Anna Kim

 3,6 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Anatomie einer Nacht, Die große Heimkehr und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Anna Kim

Anna Kim wurde 1977 in Südkorea geboren, zog 1979 mit ihrer Familie nach Deutschland und schließlich weiter nach Wien, wo die Autorin heute lebt. Im Suhrkamp Verlag erschienen zuletzt die Romane Anatomie einer Nacht (2012) und Die große Heimkehr (2017). Für ihr erzählerisches und essayistisches Werk erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Literaturpreis der Europäischen Union.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Geschichte eines Kindes (ISBN: 9783518430569)

Geschichte eines Kindes

 (6)
Neu erschienen am 15.08.2022 als Gebundenes Buch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Anna Kim

Cover des Buches Anatomie einer Nacht (ISBN: 9783518464786)

Anatomie einer Nacht

 (12)
Erschienen am 11.11.2013
Cover des Buches Die große Heimkehr (ISBN: 9783518468883)

Die große Heimkehr

 (9)
Erschienen am 13.08.2018
Cover des Buches Geschichte eines Kindes (ISBN: 9783518430569)

Geschichte eines Kindes

 (6)
Erschienen am 15.08.2022
Cover des Buches Invasionen des Privaten (ISBN: 9783854208945)

Invasionen des Privaten

 (2)
Erschienen am 15.05.2012
Cover des Buches Die gefrorene Zeit (ISBN: 9783854208938)

Die gefrorene Zeit

 (1)
Erschienen am 09.05.2012
Cover des Buches Der sichtbare Feind (ISBN: 9783701716395)

Der sichtbare Feind

 (1)
Erschienen am 17.02.2015
Cover des Buches Fingerpflanzen (ISBN: 9783946423089)

Fingerpflanzen

 (1)
Erschienen am 05.08.2017
Cover des Buches Die Bilderspur (ISBN: 9783854206620)

Die Bilderspur

 (1)
Erschienen am 02.08.2004

Neue Rezensionen zu Anna Kim

Cover des Buches Geschichte eines Kindes (ISBN: 9783518430569)katzenminzes avatar

Rezension zu "Geschichte eines Kindes" von Anna Kim

Herkunft, Mutterschaft und Rassismus
katzenminzevor 6 Tagen

Franziska, eine Schriftstellerin aus Wien, kommt bei ihrem USA-Besuch bei Joan unter. Joans Mann Danny ist gerade im Pflegeheim, deswegen kann sie unterviemieten. Nach und nach erhält Franziska eigentlich ungewollt alle möglichen Informationen über Danny - dem einzigen Farbigen im beschaulichen Green Bay.

In ruhiger, pointierter und klarer Sprache macht Kim sich auf die Suche nach zugeschriebener und gefühlter Herkunft. Erzählt vom Verhältnis zu Müttern und über Rassismus.

Es macht fassungslos wie sich da in kühler Behördensprache über die Rassenmerkmale eines nur wenige Wochen alten Babys ausgelassen wird. Wie Klischees und Vorurteile das neue Leben überschatten. Und mit welcher Unnachgiebigkeit der (weißen) Mutter bis ins Berufs- und Privatleben nachgestellt wird, nur um dem Kind mit letzter Sicherheit den sinnlosen Stempel "farbig" aufdrücken zu können.

"Geschichte eines Kindes" ist ein interessanter kleiner Roman, der hier und da vielleicht ein wenig zu kühl aber ansonsten schön zu lesen ist.

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Cover des Buches Geschichte eines Kindes (ISBN: 9783518430569)renees avatar

Rezension zu "Geschichte eines Kindes" von Anna Kim

Segregation - gestern und heute
reneevor 13 Tagen

Auch dieses Buch ist keine einfache Lektüre. Aber das erwarte ich auch nicht bei Büchern, die in der Longlist des Deutschen Buchpreises zu finden sind.
Eine Journalistin stößt auf eine Lebensgeschichte und macht daraus ein Buch. Im Juli 1953 bringt die zwanzigjährige Carol Truttman in einer Kleinstadt in Wisconsin ein Kind zur Welt und noch in derselben Nacht gibt sie das Kind zur Adoption frei. Daniel Truttman, so heißt der Kleine, kommt in die Obhut des Sozialdienstes. Die den Jungen betreuenden Kinderschwestern äußern den Verdacht, dass der Junge nicht vollkommen weiß sei, dies erschwert die Vermittlung des Jungen in der damaligen Zeit. Eine Sozialarbeiterin soll die wahre Herkunft des Jungen recherchieren und übertritt bei dieser "Recherche" definitiv Grenzen, wird später zur Schuldigen erklärt. Aber ist sie das wirklich allein? In dieser Geschichte verhalten sich viele aus unserer heutigen Zeit schauend eigenartig und übergriffig. Und hier spielt nur mein Blick als Leserin eine Rolle. Denn auch in unserer heutigen Zeit gibt es Individuen, die ähnlich schauen. Dies ist also nicht nur ein Problem der damaligen Zeit. Und genau diesen Gedanken greift die Autorin mit einem eigenen Blick in die eigene Vergangenheit auf. Denn diese Segregation, diese Ausgrenzung gab es zu der damaligen Zeit und auch in der heutigen Zeit gibt es diese aussondernden Gedanken und Taten. Welche verwerflich sind! Denn auch wenn wir anders aussehen, wir sind alle Menschen und nicht unser Aussehen, unsere Rasse, unsere Kultur, unser Glauben, unsere Sexualität macht uns besser und schlechter. Allein unser Charakter macht dies, und zwar allein dieser! Zumindest in meinen Augen. Ein europäischer Egoist und ein asiatischer Egoist sind beides Egoisten, unabhängig von anderen Dingen. Nur muss man bei dieser ganzen Thematik aufpassen, dass sie nicht in ein Zuviel abkippt. Denn diese Frage, woher man kommt, muss man nicht automatisch als negativ bewerten. Denn solch eine Frage bekommen auch Menschen mit eindeutig weißem Aussehen gestellt, zum Beispiel wenn sie einen eigenartigen Dialekt sprechen. Hat auch etwas mit einer uns allen eigenen Neugier zu tun. Klar nervt diese Frage, wenn sie ständig kommt und die Betreffenden sind geneigt diese Frage negativ zu bewerten und dies verstehe ich auch. Aber nicht alles gehört in dieses aussondernde und bewertende Spektrum. Aber dieses Buch macht nachdenklich und fordert auf eigenes Tun und Denken neu zu bewerten und vorsichtiger im Umgang miteinander zu sein. Denn man will ja nicht einfach so verletzen, ich kann dies von mir behaupten. Denn wenn ich das will, jemanden verletzen will, gibt es einen Grund und dieser Grund hat nichts mit Rasse, Kultur, Glauben und Sexualität zu tun, sondern bezieht sich auf charakterliche Schwierigkeiten mit der betreffenden Person.
Diese Geschichte hat Anna Kim gut geschrieben, die Thematik ist ansteckend und anzündend, wie ihr an meiner Rezension merkt. Nur der kühle und rationale Ton hat mich etwas gestört und kostet diesem wichtigen Buch den fünften Stern, obwohl die Thematik eigentlich den fünften Stern bräuchte.

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Cover des Buches Geschichte eines Kindes (ISBN: 9783518430569)Rebecca_86s avatar

Rezension zu "Geschichte eines Kindes" von Anna Kim

Schonungslos und ergreifend
Rebecca_86vor 15 Tagen

Ein uneheliches Kind war im Jahr 1953 bereits ein großer Skandal – doch als sich dieses Kind nicht eindeutig einer Ethnie zuordnen lässt, ist der Eklat in einer amerikanischen Kleinstadt perfekt. Die Mutter, eine zwanzigjährige Telefonistin, schweigt entweder oder tischt dem Sozialdienst Lügen über den Vater auf. Doch ohne Informationen ihn betreffend scheint die gewünschte Adoption unmöglich.

Anna Kims Roman beruht auf einer wahren Begebenheit und dies macht ihn noch ergreifender. Es wird in zwei Erzählsträngen berichtet – einmal als Erzählung aus der Ich-Perspektive der österreichischen Autorin Franziska, die zur gegenwärtigen Zeit in den USA verweilt und zum anderen im Stile einer nüchternen Akte der Sozialarbeiterin Marlene, die in den 1950ern agiert. Beide Zeitstränge werden immer wieder verwoben, denn Franziskas Vermieterin ist gleichzeitig die Ehefrau von Danny, dem Baby aus der Akte. Die Schilderungen in der Akte lassen den Leser sprachlos zurück. In einer nüchternen Art und Weise werden rassistische Denkweisen dargestellt und alles dreht sich um das Thema Ethnie. Auch im Gegenwartsstrang kommt dieses Thema immer wieder auf. Schonungslos und ehrlich berichtet (denn größtenteils ist der Roman als Bericht angelegt) die Autorin hier von einer Thematik, die leider nicht fiktiv ist. Kleine Kritikpunkte von meiner Seite sind allerdings die schwierige Lesbarkeit des Gegenwartsstrang und das Fehlen der Möglichkeit, Danny selbst zu Wort kommen zu lassen. Das hat mir etwas gefehlt. 

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