Gleitflug

von Anne-Gine Goemans 
3,8 Sterne bei16 Bewertungen
Gleitflug
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Für meinen Geschmack enthält das Buch zu viele Aspekte von Gieles jungem Leben.

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leicht...rührend...ein schöner Roman

Alle 16 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Gleitflug"

Gieles ist 14 und hat es nicht leicht: Zusammen mit seinem Vater und seinem Onkel lebt er auf einem alten Bauernhof direkt neben der Landebahn eines Flugplatzes. Vater Willem ist dafür zuständig, dass keine Vogelschwärme die Maschinen behindern, und Onkel Fred betreibt mit ungebremstem Optimismus einen Campingplatz für »plane spotters«.
Und Gieles' Mutter? Sie reist mit Solarkochern durch afrikanische Länder, um dort Entwicklungshilfe zu leisten. Gieles kann und will das nicht verstehen. Dass sie sich immer wieder von ihm und seinem Vater für Wochen und Monate trennt, wo doch die Familie sie braucht. Er fasst einen ausgeklügelten Plan, um die Aufmerksamkeit seiner Mutter zurückzuerobern: das Geheimprojekt »Geniale Rettungsaktion 3032« …
»Gleitflug« ist ein Roman über das Fliegen, die Freundschaft und den Kampf für die eigenen Träume – wahnsinnig komisch, sehr anrührend und zum Verlieben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458359760
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:447 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:09.12.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Duffys avatar
    Duffyvor 3 Monaten
    Irgendwie bezaubernd

    Nicht jeder wohnt direkt an der Start- und Landebahn eines Flughafens. Der 14jährige Gieles schon, weil sein Vater dafür verantwortlich ist, dass sich Vogelschwärme nicht ins Tagesgeschäft einmischen. Onkel Fred wohnt ebenfalls auf dem Hof und betreibt einen Campingplatz für Plane-Spotter. Gieles Mutter ist in Sachen humanitäre Hilfe fast nie zuhause. Gieles beschließt, durch eine Heldentat die Aufmerksamkeit seiner Mutter zu gewinnen und trainiert zwei Gänse, die er bei ihrer Rückkehr dazu bringen will, ihn zum Helden einer einmaligen Großtat zu machen. Zu dieser Familie stößt dann noch Super Waling, ein fetter, aber großartiger Ex-Lehrer und auch die Liebe legt in Gieles ihre ersten Keime in der Person von Meike ab, die er im Netz entdeckt. Zusammen ergibt das eine tolle Geschichte, die ohne Verstrickungen und komplizierte Wendungen erzählt wird. Anne-Gine Goemans findet den dazu passenden Ton, der die Geschichte nicht nur spannend macht, sonder voller Emphatie für die Figuren ist und eine schnelle Identifkation mit den einzelnen Charakteren zulässt. Ihr Stil ist erfrischend und lebhaft, dazu kommt ein Ende, das niemand so erwartet hat, den Leser aber keineswegs verwirrt zurücklässt, im Gegenteil, man hat, trotz der Überraschung, das Gefühl, dass hier alles an seinem Platz ist. Ein schöner und irgendwie bezaubernder Roman, in dem keine Minute Langeweile aufkommt. Schön, dass es solche Bücher noch gibt.

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    gsts avatar
    gstvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Für meinen Geschmack enthält das Buch zu viele Aspekte von Gieles jungem Leben.
    Ein Gleitflug über Gieles Pubertät

    Was weiß ich als „alte“ Frau schon vom Innenleben eines 14jährigen? Ich habe zwar zwei Söhne, aber die haben mit mir nicht über ihre Phantasien gesprochen. Vielleicht wäre das Buch damals, als meine Söhne in der Pubertät waren, das richtige für mich gewesen? Nun war es für mich wie ein modernes Märchen.


    Gieles, 14 Jahre alt, wohnt gleich neben einem Flugplatz. Er liebt Gänse und versucht sie abzurichten. Damit seine Mutter, die in Afrika Solarkocher an die Menschen bringt und die ihm sehr fehlt, künftig zu Hause bleibt, will er mit ihnen ein ganz besonderes Kunststück auf die Beine stellen...

    Doch sein Leben besteht aus mehr: Er hütet die Kinder seiner verwitweten Nachbarin liebevoller als sie es kann, freundet sich mit einem übermäßig dicken Journalisten an, verliert seinen ehemals besten Freund und verliebt sich zum ersten Mal. Gleichzeitig setzt er sich mit der Vergangenheit des Polders auseinander, auf dem er lebt.


    Dieses Buch begleitet auf mehreren Ebenen Entwicklungen. Es handelt von Freundschaft, Vertrauen, Opferbereitschaft, Pubertät, Familiensinn. Auch Arbeit (Trockenlegung des Polders), Flugzeugabstürze und der ganz normale Alltag kommen nicht zu kurz. In meinen Augen enthält es zu viele Schauplätze, um es wirklich genießen zu können. Es ist so vielfältig wie das Leben. Doch ich lese Bücher, um Lebensabschnitte zu vertiefen. Das ist mir mit diesem Buch, trotz der angenehmen Sprache, leider nicht so recht gelungen.

    Kommentare: 1
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    MissStrawberrys avatar
    MissStrawberryvor 5 Jahren
    Pubertät und besondere Umstände

    Die Pubertät macht wohl jedem mehr oder weniger zu schaffen. Wenn dann aber auch noch alles um einen herum anders ist als bei den Altersgenossen, dann ist die Pubertät definitiv die Hölle. Gieles Mutter Ellen ist selten zu Hause. Sie steckt alle Kraft in ihre Hilfsprojekte in Afrika. So hält sich der Kontakt über Mail und kurze, seltene Telefonate in Grenzen. Gieles Vater und dessen Zwillingsbruder Fred, der einen kleinen Campingplatz für Flugzeugverrückte betreibt, sind zwar immer für Gieles da, aber sie können doch die Mutter nicht ersetzen.

    Gieles Vater arbeitet für den Flughafen, auf dessen Gelände sie auch leben. Er ist dafür verantwortlich, dass keine Vögel die Flüge gefährden. Gieles selbst hat eine Vorliebe für Gänse. Zwei versucht er abzurichten. Sie sollen ihm helfen, die Aufmerksamkeit seiner Mutter wieder voll und ganz auf ihn zu lenken.

    Dann gibt es da noch Super Waling, der stark übergewichtige Reporter, der sich als ehemaliger superschlanker Lehrer erweist; Dolly, für deren Kinder Gieles Babysitting macht; Meike, in die er sich immer mehr verliebt und Toon, sein Freund, von dem er sich immer mehr distanziert, weil sich beide in andere Richtungen entwickeln. Viele verschiedene Menschen, die alle auf gewisse Weise zur Entwicklung von Gieles beitragen.

    Die Geschichte ist wunderbar aufgebaut. Der Leser kann sich ohne Probleme in Gieles hineinfinden und doch "erwachsen" bleiben. Man möchte ihm helfen, ihm beistehen - und doch erinnert man sich auch an die eigene Pubertät und die Probleme, die man selbst hatte. So grundlegend anders und doch sind die Unterschiede verschwindend gering. Die Zerrissenheit, die ein Teenager empfindet, wird sehr schön gezeichnet. Aber auch, dass auch Erwachsene innerlich zerrissen sein können. Niemand ist ohne Probleme und gemeinsam kann man sie viel einfacher lösen.

    Ein Buch, das berührt, ohne auf die Tränendrüse zu drücken und das auch immer wieder zum Lachen bringt. Auch Hoffnung und Kraft lässt sich aus diesem Buch holen. Absolut lesenswert und ein ganz ausßergwöhnliches, besonderes Stück Literatur!

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    Leseratte87vor 5 Jahren
    I was sure I could do it

    Giles Slob ist 14 Jahre alt und lebt mit seiner Familie neben einem Flughafen. Sein Vater arbeitet dort und seine Aufgabe ist es, Vögel aus dem Luftraum zu vertreiben. Giles hat 2 Gänse und seine Aufgabe ist es, diese vom Flughafen fern zu halten. Seine Mutter arbeitet als Entwicklungshelferin, was Giles nicht gefällt, denn er sieht sie viel zu selten und macht sich ständig Sorgen um sie. Also muss ein Plan her, wie er sie für immer bei sich halten kann. Da fällt ihm ein, dass jeder Helden liebt, also muss er nur eine Heldentat vollbringen, damit seine Mutter ihren Job aufgibt. Doch was so einfach klingt, ist in Wahrheit viel komplizierter. Schon bald wird Giles vor Schwierigkeiten gestellt und als er Super Waling und die gleichaltrige Meike kennenlernt, gerät alles andere erstmal in der Hintergrund.
    Goemans neuer Roman hat mir gut gefallen. Die Charaktere sind liebevoll dargestellt, vor allem Giles, der mit seinen 14 Jahren so manche Achterbahn der Gefühle durchlebt. Man kann sich so wunderbar in die einzelnen Personen hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern. Besonders gut hat mir auch gefallen, das Goemans das Leben so darstellt, wie es ist: voller Höhen und Tiefen. Ihr Buch ist wirklich sehr bewegend, einfach etwas Besonderes.

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    Jetztkochtsievor 6 Jahren
    Wir paßten einfach nicht zusammen...

    Seufz, seit 5 Wochen versuche ich dieses Buch zu lesen, jetzt gebe ich nach 150 gelesenen Seiten auf. Ich breche selten Bücher ab. Sehr selten, aber hier reizt es mich noch nicht mal einen Verriss zu schreiben. Das Buch ist belanglos und langweilig. Weder schaffte es die Geschichte um Super Waling den "Dicken" im Rollstuhl zu fesseln, noch konnte ich Empathie für Gieles empfinden. Die Gänse sind hier und dort ganz witzig, aber es fesselt mich einfach nicht. Ständig schweifen meine Gedanken umher, das Buch fängt sie nicht ein und meine Konzentration tendiert gen 0.
    Schweren Herzens lege ich es nun also zum 3. Mal unfertig gelesen zur Seite, allerdings hatte ich die ersten beiden Male noch das Gefühl, daß es einfach der falsche Zeitpunkt für das Buch und mich ist, jetzt weiß ich, daß ich es vermutlich nicht noch mal anfassen werde. Es gibt zu viele gute Bücher, um so viel Lesezeit mit einem zu verbringen, das einen eigentlich nicht interessiert.
    Dabei klang das alles so schön skurril und schrill, daß es eigentlich genau mein Geschmack hätte sein müssen, war es aber nicht. Der Stil ist mir zu langsam, zu erklärend zu bildhaft und beschreibend. Dann die Geschichte in der Geschichte, ein historischer Roman, den Super Waling Gieles zu lesen gibt und den ich so in diesem Buch nicht erwartet hatte, der aber irgendwie auch keinen wirklichen Sinn oder Zweck erfüllt.

    Nein, jetzt ist Schluß, weitere Zeit werde ich mir dem Buch nicht vertrödeln. Dabei gehe ich allerdings davon aus, daß es Lesern, die gerne gemächliche langsame Geschichten lesen, denen auch die 10 Beschreibung des Gänsekots nichts ausmacht, mit dem Buch durchaus ihren Spaß haben werden.
    Ich hatte ihn leider nicht und das obwohl das Buch rein stilistisch durchaus gut ist.

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    Katzenpersonal_Kleeblattvor 6 Jahren
    Rezension zu "Gleitflug" von Anne-Gine Goemans

    Gieles, ein 14-jähriger Junge wohnt mit seinem Vater und seinem Onkel Fred nahe eines Flughafens, am Ende der Landebahn. Sein Vater ist der Flughafenförster und hat dafür zu sorgen, dass Vögel und andere Tiere den Flugverkehr nicht gefährden.
    Gieles' Mutter hält sich mehr in afrikanischen Gefielden auf als zu Hause, um anderen Menschen zu helfen. Gieles vermisst sie sehr.
    Nachdem er von einer Notlandung auf dem Wasser gehört hatte, weil Gänse in die Propeller geflogen waren und die Maschine zum Absturz brachten, hat er eine Idee, die er versucht umzusetzen.
    Er versucht zwei seiner Gänse, die bei ihm zu Hause solange leben dürfen, bis sie fliegen können, zu dressieren. Er will die Rettungsaktion 3032 starten, die ihn als Helden auszeichnet, in der Hoffnung, dass sich jeder in der Nähe eines Helden aufhalten will. Seine Mutter will er auf die Art und Weise zu Hause behalten, dass sie bei ihm bleibt, aber ob ihm das gelingen wird? ...

    Gieles ist ein ganz normaler Junge, der gerade in der Pupertät steckt. Er hat es nicht leicht, seine Mutter treibt sich in der Weltgeschichte herum, sein Vater und sein Onkel sind seine Bezugspersonen.
    Nebenbei versorgt er seine 2 Gänse, die er auch versucht zu dressieren. Sie leben in der Nähe eines Flughafens zusammen mit den Menschen, die es nicht vorgezogen haben, wegzuziehen.
    Über das Internet lernt er Meike kennen, ein ebenfalls 14-jähriges Mädchen, dass eine Vorliebe für Tatoos und Piercing hat. Sie kommt mit ihren Eltern nicht klar und steht eines Tages vor Gieles Tür.
    Sein langjähriger Freund Toon hebt langsam ab, so dass sich diese beiden immer weiter entfernen und sie keine Gemeinsamkeiten mehr haben.

    Als Gieles den dicken und fast bewegungsunfähigen ehemaligen Lehrer Super Waling kennenlernt, schämt er sich anfangs, mit ihm gesehen zu werden. Aber Waling ist ein Mensch, dem sein Gegenüber wichtig ist und der in der Lage ist, zuzuhören. Die beiden freunden sich an und durch Waling erfährt Gieles vieles über dessen Ururgroßeltern, die seinerzeit bei der Eindeichung mitgeholfen haben. Auch erfährt er die eigene Geschichte von Waling, in der er erzählt, warum er so geworden ist, wie er jetzt ist.

    Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, in der andere Geschichten mühelos mit eingebunden wurden.
    So erfährt der Leser ein wenig über die niederländischen Pioniere, die dem Wasser das Land streitig machen. Die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Arbeiter leben mussten, fehlten genau so wenig wie eine Liebesgeschichte.

    Durch die Briefe von Gieles Mutter hat der Leser Einblick in die harte und frauenfeindliche Welt, die ihr in Afrika begegnete. Diese Briefe machten nicht nur die Kinder betroffen, sondern auch mich.

    Sehr berührend empfand ich die Liebe von Gieles zu seinen Gänsen, vor allem der kleinen Gans Wallies, die selbst ich ins Herz geschlossen habe.

    Des öfteren schmunzeln musste ich bei seinen Pupertätsproblemen, die ihn überfielen, wenn er mit Meike zusammen war oder wenn seine Fantasie ihn ein wenig arg beschäftigte.

    Es ist ein fantastisches Buch zum Thema Freundschaft, Liebe, Vertrauen. Die Liebe zu den Tieren wird hier genauso zum Thema gemacht wie die Pupertät. Auch erfährt der Leser ein wenig Geschichtsunterricht in Bezug auf Flugzeugunglücke und der Eindeichung in Holland.

    Eine Vielzahl von Protagonisten bereichern das Buch mit ihren jeweiligen Eigenheiten, Geschichten und Macken.
    Ein schönes Jugendbuch, das ich weiterempfehle.

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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 6 Jahren
    Rezension zu "Gleitflug" von Anne-Gine Goemans

    Inhalt:

    Der 14-jährige Giles wächst direkt neben der Landebahn eines Flughafens auf – eine Ausweitung zwecks Lärmschutz und somit die Vertreibung der letzten Anwohner ist bereits geplant.

    Während die Anwohner im ständigen Kampf mit der Flughafengesellschaft stehen, arbeitet sein Vater als Flughafenförster und hält die Landebahn von Vogelschwärmen frei. Sein Onkel Fred versucht ebenfalls, das Beste aus der Situation zu machen und betreibt auf dem Gelände einen Campingplatz für „Plane spotters“.
    Gieles sind seine vier Gänse sehr ans Herz gewachsen. Er ist für sie verantwortlich und bemüht sich darum, sie zu erziehen und ihnen kleine Kunststücke beizubringen. Nebenbei arbeitet er an einem Aufsatz über das nahe Pumpwerk am Deich und lernt im Internet „Gravitation“ kennen, ein geheimnisvolles Mädchen, das nicht nur wegen ihres provozierend Äußerlichen auffällt und deren Bann er sich bald nicht mehr nicht entziehen kann.
    Doch trotz aller Aufgaben und Ablenkungen vermisst er seine Mutter, die es ihrerseits jedoch leider wieder einmal wichtiger hält, für ein Hilfsprojekt in Somalia unterwegs zu sein anstatt hier bei Dad und ihm. Deshalb arbeitet an einen geheimen und Rettungsplan für seine Familie, bei dem er mithilfe seiner zahmen Gänse die Aufmerksamkeit seiner Mutter endgültig auf sich ziehen will. Doch vieles an dem Plan ist noch unsicher, das Risiko ist groß, dennoch will er das Wagnis eingehen - wird es ihm gelingen, die Gänse zum Gehorsam zu erziehen?

    Meine Meinung:

    Die Autorin führt den Leser bereits zu Beginn direkt ins Geschehen: sie führt ihn auf den Polder des Flughafens, gleich neben der Landebahn. Zusammen mit Gieles begibt man sich zu ihm nach Hause, zu seinem Vater Willem, seinem Onkel Fred, den vier Hausgänsen, und natürlich zu all den anderen Personen, die am Rande des Flughafens versuchen, das Beste aus ihrer Wohnsituation zu machen. Ein Umzug kommt für die meisten nicht infrage, jeder ist auf seine Art hier tief verwurzelt.

    Wir lernen Gieles‘ Umfeld kennen, seinen Freund, die anderen Anwohner des Flughafengeländes und schließlich auch den geheimnisvollen und außergewöhnlich dicken Journalisten Waling, der Gieles nach und nach immer mehr in die arbeitsame und entbehrungsreiche Entstehungs-Geschichte des Polders einweiht. Diese Geschichte um die Trockenlegung des Marschlandes hat mich genauso fasziniert wie das aktuelle Geschehen und ich konnte es wie Gieles kaum abwarten, bis er einen weiteren Fortsetzungsteil von Waling erhielt. Dass am Ende alle Erzählstränge passend und zusammengeführt werden, versteht sich dabei von selbst.

    Es ist erfrischend und beruhigend zugleich zu sehen, wie Gieles mit seinen zutraulichen Gänsen umgeht, die jedoch –„gans“ ihrer Natur gegeben, nicht immer so reagieren, wie er es sich wünscht – was ihn oftmals an den Rand der Verzweiflung bringt. Denn immerhin ist ihr Mitwirken für seinen gefassten Plan unerlässlich und somit auch ihr Gehorsam.

    Gieles‘ Gedanken und Handlungen sind für den Leser umso besser nachvollziehbar, als sie in „seiner“ Sprache bzw. der Sprache eines Jugendlichen erzählt werden. Man spürt, dass die Autorin nicht vergessen hat, wie es sich in diesem Alter anfühlt, die von innerer Unruhe, Zerrissenheit, Zweifel und der Suche nach der eigenen Identität geprägt ist. Berührend stellt sie sein Verhältnis zu seiner meist abwesenden Mutter dar, die Gieles zwar innig liebt, aber einfach viel zu weit weg ist, um ihm ihn dieser wichtigen Zeit wirklich ein Hilfe sein zu können. Kein Wunder, dass er nach einem Weg sucht, sie von weiteren Reisen in die Ferne abzuhalten….

    Sehr berührt und oft nachdenklich gestimmt hat mich ebenso der Umgang der Menschen miteinander – Menschen mit Stärken und Schwächen, die aber hin und wieder auch durch unerwartete Handlungen für Überraschung sorgen und die man einfach liebgewinnen muss. Auch wenn bei den Bewohnern nahe der Landebahn bei weitem nicht immer alles „rundläuft“, so sind Respekt, Verantwortung und Liebe klare Werte, die beim Lesen eindeutig vermittelt werden.

    Dieses Buch ist beruhigend, beruhigend wie ein Gleitflug. Er benötigt keinen lauten Motor, sondern es sind eher die leisen Töne, die dieses Buch und diese Geschichte ausmachen, die den Leser faszinieren, in das Geschehen hineinziehen und jede Gleit- bzw. Leseminute genießen lassen. Dabei ist es keineswegs langweilig, sondern besticht im Gegenteilt durch viele kleine Begebenheiten, durch einen flüssigen und lebendigen Erzählstil , große und kleine, ernste und auch lustige Begebenheiten und natürlich durch die Frage, ob Gieles‘“Geniale Rettungsaktion 3032“ am Ende erfolgreich verlaufen wird. Ich fand es schade, als ich am Ende meines Fluges und somit am Ende des Buches angelangt war – ich wäre gerne noch ein wenig mit Gieles und seinen Gänsen weitergeflogen…

    Fazit: Autorin Anne-Gine Goemans hat einen modernen Roman geschrieben, der ans Herz geht und für Familie, Freundschaft, Liebe, Schuld und Identitätsfindung steht. Dabei ist er unterhaltsam, facettenreich und fesselnd zugleich. Absolut empfehlenswert für alle, die Wert auf anspruchsvollere und gute Unterhaltung legen !

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    Chimikos avatar
    Chimikovor 6 Jahren
    Rezension zu "Gleitflug" von Anne-Gine Goemans

    Meine Meinung

    Gieles ist vierzehn Jahre alt und kommt langsam in die Pubertät. Doch das ist nicht sein größtes Problem: Seine Mutter arbeitet als Entwicklungshelferin in Afrika und das findet er gar nicht gut. Aus diesem Grund startet er eine Rettungsaktion, mit der er seine Mutter zum bei ihm Verbleiben bewegen will. Allerdings passiert genau jetzt so vieles auf einmal, er lernt Gravitation alias Meike kennen und erste sehr körperliche Regungen entstehen bei ihm. Dann ist da noch Toon, sein bester Freund in der Gegend, der allerdings nur noch von einem spricht: Sex, Sex und nochmal Sex. Und darauf hat Gieles keine Lust, er vermisst die Zeit von früher. Außerdem lernt er noch Super Waling kennen, einen wirklich fetten Mann, unglaublich fett.

    Es ist eine richtige kleine Dorfgemeinschaft, die die Autorin hier erschaffen hat. Viele verschiedene Charaktere, die mit ihren Eigenheiten Gieles' Leben ordentlich aufmischen, ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo er sich voll auf seine Rettungsmission kozentrieren sollte. Und seine Gänse verlangen auch noch nach Aufmerksamkeit. Er hat es also nicht gerade leicht. In dem Buch entwickelt sich so ziemlich jeder weiter, nur Gieles scheint irgendwie auf dem Fleck herumzutreten, doch gerade das macht ihn sympathisch. Es gibt viele Charaktere und jeder einzelne hat sich mir eingeprägt, ein gutes Zeichen, oder? Jeder hat seine Besonderheiten, jeder wird ausgearbeitet und ist nicht stereotyp. Z.B. Toons Mutter kriegt im Verlauf des Buches Brustkrebs und sagt tatsächlich, dass sie sich jetzt nicht mehr für die Piloten, die ja eh fast durch ihr Schlafzimmerfenster fliegen, oben ohne hinstellt - mit nur noch einer Brust. Es gibt noch mehr solche Momente, und gerade die sind es, die den Personen Leben verleihen.

    Man erhält Einblicke in Gieles' Leben und Gedankenwelt und findet von ganz schön erwachsen bis noch sehr kindlich alles vor. Er macht sich dabei über viele Dinge Gedanken, und obwohl er einiges nicht so toll findet, ist Gieles einfach so unglaublich höflich und lieb. Die Beziehung, die er zu seinen Enten führt, ist einfach nur herzerweichend. Seine Sorgen, die er sich während der Begegnungen mit den vielen verschiedenen Charakteren seiner Gemeinschaft macht, sind teilweise sehr einfühlsam, insgesondere, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit einem Vierzehnjährigen zu tun haben.

    Es gibt nicht nur den Haupterzählstrang, sondern es werden viele kleine Geschichten in der großen erzählt. Gieles' Mutter schickt immer E-Mails, die ihre Zeit in Afrika beschreiben. Super Waling gibt ihm die Geschichte seiner Vorfahren zu lesen, und im späteren Verlauf schreibt er nur für Gieles noch den Grund für seine Fettleibigkeit auf. Außerdem ist da noch der Brief an Christian Moullec, den Gieles verfasst. Stück für Stück, und das in einem wirklich niedlichen Deutsch verfasst, so dass man gut erkennt, dass er eigentlich in einer Fremdsprache verfasst wurde, die der Junge nicht beherrscht. Dieser Brief hat mir immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Moullec existiert übrigens tatsächlich und ist nicht nur nur Tierforscher, sondern auch Umweltschützer - spezialisiert hat er sich auf die Prägung von Gänsen, also passt er wirklich hervorragend zu Gieles und seiner Geschichte. Dies ist auch nicht das einzige reale Vorbild, Goemans nennt einige Flugzeugabstürze und insbesondere Sully, Chesley B. Sullenberger, hat es Gieles angetan. Vielen sicherlich eher als der "Held vom Hudson" bekannt. Und Gieles hat nun mal ein Faible für Helden.

    Es ist keine laute Geschichte, die einen total vom Hocker reißt und bei der man das Ganze innerhalb von gefühlten fünf Minuten durchhat, es ist ein leiser Ton, den die Autorin hier anschlägt. Man zieht für ein Buch lang in die Gemeinschaft am Flughafen ein, regt sich über Lärm und Abfindungen und auch Vögel, welche die Flugzeuge gefährden auf. Zusammen mit Gieles lernt man seine Gänse lieben. Und am Ende musste ich sogar ein Tränchen verdrücken, diese eine Szene hat mein Herz berührt. Positiv ist auch, dass Goemans nicht vor ekligen Beschreibungen zurückschreckt, das macht die unglaubliche Realitätsnähe dieses Buches aus. Da kann ich auch verkraften, dass das Ende sprachlich und in der Umsetzung im Vergleich zum Rest abfällt. Die Spannung, die eigentlich da sein könnte, ist einfach nur Hektik. Schade eigentlich, denn es gab durchaus Potential für einen spannende, mitreißenden Schluss.

    Fazit

    Gieles' Geschichte ist realistisch und lebensnah. Obwohl es nicht unbedingt laut und tragisch wird, zieht sie einen trotzdem in den Bann. Schade, dass Gieles' Aktion am Schluss nur noch hektisch wird und keine Spannung aufkommt.

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    M
    michael_lehmann-papevor 6 Jahren
    Rezension zu "Gleitflug" von Anne-Gine Goemans

    Ein Plan

    „Im Grunde genommen war alles gesagt worden, nachdem seine Mutter ihn gefragt hatte „Was willst Du denn, Gieles“?“.

    Aber bis Gieles seine klaren Antworten in seiner kleinen, durchaus überschaubaren Welt findet und formulieren kann, da braucht es doch einiges im Vorfeld an Überlegung und Erlebnis.
    Dort, auf dem Polder in Holland, neben dem kleinen Flughafen, für dessen Sicherheit von „Vogelseite“ aus Gieles Vater zuständig ist. Der mit seinem Zwillingsbruder (der ihm gar nicht ähnlich sieht, bis auf die Größe von 1,99 Meter) in einem Bauernhof neben dem Flugfeld lebt. Wo sein Bruder einen kleinen Camping betreibt. Nichts wirklich touristisches, eher für Leute wie Johan und seine Frau gedacht, für Flugzeugfanatiker, die dem Starten und Landen zusehen möchten aus nächster Nähe.

    Und mitten drin Gieles. Gut bekannt mit den paar Leuten, die ihre Häuser noch nicht verlassen haben, seitdem es die Landebahn gibt. Mit seinem Vater und seinem Onkel, seinen beiden Gänsen, die er halten darf, weil diese nicht fliegen und daher keine Gefährdung darstellen. Mit der Nachbarin Dolly, auf deren drei Kinder er gegen Geld aufpasst und die sehr schnell und leicht aus der Haut zu fahren droht. Ohrfeigen für die Kleinen sind keine Seltenheit. Was Giels Angst macht.
    Mit Toon, irgendwie schon seinem Freund, auch wenn Toon „zurückgeblieben“ ist. Immerhin teilt dieser Toon ziemlich heftig die feuchten Träume auch des 14jährigen Gieles und verhilft diesem zu dem ein oder anderen „Einblick“. Was Gieles irgendwie noch peinlich ist, aber immerhin ist er im Internet mit „Gravitation“ in Kontakt, einem Mädchen, dass er schwer zu beeindrucken gedenkt, die aber leider sehr wenig Haut auf ihren Fotos zeigt.
    Zudem schließt Gieles enge Bekanntschaft mit einem ehemaligen Lehrer, jetzigen Reporter und unglaublich dicken Mann, „Suprt-Waling“, der sich zwar ohne Elektromobil nicht mehr fortbewegen kann, Gieles aber vieles über die Geschichte des Ortes erzählt, der ihm ein Manuskript über die Geschichte seiner Urahnen zu lesen geben wird, in dem für Gieles vieles auch für ihn selber klar werden wird. Was das Leben und die Liebe angeht. Denn irgendwann im Lauf der Geschichte steht die Internetbekanntschaft tatsächlich vor seiner Tür am Flugfeld.
    Mit all diesen teils sehr eigentümlichen Menschen, die Goemann mit großer Zuwendung im Buch gestaltet und denen sie eine Vielzahl von Dimensionen zu geben versteht, lebt Gieles.

    Nur nicht mit seiner Mutter. Die bringt gerade einmal wieder ein „Opfer“. In der dritten Welt. Und Gieles kann und will das nicht verstehen. Dass sie sich immer wieder von ihm und seinem Vater für Wochen und Monate trennt, um irgendwo in Somalia den Afrikaner zu helfen. Wo doch die Familie sie braucht. Sehr. Gieles fasst einen geheimen Plan. Mit seinen beiden Gänsen, die er versucht, auf diesen Plan hin zu trainieren, mit zwei weiteren kleinen Gänsen, die irgendwie auf den Hof gelangen. Einen Plan, der seiner Mutter zeigen wird, dass auch zu Hause reine „Rettungsaktion“ auf sie wartet, so dass sie nie mehr wegzugehen braucht, um ein „Opfer“ zu bringen.

    Kleine Geschichten in der großen Geschichte sind es, mit denen Anne-Gine Goemans ihre Figuren sich entfalten lässt. Eingebunden in den „geheimen Plan“, für den der Leser über lange Strecken hinweg keine verwertbaren Andeutungen erhält und so mit Spannung weiter liest, um Gieles Plan „auf die Spur“ zu kommen.

    Neben der anregend zu lesenden sprachlichen Umsetzung, bei der Goermans selbst auf die detaillierte Darstellung des das Ausdrückens eitriger Pickel nicht verzichtet, um die Welt der 14jährigen lebensecht nahe zu bringen, sind es diese Geschichten von Leben und Liebe (auch erster Liebe) um die Personen herum, die den Leser hineinziehen in diese überschaubare, kleine Welt neben dem Flugfeld. Personen, die alle ein wenig „neben der Spur“ sind, Wie das werden kann, in die „richtige“ Spur wieder zu kommen, davon handelt dieser Roman und legt in kreativer Form die Möglichkeiten des Lebens gelungen vor die Augen des Lesers.

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    Sterrenhemels avatar
    Sterrenhemelvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: leicht...rührend...ein schöner Roman

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