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Buchperlenblog

vor 8 Monaten

(183)

"Der Morgen in Hamburg war scheußlich. Er war genauso scheußlich wie die siebenundzwanzig Morgen davor, und ich machte mich mit dem Gedanken vertraut, dass die nächsten tausend Morgen in dieser Stadt auch nicht besser werden würden." (S.7)

Inhalt
Emi ist mit ihrem Vater und ihrem Bruder Oliver von Heidelberg nach Hamburg gezogen - und das unfreiwillig. Nicht nur, dass sie ihre einzige Freundin Charlie zurücklassen musste, sie sieht sich nun auch mit der neuen Situation konfrontiert, dass ihr Vater eine neue Freundin hat. Was sie in ihrem Alltag rettet, ist ihr kleines schwarzes Notizbuch, in dem sie skurrile Todesanzeigen sammelt.

Zu allem Überfluss gerät sie mit dem arrogantesten Typen ihrer Schule aneinander. Nach einem missglückten Chemieexperiment werden die beiden zu sieben Wochen Graffiti-Putzen verdonnert. Gemeinsam. Das kann doch nur schiefgehen! Sie kommen auf den Gedanken, sich gegenseitig fiese Aufgaben zu stellen, für die jeder nur zwölf Stunden Zeit hat. Der erste, der diese Aufgaben verliert, übernimmt den kompletten Putzdienst des anderen. Wer wird wohl zuerst kneifen?

Rezension
Dieses Jugendbuch ist einfach herrlich! Ich kann es gar nicht anders ausdrücken. Es ist unheimlich sarkastisch, es trieft vor Zynismus und trotzdem hat es mich auf einer emotionalen Ebene abgeholt, wie ich es der Geschichte nicht zugetraut hätte.

Die beiden Protagonisten sind Außenseiter. Dadurch, dass einmal nicht der strahlende Sunnyboy und das bezaubernde Mädchen zueinander finden, ist es wunderbar erfrischend gewesen. Die beiden können sich von Beginn an nicht ausstehen. Auch das hat man schon oft gelesen, und doch ist es hier etwas anders, denn beide halten ihre Abneigung wirklich sehr lange durch. Bis zum Schluss weiß man nicht zu 100%, ob sie zueinander finden werden, oder ob die Missverständnisse nicht doch einfach zu groß sind. Beide sind emotional sehr verletzt worden, beide fühlen sich unverstanden in ihrer Umgebung. Und doch habe ich beide verstanden und habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Ich gebe zu, am Ende war ich selbst sogar ein wenig in Erik verliebt.

Der Schreibstil ist locker und sehr sarkastisch, die von Emi ersonnenen Todesarten reichlich abgedreht und fantasievoll. Auch die Tatsache, dass sie außergewöhnliche Todesfälle sammelt, hat was sehr spezielles an sich.

Die Geschichte hat mich dazu gebracht, mich zurück in meine eigene Schulzeit zu versetzen, ich hatte das Gefühl, selbst wieder mit 15 im Klassenzimmer zu sitzen, umgeben von Mitschülern, die man nicht zwingend alle leiden kann. Natürlich gibt es auch hier die Giftschlange, die sich als bezaubernde Eva tarnt. Oh, wie sehr habe auch ich Louisa den Tod gewünscht, den sich Emi für sie ausgedacht hat!

Fazit

Herrliche (Liebes-)Geschichte, die zum Lachen einlädt und trotzdem ernste und bewegende Momente vereint. Antihelden, die ihre Vorurteile überwinden müssen, um zueinander zu finden. Klare Leseempfehlung!

Autor: Anna Pfeffer
Buch: Für dich soll's tausend Tode regnen
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