Anna Wiazemsky Mein Berliner Kind

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Inhaltsangabe zu „Mein Berliner Kind“ von Anna Wiazemsky

Berlin, 1945. Claire, die Tochter des Literaturnobelpreisträgers François Mauriac, arbeitet in der zerstörten Hauptstadt für das französische Rote Kreuz. Die Stadt ist Schauplatz schlimmer Szenen, die Menschen leiden. Sie ist fest entschlossen, sich nützlich zu machen und nicht mehr nur die verwöhnte Tochter des berühmten Schriftstellers zu sein. Am Steuer ihres Krankenwagens fühlt sie sich zum ersten Mal lebendig, und alles, was sie erlebt, ereignet sich als reine Gegenwart. Dabei begegnet sie dem politischen Flüchtling Yvan Wiazemsky, einem Prinzen, dessen Familie während der Russischen Revolution nach Frankreich fliehen musste, einem polyglotten Offizier und Charmeur. Er ist attraktiv, extrovertiert und humorvoll, hat noch nie von ihrem Namen gehört und nur Augen für sie. Es beginnt eine leidenschaftliche, aber unmögliche Liebe, sie ist katholisch, er orthodox, er ist staatenlos, sie kommt aus einer bekannten Intellektuellenfamilie, er liest keine Bücher.

Auf der Grundlage von Tagebüchern und Briefen erzählt die berühmte Schauspielerin Anne Wiazemsky, das „Berliner Kind“, von den entscheidenden Erlebnissen ihrer Mutter, die zu einer selbstbewussten, kämpferischen Persönlichkeit wird. Ihr gelingt die spannende Beschreibung einer Zeit, die Geschichte einer Amour fou ermöglicht einen besonderen und doch scharfen Blick auf Deutschland in der „Stunde Null“. „Mein Berliner Kind“ erzählt von der Liebe, der Solidarität und Freundschaft in düsteren Zeiten.

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  • Rezension zu "Mein Berliner Kind" von Anna Wiazemsky

    Mein Berliner Kind

    WinfriedStanzick

    12. September 2012 um 11:32

    Dieses wunderbare Buch der berühmten französischen Filmschauspielerin Anne Wiazemsky, die mit dem nicht weniger berühmten Regisseur Jean-Luc Godard verheiratet ist, ist zweifellos eines der herausragenden Bücher dieses Sommers. Ich habe mich in diesem Buch regelrecht verloren, bin eingetaucht in die Welt, die sie beschreibt, die Welt in Mitteleuropa zwischen 1944 und 1947, in die Welt der französischen Resistance und die Welt von jungen Menschen, wie Claire Mauriac, deren Erlebnisse in diesen Jahren ihre Tochter Anne 2009 aufgrund von Tagebüchern, Briefen und Gesprächen mit der einzig noch lebenden Zeitzeugin aufgeschrieben hat. Claire Mauriac ist die Tochter des französischen Literaturnobelpreisträgers Francois Mauriac, ein Mann, den sie liebt und verehrt, der ihr aber relativ kühl und distanziert begegnet. In der Arbeit beim französischen Roten Kreuz im zunehmend sich von der nationalsozialistischen Besetzung befreienden Frankreich und später dann im befreiten Berlin, von wo aus sie mit ihren Freunden hauptsächlich Elsässer aus der russischen Gefangenschaft herausholt, findet sie eine Erfüllung und einen Lebenssinn mitten in der Gewalt und dem Elend dieser Jahre. Vor allen Dingen wird sie dort als junge Frau akzeptiert und nicht andauernd als „Tochter von Mauriac“ ihrer eigenen Identität beraubt. Wie Claire und ihre Freunde, die in Berlin eine große Wohnung miteinander bewohnen, von der sie zu ihren nicht ungefährlichen Aufträgen aufbrechen, dem allgegenwärtigen Elend, dem Hunger der Deutschen und den unzähligen Verletzten und Toten, die sie pflegt und betreut, ins Auge sieht, ohne zynisch oder depressiv zu werden, hat mich sehr beeindruckt, und mich lange darüber nachdenken lassen, woher diese Generation eine Kraft genommen hat, die den meisten der heutigen Generation schon bei weit weniger schlimmen seelischen Belastungen fehlt. Meine Schwiegermutter ist mir dafür ein fast tägliches Beispiel. Bewegend auch jene Szenen, wo für Claire angesichts des Elends immer öfter die vorher während des Kriegs so klare Grenze zwischen Tätern und Opfern verschwimmt und sie in den Gesichtern der Deutschen auch Anderes wahrnimmt. So wird sie zu einer der ersten Protagonistinnen der später erst in großem Stil möglichen Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. In Berlin lernt die den politischen Flüchtling Yvan Wiazemsky kennen, ein Sohn einer bis ins 7. Jahrhundert zurückreichenden russischen Fürstenfamilie, die nach der Oktoberrevolution in Ungnade fiel und nach Frankreich flüchten musste. Mit ihm beginnt Claire eine Beziehung und ihre schwierige und dennoch einzigartige Liebesgeschichte nimmt den Leser über weite Strecken des Buches gefangen. Obwohl für diese Zeit ungewöhnlich, geben beide Familie zu Ihrer Ehe ihren Segen. „Mein Berliner Kind“, so wird die Tochter Anne nach ihrer Geburt genannt, ist ein bewegendes literarisches Zeugnis, das von Liebe und Freundschaft, von Solidarität und Völkerverständigung erzählt. Ein Buch, das die Schriftstellerin Anne Wiazemsky auf der Höhe ihres Schaffens zeigt.

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  • Rezension zu "Mein Berliner Kind" von Anna Wiazemsky

    Mein Berliner Kind

    Stephenie

    12. November 2010 um 11:33

    Ein interessantes Buch, etwa die Hälfte der Geschichte erfährt man aus Briefen von Clair an ihre Mutter.
    Das Thema ist allerdings etwas speziel, und man hat auch nicht immer volles Verständnis für die Hauptfigur.

  • Rezension zu "Mein Berliner Kind" von Anna Wiazemsky

    Mein Berliner Kind

    Clari

    16. August 2010 um 16:10

    Das Berlin zum Ende des Krieges und im ersten Nachkriegswinter 1945/46 gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Die alliierten Streitkräfte haben Berlin in Sektoren aufgeteilt und arbeiten u.a. an der Repatriierung ehemaliger Kriegsgefangener und verloren gegangener Heimatsoldaten. Französische Rot- Kreuzangehörige helfen bei der Suche und beim Transport verletzter Soldaten zurück in ihre Heimatländer. Unter diesen befindet sich auch Claire Mauriac, die 27 jährige Tochter des bekannten französischen Literaturnobelpreisträgers François Mauriac. Sie ist froh, einer eigenen Aufgabe nachgehen zu können, um endlich aus dem Schatten des berühmten Vaters zu treten. Sie ist kapriziös, sehr hübsch und arbeitet überaus gerne mit ihren Kolleginnen zusammen. Natürlich werden alle hübschen Mitarbeiterinnen von Männern umschwärmt. Der russische Emigrant Fürst Yvan Wiazemsky, der sieben Sprachen spricht, ist als französischer Leutnant in Berlin und verliebt sich unsterblich in die hübsche Tochter des berühmten Schriftstellers. Von Literatur hat er keine Ahnung und weiß so auch nicht, in wen er sich da verliebt hat. Mit unglaublicher Vielfarbigkeit schildert die Autorin das Leben ihrer Mutter, die nach kurzem Zögern in die Ehe mit dem verliebten Fürsten einwilligt. Dass da jemand nicht weiß, wer François Mauriac ist, hat Claire amüsiert und erfreut, denn immer stand der Ruhm ihres Vaters ihr im Wege. Sie sieht als Rot -Kreuzmitarbeiterin den ganzen Irrsinn des Krieges, die Toten und Verletzten und die Qualen der sterbenden jungen Soldaten. Aus der zerstörten Stadt Berlin schreibt sie aufwühlende Berichte nach Hause, und man spürt, dass sie die Arbeit und das Neue reizen, und sie voller Elan bei der Arbeit ist. Die Untergangsstimmung im befreiten Berlin und der Sieg der Alliierten bringen neue Aufgaben und neue Begegnungen. Ausgelassen weiß man aber auch die Nächte durchzufeiern. Mit Spannung liest man die Aufzeichnungen der Tochter von Claire und Yvan Wiazemsky. Ersteht doch unter ihrer Feder sowohl das Bild der zerstörten Stadt Berlin als auch die unmögliche Liebe ihrer Eltern. Lebendig und vital, charmant und mitreißend kommt der Fürst aus dem russischen Hochadel, der nach der Revolution in Russland das Land verlassen hat und z.T. in Frankreich um Asyl nachsuchte. Verarmt und ihrer Wurzeln beraubt leben diese Adeligen ein so ganz anderes Leben als die feine französische Gesellschaft um den Dichter Mauriac. Claire war ein verwöhntes Mädchen, dem sich alle Türen dank ihres bekannten Namens öffneten. Dass die Ehe zwischen zwei Menschen von so unterschiedlicher Herkunft nicht leicht sein würde, hat sie wohl geahnt und konnte doch dem einnehmenden Fürsten nicht widerstehen! Zu ihrem Buch bemüht die Tochter von Claire und Yvan Wiazemksy, Anne Wiazemsky, Tagebuchaufzeichnungen, Briefe ihrer Mutter und ihres Vaters und Erinnerungen von Weggefährten, um über das Leben ihrer Eltern zu berichten. Sie selber war „Das Berliner Kind“, denn sie wurde 1947 dort geboren. Mit seltener Offenheit und Klarheit beurteilt sie, in welcher Gemütslage sich die Menschen damals unabhängig von ihrer Herkunft und Gesellschaftsschicht befanden. Auf diese Weise ist ein aufschlussreiches Zeitdokument entstanden. Der Roman wurde für zahlreiche Preise nominiert und war in Frankreich ein großer Erfolg.

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