Anna Smaill

 2.7 Sterne bei 23 Bewertungen

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Der Klang der Erinnerung

Der Klang der Erinnerung

 (20)
Erschienen am 08.09.2017
The Chimes

The Chimes

 (3)
Erschienen am 03.05.2016

Neue Rezensionen zu Anna Smaill

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Tiffi20001s avatar

Rezension zu "Der Klang der Erinnerung" von Anna Smaill

Klang der Erinnerung: gute Idee, die nicht überzeugend und sprachlich kompliziert umgesetzt wurde
Tiffi20001vor 9 Monaten

Klappentext:

Schon lange haben die Vögel London verlassen, nachdem die Stadt durch einen Umsturz verwüstet wurde. Seit die Ordnung an der Macht ist und von früh bis spät ein gigantisches Instrument erklingen lässt, das jegliche Erinnerung zerstört. Die ganze Stadt ist Musik und jeder Tag ist wie der vorherige. Nur Simon wacht immer wieder mit der vagen Erinnerung auf, dass er einen wichtigen Auftrag hat...

Buchgestaltung:

Das Cover zeigt neben dem Titel „Der Klang der Erinnerung“ das Foto der Stadtansicht Londons und ist überwiegend in dunklen Tönen gehalten worden.
Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut, ich mag die Farben, die zwar dunkel sind, dennoch aber durch die helleren blauen und roten Akzente auffällig sind und neugierig auf das Buch machen, da sie stimmungsvoll sind. Das Foto gefällt mir ebenfalls sehr gut, da ich den Stil hier gelungen finde und man so auch einen Einblick in das Buch erhält.
Der Titel sticht durch seine weiße Farbe sehr stark hervor, was ich gelungen finde. Er wirkt zunächst sehr mysteriös und weckt hierdurch Interesse an der Geschichte.
Der Klappentext leider nicht ganz so gut gewählt, da er zwar ein spannendes Buch beschreibt und so neugierig auf die Handlung macht, er aber meiner Meinung nach zu hohe Erwartungen an das Buch weckt.
Insgesamt gesehen eine gelungene Buchgestaltung, die es auf jeden Fall schafft, zum Lesen zu animieren.

Eigene Meinung:

Ich bin mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, da mir die Buchgestaltung sehr gefallen hat und auch der Klappentext neugierig gemacht hat. Leider konnte mich das Buch aber nicht überzeugen.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leider nicht wirklich gelungen, ich fand zwar die Idee, das Buch mit einem Zitat beginnen zu lassen, sehr schön, jedoch konnte mich die Handlung nicht wirklich in ihren Bann ziehen. Leider kam bei mir kein wirklicher Lesefluss auf, vor allem, da für mich die Handlung auch zu langsam erzählt wurde und es sehr lange keine wirkliche Entwicklung gab. Ich finde zwar die Grundgeschichte nach wie vor sehr spannend und vielversprechend, leider hat mich aber die Umsetzung nicht überzeugen können. Das Ende hat zwar schon zum Buch gepasst, aber wirklich begeistern konnte es mich ehrlich gesagt auch nicht.
Die Figuren des Buches waren vom Prinzip her interessant angelegt. Leider konnte ich mich aber nicht wirklich in sie hineinversetzen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen, was vielleicht auch an der Grundidee der Geschichte mit den fehlenden Erinnerungen gelegen haben mag. Ich hätte mir insgesamt mehr Emotionen und Nähe zu den Charakteren gewünscht, sodass man auch mehr mit der Geschichte hätte mitfühlen können und sie einen gefesselt hätte.
Die Sprache konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen und war für mich teilweise sehr schwierig zu lesen, weshalb sie wahrscheinlich auch ein Hauptgrund ist, weshalb mir das Buch leider nicht sehr gut gefallen hat. Zum Teil hat die Sprache für mich auch einfach keinen Sinn ergeben, da dort einige Wörter verwendet werden, die ich nicht kannte, da sie aus der Welt der Musik stammen und für mich in dem verwendeten Kontexten nicht sinnvoll waren und ich sie deshalb als sehr störend empfand. Hier hätte ich mir eine andere Gestaltung gewünscht, die auch Nicht-Musikern verständlich gewesen wäre und dass zumindest eine Erklärung am Ende mit den verschiedenen Wörtern (wie z.B. lento) zu finden gewesen wäre. Insgesamt waren mir persönlich die Sätze teilweise auch zu kurz, da dadurch bei mir ein sehr abgehackter Eindruck entstanden ist.

Fazit:

Eine sehr gelungene Grundidee, die aber meiner Ansicht nach nicht gut umgesetzt wurde. Die Handlung hat es nicht geschafft mich zu fesseln und in die Figuren konnte mich nicht wirklich hineinversetzen. Die Sprache war mich z.T. nicht verständlich und ich hätte mir eine Gestaltung ohne so viele Musik-Fachbegriffe gewünscht, sodass ich das Buch insgesamt leider nicht empfehlen kann.

Autor:

Anna Smaill wurde 1979 in Auckland geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft sowie Kreatives Schreiben und verbrachte einige Jahre in Tokio und London, wo sie auch promovierte und als Dozentin arbeitete. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter an der Südküste Wellingtons. »Der Klang der Erinnerung«, ihr erster Roman, wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet.

Allgemeine Infos:

Titel: Der Klang der Erinnerung
Autor: Anna Smaill
Verlag: Arctis Verlag
Seitenzahl: 352
Preis: 22,00 EUR
ISBN: 978-3038800064

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tinstamps avatar

Rezension zu "Der Klang der Erinnerung" von Anna Smaill

Musik ist Macht
tinstampvor einem Jahr

Fantasy ist ja nicht gerade MEIN Genre, aber wenn es um Musik geht, greife ich auch gerne genrefremden Büchern. Man sollte ja auch hin und wieder seinen Horizont erweitern ;) Bei dieser Geschichte macht man das sicherlich, denn alleine der Schreibstil der Autorin ist eine kleine Herausforderung! Deswegen empfehle ich jeden, der sich für "Der Klang der Stille" interessiert zuerst in die Leseprobe reinzulesen.

Der Klappentext hat mich fasziniert, denn es geht um Musik und um Erinnerungen. Letztere wurden den Einwohnern der Stadt seit dem großen Bruch genommen. Simon lebt auf dem Land und kommt nach den Tod seiner Eltern nach London - einem London, das wir so nicht kennen. Er soll nach einer Melodie, die ihm seine Mutter zugeflüstert hat, suchen. Auch ein Name wird genannt und die Rabengilde. Simons Mutter war eine der wenigen Menschen, die sich auch nach dem großen Bruch erinnern kann. Sie hat die Gabe die Erinnungen anderen Menschen festzuhalten und zu verwahren. Kaum jemand aus der Rabengilde ist noch übrig, denn beim großen Bruch wurder der Klang zur Waffe. Viele Menschen starben, einige wurden blind und taub und übrig blieben nur mehr die, deren Herzen und Gehör rein waren, und die auf eine neue Harmonie warteten. Die Einwohner der Stadt haben seitdem nur mehr die Erinnerung eines Tages.
Auch Bücher oder Schriften, sogenannte Chiffren, gehören der Vergangenheit an Deshalb helfen sich die Menschen mit Melodien, um gegenseitig zu kommunizieren oder wieder nach Hause zu finden. Jeder geht anders mit dem Gedächtnisverlust um. Einige verlassen sich auf ihr Körpergedächtnis, viele verwenden Gegenstände, aber alle verlassen sich auf die Musik und jeder von ihnen spielt ein Instrument. Musik ist Macht.

"Ein Wanderarbeiter singt das Hin-und-Zurück seiner Tagesreise, die Kadenz seines Liedes endet an unserem Dorfplatz. […] Kaum jemand wagt sich weiter als eine Tagesreise von zu Hause und den dort verwahrten Erinnerungen fort. Schließlich könnte man die Melodie für den Rückweg vergessen."
- Seite 12

Simon ist unser Hauptprotagonist, der kaum in London angekommen, sich dem Pakt der Five Rover anschließt. Lucien ist ihr Anführer, der sich schnell mit Simon anfreundet, denn er erkennt, dass dieser Junge vom Land anders ist. Simon ist ebenso wie seine Mutter ein Hüter der Erinnerungen, was er selbst jedoch noch nicht erkennt. Gemeinsam gehen die Beiden in den Widerstand und haben das Ziel das Carillon, das sich in unter der Erde der inneren Stadt befindet, zu zerstören und den Menschen wieder die Erinnerung zu geben.

Die Grundidee ist wirklich originell! Eine Welt ohne Sprache und voll mit Musik und Klängen. Eine Klangkakaphonie statt einer Überpräsenz der Medien, die uns in der heutigen Welt begleitet. Auch der Verlust der Erinnerung durch einen besonderen Klang, ist eine gänzlich neue Idee. Bekannt war für mich die übliche Elite, die wir in jeder Dystopie finden, die sich von den gewöhnlichen Menschen abhebt und in Wohlstand lebt. Diese finden wir auch hier...
Doch der eigene Schreibstil macht es dem Leser schwer in die Geschichte zu finden. Auch die Charaktere wirkten für mich sehr blass. Ich konnte sie nicht richtig fassen und spürte keinerlei Emotionen bei ihren Weg ins Innere der Stadt, der eigentlich eine Art Widerstandsbewegung sein soll.
Erst ab der Hälfte wurde für mich die Geschichte immer verständlicher. Man gewöhnt sich mehr und mehr an den Schreibstil. Irgendwie hatte ich das Gefühl, umso mehr Erinnerungen Simon findet, umso klarer lässt sich der Roman lesen. Trotzdem kam keine richtige Spannung auf, die mich absolut an das Buch fesseln konnte.

Schreibstil:
Anna Smaill erzählt sehr bildhaft und poetisch. Der Schreibstil ist, neben der guten Grundidee, das Außergewöhnliche an dieser Geschichte, Die Autorin benutzt für ihren Roman die Sprache der Musik. So finden wir viele Fachwörter der Musiktheorie wie lento (langsam), tacet (schweigen, Pause), subito (schnell). Diese werden in die Sätze miteingebracht, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Genauso wie die Schreibweise von Mettall, Leerlinge und Pollizzei. Warum hier Doppelkonsanten verwendet wurden, hat sich mir leider bis zum Ende der Geschichte nicht erschlossen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Simon.

Fazit :
Ein großartiger Plot, der durch den ziemlich schwierigen Schreibstil und fehlender Spannung leider ziemlich verliert. Deswegen konnte mich die Umsetzung nicht gänzlich überzeugen. Trotzdem fand ich meinen Ausflug in ein für mich eher selten gelesenes Genre interessant.
Wer sich für den Roman interessiert, sollte auf jeden Fall zuerst die Leseprobe lesen.

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elafischs avatar

Rezension zu "Der Klang der Erinnerung" von Anna Smaill

Musik, die Erinnerungen stiehlt
elafischvor einem Jahr

Und noch ein Buch des Arctis Verlags, welches sich in die Reihe der besonderen Büche einreiht. Der Start war nicht ganz einfach, aber Durchhalten lohnt!

Inhalt:
Simon lebt in einer Welt, in der jeden Tag das Klingen ertönt und die Menschen einem Großteil ihrer Erinnerungen beraubt. Er ist auf dem Weg nach London, mit einem Auftrag seiner Mutter. Doch dort angekommen vergisst er diesem bald. Er lebt mit anderen Jugendlichen von einem Tag auf den anderen, immer der gleiche Ablauf, ohne Erinnerung was einmal war. Nur Lucien ist irgendwie anders. Kann er Simon helfen sich wieder zu erinnern?

Meinung:
Bisher haben alle Bücher des Arctis Verlags, die ich gelesen habe, das Prädikat “Besonderes Buch, der anderen Art” auf jeden Fall verdient. Da macht auch “Der Klang der Erinnerungen” keine Ausnahme.
Der Einstieg in das Buch fiel mir zwar nicht leicht, da die Sprache und der Schreibstil ungewohnt und schwierig zu lesen waren. Aber das legte sich mit der Zeit. Inzwischen bin ich überzeugt, dass es ein Stilmittel der Autorin war, um den Leser die Welt, in der die Geschichte spielt, selbst spüren zu lassen.
Je stärker sich Simons Gedanken ordnen und er Erinnerungen wiederentdeckt, umso leichter liest sich dann auch das Buch und es kommt immer mehr Spannung auf.
Gut gefallen hat mir auch der Aufbau des Romans, der selbst an ein Musikstück erinnert. Er beginnt langsam und leise, um sich dann zu einem flotteren Mittelteil zu steigern und schließlich rasant und mit einem lauten Finale zu enden.
Allerdings war mir das Ende fast etwas überhastet, hier hätte ich mir ein wenig mehr Entwicklung gewünscht, damit die Handlungen aller Charaktere nachvollziehbar gewesen wären.
Und auch wenn mir das offene Ende gut gefällt, welches sehr gut zum Buch passt, so hätte ich mir dennoch ein paar Hintergrundinformationen zur Ordnung und dem Klingen gewünscht. Hier wird der Leser meines Erachtens mit zu viel offenen Fragen zurückgelassen.
Alles in allem war dieses Buch ein faszinierendes und interessantes Leseerlebnis.

Fazit:
Ein Buch mit einer tollen Idee und faszinierender Sprache.
Für Fans anspruchsvoller, fantastischer Dystopien auf jeden Fall empfehlenswert.

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Stadt der Eliten

Herzlich willkommen zu einer neuen Debüt-Leserunde. Diesmal stellen wir euch den Titel "Der Klang der Erinnerung" von Anna Smaill aus dem aktuellen Herbstprogramm des Arctis Verlags vor. Willst du auch dem Klang lauschen? Dann bewerbe dich direkt für eines der 20 Rezensionsexemplare.

Nach dem Ende eines brutalen Bürgerkriegs ist London geteilt: Es gibt Slums und eine »Stadt der Eliten«. Durch tägliche Klangspiele wird den Bewohnern die Erinnerung daran, wie es einmal war, genommen. Die Vögel haben aufgehört zu singen und jeder neue Tag fühlt sich an wie der vorherige. Ein junger Mann namens Simon kommt in die Stadt und findet eine neue »Familie« – eine Bande, die hier im Untergrund lebt. Nach und nach gelingt es Simon, seine Erinnerungen wachzurufen, und Lucien, der blinde Anführer der Bande, spürt bald die Gefahr, die von Simons Vergangenheit ausgeht. Es beginnt ein Kampf um Gerechtigkeit und Freiheit, um Gegenwart und Vergangenheit, um Leben und Tod.

Anna Smaill, 1979 in Auckland geboren, lernte schon sehr früh Geige zu spielen und studierte später Literaturwissenschaft und Kreatives Schreiben. In London promovierte sie und arbeitete als Dozentin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter an der Südküste Wellingtons. »Der Klang der Erinnerung« ist ihr erster Roman.

Wir suchen 20 Leser, die bei spannenden Romanen nicht "Nein" sagen können und das Buch gerne gemeinsam in der Leserunde lesen möchten. 

Bewerbungsaufgabe: Welches Lied löst bei dir eine schöne Erinnerung aus?

*** Wichtig ***

Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in Eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie Ihr Eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplars ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches. 
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