Anna Maria Jokl

 3.5 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Die Perlmutterfarbe, Aus sechs Leben und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Anna Maria Jokl

Die Perlmutterfarbe

Die Perlmutterfarbe

 (17)
Erschienen am 07.12.2008
Aus sechs Leben

Aus sechs Leben

 (1)
Erschienen am 25.12.2010
Die Reise nach London

Die Reise nach London

 (0)
Erschienen am 03.05.1999
Die Perlmutterfarbe

Die Perlmutterfarbe

 (0)
Erschienen am 14.11.2008

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Rezension zu "Aus sechs Leben" von Anna Maria Jokl

Rezension zu "Aus sechs Leben" von Anna Maria Jokl
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

„Ich muss mir einen Boden unter meine Füße schreiben…“

Dieser schöne und gleichzeitig so verzweifelte Satz stammt von Anna Maria Jokl, die in den neunziger Jahren einem kleinen Kreis von Lesern bekannt wurde, als ihr im Exil entstandener Kinderroman „Perlmutterfarbe“ zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlicht wurde.

In Wien geboren, geht die Jüdin Anna Maria Jokl als junge Frau 1932 nach Berlin und glaubt, die Welt stehe ihr offen: „Das Leben geht durch mich durch. Ich stehe im Mittelpunkt der Welt.“ Sie führt dort ein bewegtes Leben, geht beim großen Erwin Piscator in die Schauspiellehre, hat eine Beziehung mit dem kommunistischen Schriftsteller Johannes R. Becher. Doch dieses wunderbare und intensive Leben währt nur kurz. Nach der Machtergreifung der Nazis muss sie fliehen, zunächst nach Prag, später nach London. Dort schreibt sie den schon erwähnten Roman „Perlmutterfarbe“ und studiert Psychoanalyse nach C.G. Jung.

Nach der Befreiung 1945 versucht sie es wieder in Deutschland, doch das Land bleibt ihr fremd in Ost und West. Hier wie dort will man sie nicht haben und verleumdet sie. 1965 endlich trifft sie ihre letzte Entscheidung über ihren Lebensort: sie wandert nach Israel aus und beginnt in Jerusalem ihr „sechstes Leben“. Dort arbeitet sie bis wenige Jahre vor ihrem Tod 2001 als Psychoanalytikerin und Schriftstellerin.

Der hier im Jüdischen Verlag von Jennifer Tharr herausgegebene Band, den sie auch mit einem ausführlichen biographischen Essay versehen hat, gibt einen guten Einblick und Aufschluss über das Leben und die Arbeit dieser bemerkenswerten Frau und ihre sechs Leben. Texte, zum wesentlichen Teil bisher unveröffentlicht aus den verschiedenen Stationen ihres bewegten Lebens, zeigen eine Frau, die trotz aller Widerstände und Verfolgungen daran festhält, das Leben zu lieben, und Auswege aus hoffnungslosen Situationen zu suchen: “Ich muss mir Türen aufmachen, wenn sie sich sonst nirgends zeigen.“

Dieses Buch mit Texten von und über Anna Maria Jokl ist Anlass, auf ihr wunderbares Buch „Perlmutterfarbe“ hinzuweisen und es Erwachsenen und älteren Kindern sehr zur Lektüre zu empfehlen.

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Lesemäuslas avatar

Rezension zu "Die Perlmutterfarbe" von Anna Maria Jokl

Rezension zu "Die Perlmutterfarbe" von Anna Maria Jokl
Lesemäuslavor 9 Jahren

Das Buch zeigt schonungslos auf, wie leicht Menschen doch zu manipulieren sind. Eine versehentlich eingesteckte Farbe tropft auf ein "ausgeborgtes"
wertvolles Buch - und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. Weil ein Mensch, geprägt von seiner Gier nach übermäßiger Bewunderung und mit der
Tendenz andere auszubeuten, die Situation für seine Zwecke ausnutzt.
Mit Parolen, subtiler Beeinflussung, uniformähnlicher Kleidung und Machtdemonstration zieht der Gruber Schüler von der Klasse A auf
seine Seite, beschuldigt andere Schüler der Lüge und des Diebstahls, (vor allen Dingen die verhasste B-Klasse) und dass obwohl er genau weiß, dass die
Anderen nichts Unrechtes getan haben. Ein A- Schüler, der Alexander ist schuld
an der ganzen Misere aber der schweigt aus Angst und Scham. Wird Alexander
den Mut aufbringen und die Wahrheit sagen? Gelingt es ihm den Gruber zu über
führen und dessen falsches Spiel aufzudecken?
Ein sehr schönes Buch, lesenswert für alle Altersgruppen.

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Xirxes avatar

Rezension zu "Die Perlmutterfarbe" von Anna Maria Jokl

Rezension zu "Die Perlmutterfarbe" von Anna M. Jokl
Xirxevor 9 Jahren

Hm, ein Kinderbuch? Ein Erwachsenenroman? Die Autorin nannte es 'Ein Kinderroman für fast alle Leute' - und das trifft es wohl am besten. Zu empfehlen ab 10-12 (?) ist es aber auch für Erwachsene ein Gewinn zu lesen.
In einer Schulklasse entstehen durch Feigheit und Lüge Verdächtigungen ('jemand hat geklaut') und Schuldzuweisungen, es bilden sich Gruppen (A die Guten und B die Bösen) und nur noch Einzelne haben den Mut und die Kraft, Wahrheit und Gerechtigkeit einzufordern. In dieser an und für sich recht einfachen Geschichte wird beispielhaft gezeigt, wie schnell ein Einzelner die Macht an sich reißen und ein funktionierendes Gemeinwesen zerstören kann, wie plötzlich Schulkameraden zu Mitläufern werden und nach Vergeltung schreien, ohne jedoch die Wahrheit zu kennen.
Der Roman spielt Anfang des letzten Jahrhunderts (was gelegentlich an der Sprache festzustellen ist) und sollte die drohende Welt des Nazismus verdeutlichen. Doch das Thema ist derart zeitlos dargestellt, das es auch rund 100 Jahre später nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

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