Anna Stein Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

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Inhaltsangabe zu „Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe“ von Anna Stein

Charlotte Kubitschek ist 34 und glaubt nicht an die Liebe. Sie braucht keinen Mann für alle Lebenslagen, sondern nur für die eine, die man im Bett einnimmt. Wenn sie die Männer morgens in Boxershorts aus ihrer Berliner Wohnung schiebt, fühlt sich ihre 94-jährige Nachbarin Elise bestätigt: 'Dat Frollein Kubitschek hat keen Charakter.' Charlotte hingegen nennt die meckernde Alte nur „die fiese Elise“. Als das Haus luxussaniert werden soll, müssen sich die beiden Streithähne zusammenraufen, um sich gegen ihren Vermieter zu verbünden. Schon bald bemerken sie, dass sie nicht nur die Liebe zum Swing teilen, sondern Elise verrät Charlotte auch ein Geheimnis, das ihr Leben für immer verändert.

Anna Stein erzählt mit raubeiniger Zärtlichkeit, lebenskluger Güte und erfrischender Schnodderschnauze von der magischen Kraft der Sehnsucht.

Unterhaltung mit Tiefgang und sehr charakterstarken weiblichen Hauptfiguren, die mich köstlich unterhalten haben.

— Fantasie_und_Träumerei

Ein sehr ungewöhnlicher Roman, der mich auf besondere Weise berührt hat ...

— VeraHoehne

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    Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

    justitia

    24. April 2016 um 18:04

    Das Cover dieses Buches hat mich am Anfang so gar nicht angesprochen – es wirkte auf mich eher trist und unscheinbar, also nichts, was ich sofort in die Hand nehmen würde, wenn es mir im Buchladen begegnet. Doch als ich dann den Titel und den Klappentext war es um mich geschehen. Was mich aufwühlte war, die Tatsache, dass eine junge Frau von gerade einmal 34 Jahren nicht an die Liebe glaubt. Warum hat sie so eine negative Einstellung zu der wohl schönsten und wunderbarsten Sache der Welt? Das musste ich einfach herausfinden...Leider war der Einstieg in das Buch dann so ganz anders als ich mir das zu Beginn vorgestellt hatte. Er gestaltete sich sehr zäh und langatmig. Ich habe sehr lange gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Die Protagonistin Charlotte war mir anfangs so gar nicht sympathisch. Ich konnte einfach mit ihrer Einstellung zum Leben überhaupt nichts anfangen. Dies lag vor allem daran, dass sie viele Ansichten vertrat, gerade in Sachen Liebe, die ich so gar nicht verstehen und auch nicht gutheißen konnte. So fiel es mir häufig total schwer ihre Meinung und auch ihr Handeln zu verstehen. Am liebsten hätte ich sie gepackt und einmal kräftig geschüttelt. Wie konnte man denn nur so negativ und gefühlskalt zu allem Wunderbaren im Leben eingestellt sein? Sie wirkte so kaltherzig und wollte in allen Dingen einfach nur mit dem Kopf durch die Wand, ganz ohne Rücksicht auf Verluste. Ich konnte diese abwertende Haltung einfach nicht begreifen und es einfach nicht tolerieren auf welche Art und Weise sie mit ihren Mitmenschen umgeht. Deshalb hat mich Charlottes Verhalten am Anfang einfach nur wütend gemacht, zumal es dafür auch gar keinen ersichtlichen Grund gab.Doch nach und nach hat die Autorin das Tempo der Handlung immer mehr angezogen, was meinem ganzen Lesefluss und Lesespass durchaus gut tat. Ich habe mich in der gesamten Geschichte Schritt für Schritt immer wohler gefühlt. Besonders erheiternd fand ich dabei, Elise ihren Berliner Akzent. Es hat die gesamte Handlung wunderbar aufgelockt und mir den ein oder anderen herzhaften Lacher beschert. Nach und nach habe ich dann dauch endlich den wahren Grund für Charlottes seltsames Verhalten erfahren. Mit diesem Wissen hat sich meine Ansicht ihr gegenüber dann auch komplett gewandelt und ich fing sogar an sie ein Stück weit zu mögen, was ich mir anfangs so gar nicht vorstellen konnte. Irgendwie hat sie mir auch Leid getan, solche eine herbe Enttäuschung in Sachen Liebe wünscht man wirklich niemandem.Die Charaktere und auch ihre Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchleben hat mich tief bewegt und ist von der Autorin sehr authentisch umgesetzt worden. Dies liegt sicherlich vor allem auch daran, dass sie in ihrer Geschichte jeden Protagonist einzeln zu Wort kommen lässt. So erfährt man von Oma Elise, dass auch sie es nicht einfach hat, was man zunächst hätte glauben können. Ebenso wie Juri, der die Hinterlassenschaft seines Vaters unbedingt in Ehren halten und mit Erfolg weiterführen möchte, auch wenn er dabei sehr häufig an seine Grenzen stößt. Besonders unterhaltsam und vergnüglich schildert die Autorin was die drei Protagonisten alles so unternehmen, um das Haus, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt haben, zu halten und auch, was ihnen auf dieser Mission alles so widerfährt. Emotional sehr berührt und besonders ergriffen hat mich dabei das Schicksal von Elise und Charlotte. So hätte ich es nach den ersten, doch sehr beschwerlichen Seiten niemals für möglich gehalten, dass mich die Geschichte gegen Ende dann doch noch so mitnehmen und auch ein Stück weit zu Tränen rühren würde. Diese Geschichte ging mir so nah, da sie von weit mehr handelt, als einfach nur davon, dass eine junge Frau einfach keine Lust mehr auf die Liebe hat. Die Geschichte ist so vielschichtig – so sprüht sie einerseits vor Witz, bietet aber andererseits auch eine Menge Denkanstöße, indem sie aufzeigt, dass es niemals zu spät ist an die wahre Liebe zu glauben. Sie schenkt dem Leser damit Hoffnung und Zuversicht, dass das Leben meist doch nicht so aussichtslos ist, wie wir häufig glauben und dass man mit der Hilfe von Freunden nahezu alles schaffen kann.PERSÖNLICHES FAZITInsgesamt liefert Anna Stein hier einen überraschend vielschichtigen und sehr berührenden Debütroman, der mich nach seiner anfänglichen Trägheit und Langatmigkeit dann doch noch sehr überraschen, mitreißen und letztlich begeistern konnte. Diese komplexe und sehr unterhaltsame Werk mit seinen sehr authentischen und ja, letztlich auch sehr liebenswerten, wenn auch sehr unterschiedlichen Charakteren beschert dem Leser einen Lesegenuss, der ihm auch nach dem Zuklappen des Buches gedanklich noch einige Zeit beschäftigen wird – er wird Hoffnung und Zuversicht schöpfen und sich erneut in das Leben verlieben....© Rezension, 2016 Sunny liest

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  • Fräulein Kubitschek

    Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

    Kleine8310

    03. November 2015 um 00:43

    "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" ist ein Roman der Autorin Anna Stein. In diesem Buch geht es um die Protagonistin Charlotte Kubitschek. Charlotte ist der Meinung, dass es die wahre Liebe nicht gibt und darum sind die Männer, die sie in ihr Leben lässt nur für kurze Zeit präsent und auch nur in ihrem Bett. Morgens schickt sie die Männer los, was ihrer 94 - jährigen Nachbarin Elise die Bestätigung verschafft, dass Charlotte keinen Charakter besitzt.    Als das Haus, in dem beide wohnen, eines Tages luxussaniert werdern soll beschließen die beiden Streithähne Charlotte und Elise sich aber trotzallem gemeinsam gegen die Pläne ihres Vermieters zur Wehr zu setzen, was sich als interessant und eine gute Idee herausstellt, denn die beiden freunden sich wiedererwarten an. Als Charlotte dann auch noch den, vom Vermieter angestellten, Bauleiter Arthur kennenlernt, wirbelt dieser ihre gesamte Lebenseinstellung gehörig durcheinander ...    Der Schreibstil von Anna Stein hat mir sehr gut gefallen. Sie schreibt locker und flüssig und ich habe es genossen das Buch zu lesen. Die Charaktere allen voran Charlotte und Elise sind toll ausgearbeitet worden und ich fand beide sympathisch, auch wenn ich nicht alles an ihrem Verhalten nachvollziehen konnte.    Die Idee der Geschichte ist simpel, aber durch die besondere Freundschaft, die zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen entsteht ist es eine wirklich schöne Geschichte. Die Entwicklung der Charaktere, insbesondere die von Charlotte, war überzeugend dargestellt und ich konnte weitestgehend mit ihr mitfühlen.    "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" ist ein humorvoller, süßer und kurzweiliger Roman mit tollen Charakteren, der mir sehr gut gefallen hat!   

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  • Das freche Frl. Kubitschek und die fiese Elise

    Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

    Fantasie_und_Träumerei

    Das Frl. Kubitschek  hat der Liebe abgeschworen. Um zu beweisen, dass sie nur Lug und Trug ist, nutzt sie ihren Kassiererinnenscharfsinn und verführt mit viel List und Scharfsinn verheiratete Männer, die sie nach einer Nacht wieder fallen lässt. Ihre eigene Art ihre Vermutung, dass Liebe und Treue nur Humbug sind, zu bestätigen. Elise Buffke ist 94 Jahre alt. Ihr Herz ist schon lange zu Eis gefroren. Seit sie ihre große Liebe verloren hat, ist sie lediglich zum schönen Giovanni, dem jungen Kellner ihrer Stammkneipe nett. Alle anderen bekommen nur ihre verbitterte Seite zu sehen. Ganz besonders Charlotte Kubitschek. Denn mit der kann sich die "fiese Elise" immer gute Wortgefechte liefern. Und sowieso ist das junge Ding ziemlich frech und ungezogen. Als die beiden ungleichen Frauen Opfer der Geldgier ihres Vermieters werden, scheint die einzige Möglichkeit einer Mietkündigung zu entgehen darin zu bestehen, sich zusammenzuschließen und gemeinsam gegen den Vermieter anzukämpfen. "Einer für Alle und Alle für Einen" soll ihr Schlachtruf sein. Ob dieser umzusetzen ist, bleibt fraglich. "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" ist eine humorvolle Geschichte, die mit zwei großartigen Protagonistinnen und einem rotzig, schnoddrigen Erzählton den Leser für sich gewinnen kann. Mir hat es ganz besonders Elise Buffke angetan. Sie ist nicht nur eine Frau mit einer Geschichte, die sehr anrührend ist, sondern vor allem ein Charakterweib. Sie sagt, was sie denkt und ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Ihre Sprüche sind nichts, was neu erfunden wurde, bringen mich aber trotzdem zum Lachen, weil sie einfach so herrlich zu ihr passen. Als Feindin würde ich sie keinesfalls haben wollen. Als Lesebegleitung ist sie eine Wucht! Auf den ersten Blick scheinen die beiden Frauen sehr unterschiedlich. Im Herzen sind sie sich jedoch näher, als sie glauben. Diese Annäherung der beiden charakterlich sehr starken Frauen, hat mir große Freude bereitet und hat für mich das Thema Liebe eher in den Hintergrund gerückt, was ich keinesfalls als störend empfunden habe. Ein Kritikpunkt ist, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, als wäre die Geschichte eine gekürzte Lesung. Gedankengänge, die von der Autorin sicherlich gut durchdacht sind, auf dem Papier - aus welchen Gründen weiß ich nicht - aber eher beschnitten wirken. Das Lesevergnügen wird dadurch nur geringfügig geschmälert, denn der Roman lebt von seinen wunderbaren, sehr charakterstarken weiblichen Hauptfiguren. 

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    • 2
  • Empfehlenswert!

    Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

    kitty_montamer

    21. August 2015 um 20:37

    Inhalt Charlotte Kubitschek hat der Liebe abgeschworen. Zwar hat sie hier und da immer mal wieder abwechselnde Männerbekanntschaften, doch diese dürfen nur in ihr Bett und nicht in ihr Herz. Charlotte scheint sich mit ihrem Leben wie es derzeit läuft abgefunden zu haben, doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Das Haus in dem sie, "die fiese Elise" und Juri wohnen, soll nämlich verkauft werden, doch die damit verbundene "Rauswerfaktion" ihres Vermieters können sich die Drei einfach nicht bieten lassen. Sie schließen sich zusammen, kämpfen um das Haus und Charlotte bemerkt irgendwann, dass ihr vor allem der Kontakt mit ihrer eigentlich verhassten Nachbarin sehr gut tut. Wird sie diese vielleicht wieder auf die richtige Spur bringen? Und werden sie das Haus halten können? Meine Meinung Anna Stein erzählt uns die Geschichte über Fräulein Kubitschek aus drei verschiedenen Perspektiven. Zum Einen kommt natürlich die Protagonistin selbst zu Wort, aber auch Elise und Juri zeigen uns, was sie erlebt haben. Dabei bedienen sie sich der auktorialen Erzählweise. Die Kapitel des Buches haben allesamt ziemlich witzige Zwischenüberschriften, bei denen ich mir im Vorfeld schon immer überlegt habe, was es wohl damit auf sich hat und in wie weit diese mit den folgenden Geschehnissen in Verbindung stehen. Das hat mir sehr gefallen. Leider habe ich mal wieder eine Zeit gebraucht um überhaupt in die Geschichte zu finden. Ich muss bedauerlicher Weise zugeben, dass ich mit Charlotte zu Anfang so überhaupt nichts anfangen konnte. Ihre Einstellung und auch ihr Charakter haben mir so gar nicht gefallen. Über ihre Taten möchte ich jetzt gar nicht sprechen, denn auch diese haben mir ein paar Bauchschmerzen bereitet. Charlotte kam mir auf den ersten Seiten ziemlich kaltherzig vor. Sie will mit dem Kopf durch die Wand und zieht ihr Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch. Wie sie auf ihre Mitmenschen zugeht und diese behandelt konnte ich einfach nicht tolerieren. Aber sie sollte mich  noch überraschen... »Im Glück nicht jubeln, im Sturm nicht klagen, das Unvermeidliche mit Würde tragen.« Zitat von einem Bild aus: "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" Die ersten Seiten fand ich eher ein bisschen langweilig, doch dann zog Anna Stein das Tempo ziemlich stark an. Ich fühlte mich plötzlich wohl, habe viel gelacht, wenn Oma Elise mal wieder mit ihrem Berliner Akzent gesprochen hat und auch Charlotte kam mir immer näher, denn nach und nach erfährt man als Leser, warum die Protagonistin überhaupt so kaltherzig geworden ist. Ab diesem Punkt musste ich meine Meinung über sie revidieren und sie hat mir Leid getan. Ich hatte Verständnis und konnte plötzlich nachvollziehen, warum sie so geworden ist. Das hat die Autorin wirklich ausgezeichnet gemacht. Dem Leser ein völlig falsches Bild der Protagonistin zu verschaffen, um schließlich nach und nach die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen. Aber nicht nur dies hat mich begeistern können, sondern die Entwicklung der einzelnen Charaktere an sich. Oma Elise hat ein ordentliches Päckchen zu tragen, ebenso wie Juri, der die Hinterlassenschaft seines Vaters unbedingt, mit Erfolg, weiter führen möchte. Es ist lustig zu lesen, was das Trio alles unternimmt um das Haus zu halten und auch, was den Dreien in ihrer Mission alles passiert. Die Geschichte von Elise ging mir sehr zu Herzen. Auch das Schicksal welches Charlotte ereilt hatte, hat mir kurzzeitig Tränen in die Augen getrieben. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, aber diese Geschichte hat mich sehr berührt und auch nachdenklich gestimmt. Sie erzählt so viel mehr als nur davon, dass die Protagonistin keine Lust mehr auf die Liebe hat. Sie sprüht vor Witz, bietet jede Menge Denkanstöße und zeigt, dass es niemals zu spät ist. Ja, ich würde sogar sagen, dass sie dem Leser einen Funken Hoffnung gibt, dass das Leben vielleicht doch nicht so aussichtslos ist, wie es gerade scheint und dass man mit Hilfe von Freunden alles schaffen kann. Fazit: Der Titel lässt es nicht erahnen, doch Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe ist ein berührendes Buch, welches viel Stoff zum Nachdenken bietet. Die Entwicklung der Charaktere ist außerordentlich gut beschrieben und auch der Plot an sich hat mir sehr gut gefallen.  Für mich ist dieses Buch sehr empfehlenswert und lässt sich Dank des herausragend guten Schreibstils der Autorin auch ziemlich flüssig und schnell weg lesen. Hätte es nicht so lange gedauert, bis ich richtig in der Geschichte drin war, gäbe es von mir die volle Punktzahl, aber so muss ich leider eine Blume abziehen. © www.mybooksparadise.de

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  • Unterhaltsames und überraschend vielschichtiges Debüt ! Leseempfehlung !

    Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

    InaVainohullu

    06. August 2015 um 11:21

    Charlotte Kubitschek und Elise Buffke sind echte Streithähne, die sich verbal nichts schenken. Doch als "Fettarsch" Sattkowski, Vermieter der Kehrbachstraße 5, plötzlich auf der Matte steht und den Damen zu verstehen gibt, das sie besser ausziehen, da das Haus luxussaniert und verkauft werden soll, sind sie sich einig: Sie müssen zusammenarbeiten um den Plan des Vermieters zu vereiteln. Je mehr Zeit die "fiese Elise" und "die freche Göre" miteinander beim Schmieden von "varrickten" Plänen verbringen, desto mehr wachsen sie zusammen. Sie entdecken nicht nur ihre gemeinsame Liebe zum Swing, sondern gewähren sich gegenseitig Einblicke in ihr tiefstes Inneres... Meinung: Meiner Vorliebe für Geschichten hinter langen, skurrilen Buchtiteln und auffälligen Cover habe ich dieses Debüt von Anna Stein zu verdanken, denn schon beim ersten Entdecken in der Knaur-Verlagsvorschau und dem Lesen des Klappentextes war mir klar, das ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Einmal angefangen wollte ich dann auch tatsächlich nicht mehr aufhören, denn obwohl das Buch nur 272 Seiten hat, schafft Anna Stein hier ein überraschend komplexes und unterhaltsames Werk. Ihr Schreibstil ist leicht und angenehm, spannend und auch emotional. Sie rüttelt mit ihren Worten eine Vielzahl an Gefühlen in mir auf und ließ mich am Ende sogar das ein oder andere Tränchen verdrücken. Besonders gut gefallen hat mir Elises Berliner Schnauze, die auch ernste Dialoge immer wieder ein bisschen auflockerte. Die Handlung ist ein buntes Potpourri verschiedener Themen. Zunächst geht es nur um den Erhalt des Wohnhauses, für den sich die letzten drei Bewohner Charlotte, Elise und Juri zusammentun müssen. Das ist gar nicht so einfach, wo sich die beiden Damen doch so gar nicht riechen können. Juri, Betreiber eines kleinen Ladens in der Kehrbachstraße 5, versucht zwischen den beiden zu vermitteln. Bei ihren allabendlichen Planungstreffen zur Verhinderung der Sanierung wachsen die drei immer mehr zusammen. Elise öffnet sich irgendwann, erzählt von ihrer bewegten Jugend während des Krieges und gesteht, das sie sich schon seit vielen Jahren sehr einsam fühlt. Auch Charlotte fühlt sich irgendwie einsam, ihr Job an der Supermarktkasse, bei dem sie regelmäßig Männer für gewisse Stunden aufgabelt, kann nicht die Erfüllung sein und die Liebe macht ihr Angst. Zu viel Schmerz hat sie in ihrer Vergangenheit deshalb schon erdulden müssen, weshalb sie Gefühle erst gar nicht mehr zulassen möchte. Allerdings ändert sich das als Vermieter Sattkowski einen französischen Assistenten anschleppt. Zunächst trifft sich Charlotte nur mit Arthur um ihn über die Sanierungspläne auszuhorchen, doch irgendwann kommen doch Gefühle ins Spiel. Ob es den drei "Neu-Freunden" gelingt Sattkowskis Pläne für die Kehrbachstraße zu vereiteln, ob aus Arthur und Charlotte was werden kann, was es mit Elises nächtlichen Streifzügen auf sich hat und was genau ein Überfall auf den Supermarkt mit der Geschichte zu tun hat ? Das lest ihr am besten selbst nach :) Wie auch schon die Handlung, so sind auch die Charaktere sehr vielschichtig ausgearbeitet. So offenbart die "fiese Elise" zum Beispiel eine melancholische und zarte Seite. Ganz nach dem Motto "Harte Schale, weicher Kern" und hinter Charlottes zynischer, distanzierter Art verstecken sich Trauer und Verlustängste. Mit jeder Seite die man liest, wachsen die beiden Damen, sowie all die Nebencharaktere,mir als Leserin mehr ans Herz. Das Ende ist weitestgehend rund, auch wenn ich mir hier definitiv noch einen Epilog gewünscht hätte. Fazit: Mit "Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe" gelingt Anna Stein ein unterhaltsames und überraschend vielschichtiges, nachdenklich stimmendes Debüt, das von der ersten bis zur letzten Seite Freude macht.

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  • Rauer Berliner Charme verbindet Generationen ...

    Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe

    VeraHoehne

    04. August 2015 um 12:00

    Autorin: Die Debüt-Autorin Anna Stein wurde 1975 in Hoyerswerda geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach ihrem Studium bereiste sie erst einmal die halbe Welt – sie war Tellerwäscherin in einem Hostel in London, bereiste als Rucksacktouristin Lateinamerika und Asien, arbeitete als Freiwillige in Kambodscha und lebte eine Weile in ihrem Sehnsuchtsland Frankreich, wo sie in ländlicher Umgebung Oliven und Wein erntete und Ziegen hütete. Nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland lebte sie zunächst in Berlin-Prenzlauer Berg, zog dann jedoch weiter nach Lichtenberg. Nach ihrer mehrjährigen Tätigkeit in der Werbe- und Medienbranche arbeitet sie derzeit für eine gemeinnützige Organisation im Bereich Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. “Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe” ist ihr erster Roman, aber sicher nicht ihr letzter. Handlung: Das Haus in der Kehrbachstr. 5 in Prenzlauer Berg hat nur noch drei Mieter und die will der hinterhältige Vermieter Sattkowski auch noch mit allen Mitteln loswerden, bevor er es verkauft und es dann einer Luxussanierung zum Opfer fällt. Die 34jährige Charlotte Kubitschek, die als Verkäuferin an der Kasse im Pinkemann-Supermarkt arbeitet und von dort aus regelmäßig – bevorzugt bereits vergebene – Männer abschleppt, die sie zwar für eine Nacht in ihr Bett, aber niemals in ihr Herz und ihr Leben lässt; die 93jährige Elise Buffke, passionierte Pfeifenraucherin und Kirschlikörtrinkerin und von Charlotte nur “die fiese Elise” genannt wegen ihrer bissigen Kommentare über Charlottes Liebesleben und Juri, ein gutmütiger russischer Ladenbesitzer, der im Ladenlokal im Erdgeschoss beherbergt ist. Bisher nur eher eine Zweckgemeinschaft, aber nun verbünden sich die Drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gegen die stufenweise “Entmietung” durch den bösen Vermieter und fahren ihre eigenen Waffen auf. Sattkowski hat sich zur Hilfe den netten Franzosen Arthur als Bauleiter geholt. Das Leben in der Kehrbachstr. gerät nun ziemlich aus den Fugen (im wahrsten Sinn des Wortes) und auch Charlottes raue Panzerfassade beginnt zu bröseln. Sie muss sogar feststellen, dass sie mit der alten Dame Elise Buffke eigentlich mehr verbindet als trennt – und nicht nur mit ihr … Fazit: Zunächst muss ich mal loswerden, dass mich dieses Buch irgendwie auf eine ganz besondere Weise berührt und ein wenig nachdenklich und melancholisch zurückgelassen hat, nachdem ich es ausgelesen hatte, daher habe ich mir auch ein paar Tage Zeit mit der Rezension gelassen – ist auch irgendwie schwer, das zu beschreiben … Dieses Buch stand, seit ich es in der Droemer Knaur-Verlagsvorschau gesehen hatte, bereits auf meiner Wunschliste, weil mich das wunderschön gestaltete Cover mit der Berliner Skyline irgendwie gleich beeindruckt und in seinen Bann gezogen hat. Elemente aus dem Buch sind auf dem Cover wiedergegeben, so z. B. das Rennrad von Charlotte, die Berliner Skyline, der Titel, der in Form eines Graffitis seinen zentralen Platz hat und das Grau des Berliner Asphalts. Es ist super gelungen und passt zum etwas ungewöhnlichen Titel und zur etwas speziellen Story. Die Geschichte wurde in einem sehr großzügigen, angenehm lesbaren Schriftbild gedruckt – 32 Kapitel auf 268 Seiten, was schon zeigt, dass die Kapitel teilweise recht kurz sind. Da jedes Kapitel – die Überschriften sind übrigens in ähnlicher Graffiti-Schrift wie der Titel auf dem Cover gedruckt – auf der rechten Seite beginnt, sind insgesamt 18 Seiten linksseitig nicht bedruckt, was das Buch ein wenig verkürzt. Ich muss zugeben, dass mir die beiden Protagonistinnen Charlotte und Elise zu Beginn des Buches wenig sympathisch waren – eine alte und eine junge Kampfzicke sozusagen – anfangs noch weitaus mehr als nur ein generationsübergreifender Konflikt. Juri, der eher Nebencharakter ist und auch Arthur waren mir gleich ein bisschen mehr sympathisch. Der Sprachstil ist teilweise ein wenig abgehackt bzw. kurz angebunden, was aber tatsächlich rauen Ur-Berliner Lokalkolorit wiedergibt. Die frechen Sprüche von Elise und Charlotte haben schon wieder einen gewissen Charme. Charlotte hat sich irgendwie von ihrem gesamten Leben distanziert – von der Vergangenheit, die von familiären Problemen, Verlusten und Herzschmerz geprägt war – und von ihrer Zukunft, um das Ganze zu vermeiden bzw. gänzlich auszuschließen. Nachdem man als Leser dahin geführt wird, woher Charlottes Verhalten rührt, versteht man sie auch ein wenig besser und hätte ihr eigentlich etwas Besseres gewünscht, als sie jetzt hat. Zum Ende der Story ging es ein wenig chaotisch zu und ich hatte zwei Stellen, an denen ich der Geschichte leider nicht mehr ganz folgen konnte. Das Buch hat bei mir so viele Emotionen hervorgerufen: Wut auf den Vermieter, Besorgnis um die ältere Generation, die solchen Haien oft hilflos ausgeliefert ist, Verständnis und Mitleid hinsichtlich Charlottes Lebenserfahrung, Trauer, Verwirrung und hat mich total überrascht, weil ich erstmal nur mit einer frechen Berliner Geschichte gerechnet hatte, die vom Aufbegehren ein paar kleiner Mieter gegen einen mächtigen Vermieter erzählt – das ist zwar auch die Basis der Geschichte, die aber noch die ein oder andere Schlüsselsituation und damit einiges mehr bietet. Von mir bekommt dieser außergewöhnliche Debüt-Roman eine 4****-Sterne Leseempfehlung – wer offen ist, für eine ganz besondere Geschichte und nicht nur auf einen Unterhaltungsroman aus ist, wird hier eine interessante Leseerfahrung machen. Bin gespannt, was von Anna Stein in Zukunft noch so kommt.

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