Anna Warner

 4,3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor*in von Normalhöhe Null.
Autorenbild von Anna Warner (©Katharina Bodmann)

Lebenslauf

Anna Warner, geboren 1968, studierte Germanistik und Ethnologie in Bonn und Hamburg. Anschließend promovierte sie über die italienische Stadt Siena. Sie liebt die Küste und das Meer und schreibt am liebsten Romane, die in der Natur Norddeutschlands spielen. Sie veröffentlicht auch unter den Namen Valerie Pauling und Clara Weißberg und tritt mit musikalischen Lesungen auf. Sie wohnt in Lübeck.

Botschaft an meine Leser

Liebe Leser*innen, an meiner Steilküste am Meer wünsche ich euch eine zauberhafte Zeit mit Nora und Peggy und ihren Gästen. Manchmal gibt es Brüche im Leben, dann bröckelt es innen und außen - wer kennt das nicht. Um so schöner, wenn man damit nicht allein ist. Herzliche Grüße, eure Anna

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Cover des Buches Normalhöhe Null (ISBN: 9783365005989)

Normalhöhe Null

(6)
Erschienen am 27.05.2025

Neue Rezensionen zu Anna Warner

Cover des Buches Normalhöhe Null (ISBN: 9783365005989)
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Rezension zu "Normalhöhe Null" von Anna Warner

MsWatson
Diese Geschichte ist etwas fürs Herz!

Oh mein Gott, wie schön und berührend ist bitteschön „Normalhöhe Null“???? Es ist eine Geschichte über das Suchen nach Halt – im Leben, in der Vergangenheit und in einer langsam bröckelnden Villa an der Ostsee. Der Titel verweist auf einen nüchternen technischen Begriff: den Bezugspunkt für Höhenangaben im Bauwesen, das Meeresspiegelniveau. Und doch steckt darin bereits das zentrale Bild dieses Romans, nämlich die Suche nach der Basis, nach einem Ankerpunkt, nach Halt und nach dem Ankommen. Es ist so schön, ich kann es gar nicht oft genug sagen. 

Im Zentrum der Geschichte begegnen uns zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Nora, eine Bauingenieurin, die sich auf Rückbau, als auf Abriss-Arbeiten spezialisiert hat, und Peggy, eine eigenwillige Künstlerin, die sich auf die Bewerbung an der Kunsthochschule vorbereitet. Beide treffen in einer leerstehenden Villa an der bröckelnden Ostsee-Steilküste aufeinander – einem Ort, der den inneren Zustand der beiden sehr gut widerspiegelt. Was als nüchternes Abriss-Projekt beginnt, entwickelt sich zu einer sehr persönlichen Reise in die Abgründe verdrängter Erfahrungen, ins Hier und Jetzt, in die eigene Persönlichkeit und auch zu der Frage, wie die Protagonistinnen letzten Endes leben wollen und viel mehr: Was sie vom Leben wollen!

Anna Warner gelingt es auf bemerkenswerte Weise, das Haus und die umgebende Natur nicht nur als Kulisse zu basteln, sondern sie beinahe als eigenständige Figur quasi handeln zu lassen. Die Villa wirkt wie ein lebendiges Wesen, das seine Bewohner:innen beeinflusst, den Staub der Erinnerungen aufwirbelt und sich gegen Pläne zur Umgestaltung zur Wehr setzt. Es knarzt, bebt, schweigt – und bietet Raum für die Entwicklung der Personen, die sich dort treffen.

Während Nora versucht, mit einer Vergangenheit zurechtzukommen, die sie lieber mit dem Schutt der Abrissarbeiten am eigenen Leben verschütten würde, bringt Peggy mit ihrer unkonventionellen Art und ihrer emotionalen Direktheit Bewegung in Noras starre (Gefühls-)Strukturen. Aber auch Peggy ist nicht frei von Ballast: Ihre Kreativität speist sich aus Verlust und fehlender Anerkennung. Was sich zwischen den beiden Frauen entwickelt, ist keine einfache Freundschaft, keine plakative Annäherung – es ist ein vorsichtiges Abtasten der eigenen Grenzen, ein ständiges Mit- und Gegeneinander, ein sich aneinander Reiben. Und das Ganze ist sehr facettenreich und einfühlsam erzählt, so dass man sich so gut hineinversetzen kann. Weil man das in Teilen einfach selbst kennt.  

Die Geschichte wird sehr ruhig, atmosphärisch und reichlich gefüllt mit feinen Beobachtungen erzählt. Warner schreibt immer passend zur jeweiligen Protagonistin. In Noras Handeln spielt viel Sachlichkeit mit, Peggys Sätze sind verspielt und man kann förmlich ihren Enthusiasmus in der Sprache spüren. Große Gesten wird man als Leser:in in diesem Roman nicht finden und das ist gut so. Denn gerade diese vielen kleinen, subtilen Momente zeigen so realitätsnah, was es heißt, (wieder) Vertrauen zu fassen – zu Menschen, zu einem Ort, zu sich selbst.

Für mich funktioniert der Roman übrigens auch auf deutlich mehr als nur auf einer Ebene. Er könnte als Porträt zweier Frauen gesehen werden, aber auch als Reflexion über das Bauen, Bewahren und Zerstören – sowohl im architektonischen als auch im persönlichen Sinne. Und dann kann man auch noch die Erkundung des Begriffs „Zuhause“ in diesem Roman beginnen, denn das Haus auf der Klippe ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Symbol für das prekäre Gleichgewicht, in dem sich viele Menschen bewegen, die keinen festen Platz in der Welt gefunden haben.

So, also „Normalhöhe Null“ ist ein stilles, emotionales und feinfühliges und auch streckenweise humorvolles Buch, aber absolut kein seichtes! Es behandelt große Fragen – nach Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und der positiven Macht der Gemeinschaft. Es erzählt davon, wie Begegnungen neue Wege öffnen können, selbst wenn alles um einen herum bröckelt. Und es zeigt, dass Heimat manchmal genau dort entsteht, wo man nicht gesucht hat.Für Leser:innen, die atmosphärische Geschichten mit Tiefe schätzen, ist dieses Buch eine absolut empfehlenswerte Lektüre, die durchaus dazu einlädt und inspiriert, das eigene Fundament einmal genauer zu betrachten und vielleicht auch noch mal neu zu justieren.



Cover des Buches Normalhöhe Null (ISBN: 9783365002728)
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Rezension zu "Normalhöhe Null" von Anna Warner

Booklove91
Jeder Sturm bringt Veränderung

Meine Meinung und Inhalt

"Erlebnisse wie diese hatten sich wiederholt, mit jedem Umzug ging es von vorne los, das Danebenstehen, das Nicht-Dazugehören. Es hatte sie begleitet wie ein Schatten." (ZITAT)



In einer leer stehenden Villa an der Ostsee, an einer Steilküste, treffen sie aufeinander: die kühle Nora, Bauingenieurin mit Heimvergangenheit, spezialisiert auf Abrisse, und die überschwängliche Peggy, die Skulpturen aus dem errichtet, was das Meer anspült. In der ehemaligen Pension suchen sie Zuflucht, suchen ihre Zukunft.

Doch die alte Villa widersetzt sich, die Steilküste bricht ab, immer näher kommt der Abgrund dem Haus, und ein paar höchst eigenwillige Gäste tauchen auf und bleiben. Notgedrungen raufen sich die beiden Frauen zusammen. 

Ihre Vergangenheit holt sie jedoch auch hier ein, und es stellt sich die Frage: Was gibt Halt im Leben? Und was ist eigentlich ein Zuhause? 

"Nora beherrschte die Fähigkeit, Dinge an sich abprallen zu lassen, sie hatte lange die Gelegenheit gehabt, es zu perfektionieren. Diesmal war es ihr schwergefallen. " (ZITAT)

Der Roman von Anna Warner hat sich locker und leicht lesen lassen. Mir hat der Schreibstil unglaublich gut gefallen, ebenso die Story.


Anna Warner, geboren 1968, lebt in der Nähe von Hamburg. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Ethnologie in Bonn und Hamburg und promovierte an der Universität Bremen im Fach Kulturwissenschaft/ Europäische Ethnologie. Sie liebt die Küste und das Meer und schreibt am liebsten Romane, die in der Natur Norddeutschlands spielen.


https://annawarner.de/

https://www.instagram.com/annawarner/



Cover des Buches Normalhöhe Null (ISBN: 9783365002728)
B

Rezension zu "Normalhöhe Null" von Anna Warner

Book538
Ein außergewöhnliches Leseerlebnis

Normalhöhe Null - ein ganz außergewöhnliches Buch! Das Buch ist "virtuell" in zwei Stränge untergliedert: Die beiden Hauptcharaktere sowie einige Nebencharaktere, die im Laufe des Buches eine immer relevantere Bedeutung annehmen. Der andere Strang ist die Handlung an sich, die nimmt man es genau, keine "präsente/dominante" Handlung ist, und doch im Kontext der Charaktere zu einer sehr bestimmenden Handlung wird. Die Handlung zeichnet sich dadurch aus, dass die Charaktere, die aus ihren ganz eigenen Beweggründen zur Villa kamen, zu sich selbst finden, sich verändern und so ein komplett neues Konstrukt entsteht.

Was den Schreibstil angeht, so ist auch dieser ungewöhnlich. Im Text gibt es durchgehend Sätze, die für die eigentliche Handlung so untypisch und "scheinbar" unrelevant sind - Taten oder Eindrücke. Das besondere daran ist, dass sie gerade in ihrem "unrelevanten warum" wieder ein Gesamtbild ergeben und das Buch dadurch sehr interessant machen.

Die Charaktere sind nicht wirklich tief in ihrer Beschreibung und doch zeigt die Autorin gezielt Aspekte auf, aus denen der:die Leserin ein tiefes Bild des Charakters gewinnt.

Das Buch ist ein kurzer Einblick in den gemeinsamen Sommer von 5 ganz unterschiedlichen Menschen. Ein Blick in ihren "out of life" Alltag und ihrem Suchen und Finden nach sich und Heimat.

Ein wirklich außergewöhnliches Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle.

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