Anna Werner Wie ein kurzer Sonnenstrahl

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Inhaltsangabe zu „Wie ein kurzer Sonnenstrahl“ von Anna Werner

Anna Werner schildert in einfühlsamer Weise das Zusammenleben und den Familienalltag mit ihrem Sohn Yannic, der körperlich und geistig schwerstbehindert war und mit vier Jahren starb. In ihrem Buch lässt sie uns die Höhen und Tiefen dieser Zeit und ihre eigenen Gefühle miterleben und zeigt uns, wie bereichernd für sie und die ganze Familie gerade das Leben mit Yannic war. Durch ihr bewegend und ergreifend geschriebenes Buch will sie auch andere Eltern dazu ermutigen, »ja« zu sagen zu einem behinderten Kind, und setzt sich engagiert dafür ein, Vorurteile, Unwissenheit und Unsicherheit gegenüber Behinderten zu überwinden.

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  • Erlebnisbericht eines schweren Schicksals und eine großartige Liebeserklärung

    Wie ein kurzer Sonnenstrahl
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    20. March 2017 um 10:07

    Wie ein kurzer Sonnenstrahl - Interview mit Anna Werner(Ich führte dieses Interview am 11.März 2017 während der Buchmesse in Stockstadt/Rhein. Einem solchen Erlebnisbericht gerecht zu werden fand ich ihm Rahmen einer klassischen Rezension fast unmöglich. Anna Werners Buch hat keine literarischen Ambitionen. Aber ihr Text ist nichtsdestotrotz sehr lesenswert und so entschied ich mich für diese hier eher unübliche Form der Buchvorstellung. Das Interview habe ich bei facebook im Literaturportal Südhessen veröffentlicht) Auf die Buchmesse ins Ried kommen jährlich dutzende Verlage und Autoren/ Autorinnen, um ihre Bücher zu präsentieren. In diesem Jahr nutzte ich die erstmalig diese Gelegenheit, um mich über die angebotene Lesung hinaus mit einem Titel zu beschäftigen, der bereits im Vorfeld mein Interesse besonders berührte. So traf ich im Rahmen eines Interviews Anna Werner, die Autorin von 'Wie ein kurzer Sonnenstrahl', um von ihr mehr über die Geschichte hinter ihrer Geschichte zu erfahren. Extra aus dem Ruhrgebiet war sie angereist, um bei uns auf der Messe in Stockstadt ihr Buch vorzustellen. Im gemütlichen Messecafé stellte sie sich meinen Fragen. Am Anfang wirkt sie noch etwas nervös. Lesungen hat die sympathische Frau noch nicht so viele gegeben. Überhaupt fühle es sich noch recht seltsam an, ein Buch mit dem Porträtfoto ihres Sohnes in der Hand zu halten, ja nicht nur in der eigenen Hand zu halten, sondern auch in den Händen fremder Leser zu sehen. Kein Wunder, denn die Geschichte, die Anna Werner zu erzählen hat, ist nicht nur sehr tragisch sondern auch extrem persönlich. Vor mir sitzt eine Frau, deren Sohn schwerstbehindert zur Welt kam und im Alter von nur vier Jahren verstarb. Ein Schicksalsschlag, an dem man verzweifeln könnte. Doch Anna Werner hat stattdessen zu schreiben begonnen. Zwei Jahre lang hat sie mit der Hand Dutzende Schulhefte gefüllt und alles aufgezeichnet. Mit dem Hartmut Becker Verlag fand sie dann 2016 einen Verlag, der ihre Erinnerungen publizierte.Vorbereitend auf unser Gespräch konnte ich Anna Werners Erlebnisbericht bereits lesen. Tagebuchartig geschrieben, in einfacher schnörkelloser Sprache, berührt der Bericht der Autorin vor allem durch Authentizität. Man spürt, hier schreibt ein Mensch seine echte Geschichte auf, ganz ohne Effekthascherei und gerade dadurch sehr nah am Geschehen. Dabei ist dieses Buch keine harte Abrechnung mit dem Schicksal. Vielmehr verbreitet es eine sehr warmherzige Botschaft. 'Wie ein kurzer Sonnenstrahl' ist eine echte Liebeserklärung – und ein deutlicher Appell Ja zu sagen zu Menschen mit Behinderung. BR (Britta Röder): Frau Werner, auch wenn das Buch natürlich für sich selbst spricht, können Sie kurz zusammenfassen, was sie antrieb, Ihre Geschichte bzw. die von Yannic aufzuschreiben? Anna Werner: Für mich war es eine Trauerbewältigung. Weil niemand – außer meinem Mann, mit mir über Yannic reden wollte und er sozusagen totgeschwiegen wurde, konnte ich seinen Tod nicht verarbeiten. Ich wollte einfach nicht, dass man mein geliebtes Kind vergisst.BR: Ich stelle es mir sehr schmerzhaft vor, eine solche Geschichte zu Papier zu bringen. Wie lange nach Yannics Tod haben Sie gebraucht, um damit beginnen zu können? Können Sie etwas zum Entstehungsprozess sagen? Wie kamen Sie auf den Verlag von Hartmut Becker? Wie eng war die Zusammenarbeit mit dem Verlag?Anna Werner: 16 Jahre nach Yannics Tod. Zuerst habe ich alles mit der Hand in Schulhefte (große) geschrieben. Das Schreiben hat zwei Jahre gedauert. Auch, weil ich es oft unterbrechen musste, denn immer wieder habe ich viel geweint. Es hat sehr weh getan. Und ich war selbst überrascht, wie viele Details auf einmal wieder in meinem Kopf auftauchten. Obwohl 16 Jahre vergangen waren, habe ich mich auf an so vieles Erinnern können. Alles war noch da. Als ich schrieb, dachte ich noch gar nicht daran, ein Buch daraus zu machen. Der Gedanke kam mir erst, als es so viele Hefte geworden waren. Auf den Verlag von Hartmut Becker kam ich zufällig im Internet. Obwohl ich nicht an Zufälle glaube. Es sollte so kommen. Ich hatte immer zu meiner Familie gesagt, dass mein Manuskript nur in die richtigen Hände kommen muss – was ja dann auch geschah. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag ist sehr eng. Herr Becker und ich telefonieren sehr oft miteinander. Er informiert seine Autoren immer ausführlich über seine Tätigkeit im Verlag über Messen, Neuerscheinungen, Änderungen u. s.w.BR: In Ihrem Bericht liest man, wie eng Sie mit Ihrem Mann gemeinsam jede Krise, die Sie erlebten, meisterten. Man hört ja immer wieder, dass Beziehungen in solchen Situationen auch leicht selbst in eine Krise geraten und scheitern können. Gab es in dieser schweren Zeit auch bei Ihnen solche Momente/Phasen? Oder hatten Sie einfach nur viel Glück miteinander? Anna Werner: Nein, die gab es nie. Im Gegenteil – es hatte uns noch mehr zusammengeschweißt.BR: Das Leben mit Yannic war anstrengend, weil er sehr intensive Pflege brauchte. Darüber hinaus lebten sie in ständiger Sorge um seinen Gesundheitszustand. In ihrem Bericht klingt das natürlich durch. Auch wenn Sie sich darüber nie beklagen, gab es Momente, in denen Sie auch einfach mal nur gerne Abstand genommen hätten? Sich nach einer Auszeit gesehnt haben? Wie wird man fertig mit dieser ständigen Angst ums Kind? Anna Werner: Nein, ich habe mich nie nach einer Auszeit gesehnt. Ich wollte immer für Yannic da sein. Mit der ständigen Angst um mein Kind konnte ich nur fertigwerden, indem ich jeden guten Moment mit Yannic genoss.BR: Als Yannic geboren wurde, war für Sie und Ihren Mann die Situation völlig neu und überraschend. Auch von ärztlicher Seite kam am Anfang sehr wenig Unterstützung. Nun liegt das Alles ja auch schon ein paar Jahre zurück. Meinen Sie, dass sich seit den 80-er Jahren etwas verändert hat? Früher hieß die 'Aktion Mensch' noch 'Aktion Sorgenkind'. Sind wir heute besser aufgeklärt und verständnisvoller als damals? Anna Werner: Als Yannic auf der Welt war hat man uns einfach nicht die Wahrheit gesagt. Die Ärzte wussten ganz genau Bescheid. Aber man hat uns offen angelogen. Als ob seine Behinderung ein Tabu wäre. So waren wir am Anfang recht hilflos. Aber zum Glück hat sich da inzwischen einiges geändert. Heute geht man dann doch sehr viel offener mit dem Thema Behinderung um. BR: Ein behindertes Kind zu bekommen stellt eine Familie vor viele völlig unerwartete Fragen. Welche Tipps würden Sie Eltern geben, die in eine vergleiche Situation geraten? Wo kann man sich konkrete Hilfe holen? Anna Werner: Ich würde Eltern in einer solchen Situation raten, sich sofort an eine Lebenshilfe (Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.) zu wenden. Da wird man gut beraten und bekommt die Hilfe, die ein behindertes Kind braucht.BR: Sie berichten von Mitmenschen, die Ihnen und Ihrem Sohn ohne jedes Verständnis, ohne jede Empathie begegneten. Leben wir in einer Gesellschaft, die keinen Platz hat für Behinderte? Anna Werner: Ja, das Gefühl habe ich auch heute noch. Auch wenn sich inzwischen viel zum Guten verändert hat. Aber der Nachholbedarf in unserer Gesellschaft ist noch immer groß. Wenn man bedenkt, wie man in vielen Pflegeheimen und Behindertenwerkstätten mit diesen Menschen umgeht.BR: Frau Werner, Ihr Glaube ist Ihnen sehr wichtig. Sie selbst bezeichnen sich als religiös. In der Zeit als Yannic noch sehr klein war, gehörten Sie einer Gemeinde an, in der Ihnen jedoch lange nicht die Nächstenliebe entgegengebracht wurde, die man eigentlich hätte erwarten können. Beim Lesen war ich überrascht darüber, dass es gar keinen Beistand durch den Geistlichen /die Geistlichen in der Gemeinde gab. Gerade Yannics Beispiel hätte ja ein wunderbarer Anlass sein können, um das Thema Nächstenliebe in der Gemeinschaft anzusprechen. Wie hat das Ihr Verhältnis zu dieser Gemeinde verändert? Anna Werner: Ja, es war tatsächlich sehr hart für uns gewesen, das zu erleben. Mein Mann und ich sind einige Jahre nach Yannics Tod aus dieser Gemeinde ausgetreten.BR: Sie haben ihrem Buch ein wunderschönes Zitat vorangestellt, das – wie ich finde – auch nicht religiöse Menschen berührt. "Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; am größten aber unter diesen ist die Liebe." (1. Korinther, 13, 13) Für mich als Leserin ist die Liebe die zentrale Botschaft, die Sie mit Ihrer sehr persönlichen Geschichte vermitteln. Als sie mit Ihrem Buch begannen, war es ihnen da schon klar, dass sich das Motiv 'Liebe' so intensiv durch den Text ziehen würde?Anna Werner: Ja. Ich wollte den Menschen vermitteln, dass auch ein behindertes Kind, es wert ist, geliebt zu werden. Ich wollte, dass die Menschen von Yannic erfahren. Wie er gelebt hatte. Wie er sich gefreut und wie er gelitten hatte. Das er unvergesslich bleibt. Das ist für mich sehr wichtig.BR: Vielen Dank, liebe Frau Werner für dieses Gespräch und alles Gute für Sie und Ihre Familie. ------> 'Wie ein kurzer Sonnenstrahl' (ISBN-13: 978-3929480535) ist 2016 als Taschenbuch im Hartmut Becker Verlag erschienen. Mehr Informationen zum Programm erhalten Sie unter www.verlag-hartmut-becker.de-> Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. ist Selbsthilfevereinigung, Eltern-, Fach- und Trägerverband für Menschen mit geistiger Behinderung und ihrer Familien. Infos unter www.lebenshilfe.de

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