Anna Kim Die große Heimkehr

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Inhaltsangabe zu „Die große Heimkehr“ von Anna Kim

Seoul, im April 1960. Johnny Kim, seine Geliebte Eve Moon und sein bester Freund aus Kindertagen Yunho Kang sind auf der Flucht vor der berüchtigten Nordwest-Jugend, einer antikommunistischen, paramilitärischen Schlägertruppe im Dienst der Regierung Südkoreas. Diese steht kurz vor dem Zusammenbruch, seit Wochen geht die Bevölkerung gegen den autokratischen Präsidenten Rhee auf die Straße. Gemeinsam wagen Johnny, Eve und Yunho die illegale Überfahrt nach Japan und finden Unterschlupf und Arbeit im koreanischen Viertel Osakas. Doch schon bald werden sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Ein Mädchen ist verschwunden, und der Verdacht fällt auf Johnny … Spionagegeschichte, politischer und historischer Roman in einem, handelt »Die große Heimkehr« von Freundschaft, Loyalität und Verrat, vom unmöglichen Leben in einer Diktatur. Das Buch erzählt von den Folgen der Teilung der koreanischen Halbinsel und den Anfängen des heutigen Nordkorea, als die Gewaltherrschaft Kim Il Sungs noch in den Kinderschuhen steckte. Und es stellt sich der Frage: Wem gehört Geschichte? Den Siegern, die Archive verschließen und Dokumente schwärzen? Oder dem Einzelnen, der seine Erfahrungen von Verlust und Verlorenheit an andere weitergibt, Verlierer wie er selbst? »Sprache wie ein Seziermesser benutzend, behutsam und souverän, legt die Autorin Tiefenschichten menschlichen Daseins an sich frei.« Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur

Etwas verwirrend ob der vielen Namen und Handlungssprünge. Viele Sachbucheinschübe lassen keinen wirklichen Lesefluss aufkommen.

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Geschichtsunterricht im Romanformat. Die Teilung von Süd- und Nordkorea und die Liebesgeschichte zwischen drei Personen ...

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  • Die große Heimkehr

    Die große Heimkehr

    Buecherschmaus

    22. March 2017 um 15:14

    „Die große Heimkehr“, unter diesem Schlagwort warb die Demokratische Volksrepublik Korea, also Nordkorea, in den Fünfziger und Sechziger Jahren massiv und nicht immer ohne Zwang für die Rückkehr von Exilkoreanern. Besonders an den wohlhabenden unter ihnen und den gut ausgebildeten war man interessiert, mussten doch erstere ihr Vermögen abgeben und konnte man doch letztere für den wirtschaftlichen Aufschwung gut gebrauchen. Wenn man aber eines aus Anna Kims Roman lernt, dann, dass in der wechsel- und auch oft leidvollen Geschichte Koreas wenig Verlass war auf das, was die „Oberen“ ihrem Volk versprachen, sei es im Kaiserreich oder der Republik, sei es im Norden oder Süden. Selten stand das Wohl der Bevölkerung im Vordergrund, meist war sie nur Verschiebemasse für die Interessen der unterschiedlichen Herrschenden.Das war so im völlig abgeschotteten chinesischen Protektorat bis 1875, das blieb so im nach dem japanischen Sieg über China 1895 konstituierten Kaiserreich, in der langen japanischen Besatzungszeit seit dem russisch-japanischen Krieg 1905 und änderte sich auch nicht nach der japanischen Niederlage 1945. Immer zerrieben zwischen den unterschiedlichen Interessen ausländischer Mächte, von den „Siegermächten“ Sowjetunion und USA nach der Kapitulation Japans willkürlich entlang des 38. Breitengrad zunächst in zwei Besatzungszonen geteilt, standen sich bald zwei unversöhnliche Staaten gegenüber. Schon immer war Korea und seine Bevölkerung gnadenlos ausgebeutet, vieler Ressourcen und Menschen beraubt worden. Während des Zweiten Weltkriegs gingen Hunderttausende zum Teil freiwillig, meist aber als Zwangsarbeiter aus der „Provinz“ Chōsen hinüber nach Japan. Die Zahl dieser „Zainichi“ stieg zeitweilig auf über zwei Millionen. Die meisten von ihnen kehrten zurück, viele blieben aber auch, vor allem in der Umgebung von Osaka. Zumal ihr Heimatland in Bürgerkrieg und Koreakrieg 1950-1953 verwüstet und stets von auf beiden Seiten äußerst fragwürdigen Systemen regiert wurde.Die meisten dieser Eckdaten sind bekannt, aber dennoch ist es erschütternd zu lesen, wie sehr Korea stets Spielball fremder Mächte war, wie rigide jahrhundertelang die Bevölkerung unterdrückt, belogen und mit Propaganda überschüttet wurde, wie Korruption, Denunziation, Terror und Gewalt herrsch(t)en, sei es unter der japanischen „Gedankenpolizei“, den südkoreanischen Autokraten Syngman Rhee und Park Chung-hee oder dem „Großen Führer“ Kim Il Sung im kommunistischen Norden. Der Leser erfährt, wie die koreanische Bevölkerung immer mehr in ideologische Grabenkämpfe verstrickt wurde, schließlich jedes Vertrauen in Institutionen aber auch die Mitmenschen verlor, in Angst und Desillusionierung versank. Es war (und ist, man denke an die aktuelle Situation zwischen Nordkorea und Malaysia) auch eine Zeit der Agenten, Spitzel, Denunziationen.Es ist klar, dass Anna Kim, der an einer literarischen Aufarbeitung dieser jüngeren Geschichte Koreas gelegen ist, einiges an Erklärungsarbeit zu leisten hat. Kaum verwunderlich ist es daher auch, dass ihr Roman längere Passagen mit historischen Ausflügen voller recherchierter Fakten enthält, die oft ins Essayistische rutschen oder einer Reportage gleichen. Sie tut das allerdings recht geschickt und schafft trotzdem einen spannenden, wenn auch ein wenig fordernden, einen atmosphärischen, wenn auch komplexen Roman.Ihr gelingt das dadurch, dass sie das Erzählte in eine einfache Rahmenhandlung verpackt. Die junge Hanna, als Kleinkind von Südkorea aus von einer deutschen Familie adoptiert, ist auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern, als sie in Seoul den 78 jährigen Yunho Kang kennenlernt. Sie soll ihm einen Brief aus Amerika übersetzen, der ihn vom Tod einer gewissen Eve Lewis in einem Altenheim in Richmond, Virginia unterrichtet. Für Yunho eine Reise in die Vergangenheit, von der er der jungen Fremden erzählt. Es ist eine komplizierte Dreiecksgeschichte aus den Jahren 1959/60, in denen sich Yunho und sein Kindheitsfreund Mino, der sich nun Johnny nennt, nach langen Jahren wiederbegegnen. Sie lebten einst zusammen im südlichen Nonsan, waren fast wie Brüder, aber die politischen Ereignisse trieben den Direktorensohn Mino und den der Haushälterin in unterschiedliche Lager. Nun treffen sie wieder aufeinander und Yunho verliebt sich in Johnnys Freundin, die mysteriöse Eve Moon, Tanzgirl in einem Nachtclub und auch sonst recht zwielichtig. Nachdem Johnny eines Nachts im Beisein Yunhos und betrunken ein Mitglied der paramilitärischen, regierungsnahen Nord-West-Jugend getötet hat, müssen beide nach Japan fliehen und dort untertauchen. Eve Moon begleitet sie. Die wahren Umstände dieser Flucht werden sich erst Jahre später offenbaren. Die Geschichte um Liebe, Freundschaft und Verrat, die in die politischen Ereignisse eingebettet ist, entwickelt sich zunehmend in eine Agenten- und Spionagegeschichte. Hinzu kommt der Fall eines verschwundenen Mädchens, das sich gegen den Willen seiner Eltern der „Großen Heimkehr“ anschließen wollte und in den die Freunde verstrickt werden.Diese Mischung aus spannender, berührender Erzählung und erhellender Geschichtsstunde über ein in der Literatur eher schwach vertretenes Thema ist der 1977 geborenen österreichischen Autorin mit koreanischen Wurzeln ausgesprochen gut gelungen. Ein wenig Interesse am Thema ist allerdings Voraussetzung, um auch die theoretischen Ausführungen zu genießen. Hin und wieder erlaubt sich die Autorin Statements wie"Die Herrschaft der Masse beginnt stets mit der Vernichtung des Einzelnen."oder"Wir unterdessen äußern laut unsere Empörung über den Schurkenstaat und sind doch, mehr als zuvor, auf Sklavenarbeit wie diese angewiesen, wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen."Da verwischt ein wenig, wer da eigentlich spricht - Yunho, Hanna, die Autorin? Wie sie auch zeitweise ihre Figuren ein wenig als Sprachrohre benutzt, wie beispielsweise die stramm kommunistisch orientierte Lehrerin Ayumi, die unter Japans Flüchtlingskindern Kandidaten für die "Große Heimkehr" rekrutiert. Das stört aber nicht weiter, hat man einmal den aufklärerischen Impetus des Romans akzeptiert.Schön ist, dass Anna Kim gegen Ende das Erzählen und die Erinnerung selbst in Frage stellt."Aber vielleicht übertreibe, vielleicht lüge ich? Glauben Sie mir nicht alles, was ich erzähle."und später"Letztlich gehört Geschichte demjenigen, der sich Gehör verschafft."

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  • Literarische Aufarbeitung der Teilung zwischen Nord- und Südkorea

    Die große Heimkehr

    schnuckeline

    22. February 2017 um 11:15

    Ach Anna Kim. Du hast es mir nicht immer leicht gemacht, deinem Roman zu folgen ... Zwar ist die Liebes-Dreiecks-Geschichte um Johnny Kim, Eve Moon und Yunho Kang spannend und vermittelt viel Hintergrundinfos über die Teilung von Korea 1960, doch die langen Sachbuch-ähnlichen Passagen über die Historie unterbrechen den Lesefluss gehörig. Aber erstmal zum Inhalt: Hanna, die als Kind nach Deutschland flüchten musste, kehrt zurück nach Seoul, um ihre koreanische Mutter zu finden. Dort begegnet sie Yunho Kang, der von ihrer Suche an seine Kindheit erinnert wird und ihr seine Geschichte erzählt. Zentrales Element ist Eve Moon, die Freundin seines besten Freunds Johnny Kim und gleichzeitig auch irgendwie mit Yunho verbandelt. Sie flüchten aus Südkorea aus Furcht vor Präsident Rhee und kommen in Japan in Osaka unter.  Dabei spielt natürlich die Geschichte der Halbinsel Korea eine große Rolle und Anna Kim ist auch erpicht darauf, den Leser daran teilhaben zu lassen. Dies führt zu ausufernden Geschichtsstunden, die man meiner Meinung nach gut hätte kürzen können. So klappe ich das Buch mit gemischten Gefühlen zu und bin mir nicht sicher, ob das nun ein trockener Roman oder ein subjektives Sachbuch war ...

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