Anne-Kristin Mittag

 3,9 Sterne bei 333 Bewertungen

Lebenslauf

Anne-Kristin Mittag, 1988 geboren, ist als freie Übersetzerin und Lektorin in München tätig. Sie hat u. a. Ocean Vuong und Naoise Dolan ins Deutsche übersetzt.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Zeit ist eine Mutter (ISBN: 9783442773183)

Zeit ist eine Mutter

Neu erschienen am 12.11.2025 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Anne-Kristin Mittag

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Neue Rezensionen zu Anne-Kristin Mittag

Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783442770083)
emkadivas avatar

Rezension zu "Auf Erden sind wir kurz grandios" von Ocean Vuong

emkadiva
Poetik meets Roman

Man merkt, dass Ocean Vuong Gedichte schreibt. Jeder Satz in diesem Buch wirkt wohlüberlegt und künstlerisch. Einfach poetisch. 

Solche Bücher können schnell das Gefühl vermitteln, zu viel zu wollen. Man kann die Dinge noch so schön verpacken, der Inhalt ändert sich dadurch nicht. Dieses Buch liest sich nicht nur hochwertig, der Inhalt ist es auch!

Vuong gelingt es, die Folgen des Vietnamkriegs und das generationsübergreifende Trauma perfekt darzustellen. Er zeigt auf, was hinter der Fassade steckt, wie der "amerikanische Traum" wirklich für Migranten aussieht.

Ebenso gelungen ist die Darstellung der Sexualität, der eigenen Identität, Liebe, Verlust, Schmerz.

Stellenweise fühlt es sich fast verboten an dieses Buch zu lesen, weil es so ergreifend ist. Roh und persönlich. Als würde man im Privatleben einer Person schnüffeln und Dinge erfahren, die nicht für einen bestimmt sind.

Nicht umsonst so hoch gelobt!

Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783442770083)
downey_jrs avatar

Rezension zu "Auf Erden sind wir kurz grandios" von Ocean Vuong

downey_jr
Nicht nur kurz grandios: Sprachgewaltig, berührend & heftig


"Ich schreibe, weil man mir gesagt hat, niemals einen Satz mit weil anzufangen. Aber ich wollte keinen Satz bilden - ich wollte freikommen."


"Auf Erden sind wir kurz grandios" von Ocean Vuong ist der Brief eines Sohnes an seine vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird, denn sie ist Analphabetin. Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Ihr Sohn ist ein schmächtiger Außenseiter, der Little Dog genannt wird. 

In Rückblenden erfahren wir von seiner Kindheit, der Ankunft in den USA, den Knochenjobs seiner Mutter, ihren prügelnden und geschundenen Händen, der Krankheit seiner Großmutter und seiner ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen.


Die nicht verarbeiteten Kriegstraumata seiner Mutter versetzen sie mit jedem Feuerwerk, jedem Spielzeugsoldaten, wieder in den Krieg zurück. 


"Wann endet ein Krieg? Wann kann ich deinen Namen sagen und nur deinen Namen meinen und nicht das, was du hinter dir gelassen hast?"


"Unsere Muttersprache ist so überhaupt keine Mutter - sondern eine Waise. Unser Vietnamesisch eine Zeitkapsel, die den Punkt markiert, an dem deine Bildung endete, zu Asche zerfiel. Ma, unsere Muttersprache zu sprechen heißt, nur teilweise auf Vietnamesisch zu sprechen, aber ganz auf Krieg."

 

Die Sprache von Ocean Vuong ist poetisch und heftig zugleich, oft schwer zu ertragen, aber unfassbar gut.


"Ja, es gab einen Krieg. Ja, wir kamen aus seinem Auge. In diesem Krieg schenkte sich eine Frau einen neuen Namen - Lan -, erklärte sich durch diese Namensgebung selbst für schön und erschuf aus der Schönheit etwas, das seiner Bewahrung wert war. Daraus wurde eine Tochter geboren und von der Tochter einen Sohn. 

Diese ganze Zeit über habe ich mir gesagt, dass wir aus dem Krieg geboren wurden - aber ich habe mich geirrt, Ma. Wir wurden aus Schönheit geboren.

Niemand soll glauben, wir seien die Frucht der Gewalt - sondern dass Gewalt, die durch die Frucht hindurch gegangen ist, sie nicht verderben konnte."


Es ist unklar, ob dieses Buch autobiographisch geprägt ist, es liest sich jedoch sehr authentisch und ist unfassbar berührend. 


"Ich weiß nicht, was ich rede. Was ich meine, ist wohl, dass ich manchmal nicht weiß, was oder wer wir sind. Es gibt Tage, an denen ich mich wie ein menschliches Wesen fühle, an anderen fühle ich mich mehr wie ein Klang. Ich berühre die Welt nicht als ich selbst, sondern als Echo dessen, der ich gewesen bin. Kannst du mich schon hören? Kannst du mich lesen?"


"Ma, ich weiß nicht, ob du es in diesem Brief soweit geschafft hast - oder ob du es überhaupt hierher geschafft hast. Du sagst mir immer, es sei zu spät für Dich, lesen zu lernen, mit deiner armen Leber, deinen müden Knochen, dass du dich nach allem, was du durchgemacht hast, nur noch ausruhen willst. Dieses Lesen ist ein Privileg, das du mir durch das, was du verloren hast, ermöglicht hast. Ich weiß, dass du an Wiedergeburt glaubst. Ich weiß nicht, ob ich daran glaube, aber ich hoffe, dass es sie gibt. Weil du dann vielleicht beim nächsten Mal hierher zurückkehren kannst. Vielleicht wirst du ein Mädchen sein und vielleicht wird dein Name wieder Rose sein, und du wirst ein Zimmer voller Bücher haben und Eltern, die dir in einem von Krieg unberührten Land Gutenachtgeschichten vorlesen. Vielleicht wirst du dann, in jenem Leben und in dieser Zukunft, dieses Buch finden und wissen, was uns geschah. Und du wirst dich an mich erinnern. Vielleicht."


Ein wirklich überwältigendes, grandioses Buch.

Sprachgewaltig, poetisch und heftig.

Ein Roman, der noch lange in mir nachhallen wird.

Cover des Buches Aufregende Zeiten (ISBN: 9783499005091)
L

Rezension zu "Aufregende Zeiten" von Naoise Dolan

Lovingfiction
Geistreich, relatable, modern

In „aufregende Zeiten“ geht es um eine junge Frau, die relativ planlos nach Hongkong zieht, dort mit einem Banker eine F+ anfängt und sich dann jedoch in eine junge Anwältin verliebt.

Der Schreibstil dieses Buches ist relativ anspruchsvoll und wirkt chaotisch. Dadurch erscheinen die Gedanken der Protagonistin jedoch auch viel nahbarer und echter. Generell finde ich die Protagonistin selbst ziemlich nahbar.
Außerdem merkt man anhand des Schreibstils, dass die Autorin in Oxford studiert hat- so eloquent, anspruchsvoll und geistreich ist er. Ich fand das etwas gewöhnungsbedürftig.
Der Plot der Geschichte war zwar unvorhersehbar- hat mich jedoch ebenso wenig befriedigt wie das Ende. 

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