Anna Shinoda Die Mitte von allem

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Inhaltsangabe zu „Die Mitte von allem“ von Anna Shinoda

Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen.

Ein packendes und emotionales Buch, das in Erinnerung bleibt!

— NamSam

Eindringliches Buch über die Liebe und der bittere Geschmack der Wahrheit. Ein besonderes Familienportrait.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Beeindruckend!

— Aleshanee

Ein Einblick in eine Familie, die mit ihrem kriminellen Sohn zu Leben versucht. Toller Hauptcharakter, viel Gefühl!

— hi-speedsoul

150 Seiten weniger Rumgeplänkel und das Buch hätte richtig gut werden können...

— milkshakee

Ein wunderbares Buch .... traurig, anrührend, tiefgründig und kraftvoll!

— Elfenblume

Großartiges, sehr intensives Buch um eine Familie, bei der man sich häufig fragt, wie weit Liebe gehen kann.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Rezensionen
  • Leserunden
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  • Themen
  • Alltagsgeblubber am Anfang, es entwickelt sich keine Spannung

    Die Mitte von allem

    Johannisbeerchen

    21. March 2017 um 15:34

    Schon ewig wollte ich dieses Buch lesen und genauso ewig lag es auch auf meinem SuB. Der Einstieg fiel mir leicht, jedoch stört mich schon anfangs die Rückblenden. Abwechselnd sind die Kapitel in der Gegenwart und in der Vergangenheit, die stetig voranschreitet, geschrieben. So erfährt man nach und nach wann Luke da und nicht da war und wie der jungen Clare erklärt wurde, warum ihr Bruder im Gefängnis ist. So interessant es anfangs war, so langwierig wird es im weiteren Verlauf der Geschichte. Es handelt großteils von Clares Alltag am Strand, mit Freunden, bei der Arbeit. Irgendwann habe ich nur noch quergelesen, den Mittelteil komplett übersprungen und nur noch das letzte Kapitel gelesen habe. Das enthielt einige Überraschungen, aber ich bin dennoch froh, das Buch nur zu Hälfte gelesen zu haben.

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  • Packend und Emotional!

    Die Mitte von allem

    NamSam

    19. September 2016 um 16:09

    Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, und der Titel "Learning not to drown" hatte mich einfach gefesselt.Die Reise, auf die uns Clara mitnimmt ist einfach unbeschreiblich. Man versetzt sich sofort in sie, und sieht wie sie ihren geliebten Bruder wahrnimmt, der von der restlichen Welt aber als böser Typ abgestempelt wird.Am Anfang gibt die Autorin uns den Eindruck, der Bruder wäre nicht schlimm, nur leider verantwortungslos, aber im Herzen ein guter Mensch.Es war einfach so emotional, wie sehr Clara ihren großer Bruder vermisst hat, und wie sehr es sie verletzt hat, wenn er wieder wegegangen ist.Aber ab der Stellen, wo sie die Wahrheit über ihren Bruder erfährt, konnte ich das Buch einfach nicht weglegen.Alle Charaktere in diesem Buch wurden exzellent beschrieben!  Und die Flashbacks waren sehr gut in dem Buch eingebaut. Dieses Buch wird für mich immer in Erinnerung bleiben!

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  • Wie weit darf Liebe in der Familie gehen?

    Die Mitte von allem

    eulenmatz

    Clare ist die jüngere Schwester von zwei älteren Brüdern. Besonders ihren 12 Jahren älteren Bruder Luke liebt Clare sehr. Er ist Held in einer schimmernden Rüstung. Ihre Liebe zu ihm ist trotz seiner häufigen Gefängnisaufenthalte scheinbar unerschütterlich. Warum Luke so oft in Gefängnis muss, wird Clare von ihren Eltern immer mit dem Satz „Er war zur falschen Zeit am falschen Ort“ beantwortet. Luke kehrt nach vier Jahren frühzeitig aus der Haft zurück. Clare hofft, dass er sich dieses Mal geändert hat. Doch es kommt alles anders. Luke wird erneut verhaftet und auch Clare gerät unter Verdacht. Die Ereignisse stellen ihr bisheriges Leben auf den Kopf und gefährden ihre Zukunft. Clare beschließt herauszufinden, wer ihr Bruder wirklich ist und geht seiner Vergangenheit auf den Grund. Was sie dort herausfindet, ist schlimmer als befürchtet. Der Titel des Romans lässt für meinen Geschmack wenig auf den Inhalt schließen und hat sich mir auch eine ganze Zeit lang nicht erschlossen. Ich fand ihn relativ nichts sagend. Erst im späteren Leseverlauf wurde aufgeklärt was bzw. wer „Die Mitte von allem“ ist. Das werde ich nicht verraten, damit die Lesespannung erhalten bleibt. Im Nachhinein betrachtet finde ich ihn sehr passend. Das Cover zeigt zwei Geschwister, bei denen es sich um Luke und Clare handeln könnte bzw. um Geschwister. Dennoch sieht das jüngere Kind eher nach einem kleinen Jungen aus als nach einem Mädchen. Zusammen mit Titel erscheint das Buch dadurch doch relativ unauffällig und blass im Buchladen, was meiner Meinung nach dem Inhalt des Buches nicht gerecht wird. Die Kapitel wechseln in den ersten zwei Dritteln des Romans zwischen „Jetzt“ (Gegenwart) und „Damals vor xy Jahren“ (Vergangenheit). Die Vergangenheitsabschnitte sind relativ kurze Kapitel, die alle Erinnerungen von Clare sind aus ihrer Kindheit. Die „Jetzt“-Kapitel dagegen sind umfangreicher und beginnen mit dem Anruf von Luke, dass er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Der Leser begleitet während des ganzen Romans Clares Sicht auf die Geschehnisse. Das letzte Drittel spielt nur noch im „Jetzt“. Die „Damals“-Kapitel stellen eine direkte Verbindung zu den Wurzeln von Clares Liebe und auch vor allem die Liebe ihrer Mutter zu Luke dar. Eine Liebe, die meiner Meinung nach über ihre Grenzen hinaus ging und Opfer von allen Familienmitgliedern gefordert hat. Besonders Clares und Lukes Mutter versucht mit allen Mitteln den Schein einer heilen Familie trotz Luke „Eskapaden“ auf jegliche erdenkliche Weise zu bewahren. Dies geschieht auf Kosten von Clare und ihrem Bruder Peter. Clares Mutter begegnet ihr selber mit einer Lieblosigkeit, die mehr den Eindruck erweckte Clares sei eine Küchenmagd statt ihre Tochter. Oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich die Mutter am liebsten mal durchschütteln würde. Gegenüber Luke jedoch ist deutlich die grenzenlose Liebe zu spüren. Sobald er wieder aus dem Gefängnis kommt, wird ihm jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Seine Taten werden verschleiert und runter gespielt. Als Luke erneut aus der Haft nach Hause kommt, ist bereits von Anfang an klar, dass es auch diesmal wieder in einer Katastrophe enden wird. Als Leser sieht man dabei zu, wie die Familie versucht die nahende Katastrophe mit verschiedenen Mitteln hinauszuzögern. Clares ist Teil dieses Systems, welches um Luke herum aufgebaut wurde. Es wird ganz deutlich, dass auch alle mehr mitbekommen haben von Lukes Machenschaften und dennoch davor ganz bewusst die Augen verschließen. Anfänglich erscheint es wie ein Teufelskreis, aus dem niemand ausbrechen kann und will. Eine Wandlung bei Clare kommt erst mit Luke erneuter Verhaftung und der Verdächtigung der Polizei einer Komplizenschaft von ihrer Seite. Eine Verdächtigung, die Clares komplettes soziales Leben auf den Kopf stellt und sie immer mehr in einer Außenseiter Rolle treibt als Schwester eines Verbrechers. Clare wird fängt zum ersten Mal an ihren Bruder Luke zu hinterfragen und geht auf Forschung in der Vergangenheit. Was sie da herausfindet, hat selbst mir den Atem gestockt. Sehr bewundernswert hat mir Clares Umgang damit gefallen und dass sie ihren Bruder endlich mal im wahren Licht betrachtet. Sie löst sich von dem berühmten Spruch „Blut ist dicker als Wasser“, da Lukes Taten mit ihrem eigenen Verständnis von Unrechtsein und Straftaten kollidiert. Sie geht noch weiter und sieht auch eine Mitschuld bei ihren Eltern, durch den jahrelangen Schutz. Es ist ganz deutlich, dass sie sich hier weiter entwickelt und auch ein Stück weit von ihrem Familienskelett, welche sie über den Roman verfolgt und den Namen „Skel“ trägt, löst ohne selbst daran zu zerbrechen. Trotz allem gibt es für sie eine Zukunft. Das Buch zeichnet sich durch eine wahnsinnige Intensität aus, sodass ich es kaum aus Hand legen konnte. Selten hat mich ein Roman so begeistert und ging mir nah wie dieser hier. Oft konnte ich auch Parallelen zu meinem eigenen Leben ziehen und habe mich immer wieder mit der Frage beschäftigt, wie weit Liebe in einer Familie gehen kann und darf. Wann es in Ordnung ist ein gewisses Verhalten von Familienmitgliedern nicht mehr akzeptieren zu wollen und können? Wann ist es in Ordnung sich davon zu distanzieren? Anna Shinodas gibt es uns Antworten darauf. Dennoch obliegt die Entscheidung jedem selbst. Ich habe daraus gelernt, dass es wichtig ist, hier auch an sich selbst zu denken und was und wer gut für einen selbst ist. Für diesen wunderbaren Roman vergebe ich 5 Sterne.

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    • 2
  • Leise Töne mit einer großen Wirkung

    Die Mitte von allem

    Aleshanee

    Klappentext Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen. Meine Meinung Das Cover wäre eigentlich nicht meine erste Wahl und auch der Klappentext spricht Themen an, denen ich mich ungern widme, da ich beim Lesen entspannen und Spaß haben will. Aber manchmal bin ich in der Stimmung für genau so eine Geschichte und es gibt vom ersten Moment an eine unerklärliche Faszination, noch bevor ich das Buch gelesen habe. Clare ist 17 und sie erzählt dem Leser ihre Geschichte. Dabei wechselt sie von der Gegenwart in die Vergangenheitsform, je nachdem, ob sie das aktuelle Geschehen beschreibt oder Szenen aus der Vergangenheit reflektiert. Ich hab jetzt bewusst das Wort "reflektiert" genommen, denn ihre Erinnerungen an die Kindheit sind nicht immer das, was sie scheinen. Sie hat viel verdrängt von einer Wahrheit, die sie nicht sehen, nicht verkraften konnte - und durch ihre Eltern hatte sie auch nie die Chance, es zu verarbeiten. ~ Clare ist ein junges, sympathisches Mädchen, das erwachsen werden will und endlich aus dem "Gefängnis" ausbrechen, mit dem ihre Familie sie umgibt. Hoffnungen und Enttäuschungen haben ihre Kindheit begleitet, denn ihre großen Brüder haben Widersprüche in ihr ausgelöst, die nicht so leicht wegzustecken sind. Sie versucht alles, um diese Fassade ihrer "kleinen heilen Welt" aufrecht zu erhalten und ist doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. ~ Peter ist vier Jahre älter und sein Verhalten ihr gegenüber wechselt von dem typischen Geschwisterstreitigkeiten bis hin zu richtigen Gemeinheiten. Es scheint nur wenige Momente zu geben, die ihr positiv in Erinnerung geblieben sind. ~ Luke hingegen ist schon 12 Jahre älter als sie und das Sorgenkind der Familie. Erlebt hat Clare ihn immer als ihren Retter, ihren Fels in der Brandung, den Spaßmacher, der sich um sie kümmert und sie zum Lachen bringt. Warum Luke allerdings immer wieder ins Gefängnis wandert, wird nur angedeutet und man erlebt zusammen mit Clare, wie sehr das ganze sie selbst und natürlich auch die Familie belastet. Allerdings ist es nicht so sehr der Umstand, dass Luke auf die schiefe Bahn geraten ist; die Eltern sind hier so dermaßen fixiert darauf, den Schein zu wahren und alles totzuschweigen, dass weder Clare noch Peter eine Möglichkeit haben, sich mit der Situation zurecht zu finden. Die Mutter kann mit ihrer Enttäuschung von Luke und ihren Zweifeln an sich selbst nicht umgehen - sie lässt alles an ihrer Tochter aus und gestattet ihr kaum Freiraum. Ihr Leitsatz "Müßiggang ist aller Laster Anfang" begleitet das Mädchen schon ihr ganzes Leben lang und am liebsten hätte ich sie oft gepackt und geschüttelt und ihr die Meinung gesagt, wie unfair und schrecklich sie mir ihren Kindern umgeht. Der Vater ist ihnen auch keine wirkliche Hilfe, denn er verschließt vor allem die Augen und lässt Luke zu dem werden, der die Familie zerbrechen lässt: die Mitte von allem. Es ist eine ruhige Geschichte, die scheinbar nur vor sich hinplätschert und die großen Gefühle eher unscheinbar und subtil an einem vorüberziehen lässt. Dafür ist die Wirkung um so eindrucksvoller, wenn man die Nachwirkungen spürt und während dem Lesen war ich oft hin- und hergerissen zwischen Wut, Mitgefühl, Respekt, Fassungslosigkeit und dem Erschrecken, zu welchen Handlungen die Menschen durch ihre Gefühle getrieben werden können. Es ist kein Thema, über das viel gesprochen wird - denn was passiert wirklich innerhalb einer Familie, in der ein Kind "ausbricht" und straffällig wird. Die Autorin hat mit viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen gezeigt, welche ehrlichen und verworrenen Gefühle hier mitspielen. Scham, Liebe, die Verzweiflung im Glauben, das alles wieder gut wird und wie gefangen jeder in diesem Kreislauf ist, aus dem es kaum ein Entkommen gibt. Fazit Die Probleme einer Familie mit einem straffälligen Jugendlichen werden hier in einer sehr berührenden und behutsamen Weise erzählt, die die gravierende Wirkung dadurch umso deutlicher hervorhebt und betroffen macht. Die Geschichte ist mir sehr zu Herzen gegangen. © Aleshanee Weltenwanderer

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    • 6
  • Im Kreise der Familie

    Die Mitte von allem

    hi-speedsoul

    04. September 2015 um 10:12

    Clare lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder Peter. Der älteste Bruder Luke, lebt meistens im Gefängnis. Die 17jährige Clare sieht ihr lebenlang zu Luke auf, sie ist sein kleiner Piepmatz und er war doch einfach immer nur "zur falschen Zeit, am falschen Ort" - oder etwa doch nicht? Während Luke Mist baut und trotzalledem von seinen Eltern angehimmelt und verteidigt wird, ist Clare eine regelrechte Mustertochter, doch sehen das ihre Eltern nicht, ganz im Gegenteil,... Meine Meinung: Die Mitte von Allem ist ein wunderschöner Jugendroman, nicht nur für Jugendliche. Gefühlvoll und bedächtig wird beschrieben, wie eine ganze Familie unter den Machenschaften eines Mitglieds leidet. Clare erlebt ein regelrechtes Gefühlchaos - es ist doch ihr Bruder, aber trotzdem unverzeihlich, was er getan hat. Clares Charakter kommt sehr gut zur Geltung, ich leidete oft mit ihr mit und freute mich, wenn sie ein wenig aus sich herauskam. Auch über das Gefühlsleben von Peter erfährt man zwischendurch etwas. Die Autorin schafft es sehr gut, die Leiden und die Gefühlswelt, vor allem die Angst, von Clare darzustellen. Schön fand ich die Einwürfe aus der Vergangenheit - auch aus Clares Perspektive, hier kommt gut zur Geltung, wie sie Luke vergöttert, aber immer mehr und mehr zu grübeln beginnt. Manche Szenen oder Geschehnisse hätte ich mir ein wenig deutlicher gewünscht. Mit mehr Details, Gefühlen und Beschreibungen. Alles in allem ist die Mitte von Allem ein empfehlenswertes Buch!

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  • Ein bewegendes Buch

    Die Mitte von allem

    SophiesLittleBookCorner

    26. May 2015 um 17:02

    Äußeres Erscheinungsbild: Auf den ersten Blick wirkt das Cover recht unscheinbar und ist nicht wirklich ein Eyecatcher. Und dennoch hat mich gleich so vieles zu dem Buch hingezogen. Die Farben sind einfach sanft und warm und dennoch hat man sofort das Gefühl, dass der Schein trügt. Im Laufe des Romans fügt sich das Bild zusammen und alles macht Sinn. Zum Ende des Buches, wenn Clare endlich ehrlich mit sich selbst ist, sagt sie diesen einen Satz und plötzlich wurde der Titel ganz subtil in das Buch eingebaut (oder auch andersrum). Ich mag es sehr, wenn der Titel nicht Holzhammermäßig ist. Eigene Meinung: Mittlerweile scheint so ziemlich jeder Roman mit einer Liebesgeschichte ausgestattet zu sein. Begeistert habe ich daher die Idee hinter dieser Geschichte in mich eingesaugt: ein Familiendrama für Jugendliche, das sich mit der Liebe zwischen Freunden und innerhalb der Familie beschäftigt. Romane, die sich mit dem Seelenheil von Familien mit inhaftierten Verwandten beschäftigen sind rar gesäht, im Jugendbereich sind sie nahezu nicht-existent. Dabei kann das ein sehr spannendes, aufwühlendes und bewegendes Thema sein. Denn das Auseinadersetzen mit den Gefühlen der Buchcharaktere und den eigenen ist unvermeidlich. In "Die Mitte von Allem" hat Clare ihren Bruder Luke seit Jahren nicht mehr gesehen, da er für anscheinden kleinerer Sachen immer wieder Zeit absitzen muss und ein Leben außerhalb der Gefängnismauern für ihn nicht möglich ist. Trotz Abwesenheit Lukes dreht sich doch alles um ihn. Sein Geist ist immer spürbar. Dieses Loch in der Familie, samt familiärer Anspannung wird in dem Charakter Skel deutlich - einem Familienskelett (das berühmte "Skelton in the closet" aka "Die Leiche im Keller"), dass immer imaginär an Clares Seite ist. Die Geschichte legt den Hauptaugenmerk auf Emotionen, das Alltagsleben der Familie und vor allem auf die Probleme innerhalb dieser. Spannung wird eher durch das Mitfühlen mit den Protagonisten und deren Erlebnissen erreicht. So lange ein Buch gute Charakterentwicklungen und Emotionen hat kann ich gut auf eine Spannungsklimax verzichten. Leider hat die Handlung des Buches aber in der Mitte einige Längen. Der Schreibstil ist jugendlich gehalten und nicht zu ausufernd. Ruckzuck fliegt man durch die Seiten und fühlt immer dadurch mit, da die Geschichte aus Clares Sicht erzählt wird. Abwechselnd werden die Kapitel aus der Gegenwart und aus Clares Vergangenheit erzählt. Schritt für Schritt kommt man so der Warheit auf die Spur und erfährt deren Hintergründe. Clare war mir sofort sympathisch. Sie will unheimlich viel vom Leben, ist ehrgeizig und trotzdem immer eine tolle Freundin, mit der man Pferde stehlen kann. Der Leser kann sich sehr gut in sie hineinversetzen. Hin und wieder hätte ich ihr jedoch gerne einmal in den Hintern getreten, denn sie lässt echt viel mit sich machen. Sie hätte ihren Eltern schon mal Kontra geben können. Ich wäre schon längst geplatzt.  Mit der Zeit steht sie vor vielen Probleme, denn sie lernt, dass ihr viel verheimlicht worden ist. Sie muss Stärke beweisen und fängt an über sich zu wachsen und wichtige Entscheidungen für sich zu treffen. Clares Eltern waren mir fast durchgängig unsympathisch. Ist ihre Vater noch einigermaßen erträglich und wirklich liebevoll, so steht er doch dauerhaft unter der Fuchtel von Clares Mutter.  Es ist ja klar, dass sie als Mutter viel zu verkraften hat. Und ich kann auch verstehen, dass sie durch den Verlust eines Kindes übermutternd, überfürsorglich und vor allem eingrenzend ist. Aber ihre Art war doch echt anstrengend. Sie entscheidet permanent für Clare, lässt sie nicht ihr Leben leben und lässt sie echt viel im Haushalt machen - also echt wirklich schrecklich viel. Und natürlich steht man als Mutter immer hinter seinen Kindern, aber Luke lässt sie viel zu viel durchgehen und lässt ihren Stress an Clare aus. Das geht einfach nicht. Als Mutter darf man keine Lieblinge haben. Auch will sie entweder nicht wahrhaben, dass Luke eben nicht nur ein kleiner Ladendieb ist, sondern noch viel mehr Dreck am Stecken hat oder sie ist echt dämlich. Diese Frau regt mich einfach nur auf. Jeden kleinen Fehler von Luke lässt sie an Clare aus. Und auch als Clare (durch eine absichtliche Tat von Luke) ins Fadenkreuz der Polizei rückt steht sie hinter ihrem Ältesten und schadet Clare damit. Sie vergisst einfach, dass sie noch zwei andere Kinder, die ihre Liebe und nicht nur ihre Anwesenheit brauchen. Luke fand ich am Anfang eigentlich super. Er liebt Clare wirklich sehr. Aber mit der Zeit offenbaren sich Abgründe in ihm, die einem zum Nachdenken bringen - es ist nichts so wie es scheint. Und auch Peter fand ich von Anfang an toll. Er ist das dritte Geschwisterkind und rutscht ein bisschen durch - immer im Schatten des großen Bruders und die Aufmerksamkeit der Eltern (so negativ die auch ist) konzentriert sich auf Clare. Er will gesehen werden und baut echt viel Mist. Er weiß von Anfang an um die Fehler uns Misstaten von Luke und kommt deswegen mit seiner beschützenden Familie nicht so gut klar. Ist er auch manchmal etwas grob gegenüber Clare, so wird zum Ende hin deutlich, dass er der liebendere Bruder ist - im Gegensatz zum harmlos scheinenden großen Bruder Luke. Das Ende ist schockierend und das sorgsame Gebilde der "liebevollen" Familie kracht endgültig zusammen. Clare sieht einer schwierigen Zukunft entgegen, aber sie scheint auch endlich glücklich zu sein und packt ihr Leben an. Fazit: Ein wahnsinnig bewegendes Buch, dass tief unter die Haut geht und nachdenklich stimmt. Die ganze Zeit über leidet und freut man sich mit Clare mit. Ich empfand das Buch in der Mitte zwar ein bisschen ziehend und die Handlungen der Mutter waren mit absolut unverständlich, aber ich denke, dass man dieses Buch einfach gelesen haben sollte.

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  • Die Mitte von allem

    Die Mitte von allem

    pelia

    08. May 2015 um 15:28

    Erster Satz: Damals, mit Elf. "Die Glasscheibe der Haustür war zerborsten." Meine Meinung zum Cover: Ich liebe dieses Cover, es ist einfach wundervoll. Zudem erinnert es einen selbst an seine eigene Kindheit. Die Farbgestaltung finde ich ebenfalls toll, sehr dezent, aber trotzdem passend. Meine Meinung zum Buch: Dieses Buch war eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, mit der ich so nie gerechnet hätte. Die Handlung springt nach jedem Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Das ändert sich nach ungefähr zwei Drittel des Buches, aber die Rückblenden haben mir sehr gut gefallen, denn dadurch erhält man Einblicke in die Vergangenheit der Familie und kann die Entwicklung sehr gut nachvollziehen. Sehr spannend und einfühlsam beschreibt die Autorin das Leben der Hauptprotagonistin Clare in der Ich-Perspektive. Sie ist eine intelligente, unabhängige und starke junge Frau die später einmal auf´s College gehen möchte und dafür sehr hart arbeitet. Clare hat zwei ältere Brüder - Luke & Peter. Luke hat die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbracht. Laut den Eltern war er immer: "Zur falschen Zeit am falschen Ort". Welches Ausmaß das alles annimmt, erfährt man als Leser nach und nach, denn Clare stößt auf viele Ungereimtheiten und kommt der Wahrheit langsam immer näher. Eine schockierende Wahrheit die alles übertrifft und Clare muss einige harte Entscheidungen treffen in Bezug auf ihren Bruder Luke Peter ist ein Nebencharakter dem seine Rolle sehr stark auf den Leib geschrieben wurde. Man merkt ihm die Anspannung, die er gegenüber seinen Geschwistern hat, sehr stark an, vor allem aber bei Luke. Die Feindseligkeit der beiden ist zum greifen nahe. Eine Enthüllung, die nicht lange auf sich warten lässt und die dem Leser glatt die Sohlen unter den Füßen wegreißt. Über Clares Mutter habe ich mich von der ersten bis zur letzten Seite pausenlos aufgeregt. Eine egoistische Ziege die nur das Wohl ihres kriminellen Sohnes im Sinn hat und dabei vergisst, das sie noch zwei andere Kinder hat. Nicht zu vergessen ist Skel - das Familienskelett. Er hat einen wieder hochgezogen, wenn man erst einmal unten war. Ein sehr liebenswürdiges Skelett das mich trotz der drückenden Stimmung oft zum schmunzeln bringen konnte. Fazit: Anna Shinoda hat ein wahres Meisterstück erschaffen, eine tiefgründige Geschichte mit authentischen Charakteren. Ein wundervolles Buch das ich jedem ans Herz legen kann.

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  • Lena liest rezensiert..

    Die Mitte von allem

    lenasbuecherwelt

    02. April 2015 um 18:53

    Sie liebt die Familie. Doch alles beginnt einmal zu bröckeln. Vor allem, wenn man die Wahrheit erkennt. Für Clare ist ihr Bruder Luke der Ritter in der glänzenden Rüstung. Von klein auf erleben die Beiden Abenteuer und haben jede Menge Spaß und immer, wenn Luke zu Hause war, hat sich Clare beschützt gefühlt. Doch hier beginnt das Problem: Luke war nie oft zu Hause. Die meiste Zeit hat der Bruder im Gefängnis verbracht. Wenn Clare ihre Eltern fragt, was ihr Bruder denn angestellt haben soll, muss sie sich mit einer Antwort wie “Er war zur falschen Zeit am falschen Ort” zufrieden geben. Doch nachdem Luke immer wieder “zur falschen Zeit am falschen Ort” gewesen sein soll, merkt auch Clare, dass etwas nicht stimmen kann. Und als Luke während Clares 17. Lebensjahr wieder einmal aus dem Gefängnis entlassen wird, fängt er an, seine Schwester mit in seine Machenschaften zu ziehen. Clare beginnt an Lukes Unschuld zu zweifeln, die ihre strenge, kalte Mutter ihr immer wieder einbläut. Doch irgendwann kommt jede Wahrheit ans Tageslicht!   “Die Mitte von Allem” ist ein besonderes Buch. Du liest und liest und liest und merkst erst am Ende, wie geschickt die Autorin alles konstruiert hat, sodass du nun, nach dem Lesen, jede einzelne Handlung der Figuren nachvollziehen kannst, auch die, worüber du am Anfang der Geschichte nur den Kopf schütteln konntest. Und selbst die Figuren, die du während des Lesens gar nicht leiden konntest, werden annehmbarer und du verstehst schließlich den Grund hinter ihrem Handeln. Shinodas Debütroman beginnt mit einem Prolog, in dem Clare 11 Jahr alt war, das Stück kann man zwar anfangs noch nicht deuten, aber die immer wiederkehrenden Rückblicke, zwischen Clares 4. und 11. Lebensjahr fügen sich irgendwann zu Einem. Clare, die Ich-Erzählerin der Geschichte, wechselt immer wieder zwischen dem damaligen Geschehen und dem Heute. Die Glücklichkeit in ihrer Familie, die Clare damals gespürt hat, ist schon lange verflogen. Dabei strengt sich Clare stark an und versucht, vor allem ihre Mutter nicht zu enttäuschen. Doch das ist eigentlich unmöglich, denn die findet immer wieder neue Aufgaben. Lob gibt es nicht und die Mutter behandelt ihre Tochter nicht nur wie ein Kind, dabei ist Clare nun schon 17, sondern ist auch immer abweisend und kalt zu ihr. Dabei hat Clare Noten, von denen andere nur träumen können, arbeitet nebenbei, um nach der Schule auf ein gutes Collage gehen zu können, und stellt keine blöden Sachen an. Luke hingegen vergöttert die Mutter regelrecht und egal, wie viel Mist der Junge wieder anstellt, er ist immer der Unschuldige. Clares Mutter mag ich genau wegen diesem Verhalten zwar nicht, doch gegen Ende wurde mir klar, warum sie ihre Kinder so behandelt… Clare selbst hat mir wirklich gut gefallen, sie versucht, das was von der Familie noch übrig ist, zusammen zu halten. Sie ist fleißig, schlau und freundlich, doch das Gerede über ihre Familie und Lukes Gefängnisaufenthalten gehen auch an ihr nicht spurlos vorbei. Clare möchte eigentlich nur normal sein, mit einem Bruder, der nicht sofort alle Blicke auf sich zieht. Dabei weiß Clare ja noch nicht einmal, warum Luke angestarrt wird. Was hat der Junge getan?! Es kann nicht ohne sein, denn nicht jeder kommt, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war, in ein Hochsicherheitsgefängnis! Neben Luke gibt es noch Clares anderen Bruder, den 21-jährigen Peter. Während ich ihn anfangs nicht wirklich verstand und er eher im Hintergrund blieb, lüftet sich gegen Ende auch sein Geheimnis und er wurde mir wirklich sympathisch. Anna Shinodas Schreibstil mit seinen wundervollen, ja fast schon poetischen Sätzen hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Dieses Buch ist definitiv einen 2. Blick wert!

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  • Wie weit darf Liebe in der Familie gehen?

    Die Mitte von allem

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. March 2015 um 12:41

    Clare ist die jüngere Schwester von zwei älteren Brüdern. Besonders ihren 12 Jahren älteren Bruder Luke liebt Clare sehr. Er ist Held in einer schimmernden Rüstung. Ihre Liebe zu ihm ist trotz seiner häufigen Gefängnisaufenthalte scheinbar unerschütterlich. Warum Luke so oft in Gefängnis muss, wird Clare von ihren Eltern immer mit dem Satz „Er war zur falschen Zeit am falschen Ort“ beantwortet. Luke kehrt nach vier Jahren frühzeitig aus der Haft zurück. Clare hofft, dass er sich dieses Mal geändert hat. Doch es kommt alles anders. Luke wird erneut verhaftet und auch Clare gerät unter Verdacht. Die Ereignisse stellen ihr bisheriges Leben auf den Kopf und gefährden ihre Zukunft. Clare beschließt herauszufinden, wer ihr Bruder wirklich ist und geht seiner Vergangenheit auf den Grund. Was sie dort herausfindet, ist schlimmer als befürchtet. Der Titel des Romans lässt für meinen Geschmack wenig auf den Inhalt schließen und hat sich mir auch eine ganze Zeit lang nicht erschlossen. Ich fand ihn relativ nichts sagend. Erst im späteren Leseverlauf wurde aufgeklärt was bzw. wer „Die Mitte von allem“ ist. Das werde ich nicht verraten, damit die Lesespannung erhalten bleibt. Im Nachhinein betrachtet finde ich ihn sehr passend. Das Cover zeigt zwei Geschwister, bei denen es sich um Luke und Clare handeln könnte bzw. um Geschwister. Dennoch sieht das jüngere Kind eher nach einem kleinen Jungen aus als nach einem Mädchen. Zusammen mit Titel erscheint das Buch dadurch doch relativ unauffällig und blass im Buchladen, was meiner Meinung nach dem Inhalt des Buches nicht gerecht wird. Die Kapitel wechseln in den ersten zwei Dritteln des Romans zwischen „Jetzt“ (Gegenwart) und „Damals vor xy Jahren“ (Vergangenheit). Die Vergangenheitsabschnitte sind relativ kurze Kapitel, die alle Erinnerungen von Clare sind aus ihrer Kindheit. Die „Jetzt“-Kapitel dagegen sind umfangreicher und beginnen mit dem Anruf von Luke, dass er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Der Leser begleitet während des ganzen Romans Clares Sicht auf die Geschehnisse. Das letzte Drittel spielt nur noch im „Jetzt“. Die „Damals“-Kapitel stellen eine direkte Verbindung zu den Wurzeln von Clares Liebe und auch vor allem die Liebe ihrer Mutter zu Luke dar. Eine Liebe, die meiner Meinung nach über ihre Grenzen hinaus ging und Opfer von allen Familienmitgliedern gefordert hat. Besonders Clares und Lukes Mutter versucht mit allen Mitteln den Schein einer heilen Familie trotz Luke „Eskapaden“ auf jegliche erdenkliche Weise zu bewahren. Dies geschieht auf Kosten von Clare und ihrem Bruder Peter. Clares Mutter begegnet ihr selber mit einer Lieblosigkeit, die mehr den Eindruck erweckte Clares sei eine Küchenmagd statt ihre Tochter. Oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich die Mutter am liebsten mal durchschütteln würde. Gegenüber Luke jedoch ist deutlich die grenzenlose Liebe zu spüren. Sobald er wieder aus dem Gefängnis kommt, wird ihm jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Seine Taten werden verschleiert und runter gespielt. Als Luke erneut aus der Haft nach Hause kommt, ist bereits von Anfang an klar, dass es auch diesmal wieder in einer Katastrophe enden wird. Als Leser sieht man dabei zu, wie die Familie versucht die nahende Katastrophe mit verschiedenen Mitteln hinauszuzögern. Clares ist Teil dieses Systems, welches um Luke herum aufgebaut wurde. Es wird ganz deutlich, dass auch alle mehr mitbekommen haben von Lukes Machenschaften und dennoch davor ganz bewusst die Augen verschließen. Anfänglich erscheint es wie ein Teufelskreis, aus dem niemand ausbrechen kann und will. Eine Wandlung bei Clare kommt erst mit Luke erneuter Verhaftung und der Verdächtigung der Polizei einer Komplizenschaft von ihrer Seite. Eine Verdächtigung, die Clares komplettes soziales Leben auf den Kopf stellt und sie immer mehr in einer Außenseiter Rolle treibt als Schwester eines Verbrechers. Clare wird fängt zum ersten Mal an ihren Bruder Luke zu hinterfragen und geht auf Forschung in der Vergangenheit. Was sie da herausfindet, hat selbst mir den Atem gestockt. Sehr bewundernswert hat mir Clares Umgang damit gefallen und dass sie ihren Bruder endlich mal im wahren Licht betrachtet. Sie löst sich von dem berühmten Spruch „Blut ist dicker als Wasser“, da Lukes Taten mit ihrem eigenen Verständnis von Unrechtsein und Straftaten kollidiert. Sie geht noch weiter und sieht auch eine Mitschuld bei ihren Eltern, durch den jahrelangen Schutz. Es ist ganz deutlich, dass sie sich hier weiter entwickelt und auch ein Stück weit von ihrem Familienskelett, welche sie über den Roman verfolgt und den Namen „Skel“ trägt, löst ohne selbst daran zu zerbrechen. Trotz allem gibt es für sie eine Zukunft. Das Buch zeichnet sich durch eine wahnsinnige Intensität aus, sodass ich es kaum aus Hand legen konnte. Selten hat mich ein Roman so begeistert und ging mir nah wie dieser hier. Oft konnte ich auch Parallelen zu meinem eigenen Leben ziehen und habe mich immer wieder mit der Frage beschäftigt, wie weit Liebe in einer Familie gehen kann und darf. Wann es in Ordnung ist ein gewisses Verhalten von Familienmitgliedern nicht mehr akzeptieren zu wollen und können? Wann ist es in Ordnung sich davon zu distanzieren? Anna Shinodas gibt es uns Antworten darauf. Dennoch obliegt die Entscheidung jedem selbst. Ich habe daraus gelernt, dass es wichtig ist, hier auch an sich selbst zu denken und was und wer gut für einen selbst ist. Für diesen wunderbaren Roman vergebe ich 5 Sterne.

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  • Ein ergreifendes und sehr intensives Buch

    Die Mitte von allem

    ClaudiasBuecherhoehle

    Die Mitte von allem von Anna Shinoda erschienen bei Magellan Der Klappentext Clare liebt ihren Bruder Luke über alles – er ist ihr strahlender Held, mit dem sie Abenteuer erlebt, der ihr das Schwimmen beibringt und der sie beschützt. Seit ihrer Kindheit sitzt Luke jedoch immer wieder im Gefängnis. Als er nun nach vier Jahren frühzeitig entlassen wird, hofft sie, dass er sich dieses Mal geändert hat. Aber bald darauf wird Luke erneut verhaftet. Während Clares Eltern versuchen, den schönen Schein zu wahren, und Luke immer wieder mit offenen Armen empfangen, beginnt Clare, an seiner Unschuld zu zweifeln. War er nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Als Clare schließlich selbst in Lukes Machenschaften hineingezogen wird, will sie wissen, wer ihr Bruder wirklich ist. Sie geht der Vergangenheit auf den Grund. Doch was sie dort findet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen. Meine Meinung zum Cover Das Cover halte ich für etwas Besonderes. Es drückt für mich sehr gut die thematisierte Geschwisterliebe aus, wie die beiden Kinder so dicht aneinander geschmiegt auf einem riesigen Heuballen sitzen. Ohne viel Aufwand trifft dieses Cover mitten ins Herz. Die Story besteht aus 57 ergreifenden Kapiteln. Charaktere und meine Meinung Clare ist 17 Jahre alt und kämpft sich von Tag zu Tag. Das Damoklesschwert, das wegen ihres älteren Bruders Luke über ihrer Familie schwebt, belastet sie sehr. Clare gibt sich alle Mühe in der Schule, schließlich möchte sie später ein gutes College besuchen. Dafür arbeitet sie nebenbei sehr hart, was ich bewundernswert finde. Eine ganz starke junge Frau, die ihren Weg machen wird. Luke ist 29 Jahre alt und immer mal wieder im Gefängnis. Er ist stets zur falschen Zeit am falschen Ort – so sagen seine Eltern. Welche Delikte wirklich dahinter stecken, offenbart sich dem Leser erst mit der Zeit. Luke war mir keineswegs unsympathisch, denn er kümmert sich rührend um Clare. Auch den Spitznamen Piepmatz fand ich niedlich und passend. Man spürt ganz deutlich, wie wichtig ihm seine kleine Schwester ist. Peter ist 21 Jahre alt und ebenfalls ein Bruder von Clare. Er ist Luke gegenüber eher feindselig. Warum dies so ist, wird auch erst zu einem späteren Zeitpunkt enthüllt. Peter war für mich immer so etwas wie eine Randfigur, seine Auftritte empfand ich als nicht so stark. Clares Mutter mochte ich gar nicht. Sie hat an allem, was Clare tut, etwas auszusetzen oder triezt sie, es noch besser zu machen. Dabei gibt sie Spitzen von sich, die kein Kind von seiner Mutter gerne hören möchte. Sie wirkt Clare gegenüber richtig hart und unnachgiebig, was ich oft nicht verstehen konnte. Luke gegenüber setzt sie aber sofort ihr glücklichstes Gesicht auf und würde uneingeschränkt alles für ihn tun. Schade, dass eine Mutter bei ihren Kindern solche Unterschiede macht… Nicht zu vergessen ist da noch Skel, das Familienskelett. Was es damit genau auf sich hat, erfährt der Leser schon auf den ersten Seiten. Ich habe Skel im Laufe der Story immer mehr ins Herz geschlossen ;) Ich wünschte, ich könnte sie so glücklich machen und ihr dieses breite Lächeln und die funkelnden Augen ins Gesicht zaubern – einfach nur durch meine Anwesenheit. Seite 130 Dieses Buch hat mich auch nachhaltig noch lange beschäftigt. Es ist mit einer wahnsinnigen Intensität geschrieben worden, die mich oftmals sehr berührt hat. Über zwei Drittel des Buches wird abwechselnd aus Clares Kindheit und dem Heute erzählt. Geschildert werden einzelne Szenen aus verschiedenen Altersstufen von Clare, beginnend mit einer glücklichen Familie. Dadurch bekam ich einen direkten Draht zu ihr, ihrer Liebe zu Luke und den Ereignissen von damals. Die teilweise bewegenden Gedankengänge einer Siebenjährigen waren so manches Mal rührend. Es gibt Auszüge darüber, was Luke während seines Gefängnisaufenthaltes bei Clares Entwicklung alles verpasst hat. Eine perfekte Familie wurde einfach auseinander gerissen – was ist davon noch übrig geblieben? Auf jeden Fall die uneingeschränkte Liebe der Mutter zu Luke. Für sie kann er machen, was er will, sie verteidigt und liebt ihn ihn jederzeit und tut alles für ihn. Einerseits konnte ich sie verstehen – ich bin selbst Mutter. Doch ihre „Abneigung“ Clare gegenüber, das ständige Herummäkeln und kein Funken der Liebe für sie oder gar Peter, schnitten mir tief ins Herz! Clare merkt man auch ihre tiefe Liebe für ihren großen Bruder an, gerade als Kind. Doch jetzt, als junge Erwachsene kam es mir manchmal so vor, als wenn diese Liebe in Frustration umgeschwenkt ist. Clare hinterfragt mehr und macht sich ihrerseits auf die Suche nach der Wahrheit. Sie muss zudem noch die ständigen Blicke und das Getuschel der Leute ertragen, die natürlich alle über die Familiensituation Bescheid wissen. In so einem kleinen Örtchen muss dies wirklich sehr schwer auszuhalten sein… Luke hat sich die wenige Zeit, die er in Freiheit verbracht hat, mit einer Hingabe um Clare gekümmert, die ich richtig schön fand. So ein Mensch muss doch wirklich ein Pechvogel und stets zur falschen Zeit am falschen Ort sein, oder? Die Story gleicht nach Lukes Freilassung einem Pulverfass. Clare hat stetig Angst, dass er in alte Muster verfällt und die ganze Chose von vorne losgeht. Ein wahrer Albtraum! Die Geschichte beginnt mit einer Art Prolog, die ebenfalls eine Szene aus Clares Kindheit wiedergibt. Diese wird im Storyverlauf zur Gänze aufgeklärt, so dass der Leser auch hier in einen erneuten Abgrund gestossen wird… Liebe macht uns zu Idioten. Seite 336 Mein Fazit Anna Shinoda hat mich noch nachhaltig mit ihrem Debütroman „Die Mitte von allem“ beeindruckt. Mir schossen während des Lesens oft Tränen in die Augen, zeitweise war ich sehr entsetzt über das Verhalten von Clares Mutter. Ich wäre am liebsten in die Geschichte gesprungen und hätte ihr gerne meine Meinung gesagt! Der Schreibstil der Autorin ist wunderschön. Sehr gut zu lesen, teilweise leicht poetisch. Das gefiel mir richtig gut und ich hatte Mühe, das Buch nicht innerhalb von wenigen Stunden einfach durchzulesen. Die Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet und handeln völlig authentisch. Ich hatte oftmals das Gefühl, in der Szene selbst als Beobachter daneben zu stehen. Dieses Buch wird durch die Kindheitserinnerungen von Clare zu einem wahren Erlebnis und bringt dem Leser die Figuren noch wesentlich näher. Clare ist auf einer Reise durch ihr Leben, auf der sie ihre Gefühle zu erforschen lernt. Danach ist es Zeit für sie, zu handeln. Dies bringt unweigerlich Veränderungen mit sich. Aber Veränderungen bringen auch jede einzelne Inhaftierung von Luke in der Familie mit sich. Sehr passend finde ich bei diesem Buch den Originaltitel Learning not to drown. Denn genau das ist Clares einziges Ziel – sie muss lernen, nicht unterzugehen! Ein absolut empfehlenswertes und einzigartiges Buch, das von mir selbstverständlich 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen erhält! Ich werde nicht mehr zulassen, dass der Sonnenschein von meinem Leben verschluckt wird. Seite 357 Die Autorin Anna Shinoda wuchs in einem Bergdorf auf, in dem es nicht einmal eine Ampel gab. Also blieb ihr kaum etwas anderes übrig, als sich in die Baumkronen zu flüchten, um dort zu lesen und sich Geschichten auszudenken. Als sie wieder herunterkletterte, brachte sie ihren Debütroman mit: Die Mitte von allem. ab 15 Jahren 384 Seiten ISBN 978-3-7348-5604-4 Preis: 17,95 Euro © Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag An dieser Stelle geht ein herzliches Dankeschön an den Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Exemplars und das in mich gesetzte Vertrauen!

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    • 5

    ClaudiasBuecherhoehle

    06. March 2015 um 09:10
  • Zwischen dem Jetzt und dem Damals

    Die Mitte von allem

    HibiscusFlower

    26. January 2015 um 21:48

    Dass ihr großer Bruder Luke im Gefängnis sitzt, lässt Clare ihn vermissen, aber Schämen muss sie sich nicht, auch wenn alle hinter ihrem Rücken reden. War er doch nur zur falschen Zeit am falschen Ort! Sie ist sein `Piepmatz´ und er ihr ganz persönlicher Held, der sie beschützt und ihr das Schwimmen beigebracht hat. Clare freut sich so sehr, als Luke vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Jedoch währt diese Glück nur kurz. Als Luke wieder verhaftet und Clare ebenfalls verdächtigt wird, lässt sie sich nicht länger mit Antworten beruhigen, die nur dazu dienen, den Schein zu wahren. Hat denn nicht jede Familie ihre Leiche im Keller ? Wenn ja, warum kümmern sich nicht alle um ihr eigenes Familienskelett, statt hinter vorgehaltener Hand über andere zu reden ? Wundervolle Erinnerungen hat Clara an ihren Bruder Luke, obwohl er immer wieder im Gefängnis sitzt. Sie wünscht sich so sehr, dass ihre Lieblingserinnerungen mit der Gegenwart übereinstimmen würden, damit diese ein Bild ergeben, das sie erkennen und begreifen kann. Doch ihre Eltern schaffen eine Distanz, enthalten ihr die Wahrheit vor. `Zur falschen Zeit am falschen Ort´ hört sich für ein kleines Mädchen und das Umfeld um einiges besser an, als `Diebstahl, Drogen und Gewalt´. Ein kleines Mädchen kann man nicht für immer sein. Die Zeiten als Clare-Bär sind schon längst vorbei. Clare Tovin hat mit ihren siebzehn Jahren Wünsche und Träume. Sie möchte auf´s College gehen und dafür arbeitet sie hart in der Schule; verdient Geld mit unterschiedlichen Jobs. Zum Ausgleich strickt Clare Beanies für ihre Freunde und Decken für ein Obdachlosenheim. Nichts liegt ihrer ferner als Aufmerksamkeit auf ihre Person zu lenken. Aber dann wird Luke aus dem Gefängnis entlassen... Die Familie ist das Wichtigste ! Aber sollte in einer Familie nicht jedes Mitglied im Mittelpunkt stehen ? In der Familie Tovin rückt Luke in die Mitte von allem. Dabei sind da noch Clare und der `Mittlere´ Peter. Während man als Leser aus der Sicht von Clare liest, ihre Gefühle wahrnehmen und mit ihr nach und nach die Wahrheit herausfinden kann, fragt man sich, "was ist mit Peter ?" Er scheint sich schon längst aus seiner Familie zurückgezogen zu haben. Mich persönlich hat es traurig gestimmt, dass dies niemanden aufgefallen ist. Alles konzentriert sich auf Luke...die Eltern, die feinseligen Blicke der Nachbarn, die Liebe von Clare. Es leichter, jemanden zu vermissen, der nicht da ist, als jemanden, mit dem man unter einem Dach lebt. Um zu verstehen, muss man hinsehen und begreifen, dass es nichts schön zu reden gibt, dass gefilterte Erinnerungen einem Strohhalm gleichen, an dem wir uns festhalten, wenn uns die Wahrheit den Boden unter den Füßen wegzieht. In meiner Jugend habe ich Bücher für eine ältere Zielgruppe gelesen, weil ich stetig auf der Suche nach Spannung war. Nun durfte ich im Alter ein Jugendbuch 14+ lesen, das mich als Gesamtes - mit Story, Schreibstil und Anspruch - höchst beeindruckt und absolut gefesselt hat. Nicht nur die Familie Tovin samt Familienskelett waren detailreich ausgearbeitet. Charaktere wie Clares beste Freundin Drea und ihre Mutter haben sich neben Clare und Peter in mein Herz geschlichen. Weitere runden die Geschichte sehr gut ab. Auch wenn das Lesejahr 2015 erst begonnen hat, bin ich mir sicher, dass "Die Mitte von allem" selbst am Ende des Jahres noch unter den Top 5 der Lesehighlights des Jahres befindet. Im Bereich Jugendbuch legt das Buch die Meßlatte sehr hoch und wird von mir mit 5 Sternen und einem DELUXE versehen. ;-)

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