Anna Lyndsey Im Dunklen

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Inhaltsangabe zu „Im Dunklen“ von Anna Lyndsey

Die Sonne und das Licht – sie sind unser Lebenselixier, ohne das wir in unserer Welt verloren wären. Die Vorstellung, die Tage in schwarzer Finsternis zu verbringen, erfüllt uns mit Beklemmung und Schrecken. Und doch ist genau dies die Situation, die Anna Lyndsey seit einigen Jahren bewältigen muss: Sie erkrankte an einer extremen Form von Lichtsensibilität und verbringt seither den größten Teil ihres Lebens in einem komplett abgedunkelten Raum. In ihrem Buch schildert sie, was es bedeutet, die vertraute und geliebte Welt, in der sie gelebt hat, zu verlieren – und wie sie dafür kämpft, eine neue zu errichten. „Im Dunklen“ ist das beeindruckende Zeugnis einer starken Frau, der es dank ihrer Kreativität und ihres Humors gelingt, sich ihren Mut nicht nehmen zu lassen – und die wild entschlossen ist, in der Welt immer wieder ein Stück Glück zu finden.

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  • Im Dunklen: Mein Leben ohne Licht, rezensiert von Götz Piesbergen

    Im Dunklen

    Splashbooks

    27. July 2015 um 10:25

    Wie ist das, wenn man das Licht nicht mehr ertragen kann? Wenn man schon fast allergisch darauf reagiert? Eine Frage, die Anna Lyndsey versucht, in ihrer Autobiographie "Im Dunklen: Mein Leben ohne Licht" zu beantworten. Lange Zeit hatte die Autorin ein normales Leben. Sie arbeitete im britischen Ministerium für Arbeit und Soziales und hatte auch jemanden, der ihr persönlich etwas bedeutet. Bis ihr Körper anfing, immer mehr allergisch auf Licht zu reagieren. Schon bald wurde bei ihr eine extreme Lichtsensibilität festgestellt. Woraufhin sie anfing, vollkommen abgeschieden, nur im Dunkeln zu leben. Es fällt einem schwer, sich das vorzustellen. Vollkommen abgeschieden, in totaler Finsternis zu leben. Weil schon der kleinste Lichtstrahl, selbst wenn er künstlichen Ursprungs ist, dazu führt, dass ihre ganze Haut anfängt zu brennen. Als Deutscher reagiert man darauf, dass man Parallelen zu Hannelore Kohl zieht, die in den letzten Jahren ihres Lebens eine schwere Lichtallergie hatte. Doch die Autorin mit der Politikerin zu vergleichen, wäre der Schriftstellerin gegenüber nicht unfair. Denn man weiß schließlich nicht, ob die beiden Frauen auch unter derselben Krankheit litten. Auf jeden Fall versucht Anna Lyndsey dem Leser sowohl ihre Vergangenheit als auch ihr Leben näher zu bringen. Dabei geht sie nicht chronologisch vor. Vielmehr springt sie von Thema zu Thema. Sie berichtet aus ihrem Alltagsleben, erzählt von ihren Träumen und wie sie sich selbst beschäftigt, während draußen die Sonne strahlt.Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/22212/im_dunklen_mein_leben_ohne_licht

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  • Photophobie - eine Lebensgeschichte

    Im Dunklen

    MelE

    10. July 2015 um 08:11

    Ich habe "Im Dunklen" nicht als Sachbuch empfunden, sondern als Tatsachenbericht. Auch als reinen Roman würde ich das Buch nicht einordnen können. Uns wird auf schonungslose, ehrliche Art und Weise die Erkrankung an Photophobie / Lichempfindlichkeit nahe gebracht und als Leser bekommt man gleichzeitig eine Aufklärung über eine Erkrankung, die Menschen wirklich verändert. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich dazu verdammt wäre, mein Dasein lediglich an einem dunklen Ort fristen müsste? Ein Anfall von Mitleid mit Anna Lyndsey verflüchtigt sich rasch, denn sie entwickelt eine innere Stärke, die lernt mit ihrer Erkrankung umzugehen. Sie nimmt uns mit in eine Reise in ihr Dunkel und überwältigt mich damit mitunter. Im Buch klingt oft die Trauer mit, was Anna Lyndsey verloren hat, aber sie schafft es sich neues Licht zu erschaffen und der Depression, das Schwermütige nicht nachzugeben, sondern sich mit ihrer Erkrankung zu wandeln. Ich empfand es als mutig und sehr herausragend. Es wird mir schmerzlich bewusst, wie undankbar ich über Kleinigkeiten bin und doch so viel gutes, so viel Licht in meinem Leben Raum geben kann. Anna Lyndsey hat einen liebevollen Partner an ihrer Seite, der sie mitträgt und erträgt. Für ihn bedeutet das Leben im Dunklen auch jede Menge Verzicht, da er seinen Lebensunterhalt als Fotograf verdient. Reisen und anderes ist ihnen mittlerweile untersagt, da es für Anna äußerst schmerzhaft ist, sich dem Tageslicht und anderen Lichtquellen auszusetzen. Anna reagiert über die Haut auf Lichteinwirkung und selbst Bekleidung schützt sie nicht durchdringend genug. Anna entwickelt sich zum Nachtmenschen, denn in der Nacht wird ihr die Sonne nicht gefährlich, allerdings reagiert sie auf Autoscheinwerfer und Licht von Bewegungsmeldern. Ihre Sichtweise wirkt humorvoll, aber ich vermute, dass sie nur so ihr Leben ertragen kann. Selbst Nachts sind ihre Spaziergänge ein Spießrutenlauf, denn Anna muss aufmerksam bleiben und kann sich nicht komplett auf die Nacht einlassen. Photophobie war mir nicht unbekannt, aber in so krasser Form dargestellt, nimmt es einem Menschen einiges an Lebensfreude. Anna, die mir als sehr stark erschien, zerbricht nicht an ihrer Diagnose, sondern lernt langsam und stetig mit ihrer Erkrankung umzugehen. Für mich als Leserin ein Erfahrungsbericht, der mir authentisch und ehrlich erschien. Das Buch zu bewerten fällt mir nicht leicht, da doch ein Mensch über sein Leben berichtet, wie kann ich also abwerten, was für Anna Lyndsey wichtig ist? Sie beschreibt ihren Schmerz, ihre Wut und auch den Überlebenstrieb, sich dem entgegenzustellen, was ihr Leben komplett von meinem unterscheidet. Sie verdient Respekt, denn sie klärt nicht nur auf, sondern macht auch Mut. Mut für Betroffene und Mut vielleicht auch den Angehörigen. Mich reizte es, das Buch zu lesen, um zu lernen und mehr über Photophobie zu erfahren. Ich konnte mich sehr gut auf Anna Lyndsey einlassen, daher gibt es definitiv eine uneingeschränkte Leseempfehlung an ein Buch, welches schonungslos, offen, ehrlich und absolut authentisch erschien. Anna Lyndsey versucht nicht einen Moment lang sich ins rechte Licht zu rücken, sondern erzählt auch von den Dingen, die sich lediglich in ihren Gedanken abspielen. Wir treffen keinesfalls auf eine Friede - Freude - Eierkuchen - Welt, sondern auf eine starke Persönlichkeit, der es nicht gestattet ist, sich Sonne und anderen für sie schädlichen Lichtquellen auszusetzen. Interessant hierbei ist auch, dass sie sich Spiele ausdenkt, die ihr helfen nicht durchzudrehen und weiterhin ihre Gehirnzellen zu aktivieren. Ein interessantes Buch, welches sich zu lesen gelohnt hat. Vielen Dank dafür!

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  • Nahe gehendes Schicksal

    Im Dunklen

    michael_lehmann-pape

    09. June 2015 um 13:43

    Nahe gehendes Schicksal „Prognose: Von der Erfahrung mit anderen Patienten und der vorliegenden Literatur zu dieser Form der Lichtdermatose……., es gibt jedoch eine erhebliche Anzahl von Patienten, bei denen über einen längeren Zeitraum keine Verbesserung der Symptomatik zu beobachten war….“ Hannelore Kohl war sicherlich die prominenteste deutsche Betroffene von dieser selten Form der Dermatose gegen Licht. Anne Lyndsey erzählt in diesem Buch hautnah und ohne jeden Pathos von ihrem Gang in diese Krankheit hinein. Vom ersten Gesichtsbrennen vor dem Computerbildschirm, das ihr späterhin ihre intensive und motivierte Arbeit im britischen Arbeitsministerium unmöglich machte. Vom stetigen Fortschreiten der Krankheit, bis nur noch für eine knapp bemessene Zeit teilweise Dämmerlicht oder eine möglichst gering leuchtende Glühbirne ertragen wurden und sie den größten Teil ihres Tages in absoluter Dunkelheit verbrachte und verbringt. Die Freude, einen Lebenspartner zu finden, der bei ihr bleibt, das Drama der Verschiebung der Hochzeit, weil gar nichts mehr an Licht ging. Der Kampf mit dem Belichtungsmesser, den verschiedenen Therapien, der Stunde Dämmerung, die irgendwann einmal wieder draußen möglich war. Der Schock, dass die Stadt die Leuchtmittel der Straßenlaternen modernisieren will und damit diese kostbare Zeit an der frischen Luft nach Einbruch der Dunkelheit gefährdet wird. Aber auch die Frage, was eigentlich jemand macht, der gar keine Lichtquelle verträgt, wird von Lyndsey mit einem gerüttelten Maß britischen Humors aufgenommen. Spiele im Dunklen beschreibt sie, warum Musik irgendwann unerträglich wird und wie sie jedes Hörbuch dieser Welt (bis auf wenige Ausnahmen) verschlingt. Einen Tee kochen? Eine genau geplante Aktion. Klavierunterricht geben? Aber nicht, wenn die Zeit umgestellt wird und sie plötzlich drei Schüler bei Lampenlicht unterrichten muss statt im Halbdunkeln der vorgezogenen Vorhänge. Wie furchtbar das sein muss, das ahnt der Leser durchaus, das dringt durch die ruhigen Beschreibungen Lyndseys durch, ohne dass sie selbst es groß zum Thema macht oder machen müsste. „Aus einem Raum jede Spur von Licht zu verbannen ist unglaublich schwierig“. Aus einem Leben das Licht verbannen zu müssen ein hartes Los. Aber die brennende Haut „wie von einem Flammenwerfer malträtiert“ lässt keinen anderen Weg zu. Über lange Zeit, bis dann der ein oder andere „kleine Schimmer“ am Horizont erscheint, eine Heilung allerdings steht in weiter Ferne. Ein empfehlenswerter, burschikos und informativ geschriebener biographischer Bericht.

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