Museum der Erinnerung

von Anna Stothard 
4,1 Sterne bei36 Bewertungen
Museum der Erinnerung
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

DasBuecherregals avatar

Ein großartiger Roman, der zwar anders ist, als erwartet, aber mit authentischen Protagonisten überzeugt.

Nisniss avatar

All das Zerbrechen – Berührender Roman über verzehrende Schuldgefühle

Alle 36 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Museum der Erinnerung"

Cathy ist neun, als sie Jack kennenlernt. Sie verbringen einen unbeschwerten Sommer an der englischen Küste miteinander. Cathy ist einundzwanzig, als sie aus ihrem Zuhause und vor einem Mann flieht, der Rache mit Liebe verwechselt. Cathy ist fast dreißig, als dieser Mann sie findet und ihre sorgsam aufbewahrten Erinnerungen für immer zu zerstören droht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257300482
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:26.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne12
  • 4 Sterne15
  • 3 Sterne9
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    DasBuecherregals avatar
    DasBuecherregalvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein großartiger Roman, der zwar anders ist, als erwartet, aber mit authentischen Protagonisten überzeugt.
    Absolut anders als erwartet- hervorragend!


    Handlung

    Cathy hat ihre Kindheit am Meer verbracht, zwischen Schlamm, Schimmel und ihrem Vater, der Alkoholiker ist. Ihre Mutter verließ sie als sie elf waren und Cathys einzige Freunde wurden der gleichaltrige Jack und sein älterer Bruder Daniel. Bei einem tragischen Unfall kam Jack ums Leben und Cathy und Daniel wurden irgendwann ein Paar. Doch diese Beziehung baute auf Gewalt, Angst und Schuldgefühlen auf und so ist Cathy froh, Tom kennen zu lernen, der zwar ihre Vergangenheit nicht kennt, sie jedoch bedinungslos liebt. In Berlin versuchen die beiden sich ein Leben aufzubauen und es scheint zu funktionieren. Trotz all der Erinnerungen, die sie an das alte Leben hat, scheint sie damit abgeschlossen zu haben, denn nicht einmal Tom kennt ihre Sammlung. Seit vier Jahren hat Cathy nichts mehr von Daniel gehört und alles scheint in Ordnung zu sein. Bis er ihr eines Tages wieder ein Paket schickt. Kann sie es schaffen, dem Mann die Stirn zu bieten, der sie jahrelang unterdrückt und gebrochen hat?

    Meine Meinung

    Da ich mir das Buch nicht selber ausgesucht habe, sondern es im Goodiebag der LitBlogConvention diesen Sommer war, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich versuchte möglichst neutral an das Buch heranzugehen, da es mein erstes aus diesem Verlag und von dieser Autorin war. Ich hätte viel mehr Liebe erwartet und irgendetwas… anderes aber nicht das.
    Wenngleich Liebe vorkommen und Sex ganz offen thematisiert wird, hat dieses Buch nichts anzügliches. Die Liebe zu Tom von Cathy wird stets von ihrer Vergangenheit überschattet und durch die Kindheitserinnerungen von ihr wird ein sehr unperfektes Bild gezeichnet. Sie hatte und hat ihre Macken, benimmt sich nicht immer gut und ist so gar nicht der typische weibliche Protagonist und das hat mir sehr gut gefallen!
    Cathy ist mal etwas völlig neues und somit sehr erfrischend zu lesen. Der Roman bietet nicht nur eine Handlung mit stetign steigender Spannung, sondern auch Wissen, Hilfe und einen tollen Schreibstil.
    Immer wieder werden biologische Informationen eingebaut, die aber nicht belehrend wirken, sondern so natürlich in das Leben der Museumskonservatorin integriert, dass man das Gefühl bekommt, man gehöre irgendwie zu der Beziehung von Tom und Cathy dazu. Gerade die Ecken und Kanten an den Charakteren, ihre Schwächen haben mir sehr gefallen, da sie so viel menschlicher sind, als all die Superhelden, die sonst so momentan unsere Bücherregale erobern. (Die ich zwar auch mag, aber manchmal lese ich eben gerne etwas über authentische, „echte“ Menschen.)

    Mein Fazit:

    Museum der Erinnerung ist ein fantastischer Roman, der sich toll lesen lässt, mit einer ganz neuen Art von Beziehungsdynamik aufwarten kann und dem Leser genau das Gefühl von Nähe oder Distanz und Fremdheit zu den Charakteren vermittelt, die diese wohl selbst empfinden.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    19angelika63s avatar
    19angelika63vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannendes Buch! Gewalt in einer Beziehung, Stalking, Vergebung und Liebe sind die zentralen Themen.
    Erinnerungen verändern jedes Leben

    Klappentext
    Am heißesten Tag des Jahres glüht Berlin in der Sonne, und im Museum für Naturkunde laufen die Vorbereitungen für die große Gala zum 200. Geburtstag des Hauses.
    Cathy, eine junge Britin und Konservatorin im Museum, soll an diesem Abend für ihre Forschung ausgezeichnet werden. Doch Cathy ist mit den Gedanken ganz woanders, nachdem sie am Morgen auf ihrem Schreibtisch ein Paket ohne Absender gefunden hat. Sein Inhalt: eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze.
    Vier Jahre ist es her, dass Cathy ein solches Paket bekam. Vier Jahre, in denen sie auf der Flucht vor dem Absender zweimal den Kontinent gewechselt hat. Hier in Berlin, an der Seite von Tom, hatte sie sich sicher gefühlt und ein fast normales Leben geführt. Doch nun katapultiert das kleine braune Päckchen sie zurück in eine Vergangenheit, deren Bruchstücke sie sorgfältig verwahrt hält.
    Eine atemlose Jagd durch die verlassenen Korridore des Museums beginnt, bei der Cathy um ihre kindliche Unschuld und um ihre große Liebe kämpft.



    „Die Vergangenheit ist nicht beständig. Der Vorgang des Erinnerns verändert uns, und jedes Leben kann innerhalb eines Tages neu geschrieben werden.“ (Seite 9)

    Die Geschichte um Cathy spielt an einem einzigen Tag im Naturkundemuseum in Berlin. Es ist der Tag der 200 Jahrfeier und Cathy soll an diesem Tag geehrt werden. Doch ein kleines Päckchen wirft sie vollkommen aus der Bahn. Der Inhalt eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze. Cathy weiß sofort von wem dieses Paket ist … Daniel. Eine Erinnerung, die sie vergessen für immer möchte . Cathy ist mit Tom nach Berlin gekommen um ein neues Leben zu beginnen. Tom ahnt nichts von ihrer Vergangenheit und das ist gut so. Aber mit dem Päckchen taucht ein ungutes Gefühl in Cathy auf. Hat Daniel sie gefunden?

    „Vermeintlich unbelebte Dinge haben mehr Macht, als die meisten Menschen zugeben wollen. Sie können einen verzehren oder einen befreien. Sie können einen für den Rest des Lebens herabziehen oder, wenn man es zulässt, einem die Bürde des Erinnerns abnehmen.“ (Seite 49)

    Schon am Anfang der Geschichte habe ich ein ungutes Gefühl. Mir scheint, etwas Bedrohlich kommt auf mich als Leserin zu. Ich kann es nicht in Worte fassen, es ist eine Ahnung … Stothard schafft diese Atmosphäre mit „dahingeworfenen“ Worten und Andeutungen.

    Da sind Cathys Verletzungen und Narben die mich Schlimmes vermuten lassen, dann taucht Daniel das erste Mal auf und er ist mir unheimlich, streckenweise habe ich Angst. Es hat den Anschein als wäre Daniel das Böse und Cathy das Liebe. Doch im Verlauf der Geschichte/ Erinnerung müssen sich beide ihrem Dämon der Vergangenheit stellen, um endlich ein freies Leben führen zu können.

    Stothard hätte keine passendere Kulisse für ihren Roman wählen können. So wie die fossilen Tiere im Nuturkundemuseum Berlin ihre Geheimnisse in sich tragen, so trägt Cathy ihr Geheimnis in sich. Die Geheimnisse, die Umgebung, der Staub, das Vergessene und Wiederhervorgeholte … ich kann es förmlich riechen und spüren. Stothards Charaktere sind glaubhaft und spürbar … in jeder einzelnen Zeile …

    „Daniel glaubte nicht, dass Fehler einfach so passierten: er glaubte, dass sie in einem wuchsen und sich verdichteten, um dann irgendwann zutage zu treten.“ (Seite 103)

    Kurz gesagt: Spannendes Buch! Gewalt in einer Beziehung, Stalking, Vergebung und Liebe sind die zentralen Themen. Vorsicht Suchtgefahr!!!


    Kommentare: 2
    9
    Teilen
    Nisniss avatar
    Nisnisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: All das Zerbrechen – Berührender Roman über verzehrende Schuldgefühle
    All das Zerbrechen – Berührender Roman über verzehrende Schuldgefühle

    Zum 20. Jahrestag des Naturkundemuseums, soll die junge Konservatorin Cathy für ihre Forschungsarbeit über Falter ausgezeichnet werden. Das freudige Ereignis rückt jedoch plötzlich in den Schatten, da sie am Morgen ein Päckchen von ihrem Ex-Freund Daniel erhält, deren Inhalt für sie eine Drohung darstellt.

    Cathy war vor vier Jahren vor ihm geflüchtet. In LA hatte sie sich dann in Tom verliebt, mit dem sie aus beruflichen Gründen nach Deutschland gegangen ist und an dessen Seite sie sich stets sicher gefühlt hat.

    Einzelne Erinnerungsstücke ihrer Vergangenheit, von der sie Tom jedoch nie erzählt hat, verwahrt sie in Form einer Sammlung im Museum auf. Kurz vor ihrer Auszeichnung auf der Museums-Gala taucht Daniel plötzlich im Museum auf und verlangt von ihr, ihm ihre Sammlung mit den besonderen Erinnerungsstücken zu zeigen. In seiner Gegenwart fühlt sich Cathy plötzlich wieder klein und bedürftig. Sie wird zurück katapultiert, in ein Leben und in einen Sommer, in dem sie zehn Jahre alt war. In diesem Sommer verlor sie ihren besten Freund Jack.

    Die Autorin:

    Anna Stothard, geboren 1983 in London, wuchs in Washington, Peking und New York auf. Nach dem Abschluss in Englischer Literatur in Oxford bekam sie ein Stipendium des American Film Institute in Los Angeles, wo sie zwei Jahre Drehbuch studierte. Anna Stothard lebt zurzeit in London.

    Reflektionen:

    Anna Stothard schreibt in einer bildhaften, wunderschönen Sprache und sie zaubert mit ihrem detailreichen Ausdruck ein sehr intensives Bild vom britischen Strand Lee-Over-Sands und dem besonderen Sommer, den die zehnjährige Cathy mit ihrem kleinen Freund Jack verbracht hat.

    Der kleine Jack, schüchtern, labil und zart, wächst mental an Cathys Seite. Er gewinnt an Selbstvertrauen und Stärke und er teilt ihre Sammelleidenschaft, alles am Strand aufzuheben und wie einen Schatz zu behüten. Muscheln, Haifischzähne, Treibholz, all das bewundern diese beiden Kinder und sie verbringen einen unbeschwerten schönen Sommer, bis er dramatisch zu Ende geht.

    So anmutig wie Anna Stothard ihre Geschichte erzählt, kann man das Meer rauschen hören, man schmeckt das Salz des Meeres und man fühlt plötzlich kleine Sandkörner.

    Ein paar Jahre später geht Cathy eine Beziehung mit Daniel ein, doch es ist nicht Liebe, was die zwei verbindet. Cathy wird klein gehalten, geschlagen und erniedrigt. Cathy wehrt sich nicht, denn sie glaubt, dass sie dieses Leben so verdient hat. Diese Gewalt deutet die Autorin stellenweise nur an und doch sträuben sich einem die Nackenhaare.

    Die Spannung wird durch geschickte Perspektivwechsel erzeugt. In der Gegenwart erlebt man Cathy kurz im Alltag mit ihrem Freund Tom und dann als sie im Museum auf die Auszeichnung wartet und Daniel plötzlich auftaucht. Während sie ihre Erinnerungsstücke betrachtet, wechselt die Perspektive in die Vergangenheit ihrer Kindheit und zu ihrer eskalierenden Beziehung mit Daniel. Diese Perspektivwechsel fesseln zwar, aber die Neugierde nimmt immer weiter ab, da die Handlung nur sehr schleppend und nur mit wenigen Highlight bereichernd weiterentwickelt wird. Anna Stothard liefert einfach zu wenig Inhalt. Dadurch regt sie zwar die eigene Fantasie des Lesers an, aber auch rückblickend, ist das einfach zu dünn, um ein überzeugendes und vollumfängliches Leseerlebnis zu schaffen.

    Die Zeichnungen der Charaktere sind ebenso dünnhäutig. Wohl aber rückt die Emotionalität der Figuren in den Vordergrund und das macht vieles wett. Einzig die Figur der unnahbaren und stillen Cathy ist intensiv dargestellt.

    Das Museum der Erinnerung ist ein geheimnisvoll wirkender Roman über verzehrende Schuldgefühle und auch Liebe, aber emotional Zerbrochenes und Unausgesprochenes dominieren diesen Roman. Das Ende ist nicht vorhersehbar und es überrascht, aber genau so hatte ich es mir gewünscht.

    Fazit und Bewertung:

    Museum der Erinnerung ist ein berührender Roman, der in einem anmutigen Stil und in einer schönen Sprache geschrieben ist. In dieser emotional intensiven Story überwiegen das emotional Zerbrochene, das Unausgesprochene und verzehrende Schuldgefühle. Inhaltlich ist die Handlung etwas dünn weiterentwickelt worden, insgesamt jedoch noch ein angenehmes Leseerlebnis.

    4 Sterne

    ©nisnis-buecherliebe

    Kommentieren0
    25
    Teilen
    coffee2gos avatar
    coffee2govor einem Jahr
    Schuldgefühle in den Schrank gepackt

    Kurze Inhaltszusammenfassung:

    Cathy und ihr Verlobter Tom arbeiten beide im Museum für Naturkunde in Berlin. Eigentlich sollte heute Cathys großer Tag sein: Das Museum feiert seinen 200. Geburtstag und Cathy soll für ihr Engagement geehrt werden. Doch genau an diesem Tag wird Cathy von ihrer Vergangenheit eingeholt. Daniel, mit dem sie vor 10 Jahren zusammen war, wurde aus dem Gefängnis entlassen und kommt ihr heute besonders nahe.

     

    Meine Meinung zum Buch:

    Mich hat vor allem Cathys Museum der Erinnerungen, mit all ihren Gegenständen, die sie über die Jahre hinweg gesammelt hat, sehr beeindruckt. Interessant fand ich, dass Cathy nicht nur Dinge aufbewahrt, die sie an glückliche Momente erinnern, sondern mindestens genauso viele, die negativ behaftet sind. Auch die Art und Weise, wie sie mit ihren Erinnerungen umgeht ist außergewöhnlich – Mal werden sie sorgfältig verpackt in einem Schrank aufbewahrt und dann wiederum holt sie einzelne Gegenstände, wie den kleinen Soldaten von Jake heraus und schafft es somit, ihre Kindheit lebhaft zu werden.

    Auch wenn ich gewisse Situationen und Handlungen von Cathy nicht ganz nachvollziehen konnte und selbst wahrscheinlich anders reagiert hätte, hat mir Cathy als Charakter sehr gut gefallen. Vor allem am Schluss, als sie sich nach vielen Jahren mit Daniel ausgesöhnt und das Kapitel abgeschlossen hat. Natürlich wird sie die dramatischen Ereignisse von Jake, die sie für immer mit Daniel verbinden werden, nicht komplett wegpacken und vergessen können, aber zumindest haben Cathy und Daniel nun scheinbar einen Weg gefunden, sich nicht gegenseitig die Schuld hin- und herzuschieben.

    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen und man hat auch nicht das Gefühl, dass das gesamte Buch eigentlich über einen einzigen Tag handelt, da sehr viele Rückblicke passieren und die Ereignisse aus der Vergangenheit aufgearbeitet werden. Auch über das Museum für Naturkunde schreibt sie wirklich bildhaft, sodass ich mir dieses gut vorstellen kann, obwohl ich selbst noch nicht dort war.

     

    Mein Fazit:

    „Museum der Erinnerungen“ ist auf alle Fälle ein Buch, das man auch nach dem Lesen nicht sofort vergisst, sondern auch noch im Nachhinein wirkt und das wirklich Lust darauf macht, das Museum für Naturkunde in Berlin zu besuchen.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Nils avatar
    Nilvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Interessanter Roman für alle die eine Liebe zu Gegenständen als Erinnerungshilfe haben.
    Gut geschrieben, unspannende Geschichte

    Das ‚Museum der Erinnerung‘ hat mich mit etwas gemischten Gefühlen zurück gelassen hat. Einerseits ist es sprachlich fein und überwältigend ausgestaltet, andererseits ist die Geschichte ohne Spannung in die Länge gezogen.

    Anna Stothard hat den Roman ‚Museum der Erinnerung‘, welches im Original den besseren Titel ‚Cathy’s museum‘ (=Cathys Museum) hat, geschrieben. Es ist die Geschichte einer jungen Engländerin, die in Berlin im Naturkundemuseum arbeitet und dort durch ein Paket an ihre Vergangenheit erinnert wird. Damit kommt die Geschichte ins Rollen.

    Der Verlag schürt mit dem Bild auf dem Cover, sowie mit dem Klappentext andere Erwartungen an den Roman als der Text hergibt. Es geht weniger um Berlin, und ja, es spielt im Naturkundemuseum und es wird viel beschrieben, aber zentral aus meiner Sicht ist es nicht. Es hätte genauso gut in Paris, Rom oder in sonst einer großen Stadt spielen können. Denn die Protagonistin wird viel in ihre Vergangenheit zurück katapultiert in dieser Geschichte. Eine Aufarbeitung mit einem Befreiungsschlag.

    Im Grunde genommen ist der Roman eine Konfrontation Cathys mit ihrer eigenen Erinnerung und ihrer Vergangenheit. Zum Teil aus meiner persönlichen Perspektive etwas langatmig und nicht spannend genug geschrieben.

    Aber dennoch fand ich den Roman gut, denn sprachlich ist die Autorin eine Meisterin. Sie schafft es den Leser in eine Gefühlswelt zu ziehen in der man sich selbst fast fühlt wie die Protagonistin und andere Charaktere, die exzellent ausgestaltet sind. Es gibt viele Sätze, die man sich als Zitat merken möchte, es gibt viele sehr kurze, aber prägnante Absätze.

    Und ich denke, dass mich dieser Gegensatz aus eher mäßiger Geschichte und wahnsinnig gutem Schreibstil ratlos macht.

    Fazit: … Ich kann es weder empfehlen noch möchte ich Leser von diesem Werk fernhalten. Ich werde bei Gelegenheit ein anderes Werk der Autorin lesen und schauen, ob mir das dann besser gefällt.

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    Fascinations avatar
    Fascinationvor einem Jahr
    Kurzmeinung: MUSEUM DER ERINNERUNG ist ein leises Buch über Flucht mit schwerem Gepäck. Bewegend, traurig und dennoch alles in allem einfach schön!
    Von Liebe, Sehnsucht und Schuldgefühlen

    Seit nunmehr vier Jahren lebt Cathy zusammen mit ihrem Verlobten, Tom, in einer Zweizimmerwohnung in Neukölln. Beide arbeiten im Berliner Museum für Naturkunde. Sie genießen das Leben, einander und alles scheint gut. Bis zu jenem Morgen, als Cathy ein Paket mit einer kleinen Besonderheit erhält: Ein Kissing Beetle, eine in Bernstein eingeschlossene Raubwanze. Obwohl weder Absender noch Anschreiben zu finden sind, ahnt die junge Frau, wem sie die Sendung zu verdanken hat. Ihre Vergangenheit hat die Gegenwart eingeholt und wirft Schatten auf die Zukunft! Tom ahnt von alledem nichts. Auch nicht von Cathys Museum der Erinnerung, bestehend aus über zweihundert Gegenständen, die sie in guten wie in schlechten Zeiten gesammelt und insgeheim aufbewahrt hat. Ihre Narben und Makel kann sie hingegen nicht vor seinen Augen verbergen, allerdings allerlei Ausreden für sie erfinden. Die wahre Geschichte ihres Lebens steht unter Verschluss. Nach Daniel hat sich Cathy neu erfunden. Sie hatte ihn verraten und dachte, sie sei frei. Doch sechs Jahre nachdem sie ihn in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen hat, ist er wieder da. Nur einen Steinwurf entfernt …

    Der Einstieg ins MUSEUM DER ERINNERUNG fällt dank ANNA STOTHARDs Schreibstil ausgesprochen leicht. Sie erzählt ruhig und besonnen, dafür umso tiefsinniger von Liebe, Sehnsüchten und Schuldgefühlen. Nach einem kurzen Ausblick auf die Zukunft, begleiten wir Cathy in der Gegenwart, erleben sie durch Rückblicke und Erinnerungen aber auch immer wieder in Kindheit und Jugend. Kann man sich als Außenstehender zuerst kein rechtes Bild machen, ihr verschlossenes Wesen kaum verstehen, bröckelt mit fortlaufender Handlung mehr und mehr ihrer mühsam errichteten Fassade. In ihrer Vergangenheit gibt es schöne, aber eben auch viele schmerzvolle Momente. Beispielsweise hat sich ihre Mutter schon früh von der Familie abgewandt, der Vater war alkoholkrank und die Freundschaft zu Jack nahm ein abruptes Ende. Jener Jack hat sie mit Daniel verbunden. Und auch er hat Jacks Verlust nicht überwunden. Das karge Leben in Lee-Over-Sands nahm dennoch seinen Lauf. Seite an Seite, bis Cathy die Reißleine zog. Der Schaden, den Daniel angerichtet hatte, war schließlich nicht mehr tragbar. Zu schwer wog auch die seelische Last. Wider Erwarten steht allerdings nicht die häusliche Gewalt im Mittelpunkt des Geschehens, auch wenn sie schlussendlich zur Trennung führte. So werden auch diese Momente aus Cathys Leben recht unaufgeregt widergegeben. Und Daniel zeigt retrospektiv Verletzlichkeit, wo man sie nicht vermutet hat. Tom steht währenddessen mehr oder weniger abseits des Geschehens, ist aber eine sehr wichtige Person in Cathys Leben. Er hat einen gänzlich anderen familiären Hintergrund, war stets umsorgt und geliebt worden. Ein Glückskind, wie er, hat ungeheuer viel Selbstvertrauen. Natürlich möchte er wissen, was Cathy vor ihm verbirgt, selbstverständlich möchte er sie besser kennenlernen. Dennoch wahrt er Zurückhaltung und liebt Cathy bedingungslos, ganz genau so, wie sie nun einmal ist. Tom ist ihr Fels in der Brandung, ihr Anker im Leben. Ein Mann, wie man ihn Cathy nach all ihren Erlebnissen nur wünschen kann …

    MUSEUM DER ERINNERUNG erscheint als Paperback bei Diogenes. Das verlagstypische, minimalistische Covermotiv passt hervorragend zu den leisen Tönen des Romans. Rückseite und Innenklappen halten Informationen zu Inhalt und Autorin bereit.

    Fazit:

    MUSEUM DER ERINNERUNG ist ein leises Buch über Flucht mit schwerem Gepäck. ANNA STOTHARD erzählt eine melancholische Geschichte um Verdrängung sowie tiefe Emotionen und verleiht ihr dennoch zum Abschluss einen Funken Hoffnung im Zauber des Augenblicks. Bewegend, traurig und dennoch alles in allem einfach schön!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    skurrils avatar
    skurrilvor einem Jahr
    Irgendwie nur mittelmäßig

    Cathy ist zehn, als sie Jack kennenlernt. Sie verbringen einen unbeschwerten Sommer an der englischen Küste miteinander. Cathy ist einundzwanzig, als sie vor einem Mann flieht, der Rache mit Liebe verwechselt. Cathy ist fast dreißig, als dieser Mann sie findet und ihr Leben zu zerstören droht.

    In Anna Stithards Roman "Museum der Erinnerung" geht es um Cathy, die gemeinsam mit ihrem Verlobten Tom in Berlin lebt und dort im Naturkundemuseum arbeitet. Zur Feier des 200. Geburtstages des Museums findet dort eine große Gala statt, auf der Cathy ein Preis verliehen werden soll. Am Morgen der großen Gala bekommt Cathy jedoch unerwartet ein Päckchen zugeschickt, in dem sich ein Käfer in einem Bernstein befindet. Cathy kann es kaum glauben, denn obwohl sie regelmäßig Funde von Naturkundeintressierten zugesandt bekommt, die für das Museum präpariert werden, weiß sie ganz genau, dass dieses Päckchen von Daniel stammt, ihrem letzten Freund vor Tom und Jacks Bruder. Cathy war vor Jahren vor Daniel geflohen, der sie in ihrer Beziehung mehr als nur schlecht behandelt hatte, weswegen sie ihn auch angezeigt hat. Was aus Daniel geworden ist, weiß Cathy nicht, doch sie weiß, dass er ihr über die Jahre immer wieder Päckchen mit verschiedensten Dingen hat zukommen lassen. Damit hat er ihr gezeigt, dass er genau weiß, wo sie sich aufhält. Und schließlich handelt es sich um Cathys Erinnerungsstücke, die sie auf ihrer Flucht zurücklassen musste. Cathy hat seit sie denken kann Dinge gesammelt, die für sie eine besondere Bedeutung haben. So auch Jacks Soldaten, den sie neben einigen anderen Dingen jedoch über Umwege (Los Angeles) mit nach Berlin nehmen konnte. Tom weiß von ihrem "Museum der Erinnerungen", das sie unter ihrem Schreibtisch im Museum aufbewahrt, nichts. Genauso wenig weiß er von Daniel oder Jack. Bis heute. Denn Daniel spürt Cathy auf und sie kann sich ihm, sei es aus Angst oder vermeintlicher Gefühle für ihn, nicht entziehen, weshalb Tom schließlich die Wahrheit erfahren muss. Ungeachtet dessen, dass er sie deshalb möglicherweise nicht mehr lieben kann.

    Mir hat Anna Stothards Roman sehr gut gefallen und bis zum Schluss war für mich einigermaßen offen, was genau passieren würde. Allerdings muss ich sagen, dass die Spannungskurve für mich hätte stärker sein können und vieles war auch recht vorhersehbar. Zwar fand ich Cathy an sich sympathisch, insbesondere vor dem Hintergrund ihrer nicht leichten Lebensgeschichte (alkoholkranker Vater, von der Mutter verlassen), allerdings erschienen mir einige ihrer Verhaltensweisen nicht nachvollziehbar, auch wenn ebendiese häufig in Beziehungen wie der zwischen Cathy und Daniel nicht nachvollziehbar sind. Aber auch die Beziehung zu Tom war für mich irgendwie ziemlich oberflächlich.
    Der Roman lässt sich, trotz der Zeitsprünge, die für eine spannende Geschichte nötig sind, meiner Meinung nach gut lesen, man findet gut in die Geschichte und erfährt nach und nach mehr über Cathy, Daniel, Jack und Tom. Dennoch leierte die Geschichte teilweise irgendwie so dahin. Ich kann es gar nicht genau beschreiben. Die Thematik ist jedenfalls keine leichte Kost und regt ziemlich zum Nachdenken an.

    Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und bedanke mich dafür herzlich.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    MissTalchens avatar
    MissTalchenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein stimmungsvoller, tiefgründiger Roman über die Abgründe menschlicher Beziehungen, der trotz Schwächen beeindruckt.
    Beeindruckend intensiv

    Nachdem Jack gestorben war, schienen all ihre Gefühle in so unlogischer Form katalogisiert worden zu sein, dass man sie nicht zu einem vollständigen Bild zusammensetzen konnte. Alles war fließend, umgestülpt.

    Meinem ersten Buch aus dem Diogenes-Verlag habe ich jetzt schon länger entgegen gefiebert. Als ich dann die Leserunde zu diesem Buch entdeckte, zögerte ich nicht lange und wurde nicht enttäuscht.

    Zur Story: In Berlin scheint die ruhelose und verschlossene Cathy mit Tom endlich angekommen zu sein und brilliert in ihrer Arbeit am Naturkundemuseum. Doch an dem Abend, an dem sie für eben diese Arbeit ausgezeichnet werden soll, holt sie ihre verstörende Vergangenheit in Form eines Mannes ein, der Abhängigkeit nicht mehr von Liebe unterscheiden kann.

    Meine Meinung: Ich habe mich mit der Bewertung eines Buches selten so schwer getan, wie mit diesem.

    Wir erleben die Handlung aus drei verschiedenen Perspektiven, die alle einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse offenbaren. Dabei sind aber alle Figuren relativ extrem in ihrem Verhalten und bleiben so zum Leser auf Distanz. Das war einerseits teilweise frustrierend, wenn man versuchte das Verhalten von z.B. Tom oder Cathy nachzuvollziehen, machte aber andererseits auch mit die besondere Stimmung des Buches aus.

    Die Bezüge zu Berlin und das Flair des Naturkundemuseums taten dazu ihr Übriges.

    Auch der Schreibstil trug seinen Teil dazu bei. Er hat etwas von einem Puzzle: Während der gegenwärtige Rahmen schnell gesteckt ist, wird die Vergangenheit erst nach und nach durch Erinnerungen und Rückblenden aufgedeckt. Dabei ist leider nicht immer klar, welche Erinnerung an welche Stelle gehört. Trotz Cathys Schwäche für Erinnerungsstücke werden die Erinnerungen unstrukturiert und manchmal auch zusammenhangslos in die Geschichte eingewoben. Das hat mir insbesondere den Einstieg leider unnötig erschwert und mich auch im weiteren Verlauf nicht selten verwirrt. Ein Handlungsstrang hat mich besonders vor ein Rätsel gestellt, war doch seine Funktion bis zum Ende vollkommen unklar und erscheint im Nachhinein überflüssig.

    Dennoch schafft es die Autorin mit einer Tiefgründigkeit und Intensität die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen darzustellen, dass es den Leser sehr nachdenklich stimmt und noch lange in mir nachhallte.

    In Zukunft werde ich definitiv auch zu anderen Büchern aus dem Verlag greifen.

    Mein Fazit: Ein stimmungsvoller, tiefgründiger Roman über die Abgründe menschlicher Beziehungen, der trotz Schwächen beeindruckt.

    Kommentieren0
    50
    Teilen
    Larischens avatar
    Larischenvor einem Jahr
    Über den Umgang mit Schuld und Erinnerungen

    Das Naturkundemuseum feiert sein 200jähriges Bestehen und im Rahmen dieser Gala soll die junge Konservatorin Cathy ausgezeichnet werden. Doch mit ihren Gedanken ist Cathy nicht bei dieser Ehrung, denn erst am Morgen des großen Tages hat sie ein unheimliches Paket erhalten, dass ein Erinnerungsstück für ihr ganz privates Museum erhält. Vier Jahre ist es her, dass sie das letzte Stück für ihre Sammlung erhalten hat und nun bringt sie das kleine Fundstück völlig aus der Fassung. Denn gemeinsam mit ihrem Freund Tom hat sie sich sicher gefühlt in Berlin - weit weg von ihrer Heimat und den schrecklichen Erinnerungen, die sie allerdings immer sorgfältig verwahrt hat.
    Doch nun wird Cathy von ihrer Vergangenheit eingeholt und auch persönlichen mit ihren Schrecken konfrontiert.

    Anna Stothard beschreibt in "Museum der Erinnerung" einen Roman über Schuld und den Umgang mit Erinnerungen.

    Leider hat mir persönlich das Buch nicht besonders zugesagt. Die Autorin erzählt zwar an sich der angenehm, doch der Aufbau des Buches hat mir nicht gefallen, da Stothard immer wieder unangekündigt zwischen den Zeiten springt. Bruchstückhaft erfährt der Leser immer mehr über Cathys Vergangenheit und welche Dramen sie miterleben musste. Durch die vielen (und teilweise auch sehr schnellen) Wechsel habe ich oft verpasst, dass wir jetzt wieder wo völlig anders sind und war während des Lesens so verwirrt, dass ich wieder zurückblättern musste. Darüber hinaus blieben mit die Protagonisten des Buches über die gesamte Zeit fremd. Ich fand die Geschichte an sich zwar durchaus dramatisch, aber ich habe nicht wirklich mitgefühlt.
    Tatsächlich habe ich mich nach dem Lesen im Rahmen der Leserunde noch viel mehr über das Geschehene aufgeregt. Beim Lesen selbst habe ich das alles noch hingenommen. Meiner Meinung nach ist die Geschichte sehr oberflächlich erzählt, so habe ich als Leserin nicht wirklich mit gefiebert.

    Noch dazu ist Cathy auch keine besonders sympathische Protagonistin, sodass man auch über diese Ebene keine Beziehung zu ihr aufbaut.
    Die Idee mit dem Museum der Erinnerung finde ich total spannend und auch die im Buch aufgeworfene Schuldfrage ist grundsätzlich ein total interessantes Thema, allerdings hätte ich mir ohne die Leserunde keinerlei weitere Gedanken dazu gemacht. Das Buch regt einen einfach nicht selbst zu denken an. Man wird als Leser - ganz passend zu Cathy - ein wenig lethargisch und akzeptiert was passiert.

    Ein weiterer Negativpunkt ist, dass es im Buch einen - meiner Meinung nach - völlig überflüssigen Handlungsteil gibt. Der hat wirklich rein gar nichts mit der Hauptstory zu tun und bringt uns überhaupt nicht weiter. Darüber habe ich mich wirklich geärgert.

    Positiv anzumerken ist allerdings wirklich die Idee der Geschichte und an sich ist die Autorin auch keine schlechte Erzählerin. Insgesamt konnte mich das Buch aber einfach nicht packen.
    Ich empfehle zukünftigen Lesern auf jeden Fall, sich mit anderen über das Buch auszutauschen, denn dann kann man wohl noch am meisten aus der Lektüre ziehen.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: spannende Geschichte, wunderbare Szenerie
    wenn die Vergangenheit einen nicht loslässt....

    Im Naturkundemuseum Berlin findet eine Gala statt, auf der Cathy, die dort arbeitet, für ihre wissenschaftliche Arbeit geehrt werden soll. Am selben Tag wird sie von einem Paket überrascht, das ihr ihr Exfreund Daniel geschickt hat. Jahre hat sie kein solches Paket mehr bekommen. Auch in diesem befindet sich ein weiteres Stück für ihr ganz eigenes Museum, das Museum der Erinnerung. Während sie sich voller Freude auf die Gala vorbereiten sollte, verliert sie sich in ihrer Vergangenheit und gewährt uns nach und nach Einblick in ihre Geschichte, die sie über ein paar Jahrzehnte mit sich selbst ausgemacht hat. Nicht einmal die Flucht aus Lee-Over-Sands über LA nach Berlin hat ihr Frieden gebracht, denn soweit sie sich von Ihrer Heimat entfernt hat, so nah hat sie ihr Museum der Erinnerung bei sich behalten.

    „Wir können so tun, als ob wir uns davon befreit hätten, wer wir früher waren, und uns einreden, es hätte keinen Einfluss mehr auf uns, doch unsere Vergangenheit lauert immer irgendwo.“ Zitat aus Museum der Erinnerung

    Mir hat Anna Stothards Buch „Museum der Erinnerung“ gut gefallen. Sie ist eine sehr gute Erzählerin. Der Aufbau des Buches erscheint auf den ersten Blick etwas chaotisch durch die Zeit- und Perspektivenwechsel, aber für mich persönlich hat gerade das den Reiz des Buches ausgemacht und die Geschichte lebendiger gemacht. Der Plot ist sehr spannend und aus meiner Sicht um einiges tiefer als man Anfangs denkt. Das zentrale Thema des Romans ist – Schuld. Die Charaktere Cathy und Daniel fand ich faszinierend und sehr gut skizziert. Beide haben mich völlig in Ihren Bann gezogen auf unterschiedliche Art und Weise mit ihren Ecken und Kanten. Lediglich mit Cathys Verlobten Tom konnte ich über den ganzen Handlungsverlauf überhaupt nichts anfangen. Aber das ist meine persönliche Sicht, andere Leser fanden gerade die Beziehung Cathy und Tom befriedigend, da sie einen sehr harten Kontrast zu Cathys Vergangenheit bildet. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Beschreibung der Schauplätze. Auch hier hat die Autorin die Stimmung immer sehr gut eingefangen, so dass ich mich fast nach LA, Berlin und Lee-Over-Sands versetzt gefühlt habe… gerade letzteres hatte einen ganz besonders morbiden düsteren Zauber. Was für mich leider einen fahlen Beigeschmack hat, ist das Ende… Wenn Anna Stothard knapp 10 Seiten früher geendet hätte, wäre es für mich perfekt gewesen. Sehr Schade.

    Last but not least habe ich mich für 4 Sterne entschieden, weil ich die Geschichte rund um Cathys Vergangenheit wirklich spannend fand und die Schauplätze jeder für sich einen besonderen Reiz hatte, insbesondere auch das Naturkundemuseum… ich habe es auf meine Liste für meinen nächsten Berlinbesuch gesetzt.



    * Rezensionsexemplar über Lovelybooks / Verlag


    Kommentieren0
    13
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    abas avatar

    Manchmal können Erinnerungen gefährlich werden...

    Die Britin Cathy arbeitet in einem Museum, in dem sie ihre eigene Vergangenheit in einem Kabinett sorgfältig verwahrt hält. Eines Tages findet sie auf ihrem Schreibtisch ein mysteriöses Päckchen, dessen Inhalt ihre Existenz zu zerstören droht.
    Mit "Museum der Erinnerung" hat Anna Stothard einen feinen und hochspannenden Roman geschrieben, der an einem außergewöhnlichen Ort spielt: dem Museum für Naturkunde in Berlin.
    Bewerbt euch für diese besondere Leserunde, lasst euch von Cathy das Museum zeigen und vielleicht kommt ihr auch hinter ihr gut gehütetes Geheimnis...

    Zum Inhalt
    Cathy ist neun, als sie Jack kennenlernt. Sie verbringen einen unbeschwerten Sommer an der englischen Küste miteinander. Cathy ist einundzwanzig, als sie aus ihrem Zuhause und vor einem Mann flieht, der Rache mit Liebe verwechselt. Cathy ist fast dreißig, als dieser Mann sie findet und ihre sorgsam aufbewahrten Erinnerungen für immer zu zerstören droht.

    Zur Autorin
    Anna Stothard, geboren 1983 in London, wuchs in Washington, Peking und New York auf. Nach dem Abschluss in Englischer Literatur in Oxford bekam sie ein Stipendium des American Film Institute in Los Angeles, wo sie zwei Jahre Drehbuch studierte. Anna Stothard lebt zurzeit in London.

    Möchtet ihr mehr über den Inhalt des Päckchens erfahren? Was versteckt Cathy in diesem Kabinett im Museum?
    Wenn ihr neugierig geworden seid, solltet ihr euch für eins der 25 Exemplare von "Museum der Erinnerung", die wir zusammen mit Diogenes verlosen.
    Möchtet ihr euch über diesen besonderen Roman im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben? Dann antwortet auf die Bewerbungsfrage über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* bis zum 23.04., um Testleser zu werden:

    Cathy findet ein mysteriöses Päckchen auf ihrem Schreibtisch.
    Und das passiert euch auch! Mit welchem Inhalt kann euch das Päckchen einen richtigen Schrecken einjagen?


    Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

    * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks