Anna Seghers Der Ausflug der toten Mädchen

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Inhaltsangabe zu „Der Ausflug der toten Mädchen“ von Anna Seghers

Auf einer Wanderung durch Mexiko erinnert sich Anna Seghers fast wie im Traum an einen Schulausflug im Jahr 1912 und an ihre Klassenkameradinnen Leni, Marianne, Lore, und Nora in einst glücklichen Tagen. Rückblickend schildert sie deren Schicksale über die Zeit des Ersten Weltkrieges bis zum Nationalsozialismus. Tragische Geschichten über Liebe, Freundschaft, Verrat, Grausamkeit, Heuchelei und Tod. Geschrieben und gelesen von Anna Seghers - berührend, bedrückend, eindringlich. "Als versierte Erzählerin überblendet Anna Seghers beinahe unmerklich, oft mitten in einem einzigen Satz, Vergangenheit und Gegenwart, Heimat und Exil. Sie taucht noch einmal ein in den Zauber der Jugendjahre, verdichtet die beiden Weltkriege zu einem einzigen katastrophalen Ereignis und gibt ihrem Entsetzen über die Gegenwart des Dritten Reiches Ausdruck." Holger Schlodder, NDR Kultur

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  • Rezension zu "Der Ausflug der toten Mädchen" von Anna Seghers

    Der Ausflug der toten Mädchen
    Ferrante

    Ferrante

    03. October 2007 um 09:04

    Nach "Sonderbare Begegnungen" ist dies der zweite Band von Erzählungen Anna Seghers', der mir in die Hände fiel. "Der Ausflug der toten Mädchen" beschreibt autobiographisch die Situation der Autorin im Exil in Mexiko. In einer traumhaften Vision wird der Werteverfall in Deutschland durch die Nationalsozialisten anhand der ehemaligen Mitschülerinnen Seghers' vorgeführt. "Post ins gelobte Land" beschreibt zuerst protokollhaft die Flucht einer jüdischen Familie aus Polen über Wien nach Paris, wo auch Seghers zuerst im Exil war. Während man anfangs dieses Aufzählen von Fakten irritierend findet, wird am berührenden Schluss klar, dass der Leidensweg der Familie durch den Krieg dazu dient, das Ende der Familienmitglieder im richtigen Zusammenhang zu sehen. "Das Ende" schließlich erzählt mitreißend die hektische und gehetzte Flucht des KZ-Wachmannes Zillich vor seiner Gefangennahme und schildert dabei eindringlich das Innenleben des Sadisten und sein Fliehen vor sich selbst und der Vergangenheit. Am Ende wird klar, dass durch den Sieg über die Nationalsozialisten noch längst nicht alles erreicht ist. Wie alle Geschichten klingt auch diese wunderbar leichtfüßig damit aus, und wieder beeindruckte mich Seghers mit ihrer Mischung aus unprätentiöser, intelligenter Schlichtheit und durch die Zeilen hindurchschimmernder Spiritualität. Auch wer ansonsten nichts mit Anna Seghers am Hut hat, sollte hier mal reinschnuppern, denn zu der wichtigsten deutschen Exilliteratur gehört dieser Band allemal!

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