Anna Mitgutsch Zwei Leben und ein Tag

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Inhaltsangabe zu „Zwei Leben und ein Tag“ von Anna Mitgutsch

Die berührende Erzählung einer tragischen Liebesgeschichte
Nach einem Nomadenleben in Amerika, Südostasien und Osteuropa haben sie sich getrennt: Edith und Leonard, zwei Menschen, die nicht wieder zusammen finden und nicht voneinander lassen können. Was sie verbindet, ist ihr Sohn Gabriel und die Frage, was diesem in seiner Kindheit zugestoßen ist und ihn zum Außenseiter gemacht hat. In langen Briefen an den Ex-Mann, die sie freilich nie abschicken wird, versucht sich Edith noch einmal über ihr Leben und ihr Schicksal Klarheit zu verschaffen und darüber, woran ihre Liebe zerbrach – und ihr Glück.

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  • Rezension zu "Zwei Leben und ein Tag" von Anna Mitgutsch

    Zwei Leben und ein Tag

    sumsidie

    15. August 2010 um 11:49

    Dieses Buch beherbergt drei Geschichten in einer. Einmal ist es die Liebesgeschichte von Leonard und Edith, die wurzellos von einem Land in das nächste ziehen. Dann ist da Gabriels Sicht auf die Welt. Es handelt sich um Leonards und Ediths Sohn, der mit seiner enormen Auffassungsgabe, aber fehlendem sozialen Geschick große Probleme hat in ein 'normales' Leben einzufügen. Und letzlich gibt es Biographie Fragmente über Herman Melville. Diese teilweise gegensätzlichen Lebensläufe werden in wunderbarer Sprache geschildert. Leider hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass diese drei Geschichten nicht alle in ein Buch passen. Edith, die ihre Vergangenheit mit Leonard in Briefen dokumentiert, zieht zwar immer wieder Parallelen zu den anderen beiden Perspektiven. Aber mir hat das als Leser nicht gereicht um so verschiedene Themenstränge miteinander zu verbinden. Auch erschien mir die ganze Stimmung zu fatalistisch und melancholisch, immer auf das Ende hinschreibend, so dass selbst schöne Erinnerungen einen traurigen Anstrich bekommen. Ich glaube nicht, dass man sein Leben tatsächlich am Ende so sieht.

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  • Rezension zu "Zwei Leben und ein Tag" von Anna Mitgutsch

    Zwei Leben und ein Tag

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. September 2009 um 12:15

    Ich habe mich verliebt: in dieses Buch, in diese Autorin, in diesen Stil, in Herman Melville! Das Buch wirkt noch nach und nach und nach ... DAS ist Literatur. Präzise, reflektierende, wunderschöne, lebensweisheitspulsierende, glasklare, bereichernde, bezaubernde, einfühlsame, poetische Literatur in drei Handlungsebenen eingebettet; in Form eines Briefromans mit reflektierenden und einfühlsamen Momenten, die das Scheitern einer Liebe betrachten, in Form eines Gegenwartfragmentes (ein Tag im Leben Gabriels - Sohn der gescheiterten Liebenden) und in Form einer Biografie, die Herman Melvilles Leben und Schaffen beschreibt! Alle drei Komponenten treffen -ohne sich zu berühren- gegenseitig bedingt und erklärend den roten Faden des Romans. Das ist hohe Kunst! Stilistisch ein fein gesponnener und sorgsam aufgebauter Roman. Mein Buch ist gespickt mit lauter kleinen gelben Haftnotizen; ich werde das Buch sicher noch einmal lesen, weil ich den Eindruck habe, immer wieder neue Entdeckungen machen zu können und weil es sich hierbei um ein Buch handelt, aus dem eine fast unerschöpfliche Flut von guten, wahren und schonungslosen Sätzen entspringt. Ein solches Buch ist selten ..... ** 'Alle die Dinge, über die wir früher reden konnten - über die Orte, die man so deutlich vor sich sieht und sie doch am Ende nicht mehr aufsucht, damit einem etwas bleibt, worauf man seine ganze Sehnsucht wirft.' ** 'Am Ende entfernt er (H.Melville) sich von diesem Leben mit einer Gelassenheit, die nicht heiter ist, auch wenn sie dem Gleichmut der Weisheit ähnelt, sondern verächtlich, manchmal vielleicht bitter, meist jedoch gleichgültig, mit einem Achselzucken, weil nichts mehr wert ist, es zu verteidigen.' ** 'Es braucht nicht viel, um an den Rand zu geraten, jeder von uns dreien hat es erlebt, es bedarf nur eines kleinen Schritts auf den vorgezeichneten Straßen, sogar die Gehwege scheinen unsichtbar markiert. Wir sind über die Markierungen hinausgetreten, bis sie uns nirgendwo mehr einordnen konnten. Daran haben wir nicht gedacht, als wir uns für ein Leben ohne Netz und Zugehörigkeit entschieden.' ** 'Ich wusste er hatte recht. Nichts wiederholt sich, alles passiert nur einmal und versinkt ins Vergessen, außer man schreibt es auf oder erzählt es jemandem, der zuhört und sich erinnert.' ** 'An diesem ausgesetztem Ort kamen mir alle Gewißheiten abhanden. Wie können wir so sicher sein, fragte ich Joel, dass jede Nacht von einem Morgen aufgehoben wird? Bloß weil es schon so oft geschah? Millionen Male? Nur ein paar tausend Mal in jedem Leben, wandte er ein, und es ist nie genug. Doch woher nehmen wir die Gewißheit, dass nicht wir es sein werden auf die eine unerwartete Verfinsterung des Lichts fallen wird? Unser Leben ist wie Wasser, das im Sand versickert, plötzlich verschwinden wir von der Erde, als hätte es uns nie gegeben. ....' ** Eine WUNDERBARE Autorin habe ich gefunden, die ich unbedingt weiter entdecken möchte. UND Herman Melville wird als derart interessante Persönlichkeit und Schriftsteller beschrieben, dass ich mich demnächst auch seinen Werken zuwenden werde! Viel mehr kann SEHR GUTE Literatur kaum bewirken ..... !? Diesem Buch wünsche ich sehr viele Leser! So viele, wie kaum einem anderen Buch! LESEN! LESEN! LESEN!

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  • Rezension zu "Zwei Leben und ein Tag" von Anna Mitgutsch

    Zwei Leben und ein Tag

    Gruenente

    28. June 2009 um 17:05

    Dies sind drei geschichten in einem. Die Beziehung zwischen Lisbeth und Leonard wird mit nicht abgeschicketen Briefen von ihr an ihn beschrieben. Ein Tag im Leben von Gabriel, Ihrem gemeinsamen Sohn, wird erzählt. Und dann ist das Buch noch eine Biographie von Herman Melville. (was man im Klappentext aber vergessen hat zu erwähnen...). Das Buch hat sehr viele Lngen, die Sprache ist sehr ansprechend, mit guter ausdrucksweise. Die Geschichten sind deprimierend. Vor allem die von Gabreiel, dem "etwas anderen" Sohn, bei dessen Geschichte von Anfang an klar ist, das sie schlecht enden wird. Obwohl mich dieses Bcuh nur mäßig ansprach, werde ich nächstens "Bully Budd" lesen, Melvilles letzten Roman.

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  • Rezension zu "Zwei Leben und ein Tag" von Anna Mitgutsch

    Zwei Leben und ein Tag

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. November 2008 um 11:06

    Obwohl dieser Roman bislang viel gelobt worden ist, kann ich mich den positiven Äußerungen leider nicht anschließen. Anna Mitgutsch hat zweifelsohne ein künstlerisches Werk geschaffen. Der Titel deutet es an: Der Roman spielt auf drei Ebenen. Zum einen erzählt die Ich-Erzählerin die Geschichte ihres Lebens in Form von Briefen an ihren verstorbenen Exmann Leonard. Zum anderen werden dazwischen weite Textpassagen aus der Biografie Hermann Melvilles eingestreut. Und darüber hinaus ist unabhängig zwischen die Briefe Ediths eine Handlung eingebettet, die einen Tag aus dem Leben Gabriels (Edith und Leonards Sohn) schildert. Insgesamt langweilen vor allem die Teile aus Melvilles Biografie sehr. Ediths Briefe schwanken zwischen Pathos, Schuldzuweisungen und weinerlichem Selbstmitleid. Für mich wahr ehrlich gesagt nur die Handlung um Gabriel, die leider eher kurz ausfiel, interessant und lesenswert.

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  • Rezension zu "Zwei Leben und ein Tag" von Anna Mitgutsch

    Zwei Leben und ein Tag

    Wolkenatlas

    17. November 2008 um 09:12

    "Zwei Leben und ein Tag" Anna Mitgutschs neuester Roman, "Zwei Leben und ein Tag" ist ein beeindruckendes Buch. Ein dichtes kontrapunktisches Geflecht an Lebenslinien, eine packende Zeichnung der Zerrüttung einer Ehe und ein liebevolles Portrait Herman Melvilles. Die dritte Stimme ist die des Sohnes der Erzählerin Edith, dessen letzter Tag virtuos die Gegenstimmen zu den beiden Lebenslinien Ediths und Herman Melvilles bildet. Edith schreibt seit ihrer Trennung Briefe an Leonard, nie abgeschickte Briefe, in denen sie versucht, die Verfehlungen ihrer Ehe aufzuarbeiten und zu verstehen. Briefe, aus denen klar wird, dass ihre Liebe zu Leonard nie erloschen ist. Briefe, in denen sie versucht die Schuldfrage in der Behinderung ihres Sohnes Gabriel für sich zu klären. Briefe, in denen sie versucht, mit dem Unklaren in ihrem Leben vor dem Tod ins Reine zu kommen. In diese Breife arbeitet sie ihren Versuch des Melville-Buchs ein, ein Buch, das Leonard schreiben wollte. Beeindruckend, wie sie den Zustand ihrer Ehe, ihrer Liebe mit dem Leben Herman Melvilles verbindet. Das Leben Melvilles ist hier nie Fremdkörper, ist auch nie Mittel zum Zweck, sondern Auslöser, Spiegel, Linie und Verbindungsglied in dieser wunderbar harmonischen Polyphonie. Gabriels letzter Tag, der aus der Erzählperspektive Gabriels erzählt wird, bildet die Kontrastwelt zu diesen Briefen, eine teilweise andere Sicht des soeben gelesenen. Diese Gegenstimme Gabriels verändert immer wieder die Schattierung der Stimmen Ediths, Leonards und Melvilles. Sie stellt auch unerwartete Beziehungen zu den Kindern Herman Melvilles her. Eine permanente Metamorphose der Stimmen. "Zwei Leben und ein Tag" ist ein soghafter, großartiger Roman. Unspektakulär, dafür umso treffender. Ein Roman, der lange nachhallt, der Lust auf mehr von Anna Mitgutsch macht und ein Buch, das auch Lust macht, sich wieder den wunderbaren Büchern Herman Melvilles zu widmen.

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