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Rezension zu "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" von Anna Stein

Ein Roman, der mich zu überraschen wusste...
justitiavor 3 Jahren


Das Cover dieses Buches hat mich am Anfang so gar nicht angesprochen – es wirkte auf mich eher trist und unscheinbar, also nichts, was ich sofort in die Hand nehmen würde, wenn es mir im Buchladen begegnet. Doch als ich dann den Titel und den Klappentext war es um mich geschehen. Was mich aufwühlte war, die Tatsache, dass eine junge Frau von gerade einmal 34 Jahren nicht an die Liebe glaubt. Warum hat sie so eine negative Einstellung zu der wohl schönsten und wunderbarsten Sache der Welt? Das musste ich einfach herausfinden...

Leider war der Einstieg in das Buch dann so ganz anders als ich mir das zu Beginn vorgestellt hatte. Er gestaltete sich sehr zäh und langatmig. Ich habe sehr lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Die Protagonistin Charlotte war mir anfangs so gar nicht sympathisch. Ich konnte einfach mit ihrer Einstellung zum Leben überhaupt nichts anfangen. Dies lag vor allem daran, dass sie viele Ansichten vertrat, gerade in Sachen Liebe, die ich so gar nicht verstehen und auch nicht gutheißen konnte. So fiel es mir häufig total schwer ihre Meinung und auch ihr Handeln zu verstehen. Am liebsten hätte ich sie gepackt und einmal kräftig geschüttelt. Wie konnte man denn nur so negativ und gefühlskalt zu allem Wunderbaren im Leben eingestellt sein? Sie wirkte so kaltherzig und wollte in allen Dingen einfach nur mit dem Kopf durch die Wand, ganz ohne Rücksicht auf Verluste. Ich konnte diese abwertende Haltung einfach nicht begreifen und es einfach nicht tolerieren auf welche Art und Weise sie mit ihren Mitmenschen umgeht. Deshalb hat mich Charlottes Verhalten am Anfang einfach nur wütend gemacht, zumal es dafür auch gar keinen ersichtlichen Grund gab.

Doch nach und nach hat die Autorin das Tempo der Handlung immer mehr angezogen, was meinem ganzen Lesefluss und Lesespass durchaus gut tat. Ich habe mich in der gesamten Geschichte Schritt für Schritt immer wohler gefühlt. Besonders erheiternd fand ich dabei, Elise ihren Berliner Akzent. Es hat die gesamte Handlung wunderbar aufgelockt und mir den ein oder anderen herzhaften Lacher beschert. Nach und nach habe ich dann dauch endlich den wahren Grund für Charlottes seltsames Verhalten erfahren. Mit diesem Wissen hat sich meine Ansicht ihr gegenüber dann auch komplett gewandelt und ich fing sogar an sie ein Stück weit zu mögen, was ich mir anfangs so gar nicht vorstellen konnte. Irgendwie hat sie mir auch Leid getan, solche eine herbe Enttäuschung in Sachen Liebe wünscht man wirklich niemandem.

Die Charaktere und auch ihre Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchleben hat mich tief bewegt und ist von der Autorin sehr authentisch umgesetzt worden. Dies liegt sicherlich vor allem auch daran, dass sie in ihrer Geschichte jeden Protagonist einzeln zu Wort kommen lässt. So erfährt man von Oma Elise, dass auch sie es nicht einfach hat, was man zunächst hätte glauben können. Ebenso wie Juri, der die Hinterlassenschaft seines Vaters unbedingt in Ehren halten und mit Erfolg weiterführen möchte, auch wenn er dabei sehr häufig an seine Grenzen stößt. Besonders unterhaltsam und vergnüglich schildert die Autorin was die drei Protagonisten alles so unternehmen, um das Haus, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt haben, zu halten und auch, was ihnen auf dieser Mission alles so widerfährt. Emotional sehr berührt und besonders ergriffen hat mich dabei das Schicksal von Elise und Charlotte. So hätte ich es nach den ersten, doch sehr beschwerlichen Seiten niemals für möglich gehalten, dass mich die Geschichte gegen Ende dann doch noch so mitnehmen und auch ein Stück weit zu Tränen rühren würde. Diese Geschichte ging mir so nah, da sie von weit mehr handelt, als einfach nur davon, dass eine junge Frau einfach keine Lust mehr auf die Liebe hat.

Die Geschichte ist so vielschichtig – so sprüht sie einerseits vor Witz, bietet aber andererseits auch eine Menge Denkanstöße, indem sie aufzeigt, dass es niemals zu spät ist an die wahre Liebe zu glauben. Sie schenkt dem Leser damit Hoffnung und Zuversicht, dass das Leben meist doch nicht so aussichtslos ist, wie wir häufig glauben und dass man mit der Hilfe von Freunden nahezu alles schaffen kann.

PERSÖNLICHES FAZIT
Insgesamt liefert Anna Stein hier einen überraschend vielschichtigen und sehr berührenden Debütroman, der mich nach seiner anfänglichen Trägheit und Langatmigkeit dann doch noch sehr überraschen, mitreißen und letztlich begeistern konnte. Diese komplexe und sehr unterhaltsame Werk mit seinen sehr authentischen und ja, letztlich auch sehr liebenswerten, wenn auch sehr unterschiedlichen Charakteren beschert dem Leser einen Lesegenuss, der ihm auch nach dem Zuklappen des Buches gedanklich noch einige Zeit beschäftigen wird – er wird Hoffnung und Zuversicht schöpfen und sich erneut in das Leben verlieben....

© Rezension, 2016 Sunny liest

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Kleine8310s avatar

Rezension zu "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" von Anna Stein

Fräulein Kubitschek
Kleine8310vor 3 Jahren

"Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" ist ein Roman der Autorin Anna Stein. In diesem Buch geht es um die Protagonistin Charlotte Kubitschek. Charlotte ist der Meinung, dass es die wahre Liebe nicht gibt und darum sind die Männer, die sie in ihr Leben lässt nur für kurze Zeit präsent und auch nur in ihrem Bett. Morgens schickt sie die Männer los, was ihrer 94 - jährigen Nachbarin Elise die Bestätigung verschafft, dass Charlotte keinen Charakter besitzt. 

 

Als das Haus, in dem beide wohnen, eines Tages luxussaniert werdern soll beschließen die beiden Streithähne Charlotte und Elise sich aber trotzallem gemeinsam gegen die Pläne ihres Vermieters zur Wehr zu setzen, was sich als interessant und eine gute Idee herausstellt, denn die beiden freunden sich wiedererwarten an. Als Charlotte dann auch noch den, vom Vermieter angestellten, Bauleiter Arthur kennenlernt, wirbelt dieser ihre gesamte Lebenseinstellung gehörig durcheinander ... 

 

Der Schreibstil von Anna Stein hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt locker und flüssig und ich habe es genossen das Buch zu lesen. Die Charaktere allen voran Charlotte und Elise sind toll ausgearbeitet worden und ich fand beide sympathisch, auch wenn ich nicht alles an ihrem Verhalten nachvollziehen konnte. 

 

Die Idee der Geschichte ist simpel, aber durch die besondere Freundschaft, die zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen entsteht ist es eine wirklich schöne Geschichte. Die Entwicklung der Charaktere, insbesondere die von Charlotte, war überzeugend dargestellt und ich konnte weitestgehend mit ihr mitfühlen. 

 

"Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" ist ein humorvoller, süßer und kurzweiliger Roman mit tollen Charakteren, der mir sehr gut gefallen hat! 

 

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Fantasie_und_Träumereis avatar

Rezension zu "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" von Anna Stein

Das freche Frl. Kubitschek und die fiese Elise
Fantasie_und_Träumereivor 3 Jahren

Das Frl. Kubitschek  hat der Liebe abgeschworen. Um zu beweisen, dass sie nur Lug und Trug ist, nutzt sie ihren Kassiererinnenscharfsinn und verführt mit viel List und Scharfsinn verheiratete Männer, die sie nach einer Nacht wieder fallen lässt. Ihre eigene Art ihre Vermutung, dass Liebe und Treue nur Humbug sind, zu bestätigen.


Elise Buffke ist 94 Jahre alt. Ihr Herz ist schon lange zu Eis gefroren. Seit sie ihre große Liebe verloren hat, ist sie lediglich zum schönen Giovanni, dem jungen Kellner ihrer Stammkneipe nett. Alle anderen bekommen nur ihre verbitterte Seite zu sehen. Ganz besonders Charlotte Kubitschek. Denn mit der kann sich die "fiese Elise" immer gute Wortgefechte liefern. Und sowieso ist das junge Ding ziemlich frech und ungezogen.


Als die beiden ungleichen Frauen Opfer der Geldgier ihres Vermieters werden, scheint die einzige Möglichkeit einer Mietkündigung zu entgehen darin zu bestehen, sich zusammenzuschließen und gemeinsam gegen den Vermieter anzukämpfen. "Einer für Alle und Alle für Einen" soll ihr Schlachtruf sein. Ob dieser umzusetzen ist, bleibt fraglich.


"Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" ist eine humorvolle Geschichte, die mit zwei großartigen Protagonistinnen und einem rotzig, schnoddrigen Erzählton den Leser für sich gewinnen kann. Mir hat es ganz besonders Elise Buffke angetan. Sie ist nicht nur eine Frau mit einer Geschichte, die sehr anrührend ist, sondern vor allem ein Charakterweib. Sie sagt, was sie denkt und ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Ihre Sprüche sind nichts, was neu erfunden wurde, bringen mich aber trotzdem zum Lachen, weil sie einfach so herrlich zu ihr passen. Als Feindin würde ich sie keinesfalls haben wollen. Als Lesebegleitung ist sie eine Wucht!


Auf den ersten Blick scheinen die beiden Frauen sehr unterschiedlich. Im Herzen sind sie sich jedoch näher, als sie glauben. Diese Annäherung der beiden charakterlich sehr starken Frauen, hat mir große Freude bereitet und hat für mich das Thema Liebe eher in den Hintergrund gerückt, was ich keinesfalls als störend empfunden habe.


Ein Kritikpunkt ist, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, als wäre die Geschichte eine gekürzte Lesung. Gedankengänge, die von der Autorin sicherlich gut durchdacht sind, auf dem Papier - aus welchen Gründen weiß ich nicht - aber eher beschnitten wirken.


Das Lesevergnügen wird dadurch nur geringfügig geschmälert, denn der Roman lebt von seinen wunderbaren, sehr charakterstarken weiblichen Hauptfiguren. 

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