Anne-Gine Goemans

 3.6 Sterne bei 39 Bewertungen
Autorin von Honolulu King und Gleitflug.
Anne-Gine Goemans

Lebenslauf von Anne-Gine Goemans

Weit mehr als Tulpen aus den Niederlanden: Anne-Gine Goemans ist 1971 in den Niederlanden geboren und in dem berühmtesten Tulpenanbaugebiet des Landes, Bollenstreek, aufgewachsen. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie in Utrecht an der Schule für Journalistik und in Aix-en-Provence Ethnic Studies. Im Anschluss betätigte sie sich als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und berichtet über diverse kulturwissenschaftliche Themen. Im Rahmen einer Recherchearbeit beschäftigt sie sich mit dem Tulpenanbau, woraus ihr erster Roman, „Ziekzoekers“, entsteht. Das Buch wird nach seinem Erscheinen mit dem angesehenen Anton-Wachter-Preis für das beste literarische Debüt ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman „Glijvlucht“ von 2011 war unter anderem für den Libris-Literaturpreis nominiert und wurde mit dem Dioraphte-Preis und dem M-Pionier-Preis ausgezeichnet. 2012 erschien eine deutsche Übersetzung mit dem Titel „Gleitflug“. Die Filmrechte zu „Gleitflug“ sowie zu ihrem dritten Roman, „Honolulu King“, der 2018 erschien, wurden bereits verkauft. Goemans lebt in Spaarndam, Nordholland, gemeinsam mit ihrem Mann und ihren drei Kindern.

Alle Bücher von Anne-Gine Goemans

Honolulu King

Honolulu King

 (23)
Erschienen am 10.09.2018
Gleitflug

Gleitflug

 (16)
Erschienen am 09.12.2013

Neue Rezensionen zu Anne-Gine Goemans

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Rezension zu "Honolulu King" von Anne-Gine Goemans

Tragikomische Geschichte
krimielsevor 17 Tagen

Ein großartiges Buch über die vielen Gesichter der Wahrheit, über ein ungewöhnliches Leben und über das, was uns und von uns bleibt ist der Roman „Honolulu King“ der mehrfach preisgekrönten niederländischen Autorin Anne-Gine Goemans. Man muss sich auf das Buch einlassen, dann entfaltet sich ein äußerst interessantes und spannendes Panorama aus indonesischer Geschichte, Hawaii-Musik und einer warmherzigen Auswanderer- und Familiengeschichte.

Hardy, 80jährig, betreibt in Haarlem/Holland einen indonesischen Imbiss und trifft sich dort mit seinen alten Bandkollegen, den „Honolulu Kings“, die früher mit ihrer Hawaii-Musik einige Erfolge feiern konnten. Sie „tracken“ Tapes mit den Erinnerungen ehemaliger Javanesen, die wie Hardy in Indonesien Schreckliches erlebt hatten. Seit Hardy die Ermordung seiner Familie durch indonesische Unabhängigkeitskämpfer mit ansehen musste hasst er die Japaner, die für den Drill und deren Ausbildung verantwortlich waren. Hardy schleppt seit seiner Jugend ein großes Geheimnis wie einen Mühlstein mit sich herum, das er bei seinem Eintritt in eine Loge preisgibt. Den Freimaurern beizutreten entschließt er sich, weil er immer einsamer wird, seit seine geliebte Frau Christina hochgradig dement in einem Pflegeheim leben muss und Hardy zwar seine Band-Freunde Cok und George, seine Tochter Aswani und die Enkelin Synne um sich hat, die ihm aber alle keinen Ersatz für die schwindende Christina sind.
Hardy macht reinen Tisch, als er in seinem Baustück für die Freimaurerloge und bei seiner Familie und den Freunden sein großes Geheimnis preisgibt, das nicht nur die Logenbrüder schockiert. Er versucht, die Fäden seines Lebens in der Hand zu behalten, will verhindern, dass ihm die Dinge entgleiten. Er stellt sich dem Urteil um zu erfahren, was ihm bleibt.

Hardys Geschichte in der Gegenwart eines 80 jährigen lebt von den Rückblicken in die Vergangenheit, von Hardys Erinnerungen an die Schrecken und Gräueltaten während des Zweiten Weltkrieges in Indonesien. Aus eingestreuten Krumen ergibt sich allmählich ein äußerst interessantes und sehr persönliches Bild des Lebens dort zu dieser Zeit und ein Gefühl dafür, was Hardy als Mischling damals alles tragen und erdulden musste. Richtig bedrückend sind die auf Kassetten aufgezeichneten Interviews, die Hardy mit ehemaligen Landsleuten machte und aufbewahrt, vor diesen eindringlichen und vielfach grausamen Geschichten bietet nichts beim Lesen Schutz und man kann sich dem nicht entziehen.
Die Autorin schafft jedoch gekonnt und wunderbar einen Gegenpol durch die Hawaii-Musik, in die sich Hardy seit seiner Ankunft in Rotterdam flüchtete und die ihm Halt gab und gibt. Und auch wenn seine Fassade mittlerweile bröckelt, der harte Panzer aufweicht, bekommt man in den Szenen mit seinen Freunden Cox und George ein warmes Gefühl dafür vermittelt, wie viel Halt den drei Männern die Musik immer gegeben hat, wie eng diese sie verschweißte und wie wichtig sie nach wie vor in ihrem Leben ist. Und auch wenn ich persönlich null Bezug zu Hawaii-Musik und Steelgitarren habe gehört dies unbedingt zur Geschichte, weil die Musik Hardy am Leben erhielt.

Die Figuren dieses Romans wachsen einem schnell ans Herz. Hardy und seine Freunde sind eine äußerst liebenswerte Truppe, die nicht zuletzt zeigt, wie Freundschaft und Musik Menschen zusammen bringen und aneinander binden kann. Alle drei, insbesondere Hardy, gehören nirgends richtig dazu und haben sich gefunden und festgehalten. Völlig kitschfrei beschreibt die Autorin auch Hardys Beziehung zu seiner Enkelin, die ihm lieber in der Küche seines Toko-Imbisses hilft statt zu studieren.

Das Buch versucht sich sicherlich auch an der Aufarbeitung eines Stückes wenig rühmlicher niederländischer Geschichte als Kolonialmacht Indonesiens. Die holländischen Kolonialherren gaben damals ihre Herrschaft auch nach dem Zweiten Weltkrieg nur nach blutigen Auseinandersetzungen durch Druck der Internationalen Staatengemeinschaft auf, obwohl Ihnen die Macht bereits entglitten war. Zurück blieben abgeschlachtete, misshandelte Indonesier, teils auf der Flucht weil sie wie Hardy Mischlinge und nirgends anerkannt waren.

Mein kleiner Wermutstropfen bei der äußerst anregenden und bewegenden Lektüre war lediglich die manchmal zu breit angelegte musikalische Komponente, aber da Hardy nun mal mit Hawaii-Musik überlebte nach seiner Auswanderung hat dies durchaus seine Berechtigung.
Insgesamt ist es ein sehr berührendes, hoffnungsvolles und höchst interessantes Buch, das mich zum intensiven Nachdenken und Querlesen zu indonesischer Geschichte anregte. Ich vergebe fünf Sterne für diesen Lesegenuss.

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Rezension zu "Honolulu King" von Anne-Gine Goemans

Beeindruckender, nachdenklich stimmender Roman
booklovingvor 18 Tagen

INHALT
Hardy Hardy, Betreiber eines indonesischen Imbiss’ in Haarlem, hat mit seinen fast achtzig Jahren schon jede Menge erlebt: als Elfjähriger musste er auf Java mit ansehen, wie Unabhängigkeitskämpfer seine Familie ermordeten. Einen Trost fand er als Erwachsener in der Hawaii-Musik, bei seiner Band »Honolulu Kings« – und bei seiner Frau Christina, einer bildschönen Holländerin, der Liebe seines Lebens. Doch während sie immer tiefer in der Demenz versinkt, tritt seine eigene Vergangenheit zunehmend klarer ans Licht: Blieben die Morde an seiner Familie doch nicht ungesühnt? Hat Hardy sich gar selbst mit Schuld beladen? Er kann dem, was geschehen ist, nicht entfliehen, und muss sich den Dämonen seiner eigenen Geschichte stellen.

Ein großer Roman über das, was war und was bleibt – und über ein außergewöhnliches Leben, bevölkert von Figuren, die dem Leser ans Herz wachsen. 
(Quelle: Klappentext Verlag)
MEINE MEINUNG

FAZIT
Ein beeindruckender, unterhaltsamer und sehr bewegender Roman mit wundervollen Charakteren – trotz kleinerer Schwächen sehr lesenswert!

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Rezension zu "Honolulu King" von Anne-Gine Goemans

Honolulu King
buecherwurm1310vor 2 Monaten

Hardy Hardy ist fast achtzig Jahre alt, kommt aus Indonesien, hat aber einen großen Teil seines Lebens in den Niederlanden verbracht. Früher einmal gehörte er zu den „Honolulu Kings“, die mit ihrer hawaiianischen Musik ziemlich erfolgreich waren. Heute führt er einen Imbiss mit indonesischem Essen. Er und seine Familie mussten während des zweiten Weltkrieges Schreckliches erdulden. Zeitlebens hat Hardy die Japaner dafür verantwortlich gemacht und noch immer ist sein Hass vorhanden.

Ich habe mich mit diesem Buch sehr schwergetan. Es werden eine Menge Themen angerissen, wie Freimaurer, Rassismus, Schuld, Liebe, Demenz und Musik.

Hardy war mir nicht so besonders sympathisch, auch wenn er mir manchmal leidtat. Sein offener Rassismus ging mir zu weit. Schön fand ich allerdings, wie liebevoll er zu seiner dementen Frau Christina ist und ihr das Leben schön machen will.

Er und seine Freunde hängen im Imbiss ihren Erinnerungen nach und träumen davon, noch einmal einen Gig zu haben. Kasetten mit Aufnahmen zeugen von dem brutalen Geschehen in der Vergangenheit. Als er den Freimaurern beitritt, erfahren wir seine traumatischen Erlebnisse.

Hardys Tochter Aswani hat kein Verständnis für ihren Vater. Sie kommt mir ziemlich gefühlskalt vor. Synne, die Enkelin, liebt ihren Großvater und ist gerne in seinem Imbiss. Aber sie muss auch noch ihren Weg finden.

Die Geschichte plätscherte so dahin und konnte mich daher auch nicht mitreißen. Obwohl so viel Dramatisches und so viel Leid in der Geschichte steckt, fehlt mir der Spannungsbogen. Am Ende bleiben für mich nur offene Fragen.

Es war wirklich nicht mein Buch.

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Gespräche aus der Community

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Eine fesselnde Geschichte über das, was war und was bleibt …

Hardys ruhiges Leben ist abrupt zu Ende: Der 80-jährige Kioskbesitzer wird von alten Erinnerungen eingeholt und muss sich den Dämonen seiner eigenen Geschichte stellen. Anne-Gine Goemans neuer Roman Honolulu King ist eine mitreißende Geschichte über Schuld, Liebe und Musik vor dem Hintergrund eines fast vergessenen Krieges.

Worum geht’s genau?
Der achzigjährige Hardy, Betreiber eines indonesischen Imbiss’ in  Haarlem, hat schon jede Menge erlebt: als Kind musste er auf Java mit ansehen, wie Unabhängigkeitskämpfer seine Familie ermordeten. Trost fand er als Erwachsener in der Hawaii-Musik, bei seiner Band »Honolulu Kings« – und bei seiner Frau Christina. Als sie im Alter immer tiefer in der Demenz versinkt, sucht Hardy Zuwendung und Halt bei den Freimaurern. Ihnen vertraut er ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit an …

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Wollt Ihr Hardy begleiten, wenn er sich seiner Vergangenheit stellt? Dann bewerbt Euch einfach bis zum 20. September über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* für die Leserunde – und beantwortet uns dazu folgende Frage:

Wem würdest Du dein wohl behütetes Geheimnis anvertrauen?

Über die Autorin:
Anne-Gine Goemans, geboren 1971, ist eine niederländische Autorin und Journalistin. 2008 wurde sie für ihren Debütroman Ziekzoekers mit dem Anton-Wachter-Preis ausgezeichnet. Für ihren zweiten Roman Gleitflug erhielt sie 2012 den Dioraphte-Jugendliteraturpreis und dem M-Pionier-Preis für junge Autor*innen. Honolulu King wurde bei Erscheinen in den Niederlanden zum Bestseller. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern wohnt Anne-Gine Goemans in Spaarndam, einem Dorf in Noord-Holland.

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Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Anne-Gine Goemans wurde am 30. Januar 1971 in Niederlande geboren.

Community-Statistik

in 65 Bibliotheken

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