Anne Ameri-Siemens Ein Tag im Herbst

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Inhaltsangabe zu „Ein Tag im Herbst“ von Anne Ameri-Siemens

Die Tage des Deutschen Herbstes haben sich in das kollektive Gedächtnis gebrannt. Anne Ameri-Siemens erzählt aus verschiedensten Perspektiven, wie der Terror 1977 ein ganzes Land durchdrang und dann, nach der Entführung Hanns Martin Schleyers, die Bundesregierung unter Helmut Schmidt vor die furchtbare Alternative stellte: entweder Gefangene freizulassen oder den Tod der Geisel in Kauf zu nehmen. Anne Ameri-Siemens, eine der besten Kennerinnen der Zeit, hat zahlreiche, höchst unterschiedliche Zeitzeugen befragt. Damals politisch Verantwortliche kommen ebenso zu Wort wie Hanns-Eberhard Schleyer; ehemalige RAF-Anwälte ebenso wie Angehörige der Opfer, Polizisten und die Bewacher der RAF-Gefangenen in Stammheim. Das Buch setzt die Menschen, die berichten, in den Kontext ihrer Zeit, lässt die Atmosphäre des Deutschen Herbstes in einzigartiger Weise lebendig werden – Wochen, in denen Politiker im Krisenstab auch extreme Lösungen zur Rettung Schleyers diskutierten. Auf diese Weise erzählt «Ein Tag im Herbst» die ganze Geschichte des Terrorjahres 1977, das einmalig war und geblieben ist – und die Geschichte der Bundesrepublik bis heute verändert hat.

Einm völlig neuer Blick auf die Zeit der RAF- durch die Augen aller möglichen Beteiligten.

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  • Der Fall Schleyer

    Ein Tag im Herbst
    DasBuecherregal

    DasBuecherregal

    21. March 2017 um 14:12

    Darf ein Staat Menschenleben gegeneinander aufwiegen? Wie geht man mit Terrorismus um und was ist für einen starken Rechtsstaat wichtig? In ihrem Buch „Ein Tag im Herbst“ beleuchtet die Autorin den „deutschen Herbst“ (vornehmlich September-Oktober 1977) und im Besonderen den Fall Schleyer. Das Buch behandelt weniger die Taten der RAF allgemein, sondern fokussiert sich auf die Entführung von Hanns Martin Schleyer, der damals Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) war und im Dritten Reich SS-Untersturmführer (heute in etwa Leutnant). Inhaltlich besteht das Buch aus den O-Tönen diverserer Zeitzeugen und Berichte, beispielsweise Briefe von Helmut Kohl an Schleyers Familie und Äußerungen von jenen, die direkt an den Entscheidungen im Schleyer Fall beteiligt oder von ihnen betroffen waren. Das Buch beleuchtet die moralische Frage des Wertes eines einzelnen Menschenlebens, das direkt und absehbar gegen eine unbestimmte Zahl anderer Menschenleben abgewogen wird. Die zu Wort kommenden Positionen, darunter auch der Sohn Hanns Martin Schleyers, Hanns Eberhard Schleyer, sind sehr konträr, vor allem in ihrer Haltung zu den Handlungen der sogenannten Kleinen Lage, jenen Politiker, die die direkte Verantwortung und Entscheidungsgewalt im Fall Schleyer und den zeitgleich stattfindenden Taten der RAF hatten. Bevor man „Ein Tag im Herbst“ liest, empfiehlt es sich, zumindest ein Grundwissen über die RAF und den deutschen Herbst mitzubringen. Hierzu bietet die Autorin im Anhang einen Überblick über die Geschichte der RAF an, der diesbezüglich einen guten Überblick verschaftt. Da das Buch nicht chronologisch erzählt, entsteht mit der Zeit das Gefühl, sich ein wenig im Kreis zu drehen. Immerhin wird mit fast jedem der eingebrachten Zitate auch eine neue Facette des Falls beleuchtet und der Leserhorizont erweitert. Über die RAF an und für sich wird in dem Buch nicht allzu viel geschrieben, im Mittelpunkt steht klar der Fall Schleyer, über den damals wohl aufgrund einer freiwilligen Selbstzensur der Medien nicht allzu viel berichtet wurde. Für mich persönlich war das Buch vor allem in moralischer und auch ein wenig philosophischer Sicht besonders interessant, wer mehr über die RAF Zeit im klassisch historischen Sinne lernen möchte, ist mit dem Anhang oder einer anderen Literatur besser beraten. Ich fand es sehr spannend, die verschiedenen mal mehr, mal weniger direkt involvierten Zeitzeugen zu hören, beziehungsweise zu lesen und so nicht nur den typisch analytischen Blick auf die Dinge werfen zu können, der bei Büchern mit historischem Inhalt sonst üblich ist. Mein Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und dessen Fragen damals wie heute aktuell sind. Mit den zahlreichen O-Tönen gibt die Autorin verschiedenen Menschen die Möglichkeit, zu Wort zu kommen und bringt so dem Leser auch die Innenwelt wichtiger historischer Persönlichkeiten ein wenig näher, ohne diese selber zu bewerten. In meinen Augen ein lohnenswertes Buch, dass neue Einblicke in eine wichtige Zeit der deutschen Geschichte erlaubt.

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  • Ein Tag im Herbst

    Ein Tag im Herbst
    Vielhaber_Juergen

    Vielhaber_Juergen

    18. March 2017 um 11:48

    Anne Siemens legt rechtzeitig zum 40jährigen Jubiläum der sogenannten Offensive 77 ein Buch zum Fall Schleyer vor. Bereits vor zehn Jahren hatte sie eine wichtige Sichtweise der RAF-Geschichte etabliert, die bis dahin beim Thema RAF vernachlässigt worden war. Die Perspektive der Opfer, stellvertretend von Angehörigen wie Mirbach, Ponto, Schleyer, Hillegart von Braunmühl sowie Geiseln der Landshut-Entführung erzählt, von Staatsseite tat Schmidt seine Sicht kund. Das hatte sehr berührende Momente, daraus erwuchs auch Corinna Pontos vielbeachtetes Buch "Patentöchter". Nun erzählen Schleyer und von Mirbach ihre Sichtweise auf die Tage im September, Oktober des Jahres 1977. Aber auch Politiker und Autoren wie Stefan Aust(der an der vierten Ausgabe des Baader-Meinhof-Komplex sitzt),Gerhart Baum, Patricia Clough, Delius. Eschen, Hirsch, Monika Hohlmeier, Peter Jesse, Kraushaar, Reemtsma, Heribert Prantl, Wegener erzählen eindringlich und mit teils unbekannten Details vom Deutschen Herbst 1977, als zwanzig junge Leute den Rechtsstaat mit Morden dazu zwingen wollte, ihre Idole und Mittäter aus der Haft zu entlassen. besonders interessant für mich die Kapitel von Aust,Kraushaar und Reemtsma. Selbstverständlich ist die menschliche Tragik kaum nachvollziehbar. Durch ein Panorama verschiedenster Sichtweisen wird das Klima des Ausnahmezustands-zum Glück-nicht wieder lebendig, aber gut spürbar. Auch die Aussagen des Stammheimer  Bediensteten Jesse sind sehr interessant und ergänzen einige noch bestehende Lücken in der Stammheim-Geschichte. Zur Geschichte der RAF wiederholt Frau Siemens den Ablauf, den sie auch schon vor zehn Jahren beschrieben hat. Da wünscht man sich mehr, aber ihr Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Angehörigen, den Opfern. Und so ist ihr ein gut lesbares, wichtiges Stück Zeitgeschichte gelungen.

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