Anna Kuschnarowa Junkgirl

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Inhaltsangabe zu „Junkgirl“ von Anna Kuschnarowa

»Die Zeit mit Tara war die großartigste Zeit meines Lebens. Und die beschissenste.« Alles begann mit Tara. Der wilden, außergewöhnlichen Tara, in die sich Alissa Hals über Kopf verliebt. Um mit Tara zusammen zu sein, führt Alissa heimlich ein Doppelleben, irrlichtert zwischen Sein und Schein, belügt ihre Eltern und – nimmt Drogen. Sie erlebt ungeahnte Höhenflüge, fühlt sich unsterblich. Da zeigen sich tiefe Risse in Taras schillernder Welt ... Ein überwältigender Roman, der mit ungeheurer Wucht vom Rausch der Liebe, der Drogen und vom Erwachsenwerden erzählt.

Erschreckend hyperrealistisch, leider etwas flach und stringent. Wenig Figuren, kein roter Faden, falsches Erzähltempo, aber schöner Stil.

— Ravell
Ravell

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  • Die Zeit mit Tara war die großartigste meines Lebens und die beschissenste.

    Junkgirl
    SilLe

    SilLe

    19. March 2014 um 19:03

    Die 15jährige unscheinbare Alissa ist das jüngste und ungeliebte Kind einer sehr gläubigen Familie, in der strenge Regeln herrschen. Alissa wird nicht nur auf Schritt und Tritt überwacht, sie bekommt sogar vorgeschrieben, welche Kleidung sie zu tragen hat und mit welchen Leuten sie sich abgeben darf. Doch Alissa erfüllt nicht die hohen Erwartungen ihrer Familie und das bekommt sie ständig zu spüren. Sie wird belächelt und nicht ernst genommen, ihre älteren Geschwister werden ihr ständig als leuchtende Vorbilder vorgehalten. Alissa fühlt sich ausgegrenzt und zieht sich immer mehr zurück. Meinung: "Junkgirl" ist seit langem ein Buch, das mich, nachdem ich es aus der Hand gelegt habe, noch einige Zeit beschäftigt hat. Durch den Schauplatz Berlin und das Abhängigkeitssyndrom, an dem Alissa nach ihrem Absturz leidet, erinnert "Junkgirl" an den Klassiker "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Erzählt wird die Geschichte aus Alissas Perspektive, Jahre später, nach einem Entzug, in einem Internat. Die Geschichte ist zwar vorhersehbar und man kann sich denken wie die Karriere eines Drogenjunkies aussieht, dennoch hat es mich gefesselt. Die Protagonistinnen sind sehr gut beschrieben und man kann der Thematik stets folgen. Grausam zeigt Anna Kuschnarowa auch die Abstürze nach den Drogenexzessen, die Entzugserscheinungen, den körperlicher Verfall, Schmerzen, Krankheit und Verwahrlosung. Fazit: Diese Geschichte erschüttert. Das Thema ist sehr authentisch und glaubhaft. Die Geschichte ist trotz des sehr ernsten Inhalts spannend erzählt und lässt sich flott lesen. Junkgirl ist ein Buch, dass berührt, bewegt, traurig macht und Gänsehaut verursacht. Absolute Leseempfehlung, nicht nur als Schullektüre (Aufklärungsbuch)!!!

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Blondine

    Blondine

    01. March 2013 um 18:34

    Alissa ist ein Mädchen dass katholisch von ihren Eltern erzogen wird. Eines Tages trifft sie aber Tara und sie verlieben sich. Alissa beginnt immer mehr abzurutschen, H und Pillen werden zu ihrem Alltag.

    Es war sehr gut beschrieben, wie sich diese Mädchen fühlen und alles, sehr krass das zu lesen. Den Schluss fand ich nicht so gut, irgendwie ging alles zu schnell zu Ende.

  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    erdbeerliebe.

    erdbeerliebe.

    20. June 2012 um 13:08

    Alissa ist mehr so eine Naja-Alissa. Sie geht zur Schule, wie jede andere auch, hat nur vorbildliche Geschwister und langweilt sich in ihren Alltäglichkeiten fast zu Tode. Bis sie Tara kennenlernt. Ab da ändert sich ihr Leben - nicht plötzlich, aber Stück für Stück - sehr. Junkgirl ist ein erstaunlich in Jugendsprache geschriebenes Werk von Anna Kuschanorwa, das denoch abslut treffend und kein bisschen gekünstelt wirkt. Der Leser wird sehr schnell in die - anfangs sehr normale - Welt Alissas eingesponnen. Zu keinem Zeitpunkt im Roman kam mir der Gedanke, dass etwas an dem Buch nicht genau SO passieren könnte, wie es geschrieben wurde. Selbst die leichte Zeitraffung gegen Ende passt, da sich so ein ganz passendes Bild von Gedächtnislücken ergibt, wie sie Heroinsüchtige erleben. Alissas Eltern sind sehr radikal, wollen ihre Tochter lieber gleich beschützen, anstatt sie zu verstehen. Jede Seite des Buches brachte mich Alissa gefühlstechnisch näher, ließ mich mit ihr mitleiden (und lieben). Junkgirl schaffte es, im Gegensatz zu vielen anderen modernen Drogenbüchern (wie z.B. Speed von Maureen Stewart), eine Realität zu vermitteln, wie es bisher nur "die Kinder vom Bahnhof Zoo" geschafft hatten. Selbst die Thematik der Frauenliebe (und ich fand es wirklich herzallerliebst von meiner Bücherei, wie sie das Buch in die Rubrik 'Liebe' gestellt haben, und nicht unter 'Drogen' (: ) wird einfühlsam, fast schon zärtlich, behandelt und beschrieben. Ehrlich gesagt, habe ich es zuerst gar nicht glauben wollen - bei einem Buch dieses Genres hätte ich es nicht für möglich gehalten! Doch ich wurde überrascht, im positiven Sinne. Ich, die sich vorher nie mit Homosexualität näher beschäftigt hat (es war für mich einfach ein Thema, was in Ordnung, aber nicht interessant war - irgendwie betraf es mich nicht), habe nun Blut geleckt! Ob es weitere Romane über Frauen, die Frauen lieben, gibt? Das muss ein Buch erstmal schaffen, einen für Thematiken begeistern, die man vorher gar nicht wahrgenommen hat. Eine klare LESEEMPFEHLUNG bzw fast schon Lesegebot für alle, die sich für Drogenromane, Jugendromane und Liebesromane interessieren. Kauft es! Es sieht sogar schick im Regal aus! xD

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    gurke

    gurke

    21. April 2012 um 15:02

    Alissa ist in einem sehr strengen und behüteten Elternhaus aufgewachsen. Sie hat kaum Freiräume und alles läuft nach ganz klaren Strukturen ab. Mit ihrer großen Schwester versteht sie sich eigentlich ganz gut. Klar, das ist auch kein Kunststück, denn die ist immer die Ruhe in Person, immer lieb und nett und man kann sich quasi gar nicht mit ihr streiten. Eigentlich hat Alissa nur den einen Wunsch: Sie will etwas erleben und neues kennenlernen. Sie will wissen, wie es sich anfühlt beliebt zu sein und dazuzugehören und auf Partys eingeladen zu werden. Und dann lernt sie Tara kennen. Das Mädchen ist mit ihrer scharzen Kleidung, Nieten und Netzstrumpfhosen und ihrer coolen, lässigen Art das ganze Gegenteil von Alissa. Kein Wunder, dass sie sich wie magisch angezogen von ihr fühlt und sich sogar in sie verliebt. Dass Tara diese Liebe erwidert, ist der Anfang vom Ende und der Untergang von Alissa... Dafür wird gleichzeitig Alice geboren und Alice giert nach Spaß, Party, Rausch und Drogen... Die Gestaltung des Covers ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Auf schwarzem Hintergrund sehen wir bunte Farben durcheinander gewirbelt. Genau so, wie man sich einen Rausch vorstellen könnte. Mit "Junkgirl" halten wir eine traurige Geschichte über das Ausbrechen, Untergang, Liebe, Verrat und vor allem die Folgen in den Händen. Es ist hart mitanzusehen wie schnell man in den Sog von harten Drogen gezogen wird, dem man sich nicht mehr entziehen kann. Und wir lesen über Menschen die vom Rausch ganz schnell sehr kaputt gemacht werden. Hierbei handelt es sich auf keinen Fall um leichte Kost. Wir erleben das Geschehen aus Sicht von Alissa, die erzählt wie sie ihre Kindheit erlebt hat, wie sie sich in Tara verliebte, abgerutscht ist und es doch noch geschafft hat der Sucht zu entfliehen und vor allem Alice in ihr selbst fernzuhalten. Alice ist das Junkgirl in ihr, Alice ist das ganze Gegenteil von Alissa und Alice giert immer wieder Party und Drogen... Die Autorin nimmt in diesem Jugenbuch kein Blatt vor den Mund. dass der Leser leicht in einem Rutsch durch die Geschichte kommt, liegt nicht unbedingt an der geringen Seitenanzahl, sondern eher daran, dass man als Leser von Anfang an gefesselt ist. Sobald man den ersten Schock über die derbe Ausdrucksweise der Protagonistin bereits im Prolog überwunden hat, kommt man von dem Buch einfach nicht mehr weg, bis man auch die letzte Seite gelesen hat. Die harten Worte in der Erzählung machen das Ganze sehr realitätsnah und authentisch. Der Schreibstil selbst ist flüssig, locker und leicht. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen! Es handelt sich hier um ein Jugendbuch, dass sehr stark an "Wir Kinder vom Bahnhofzoo" von Christiane F. erinnert. Die Autorin hat es geschafft, mir als Leser die Gefühlswelt von einem jungen Mädchen, das mal eben in die harte Drogenszene komplett abrutscht, richtig hart, aber sehr gut nachvollziehbar zu vermitteln. Ich litt mit Alissa und ihren Freunden mit und muss sagen, dass ich am Ende doch noch lange über "Junkgirl" nachdenken musste. Und das ist ein Punkt, der für mich ein gutes Buch ausmacht!

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. March 2012 um 19:22

    Inhalt: Alissa verliebt sich in Tara, weil sie so ganz anders ist als die Anderen. Um Taras Zuneigung und Aufmerksamkeit zu bekommen tut Alissa alles – sie nimmt sogar Drogen. Aus Alias Sicht bekommen wir nun ihr Leben mit den Drogen beschrieben. Rezension: Ich bin durch eine Postkarten-Werbung in einem anderen Buch auf diesen Titel aufmerksam geworden. Leider hat das Buch mich nicht so überzeugt. Die Geschichte an sich finde ich spannend und auch, dass das Buch aus Sicht von Alissa selbst erzählt wird, gefällt mir gut. Aber die Inhalte der Geschichte haben mich nicht wirklich ünerzeugt und die Art und Weise wie Alissa schreibt gefällt mir nicht so gut. Ich bin mir aber sicher, dass dieses Buch Jugendliche ansprechen kann und sie noch einmal neue aufrütteln kann, wie gefährlich der Umgang mit Drogen ist und wie leicht man in ihren Sog gerät.

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. January 2012 um 13:16

    Kurzbeschreibung: Alles begann mit Tara. Der wilden, huskyblauäugigen, verlockenden Tara, in die sich die unscheinbare Alissa Hals über Kopf verliebt. Um mit Tara zusammen zu sein, beginnt Alissa heimlich ein Doppelleben, irrlichtert zwischen Sein und Schein, belügt ihre Eltern und - nimmt Drogen. Sie erlebt ungeahnte Höhenflüge, ist verzaubert, berauscht, fühlt sich unsterblich. Es scheint, als sei Alissas Sehnsucht endlich gestillt. Da zeigen sich tiefe Risse in Taras schillernder Welt... Zur Autorin: Anna Kuschnarowa, geboren 1975 in Würzburg, studierte Ägyptologie, Prähistorische Archäologie und Germanistik in Leipzig, Halle/Saale und Bremen. Sie unterrichtet Mittelägyptisch an der Universität Leipzig, seilt sich aber regelmäßig aus dem Elfenbeinturm ab und arbeitet dann als freiberufliche Autorin und Fotografin. Bei Beltz & Gelberg erschienen von ihr bereits die Romane Spielverderber und Schattensommer. Rezension: Die 15-jährige Alissa ist jüngstes Kind einer sehr frommen Familie. Die Eltern sind mit Leib und Seele Mitglieder einer Freikirche und leben nach strengen Reglements, denen sich auch Alissa unterwerfen muss. Diese fühlt sich schon lange als das schwarze Schaf dieser ach so Heile-Welt-Familie und immer mehr stört sie, dass sie nichts frei entscheiden darf, sondern alles, sogar die Auswahl an Kleidung, vorgeschrieben bekommt. Dann lernt sie Tara kennen, zwei Jahre älter als sie, neu an der Schule und das genaue Gegenteil von Alissa: Tara trägt provozierend kurze Klamotten, ist gepierct und geschminkt, ein Gothic-Girl wie es im Buche steht. Alissa ist vom ersten Augenblick an fasziniert von diesem geheimnisvollen Mädchen und das beruht auch bei Tara auf Gegenseitigkeit. Aus ihnen wird ein Paar, doch etwas wird immer zwischen ihnen stehen: die Drogen. Bald schon rutschen beide immer tiefer hinab in die Drogenhölle mit allem was dazugehört, und das kann einfach nicht gut enden... In jüngeren Jahren habe ich einige Literatur über Drogen(geschichten) gelesen, am häufigsten wohl das berühmteste Werk seiner Art, "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und auch den gleichnamigen Film habe ich mehrere Male gesehen. Mag dieses Buch heutzutage etwas angestaubt erscheinen, da es bereits Anfang der 1980er Jahre erschien, kann man "Junkgirl" doch durchaus damit vergleichen. Alissa, die sich später als Drogenbraut Alice nennt, und Tara erinnerten mich stark an das Paar Christiane und Detlef. Anfangs durch ihre Liebe vereint, stehen die Drogen später deutlich im Vordergrund und auch zwischen ihnen. Alissa rutscht durch Tara immer mehr ab, denn sie möchte wie ihre Freundin auf dem gleichen Level sein, was den Rausch anbelangt. Der Leser erlebt am eigenen Leib die Verwandlung von Alissa zu Alice mit. In bildhafter Sprache beschreibt Anna Kuschnarowa den Abstieg dieses Mädchens, erzählt von einem noch nie dagewesenen Rausch, den die Drogen mit sich bringen bis hin zum schrecklichen "Cold Turkey" - dem Kalten Entzug, den Alissa und Tara mehrere Male machen, um die Sucht hinter sich zu lassen. Ob Alissa ihre Sucht jedoch für immer beenden kann und wird, wird am Ende offengelassen. In ihrem Kopf spukt ab und zu noch die Stimme von Alice herum, ihrer dunklen Seite, die sich anhand von fettgedruckten Passagen häufiger in die Geschichte miteinbringt. "Junkgirl" beschönigt nichts, denn die Wortwahl von Anna Kuschnarowa ist in kurzen knappen Sätzen drastisch, ohne etwas ausschmücken zu wollen. Ich kann den Roman für interessierte Leser nur weiterempfehlen und raten, auch weiterführend "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" zu lesen. Auch wenn dieses Buch schon etwas "antiquiert" erscheinen mag, ist es doch der Grundstein dieser Art von Literatur und weiß immer noch zu erschüttern. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist sehr psychedelisch angehaucht, Muster in verschiedenen bunten Farben machen auf das Grundthema aufmerksam. Fazit: "Junkgirl" bietet eine moderne Erzählung des "Christiane F."-Stoffes - und schockiert und erschüttert genauso wie sein (etwas in die Jahre gekommener) Vorgänger.

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    TheSarahStory

    TheSarahStory

    05. December 2011 um 16:51

    Das Buch ist im Beltz Gulliver Verlag erschienen, hat 222 Seiten und kostet 12,95. Das Buch ist eine broschierte Ausgabe und ist ab 14 Jahren empfohlen. Alissa ist 15 und lebt in einem behüteten Elternhaus. Eigentlich hat sie vier Geschwister, und doch wächst sie alleine auf, da die älteren Kinder der Familie aus dem Gröbsten raus sind, als Alissa auf die Welt kommt. Allerdings werden ihr ihre Geschwister ständig als Vorbilder unter die Nase gerieben. Die Mutter passt auf, das Alissa sich anständig kleidet, ihr Vater holt sie nach der Schule ab und der Umgang mit Jungs wird Alissa auch so weit es geht verboten. Eigentlich kann sie sich für ihr Alter überhaupt nicht angemessen entfalten. Und so kommt es, dass Alissa beginnt zu rebellieren, als sie Tara kennenlernt, und aus dem bedrängendem Leben ihrer spießigen Eltern ausbricht. Mit Tara beginnt die beste Zeit ihres Lebens. Doch die richtigen Höhenflüge beginnen erst, als sie sich in Taras Drogengeschichte hineinziehen lässt. Dass diese Höhenflüge auch Bruchlandungen mit sich ziehen, hat Alissa nicht gedacht, und ehe sie sich versieht, steckt sie als 'Alice' in dem beschissensten Leben, dass sie sich je erträumt hätte, und verabschiedet sich von ihrem alten Ich. Denn sie für alles dafür tun, damit die Drogen nicht zwischen ihr und Tara stehen... Im Prinzip ähnelt die Geschichte der von Christiane F. Und doch ist es wieder ganz anders. Dieses Buch beginnt sogleich mitreißend und man wird in die bedrohlich behütete heile Welt von Alissa eingeführt, die jedes Mädchen in diesem Alter strickt ablehnen würde. Alissa fühlt sich nicht zugehörig und bezeichnet sich selbst als Alien und wird von der Familie, insbesondere den geliebten Geschwistern irgendwie in den Schatten gestellt. Die Entwicklung, die Alissa in diesem Buch durchmacht ist unglaublich deutlich. Und trotz, dass man zu Anfang schon fast weiß, wie die Geschichte ausgehen wird, ändert das absolut nichts an dem Drang, dieses Buch zu lesen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und es ist sicher für jeden Leser mindestens ein Sympathieträger dabei. Ich persönlich habe Alissa oder Alice gerne durch die Geschichte begleitet und hab, so weit es mir als Außenstehender möglich war, mit ihr mitgefühlt. Tara ist eine Person gewesen, der ich Anfangs einerseits mit Respekt und andererseits mit Ablehnung begegnet war. Sie ist das komplette Gegenteil von Alissa und noch dazu war sie ziemlich frech. Mit der Zeit habe ich mich an ihre etwas grobe Art gewöhnt und auch sie wurde mir etwas sympathischer. Doch ein kleiner Teil meines Herzens gehörte einer ganz anderen Person dieses Buches, und zwar Leander. Leander ist ebenfalls ein mehr oder weniger wichtiger Charakter der Geschichte und hat eine gewisse Bindung zu Tara aufgebaut, weswegen er Alissa anfangs wirklich ablehnt. Um Leander zu verstehen und um ihn zu mögen braucht man während der Geschichte ein wenig Feingefühl, aber wenn man das bekommen hat, gewinnt man in ihm einen richtigen Freund. So war es jedenfalls bei mir. Der Schreibstil ist anfangs unglaublich gewöhnungsbedürftig. Ich hatte nach den ersten 40 Seiten immer noch das Gefühl, dass dieses Buch mich nicht weiterbringt und wollte abbrechen. Diese dazwischengeworfenen englischen Begriffe haben mir einfach nur die Nerven geraubt und ich fragte mich, in welchem niveaulosen Ghetto ich mich eigentlich befinde. Doch sogleich auf den zehn weiterführenden Seiten war alles vergessen und ich war unglaublich erleichtert, dass ich weitergelesen habe. Der Stil wird so kräftig, die Atmosphäre so dicht, die Geschichte bedrückend. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die Autorin mit diesem Buch wirklich beste Arbeit geleistet hat. Natürlich ist der Stil etwas jugendlich gehalten, eben auch durch die englischen Begriffe. Aber man gewöhnt sich recht schnell daran und am Ende ist man froh darüber, dass kann ich versprechen. Das einzige, was den Lesern eventuell Probleme bereiten könnte, wäre die Tatsache, dass das Buch keine Kapitel hat. Es ist eine durchgehende Geschichte mit Absätzen, die das Jetzt kurz beschreiben, die Geschichte aber nicht in Einzelteile spalten. Das einzige, was ich nach dem Lesen nun noch kritisieren kann, wäre die Umsetzung mancher Szenen. An sich war alles einfach perfekt gestaltet, allerdings hatte ich bis nach der Mitte des Buches das Gefühl, dass die Drogen ein richtig tolles Abenteuer sind. Mir fehlte wirklich dieser erhobene Finger, der immer wieder deutlich macht, dass Drogen einfach schlecht sind. Natürlich ist das Buch keineswegs positiv im Bezug auf Drogen beschrieben, aber ich empfand es einfach als zu euphorisch. Zeitweise habe ich mir da wirklich meine Gedanken gemacht, ob das so gut ist, wenn Kinder mit 14 Jahren dieses Buch lesen. Vielleicht würden sie sich dann auch ein solches Abenteuer wünschen. Weg von Zuhause, keine ätzenden Regeln mehr, die pure Freiheit leben, seine Grenzen austesten, mit Freunden um die Häuser ziehen und nicht mehr in die Schule gehen. Ich meine, wie schön klingt das im ersten Moment für Menschen in dem Alter? Doch Gott sei Dank hat sich dieses Gefühl wieder gewandelt und ich konnte das Buch beruhigt zu Ende lesen und mit gutem Gewissen abschließen und auch hier vorstellen. Wenn von euch das Buch jemand gelesen hat, könnte er mir seine Meinung darüber gerne mitteilen, denn es interessiert mich wirklich sehr, ob nur ich das so sah, oder ob andere diese Angst ebenfalls hatten, dass junge Menschen, das ganze etwas falsch auffassen können. Ansonsten war das Buch wirklich klasse. In diesen 222 Seiten steckt so viel Leben, so viel Gefühl, so viel Tragik und soviel Ableben. Ableben in dem Sinne, weil ich einfach kein besseres Wort finde, für das, was dort vor sich geht. Immer wieder ist es schockierend zu lesen oder auch zu sehen, wie Menschen sich mit Drogen kaputt machen und wie gefährlich sie wirklich sind. Es ist garantiert kein Thema worüber man scherzen sollte, oder was man auf die leichte Schulter nehmen dürfte. In dem Alter, in dem Alissa ist, plus die rosarote Brille, die sie trägt, ist man einfach noch nicht fähig, die Grenzen zu kennen. Aufzuhören, bevor es zu spät ist. Es ist ein wahnsinniger Unterschied zwischen einmal einen Joint rauchen und jeden Tag H drücken. Und doch führt alles zum selben Ende, wenn man nicht aufpasst. Alissa hat ihre Grenzen freiwillig überschritten und sich dem Elend ausgesetzt. Aus Gründen, die niemals dafür zuständig sein sollten. Und wenn man sich in der Welt umschaut, sieht man, dass es viel zu vielen Menschen so ergeht. Ein Buch, das die Augen öffnet. Hoffentlich.

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    MacBaylie

    MacBaylie

    12. November 2011 um 04:03

    Die 15 jährige Alissa wächst überbehütet in einem konservativen Elternhaus auf. Unter ihren Supereltern und den Supergeschwistern fühlt sie sich jedoch fehl am Platz. Dass sie gerne mit Jungs spielt wird unterbunden, ihre Kleidung wird ihr vorgeschrieben und all ihre Freizeitaktivitäten geplant und möglichst noch überwacht. Sogar von der Schule wird sie täglich abgeholt. Als die zwei Jahre ältere Tara an Alissas Schule kommt, ändert sich alles. Alissa ist fasziniert von Taras Art, von ihrer Kleidung und von ihrer selbstsicheren Unnahbarkeit. Nie hätte sie gedacht, dass gerade dieses Mädchen sich mit einem grauen Mäuschen wie ihr abgeben würde, und sie schwebt auf umso höheren Wölkchen, als Tara genau dies tut. Leider ist der Fall aber umso tiefer. Anna Kuschnarowa hat in ihrem Buch ein wahrscheinlich immer aktuelles Thema neu aufgelegt, was sicher auch mal wieder nötig war. Sehr authentisch beschreibt sie die Gefühle eines jungen Mädchens, das sich unverstanden, ungeliebt, ausgestoßen und gegängelt fühlt. In solch einem Zustand braucht es oft nicht viel, um ein Leben in komplett andere Bahnen zu lenken oder es sogar vollends zu zerstören. Leider verpuppt sich der rettende, rauschende Engel nämlich viel zu oft zu einen düsteren Todesengel. Das Zitat auf dem Buchrücken hätte dies nicht besser ausdrücken können: „Die Zeit mit Tara war die großartigste Zeit meines Lebens. Und die beschissenste.“ Die Sprache, die die Autorin für dieses Thema gewählt hat finde ich sehr passend. Da werden keine unangenehmen Details verschönt oder weggelassen, und die Gefühle kommen schonungslos zu Geltung. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Besonders, weil deutlich gemacht wurde, dass auf die anfänglichen euphorischen Glücksgefühle immer das heulende Elend folgt, sobald Drogen im Spiel sind. Ich fand Alissa sehr gut und glaubwürdig dargestellt, wie sie sich immer mehr in Alice verwandelt hat. Es ist arg bedrückend, zu lesen, wie sich ein Mensch unter Drogeneinfluss derartig verändert. Wie schnell es geht, dass er nur noch auf ein Ziel hinsteuert. Den nächsten Schuss. Darüber vergisst er alles, was ihm irgendwann mal wichtig erschien, und sämtliche Grenzen werden immer schneller überschritten. Auch der Schluss hat mir gefallen. Ein Junkie bleibt eben immer ein Junkie, egal wie lange er clean ist. Etwas anders, als ein offenes oder interpretationsfähiges Ende, hätte da auch gar nicht gepasst.

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    anette1809

    anette1809

    30. October 2011 um 23:01

    Inhalt: Alissa ist ein Mädchen aus einem behüteten Elternhaus. Obwohl sie vier Geschwister hat, wächst sie eigentlich alleine auf, ihre Brüder und Schwestern sind alle aus dem Gröbsten raus, als das natürlich verhütete Nesthäkchen Alissa auf die Welt kommt. Brüder und Schwestern werden Alissa ständig als Vorbilder unter die Nase gerieben, die Mutter sorgt dafür, dass Alissa anständig angezogen ist und nach dem Einsetzen der ihrer Periode die ersten Büstenhalter bekommt, Jungs als beste Freunde sind nicht gerne gesehen und richtige Süßigkeiten gibt es nur zu besonderen Anlässen - heile Welt?! Als Alissa die wilde Tara kennenlernt, bricht sie aus ihrer Käseglocke aus und rebelliert. Zunächst ist das Leben mit Tara die großartigste Zeit in Alissas Leben, aber als sie die drogenabhängige Tara dazu überredet, sie auch an diesem Teil ihres Lebens teilhaben zu lassen, wird die Zeit mit Tara auch bald zur beschissesten in ihrem Leben. Sie bricht den Kontakt zu ihrem früheren Ich ab, aus der unscheinbaren Alissa wird Alice, die immer tiefer im Drogensumpf versinkt. Eigene Meinung: Durch den Schauplatz Berlin und das Abhängigkeitssyndrom, an dem Alissa nach ihrem Absturz leidet, erinnert "Junkgirl" an den Klassiker "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Einerseits dachte ich nach Beenden der Lektüre, dass ich mir mit Kenntnis des Romans von Christiane F. die Geschichte von Tara und Alissa hätte sparen können, andererseits ist das Thema natürlich immer noch so aktuell wie vor 30 Jahren und Jugendliche greifen sicherlich lieber zu einem aktuellen Roman als zu einem "alten Schinken". Obwohl mich das Cover in der Buchhandlung nicht angesprochen hätte, muss ich zugeben, dass es perfekt zum Inhalt passt. Die ineinanderverlaufenen Farben suggerieren den Rausch und geben andererseits ein Bild davon, wie planlos Alissas Leben verläuft, nachdem sie suchtkrank geworden ist. Sie geht keinem geregelten Tagesablauf nach, sie lebt nur noch von der Hand in den Mund beziehungsweise bis zum nächsten Schuss. Im Falle von Alissa hat die Suchterkrankung zu beinahe so etwas wie einer Persönlichkeitsspaltung geführt. Neben Alissa existiert die schillernde, wilde Alice im Drogen-Wonderland, die in Tara verliebt ist und die im Drogenrausch Höhenflüge erlebt. Anna Kuschnarowa hat diese zwiegespaltene Persönlichkeit sehr gut herausgearbeitet, in dem jedem Kapitel ein Zwiegespräch vorangestellt wird, in dem sich Alissa und Alice bekämpfen. In der Jetztzeit sitzt Alissa in einem Internat in Brandenburg und ist clean, sie ist wieder Alissa, wenigstens ein bisschen, aber der Rest ist immer noch Alice. Die beiden reflektieren Alissas Leben und Alices Leben bis zu diesem Punkt und entlassen den Leser am Ende in eine ungewisse Zukunft, an deren Scheideweg Alissa steht oder vielleicht doch Alice? Es gibt sicherlich Leser, denen das eher offen gehaltene Ende missfallen wird, aber gerade das Ende hat sehr stark bei mir gepunktet, da ich denke, dass ein Leben mit Drogensucht und anschließendem Entzug selten bis gar nicht mit Ende und PUNKT endet. Allerdings habe ich einen anderen Kritikpunkt an Alissas Geschichte. Mir persönlich kam ihr Umfeld zu kurz. Sie ist zu schnell aus ihrem alten Leben herausgetreten und im Anschluss gab es nicht mehr als ein oder zwei kleine Berührungspunkte in ihrem neuen Leben und ihrer Familie, bevor die spätere Entwicklung in der Geschichte dazu führt, dass alle wieder aufeinandertreffen. Selbst wenn Alissa ein Unfall einer natürlichen Verhütung war und eigentlich nicht geplant, so kann ich mir nicht vorstellen, dass sie ihren Eltern so gleichgültig sein soll, dass diese nach ihrem Verschwinden nicht intensiver nach ihr gesucht haben. Der Roman wäre für mich authentischer und vor allen Dingen nahegehender gewesen, wenn ich mehr vom Kummer und den Sorgen Außenstehender erfahren hätte. Tara und Alissa sind in ihrem Drogenrausch sehr egoistisch und denken nur an sich selbst, mir haben Charaktere gefehlt, die Sympathie oder Mitleid beim Leser erwecken, so dass man noch tiefer in die Geschichte eingetaucht wäre. Im Ansatz vermitteln tiefer gehende Gefühle nur Taras Oma und Taras Kumpel Leander. Tara und Alissa selbst bleiben zu fremd und unnahbar als das mich ihre Geschichte völlig hätte berühren können.

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    littleKiwi33

    littleKiwi33

    22. October 2011 um 13:03

    In dem Buch "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa geht es um die minderjährige Alissa, die sich in Tara verliebt, aber später merkt, dass das ein großer Fehler war. Als Tara neu an Alissas Schule kommt, verliebt Alissa sich sofort in sie. Als sich die beiden näher kommen nimmt Tara Alissa mit zu ihren Freunden... damit beginnt ihr schlimmster Albtraum, sie fängt an Drogen zu nehmen. Als sie es erfährt was sie nimmt, ist sie erstmal geschockt, aber nimmt es weiter und als sie ihren ersten Entzug macht, wird sie direkt wieder rückfällig. und es wird immer schlimmer. Die fängt an zu klaufen (kaufen und klauen) und andere Dinge, nur um an Geld zu kommen für die Drogen. Als Tara stirbt, geht sie wieder nach hause, eigentlich um den Tresor auszuräumen, wird aber ohnmächtig und wacht erst im Krankenhaus wieder auf und macht dort ein erfolgreichen Entzug. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallan, weil es mal die Welt aus der Sicht von einem Ex-Junkie zeigt und die Probleme die auftreten, wenn man Drogen nimmt. Dieses Buch ist sehr empfehlenswert. UNBEDINGT LESEN!!!

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Kiwi33

    Kiwi33

    18. October 2011 um 13:50

    Junkgirl handelt von Alissa, einem netten Mädchen aus einer sehr christlichen Familie. Sie ist sehr behütet aufgewachsen und war immer eher unscheinbar. Bis sie in der Schule die schrille Tara kennen lernte, die sie von Anfang an sehr faszinierte. Sie freundete sich ohne das Wissen ihrer Eltern mit ihr an und rebellierte immer stärker gegen die ihr auferlegten Regeln. Sie lief von zu Hause weg, nahm immer härtete Drogen und wurde zwangsläufig kriminell. Dieses Buch habe ich stellenweise unter Tränen gelesen, da es von der Thematik her schon sehr heftig ist. Die Autorin versteht es, den Leser in die Geschichte mit rein zuziehen und man lebt und leidet mit Alissa. Man spürt den Drang der Sucht nachzugeben genauso, wie die Neugier, die Kälte des Entzugs oder die Scham, die Verzweiflung, die Trauer... Junkgirl ist auf jeden Fall sowohl für Teenager, als auch für Erwachsene lesenswert!

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    14. October 2011 um 12:04

    KLAPPENTEXT: Alles begann mit Tara. Der wilden, huskyblauäugigen, verlockenden Tara, in die sich die unscheinbare Alissa Hals über Kopf verliebt. Um mit Tara zusammen zu sein, beginnt Alissa heimlich ein Doppelleben, irrlichtert zwischen Sein und Schein, belügt ihre Eltern und – nimmt Drogen. Sie erlebt ungeahnte Höhenflüge, ist verzaubert, berauscht, fühlt sich unsterblich. Es scheint, als sei Alissas Sehnsucht endlich gestillt. Da zeigen sich tiefe Risse in Taras schillernder Welt... ZUR AUTORIN: ( Quelle: Beltz&Gelberg ) Anna Kuschnarowa, geboren 1975 in Würzburg, studierte Ägyptologie, Prähistorische Archäologie und Germanistik in Leipzig. Sie unterrichtet Mittelägyptisch an der Universität Leipzig, seilt sich aber regelmäßig aus dem Elfenbeinturm ab und arbeitet dann als freiberufliche Autorin und Fotografin. Bei Beltz&Gelberg erschienen von ihr bereits die Romane „Spielverderber“ und „Schattensommer“. EIGENE MEINUNG: Zieht euch warm an, denn wenn ihr „Junkgirl“ lest, denn euch wird eine Eiseskälte den Rücken herauf kriechen. So traurig und bedrückend ist die Geschichte von Alissas Wandlung zu Alice und ihrem Pitchblack Angel Tara. Alissa kommt aus einer sehr christlichen Familie. Eine Familie, die versucht ihre Kinder zu behüten und vor den Boshaftigkeiten der Welt zu beschützen. Alissa hat sich in dieser Familie immer als das schwarze Schaf gesehen. Sie ist anders. Nicht so nett und großherzig wie ihre Schwester Pia, und auch nicht so glatt. Sie ist eine Rebellin. Außerdem hat sie andere Ansichten davon, was für sie schlecht ist, als ihre Eltern, so dass eine Menge Reibungspunkte entstehen. Als Alissa dann Tara kennen lernt, die ihr nicht immer vorschreibt was sie tun soll, sondern zeigt was Spaß ist und wie toll es ist anders und vor allem nicht langweilig zu sein, ändert sich Alissas Leben schlagartig. Aus der braven Alissa wird Alice. Alice, die nicht mehr zur Schule geht und Drogen nimmt... „Junkgirl“ ist ein sehr bewegendes und berührendes Buch. Es beschreibt sehr authentisch den Zerfall eines jungen Mädchens, dass aus seiner Rolle, seinem Umfeld ausbricht, um ...ja um was überhaupt? Um anders zu sein? Um einen Kick zu erleben? Um endlich mal Spaß zu haben? Was davon ist im Leben eines Teenagers so wichtig, dass er / sie zu Drogen greift und sein Leben damit den Hunden zum Fraß vorwirft? Fragen, die mich während des Lesens sehr beschäftigt haben. Eine davon ist auch: Wer ist schuld daran? Wer ist schuld, dass ein Jugendlicher zu Drogen greift? Er/sie selbst aus oben genannten Gründen? Oder das Umfeld? Eltern, die Kinder in eine Schublade stecken wollen? Eltern, die Kindern ihren Lebensweg vorgeben wollen? Eltern, die nur das Beste für ihre Kinder wollen? Die Frage des Warums und die Frage des Schuld werden im Buch aus unterschiedlichen Blickwinkeln angeschnitten. Anna Kuschnarowa lässt die Antwort darauf aber offen, so dass ihre Leser sich selbst Gedanken darüber machen können, machen müssen. Ein dickes Plus für diese Art Leser nachdenklich zu stimmen darüber, warum Junkies zu Drogen greifen. Denn ich finde es ganz schlimm, dass viele Drogensüchtige einfach damit abgestempelt werden: „Der / Die nimmt Drogen. Selbst schuld!“ Die Sprache in der Geschichte ist sehr jugendlich slanghaft. Oft wirkt das in Jugendbüchern, die von Erwachsenen geschrieben werden aufgesetzt, was hier aber gar nicht der Fall ist. Die Autorin versetzt sich sehr gut in die jugendlichen Darsteller ihres dramatischen Romans, so dass Ausdruck und Umgangsformen der Charaktere sehr authentisch wirken. Immer wieder gibt es kleine fettgedruckte Einwürfe von Alissa bzw. ihrem Drogen-Ich Alice - die Geschichte ist so erzählt, als ob Alissa sie Revue passieren ließe - , mit denen sie ihr Leben im Drogensumpf kommentiert. Dabei wird deutlich wie stark sich der Charakter verändert und zu welchen psychischen Abgründen und Tiefen ein Leben als Junkie führt. Anna Kuschnarowa ist es sehr gut gelungen rüber zu bringen wie gefühlskalt Konsumenten von Drogen werden, wie sehr sie irgendwann von den Drogen beherrscht werden, wie sehr ihre Gefühlswelt darunter leidet bis es irgendwann so weit ist, dass sie das Gefühl haben innerlich schon längst gestorben zu sein... Dies wirkt im Buch so echt, so nah, so eindringlich, dass ich ganz traurig wurde und Alissa, Tara und ihre Freunde am liebsten gepackt und aufgerüttelt hätte. FAZIT: „Junkgirl“ ist ein Buch, das berührt, das bewegt, das traurig macht, das Gänsehaut verursacht und unseren schwarzen-weißen Horizont so weit öffnet, dass wir ein bisschen farbiger sehen, ein bisschen mehr hinter die Fassade blicken und das uns vielleicht auch ein bisschen verständnisvoller macht. Eine absolute Leseempfehlung für Jung und Alt und all diejenigen die vom Thema Drogen direkt oder indirekt betroffen sind.

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. October 2011 um 20:46

    Alissa ist 16 Jahre und ein ruhiges und schüchternes Mädchen, dass aus einem sehr streng konservativen Elternhaus stammt. So entspricht sie mit ihrer stillen und zurückhaltende Art, genau den Vorstellungen ihrer Eltern. Doch als Tara auftaucht, verändert sie sich und legt ein gerade zu rebellisches Verhalten an den Tag, denn Alissa hat sich in Tara verliebt, die fortan der Mittelpunkt ihres Lebens ausmacht und Abwechslung und Spaß, in ihr sonst so geregeltes, strukturiertes und einsames Leben bringt. Als ihre Eltern sie zur Erziehung in weitentferntes Internat stecken wollen, sieht diese keine andere Möglichkeit als von Zuhause abzuhauen, um mit Tara zusammen zu sein. Allein mit Tara, verfällt Alissa immer mehr der unkontrollierten Freiheit, bestehend aus Partys, Alkohol und Drogen. Es dauert nicht lange und Alissa befindet sich tief in der Drogensucht und hat sich selbst verloren. . Doch so schillernd und berauschend dieses Abenteuer auch begonnen hat, so bleibt es nicht ohne Konsequenzen, diese sie tief in den Abgrund stürzen. Tara ist das komplette Gegenteil von der zunächst stillen und zurückhaltenden Alissa, diese aus einer sehr streng religiösen Familie stammt. Sie ist aufbrausend, wild und außer Kontrolle, denn der Konsum von Drogen gehört zu ihrem Alltag. Diese Andersartigkeit fasziniert Alissa, die sich bald ein Leben ohne Tara nicht mehr vorstellen kann und bereit ist alles für sie aufzugeben, solange sie nur mit Tara zusammen sein kann. Denn in ihrer eigenen Familie war sie stets die Unsichtbare, die nicht wirklich Wahrgenommene, wodurch sie sich nicht nur einsam, sondern auch ausgegrenzt fühlte. So gibt Taras Aufmerksamkeit, ihr genau diese so erwünschte Zuneigung. Zudem ermöglicht sie ihr Freiheit, ihr Leben so zu leben wie sie will, ohne die Grenzen ihrer sehr strengen Eltern. . Die Autorin zeigt eine schillernde Partywelt in diese die Beiden flüchten, die gar nicht so berauschend ist, wie im Rausch wahrgenommen, mit all ihrer Abhängigkeit und Sucht nach Drogen. Denn um Leben zu können, brauchen sie den Kick durch die Drogen und an diese zu kommen ist gar nicht so einfach. Ist dieser Kick dann vorbei, folgt die kalte, schmerzliche Nüchternheit, die sowohl für Körper als auch Seele grausam zu ertragen ist, sodass man als Leser selbst auch das Buch mal aus der Hand legen muss, um das ganze Sacken zu lassen. Einiges bleibt auch am Ende noch ungeklärt und oft auch im Geschehen selbst ein wenig verwirrend, was ein bisschen das Lesen beeinflusst, bei diesem man von einer Flut unterschiedlicher Gefühle befallen wird. Man hat Mitleid mit Alissa, ist erschüttert von den Handlungen der Beiden, die teilweise wirklich extrem sind und man fragt sich warum keiner zu ihnen durchdringen kann, warum erst die totale Katastrophe eintreten muss. Man fühlt und leidet mit Alissa, die nach einer gewissen Zeit, verzweifelt versucht aus diesem Teufelskreis, in diesen sie geraten ist zu kommen. Sie muss mit ihrem neuen Ich klarkommen, dass mit aller Gewalt versucht die Oberhand über sie zu gewinnen. Denn wie Alissa es treffend selbst sagt: "Wer spielt, kann auch verlieren" ! . "Junkgirl" ist ein glaubwürdiges Buch, dass zeigt wie leicht es ist in die Sucht zu verfallen und wie schwer es ist aus dieser wieder heraus zukommen. Denn der erste Schritt Richtung Heilung ist die Einsicht ein Problem, in diesem Falle die Abhängigkeit und Sucht nach Drogen zu haben, doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Eine schonungslose und bewegende Geschichte, über den tiefen Fall in den Drogensumpf, eines jungen, unschuldigen Mädchens, dass sich nur nach Zuneigung und Unabhängigkeit gesehnt hat. 3,5 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Natalie77

    Natalie77

    23. September 2011 um 16:25

    Inhalt: Alissa wächst als jüngstes von fünf Kindern gut behütet in einer sehr gläubigen Familie auf. Überhaupt ist alles sehr spießig. Sonntags geht es in die Kirche und schwarze Unterwäsche ist unhygienisch. Alissa ist nicht nur die Jüngste, auch der Abstand zu den großen Geschwistern ist riesig, sie war ein Unfall und so sieht sie sich als schwarzes Schaf der Familie. In der Schule ist sie unscheinbar, bis eines Tages Tara auftaucht. Sie hilft ihr bei einer Auseinandersetzung mit einem Mitschüler und macht so auf Alissa einen Riesen Eindruck. Tara ist 18, wohnt bei der Oma und ist alles andere als angepasst, eher rebellisch. Alissa ist fasziniert von ihr und verliebt sich in sie. Sie passt sich immer mehr Tara an und wird von der unscheinbaren Alissa zur rebellischen Alice.... Meine Meinung: Junkgirl hat mich sehr an Die Kinder von Bahnhof Zoo erinnert, denn die Geschichte ist ähnlich: Ein junges Mädel hat die falschen Freunde und fängt an Drogen zu nehmen. Das Anna Kuschnarowa, das Thema wieder aufgreift finde ich gut, denn welcher Teenie liest heute noch Die Kinder von Bahnhof Zoo. Ich glaube das klingt für viele schon nach Langeweile und Leseunlust obwohl ich es ein super Buch finde, aber darum geht es gerade nicht. Junkgirl zeigt eben auch das nicht nur Kinder aus asozialen Familien Probleme machen können, sondern auch Kids die alles haben, es nur nicht zu schätzen wissen. Das Buch ist nicht wirklich dick mit 220 Seiten und so hat man es ruck zuck gelesen. Vor allem da man Anfangs schon ein Ende erahnen kann und gespannt ist wann es nun dazu kommt. Trotzdem kommen immer noch Sachen dazu die überraschen, aber für mich blieb am Ende auch die ein oder andere Frage offen und ich hätte mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht. Trotzdem ist es für mich sehr empfehlenswert auch als Aufklärungsbuch was passieren kann wenn....

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  • Rezension zu "Junkgirl" von Anna Kuschnarowa

    Junkgirl
    Logoso

    Logoso

    14. September 2011 um 14:25

    Der Jugendroman ,,Junkgirl” erschien 2011 bei Beltz und Gelberg. Die aus Würzburg stammende Autorin Anna Kuschnarowa verfasste bereits Werke wie ,,Spielverderber” und ,,Schattensommer”. Die Familie Johansson könnte man als Vorzeigefamilie bezeichnen. Die meisten der Kinder haben sich bereits ihr eigenes Leben aufgebaut, sie gehen jeden Sonntag in die Kirche, ernähren sich ausschließlich gesund, achten auf Benehmen, Normen und ihren Ruf. Die einzige die bei ihrem Lebensstil aus der Reihe fällt ist Alissa. Alissa ist die jüngste der Geschwister und das schwarze Schaf der Familie. Sie hat sich schon immer viel lieber mit Jungs getroffen als mit den eingebildeten, langweiligen Mädchen aus ihrer Gemeinde zu spielen. Doch trotz der Tatsache, dass ihr die Lebensform ihrer Familie immer mehr zuwider wird, weiß sie nicht, wie sie aus ihr ausbrechen kann. Dies ändert sich als eine neue Schülerin an ihre Schule kommt: Tara. Tara verkörpert auf den ersten Blick als dass was Alissas Eltern missbilligen würden. Sie kleidet sich aufsehenerregend, lässt sich nichts gefallen und scheint aus einer anderen Welt zu kommen. Durch Tara lernt Alissa ein Leben kennen, mit welchen sie vorher nie in Kontakt gekommen ist. Doch dieses bringt nicht nur die guten Seiten mit sich, wie Freiheit, Liebe und Selbstbestimmung. Denn bald findet sich Alissa in einem Strudel aus Partys, Drogen und der bedrückenden Realität wieder. Was wird geschehen, wenn es irgendwann nicht mehr so leicht ist in den bittersüßen Sog der drogenvollgepumpten Höhenflüge zu entkommen? Der Schreibstill von Anna Kuschnarowa hat mich sogleich in seinen Bann gezogen. Sie versteht es Textstellen eine gewisse Eindringlichkeit zu vermitteln indem sie immer wieder kurze Satzfragmente verwendet. Manchmal in der Art wie man selber denken würde, wodurch ich mich in größerem Masse angesprochen gefühlt habe. Desweitern bringt sie hin und wieder englische Floskeln ein, wie sie die Jugend von heute gerne in ihrem Sprachgebrauch verwendet. Dieses Mittel baut für junge Erwachsene eine Art sprachlichen Wiedererkennungswert auf. Die Gestaltung des Textes ist interessant und irgendwie auch fesselnd. Wir haben keine Kapitelunterteilung, dafür aber zwei verschiedene, durch die Schriftart gekennzeichnete, Erzählzeiten. Zum absoluten Großteil dreht sich das Werk um Alissas Leben kurz vor ihrer ersten Begegnung mit Tara bis hin zum Ende der Zeit, welche sie mit ihr verbrachte. Die zweite Erzählzeit ist die momentane Gegenwart. Sie wird in Unterhaltungen, Zwiegesprächen und Gedanken von und zwischen Alissa und Alice dargestellt, welche sich jedes Mal auf die vorher vorgestellten Textabschnitte aus Alissas Vergangenheit beziehen. Alice ist die Person, die die Drogen aus unserer Hauptperson gemacht haben. Die Geschichte an sich ist fesselnd, regt zum Nachdenken an und rüttelt, wie viele solcher Werke an den Gitterstäben der Vorstellungen von einem über Menschen, welche ebenso ein Leben da draußen führen könnten und wie man ihnen begegnet, wenn man sie auf der Straße sieht. Man kennt die Geschichte der Personen nicht, weiß nicht wie sie dazu kamen, was sie dazu bewegt hat und doch urteilt man so oft viel zu schnell über sie. Sicherlich ist der Konsum von Drogen und das möglich dazuführende Leben nichts, dass man sich wünscht, etwas das einen befremdet, mit dem man nicht unbedingt etwas zu tun haben möchte. Doch die Menschen an sich, sind genauso Menschen, wie jeder andere. Gerade, da derlei Werke einen dazu animieren über solche Dinge nachzudenken, welche meist nicht zu unserem eigenen Alltag gehören und doch etwas Alltägliches sind, lese ich sie gerne. Ich kann nur sagen, dass Anna Kuschnarowas Werk außerordentlich gut gelungen und wirklich lesenswert ist. Die Figuren der Geschichte bestehen aus ganz verschiednen Charakteren aus unterschiedlichen “gesellschaftlichen Welten”, was dem Ganzen noch einen zusätzlichen authentischeren Touch verleiht. Unsere Hauptperson Alissa kommt aus einer wohlhabenden Familie, welche sie in einem Käfig aus Vorschriften, Regeln und Normen festhält. Durch Tara, in welche sie sich verliebt, wird sie schließlich zur ,,Drug-Princess” und lebt ein wildes drogenerfülltes Leben, ohne an das Morgen zu denken. Die 18-jährige Tara hat ihre Eltern bei einem Autounfall verloren und lebt bei ihrer Oma. Sie ist bekannt als die ,,Queen of Shore” und versucht zu Beginn noch Alissa von ihrer Welt fern zu halten. Sie fällt durch ihren Stil und ihre selbstsichere Haltung sofort auf, hat aber auch eine sensible Seite. Leander war früher einmal mit Tara zusammen, bevor sie sich zu ihrer Liebe zu Frauen bekannte und liebt sie immer noch. Er ist der einzige wahre Freund, der an Taras und Alissas Seite bleibt. Er nimmt zwar selbst Drogen, doch schafft er es noch so zu wirken, als hätte er alles irgendwie im Griff. Er ist die größte Stützte für die beiden jungen Frauen. Es gibt noch viele andere Figuren, die das Gesamtbild der Geschichte vervollständigen und sie zu dem machen, was sie geworden ist. Kurz gesagt: Ich kann den Jugendroman ,,Junkgirl” jeden ans Herz legen, der einmal tiefer in diese Welt aus trügerischem Schein und der harten Wirklichkeit eintauchen will. Für Jugendliche ab etwa 15 und aufwärts ist dies eine interessante, aufrüttelnde Lektüre!

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