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DasBuchgelaber

vor 4 Jahren

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Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem das Thema Amoklauf angesprochen wurde und ich hätte ehrlich gesagt auch niemals erwartet, dass mich so ein ernstes Buch doch so stark beeindrucken und begeistern könnte.  Die Situation war nicht dramatisch ausgeschmückt, wie man vielleicht erwarten könnte. Mir erscheint das Buch ziemlich realistisch, denn ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass das Buch voll mit übertriebener Dramatik sein würde, die eigentlich gar nicht nötig ist. Allerdings muss ich sagen, es wirkt sehr echt und könnte so gut wie an jeder Schule geschehen. Die Idee, dass sowohl Anfang als auch Ende gleich sind, fand ich ziemlich gut, dadurch wurde ich fast schon sentimental am Ende des Buches. :D Trotzdem muss ich sagen, dass es dann so wirkt, als ob einen das immer begleiten würde, wenn man es erlebt hat und das ist ja wohl auch so. 
 Man wird am Anfang mitten ins Geschehen hineingeworfen und erlebt den Amoklauf hautnah mit Miriam. Es gibt also nicht wirklich eine lange oder unnötige Einleitung, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Dadurch wurde direkt mein Interesse geweckt und ich habe das Buch dann auch in einem Rutsch gelesen.  Von Anfang an sind die Gefühle der Protagonistin so ausdrucksstark und klar, dass ich wirklich gefesselt war.  Ich konnte deshalb auch ziemlich gut Miriams Entscheidungen nachvollziehen und die Seiten sind dahingeflogen, bis ich dann am Ende das Buch zugeklappt habe und ich nachdenklich zurückgeblieben bin. Miriam denkt nach dem Amoklauf sehr intensiv über das Leben und ihre Taten nach und regt dadurch auch den Leser zum Nachdenken an. Sie entführt den Leser in eine Welt aus Trauer, Schuld und Verzweiflung.
Miriam ist eine perfekte Protagonistin, denn so paradox es auch klingen mag, sie hat ihre Höhen und Tiefen und gerade das macht für mich eine Protagonistin aus. Sie verhält sich nicht immer so, wie es von ihr erwartet werden würde und sie hat ihren eigenen Kopf. Nach dem Amoklauf beschäftigt sie sich sehr mit der Frage "warum?" und man erhält einige Einblicke in ihr Leben davor.
Obwohl sich Miriam nach dem Amoklauf doch stark zurückzieht, gibt es noch andere Charaktere, die alle wirklich schön ausgearbeitet sind. Da gibt es Tobi, Miriams Freund, Joanne, Miriams beste Freundin und noch viele ihrer anderen Freundinnen. Es wird niemand vernachlässigt und zwischendurch gibt es ja einige Einblicke in die Erinnerungen von Miriam, sodass man noch einen Einblick in die Vergangenheit der einzelnen Charaktere erhält. So wird einem vielleicht der Grund für den "Vorfall" deutlicher.
Den Schreibstil fand ich sehr angenehm und flüssig zum Lesen. Auch durch ihn wurden diese ganzen Gefühle ziemlich gut vermittelt, denn passend zu den Gefühlen waren die Sätze kurz und teilweise auch chaotisch. Sie passen eben zu diesen ganzen Gefühlen wie Verwirrung, Wut, Trauer und so weiter...
Besonders die Reaktionen der verschiedenen Charaktere nach dem Vorfall haben mich sehr überrascht. Es war interessant zu sehen, wie welche Person reagiert. Einmal haben wir da das fluchtartige Wegziehen, den Selbstmord und das ganz normale Weiterleben. Dies alles scheint mir auch im Real Life möglich zu sein und ich frage mich, wie die Autorin die Folgen so realistisch darstellen konnte. 
Das Buch war zwar nicht direkt spannend, allerdings muss ich sagen, dass ich einfach wissen wollte, was Miriam nun über das Geschehene denkt und wie sie versucht, es zu verarbeiten und einfach weiterzuleben. So habe ich das Buch an einem Abend beendet und bin froh, das Buch gelesen zu haben. :)
 
Ein tolles Buch, das mich wirklich positiv überrascht hat. Das Buch ist voll mit Gefühlen wie Verzweiflung, Wut und Trauer und es regt den Leser zum Nachdenken an. Ich muss sagen, ich bin vollkommen begeistert und kann das Buch an alle empfehlen, die gerne Bücher mit nachdenklichen Themen lesen. :)

Autor: Anna Seidl
Buch: Es wird keine Helden geben
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