

    Pixibuch

    17. May 2016 um 13:08

    Ein Buch, das ich an einem Stück gelesen habe, so hat mich die ganze Situation fasziniert. Nun gehe ich es an und lese es noch einmal, langsam und lasse jede Zeile auf mich wirken. Irgendwie hat für mich Masuren einen magischen Reiz, der auch bei diesem Buch besonders zur Geltung kommt. Das Cover mit dem Liebespaar ist verträumt, beruhigt. Das Buch ist am Anfang auch sehr beruhigend geschrieben, ja eigentlich die ganze Zeit über, auch während der schlimmen Ereignisse. Es handelt sich um Minna, eine junge Masurin. Bei einem Streifzug durch die Wälder lernt sie den Vogelkundler und Polen Gwidon kennen und lieben. Er ist um einiges älter und verheiratet. Als er dann in die Stadt in sein Institut zurückkehrt, nimmt sie dort eine Stellung im Haushalt an. Doch während einer ihrer heimlichen Treffs werden sie denunziert und verhaftet. Die Autorin schreibt liebevoll über ihre Vorfahren, sie zeigt und das Masuren, wie es in der Zeit um 1940 war. Es wird alles genau beschrieben, die Landschaften und die Natur werden wie ein Aquarell gezeichnet. Beim Lesen dieses Buche wird man in eine andere Zeit versetzt, alles hat eben seinen Fluss, nichts ist hektisch. Da sind die Gespräche Minnas mit dem alten Lehrer, da ist die Heuernte, hier wird eine Hochzeit gefeiert. Wir erlernen das Leben mit und um die Natur und der Jahreszeiten. Nichts in diesem Roman wirkt kitschig. Selbst Minnas barsche Mutter erscheint hier nicht so. Der See, die untergehende Sonne, der Mückenschwarm. Eine Hommage der Autorin an ihrer unbekannte Großmutter und an das alte Masuren. Schade, dass das Buch nach 216 Seiten schon zu Ende war. Die Anmerkungen am Ende des Buches lassen uns die Ausdrücke der Masuren verstehen.

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  • Berührendes Buch zum Nachdenken

    Der Himmel ist ein Fluss
    Henninghr

    Henninghr

    16. May 2016 um 13:02

    Anna Kaleri hat mit diesem Roman ein Stück ihrer eigenen Familiengeschichte aufgearbeitet. Die Handlung dreht sich um die junge Minna, die wir als junge Frau kennen lernen und bis zu ihrem frühen Tod 1945 begleiten. Sie lebt dabei zunächst auf dem Land, später geht sie in die Stadt, um ihrer Liebe Gidwon nahe zu sein. Die Beziehung zwischen den beiden darf eigentlich gar nicht sein, denn Gidwon ist Pole. Als die beiden erwischt werden, muss Minna ins Gefängnis und kehrt danach in ihre Heimat zurück. Anders als bei vielen Büchern aus dieser Zeit, bei denen der Nationalsozialismus omnipräsent wirkt, scheint er hier nur untergründig eine Rolle zu spielen. Das Leben der jungen Minna ist nicht geprägt von der Vereinahmung durch BDM oder anderen NS-Organisationen. Vielmehr ist sogar kaum was von der NSDAP über weite Bereiche des Buches zu lesen. Es ist gerade dieses Auslassen dieses Teiles, der und eine Idyelle vorgauckelt, die nicht gehalten werden kann, umso brutaler erscheint uns auch, diese Zersötrung. Selbst ein relativ mildes Urteil wirkt so als eine extrem harte Strafe.Gerade dieser Bruch gibt dem Buch etwas von seiner Sträke, die beim Lesen beeindruckt und zum Nachdenken anregt. Ein extrem großes Stück deutscher Gegenwartsliteratur, dass in wundererbarer Weise die Vergänglichkeit von Glück und Liebe zeigt.

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  • Buchverlosung zu "Der Himmel ist ein Fluss" von Anna Kaleri

    Der Himmel ist ein Fluss
    AnnaKaleri

    AnnaKaleri

    Zum Welttag des Buches 2016 verlose ich drei Bücher meines Romans "Der Himmel ist ein Fluss", Taschenbuchausgabe List Verlag 2014. Dazu bitte ich Sie hier auf Lovelybooks oder auf meiner Facebook-Seite (die man ganz neu abonnieren kann) eine Frage zu beantworten, die mich selbst auch umtreibt: Kann die Auseinandersetzung mit Literatur zu einer weltoffenen Gesellschaft beitragen? Ich bin gespannt auf Ihre Gedanken (bitte nicht mehr als 7 Sätze). Unter allen Antworten wähle ich ganz subjektiv die drei aus, die mich am meisten bewegen. Ein signiertes Buch kommt dann auf dem Postweg zu drei Menschen. Zeitraum ist der 20. April bis 3. Mai 2016.

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    • 56
  • Rezension zu "Der Himmel ist ein Fluss"

    Der Himmel ist ein Fluss
    Schatzdose

    Schatzdose

    29. February 2016 um 10:31

    Dieses Buch ist nicht wirklich spannend, eher ruhig, es könnte sogar langweilig sein - aber doch ist es das auf eine eigentümliche Weise nicht. Anna Kaleri hat sich auf die Spuren ihrer nie gekannten masurische Großmutter begeben. Aufgrund der wenigen Informationen, hat sie diesen fiktiven Roman über sie geschrieben. Eine Liebesgeschichte - schwierig (er ist verheiratet) in schwierigen Zeiten (Nazizeit; er ist Pole sie ist Deutsche). Die Geschichte ist sehr berührend. Die Sprache der Autorin sehr bildreich, was das ganze Buch zu einem beeindruckenden Leseerlebnis werden lässt.

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  • Der Himmel ist ein Fluss

    Der Himmel ist ein Fluss
    Themistokeles

    Themistokeles

    29. February 2016 um 10:09

    Von seiner ganzen Art her ist dieses Buch irgendwie etwas anderes, als ich es bisher so gelesen habe, denn es wird eher auf eine sehr ruhige Art und Weise eine Geschichte erzählt, die vor allen Dingen traurig ist. In den Kriegszeiten war es nun wohl aber wohl leider wirklich so, dass es nur wenig positive Geschichten zu erzählen gibt, die damals spielen, besonders, wenn Menschen unterschiedlicher Nationen in ihr eine Rolle spielen, wie in diesem Band eine Masurin und somit Deutsche und ein Pole. Das eine solche Geschichte damals nie ein gutes Ende nehmen könnte, ist einem, selbst wenn man den Klappentext des Buches nicht gelesen hätte eh von Beginn an klar, besonders auch, da er verheiratet ist. Und wie sollte eine solche Geschichte auch gut ausgehen, aber trotzdem berührt sie einen einfach. Man bekommt das Gefühl dadurch, diese grausame Zeit, die den Menschen in vielerlei Dingen übel mitgespielt hat, zu verstehen. Ganz besonders hilft einem dabei auch Minna, die ein wohl auch teilweise für die Jugend damals, sehr naives Verhalten an den Tag legt, glaubt sie doch die ganze Zeit daran, dass es noch gut werden könnte und ihre Liebe zu einem verheirateten Mann, der allein schon seiner Herkunft her, von den Nazis geächtet wird, bestand haben könnte auf Dauer und am Ende doch alles gut für sie werden würde. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, wie viele der Frauen damals wohl auf diese naive Art ihr Leben gelebt haben und wie viele wohl auf eine viel negativere aber realistische Art. Was am Anfang für mich noch arg gewöhnungsbedürftig war, ist der Schreibstil. Von diesem her wirkt die Geschichte nämlich auf eine gewisse Weise sehr aus der Distanz betrachtet. Wohl aufgrund des Umstands, dass die Autorin eine fiktive Geschichte über ihre Großmutter geschrieben hat, da von der Wahrheit nicht viel zu finden war, kein so großes Wunder, da man in diesem Fall vielleicht beim Schreiben die Distanz braucht, aber für mich als Leser zunächst etwas seltsam. Interessant war daran für mich vor allen Dingen, dass man trotz dieser Distanz doch auch stärkere Emotionen zu dem Inhalt der Geschichte aufbauen konnte, was eigentlich bei einer solchen Darstellung eher selten der Fall ist. Und irgendwie mochte ich dieses traurige Buch, da es einem vor Augen führt, dass die Dinge manchmal leider unvermeidbar traurig für uns Laufen werden am Ende, aber man vielleicht einfach für sich das beste daraus machen sollte, was man kann und auch, wie emotional es werden kann, wenn jemand versucht seiner Vergangenheit näher zu kommen, selbst wenn einem die Geschichte an dieser Stelle einige Steine in den Weg legt.

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  • Eine Geschichte aus schlimmer Zeit

    Der Himmel ist ein Fluss
    Langeweile

    Langeweile

    02. February 2016 um 12:23

    Die Autorin beschreibt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte ihrer Großmutter,die während des zweiten Weltkrieges in Masuren lebte und starb. Der Spagat zwischen Liebesgeschichte und schlimmen Kriegserlebnissen ist gut gelungen.Das dunkle Kapitel deutscher Geschichte wurde sehr feinfühlig wiedergegeben.Außerdem wird dem Leser die Schönheit der masurischen Landschaft nahe gebracht.Fazit: Ein lesenswertes Buch. Buchtitel: Der Himmel ist ein Fluss

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  • Minna

    Der Himmel ist ein Fluss
    Insel56

    Insel56

    23. June 2015 um 13:33

    Minna lebt mit ihren Eltern, Brüdern und der kleinen Schwester in einem kleinen Dorf nahe der polnischen Grenze und der Nationalsozialismus macht auch vor ihrem Dorf keinen Halt. Minna lernt einen Vogelkundler kennen und zieht, mit dem Wunsch ihn wiedersehen, in die Nähe seiner Arbeitsstelle und nimmt selber einen Job als Kindermädchen an. Die Tragödie der jungen Minna geht weiter, denn sie geht eine Beziehung ein und dies wird das Leben beider drastisch verändern. Das Buch ist sehr traurig - ich würde beinahe sagen melancholisch - und die Geschichte der Minna, sich so oder so ähnlich abgespielt haben könnte, ging mir sehr zu Herzen. Minna hat in ihrem kurzen Leben wenig Glück erfahren, vergewaltigt, das Arbeitslager überstanden, um dann das Kind ihrer großen Liebe nicht mehr wiederzusehen. Am Ende des Buches, obwohl es der Klappentext ja schon verraten hat, bleibe ich selber fassungslos zurück. Gerade der malerische Titel, das Cover und die Beschreibungen der Landschaft stehen im krassen Gegensatz zum wirklichen Inhalt des Buches und mir kommen die Tränen.

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  • Schmerzhaft schön

    Der Himmel ist ein Fluss
    Wortklauber

    Wortklauber

    16. March 2014 um 15:47

    Die junge Minna lebt in den späten 1930er Jahren mit ihrer Familie in Ostpreußen, in Masuren. Es ist ein einfaches, arbeitsreiches Leben. Ihre einzige Bezugsperson außerhalb der Familie scheint ihr ehemaliger Lehrer zu sein, von dem sie sich Bücher ausleiht. Wann immer sie kann, stiehlt sie sich davon in den Wald. Dort trifft sie eines Tages auf den Vogelkundler Gwidon. Gwidon ist Pole, Katholik und verheiratet. Drei Tatsachen, die einer Bekanntschaft zwischen den beiden von Anfang an keine gute Zukunft verheißen. Trotzdem sucht Minna seine Nähe, die beiden schreiben sich über einen toten Briefkasten in einem Baumstamm. Nach einem einsamen Winter nimmt Minna eine Stelle als Dienstmädchen bei einem Apotheker in Alleinstein an, wo Gwidon an einem wissenschaftlichen Institut beschäftigt ist. Doch ist längst die Zeit gekommen, wo weder Juden noch Polen im Geschäft ihres Kostherrn und überhaupt als Kunden geschätzt sind, die Zeit, in der das Wort „Rassenschande“ keine Beschimpfung bleibt, sondern drastische Sanktionen nach sich zieht. Ein schönes Beispiel, wie einen eigene Vorstellungen in die Irre leiten können, ergibt sich gleich am Anfang. Doch nicht jede Lücke lässt sich mit der einfachsten aller Möglichkeiten erklären: Die Familienverhältnisse in Minnas Familie sind nicht, wie man zunächst (wahrscheinlich) annimmt. Später wird man aufgeklärt, aber das lässt sich längst nicht auf alle Zusammenhänge in diesem Roman übertragen. Der Klappentext erläutert einiges, ist es doch unerlässlich, Handlung zu umreißen, wenn sich Buch und Leser treffen sollen. Im Roman selbst jedoch erzählt die Autorin das Schicksal dieser jungen masurischen Frau, die sich in einen Polen verliebt, in einer poetischen und dennoch kraftvollen Sprache, sie erklärt jedoch wenig. Der Leser muss seine eigenen Schlüsse ziehen (und sich ansonsten des Glossars bedienen). Er muss sich die Hauptpersonen, die herrschenden Verhältnisse, die politischen Ideen, die in den Köpfen der Menschen Einzug halten, in den Vorkriegs- und schließlich den Kriegsjahren, selbst erschließen, mit eigenem Wissen ergänzen. Was hier unterm Tannengrün versteckt ist, was dort am Baum hängt, wird nicht vorbuchstabiert, das enthüllt sich im Zusammenhang, und manches, nicht ganz so Offensichtliche, mag vielleicht sogar überlesen werden, wenn sich nur ein einziger, vielleicht noch nicht einmal vollendeter Satz darum rankt. Auch der Schmerz und die Trauer, den die handelnden Personen, allen voran Minna, erfahren, äußert sich nicht in wiedergegebenen Gedanken, sondern oft gerade in den Leerstellen, den Fragen, die im Roman von niemandem beantwortet werden. Schmerz und Trauer sind aber - im Bewusstsein der Geschichte - gerade deshalb umso deutlicher zu spüren. Minnas Geschichte ist ausgedacht. Sie hätte so passieren können, und tatsächlich hat die Autorin eine ureigene Verbindung zu diesem Thema und dem Landstrich, in dem es spielt: Gewidmet ist das Buch Anna Kaleris Großmutter Emilie Sawitzki, die in Masuren geboren und dort 1945 erschossen wurde. So bewegt sich die Geschichte der fiktiven Minna zwischen diesen beiden Eckdaten im Leben der Emilie, die real existiert hat – zwischen ihrer Geburt in Masuren und ihrem frühen, gewaltsamen Tod in Masuren.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    MissBookarazzi

    MissBookarazzi

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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    • 37
  • Schnörkellos real, distanziert und ergreifend

    Der Himmel ist ein Fluss
    Liyadis

    Liyadis

    24. July 2013 um 12:29

    Als ich die Leseprobe bei vorablesen.de gelesen hatte, war ich im Zwiespalt. Die Thematik interessierte mich sehr, aber die Art der Erzählung die Frau Kaleri gewählt hatte, war mir Anfangs nicht zugängig. Ich hatte, dann das Glück und gewann das Buch bei der Verlosung und es hat mich tatsächlich einen Abend komplett gefesselt. Zum Inhalt: Minna lebt mit ihren Eltern und der kleinen Schwester Gertrude in einem kleinen masurischen Dorf zu Zeiten des 2. Weltkrieges. Schon sehr schnell wird deutlich, dass Minna sich in ihrem Dorf nicht recht einordnen kann. Sie geht nicht mit den anderen Mädchen weg, interessiert sich für keinen Jungen in ihrem Alter. Als sie eines Tages im Wald den Vogelkundler Gwidon trifft, bekommt ihre Welt wieder einen Sinn. Sie treffen sich heimlich und schreiben sich über die Baumpost Briefe. Gwidon ist Pole und zudem auch noch verheiratet, doch Minna interessiert das nicht. Ihm vertraut sie sich an und öffnet ihr Inneres. Ihre Wege trennen sich jedoch kurz darauf, da Gwidon eine Anstellung in einer Stadt hat. Minna hält daraufhin nichts mehr in ihrem Dorf und sie nimmt eine Stelle als Haus- und Kindermädchen in einer Apothekerfamilie in derselben Stadt an, in der Gwidon an dem hiesigen Museum arbeitet. Sie treffen sich wieder und beginnen eine Beziehung, die jedoch in dieser Zeit des Krieges nicht sein darf, was Minna am eigenen Leib erfahren muss… Kritik: Anna Kaleri schreibt überaus klar und schnörkellos. Man nimmt das Geschehen distanziert war. Die Gefühle Minnas werden nur grob und ohne Tiefgang dargestellt, es gibt keinerlei triefende Liebesszenen. Ich kann die Rezessionen verstehen, die diese Gefühlskälte anprangern, aber ich konnte daran keinen Anstoß nehmen. Für mein Empfinden passt das in die harte Realität der damaligen Zeit und zu Minnas Naivität. Minna erschien mir als nicht hoch gebildet, aber auch nicht dumm, sie interessierte sich nicht für Vieles. Das triste Leben in dem masurischen Dorf trug sicher zu ihrer Verdrossenheit bei. Kaleri hält in ihren 200 Seiten kurzem Buch nicht lange an ein und derselben Szene fest, was einen mitunter manchmal zu schnell geht. Kaum mehr als zwei Seiten nimmt dasselbe Geschehen ein. Auch die Personenbeschreibungen sind kurz und nicht detailliert. So erfährt man über Minna nur, dass sie schwarze Haare und kornblumenfarbende Augen hat. Über Nebenfiguren erfährt man so gut wie nichts, aber es ist auch nicht notwendig. Trotz der Distanz mit der Kaleri Minnas Lebensabschnitt erzählt, nimmt einen das Schicksal der jungen Frau gefangen. Es ist tragisch mitzuerleben, wie sie verhaftet und eingesperrt wird und nicht weiß, warum und sich an dem Gedanken festhält Gwidon würde Leben und im selben Gefängnis sein. Es hat mich gerührt, wie Minna sich selbst ein Leben versucht aufzubauen um ihrem Sohn etwas bieten zu können. Das braucht keine schnulzigen und ausschweifenden Szenen! Fazit: Der Himmel ist ein Fluss ist meiner Meinung nach ein kleines Meisterwerk. Unverblümte und kalte Darstellung einer Beziehung die im 2. Weltkrieg nicht sein durfte. Schnörkellos real und distanziert, passend zu der Zeit damals. Überaus lesenswert!

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  • Kein Fluss, kein Teich… Nicht Fisch, nicht Fleisch

    Der Himmel ist ein Fluss
    lenchen_196

    lenchen_196

    13. June 2013 um 19:15

    Ein deutsches Mädchen, das vor dem zweiten Weltkrieg in Polen lebt, träumt nun davon, das Dorf zu verlassen und sich was Besseres zu gönnen. Minna ist zart, liebevoll, romantisch und schwärmerisch. Sie hat aber auch schon einiges in ihrem Leben durchmachen müssen. Sie verliebt sich in Gwidon, einen Vogelkundler, polnisch, katholisch und verheiratet. Die Zeit und der Ort für eine solche Beziehung sind allerdings falsch. Die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen ist zu diesen Zeiten unmöglich, wenn sogar nicht gefährlich, es nähert sich dem tragischen Ende. Das Thema „Deutsche außerhalb Deutschlands um die Kriegszeit“ interessiert mich sehr und ich habe gehofft, eine spannende Geschichte zu erfahren. Leider sind meine Hoffnungen bei diesem Buch nicht in Erfüllung gegangen. Der Klappentext hörte sich interessant an und hat mich auch viel mehr gefesselt, als die Lektüre selber. Die angepriesene Geschichte aus den dunklen Vorkriegszeiten ist ziemlich undeutlich und karg erzählt, ich habe nicht so genau verstanden, was da passierte. Dieser tragischen Seite der Deutschen in Masuren widmet sich die Autorin nur dürftig. Eher versucht sie uns eine Lovestory zu erzählen, was ihr aus meiner Sicht auch nicht ganz gelingt. Die Handlung ist so gut wie keine vorhanden, der kurze Roman lässt sich nicht fließend lesen. Trotz der Länge (ca. 200 Seiten) habe ich mich an manchen Stellen richtig gelangweilt und musste mich fast zwingen, das Buch bis zum Ende durchlesen. Die Sprache und die Handlung an sich fand ich gar nicht poetisch, sondern eklektisch und verworren. Die Autorin kannte ihre Großmutter nicht mal mit dem Vornamen, sie wagt es trotzdem, ihre kurze Geschichte zu wiedergeben, ihr Leben zu rekonstruieren, macht es aber ziemlich gefühllos, gleichgültig und kalt, ohne rührende Details und Gedanken wie aus ihrem Lebenslauf als auch aus den damaligen Geschehnissen. Die Charaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet, man hat keine lebendigen Personen vor dem Auge. Die politischen Hintergründe kommen auch leider zu kurz und werden nur allgemein erwähnt. So erscheint die Existenz der Großmutter der Autorin wirklich – „als hätte es sie nie gegeben“. Mir hat es nicht gefallen. Ich fand das Buch weder als Liebesgeschichte noch als Roman aus dem dunklen Kapitel deutscher Geschichte interessant. Nicht spannend, nicht ergreifend und nicht bewegend. Undefinierbar. Nicht Fisch nicht Fleisch.

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  • Rezension zu "Der Himmel ist ein Fluss" von Anna Kaleri

    Der Himmel ist ein Fluss
    sunflower86

    sunflower86

    23. February 2013 um 22:49

    ,,Der Himmel ist ein Fluss" erzählt von einer Liebe, die so schön ist, aber trotzdem nicht sein darf, der Liebe von Minna und Gwidon. Minna, eine junge Landarbeiterin aus Masuren, die zusammen mit ihren Eltern wohnt, lernt auf einem ihrer Ausflüge in den Wald, Gwidon kennen. Gwidon ist ein polnischer, verheirateter Vogelkundler. Genau dieses sind die Gründe, weshalb die Liebe zwischen Gwidon und Minna in der damaligen Zeit des Krieges nicht sein darf, denn Gwidon kommt aus Polen und Minna aus Deutschland. Doch nach und nach näher sich die beiden immer mehr an und verlieben sich wider alle Vernunft ineinander und nehmen alle möglichen Risiken in Kauf, damit sie zusammensein können. Doch dann nehmen die Ereignisse ihren Lauf.... Die Sprache in dem Buch ist sehr poetisch, aber so gar nicht langweilig. Die poetische Sprache hilft vielmehr dazu, dass man sich irgendwie von der Sprache getragen füllt und besonders die Faszination spürt die Minna und Gwidon aufeinander ausüben und wie sie sich dann ineinander verlieben. Genauso führen die kurzen Sätze im Buch dazu, dass man aber auch gleichzeitig die immer größer werden Tragik und Finsternis der Kriegsfolgen, als Leser wahrnimmt. Diese Gegensätzlichkeit ist es, die mich so an dem Buch gefesselt und fasziniert hat, weshalb ich es auch nicht aus den Händen legen konnte. Weiterhin merkt man auch, wie sehr sich die Autorin auf der Suche nach Erinnerungen und Informationen an ihre Großmutter, mit dem Leben und den Ereignissen in der damaligen Zeit auseinandergesetzt hat. Dieses trägt dazu bei, dass die Geschichte und die Handlung in dem Buch einfach glaubhaft und so realistisch rüberkommen. Ein wirklich gelungenes, tolles Buch, dass ich jedem, der sich ein wenig für die damalige Zeit interessiert, aber vor allem an einer faszinierenden Geschichte einer Liebe, die einfach schön,aber hoffnungslos ist, nur empfehlen kann.

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  • Leserunde zu "Der Himmel ist ein Fluss" von Anna Kaleri

    Der Himmel ist ein Fluss
    Kiritani

    Kiritani

    Eine berührende Geschichte, aus einer dunklen Zeit. Mehr zum Inhalt: „Meine masurische Großmutter konnte ich nicht kennen, weil sie im Januar 1945 erschossen wurde. Ich habe nie ein Foto gesehen, lange wusste ich nicht einmal ihren Vornamen. Es gibt keinen Kirchenbucheintrag, keinen Grabstein. Es ist, als hätte es sie nicht gegeben.“ Minna ist eine junge masurische Landarbeiterin, die den anderen hochmütig erscheint, weil sie davon träumt, der Enge des Dorflebens zu entkommen. Eines Tages, noch vor dem Krieg, lernt sie auf einem ihrer Streifzüge durch die Wälder den Vogelkundler Gwidon kennen. Er ist polnisch, katholisch und verheiratet. Trotzdem üben die beiden aufeinander eine immer stärker werdende Faszination aus. Um dauerhaft in seiner Nähe zu sein, zieht Minna schließlich nach Allenstein, wo Gwidon lebt, und nimmt dort eine Stelle als Kindermädchen an. Wieder beginnen die beiden, sich heimlich zu treffen: in verlassenen Gärten am wilden Ufer der Alle. Sie begeben sich dabei in große Gefahr, denn die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen ist zu diesen Zeiten unmöglich… Anna Kaleri erzählt eine tragische Liebesgeschichte, wie sie sich zugetragen haben könnte. Sie beleuchtet damit ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und erschafft zugleich eine berührende Romanfigur. Neugierig geworden? Wir suchen 25 Testleser, die sich gemeinsam mit der Autorin Anna Kaleri über das Buch austauschen.  Bewerbung als Testleser: Bis einschließlich Sonntag den 11. November 2012 könnt ihr euch hier als Testleser bewerben und eins der 25 Exemplare gewinnen. Schreibt einfach ohne an den Inhalt des Buches zu denken, was euch bei dem Titel 'Der Himmel ist ein Fluss' in den Sinn kommt? Gerne darf auch jeder mitlesen der sich das Buch schon selbst zugelegt hat, noch nicht zum Lesen kam oder es gerne nochmal lesen möchte und gemeinsam mit der Autorin Anna Kaleri besprechen mag.

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    • 270
  • Rezension zu "Der Himmel ist ein Fluss" von Anna Kaleri

    Der Himmel ist ein Fluss
    mecedora

    mecedora

    28. January 2013 um 22:34

    Minna ist jung. Und will raus aus ihrem kleinen Dorf und weg von den seltsamen Blicken, mit der sie, die anders ist als die anderen, bedacht wird. Sie will mehr als ihr kleines Leben als Landarbeiterin in Masuren, interessiert sich für Literatur und Philosophie, will lernen und die Welt entdecken, will vor allem sie selbst sein und nicht bloß ein Abziehbild der zeitgenössischen Erwartungen. Im Wald, auf einem ihrer einsamen Spaziergänge, trifft sie Gwidon, Ornithologe, und verliebt sich in ihn. Aber diese Liebe darf nicht sein, Gwidon ist Pole, Minna masurische Deutsche - und es herrscht Krieg und die Ideologie der Nationalsozialisten. Anna Kaleri erzählt mit kleinen, leisen Worten von ganz großen Gefühlen, noch größeren Grausamkeiten und einer erschreckenden Zeit. Still und poetisch erzählt sie von Minna und ihren Träumen, vieles wird nur angedeutet, nicht alles dem Leser auf dem Silbertablett präsentiert oder mit klaren Worten benannt. Mit ihrem kleinen Buch versucht die Autorin, ihrer Großmutter näher zu kommen, die 1945 in Masuren ums Leben kam und deren Geschichte niemand so recht erzählen kann. Trotzdem bleibt Minnas Geschichte eine fiktive - eine fiktive Geschichte, wie sie durchaus im Polen dieser Zeit hätte passieren können. Wie sie sicherlich vielfach passiert ist. Dieses kleine Buch ist wunderschön und intensiv, sehr poetisch, liebevoll und grausam, atmosphärisch dicht und erschreckend nahegehend, flüssig und sehr eigen geschrieben - und dieses "eigen" ist hier sehr positiv. Der leise, reduzierte, aber dadurch umso eindringlichere Stil der Autorin ist es, der dieses Buch zu einem so besonderen kleinen Stück Literatur macht. Von mir bekommt dieses kleine Denkmal für Anna Kaleris Großmutter die vollen fünf Sterne. Ohne jegliche Einschränkung, dafür aber mit den ehrlichsten Empfehlungen für alle Leser, die an kleinen, stillen, stilistisch außergewöhnlichen Büchern Gefallen und Genuss finden. Ein wichtiges Stück europäischer wie auch persönlicher Geschichte, wunderbar aufgearbeitet. Vielen Dank für dieses besondere Buch!

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