Anna Seghers Transit

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Inhaltsangabe zu „Transit“ von Anna Seghers

Flüchtlinge aus allen Ländern Europas treffen 1940 zu Tausenden in Marseille ein. Sie hetzen nach Visa, Stempeln, Bescheinigungen, ohne die sie den Kontinent nicht verlassen können. Im Chaos der Stadt, in den Cafés, auf der Jagd von Behörde zu Behörde kreuzen sich ihre Wege. Unter ihnen der Ich-Erzähler, der eine schmerzliche Liebe zu der Frau durchlebt, die rastlos ihren Mann sucht, an dessen Tod sie nicht glauben will. Mit falschen Papieren und - durch Zufall - mit der Hinterlassenschaft jenes Toten ausgestattet, erhält er durch glückliche Umstände eine Passage nach Übersee. Doch er gibt sie zurück. Auf ihrer eigenen Odyssee von Marseille nach Mexiko - unmittelbar unter dem Eindruck ihrer persönlichen Erlebnisse - begann Anna Seghers an diesem Roman zu arbeiten. Dennoch spiegelt er die Ereignisse nicht einfach wider, sondern ist ein Werk großer Kunst und Künstlichkeit, voll Ironie, Spiel und scheinbarer Leichtigkeit. Mit diesem Band liegt die erste authentische Buchausgabe von "Transit" vor. Sie basiert auf der ersten deutschen Veröffentlichung in der "Berliner Zeitung" von August bis November 1947, die erheblich von allen bisherigen Buchpublikationen abweicht und sprachliche wie stilistische Eigenheiten der Autorin erhalten hat. Anmerkungen und Kommentar erläutern die komplizierte Geschichte und die vielschichtige Struktur des Romans, der, so Heinrich Böll, "zum schönsten wurde, den Anna Seghers geschrieben hat".

Zermürbende bedrückende Geschichte eines vor den Nazis Flüchtenden in Marseille 1940/41

— GersBea
GersBea

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  • Zeitlos gut

    Transit
    juergen_schmidt

    juergen_schmidt

    24. March 2016 um 12:25

    Zeitlos gut und ewig aktuell ist dieser frühe Roman von Anna Seghers, Tochter eines Kunst- und Antiquitätenhändlers. Die südfranzösische Hafenstadt Marseille ist im Kriegsjahr 1940 eine brodelnde Metropole voll von verzweifelten Menschen, die auf gefälschte Papiere und Möglichkeiten zur Flucht warten. Die Stimmung rund um die Canebière wird von der Autorin (1900-1983) authentisch und sehr bildhaft eingefangen. Die berührende Flüchtlingsgeschichte wurde zu einem großen Stück Weltliteratur. Noch beeindruckender als "Das siebte Kreuz"!

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  • Zermürbende Geschichte über Flüchtlinge in Marseille 1940

    Transit
    GersBea

    GersBea

    27. August 2015 um 12:53

    Meine Rezension bezieht sich auf eine im August 1966 bei rororo erschienen Taschenbuchausgabe. Text „Zu diesem Buch“: Marseille 1940 – Welthafen im noch unbesetzten [Süd]Frankreich, letzte Hoffung der Versprengten, Gehetzten, Verfolgten ganz Europas. Tausende kämpfen verzweifelt um Schiffspassagen, Visa, Transits. Alle haben nur einen Wunsch: fort von dieser bedrohten Küste. Aufreibend, hektisch, unheimlich ist der Kampf mit gespenstisch stupiden Behörden, fieberhaft ersehnt sind die Chancen des Entkommens: Jeder hat nur die rettenden Schiffe im Auge, Schiffe, die vielleicht nie auslaufen. Nur wenige Menschen widerstehen der Flucht-Panik, unter ihnen ein [junger Mann], der mit den Papieren eines Toten lebt. Als er zufällig der Witwe dieses Mannes begegnet, verhilft er ihr zur Flucht. ER selber bleibt freiwillig zurück – mit wenigen einzelnen, die, wie auch der Berichterstatter, in dem bedrängten Winkel des alten Europas für eine neue, bessere Welt arbeiten wollen. Dieses Buch gehört zum Besten, das zwischen 1933 und 1945 in deutscher Sprache geschrieben wurde. Anna Seghers wurde am 19. November 1900 in Mainz geboren. Ihr Vater war ein wohlhabender Antiquitätenhändler und Kunstliebhaber. Nach dem Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie promovierte sie 1922 mit der Arbeit „Jude und Judentum im Werk Rembrandts“. 1929 trat sie der Kommunistischen Partei bei. 1933 emigrierte sie nach Frankreich, 1941 nach Mexiko. Seit 1947 lebt sie in Ost-Berlin … Rezension: Anna Seghers Sprache ist literarisch, gut zu lesen, ihre Geschichte vielfach verwoben. Obwohl das Buch nur 186 Seiten hat – allerdings sehr eng bedruckt in kleiner Schrift – habe ich sehr lange zum Lesen gebraucht. Hatte ich das Buch aus der Hand gelegt, fiel es mir sehr schwer mich zum Weiterlesen aufzuraffen. Ich vermute, dass die Passivität und Trägheit des Ich-Erzählers der Grund ist. Ich vergebe trotzdem 4 Sterne, weil das Buch mich sehr berührt und erschüttert hat, gerade angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa.

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  • Rezension zu "Transit" von Anna Seghers

    Transit
    PaulTemple

    PaulTemple

    05. February 2012 um 11:57

    Frankreich 1940: Verfolgt von den einmarschierenden Soldaten der deutschen Wehrmacht, flüchten viele Menschen gen Marsaille, getrieben von der Hoffnung, ein rettendes Schiff Richtung Amerika zu erreichen. Es mutet schon fast kafkaesk an, welche Anforderungen und Nachweise ein reisewilliger Flüchtling aufbringen muss.. Der Leser fühlt sich so mittendrin in einem Getümmel aus Chaos, Hoffnung, Enttäuschung, Angst und - ja - auch Liebe. Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Transit" von Anna Seghers

    Transit
    claudiaausgrone

    claudiaausgrone

    05. February 2012 um 11:43

    Heinrich Böll schreibt, dass dieser Roman zum schönsten wurde, den Anna Seghers geschrieben hat. Das kann ich leider nicht beurteilen, da ich nur diesen einen gelesen habe. Aber Böll wird schon wissen, was er sagt. Klappentext: "1940. Im unbesetzten Teil Frankreichs ist Marseille ein Tor zur Freiheit. Tausende treffen hier ein auf der Flucht vor den deutschen Faschisten, Verfolgte aus allen Ländern Europas. Sie hetzen nach Visa, Stempeln, Bescheinigungen, ohne die sie den Kontinent nicht verlassen können. Auf der Jagd von Behörde zu Behörde kreuzen sich ihre Wege. Für kurze Zeit sind fremde Leben durch Hoffnungen, Leidenschaften, Wünsche miteinander verbunden. Erinnerungen sind eingebrannt, für den Erzähler die an eine schmerzliche Liebe zu jener Frau, welche die Spuren ihres toten Mannes sucht." Diese Stimmung wird von der Autorin in ihrem Schreibstil exellent widergespiegelt. Diese bleierne quälende Wartezeit, die Unruhe, die sich mit Resignation abwechselt. Ein großartiges Buch, das gelesen werden muss.

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  • Rezension zu "Werkausgabe / Transit" von Silvia Schlenstedt

    Transit
    Gert

    Gert

    06. June 2010 um 12:37

    Dieses Buch ist vor dem eigenen Erleben der Authorin während des Exils in Frankreich vor der Ausreise nach Mexiko geschrieben, hat also autobiographischen Charakter. Zunächst ist dieses Buch ein sehr gute Beschreibung der Verhältnisse in Frankreich nach dem deutschen Einmarsch. Der Erzähler ist Saarländer. Seine Vergangenheit wird immer sdehr bruchstückhaft klar, dafür ist sein Leben auf der Flucht vor der Verfolgung durch die Nazis sehr eindrucksvoll geschildert. Man kann es sich eigentlich gar nicht vorstellen. Es treten unheimlich viele Personen auf, die Situtation in Paris und Marseille ist chaotisch. Der Erzähler nimmt die Identität eines Toten an, ist dieser aber wirklich tot ? Alles, was geschieht, auch vor dem Hintergrund eines Exils und der hierfür notwendigen permits von wem auch immer, ist irgendwie irreal, surrealistisch und das Verhältnis der Personen zueinander ist zum Teil verlogen. Anna Seghers Schreibstil ist nicht femin - romantisch sondern nüchtern und detailiert. Ich verlor sehr oft den Faden in dem chaotischen Handlungsstrang. Aber diese Chaotik entspricht dem Zeitzustand. Das Ganze erinnert - natürlich - an Humphrey Bogard und Casablanca,der Plot erinnert sehr daran.

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  • Rezension zu "Transit" von Anna Seghers

    Transit
    erdbeerliebe.

    erdbeerliebe.

    03. May 2009 um 21:12

    Ich habe selten so ein langweiliges Buch gelesen - okey, es war eine Schullektüre, aber dennoch - ein Buch das als Leitmotiv die Langweile eines Reisenden wählt, als Schulbuch auszuwählen zeugt nicht von Geschick.