Annalena McAfee Zeilenkrieg

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Inhaltsangabe zu „Zeilenkrieg“ von Annalena McAfee

Hochpolitische Reportagen versus locker-flockige Unterhaltung: Honor Tait, 80, und Tamara Sim, 27, sind beide Journalistinnen, doch sie verkörpern völlig verschiedene Welten. Zwei Generationen, zwei Charaktere und ein atemberaubender Showdown. Ein Roman, bei dem es nicht nur um das gedruckte Wort, sondern auch um die Schicksale zwischen den Zeilen geht.

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  • Die Presse

    Zeilenkrieg
    walli007

    walli007

    14. December 2013 um 11:53

    Kurz vor ihrem 80. Geburtstag blickt die ehemalige Star-Reporterin Honor Tait auf ihr Leben zurück. Finanziell geht es ihr nicht allzu gut und sie ist dabei die Druckfahnen des dritten Sammelbandes ihrer Reportagen zu sichten. Nur ungern erlaubt sie der noch nicht einmal 30jährigen Journalistin Tamara Sim, sie zu einem Interviewtermin zu besuchen. Und sofort scheinen sich die beiden ungleichen Frauen unsympathisch zu sein. Hier die alternde Autorität, dort die junge, unbedeutende Klatschreporterin, die ihrem Auftrag nicht gewachsen scheint. Doch auch Honors Verhalten verrät Unsicherheit und keinesfalls möchte sie etwas über ihr Privatleben preisgeben. Und Tamara, Honors Gegenpart, scheint tatsächlich an ihrer Aufgabe zu wachsen und entwickelt Ideen und Initiative. Tolle Idee, diese beiden Gegensätze aufeinander treffen zu lassen. Die Autorin selbst auch Journalistin und Redakteurin renommierter britischer Zeitungen versteht ihr Handwerk. Doch kommt ihr Roman etwas sehr journalistisch daher. Ihre Charaktere unterwerfen letztlich alles dem Journalismus und das könnte auf den Leser etwas befremdlich wirken. Honor, die keine privaten Äußerungen tätigt, kann das auch kaum, denn die Arbeit war ihr Leben. Und Tamara, die so lange nachbohrt, bis sie tatsächlich eine Winzigkeit findet, schlachtet diese kleine Enthüllung in typischer Boulevard-Manier eher unschön aus. Hinzu kommen noch die verschiedenen Intrigen, die in den Presse-Etagen geschmiedet werden, die das Genre in Groß Britannien wie in letzter Zeit unschön zu erfahren vielleicht noch mehr als anderswo, doch möglicherweise ist es dort auch nur ans Zutage gekommen, in einem eher schlechteren Licht dastehen lassen. Nach der Lektüre dieses Romans jedenfalls, kann man die Lehre ziehen, dass es einem als nicht öffentliche Persönlichkeit und nicht reißerische Journalistin mit einem alltäglichen Leben und Beruf vielleicht besser geht und man manche Dinge auch nicht so genau wissen möchte.

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  • Gelungenes Debut

    Zeilenkrieg
    Duffy

    Duffy

    01. May 2013 um 13:10

    Wenn die Ehefrau eines berühmten und erfolgreichen Schriftstellers einen Roman schreibt und dann auch noch im selben Verlag erscheint, der auch den Gatten veröffentlicht, neigt man zu einer berechtigten Skepsis, auch wenn man unvoreigenommen an das Buch herangehen will. Bei der Gattin von Ian McEwan handelt es sich allerdings um einen "alten Hasen", denn über 30 Jahre arbeitete sie bei verschiedenen Zeitungen, hat also das Schreiben von der Pike auf gelernt. Das ist nun kein Garant für einen gelungenen Roman, aber McAfee macht nicht den Fehler, sich irgendeinen Stoff zurechtzubasteln, sondern sie siedelt ihren Roman dort an, wo sie die meisten Kenntnisse hat: Im Bereich des Tagesjournalismus der Zeitungsbranche. Honor Tait, 80 und Tamara Sim, 27, sind beides Journalistinnen, die aber Welten trennen. Die eine, noch mit ganzer Energie den Regeln des Journalismus verpflichtet, der radikalen Wahrheit immer so nah wie möglich, die andere ein Produkt der schnelllebigen Sensationspresse, in der Auflagenzahl und Druck die größten Rollen spielen. Ihre Wege kreuzen sich, ihre verschiedenen Auffassungen machen sie nicht zu Freundinnen und es kommt bis zum Schluss immer wieder zu Berührungen, die zu einer gewissen Abhängigkeit führen. Auf dem Weg dorthin, der mit überraschenden Ereignissen gepflastert ist, verlieren beide Frauen, die eine mehr, die andere weniger. Die ersten hundert Seiten des Buches, also knapp ein Viertel, strengen an, weil sie sich fast ausschließlich mit der Darstellung der beiden Frauen beschäftigen. Man ist geneigt, Prognosen über den weiteren Verlauf des Buches anzustellen, doch nichts, was man im Hinterkopf hat, trifft ein. Denn nach hundert Seiten "geht es los" und bis zum Ende hält das Buch einige Überraschungen bereit. Der Roman enttäuscht nicht. Er hat einige Längen, gerade am Anfang läuft die Autorin in Gefahr, die Leser zu verlieren. Das wird im weiteren Verlauf allerdings wettgemacht, so dass man hier durchaus von einem gelungenen Debut sprechen kann. Knappe 4 Sternchen.

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  • Rezension zu "Zeilenkrieg" von Annalena McAfee

    Zeilenkrieg
    Textverliebt

    Textverliebt

    07. December 2012 um 12:33

    Großbritannien, 1997: Honor Tait und Tamara Sim repräsentieren zwei verschiedene Generationen des britischen Journalismus. Honor Tait gilt als Grande Dame der britischen Presse, welche die Großen des Weltgeschehens – Hitler, Franco, Picasso und viele mehr – scheinbar spielend um den Finger wickelte. Heute, mit über 80 Jahren, fürchtet die zurückgezogen lebende Besitzerin eines Pulitzerpreises nichts mehr als die Sensationsgier und Indiskretion ihrer Kollegen. * Tamara Sim hingegen, die guten Gewissens noch als Frischling in der Branche bezeichnet werden kann, ist eine Klatschkolumnistin, die ihre Zukunft in einer verantwortungsvolleren Postion sieht. Da kommt Tamara der Auftrag Honor Tait zu porträtieren gerade recht. Doch der lang ersehnte Aufstieg in der Branche scheint ein steiniger Weg zu werden, denn Tamara interessiert sich eher für das soziale Leben der verschwiegenen alten Frau, die sie jedoch lediglich mit den Vorträgen über ihre Arbeit langweilt. * Schon beim ersten Treffen merken die Frauen, dass die Chemie für die Zusammenarbeit nicht stimmt. Während sich Honor nicht einmal Tamaras Namen merken kann, hält diese sie für unendlich überheblich. Beide ahnen in diesem Moment nicht, dass sie die Story ihres Lebens über den Tod hinaus verbinden wird. Doch bis es zum Showdown kommt, zieht Tamara alle Register um pikante Details aus dem Leben der alten Dame zu erhalten. Diese hat jedoch sämtliche Tricks selbst bei ihren Interviewpartnern angewandt, doch sie unterschätzt, wozu die britische Presse heute fähig ist, um an eine gute Story zu gelangen. * Annalena McAfee hat mit Zeilenkrieg einen bitterbösen Roman geschaffen, der dem Leser einen Einblick hinter die Kulissen der britischen Presse gestattet. Keine kennt die Abgründe der Presse so genau wie sie, schließlich hat die Engländerin selbst drei Jahrzehnte im britischen Journalismus gearbeitet. Dies wird an einigen Stellen des Romans sehr deutlich, denn der Schreibstil und die Flut an Informationen erinnern deutlich an den Stil einiger seriöser Zeitungen, wirken jedoch an einigen Stellen bisweilen ermüdend. * Die Charaktere werden sehr detailverliebt dargestellt und könnten nicht gegensätzlicher sein. Eine Journalistin der alten Schule, die es gewohnt ist, dass ihr Gegenüber sie mit dem größten Respekt behandelt und eine junge Journalistin, die sich tapfer durch die Medienwelt kämpft. Tamara träumt von der großen Karriere und hat wenig Respekt vor der alten Dame. Wer geht schon mit minimaler Vorbereitung zum Interview mit einer Ikone? Stellenweise ist Tamaras Naivität schon zum Brüllen komisch. * Fazit: Zu Beginn der Lektüre bin ich fast verzweifelt. Ich hab den Roman bestimmt zweimal unterbrochen, weil er mir zunächst einfach zu langatmig erschien. Ich habe mich jedoch tapfer durch das erste Drittel gekämpft und wurde von einem fulminanten und zutieftst erschütterndem Ende überrascht, das mich für den Beginn mehr als entlohnt hat.

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